Artikel mit Schlagwort ‘Übelkeit’

Aromatherapie: Duft-Öle können für Kinder riskant werden

Sonntag, Dezember 20th, 2009

In der Weihnachtszeit beliebte Duft-Öle können für Kinder lebensgefährlich werden, warnte das nordrhein-westfälische Verbraucherschutz-Ministerium in Düsseldorf.
Verschlucken Kinder kleinste Mengen Petroleum, flüssiges Paraffin oder Duft-Öl, könne dies rasch in die Lunge gelangen. Fieber, Übelkeit, Atembeschwerden oder schwere Lungenschäden könnten dadurch ausgelöst werden. Eltern sollten deshalb ihre Kinder vor jenen Ölen warnen, die in Lebensmittel-Verpackungen wie etwa Marmeladengläsern verkauft werden.
Sehr giftig sind nach Angaben des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) Kampher, Eukalyptusöl (Cineol) und Menthol. Weniger giftig seien Terpentinöl, Orangenöl, Zitronenschalenöl sowie Teebaumöl und Nelkenöl. Auch bei so genannten Chinaölen, wärmenden Einreibungen oder Balsamen, durchblutungsfördernden Sportsalben, speziellen Badeölen oder Erkältungsbädern sei Vorsicht nötig.

Quelle: http://www.kinderaerzte-im-netz.de
Kommentar & Ergänzung:
Im Bereich der Aromatherapie werden viele ätherische Öle eingesetzt, die oft auch wertvolle Wirkungen zeigen. Denjenigen Menschen, welche Naturheilmittel pauschal für sanft und nebenwirkungsfrei halten, muss man aber ab und zu sagen, dass ätherische Öle auch heikle Effekte haben können, wenn man sie nicht mit der nötigen Sorgfalt einsetzt. Es geht dabei nicht um Dramatisierung, aber die Empfehlung, dass man ätherische Öle vor Kindern verschlossen aufbewahren soll, ist sehr berechtigt. Solche Aspekte gehen manchmal in Vergessenheit, weil Naturheilmittel bei vielen Menschen pauschal ein “softes” Image haben.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch

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Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

Dienstag, Dezember 15th, 2009

Zubereitungen aus Ingwer verminderten in einer amerikanischen Untersuchung die Übelkeit bei Krebs-Patienten, die als häufige Begleiterscheinung bei einer Chemotherapie auftritt. Die Resultate der Studie teilte die University of Rochester in einer Pressemeldung mit. Übelkeit und Erbrechen entstehen bei Krebs-Patienten durch die Auswirkungen der Chemotherapeutika (Zytostatika) auf die Zellen der Darmschleimhaut.
An der Studie am James P. Wilmot Cancer Centre in Rochester im US-Staat New York beteiligten sich 644 Krebspatienten, die im Rahmen ihrer Krebsbehandlung mindestens drei Zytostatika erhalten sollten. Die Studienteilnehmer erhielten je drei Tage vor und drei Tage nach den Behandlungen Ingwer (0,5, 1 oder 1,5 Gramm) und parallel ein gängiges Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen. Um die Auswirkung erfassen zu können, wurde eine Vergleichsgruppe betrachtet, die neben dem Standardmedikament ein Placebo bekam.
Die Versuchspersonen beschreiben, dass sie mehrmals am Tag an unterschiedlich starker Übelkeit gelitten hatten. Bei denjenigen, die Ingwer zu sich genommen hatten, waren die Beschwerden um 40% geringer. Die Forscher vermuten, dass die entzündungshemmende Wirkung des Ingwers einen günstigen Effekt auf die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes hat. Die Substanzen der Heilpflanze konnten vom Organismus noch im Vorfeld der giftigen Wirkung der Medikamente aufgenommen werden.
Ingwer ist schon seit längerem für die Behandlung von Bauchschmerzen im Gespräch. Auch Segler nutzen zuweilen Ingwer gegen Seekrankheit.
Quelle: www.frauenaerzte-im-netz.de

Kommentar & Ergänzung:

Die Bestätigungen für eine günstige Wirkung von Ingwer (Zingiber officinale) gegenl Übelkeit während einer Chemotherapie häufen sich.
Schon seit längerem ist Ingwer in der Phytotherapie die wichtigste Heilpflanze gegen Seekrankheit und andere Formen der Reisekrankheit (Kinetosen). Auch für diesen Anwendungsbereich gibt es Belege aus Studien.
Experimentelle Ergebnisse deuten auf eine entzündungswidrige Wirkung von Ingwer.
Ausserdem wird in der traditionellen Pflanzenheilkunde vieler Länder Ingwer zum Beispiel als verdauungsförderndes Gewürz oder gegen Erkältungskrankheiten genutzt. Für die äusserliche Anwendung kennt die Naturheilkunde durchblutungsfördernden wärmende Ingwerwickel / Ingwerkompressen, zum Beispiel bei Muskelverspannungen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen. Ingwer gehört jedenfallsl zu den interessantesten Heilpflanzen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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US-Regierung genehmigt Marihuana als Heilmittel

Dienstag, Oktober 20th, 2009

Die US-Regierung hat grünes Licht für die medizinische Anwendung von Marihuana gegeben, sofern dies von Gesetzen in den Bundesstaaten gedeckt ist. «Es hat für uns keinen Vorrang, Ressourcen des Bundes für die strafrechtliche Verfolgung von Patienten oder ihren Betreuern einzusetzen, wenn dies den Gesetzen der Staaten entspricht», erklärte US-Justizminister Eric Holder. Gleichzeitig werde die Regierung jedoch nicht dulden, dass sich Drogenschmuggler hinter solchen Richtlinien versteckten. 14 US-Bundesstaaten haben die Anwendung von Marihuana für medizinische Zwecke in der einen oder anderen Form legalisiert. Die Regierung des früheren US-Präsidenten George W. Bush lehnte dies aber strikt ab. Mit der Erklärung des Justizministers wurde nun die unter Nachfolger Barack Obama eingeführte Praxis, keine strafrechtlichen Ermittlungen einzuleiten, offiziell festgeschrieben. Gleichzeitig gingen entsprechende Richtlinien an die Bundesstaatsanwälte.

Quelle:
www.pharmazeutische-zeitung.de / dpa

Kommentar & Ergänzung:

Ich kann selber mit Marihuana / Cannabis nichts anfangen. Es kann aber nicht genug oft gesagt werden: Dass man Menschen mit Multiple Sklerose oder Krebs, denen Cannabis / Marihuana oft Beschwerden wie Spastik, Übelkeit oder Appetitlosigkeit lindert, immer noch kriminalisiert, ist ein Skandal. Jeder Schritt in Richtung einer Entkriminalisierung und Entkrampfung dieser unsäglichen Thematik ist daher zu begrüssen. Eine Legalisierung – und entsprechende Regulierung – von Cannabis als Heilpflanze ist überfällig. Wenn in den USA nun die Vernunft gegenüber der Ideologie die Oberhand gewinnt, kann man nur hoffen, dass dies in Europa Nachahmung findet.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Cannabis-Extrakt hilft Multiple-Sklerose-Kranken

Dienstag, Oktober 6th, 2009

Eine Studie an Multiple-Skerose-Patienten in Großbritannien hat die günstige Wirkung von Cannabis-Extrakt belegt. Dies teilte das Berliner Institut für klinische Forschung (IkF) mit. Die vom IkF in Auftrag gegebene Untersuchung mit einem Cannabis-Extrakt habe das Befinden jedes dritten MS-Patienten spürbar verbessert, erklärte der Leiter der Untersuchung, Marcus Reif. «30 Prozent der Studienteilnehmer fühlten sich besser, in der Placebo-Kontrollgruppe waren es nur 15 Prozent», stellte Reif fest. Mit Blick auf Verschlechterungen der Symptome sei das Resultat genau andersherum: Bei nur rund 15 Prozent der Kranken hätte sich der Zustand verschlechtert, in der Placebo-Gruppe seien es mehr als doppelt so viel gewesen. Insgesamt nahmen 279 Patienten an der Studie teil, 140 von ihnen erhielten einen Cannabis-Extrakt, die andere Hälfte wurde mit Placebo behandelt. Die Studie untersuchte die Wirkung von Cannabis-Extrakt im Hinblick auf Muskelsteifheit, Schmerzen, Spastik und Schlafstörungen bei MS. «Diese Ergebnisse sind schon eindeutig», findet Joachim Nadstawek vom Berufsverband der Schmerztherapeuten. Er spricht sich für die kontrollierte Anwendung von Cannabis-Präparaten bei MS- und Tumorpatienten aus.

Die Nebenwirkungen des Cannabis-Extraktes hätten sich im erwarteten Rahmen gehalten, sagte Reif. «Es waren Schwindel, Übelkeit und leichte Rauschzustände. Also eher moderate, milde Nebenwirkungen, wie wir sie von Cannabis kennen.» Die Dosierung des Präparates habe mit 5 bis 25 Milligramm des Cannabis-Wirkstoffs THC (Tetrahydrocannabinol) pro Tag unter dem Wirkstoff-Gehalt eines Joints gelegen. Am Anfang der Studie bei der Einstellung auf die persönliche Dosis hätten allerdings einige Patienten wegen der Nebenwirkungen die Behandlung abgebrochen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de

Kommentar & Ergänzung:

Es scheint, dass diese Studie noch nicht in einer etablierten Fachzeitschrift veröffentlicht wurde. Dieser Umstand legt noch etwas Zurückhaltung nahe, was die Qualität der Studie anbelangt.
Andererseits gibt es aber bereits mehrere Studien, die einen günstigen Einfluss von Cannabis auf die Spastik bei vielen MS-Patienten zeigen. Und dass Cannabis bei Tumorpatienten Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen lindern kann, wird inzwischen auch in sehr breiten Kreisen akzeptiert. Es ist sehr Zeit, dass diese Patientinnen und Patienten endlich eine legale Möglichkeit erhalten, Cannabis als Heilpflanze zu nutzen.

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Lavendelöl zur Behandlung von Angststörungen

Samstag, September 19th, 2009

Am 7. Berliner Kongress Phytotherapie 2009 berichtete S. Kasper von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Universität Wien vom Stand der Forschung bei der Behandlung von Angststörungen mit peroral zugeführtem Lavendelöl.

Präklinische Forschungsergebnisse bestätigen das angstlösende Potenzial des Heilpflanzen-Präparates. Wichtige Humanstudien in der klinischen Entwicklung des noch nicht im Handel erhältlichen Produktes wurden dargestellt. Insgesamt wurden bisher mehr als 700 Erwachsene in der täglichen Dosis von bis zu 80mg mit dem neuen Anxiolytikum ( = angstlösendes Mittel) der Firma Willmar Schwabe im Rahmen von klinischen Studien mit unterschiedlicher Symptomatik behandelt. Dabei konnte in verschiedenen Studiendesigns die klinisch bedeutsame Überlegenheit gegenüber Placebo ebenso dargestellt werden wie eine vergleichbare angstlösende Wirksamkeit zu Benzodiazepinen (Lorazepam).

Die Verträglichkeit war in diesen klinischen Studien gut. Vereinzelt wurden von den Anwendern reversible milde bis moderate gastrointestinale Symptome wie Übelkeit und Aufstoßen berichtet. Eine sedierende Wirkung trat nicht ein und eine Gewöhnung wurde während der Einnahme ebenfalls nicht beobachtet.

Quelle: Zeitschrift für Phytotherapie, Z Phytother 2009; 30
DOI: 10.1055/s-0029-1239858

Kommentar & Ergänzung:

Lavendelöl ist als Mittel gegen Unruhe und Schlafstörungen gut dokumentiert, wobei es aber fast immer um die inhalative Anwendung im Sinne einer Aromatherapie geht. Die Einnahme von Lavendelöl ist bisher weniger üblich, doch gibt es schon seit einiger Zeit Hinweise auf eine mögliche angstlösende Wirkung bei peroraler Anwendung.

In diesem Sinne ist der Vortrag am Phytotherapie-Kongress eine Bestätigung.

Interessant an diesem Bericht scheint mir unter anderem aber auch der ausbleibende sedierende Effekt. Ob dies wohl mit der Kapselform zusammenhängt, durch welche eine Wirkung via Geruchsbahn verhindert wird?

Ich habe keine konkreten Hinweise gefunden, dass wirklich Kapseln verwendet wurden, doch ist es bei oraler Applikation so zu erwarten. Und in der Patentanmeldung der Firma Schwabe ist jedenfalls ausdrücklich von Kapseln die Rede. Ich werde dieser Frage noch nachgehen.

Eine umfassendere Darstellung der Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl finden Sie in unserer Broschüre “Ätherische Öle in der Pflege – Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl”.
Info dazu hier: www.phytotherapie-seminare.ch/index.php

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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www.phytotherapie-seminare.ch

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Warnung vor illegalem Schlankheitsmittel “Ultra Effect

Sonntag, September 13th, 2009

Wegen gravierender gesundheitlicher Risiken warnt das Bayerische Landesamt für Gesundheit (LGL) vor dem illegalen Schlankheitsmittel “Ultra Effect”.
Untersuchungen des LGL hätten ergeben, dass das als “natürlich” deklarierte Produkt zwei nicht angegebene Wirkstoffe enthält, für die vielfältige Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen bekannt sind, teilte die Erlanger Behörde mit. Der Wirkstoff Sibutramin könne Blutdruck und Herzfrequenz steigern sowie Schlaflosigkeit, Übelkeit und Angstgefühle auslösen. Die Einnahme von Rimonabant könne zu Angst, Depressionen und einer erhöhten Suizidneigung führen.
Quelle:
www.aerztezeitung.de
Kommentar & Ergänzung:

Es ist ein hartnäckig wiederkehrendes Problem, dass Produkte als “natürlich” vermarktet werden, welche fragwürdige bis gefährliche synthetische Substanzen enthalten. Auch in asiatischen Heilpflanzen-Präparaten finden sich immer wieder solche Verfälschungen. “Natürlich”, das tönt halt immer gut.
Die Konsumentinnen und Konsumenten müssten viel kritischer werden, wenn sie nicht immer wieder über‘s Ohr gehauen werden wollen – auch im Bereich scheinbarer oder tatsächlicher Naturheilmittel. Aber kritisch Nachfragen ist offenbar uncool.
Blinde Gläubigkeit gegenüber wundersamen Versprechungen macht das Leben halt offenbar schöner……

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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