Artikel mit Schlagwort ‘Übelkeit’

Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen

Montag, Februar 8th, 2010

Ingwer hilft gegen Verdauungsbeschwerden und lindert Symptome von Reisekrankheit (Kinetosen) wie Übelkeit und Erbrechen. Darüber hinaus wird Ingwer (Zingiber officinale) auch bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Im Bayerischen Rundfunk empfahl der Allgemeinmediziner Dr. Fritz Friedl aus Rosenheim Ingwer-Inhalationen. Dazu wird der Ingwer in kleinen Scheiben in heisses Wasser geworfen und sein aromatischer Duft eingeatmet. Die heissen Dämpfe “beugen Schnupfen vor, riechen gut und schmecken auch köstlich”, erklärte Friedl.

Quelle:
http://www.br-online.de

Kommentar & Ergänzung:

Im Labor zeigten sich Sesquiterpene aus Ingwer als wirksam gegen Rhinoviren. Schnupfen wird durch Rhinoviren verursacht. Ob dieser antivirale Effekt auch bei einer Ingwer-Inhalation erzielt werden kann, ist zwar nicht geklärt.
Doch scheint mir die Idee von Ingwer-Inhalationen interessant, und zwar nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch zur Behandlung von Schnupfen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
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Aromatherapie: Duft-Öle können für Kinder riskant werden

Sonntag, Dezember 20th, 2009

In der Weihnachtszeit beliebte Duft-Öle können für Kinder lebensgefährlich werden, warnte das nordrhein-westfälische Verbraucherschutz-Ministerium in Düsseldorf.
Verschlucken Kinder kleinste Mengen Petroleum, flüssiges Paraffin oder Duft-Öl, könne dies rasch in die Lunge gelangen. Fieber, Übelkeit, Atembeschwerden oder schwere Lungenschäden könnten dadurch ausgelöst werden. Eltern sollten deshalb ihre Kinder vor jenen Ölen warnen, die in Lebensmittel-Verpackungen wie etwa Marmeladengläsern verkauft werden.
Sehr giftig sind nach Angaben des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) Kampher, Eukalyptusöl (Cineol) und Menthol. Weniger giftig seien Terpentinöl, Orangenöl, Zitronenschalenöl sowie Teebaumöl und Nelkenöl. Auch bei so genannten Chinaölen, wärmenden Einreibungen oder Balsamen, durchblutungsfördernden Sportsalben, speziellen Badeölen oder Erkältungsbädern sei Vorsicht nötig.

Quelle: http://www.kinderaerzte-im-netz.de
Kommentar & Ergänzung:
Im Bereich der Aromatherapie werden viele ätherische Öle eingesetzt, die oft auch wertvolle Wirkungen zeigen. Denjenigen Menschen, welche Naturheilmittel pauschal für sanft und nebenwirkungsfrei halten, muss man aber ab und zu sagen, dass ätherische Öle auch heikle Effekte haben können, wenn man sie nicht mit der nötigen Sorgfalt einsetzt. Es geht dabei nicht um Dramatisierung, aber die Empfehlung, dass man ätherische Öle vor Kindern verschlossen aufbewahren soll, ist sehr berechtigt. Solche Aspekte gehen manchmal in Vergessenheit, weil Naturheilmittel bei vielen Menschen pauschal ein “softes” Image haben.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

Dienstag, Dezember 15th, 2009

Zubereitungen aus Ingwer verminderten in einer amerikanischen Untersuchung die Übelkeit bei Krebs-Patienten, die als häufige Begleiterscheinung bei einer Chemotherapie auftritt. Die Resultate der Studie teilte die University of Rochester in einer Pressemeldung mit. Übelkeit und Erbrechen entstehen bei Krebs-Patienten durch die Auswirkungen der Chemotherapeutika (Zytostatika) auf die Zellen der Darmschleimhaut.
An der Studie am James P. Wilmot Cancer Centre in Rochester im US-Staat New York beteiligten sich 644 Krebspatienten, die im Rahmen ihrer Krebsbehandlung mindestens drei Zytostatika erhalten sollten. Die Studienteilnehmer erhielten je drei Tage vor und drei Tage nach den Behandlungen Ingwer (0,5, 1 oder 1,5 Gramm) und parallel ein gängiges Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen. Um die Auswirkung erfassen zu können, wurde eine Vergleichsgruppe betrachtet, die neben dem Standardmedikament ein Placebo bekam.
Die Versuchspersonen beschreiben, dass sie mehrmals am Tag an unterschiedlich starker Übelkeit gelitten hatten. Bei denjenigen, die Ingwer zu sich genommen hatten, waren die Beschwerden um 40% geringer. Die Forscher vermuten, dass die entzündungshemmende Wirkung des Ingwers einen günstigen Effekt auf die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes hat. Die Substanzen der Heilpflanze konnten vom Organismus noch im Vorfeld der giftigen Wirkung der Medikamente aufgenommen werden.
Ingwer ist schon seit längerem für die Behandlung von Bauchschmerzen im Gespräch. Auch Segler nutzen zuweilen Ingwer gegen Seekrankheit.
Quelle: www.frauenaerzte-im-netz.de

Kommentar & Ergänzung:

Die Bestätigungen für eine günstige Wirkung von Ingwer (Zingiber officinale) gegenl Übelkeit während einer Chemotherapie häufen sich.
Schon seit längerem ist Ingwer in der Phytotherapie die wichtigste Heilpflanze gegen Seekrankheit und andere Formen der Reisekrankheit (Kinetosen). Auch für diesen Anwendungsbereich gibt es Belege aus Studien.
Experimentelle Ergebnisse deuten auf eine entzündungswidrige Wirkung von Ingwer.
Ausserdem wird in der traditionellen Pflanzenheilkunde vieler Länder Ingwer zum Beispiel als verdauungsförderndes Gewürz oder gegen Erkältungskrankheiten genutzt. Für die äusserliche Anwendung kennt die Naturheilkunde durchblutungsfördernden wärmende Ingwerwickel / Ingwerkompressen, zum Beispiel bei Muskelverspannungen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen. Ingwer gehört jedenfallsl zu den interessantesten Heilpflanzen.

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US-Studie: Hasch wirksam gegen Spastik bei Multipler Sklerose

Freitag, Dezember 4th, 2009

Extrakte der Cannabispflanze können einer neuen US-Analyse zufolge Beschwerden bei Multipler Sklerose. Die Auswertung mehrerer Studien habe gezeigt, dass eine bestimmte Kombination der Extrakte spastische Muskelbewegungen vermindere und die Mobilität der Patienten verbessere, erklären Shaheen Lakhan und Marie Rowland von der Global Neuroscience Initiative Foundation in Los Angeles.
“Das therapeutische Potenzial von Cannabinoiden ist umfangreich. Ihm sollte beträchtliche Aufmerksamkeit gewidmet werden”, stellt Lakhan im US-Fachmagazin BMC Neurology fest.
Viele der bisherigen Therapien gegen MS-Symptome sind der Wissenschaftlerin zufolge unwirksam, schwer zu bekommen oder sie zeigen zu große Nebeneffekte. Auch die Hasch-Produkte hätten Nebeneffekte, allerdings seien sie auch bei den Placebo-Gruppen beobachtet worden. “Wenn man die Belastung und die Einschränkungen bedenkt, die die Spastiken für Menschen mit MS bedeuten, sollte man Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen”, raten die Wissenschaftler.

Quelle: www.aerztezeitung.de, 4. 12. 2009

Kommentar & Ergänzung:

Man kann es nicht oft genug sagen und diese Meldung ist eine weitere Bestätigung: Cannabis ist für viele (nicht alle) Patienten mit Multipler Sklerose eine wichtige Hilfe zur Linderung der Spastik. In diesem Sinne gehört Cannabis zu den Heilpflanzen und es sollte einen einfachen, entkriminalisierten Zugang zu dieser Arznei geben.
Dasselbe gilt auch für die Anwendung von Cannabis gegen Übelkeit und Appetitlosigkeit begleitend zu Chemotherapien bei Krebserkrankungen.

ch bin mir durchaus bewusst, dass Cannabis auch problematische Seiten hat.
Dass es trotz umfangreicher wissenschaftlicher Daten bei der Anwendung von Cannabis als Heilpflanze in den Bereichen Multiple Sklerose und als Begleittherapie in der Tumorbehandlung noch immer solche Schwierigkeiten gibt, liegt meines Erachtens nur an mangelndem politischen Willen. Der mangelnde politische Wille scheint mir damit zu tun zu haben, dass “Hasch” bzw. Cannabis als Droge der Hippie- oder 68er-Generation gilt. Wird aber aus solchen Gründen entgegen von wissenschaftlichen Daten und positiven Erfahrungen Betroffener eine Entkriminalisierung von Cannabis als Heilpflanze blockiert, stellt man meiner Ansicht nach die eigene Ideologie über das Wohlergehen von MS-Kranken und Krebspatienten.

Ich schreibe dies nicht als “Cannabis-Fan”, sondern als jemand, der persönlich mit Cannabis nichts anfangen kann.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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US-Regierung genehmigt Marihuana als Heilmittel

Dienstag, Oktober 20th, 2009

Die US-Regierung hat grünes Licht für die medizinische Anwendung von Marihuana gegeben, sofern dies von Gesetzen in den Bundesstaaten gedeckt ist. «Es hat für uns keinen Vorrang, Ressourcen des Bundes für die strafrechtliche Verfolgung von Patienten oder ihren Betreuern einzusetzen, wenn dies den Gesetzen der Staaten entspricht», erklärte US-Justizminister Eric Holder. Gleichzeitig werde die Regierung jedoch nicht dulden, dass sich Drogenschmuggler hinter solchen Richtlinien versteckten. 14 US-Bundesstaaten haben die Anwendung von Marihuana für medizinische Zwecke in der einen oder anderen Form legalisiert. Die Regierung des früheren US-Präsidenten George W. Bush lehnte dies aber strikt ab. Mit der Erklärung des Justizministers wurde nun die unter Nachfolger Barack Obama eingeführte Praxis, keine strafrechtlichen Ermittlungen einzuleiten, offiziell festgeschrieben. Gleichzeitig gingen entsprechende Richtlinien an die Bundesstaatsanwälte.

Quelle:
www.pharmazeutische-zeitung.de / dpa

Kommentar & Ergänzung:

Ich kann selber mit Marihuana / Cannabis nichts anfangen. Es kann aber nicht genug oft gesagt werden: Dass man Menschen mit Multiple Sklerose oder Krebs, denen Cannabis / Marihuana oft Beschwerden wie Spastik, Übelkeit oder Appetitlosigkeit lindert, immer noch kriminalisiert, ist ein Skandal. Jeder Schritt in Richtung einer Entkriminalisierung und Entkrampfung dieser unsäglichen Thematik ist daher zu begrüssen. Eine Legalisierung – und entsprechende Regulierung – von Cannabis als Heilpflanze ist überfällig. Wenn in den USA nun die Vernunft gegenüber der Ideologie die Oberhand gewinnt, kann man nur hoffen, dass dies in Europa Nachahmung findet.

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Cannabis-Extrakt hilft Multiple-Sklerose-Kranken

Dienstag, Oktober 6th, 2009

Eine Studie an Multiple-Skerose-Patienten in Großbritannien hat die günstige Wirkung von Cannabis-Extrakt belegt. Dies teilte das Berliner Institut für klinische Forschung (IkF) mit. Die vom IkF in Auftrag gegebene Untersuchung mit einem Cannabis-Extrakt habe das Befinden jedes dritten MS-Patienten spürbar verbessert, erklärte der Leiter der Untersuchung, Marcus Reif. «30 Prozent der Studienteilnehmer fühlten sich besser, in der Placebo-Kontrollgruppe waren es nur 15 Prozent», stellte Reif fest. Mit Blick auf Verschlechterungen der Symptome sei das Resultat genau andersherum: Bei nur rund 15 Prozent der Kranken hätte sich der Zustand verschlechtert, in der Placebo-Gruppe seien es mehr als doppelt so viel gewesen. Insgesamt nahmen 279 Patienten an der Studie teil, 140 von ihnen erhielten einen Cannabis-Extrakt, die andere Hälfte wurde mit Placebo behandelt. Die Studie untersuchte die Wirkung von Cannabis-Extrakt im Hinblick auf Muskelsteifheit, Schmerzen, Spastik und Schlafstörungen bei MS. «Diese Ergebnisse sind schon eindeutig», findet Joachim Nadstawek vom Berufsverband der Schmerztherapeuten. Er spricht sich für die kontrollierte Anwendung von Cannabis-Präparaten bei MS- und Tumorpatienten aus.

Die Nebenwirkungen des Cannabis-Extraktes hätten sich im erwarteten Rahmen gehalten, sagte Reif. «Es waren Schwindel, Übelkeit und leichte Rauschzustände. Also eher moderate, milde Nebenwirkungen, wie wir sie von Cannabis kennen.» Die Dosierung des Präparates habe mit 5 bis 25 Milligramm des Cannabis-Wirkstoffs THC (Tetrahydrocannabinol) pro Tag unter dem Wirkstoff-Gehalt eines Joints gelegen. Am Anfang der Studie bei der Einstellung auf die persönliche Dosis hätten allerdings einige Patienten wegen der Nebenwirkungen die Behandlung abgebrochen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de

Kommentar & Ergänzung:

Es scheint, dass diese Studie noch nicht in einer etablierten Fachzeitschrift veröffentlicht wurde. Dieser Umstand legt noch etwas Zurückhaltung nahe, was die Qualität der Studie anbelangt.
Andererseits gibt es aber bereits mehrere Studien, die einen günstigen Einfluss von Cannabis auf die Spastik bei vielen MS-Patienten zeigen. Und dass Cannabis bei Tumorpatienten Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen lindern kann, wird inzwischen auch in sehr breiten Kreisen akzeptiert. Es ist sehr Zeit, dass diese Patientinnen und Patienten endlich eine legale Möglichkeit erhalten, Cannabis als Heilpflanze zu nutzen.

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Lavendelöl zur Behandlung von Angststörungen

Samstag, September 19th, 2009

Am 7. Berliner Kongress Phytotherapie 2009 berichtete S. Kasper von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Universität Wien vom Stand der Forschung bei der Behandlung von Angststörungen mit peroral zugeführtem Lavendelöl.

Präklinische Forschungsergebnisse bestätigen das angstlösende Potenzial des Heilpflanzen-Präparates. Wichtige Humanstudien in der klinischen Entwicklung des noch nicht im Handel erhältlichen Produktes wurden dargestellt. Insgesamt wurden bisher mehr als 700 Erwachsene in der täglichen Dosis von bis zu 80mg mit dem neuen Anxiolytikum ( = angstlösendes Mittel) der Firma Willmar Schwabe im Rahmen von klinischen Studien mit unterschiedlicher Symptomatik behandelt. Dabei konnte in verschiedenen Studiendesigns die klinisch bedeutsame Überlegenheit gegenüber Placebo ebenso dargestellt werden wie eine vergleichbare angstlösende Wirksamkeit zu Benzodiazepinen (Lorazepam).

Die Verträglichkeit war in diesen klinischen Studien gut. Vereinzelt wurden von den Anwendern reversible milde bis moderate gastrointestinale Symptome wie Übelkeit und Aufstoßen berichtet. Eine sedierende Wirkung trat nicht ein und eine Gewöhnung wurde während der Einnahme ebenfalls nicht beobachtet.

Quelle: Zeitschrift für Phytotherapie, Z Phytother 2009; 30
DOI: 10.1055/s-0029-1239858

Kommentar & Ergänzung:

Lavendelöl ist als Mittel gegen Unruhe und Schlafstörungen gut dokumentiert, wobei es aber fast immer um die inhalative Anwendung im Sinne einer Aromatherapie geht. Die Einnahme von Lavendelöl ist bisher weniger üblich, doch gibt es schon seit einiger Zeit Hinweise auf eine mögliche angstlösende Wirkung bei peroraler Anwendung.

In diesem Sinne ist der Vortrag am Phytotherapie-Kongress eine Bestätigung.

Interessant an diesem Bericht scheint mir unter anderem aber auch der ausbleibende sedierende Effekt. Ob dies wohl mit der Kapselform zusammenhängt, durch welche eine Wirkung via Geruchsbahn verhindert wird?

Ich habe keine konkreten Hinweise gefunden, dass wirklich Kapseln verwendet wurden, doch ist es bei oraler Applikation so zu erwarten. Und in der Patentanmeldung der Firma Schwabe ist jedenfalls ausdrücklich von Kapseln die Rede. Ich werde dieser Frage noch nachgehen.

Eine umfassendere Darstellung der Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl finden Sie in unserer Broschüre “Ätherische Öle in der Pflege – Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl”.
Info dazu hier: www.phytotherapie-seminare.ch/index.php

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Warnung vor illegalem Schlankheitsmittel “Ultra Effect

Sonntag, September 13th, 2009

Wegen gravierender gesundheitlicher Risiken warnt das Bayerische Landesamt für Gesundheit (LGL) vor dem illegalen Schlankheitsmittel “Ultra Effect”.
Untersuchungen des LGL hätten ergeben, dass das als “natürlich” deklarierte Produkt zwei nicht angegebene Wirkstoffe enthält, für die vielfältige Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen bekannt sind, teilte die Erlanger Behörde mit. Der Wirkstoff Sibutramin könne Blutdruck und Herzfrequenz steigern sowie Schlaflosigkeit, Übelkeit und Angstgefühle auslösen. Die Einnahme von Rimonabant könne zu Angst, Depressionen und einer erhöhten Suizidneigung führen.
Quelle:
www.aerztezeitung.de
Kommentar & Ergänzung:

Es ist ein hartnäckig wiederkehrendes Problem, dass Produkte als “natürlich” vermarktet werden, welche fragwürdige bis gefährliche synthetische Substanzen enthalten. Auch in asiatischen Heilpflanzen-Präparaten finden sich immer wieder solche Verfälschungen. “Natürlich”, das tönt halt immer gut.
Die Konsumentinnen und Konsumenten müssten viel kritischer werden, wenn sie nicht immer wieder über‘s Ohr gehauen werden wollen – auch im Bereich scheinbarer oder tatsächlicher Naturheilmittel. Aber kritisch Nachfragen ist offenbar uncool.
Blinde Gläubigkeit gegenüber wundersamen Versprechungen macht das Leben halt offenbar schöner……

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Artischocken-Presssaft gegen Verdauungsbeschwerden untersucht

Samstag, Juli 18th, 2009

Die Wirksamkeit und Anwendungssicherheit von Heilpflanzen-Präparaten aus Artischockenblättern (Stammpflanze Cynara scolymus L.) bei leber- und gallebedingten Funktionsstörungen und bei Verdauungsbeschwerden gelten als belegt. Charakteristische Symptome, die auf eine Behandlung mit qualitativ hochwertigen Produkten in klinischen Untersuchungen ansprachen, sind Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit und unspezifische Bauchschmerzen.

Erstmalig wurde nun die Wirksamkeit eines Presssaftes aus frischen Artischockenblütenknospen (Cynara scolymus L.) bei 110 Patienten mit Verdauungsbeschwerden in einer Anwendungsbeobachtung untersucht und ausgewertet. Die Einnahme von 20 oder 30 ml täglich bis zu 12 Wochen führte zu einer deutlichen Verbesserung charakteristischer Beschwerden im klinischen Befund und im Urteil der Patienten. Nach 6 Wochen zeigten sich Verbesserungen der Beschwerden um etwa 40-60%, nach 12 Wochen um etwa 80%.

Ausgewertet wurden Symptome wie Appetitlosigkeit, Druck-, Schwere-, Spannungsgefühl, Völlegefühl nach dem Essen oder träge Verdauung, Bauchschmerzen, krampfartige Schmerzen im Unterleib, Übelkeit, Aufstoßen, Blähungen / Flatulenz.

Mit den berichteten Symptomverbesserungen von etwa 40- 60% nach 6 Wochen erwies sich der Artischocke-Presssaft nur etwas weniger stark wirksam als die bereits häufiger untersuchten Extraktzubereitungen aus Artischockenblättern Bei einer “Wirkstärke” von etwa 80% nach 12 Wochen lagen die Effekte aber in der gleichen Größenordnung wie diejenigen der Extraktzubereitungen.

Quelle:
Zeitschrift für Phytotherapie Nr. 3 / 2009:
Winter, Yvonne; Wegener, Tankred:
Zuverlässige Wirkungen des Presssaftes aus Artischockenblütenknospen bei Verdauungsbeschwerden

Kommentar:

Artischocke ist zweifellos eine der interessantesten und am besten dokumentierten Heilpflanzen bei Verdauungsbeschwerden.
Für eine optimale Therapie ist aber auch die Frage wichtig, in welcher Form die Artischocke angewendet werden soll.
Die Phytotherapie kennt hier mehrere Varianten, die sich im Profil der Inhaltsstoffe und bezüglich dokumentierter Wirksamkeit sehr unterscheiden.

Artischocken-Tee (Blätter)
Artischocken-Tinktur (Blätter)
Alkoholischer Trockenextrakt aus Artischocken-Blättern
Wässriger Trockenextrakt aus Artischocken-Blättern
Pressssaft aus frischen Artischocken-Blütenknospen

Am besten untersucht und belegt sind Artischocken-Extrakte aus den Blättern.
Dass in der aufgeführten Anwendungsbeobachtung ein Artischocken-Presssaft aus frischen Artischocken-Blütenknospen untersucht wurde und sich als wirksam erwies, ist sehr erfreulich.

Natürlich fehlt dieser Studie der Vergleich mit einer Placebo-Gruppe. Das reduziert ihre Aussagekraft, weil viele Verdauungsbeschwerden sich im Verlauf von 6 – 12 Wochen auch ohne Behandlung wieder verbessern.

Eine sorgfältige Beurteilung wird daher nie von einer Verbesserung von Beschwerden direkt und fraglos auf eine Wirksamkeit des angewendeten Präparates schliessen. Dieser wichtige Punkt wird gerade im Bereich von Naturheilkunde bzw. Komplementärmedizin oft übersehen, wenn vorschnell Heilungsgeschichten verbreitet werden.

Eine doppelblind geführte Studie ist bei einem Artischocken-Presssaft allerdings kaum möglich, weil eine Verblindung gegenüber einer Placebo-Gruppe undurchführbar sein dürfte. 2 – 3 mal täglich 10 ml Artischocken-Presssaft in Kapselform einzunehmen, dürfte ziemlich unpraktikabel sein. Ausserdem kommt mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Teil der Wirkung des Artischocken-Presssaftes über den herb-bitteren Geschmack zustande, welcher den Gallenfluss und die Produktion anderer Verdauungssäfte anregt. In einer verblindeten Kapselform würde dieser Effekt nicht erfasst.

Trockenextrakte aus den Artischockenblättern liegen sowieso schon in Kapselform vor. Hier haben wir deshalb erfolgreiche Doppelblind-Studien.

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Phytotherapie im Verdauungstrakt – ein Überblick

Samstag, Mai 30th, 2009

Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde hat eine lange Tradition bei Erkrankungen und Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Hier eine überarbeitete und gekürzte Zusammenstellung aus der Universität Duisburg-Essen mit den wichtigsten Heilpflanzen für den Bereich Gastroenterologie.

Appetitlosigkeit
Wirkprinzipien: Anregung der Sekretion von Magensaft und Verdauungssaft durch Bitterstoffe
in Bitterstoffpflanzen (Amara). Zu den Bitterstoffen gehören hauptsächlich Iridoidglykoside
und Mono- und Sesquiterpenalkaloide. Viele Bitterstoffe sind hitzelabil, darum die
Heilpflanzen nur kurz überbrühen oder kalt ansetzen. Den Tee eine halbe Stunde vor der Mahlzeit trinken.
Bitterstoffpflanzen sind beispielsweise:
– Wermut (Artemisia absinthium)
– Tausendguldenkraut (Centaurium erythraea)
– Gelber Enzian (Gentiana lutea)
– Schafgarbe (Achillea millefolium), zusätzlich auch verdauungsfördernd und
krampflösend im Gastrointestinaltrakt.
– Zichorie (Wegwarte), auch verdauungsfördernd, enthalten zum Beispiel in
Kaffeesurrogaten
– Artischockenblätter (Cynara scolymus), auch gallentreibend.
– Löwenzahnwurzel (Taraxacum officinale), auch gallentreibend.

Keine Anwendung bei Magengeschwüren und Zwölffingerdarmgeschwüren, relative Kontraindikation bei Gallenabflussstörungen.

Blähungen, Krämpfe
Angewendet werden sogenannte Carminativa. Hauptsächlich Anis-, Kümmel-, Fenchelsamen,
auch Dillsamen, wirken entkrampfend und entblähend. Verantwortlich für die Wirkung
sind vor allem die ätherischen Öle.
Entkrampfend auf die Muskulatur , weniger entblähend wirken Pfefferminzblätter (Menthae piperitae folium), Galgantwurzelstock(Galangae rhizoma) und Melisse (Melissae folium).
Ganz überwiegend krampflösend sind Kamillenblüten (Matricariae flos).
Die Samen von Fenchel, Kümmel, Anis und Dill müssen vor Verwendung frisch angequetscht werden. Die Zubereitung als Tee wirkt auch über die zugeführte Wärme entkrampfend.

Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüre
Gewählt werden schleimbildende, den Magenschleimhautschutz verstärkende Heilpflanzen
(Muzilaginosa) und entzündungswidrig wirkende Heilpflanzen.
Zu den Muzilaginosa gehören
– Eibischwurzel (Althaeae radix)
– Malvenblätter (Malva silvestris, Malvae folium)
– Leinsamenschleim (Lini semen; geschrotet)

Entzündungswidrig und gleichzeitig krampflösend wirken Kamillenblüten, die auch als
sogenannte Rollkur eingesetzt werden (reichlich Kamillentee trinken, jeweils 10 – 15
Minuten auf dem Rücken, der rechten und linken Seite sowie dem Bauch liegen).
Die Süßholzwurzel (Liquiritiae radix) wirkt gleichzeitig schleimhautschützend,
entzündungswidrig und keimhemmend auf Helicobacter pylori. Bei längerer Anwendung oder höherer Dosierung des wirksamen Inhaltsstoffes Glycyrrhizin ist jedoch der mineralokortikoide
Effekt (Natrium-Retention mit entsprechenden Folgen) zu beachten.

Verstopfung (Obstipation)
Empfehlenswert sind nach einer angemessenen Nahrungsumstellung, reichlicher
Flüssigkeitszufuhr und regelmäßiger Bewegung Quell- und Füllstoffe, um die Peristaltik
anzuregen. Dazu soll reichlich getrunken werden (200-250 ml Wasser je Esslöffel).
– Leinsamen (geschrotet)
– Flohsamen (indischer und afrikanischer)
– Weizenkleie
– Fruchtfasern
Quell- und Füllstoffe dürfen über längere Zeit eingenommen werden. Kontraindika-
tionen sind allerdings Passagehindernisse. Zu beachten ist eine mögliche Absorption und damit Wirkungsherabsetzung gleichzeitig eingenommener Medikamente.

Stärkere Abführmittel (Laxanzien) wirken nicht über eine Vermehrung des Darminhaltes, sondern über eine Reizung des Darmes und eine antiabsorptive Wirkung. Das Darmepithel sezerniert mehr Flüssigkeit und die Muskularis kontrahiert sich. Laxanzien gehen bei Langzeitanwendung mit dem Risiko eines Kaliumverlustes einher, wodurch wiederum die Obstipation verstärkt werden kann. Sie sind hauptsächlich für eine akute Verstopfung über wenige Tage geeignet. Diese stärkeren Abführmittel werden vor allem durch die
Gruppe der Anthrachinonpflanzen gebildet.
Anthrachinonpflanzen sind zum Beispiel:
– Rhabarberwurzel
– Faulbaumrinde, Amerikanische Faulbaumrinde (stärker wirksam)
– Cascararinde
– Sennesfrüchte (Cassia senna)
– Aloe (Extrakt) (Aloe vera)
Als mögliche Nebenwirkungen können auftreten: Elektrolytstörungen, krampfartige Magen-Darm-Schmerzen, Albuminurie, bei chronischem Gebrauch eine Schwarzfärbung der
Darmschleimhaut (Pseuodmelanosis coli).
Kontraindikationen sind entzündliche Krankheiten des Magens und Darms, Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder unter 12 Jahren und abdominelle Schmerzen unbekannter Ursache.

Akuter Durchfall (Diarrhoe)
Bei Durchfall werden vor allem gerbstoffhaltige Heilpflanzen eingesetzt, um den Flüssigkeitsverlust via Darmschleimhaut über eine adstringierende Wirkung aufzuhalten. Auch
Quellstoffe sind günstig.
– Grüntee oder Schwarztee (für Kinder den 2. Aufguss eines Teebeutels
verwenden, für Erwachsene mindestens 5 Min. lang gezogener Tee)
– Heidelbeeren oder Heidelbeermuttersaft (erste Wahl in der Pädiatrie)
– Pektine, zum Beispiel in rohem, geriebenem Apfel
– Bananen, Karotten
– Tormentilla (Blutwurz)

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Die Phytotherapie hat hier gegenwärtig nur eine untergeordnete Bedeutung.
Entzündungshemmende Wirkungen wurden
– Weihrauch (Boswellia serrata)
– Myrrhe (Myrrha)
– Flohsamen (Plantago psyllium)
zugeschrieben. Je nach Beschwerden können auch Heidelbeeren bei Durchfall, Ingwer bei
Übelkeit und Gelbwurzel (Curcuma) bei Verdauungsstörungen versucht werden.

Übelkeit und Erbrechen
Die Ursache sollte geklärt werden, damit eine gezielte Wahl getroffen werden kann. Bei Kinetosen (Reisekrankheit) hat sich Ingwerwurzel bewährt. Übelkeit ausgelöst durch eine gestörte Leber- und Gallenfunktion spricht auf Kamille, Pfefferminz- und Artischockenblätter an. Gegen Motilitätsstörungen ist ebenfalls Pfefferminze bewährt, auch als ätherisches Öl.

Gallenwegstherapeutika
Choleretika steigern die Synthese und Sekretion von Galle in der Leber. Cholekinetika
steigern den Gallenfluss aus der Gallenblase. Etliche Phytotherapeutika dieser Art wirken zugleich auch krampflösend
Bewährte Phytotherapeutika sind
– Artischockenblätter (Cynarae folium)
– Erdrauchkraut (Fumariae herba)
– Curcuma (Gelbwurz)
– Löwenzahnkraut und -wurzel (Taraxaci radix cum herba/radix)
– Schöllkraut (Chelidonii herba)
Eine Gallenabflussstörung muss vor Anwendung dieser Heilpflanzen ausgeschlossen sein.
Am stärksten krampflösend wirken Erdrauch- und Schöllkraut, am stärksten cholagog
Curcuma, Gelbwurz und Erdrauchkraut sowie Rettichwurzel.

Lebererkrankungen
Mariendistelfrüchte (Silybum marianum) können bei chronischen Leberkrankheiten
unterstützend eingesetzt werden. Silymarin als Wirkstoff aus der Mariendistel dient als leberschützendes Mittel bei Knollenblätterpilzvergiftung. Bei akuter Hepatitis (Leberentzündung) sind Mariendistelfrüchte ungeeignet.
Bewährt haben sich auch Artischockenblätter.

Quelle:
http://www.uni-due.de/naturheilkunde/de/uploads/8_Phytotherapie.pdf

Kommentar:
Diese Übersicht der Universität Duisburg-Essen fasst die wirksamsten Heilpflanzen und Indikationen für den Bereich Gastroenterologie im Grossen und Ganzen gut zusammen, auch wenn sie natürlich nicht vollständig ist und über einzelne Punkte immer diskutiert werden kann.
Es kann allerdings nicht genug betont werden, dass es nicht nur darauf ankommt, die richtige Heilpflanze für eine bestimmte Krankheit zu finden. Ebenso wichtig ist es, in welcher Form die Heilpflanze zur Anwendung kommt (z. B. Tee, verschiedene Varianten von Tinktur oder Extrakt).
Es ist nämlich eine ganze Anzahl von Heilpflanzen-Präparaten im Handel, von denen ausgesprochen fragwürdig ist, ob sie überhaupt eine Wirkung haben – neben fundierten Produkten.

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