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Tausendgüldenkraut von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) positiv bewertet

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Die EMA trägt in regelmässigen Abständen Informationen zu Arzneipflanzen zusammen und bewertet deren Einsatz in der Pharmazie. Diese Bewertungen sollen Apotheken, Ärzten und Verbrauchern klare Richtlinien geben, inwieweit der Einsatz aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Inzwischen liegt auch eine positive Beurteilung des Tausendguldenkrauts (Centaurii herba) vor.

Für den Einsatz bei milden Verdauungs- oder Magenbeschwerden und Appetitlosigkeit seien die Erfahrungswerte sehr gut, schreibt die EMA. Sofern nach zwei Wochen die Beschwerden trotz Anwendung des Tausendgüldenkrauts nicht nachgelassen haben, soll laut Empfehlung ein Arzt aufgesucht werden. Obwohl Nebenwirkungen nicht bekannt sind, sollen Menschen mit peptischen Ulcera (Magengeschwüren) Tausendgülden-Produkte meiden.

Abgesehen vom mehr als 30-jährigen Erfahrungswissen nennt die EMA keine Fakten, die die Wirksamkeit des Tausendgüldenkrauts belegen. Klinische Studien sind keine durchgeführt worden und in-vitro-Daten aus Laboruntersuchungen nur marginal vorhanden. Es existieren laut EMA wenige Hinweise auf die stimulierende Wirkung von Appetit und Verdauung.

In Deutschland ist ein Präparat im Handel das Tausendgüldenkraut kombiniert mit Liebstöckel und Rosmarin enthält und bei unkomplizierten Harnwegsinfekten helfen soll. Für diese Indikation gibt die EMA aber keine Empfehlung ab.

Quelle:

https://m.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/arzneipflanzen-ema-empfiehlt-drei-phyto-klassiker-epilobium-eleutherococcus-centaurium/?forceMobile=1%3F&noMobile=1&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BcurrentPage%5D=2&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BitemsPerPage%5D=1&cHash=7114c4db7166baf0d965eea791dd4b48&tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Das Echte Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) gehört zu den Bitterstoffpflanzen, die hauptsächlich bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden. Weitere Beispiele für Bitterstoffpflanzen sind Enzian, Löwenzahn, Engelwurz, Hopfen (wird aber vor allem gegen Schlafstörungen eingesetzt), Schafgarbe, Wermut, Beifuß, Kardobenediktenkraut, Kalmus, Bitterklee, Artischocke, Isländisch Moos (wird aber vor allem gegen Reizhusten eingesetzt) und Teufelskralle (wird aber vor allem gegen Rheuma, Arthrose etc. eingesetzt).

Hier gibt’s weitere Informationen zu den Bitterstoffpflanzen:

Wirkstoffe der Heilpflanzen: Bitterstoffe

 

Beim erwähnten Kombi-Präparat gegen Harnwegsinfekte mit Tausendgüldenkraut, Rosmarin und Liebstöckel halte ich die Wirksamkeitsbelege für sehr schwach. Das Thema in diesem Beitrag:

Urologen erforschen Phytopräparat mit drei Heilpflanzen

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Medizin-Nobelpreis für Naturstoffe gibt Phytomedizin Auftrieb

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Die diesjährige Vergabe des Medizin-Nobelpreises wird in manchen Kreisen als großartige Entscheidung für die Pflanzenheilkunde aufgefasst. Es sei bemerkenswert und ein großes Glück für das gesamte Feld der Phytomedizin, dass der Naturstoff Artemisinin durch die Preisverleihung ins Scheinwerferlicht der akademischen und der allgemeinen Öffentlichkeit gelangt ist, sagt Univ.-Prof. Dr. Thomas Efferth von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Das Nobelkomitee habe mit seiner Entscheidung die Naturstoffe in den Fokus gerückt und damit ein wichtiges Signal für künftige Forschungsfelder und Aufgaben gegeben, erklärt der Mainzer Wissenschaftler, der selbst auf dem Gebiet arbeitet.

Artemisinin ist nicht nur für die Malaria-Behandlung bedeutend, sondern auch ein vielversprechender Wirkstoff für die Krebstherapie.

Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin, so die vollständige Bezeichnung, ging 2015 zur Hälfte an William C. Campbell und Satoshi Ōmura für ihre Arbeiten zur Behandlung von Infektionen, die durch Fadenwürmer ausgelöst werden, mit einem Wirkstoff auf der Basis von Avermectin aus Bakterienkulturen.

Zur anderen Hälfte ging der Preis an die chinesische Wissenschaftlerin Youyou Tu für ihre Entdeckungen zur Therapie von Malaria. Youyou Tu hatte Heilkräuter untersucht, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) seit über 2000 Jahren für die Therapie von Fieber und Erkältungen eingesetzt werden. Sie entdeckte dabei, dass Auszüge von Einjährigem Beifuß (Artemisia annua) mit seinem Wirkstoff Artemisinin effektiv gegen Malariaerreger angewendet werden können.

Eine beträchtliche Anzahl von Arzneistoffen für die klinische Praxis werde heute schon aus natürlichen Ressourcen gewonnen. Avermectin und Artemisinin seien zwei wunderbare Beispiele dafür, sagt Efferth:

„Wir sind zuversichtlich, dass die Nobelpreis-Vergabe zur Förderung der Phytomedizin beiträgt und wir in Zukunft weitere Anwendungen sehen werden.“

Efferth selbst forscht seit etwa 20 Jahren auf diesem Gebiet und konnte gleichzeitig mit Forschern in den USA und den Niederlanden Mitte der 1990er Jahre erstmals zeigen, dass Artemisinin auch bei Krebs wirksam ist. Eine neuere Studie erfolgte in Zusammenarbeit mit Medizinern der University of London und kam zum Schluss, dass Derivate von Artemisinin tatsächlich die Lebenszeit von Patienten mit Darmkrebs verlängern können. „Wir haben damit den klinischen Nachweis erbracht. Aber wir müssen Artemisia annua noch weiter entwickeln und ein Profil erstellen, bei welchen Tumorarten die Substanz wirksam ist“, sagt Efferth. Artemisia scheint jedoch nicht nur bei Krebserkrankungen von Nutzen zu sein, sondern auch bei Infektionen mit dem humanen Cytomegalie-Virus (HCMV) und anderen Virusinfektionen sowie bei Bilharziose.

Artemisia annua, der Einjährige Beifuß, zählt zu einer Gattung mit über 200 Arten weltweit, ist jedoch nicht mit dem in Mitteleuropa verbreiteten Ackerunkraut, dem Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris), zu verwechseln.

In der Pharmazeutischen Biologie der Universität Mainz erforscht ein internationales Team von 20 Mitarbeitern Pflanzeninhaltsstoffe von Heilpflanzen aus 30 Ländern auf ihre Wirksamkeit gegen Krebs.

Quelle:

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=46784

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Naturstoff-Forschung wird durch diesen Nobelpreis wohl tatsächlich verdienter massen mehr Aufmerksamkeit bekommen. Es gibt hier sehr spannende Forschung, die oft auch der Phytotherapie Nutzen bringt.

Gerade bei der Naturstoff-Forschung gegen Krebs ist allerdings festzuhalten, dass im Labor oft eindrückliche Ergebnisse erzielt werden. Ob ein erfolgreich im Labor untersuchter Naturstoff jedoch auch im realen Leben bei realen Krebskranken wirksam ist, steht damit noch keineswegs fest. Vorschnelle Versprechungen sollten da besser unterbleiben.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Malaria-Forschung: Afrikanische Heilpflanzen im Fokus

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Die überwiegende Mehrzahl der gegenwärtigen Malaria-Therapien basiert auf dem Wirkstoff Artemisinin, einem Pflanzenstoff, der in den Blüten und Blättern des Einjährigen Beifußes (Artemisia annua) vorkommt. Immer mehr Malaria-Parasiten sind jedoch resistent gegen Artemisinin.

Die Resistenz der Malaria-Parasiten gegen Artemisinin breitet sich in Südostasien immer stärker aus und einiges spricht dafür, dass sie auch Südamerika bereits erreicht hat. In Afrika könnte es in wenigen Jahren soweit sein, dass Artemisinin seine Wirksamkeit gegen Malaria-Parasiten verliert.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der Medizinischen Universität Wien und der Universität Ouagadougou in Burkina Faso erforschen in einem gemeinsamen Projekt Heilpflanzen aus der traditionellen afrikanischen Medizin, die bei Malaria eingesetzt werden.

Sie gehen davon aus, dass die Resistenzentwickklung in spätestens fünf Jahren soweit ist, dass es neue Medikamente braucht, die auf einem anderen Wirkstoff als Artemisinin basieren.

Aline Lamien Meda aus Burkina Faso, die an der Vetmeduni Vienna im Rahmen eines APPEAR-Projekts (Austrian Partnership Programme in Higher Education and Research for Development) an der Entwicklung eines Arzneibuchs traditioneller Malariamedikamente arbeitet, untersucht gemeinsam mit Harald Nödl, Malaria-Experte der MedUni Wien, rund 50 Pflanzen und Kräuter, die in der traditionellen afrikanischen Medizin bei Malaria angewendet werden, auf ihre Wirksamkeit und ihr mögliches Potenzial als Malaria-Medikament. Bei einigen dieser Kräuter sei bekannt, dass sie die Symptome der Malaria bekämpfen, nicht aber, ob sie den Malaria-Parasiten wirkungsvoll bekämpfen können, sagt Nödl.

Untersucht wird die Wirksamkeit im Labor an gezüchteten Malaria-Parasiten. Es sei zu erwarten, erklärt Nödl, dass nur eine Handvoll der untersuchten Pflanzen für eine sinnvolle, kommerzielle Verwendung in der Malaria-Therapie geeignet ist.

 

Täglich 2000 Malaria-Opfer

Täglich sterben rund 2000 Menschen an Malaria (total etwa 655 000 jährlich), einer Krankheit, die hauptsächlich mit Armut assoziiert ist. Die meisten Opfer fordert Malaria in Afrika und hier vor allem unter den Schwächsten, den Kindern. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit ohne Komplikationen, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Kommt es allerdings zu Komplikationen, ist die Sterblichkeit nach wie vor extrem hoch. Malaria ist auch heute noch, hauptsächlich in Afrika, Asien und Lateinamerika, eine der häufigsten Todesursachen von Kindern unter fünf Jahren.

Quelle:

http://www.meduniwien.ac.at/homepage/news-und-topstories/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=4711&cHash=96e5436e4a284f425834c7d392f9807f

Kommentar & Ergänzung:

Die Malaria-Forschung verdient und braucht angesichts der weltweiten gesundheitlichen und ökonomischen Bedeutung dieser Krankheit hohe Priorität. Von Malaria sind vor allem arme Menschen betroffen, die über wenig Kaufkraft verfügen. Für Pharmakonzerne ist das kein attraktiver Markt. Ökonomisch lohnt es sich für diese Firmen viel mehr, in die Forschung zu investieren bei Krankheiten der Reichen, obwohl dies vergleichsweise weniger dringlich ist. Als Reaktion auf die mangelnde finanzielle Unterstützung der Malaria-Forschung hat Bill Gates 2005 angekündigt, dass er zu diesem Zweck 258,3 Millionen Dollar zur Verfügung stellen werde.

Zu Artemisinin siehe auch:

Malaria: Artemisia-Pflanze möglicherweise wirksamer als isoliertes Artemisinin

 

Heilpflanzen der traditionellen afrikanischen Medizin

Dass nun in Wien Malariapflanzen der traditionellen afrikanischen Medizin untersucht werden, ist sehr sinnvoll. Tradition irrt sich zwar auch oft – siehe dazu:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

Doch gibt es immer wieder auch überzeugende Beispiele für Heilpflanzen-Anwendungen, die auf traditioneller Erfahrung basieren.

Der Einjährige Beifuß (Artemisia annua) mit seinem Inhaltsstoff Artemisinin gehört dazu.

Wenn nun traditionelle Heilpflanzen aus Afrika auf ihre Eignung zur Malariabehandlung untersucht werden, so bleibt zu hoffen, dass daraus nicht ein weiteres Beispiel für Biopiraterie entsteht. Unter Biopiraterie versteht man die kommerzielle Weiterentwicklung natürlich vorkommender biologischer Materialien, wie zum Beispiel pflanzliche Substanzen oder genetische Zelllinien, durch ein technologisch fortgeschrittenes Land oder eine Organisation ohne eine faire Entschädigung der Länder bzw. Völker, auf deren Territorium diese Materialien ursprünglich entdeckt wurden.

(Siehe Wikipedia-Artikel Biopiraterie)

Die schwierige Lage bezüglich Malariabehandlung – zum Beispiel die mangelnden finanziellen Ressourcen, die desolaten Gesundheitssysteme – schaffen ideale Bedingungen für Scharlatane aller Art, die simple Lösungen für anspruchsvolle Probleme anpreisen.

Forschung ist dazu ganz und gar unnötig. Es reicht Selbstüberschätzung, Verblendung und eine gehörige Portion Dreistigkeit. Beispiele dafür gibt es zuhauf: Manche Homöopathinnen und Homöopathen, die zur Vorbeugung und Behandlung von Malaria Globuli empfehlen und damit Leben und Gesundheit von Menschen aufs Spiel setzen – zum Beispiel die unsäglichen „Homöopathen ohne Grenzen“, aber auch Jim Humbel mit seinem vermeintlichen Wundermittel MMS (Miracle Mineral Supplement), das neben Malaria gleich auch noch Krebs, Autismus, AIDS, Tuberkulose, Demenz und vieles andere mehr heilen soll – eine ziemlich grosse Aufgabe für ein Präparat, das ganz simpel aus dem Bleich- und Desinfektionsmittel Natriumchlorit besteht.

Siehe dazu auch:

Artikel zu Miracle Mineral Supplement im Verbraucherschutzportel Psiram.

Warnung vor Miracle Mineral Supplement (MMS) 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Linktipp: Museum für Verhütung & Schwangerschaftsabbruch

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Das Museum für Verhütung & Schwangerschaftsabbruch (MUVS) ist weltweit das einzige Museum, das sich ausschließlich den Schwerpunkten Empfängnisverhütung, Schwangerschaftstests und Schwangerschaftsabbruch widmet.

Das Museum befindet sich in Wien, ist aber auch mit einer informativen Website im Internet präsent.

Seine Zielsetzung beschreibt das MUVS so:

„ Aufgabe ist es, jederfrau / jedermann wissenschaftlich korrekte Informationen über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Verhütung, Schwangerschaftstests und Schwangerschaftsabbruch anzubieten. Damit soll die ‚Wucht der Fruchtbarkeit’ greifbar gemacht werden: Durchschnittlich 15 Schwangerschaften pro Frauenleben sind ‚natürlich’, ‚naturgewollt’. Von den etwa 10 Geburten haben früher rund sieben Kinder überlebt. Das ist den meisten Menschen aus wirtschaftlichen, sozialen oder anderen Gründen aber zu viel, früher wie heute. Die Beschränkung der Kinderzahl war und ist daher für alle Generationen und die meisten Kulturen ein wichtiges Thema.“

Im Abschnitt „Kräutergarten der Natur“ werden Pflanzen beschrieben, die als Abtreibungsmittel gebraucht wurden und zum Teil mit grossen Risiken verbunden waren (das sind aber keine Anleitungen für Experimente):

Aloe vera

Alraune

Beifuss

Eibe

Haselwurz

Lorbeer

Mutterkorn

Mutterkraut

Petersilie

Poleiminze

Rainfarn

Römische Kamille

Rosmarin

Safran

Tollkirsche

Sadebaum

Weinraute

Wermut

Die historischen Beschreibungen zu diesen Abtreibungs-Pflanzen sind interessant, wobei ich noch nicht alle im Detail gelesen habe. Ein Irrtum ist mir allerdings aufgefallen: Wacholder und Sadebaum werden quasi gleichgesetzt. Wacholder (Juniperus communis) und Sadebaum (Sefi, Juniperus sabina) gehören zwar der gleichen Gattung Juniperus an, doch unterscheiden sie sich in ihren Inhaltsstoffen sehr deutlich.

Der Sadebaum enthält ein ätherisches Öl mit Sabinen, Sabinylacetat, Thujon und weiteren Monoterpenen, ferner das zytotoxische Podophyllotoxin, ein Lignan, das als Mitosehemmer wirkt.

Wacholder dagegen enthält vor allem Wacholderöl mit alpha-Pinen, beta-Pinen, beta-Myrcen, Sabinen, Limonen, Terpinen-4-ol.

Mit Wacholderöl muss man selbstverständlich auch sorgfältig umgehen. Wacholder hat aber nicht im Ansatz das gleiche Giftpotenzial wie die Inhaltsstoffe des Sadebaums. Mir ist bisher auch kein Hinweis unter die Augen gekommen, dass Wacholder als Abtreibungsmittel Bedeutung gehabt hätte.

Link zum Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch: http://de.muvs.org/

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Birkenpollen-Allergie mit Apfelallergie – Linderung durch ansteigenden Apfelkonsum

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Bei einer Apfelallergie im Zusammenhang mit einer Birkenpollen-Allergie lässt sich durch allmählich erhöhten Konsum von Äpfeln eine Toleranz erzeugen. Zu diesem Schluss kommt eine Schweizer Studie, die in der Fachzeitschrift Allergy  (2012; 67: 280-285) publiziert wurde.

Von 40 Birkenpollen-Allergikern mit Apfelallergie verzehrten 27 täglich 1 bis 128 g Apfel – wobei der Konsum alle zwei bis drei Wochen verdoppelt wurde. Die anderen Probanden blieben unbehandelt.

Nach acht Monaten konnten 17 der 27 Patienten in der Interventionsgruppe eine Apfelmenge von mindestens 128 g vertragen, ohne Symptome zu entwickeln, jedoch keiner der Patienten in der unbehandelten Kontrollgruppe.

Quellen:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/allergien/article/803205/apfel-taeglich-allergie-bessert.html?sh=2&h=-299409981

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1398-9995.2011.02744.x/abstract

Kommentar & Ergänzung:

Das kombinierte Auftreten einer Birkenpollen-Allergie mit einer Apfelallergie ist eine Kreuzallergie, die nicht selten auftritt.

Von einer Kreuzallergie (Kreuzreaktion) ist die Rede, wenn Immunglobulin E-Antikörper, die gegen ein bestimmtes Allergen in einer bestimmten Allergenquelle gerichtet sind, auch andere Allergene in anderen Allergenquellen erkennen und somit auch bei Kontakt mit diesen anderen Allergenquellen eine allergische Reaktion auslösen können.

„Ein Beispiel ist das oral allergy syndrome (OAS) bei Birkenallergikern. Hier können IgE-Antikörper, die gegen das Hauptallergen im Birkenpollen, Bet v 1, gerichtet sind, ein ähnliches Protein im Apfel, Mal d 1, erkennen. Das führt dazu, dass Birkenpollenallergiker beim Verzehr von Äpfeln allergische Symptome, wie Anschwellen, Rötung und Juckreiz der Mundschleimhaut, erfahren können, obwohl sich ihre ursprüngliche überschießende Immunantwort nicht gegen das Apfel-Antigen richtet, sondern gegen das Hauptallergen Bet v 1 in Birkenpollen.“

(Quelle: Wikipedia)

Bei der Birkenpollen-Allergie gibt es bekannte Kreuzreaktionen mit

– Pollen von Hasel, Erle, Eiche, Buche, Esche, Sellerie / Beifuß;

– Nahrungsmittel wie Mandeln, Karotten, Nüsse (v.a. Haselnüsse; Walnüsse; Paranuss);

– Frischobst wie Kernobst und Steinobst: Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Aprikosen, Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Zwetschgen / Pflaume, Kirschen, Mirabelle, Nektarine, Jack Frucht;

– selten ausserdem: Tomaten (roh), Kartoffeln (roh), Kräuter / Gewürze, Kiwi, Litschi und Avocado, Sellerie;

– vielen verschiedenen Gewürzen.

(Quelle: Wikipedia)

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Wirkstoffe der Heilpflanzen: Bitterstoffe

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Bitterstoffe zeichnen sich hauptsächlich durch eines aus: Sie sind bitter. Dahinter stehen allerdings total unterschiedliche chemische Substanzen. Schmecken wir etwas Bitteres, sondern die Schleimhäute und Drüsen vermehrt Speichel, Magensaft, Galle und Bauchspeichel ab, die Verdauung kommt in Schwung. Genau das macht man sich zum Beispiel auch beim Magenbitter zunutze: Extrakte aus Enzian, Löwenzahn, Tausendgüldenkraut, Engelwurz, Hopfen, Schafgarbe, Wermut, Beifuß machen die Kräuterliköre angenehm bitter und lösen ein befreites Gefühl im Magen aus.

Quelle:

http://www.scinexx.de/dossier-detail-340-8.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist eine sehr kurz geratene Beschreibung der Bitterstoffe,

Heilpflanzen mit Bitterstoffen werden angewendet bei Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Völlegefühl.

Zu diesem Zweck nimmt man Bitterstoff-Zubereitungen eine halbe Stunde vor dem Essen ein.

Es gibt aber auch Kontraindikationen vor Bitterstoff-Zubereitungen: Magengeschwür, Magenschleimhautentzündung, Hyperacidität (Magenübersäurerung).

Die Anregung der Magensaftproduktion und die Vermehrung der Magensäure durch Bitterstoffe wirkt bei diesen Erkrankungen kontraproduktiv.

Als weitere Bitterstoffpflanzen könnte man noch anfügen: Kardobenediktenkraut, Kalmus, Bitterklee, Artischocke, Löwenzahn, Isländisch Moos (wird aber vor allem gegen Reizhusten eingesetzt) und Teufelskralle (wird aber vor allem gegen Rheuma, Arthrose etc. eingesetzt).

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Ambrosia-Allergie & Ambrosia-Bekämpfung

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Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia, Aufrechtes Traubenkraut) ist eine eingeschleppte Pflanze, die für Allergikerinnen und Allergiker zum Problem werden kann. Daher sollte sie spätestens jetzt, wenn ihr Pollenflug beginnt, bekämpft werden.

Was hat es denn auch sich mit der Ambrosia-Allergie?

Ambrosia enthält hochallergene Pollen. Mehr als 10 Ambrosiapollen pro Kubikmeter Luft gelten als starke Belastung und können bei Allergikern zu schweren Heuschnupfensymptomen oder gar zu Asthma führen. Allergische Reaktionen treten bei den Betroffenen nur während der Blütezeit der Ambrosia auf, die von Mitte Juli bis Anfang Oktober dauern kann. Ambrosiapollen verlängern damit die Allergiesaison um mehrere Wochen. Es bestehen Kreuzreaktionen zwischen Ambrosia und anderen Korbblütlern wie beispielsweise Beifusspollen. Auch mit Gräserpollen, Melone und Banane könnten Kreuzreaktionen auftreten.

In Europa haben die Allergien auf Ambrosiapollen in Regionen mit hohen Pollenwerten in den letzten 15 Jahren deutlich zugenommen. In Ungarn sollen 60 – 90 % der Allergiker auf Ambrosia sensibilisiert sein, in Lyon 14 %. Und in der Nähe von Mailand leiden 13 – 18 % der Menschen unter einer Ambrosiaallergie. In Wien wurde festgestellt, dass die Zunahme der Allergien parallel mit der Zunahme der Pollenmenge verläuft. Die Sensibilisierungsrate in der Schweiz ist, aufgrund der geringeren Pollenmengen, noch vergleichsweise gering: Eine Untersuchung von 787 Allergikern in Basel zeigte 2006 eine Ambrosia-Sensibilisierungsrate von 8 %. Wenn die Pollenmengen in der Schweiz steigen, ist davon auszugehen, dass die Sensibilisierungsrate zunehmen und ein immer grösserer Anteil der sensibilisierten Personen unter Heuschnupfensymptomen leiden wird.

Eine stärkere Ausbreitung von Ambrosia würde deshalb hohe Kosten im Gesundheitswesen nach sich ziehen und Allergikerinnen und Allergiker stark belasten.

(Quelle: http://www.ambrosia.ch/gesundheit-und-ambroisapollen/ambrosia-allergie/)

Umfassendere Informationen zu Ambrosia und zur Ambrosia-Bekämpfung auf:

www.ambrosia.ch

Kommentar & Ergänzung:

Ambrosiapollen sind sehr aggressiv. Speziell Kinder zeigen starke Reaktionen bis hin zum Asthma. Fünf bis zehn Ambrosiapollen pro Kubikmeter Luft reichen schon, um eine schwere Allergie auszulösen. Bei Birkenpollen oder Gräserpollen soll dies erst bei zehnfacher Konzentration erfolgen.

Die Ausbreitung dieses Neophyten zu begrenzen ist daher sehr sinnvoll und eine wichtige Präventionsmassnahme zum Gesundheitsschutz.

Dieser Eingriff in die Natur ist auch deshalb gut vertretbar, weil für die rasante Ausbreitung der Ambrosia hauptsächlich der Mensch verantwortlich ist.

Ambrosia gehört zu den Neophyten. Was ist darunter zu verstehen?

Neophyten sind Pflanzenarten, die (in)direkt durch Menschen in Gebiete eingeführt werden, in denen sie natürlicherweise nicht vorkommen. Beispiele sind neben Ambrosia vor allem:

Drüsiges Springkraut

Riesen-Bärenklau

Goldruten

Greiskraut

Staudenknöterich

Essigbaum

Sommerflieder

Robinie

Götterbaum

Kirschlorbeer

Riesenaronstab

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Blick ins Pflanzenlexikon: Artemisia

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Artemisia ist der Name einer Pflanzengattung, zu der viele Heilpflanzen und Gewürzpflanzen gehören. Bekannte Vertreter der Gattung Artemisia sind Beifuß, Estragon und Wermut. Wermut ist beispielsweise als Heilpflanze bekannt, er enthält jedoch auch ein ätherisches Öl mit dem  Nervengift Thujon. Da Wermut (Artemisia absinthium) ein Bestandteil von Absinth ist, war der grünliche Branntwein jahrelang verboten.

Die meisten Pflanzen der Gattung Artemisia riechen sehr stark aromatisch und enthalten ätherische Öle. Zahlreiche Arten wurden schon in der Antike zum Würzen von Speisen verwendet oder wegen ihres Aromas in Duftsäckchen aufbewahrt.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=47762&drn:date=1312279200

Kommentar & Ergänzung:

Es fehlt hier noch die Erklärung zur Herkunft des Namens „Artemisia“:

„Artemisia wurde bereits bei Dioskurides und Plinius erwähnt, die damit Artemisia vulgaris und ähnliche Arten beschrieben. Angeblich stammt der Name der Gattung vom Namen der griechischen Göttin Artemis Ilithyia, der Geburtshelferin, wegen der Wirksamkeit bei Frauenkrankheiten, oder von der Königin Artemisia, Gattin des Mausolos von Halikarnassos, die die Heilkräfte bekannt gemacht haben soll.“

(Quelle: Wikipedia)

Die Gattung Artemisia gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und umfasst rund 250 – 500 Pflanzenarten.

Wikipedia führt als Auswahl auf:

Eberraute (Artemisia abrotanum)

Wermutkraut (Artemisia absinthium)

Indianer-Wermut oder Räucherwermut (Artemisia afra)

Einjähriger Beifuß (Artemisia annua)

Madeira-Beifuß (Artemisia argentea)

Duft-Beifuß (Artemisia aromatica) ?

Österreichischer Beifuß (Artemisia austriaca)

Zweijähriger Beifuß (Artemisia biennis)

Kalifornischer Beifuß (Artemisia californica)

Feld-Beifuß (Artemisia campestris)

Wurmsamen (Artemisia. cina)

Moxakraut (Artemisia douglasiana)

Russischer Estragon (Artemisia dracunculoides)

Deutscher Estragon (Artemisia dracunculus)

Ährige Edelraute auch Schwarze Edelraute (Artemisia genipi)

Heiligenbeifuß (Artemisia gmelinii)

Schlitzblättriger Beifuß (Artemisia laciniata)

Strand-Beifuß (Artemisia. maritima)

Waldsteppen-Beifuß (Artemisia. pancicii)

Pontischer Beifuß (Artemisia pontica)

Dünen-Beifuß (Artemisia pycnocephala)

Felsen-Beifuß (Artemisia rupestris)

Besen-Beifuß (Artemisia scoparia)

Sivers Beifuß (Artemisia siversiana)

Armenischer Beifuß (Artemisia. tournefortiana)

Wüsten-Beifuß (Artemisia tridentata)

Echte Edelraute (Artemisia umbelliformis, Syn.: Artemisia mutellina)

Kamtschatka-Beifuß (Artemisia verlotiorum)

Gewöhnlicher Beifuß (Artemisia vulgaris)

Cola-Strauch (Artemisia camphorata)

Elfenraute / Weißer China-Beifuß (Artemisia lactiflora)

Die bekannteste Heilpflanze aus der Gattung Artemisia ist der Wermut (Artemisia absinthium). Er gehört zu den Amara-Aromatica, das sind Heilpflanzen, die ätherische Öle enthalten und zugleich Bitterstoffe. Wermuttee hilft bei verschiedenen Verdauungsbeschwerden und bei Appetitlosigkeit.

Intensiv duftende Wermutvorkommen können Sie beispielsweise auf den Kräuterexkursionen in Jeizinen erleben.

Der Feld-Beifuss kommt an warmen, trockenen Stellen vor. Ihn treffe ich ebenfalls in Jeizinen und auch in Feldis.

Etwas ganz besonderes sind die Edelrauten. Sie duften absolut betörend. Schwarze Edelraute und Echte Edelraute treffen wir auf den Alpenblumenexkursionen auf der Birg in Mürren. Die Birg ist die Station zwischen Mürren und dem Schilthorn.

Das Moxakraut (Artemisia douglasiana) stammt aus Nordamerika von den Vereinigten Staaten bis Mexiko. Bei zahlreichen indianischen Stämmen hat die aromatische Pflanze eine ähnlich hohe kulturelle Bedeutung wie der Wüstenbeifuss. Neben den Räucherungen, welche unwillkommene Geister und Dämonen abhalten sollen, sind auch Schwitzbäder beliebt, um Erkältungen, Fieber und Kopfschmerzen entgegen zu wirken.

Der Name „Moxakraut“ bezieht sich auf die Moxibustion (auch Moxa-Therapie oder kurz „Moxen“ genannt). Dieses Verfahren wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) oft angewendet. Bei der Moxibustion werden kleinere Mengen von getrockneten, feinen Beifußfasern (Moxa) auf oder über bestimmten, auf den Meridianen liegenden Therapiepunkten abgebrannt. In Ostasien werden dazu allerdings verschiedene Beifuss-Arten verwendet.

Der Wüstenbeifuss (Artemisia tridentata) (englischer Trivialname: Sagebrush) wird auch Steppen-Beifuß oder Wüstensalbei genannt.

Für zahlreiche nordamerikanische Indianer ist der Wüsten-Beifuß eine der heiligsten Pflanzen. Sie verbrennen Wüsten-Beifuss in Zeremonien, im Glauben, dass dies böse Geister fernhalten und die Gedanken reinigen würde. Der Wüsten-Beifuß ist zudem die National-Blume des US-Bundesstaates Nevada.

Der Einjährige Beifuss (Artemisia annua) enthält Artemisinin, ein Wirkstoff, der weltweit zur Behandlung von Infektionen mit multiresistenten Stämmen von Plasmodium falciparum, dem Erreger der Malaria tropica, eingesetzt wird.

Zum Absinth-Schnaps siehe auch:

Absinth – was ist das genau?

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Absinth – was ist das genau?

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Absinth besteht aus Auszügen von Wermut, Anis, Fenchel und weiteren Kräutern mit einem Alkoholgehalt von bis zu 85 – 90 Volumen-Prozent (!). Er ist demnach dem oberen Bereich der Spirituosen zuzuordnen und wird in der Regel nur mit Wasser verdünnt getrunken. Die charakteristische grüne Farbe, deretwegen Absinth auch „die grüne Fee“ (französisch: la Fée Verte) heisst, kommt von zugesetzten Farbstoffen. Zur Produktion wird ein Destillat des Wermuts verwendet. Absinthschnaps enthält deshalb das ätherische Öl, nicht aber die Bitterstoffe des Wermuts. Das erklärt auch, weshalb Absinth nicht so bitter schmeckt, wie man wegen des hohen Bitterwerts des Wermutkrauts vermuten könnte. Andererseits enthält Absinth ziemlich viel der neurotoxischen Substanz Thujon, denn das ätherische Öl aus dem Wermut kann bis zu 50 Prozent Thujon enthalten. Das hochprozentige alkoholische Getränk hatte früher den Ruf, abhängig zu machen und gravierende gesundheitliche Schäden nach sich zu ziehen.

Thujon ist eine farblose Flüssigkeit, welche einen mentholartigem Geruch besitzt. Thujon ist unter anderem in Thuja, Thymian, Wermut, Rainfarn, Rosmarin, Beifuß und im Echten Salbei enthalten. Thujon kann in hohen Dosierungen Erbrechen, Magen- und Darmkrämpfe, Harnverhaltung, in schweren Fällen Benommenheit, Nierenschäden und zentrale Störungen (auch Schwindel, Halluzinationen und Wahnvorstellungen) verursachen. Wässrige Auszüge (bspw. Wermut-Tee) enthalten Thujon in relativ geringen Mengen.

Ob wirklich das Thujon für die in der Vergangenheit bei Absinth-Trinkern festgestellten gesundheitlichen Schäden verantwortlich ist, wird heute angezweifelt. Absinth enthielt auch beträchtliche Mengen an Schwermetallsalzen und anderen bedenklichen Bestandteilen, die ganz gewiss dem Organismus nicht gut tun. Um dem Absinth das typische Aussehen (milchige Trübung bei Verdünnung bzw. Kühlung) und die typische grüne Farbe zu verleihen, wurden bisweilen Zusatzstoffe, wie z. B. Indigo, Anilingrün, Kupfersulfat, Kupferacetat und Antimontrichlorid beigefügt. Ein zusätzliches Problem des Absinths im 19. Jahrhundert war, dass der verwendete Alkohol häufig minderwertig war. Rückblickend wird dies in Verbindung mit dem sehr hohen Alkoholgehalt als die hauptsächliche Ursache des im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verbreiteten so genannten Absinthismus angesehen. Beim Absinthismus entwickeln sich ähnliche Symptome wie beim Alkoholismus. Dennoch muss aber festgehalten werden, dass Thujon neurotoxisch ist.

Dem Wermutwein werden übrigens Auszüge aus Artemisia pontica (Römischer Wermut) zugesetzt, weil dessen ätherisches Öl nur geringe Mengen an Thujon enthält.

Aus der Geschichte des Absinths

Zu den Anhängern des Absinth gehörten Künstlern wie Vincent van Gogh und Toulouse-Lautrec, welcher die Angewohnheit hatte, seinen Absinth nicht mit Wasser, sondern mit Cognac zu verdünnen. Zu diesem Thema schuf er auch das bekannte Bild „Die Absinthtrinkerin“.

Ein spektakulärer Mordfall zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bei dem ein Mann im Absinth-Rausch seine Familie tötete, hatte zur Folge, dass Produktion und Verkauf von thujonhaltigen Getränken in den meisten europäischen Ländern und den USA gesetzlich untersagt wurden. Nicht verboten wurde die Absinth-Produktion in der Tschechoslowakei und in den EU-Ländern Spanien und Portugal. Dies führte wegen einer EWG-Richtlinie 1998 zur Aufhebung des Absinth-Verbots in der Europäischen Union. Allerdings müssen seither gewisse Obergrenzen der Bestandteile strikt eingehalten werden. Für Absinth und Wermutwein wurde eine Thujon-Obergrenze festgelegt, die bei der täglichen Aufnahme von 10 μg/kg Körpergewicht liegt.

Quelle:

http://www.apotheker.or.at/

Kommentar & Ergänzung:

In der Schweiz wurde das Absinth-Verbot am 1. März 2005 aufgehoben.

Für die Phytotherapie relevant ist die Frage, wie mit thujonhaltigen Heilpflanzen wie Salbei und Wermut umgegangen werden soll. Thujon ist ein Bestandteil des ätherischen Öles dieser Heilpflanzen. Salbeitee und Wermuttee in normalen Dosierungen gilt als unproblematisch, weil ätherische Öle und damit auch Thujon „wasserscheu“ sind und  in wässrigen Lösungen nur begrenzt in Lösung gehen. Alkoholische Zubereitungen (z. B. Pflanzentinkturen) mit Salbei und Wermut sollten daher sicherheitshalber zeitlich und dosierungsmässig stärker  begrenzt werden.

Zu Thujon schreibt Wikipedia:

„Thujon ist ein Bestandteil des ätherischen Öls des Wermuts, das für die Absinthherstellung verwendet wird. Die unbestreitbar schädlichen Auswirkungen, die während des Höhepunkts der Absinth-Popularität im 19. Jahrhundert in Frankreich zu beobachten waren und zu denen unter anderem Schwindel, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Depressionen, Krämpfe, Blindheit sowie geistiger und körperlicher Verfall gehörten, wurden insbesondere auf diese Substanz zurückgeführt. Thujon ist als ein Nervengift bekannt, das in höherer Dosierung Verwirrtheit und epileptische Krämpfe (Konvulsionen) hervorrufen kann. Aus diesem Grund wurde in der Europäischen Union der Thujongehalt in alkoholischen Getränken begrenzt (5 mg/kg in alkoholischen Getränken mit einem Alkoholgehalt von bis zu 25 % vol und bis zu 10 mg/kg in alkoholischen Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 25 % vol.).

Die insbesondere in Tierexperimenten des 19. Jahrhunderts beobachtete konvulsive Wirkung des Absinths wird heute auf eine Blockierung von GABAA-Rezeptoren und eine Desensibilisierung von Serotonin-5-HT3-Rezeptoren durch Thujon zurückgeführt. Es ist jedoch inzwischen widerlegt, dass die im Absinth enthaltene Thujonmenge ausreicht, um in diesem Maße toxisch zu wirken. Als Ursache oder wesentlicher Faktor eher wahrscheinlich ist der im Absinth enthaltene Alkohol. Auch ein möglicher gemeinsamer Wirkmechanismus mit dem Cannabis-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol über eine Aktivierung von Cannabinoid-Rezeptoren konnte nicht bestätigt werden. Eine in der Clubszene und in den Medien proklamierte euphorisierende und aphrodisierende Wirkung heutiger Absinthe kann nicht anhand dieser experimentellen Daten auf die in diesen Getränken enthaltene Thujondosis zurückgeführt werden.

Auch der Absinth des 19. Jahrhunderts hatte entgegen früheren Berichten, die von bis zu 350 Milligramm je Liter sprachen, im Wesentlichen keinen höheren Thujongehalt als die heutigen reglementierten Absinthe. In einer Untersuchung von Absinthen auf Basis historischer Rezepte und Prozesse und von 1930 hergestelltem Absinth konnten nur geringe Thujonmengen von unter 10 mg/kg nachgewiesen werden. Der Thujongehalt kann jedoch höher liegen, wenn Wermutauszüge oder Wermutöle zugesetzt werden. Die Absinthe werden auf diese Weise jedoch sehr bitter.“

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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