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Zimt gegen Entzündungen?

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Die österreichische Zeitung „Kurier“ empfiehlt Gewürze als Entzündungshemmer:

„Zimt, Knoblauch, Ingwer und Kurkuma genießen unter den Gewürzen einen Sonderstatus. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass sie Entzündungen im Körper gezielt bekämpfen.“

Schauen wir uns das Beispiel Zimt genauer an:

„Zimt ist ein Allroundtalent. Das Pulver aus der getrockneten Zimtbaumrinde kann sowohl für süße als auch für pikante Speisen verwendet werden. Im Haferbrei oder Backwaren sorgt Zimt für eine angenehm herbe Note, mariniert man Fleisch oder würzt Saucen damit, erhält man ein duftendes, weihnachtliches Aroma.

Zimt wurde von der Wissenschaft eine desinfizierende und krampflösende Wirkung attestiert. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird das beliebte Gewürz gerne bei Kältegefühl verwendet, da es die „innere Kälte“ durch gesteigerte Durchblutung vertreiben kann. Auch die blutzuckersenkende und stimmungsaufhellende Wirkung des Gewürzes wird betont. Wissenschaftler des Rush University Medical Centers haben in einer Studie mit Zimt und Mäusen zudem eine deutliche Steigerung der Gehirnleistung festgestellt.“

Quelle der Zitate:

https://kurier.at/wellness/zimt-kurkuma-ingwer-knoblauch-wie-sie-ihr-gewuerzregal-gesund-haelt/247.739.154

Kommentar & Ergänzung:

Zimt ist ein feines Gewürz, das Verdauungsbeschwerden lindern kann. Die ESCOP bestätigt als Anwendungsbereiche für die Zimtrinde:

Dyspeptische Beschwerden wie Bauchkrämpfe, Blähungen und Flatulenz; Appetitlosigkeit, Durchfall.

Die blutzuckersenkenden Wirkung wurde in Laborexperimenten im Reagenzglas und an Mäusen festgestellt. Diese Einschränkung fehlt im Artikel des „Kuriers“.

Das Phytotherapie-Fachbuch „Teedrogen und Phytopharmaka“ schreibt:

„Zur blutzuckersenkenden Wirkung von Zimtrinde liegen In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen an Mäusen vor, in denen eine antidiabetische Wirkung eines wässrigen Extrakts gezeigt werden konnte, doch ist die Übertragbarkeit auf eine therapeutische Anwendbarkeit beim Menschen schwierig.“

Die klinischen Studien zur Wirksamkeit von Zimt bei Diabetespatienten sind bisher nicht überzeugend. Siehe dazu:

Zimt zur Senkung des Blutzuckers bei Diabetes?

Einschränkung sind auch angebracht bezüglich der Studie zur Steigerung der Gedächtnisleistung bei Mäusen. Auch hier ist alles andere als klar, ob das Gehirn von Menschen von Zimtgaben profitieren kann und welche Dosierungen dazu nötig wären.

Ich habe zu diesem Experiment hier schon einen Beitrag geschrieben:

Zimt verbessert Lernvermögen bei Labormäusen

Auch die erwähnte entzündungswidrige Wirkung der Zimtrinde wurde in Laborexperimenten festgestellt. Ob Zimt gegen Entzündungen im menschlichen Organismus wirksam ist und welche Zimtmengen dazu nötig wären, bleibt offen.

Der Beitrag im „Kurier“ ist deshalb ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht sehr sinnvoll ist, Laboreffekte aneinanderzureihen, ohne auf die begrenzte Aussagekraft solcher Experimente für den Menschen hinzuweisen.

Chinesischer Zimt (Cinnamomum cassia, Cassia-Zimt) enthält übrigens erhebliche Konzentrationen an Cumarin, das auf längere Sicht die Leber belasten könnte. Im Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) sind die Cumarin-Werte viel tiefer. Ich würde also Ceylon-Zimt vorziehen. Allerdings sollte man diese Gefahr nicht dramatisieren. Wikipedia schreibt dazu:

„Einen eindeutigen Beleg für die angebliche Gefährlichkeit von Cumarin beim normalen Gebrauch von cumarinhaltigen Gewürzen gibt es allerdings bis zum heutigen Tage nicht. In allen Studien trat eine gesundheitschädigende Wirkung erst nach extremen Überdosierungen bei Versuchen an Ratten auf.“

Siehe auch:

Zimt & Cumarin: Ceylon-Zimt unproblematischer als Cassia-Zimt

Stollen, Glühwein, Zimtsterne: Schadet Zimt der Gesundheit?

Zimt ist ein tolles Gewürz mit verdauungsfördernden Eigenschaften. Im Artikel des „Kuriers“ wird Zimt aber „überverkauft“, das heisst mit unrealistischen Versprechungen angepriesen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

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USA: Lebensmittelbehörde FDA für Verbot von Trans-Fettsäuren

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Transfette stehen im dringenden Verdacht, den LDL-Cholesterolspiegel und damit das Risiko für Atherosklerose und Herzinfarkt zu erhöhen. Sie werden vor allem industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln wie Blätterteig, Tiefkühlpizza, Mikrowellen-Popcorn, Pommes frites, Keksen und Kartoffelchips zugesetzt.

Naturbelassene pflanzliche Öle und Fette sind praktisch frei von Trans-Fetten.  Bei industriellen Prozessen wie beim Härten von Pflanzenöl entstehen Transfettsäuren als Nebenprodukt.

Durch die Fetthärtung soll die Konsistenz und die Stabilität von Ölen erhöht werden. Sie sollen dadurch länger haltbar und leichter verarbeitbar werden. Aus flüssigen Ölen entstehen so streichfähige Produkte wie z.B. Margarine hergestellt.

Bei der Margarineherstellung betrug früher infolge unvollständiger Fetthärtung der Anteil von trans-Fettsäureester in den Glyceriden bis zu 20 Prozent; inzwischen sind durch verbesserte Herstellungstechniken vollständiger hydrierte Produkte mit weit tieferem Anteil (ca. zwei Prozent) erhältlich.

Die Fetthersteller haben in den vergangenen Jahren ihre lebensmitteltechnologischen Prozesse umgestellt und damit den Anteil von Transfettsäuren gesenkt.

In der Schweiz darf seit April 2008 die Summe der Trans-Fettsäuren 2 g pro 100 g pflanzliches Speiseöl bzw. pflanzliches Speisefett nicht übersteigen.

Die USA gehen jetzt offenbar noch einen Schritt weiter. In ihrer Eigenschaft als oberste Lebensmittelbehörde des Landes hat die US-amerikanische FDA ein Verbot von teilweise gehärteten Fetten (partially hydrogenated oils, PHO) auf den Weg gebracht. Man betrachte PHO nicht mehr als «anerkannt sicher», erklärt die FDA in einer Pressemitteilung. Lebensmittelzusätze ohne das Attribut «anerkannt sicher» müssen von der FDA genehmigt werden, bevor ein Hersteller sie in einem Produkt verwenden darf. Die FDA startete vor kurzem eine 60-tägige Phase für Stellungnahmen – danach soll das Verbot endgültig werden.

Worauf gesundheitsbewusste Konsumentinnen und Konsumenten achten sollen, hat der österreichische „Kurier“ zusammengefasst:

„Künstliche ungesättigte Fette sind (innerhalb der Grenzwerte) vor allem in Backwaren, Fertigprodukten wie Fertigteigen, Fast Food, in frittierten Speisen, süßen Brotaufstrichen, Mikrowellenpopcorn und in fettigen Knabbereien wie Chips enthalten.

Laut AGES müssen bei verpackten Lebensmitteln auf der Zutatenliste gehärtete Fette und Öle mit der Angabe ‚gehärtet’ ausgewiesen werden – so findet man Angaben wie ‚enthält gehärtete Fette’ oder ‚pflanzliches Fett, z. T. gehärtet’.“

Quelle:

http://kurier.at/lebensart/gesundheit/aus-fuer-transfette-in-den-usa/34.692.737

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=46922&Nachricht_ID=49549&Nachricht_Title=Nachrichten_USA:%20trans-Fetts%E4uren%20werden%20verboten&type=0

Trans-Fettsäuren auf Wikipedia

Kommentar & Ergänzung:

Das Thema „Transfette“ ist ein Beispiel dafür, wie bei einem industriellen Herstellungsprozess, der vor allem den Nahrungsmittelherstellern zugute kommt, einfach drauflos produziert wird, während die Risiken erst Jahrzehnte später klar werden.

Ich bin keineswegs ein fundamentalistischer Technologiegegner, aber dieses Beispiel zeigt halt einfach wieder einmal, dass eine gesunde Portion Skepsis gegenüber solchen Verarbeitungsprozessen durchaus angebracht ist.

Durch die Vorschriften zur Begrenzung der Trans-Fettsäuren ist das Problem zwar ein Stück weit entschärft worden. Das Risiko bei den Transfetten liegt vor allem in einer hohen täglichen Zufuhr. Das Vorgehen der FDA zeigt aber, dass es auch ohne Transfettsäuren geht. Dann ist ohne zweifellos vorzuziehen.

Bis die Lebensmittelbehörden hierzulande das auch so sehen, empfiehlt sich für Konsumentinnen und Konsumenten Produkte mit gehärteten Fetten und Ölen wo möglich zu meiden. Vielleicht ersparen wir uns dadurch in der Zukunft ein paar Packungen Cholesterinsenker.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Anis (Pimpinella anisum) zur Heilpflanze des Jahres 2014 gekürt

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Zur Heilpflanze des Jahres 2014 wurde der Anis gekürt – und zwar im Rahmen des 10. Heilkräuter-Fachsymposiums im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau (Sachsen). Das gab der Naturheilverein NHV Theophrastus in einer Pressemitteilung bekannt. »Die reinigenden Tendenzen der Anisfrüchte – blähungstreibend, verdauungsfördernd und schleimlösend – können viele chronische Krankheiten positiv beeinflussen«, so begründete ein Jury-Mitglied die Entscheidung. Für stillende Mütter sei Anis Milchfluss anregend. Bekannt ist das markante Gewürz seit der Antike hauptsächlich in Backwaren, aber auch in alkoholischen Spezialitäten wie im griechischen Ouzo oder türkischen Raki. Der NHV kürt seit 2003 die Heilpflanze des Jahres mit dem Ziel, traditionelles Wissen aus der Naturheilkunde zu erhalten. Heilpflanze des Jahres 2013 war die Damaszener-Rose (Rosa damascena).

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=46860&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Anis ist eine gute Wahl für die Heilpflanze des Jahres 2014. Der Doldenblütler zeigt interessante Wirkungen.

Die Begrünungen des NHV sind allerdings nicht selten etwas fragwürdig. Die „reinigenden Tendenzen“ des Anis – das ist eine Wischiwaschi-Formulierung, die nichts aussagt. Und ja – Anis wird in Stilltees als milchflussförderndes Mittel eingesetzt. Ob Anis diese Wirkung tatsächlich auch zeigt, ist allerdings nicht geklärt.

Und auch die Aussage, dass Anis „viele chronische Krankheiten positiv beeinflussen“ kann, ist nicht gerade informativ.

Da sind die Begründungen der Arbeitsgruppe Klostermedizin am Institut für Medizingeschichte der Universität Würzburg, die jeweils eine Arzneipflanze des Jahres kürt, viel fundierter.

Die Anisfrüchte sind reich an ätherischem Öl mit dem Hauptbestandteil Anethol.

Anisöl wirkt antimikrobiell, krampflösend auf die Bronchien und auswurffördernd.

Als bestätigt gilt in der Phytotherapie daher die schleimlösende und auswurffördernde Wirkung bei produktivem Husten. Auch Verdauungsbeschwerden wie Blähungen werden durch Anisöl und Anisfrüchte gelindert.

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Heilpflanzenkunde: Engelwurz (Angelica archangelica)

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Engelwurz (Angelikawurzel) stammt aus dem Norden Europas, wo sie im Mittelalter als Gemüsepflanze verwendet wurde.

Der Legende nach machte erst ein Engel die Menschheit auf die Heilwirkung der Angelikawurzel aufmerksam. „Angelus“ bedeutet im Lateinischen Engel und liefert den Gattungsnamen für diese Heilpflanze. Paracelsus propagierte sie als giftaustreibendes Mittel und sogar zur Verhinderung einer Pestinfektion wurde die Inhalation einer essiggetränkten Angelikawurzel empfohlen.

Alte Kräuterbücher sagen der Angelikawurzel „als vornehmlichste Tugend, Gift auszutreiben und den Leib zu erwärmen“ nach. Arzneilich eingesetzt wird der Wurzelstock. Angelicae radix ist als Heilpflanze zugelassen und im Arzneibuch aufgeführt. Sie zählt in der Heilpflanzenkunde zur Gruppe der Amara-Aromatika und wirkt anregend auf die Magensaft- und Pankreassekretion und wird auch zur Steigerung des Gallenflusses angewendet.

Wirksamkeitsbestimmend ist das ätherische Öl der Engelwurz.

Hauptbestandteile des ätherischen Öls sind hauptsächlich Monoterpene vom Phellandrentyp und α-Pinen, Borneol und Camphen, ausserdem wurden Sesquiterpene wie β-Bisabolen und Kumarine (Osthenol und Furokumarine) in der Wurzel nachgewiesen. Der typische Geruch ist auf die enthaltenen Laktonderivate zurückzuführen. Extrakte aus Engelwurz wirken antibakteriell und krampflösend auf den Verdauungstrakt.

In der Volksheilkunde ist Angelikawurzel als alkoholischer Auszug in Magen- und Stärkungsmitteln unverzichtbarer Bestandteil von verdauungsstärkenden Präparaten, beispielsweise in der Rezeptur des Melissengeists oder in verdauungsfördernden Klosterlikören. Bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Völlegefühl sowie krampfartigen Beschwerden des Magen- Darm-Trakts verschaffen diese Engelwurz-Extrakte Linderung. Auch als sekretionsfördernder Bestandteil in Erkältungstees, besonders bei Nebenhöhleninfektionen ist Angelicae radix speziell zu empfehlen.

Alkoholische Auszüge enthalten allerdings hohe Anteile an Furanocumarinen, die bei UVA-Belastung phototoxisch wirken. Solche Engelwurz-Auszüge sollen bei UV-Belastung nicht großflächig in Dermatika verwendet werden. In Teezubereitungen stellen diese Inhaltstoffe wegen der geringen Wasserlöslichkeit kein Problem dar.

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at

Kommentar & Ergänzung:

Klar ist bei der Engelwurz die Anwendung zur Linderung von Verdauungsbeschwerden wie Völlebefühl, Krämpfen im Magen-Darm-Trakt etc. Weniger geklärt scheint mir die erwähnte Wirksamkeit bei Nebenhöhleninfektionen.

Engelwurz taucht als Bestandteil in vielen Klosterschnäpsen und Kräuterlikören wie Boonekamp, Bénédictine und Chartreuse. Kandierte Engelwurzstängel werden als Süßigkeit und als Verzierung für Backwaren angeboten. Engelwurz ist zudem Bestandteil des Schneeberger Schnupftabaks.

Die als Heilpflanze verwendete Angelica archangelica kommt bei uns nicht wild vor.

„Unsere“ einheimische Engelwurz heisst Angelica sylvestris, meist übersetzt mit Wald-Engelwurz, wobei aber passender „Wilde Engelwurz“ wäre – im Unterschied zur kultivierten Angelica archangelica. Angelica sylvestris wird auch Brustwurz genannt (Foto auf Wikipedia).

Angelica silvestris wird selten als Heilpflanze verwendet und wächst gerne an feuchten Stellen wie zum Beispiel an Flussufern. Die Blüten sind eine wertvolle Nahrungsquelle für viele Insektenarten. In den Stängeln wurden 65 Tierarten als Überwinterer gefunden.

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Gewürze: Kardamom fördert Verdauung und aromatisiert den Kaffee

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Bohnenkaffee werde durch eine winzige Prise Kardamom verträglicher. Darüber hinaus sollen die Samen, die man wegen ihrer Empfindlichkeit immer in den Kapseln kaufen sollte, Appetit und Verdauung anregen. Kardamom eigne sich besonders zum Würzen von Gebäck, Kompott und Süßspeisen, aber auch für Blutwurst oder Kochschinken.

Quelle: http://derstandard.at/1350260941875/Gewuerze-und-ihre-Wirkung

Kommentar & Ergänzung:

Zwischen Gewürzen und Heilpflanzen gibt es oft fliessende Übergänge.

Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zur Familie der Zingiberaceae (Ingwergewächse).

Die Gewürzpflanze stammt ursprünglich aus Südindien, Sri Lanka, Irak und Thailand. Ein wichtiges Exportland ist heute auch Guatemala, weitere Anbauländer sind Tansania, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Vietnam.

Hauptwirkstoff in den Kardamomsamen ist ein ätherisches Öl mit 1,8-Cineol (20-40 %), außerdem (+)-alpha-Terpineolacetat, Limonen (2-14 %) und Sabinen (3-5 %).

Ausserdem enthält der Samen Fettes Öl mit Linolensäure, Ölsäure, Palmitinsäure.
Weitere Inhaltsstoffe sind: Kohlenhydrate (Stärke 20-40 %, Zucker 5 %), Protein (etwa. 10 %), Gummi, reichlich Mangan und Eisen.

Zur Wirkung und Anwendung von Kardamomsamen bzw. Kardamomöl

Das Kardamom als Gewürz verdauungsfördernd wirkt, liegt irgendwie auf der Hand. Die Wirkung genauer zu fassen ist aber nicht so einfach.

Kardamom soll die Gallensekretion steigern. Das wurde jedoch mit relativ hohen Dosen eines acetonischen Extraktes bei Ratten festgestellt. Ob sich dieses Ergebnis auf den Menschen übertragen lässt, ist damit nicht belegt.

Wikipedia schreibt:

„ Ihr ätherisches Öl wirkt fördernd auf die Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion. In der Regel werden alkoholische Auszüge verwendet, bisweilen mit Kümmel und Fenchel kombiniert und in Fertigpräparaten gegen Verdauungsbeschwerden, Blähungen und zur Anregung des Appetits eingesetzt.“

Allerdings widerspricht dem, dass bei In-vivo-Versuchen an Kaninchen sowohl ein Wasser- als auch ein Methanolextrakt der Kardamomsamen die Säure- und Pepsinsekretion des Magens vermindert hat.

In arabischen Ländern wird dem Kardamom eine Wirkung als Aphrodisiakum nachgesagt, ohne dass diesbezüglich etwas geklärt wäre.

Kardamom als Gewürz

„Kardamomsamen sind ein verbreitetes Gewürz in der asiatischen und arabischen Küche. Sie sind ein Hauptbestandteil indischer Masalas, des bekannten Chai-Tee und des ihnen nachempfundenen Currypulvers. Das berühmte ayurvedische Konfekt Laddu, welches aus Ghee-Butter hergestellt wird, enthält auch Kardamom. In der europäischen Küche findet das Gewürz hauptsächlich Verwendung in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius, aber auch in Wurstwaren, Likören, Schokolade und als Bestandteil von Gewürzmischungen. In Schweden ist Kardamom außerdem ein typischer Bestandteil süßer Backwaren (z. B. Kanelbulle) und im Glühwein (Glögg). Bei der Zubereitung von arabischem Mokka wird dem Kaffeemehl häufig Kardamom zugegeben. Trotz desselben Namens wird der sogenannte schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ausschließlich für pikante Gerichte verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

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Engelwurz

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Ich werde immer wieder einmal gefragt, wo denn Engelwurz wächst und wo man die Pflanze in der Natur sehen könnte. Vor kurzem sagte mir eine Kursteilnehmerin, dass sie die Engelwurz schon seit Jahren vergeblich suche.

Zur Beantwortung dieser Frage braucht es zuerst eine botanische Klärung: Die hauptsächlich als Arzneipflanze verwendete Echte Engelwurz ist Angelika archangelica (eigentlich Erzengelwurz). Bei uns in der Schweiz kommt die Pflanze in der Natur nicht, daher kann man sie lange suchen….Zu sehen ist sie nur in botanischen Gärten.

Angelica archangelica (Foto)

ist in Nordeuropa, Osteuropa, Sibirien, Himalaya und Nordamerika verbreitet.

Sie enthält ätherisches Öl und Bitterstoffe und ist eine alte traditionelle Heilpflanze, die vor allem im Mittelalter höchste Wertschätzung genoss. Unter anderem galt sie als Pestheilmittel.

„Verwendung findet vor allem die Wurzel (als Droge Angelicae radix), die Bitterstoffe und ätherische Öle enthält, also zu den Amara-Drogen gehört. Alkoholische Auszüge oder Tees werden gegen Appetitlosigkeit, leichte Magen- und Darmkrämpfe, Völlegefühl und Blähungen eingesetzt. Engelwurz wirkt karminativ, antimikrobiell und regt die Magensaft- und Bauchspeicheldrüsen-Sekretion an.

In der Volksmedizin wird das ätherische Öl (als Droge Angelicae aetheroleum) aus den Wurzeln innerlich gegen Schlaflosigkeit und äußerlich gegen Rheuma und Neuralgien angewendet. In größeren Mengen ist das ätherische Öl toxisch.

Das Öl aus Wurzeln und Samen ist Bestandteil von Kräuterlikören und Bitterschnäpsen, wie Boonekamp, Bénédictine und Chartreuse. Kandierte Stängel werden als Süßigkeit und als Verzierung für Backwaren angeboten. Engelwurz ist auch Bestandteil des Schneeberger Schnupftabaks.

Mit den Früchten werden Wermutwein, Gin und Chartreuse aromatisiert.“

(Quelle: Wikipedia)

Einheimisch ist bei uns die Wilde Engelwurz ( = Brustwurz, Wald-Engelwurz), Angelica sylvestris. Foto auf Wikipedia

Sie kommt gerne an Waldrändern und Bachufern vor und eignet sich auch gut für Wildpflanzengärten.

Wie andere Doldenblütler auch, ist der Wald-Engelwurz eine beliebte Nahrungsquelle für Honigbienen, Wildbienen (u. a. Sandbienen, Furchenbienen, Maskenbienen), Schwebfliegen. Die Blüten werden auch von vielen Käferarten als Pollenquelle genutzt (oft zu sehen: Purzelkäfer, Pinselkäfer, Bienenwolf, div. Bockkäferarten). Im Winter dient der Stängel vielen Insektenarten als Überwinterungsort.

Aus den Wald-Engelwurzfrüchten wurde früher ein Pulver gegen Läuse hergestellt. Die jungen Blätter wurden als Gemüse genutzt. Der Name „Brustwurz“ deutet auf eine Verwendung bei „Brustkrankheiten“ hin (gemeint wohl Husten, Bronchitis etc.).

Wald-Engelwurz kann man auf meinen Kräuterwanderungen eher in den Bergregionen antreffen und eher im Sommer als im Frühling. Die Kursdaten finden Sie hier.

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Sind Vitamin B5, Hirse-Extrakt und L-Cystin wirksam gegen Haarausfall?

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Im Phytoforum der „Aerztezeitung“ wurde folgende Frage gestellt:

„Hirse-Extrakt (öliger) wird zusammen mit der Aminosäure L-Cystin und Vitamin B5, der Pantothensäure, für die Indikation Haarausfall vermarktet.

Welche Erkenntnisse bestehen zu dieser Kombination? Gibt es darüber hinaus Daten zu der Wirksamkeit und dem Wirkmechanismus? Wie sieht es bei männlichem oder weiblichem genetischen Haarausfall aus?“

Die Antwort von Prof. Karin Kraft (Lehrstuhl für Naturheilkunde der Universität Rostock):

„Zur ersten Frage: In einem Beitrag haben Privatdozentin Daniela Höller Obrigkeit von der Hautklinik der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen und ihre Mitarbeiter 2006 in einer in vitro Studie an Keratinozyten gezeigt: Die Kombination aus L-Cystin, Pantothensäure und dem aus der Hirse gewonnenen Phytoöstrogen Miliacin steigert das Zellwachstum synergistisch (Cutan Ocul Toxicol 2006; 25(1): 13-22).

Zur zweiten Frage: Über den zugrunde liegenden Mechanismus, über die Wirksamkeit in vivo und mögliche Wirkungen in besonderen Patientengruppen ist allerdings keine Aussage möglich.“

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/803888/hilft-hirse-haarausfall.html?sh=225&h=-1654632450

Kommentar & Ergänzung:

Bei den untersuchten Substanzen der Studie aus Aachen handelt es sich um Inhaltsstoffe des Haarwuchsmittels PRIORIN®. Beteiligt an der Studie war die Pharmafirma Roche, während Priorin heute von Bayer verkauft wird. Es handelt sich um Kapseln zum Einnehmen.

So interessant solche Laborergebnisse manchmal auch sein mögen: Karin Kraft schreibt sehr zu recht, dass die Resultate dieser Studie keine Aussagen über mögliche Wirkungen in vivo (am lebenden Menschen) erlauben.

Eine gut dokumentierte Wirksamkeit sieht jedenfalls anders aus.

Priorin gibt es daneben auch zur äusserlichen Anwendung mit den Inhaltsstoffen Melatonin, Ginkgo biloba und Biotin (Vitamin B7).

Die Priorin-Website trägt in Bezug auf Wissenschaftlichkeit ziemlich dick auf:

„ Priorin® LF wurde in der Schweiz in Zusammenarbeit mit mehreren internationalen dermatologischen Kliniken und Universitäten entwickelt und geprüft. Es ist das Resultat von über 10 Jahren Forschung und Entwicklung, u.a. an der ETH Zürich und der dermatologischen Klinik in Zürich.

Die Wirksamkeit und die Verträglichkeit von Priorin® LF wurde in verschiedenen Studien in mehreren Ländern gezeigt. Die Untersuchungen wurden an Männern und Frauen verschiedensten Alters durchgeführt.“

(Quelle: http://www.priorinlf.ch/de/studien.html)

Wenn man die Wissenschaftlichkeit so ins Zentrum rückt, sollte man meines Erachtens auch die Quellenangeben angeben, also offenlegen, in welchen Fachzeitschriften die Forschungsresultate publiziert wurden. Schöne Behauptungen kann nämlich jeder aufstellen. Die Website enthält als Beleg nur Vorher/Nachher-Fotos. Das ist als Beleg nichts wert.

Basis der Priorin-Kapseln ist ein Goldhirse-Totalextrakt. Hirse ist ein wertvolles Getreide:

„ Hirse ist das mineralstoffreichste Getreide. In Hirse sind Fluor, Schwefel, Phosphor, Magnesium, Kalium und besonders viel Silizium (Kieselsäure) und Eisen enthalten. Im Handel üblich ist die von Schalen befreite Goldhirse. Es gibt daneben die ungeschälte Braunhirse, in der die meisten an den Schalen haftenden Mineralstoffe und Spurenelemente erhalten sind. Möglicherweise ist jedoch der Blausäuregehalt besonders bei roher Hirse nicht ganz unbedenklich. Hirse kann zur Herstellung glutenfreier Backwaren verwendet werden. In vielen Gebieten Afrikas und Asiens sind die unterschiedlichen Hirsearten Hauptnahrungsmittel, werden allerdings zunehmend durch Mais verdrängt. Kolbenhirse dient als Nahrung und in Osteuropa als Viehfutter, in Europa und Nordamerika zudem als Vogelfutter für die Ziervogelhaltung.

Hirse ist darüber hinaus die Grundlage einiger traditioneller Biere, zum Beispiel Dolo in Westafrika, Pombe in Ostafrika und Merisa im Sudan. In Äthiopien ist die Hirseart Teff (Eragrostis tef) die wichtigste Nahrungspflanze der Menschen. Industriell wird Hirse von einigen spezialisierten Brauereien zur Herstellung von glutenfreiem Bier für Menschen mit Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) genutzt. In China werden aus Hirse eine Reihe von Spirituosen gebrannt, die Baijiu genannt werden, der bekannteste chinesische Hirseschnaps ist Maotai.“

(Quelle: Wikipedia)

Interessant ist auch die Nutzungsgeschichte der Hirse:

„ Die beiden ältesten Funde von Rispenhirse in Deutschland (Nähe Leipzig und Kreis Hadersleben) stammen aus der Zeit der Linienbandkeramik (Altneolithikum 5500–4900 v. Chr.). Im Altertum und Mittelalter zählten die unterschiedlichen Hirsearten zum meistangebauten Getreide. Durch Ausgrabungen in Mittel- und Norddeutschland ist ebenso der Hirseanbau in der vorrömischen Eisenzeit (Hallstatt- und Latènezeit) sowie der römischen Zeit (1.–3. Jahrhundert n. Chr.) belegt. In der frühen Neuzeit wurden sie in Europa durch die Einfuhr von Kartoffel und Mais fast völlig verdrängt. Im Himalayagebiet wird aus verschiedenen Sorten ein schwachalkoholisches Bier gebraut. Gästen des Hunnenkönigs Attila wurde ausschließlich Hirse gereicht. Um die Gesundheit und Kraft zu stärken, empfahl der griechische Philosoph Pythagoras die Hirse.“

(Quelle: Wikipedia)

Meine Vermutung: Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Priorin bekommt man gesünder und billiger via Hirse oder via andere Getreide. Das Produkt scheint mir unnötig (als Drogist, der ich einmal war, würde ich heute mit einer solchen Einstellung allerdings wohl Pleite gehen….).

Ob Ginkgo biloba im Priorin® LF via äusserlicher Anwendung auf der Kopfhaut einen positiven Effekt gegen Haarausfall hat, scheint mir auch fraglich.

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Heilkräuter gegen Verdauungsprobleme

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Die ZDF-Sendung „Volle Kanne“ kümmerte sich vor einiger Zeit um menschliche Verdauungsprobleme:

„Vor allem über die Festtage kann der reguläre Essensrhythmus schnell aus dem Tritt geraten. Völlegefühl, Magendrücken und allgemeines Unwohlsein sind meist die Folge. Ein Schnäpschen nach dem Essen ist aber nicht die beste Möglichkeit, sich Erleichterung zu verschaffen.“

Das wohlige Brennen in der Kehle und die Wärme komme nur von der besseren Durchblutung des Magens nach dem Schnapsgenuss, erklärte die Ernährungsexpertin Dr. Brigitte Bäuerlein.

„Tatsächlich reize der Alkohol die Magenschleimhaut, hemme den Stoffwechsel und setze den Körper einem zusätzlichen Verdauungsstress aus. ‚Besser ist es, vor dem Essen einen Kräuter-Aperitif zu sich zu nehmen. Der bereitet die Verdauung vor und regt die Produktion der Gallensalze und Magensäure an.’

Auch ein Espresso, Mokka oder Kaffee nach dem Essen kann eine Wohltat sein. Kaffee wirkt in der Tat leicht abführend. Gibt man noch etwas Kardamom hinzu, regt er sogar die Fettverdauung an und wirkt entkrampfend. Noch besser eignen sich Kräuter zur Verdauung: Muskat, Ingwer, Anis, Gewürznelken, Zitronenmelisse, Kardamom, Thymian, Kümmel, Fenchel. Gibt man sie den Speisen hinzu, wird die Verdauung schon beim Verzehr positiv beeinflusst. So kann man etwa Fleisch mit einem Thymianzweig anbraten oder Fenchelgemüse als Beilage servieren. Zitronenmelisse eignet sich hervorragend als Dessert-Garnitur oder aufgebrüht als verdauungsfördernder Tee.“

Quelle:

http://vollekanne.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,8169111,00.html?dr=1

Kommentar & Ergänzung:

Das sind durchwegs vernünftige Tipps. Viele Gewürze wirken gegen Verdauungsbeschwerden.

Interessant finde ich in dieser Aufzählung der Gewürze den Kardamom:

„Kardamomsamen sind ein verbreitetes Gewürz in der asiatischen und arabischen Küche. Sie sind ein Hauptbestandteil indischer Masalas, des bekannten Chai-Tee und des ihnen nachempfundenen Currypulvers. Das berühmte ayurvedische Konfekt Laddu, welches aus Ghee-Butter hergestellt wird, enthält auch Kardamom. In der europäischen Küche findet das Gewürz hauptsächlich Verwendung in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius, aber auch in Wurstwaren, Likören, Schokolade und als Bestandteil von Gewürzmischungen. Kardamom ist außerdem ein typischer Bestandteil süßer schwedischer Backwaren (z. B. Kanelbulle) und des schwedischen Glühweines (Glögg). Bei der Zubereitung von arabischem Mokka wird dem Kaffeemehl häufig Kardamom zugegeben. Trotz des selben Namens wird der sogenannte schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ausschließlich für pikante Gerichte verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zum Kardamom in Medizin und Volksmedizin:

„Kardamom wirkt verdauungsfördernd, krampflösend und blähungstreibend. Er ist außerdem Bestandteil einiger Arzneimittel aus der Gruppe der Magen-Darm-Mittel. Des Weiteren gilt er als allgemeines Anregungsmittel (Aphrodisiakum) für Körper und Geist. Das Kardamomöl hat geringes Allergiepotenzial. Besonders in den arabischen und asiatischen Kulturen erfährt Kardamom eine hohe Wertschätzung.“

(Quelle: Wikipedia)

Woher stammt der Kardamom?

„Kardamom stammt ursprünglich aus Südindien, Sri Lanka, Irak und Thailand. Ein großes Exportland ist heute auch Guatemala, weitere Anbauländer sind Tansania, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Vietnam.“

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Anistee gegen Krämpfe und Blähungen

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Das Magazin „Focus“ veröffentlichte eine Serie von Beiträgen über Hausmittel gegen Beschwerden der Verdauungsorgane.

Hier ein Zitat zur Wirkung von Anis beziehungsweise Anistee:

„Anis löst Krämpfe und gilt deshalb traditionell als Heilmittel gegen Blähungen. Verwendet werden die Anisfrüchte, die wie Samen aussehen. Sie enthalten Anisöl mit dem Wirkstoff Anethol. Anis soll die Drüsen im Magen anregen, mehr Magensaft zu produzieren, und so die Verdauung fördern.

Für den Anistee einen halben Teelöffel getrocknete, zerstoßene Anisfrüchte mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen. Dann zehn bis 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und anschließend abseihen. Täglich bis zu drei Tassen davon trinken. Säuglingen und Kleinkindern einen Teelöffel des Tees in die Milchflasche geben.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/tid-21554/hausmittel-blaehungen-hilfe-gegen-luft-im-bauch_aid_605251.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Beiträge dieser Serie sind erfreulich fundiert, was bei Medienberichten zum Thema Komplementärmedizin /   Naturheilkunde  gar nicht selbstverständlich ist.

Über die erwähnten Anwendungsbereiche bei Verdauungsstörungen (Krämpfe, Blähungen) zeigt Anistee auch eine auswurffördernde Wirkung bei Husten.

Anis ist ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum beheimatet, wird heute weltweit in Regionen mit gemäßigtem Klima kultivert. Hauptanbaugebiet ist Südrussland. Anis (Pimpinella anisum) kommt also bei uns nicht als Wildpflanze vor.

Anisfrüchte enthalten bis zu 5% Anisöl mit einem Anethol-Anteil von bis zu 90%.

In der westlichen Küche wird Anis heute hauptsächlich in Brot und Backwaren (in der Schweiz zum Beispiel „Anischräbeli“) verwendet. Anis wird aber vor allem Spirituosen und Likören beigemischt, wie etwa Sambuca, Raki, Ouzo, Absinth, Pastis, Aguardiente, Chinchon und Anisette . Anis wird hier jedoch zunehmend vom ertragreicheren Sternanis (Illicium verum) abgelöst, der aus China kommt. Sternanis hat aufgrund der ähnlichen Zusammensetzung des ätherischen Öls einen ähnlichen Geschmack, sieht aber anders aus und ist nicht näher mit dem echten Anis verwandt.

(Quelle: Wikipedia)

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Sesamöl soll die Nasenschleimhaut bei Rhinitis sicca schützen

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Patienten mit trockener und geschädigter Nasenschleimhaut profitieren von der Therapie mit Sesamöl. Das zeigen Studiendaten mit deutschen Soldaten in Afghanistan.

Abschwellende Nasensprays, trockene Luft, Staub, Zigarettenrauch und Pollen trocknen die Nasenschleimhaut und die Rachenschleimhaut aus und können eine Rhinitis sicca auslösen. „Betroffene leiden unter verstopfter Nase, Juckreiz, Brennen, Borkenbildung und Nasenbluten,“ sagte Dr. Thorsten Zehlicke aus Hamburg. Zudem führe die Rhinitis sicca vermehrt zu Infekten. Der Oberarzt am Bundeswehr-Krankenhaus führte im Jahre 2009 eine Untersuchung zur Wirksamkeit von Sesamöl während eines Afghanistan-Einsatzes durch. 24 deutsche Soldaten mit Rhinitis sicca, die in Masar-i-Scharif stationiert waren, nahmen an der Studie teil. „Die Nasenschleimhaut ist dort extremen Belastungen ausgesetzt,“ erklärte Zehlicke bei einer Veranstaltung von Pohl Boskamp.

Die Soldaten sassen  einerseits bei ihren Erkundungsfahrten in Splitterweste und Helm bei 50 Grad Celsius im engen gepanzerten Fahrzeug, andererseits hielten sie sich im Lager in klimatisierten Unterkünften auf. Unter diesen Einflüssen kam es zu Nasenbluten, verstopfter Nase und Borkenbildung.

In der Studie wendeten die Teilnehmer mehrmals pro Tag Sesamöl an. „Nach zehn Tagen Behandlung konnten wir in allen Fällen eine signifikante Verbesserung der Symptomatik feststellen,“ erläutert Zehlicke. So litten am Schluss der Studie noch drei Soldaten unter Nasenbluten, während beim Start 16 Teilnehmer darüber geklagt hatten. 18 teilnehmende Soldaten bewerteten die Wirksamkeit und die Verträglichkeit des angewendeten Sesamöls als „sehr gut“ oder „gut“, 5 als „mittel“ und einer als „schlecht“. Laut Zehlicke eignet sich das Sesamöl auch gut für Fernreisende – zum Beispiel während der langen Flüge und beim Aufenthalt in Ländern mit trockenem und heißem Klima. Das Sesamöl kann unbedenklich über einen längeren Zeitraum, jedoch auch zur Intervallbehandlung eingesetzt werden.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/hno-krankheiten/default.aspx?sh=55&h=-195116024&sid=604297&ticket=ST-4706-LOQ16DpLUxm2dYDJ5WxgXycHjMFEEZbpfyf-20

Kommentar & Ergänzung:

Was ist Sesamöl?

„Sesamöl wird aus den weißen und schwarzen Samen des Sesams (Sesamum indicum) gewonnen. Das helle, aus den naturbelassenen Samen gewonnene Öl ist blassgelb und weitgehend geruchs- und geschmacksneutral – es dient vor allem in der asiatischen und orientalischen Küche als Speiseöl. Daneben wird es zur Margarineherstellung verwendet und ist Bestandteil von Hautpflegemitteln.

…..

Sesamöl enthält etwa 45 % Linolsäure (eine essentielle, zweifach ungesättigte Fettsäure) und Spuren von Sesamol.“

(Quelle: Wikipedia)

Und was ist Sesam?

„Sesam (Sesamum indicum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Sesamgewächse (Pedaliaceae). Sie ist eine weit verbreitete Kulturpflanze und vermutlich eine der ältesten Ölpflanzen der Welt……

Sesam ist ursprünglich in Teilen Indiens und Afrikas heimisch. Angebaut wird er heute in tropischen und subtropischen Gebieten weltweit.“

(Quelle: Wikipedia)

Zur Geschichte von Sesam:

„Der kultivierte Sesam stammt von Wildpflanzen aus Südasien ab, besonders von der Malabarküste, dem nordwestlichen Indien und dem pakistanischen Punjab. Diese ursprünglichen Wildsorten werden Sesamum malabaricum oder S. mulayanum genannt. An Fundstätten der Indus-Kultur wurde Sesam in Schichten des 3. Jahrtausends v. Chr. archäologisch nachgewiesen. Funde in Mesopotamien erbrachten den Nachweis von Sesam vor 2000 v. Chr. Im Laufe des 2. Jahrtausends hatte sich Sesam in weiten Teilen Indiens ausgebreitet. Vermutungen, dass es bereits früh Sesam in Afrika gab, haben sich nicht bestätigt. Altägyptische Funde sind zweifelhaft, Sesam in Ägypten während der griechischen Zeit (4.–1. Jahrhundert v. Chr.) gilt als wahrscheinlich. Die frühesten Spuren von Sesam weiter südlich in Afrika fanden sich im nubischen Ort Qasr Ibrim zwischen 300 und 500 n. Chr. Ansonsten scheint die Pflanze erst seit der jüngsten Zeit in Afrika vorzukommen.“

(Quelle: Wikipedia)

Zur Verwendung von Sesamöl und Sesamsamen:

„ Die Samen, das Öl und die Wurzel des Sesam werden für therapeutische und kulinarische Zwecke verwendet. Die ölreichen Samen des Sesam werden zu Sesamöl verarbeitet, das vor allem zum Kochen verwendet wird – aus gerösteten Samen gepresst auch als würzende Zutat (z.B. Gomasio, jap. ごま塩/korean. Kkaesogeum, 깨소금). Die ganzen Samen dienen – oft geröstet – zur Verfeinerung von Backwaren und zum Würzen von Speisen. Sesam gehört zu den selenreichsten Lebensmitteln (800µg/100g). Sesam ist ein starkes Allergen und muss als deklarationspflichtiges Allergen bei verarbeiteten Lebensmitteln auch bei geringsten Mengen in der Zutatenliste angegeben werden.

In der koreanischen Küche werden Sesamblätter teilweise verwendet, um Bulgogi, Galbi oder Samgyeopsal vor dem Verzehr darin einzuwickeln.

Siehe auch: Halva – eine Süßware, in der Sesam als Zutat verwendet wird, Tahina, eine Paste aus gemahlenen Sesamsamen in der arabischen Küche und wichtiger Bestandteil von Hummus.“

(Quelle: Wikipedia)

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