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Bullshit zu Aromapflege und Aromatherapie

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Bullshit redet, wer wohlklingende Worte äussert, die nichts aussagen. Ein Beispiel für solchen Bullshit sind meines Erachtens folgende Sätze über Aromapflege und Aromatherapie:

„Aromapflege und Aromatherapie folgen den Prinzipien der Naturheilkunde. Sie wollen die Lebenskraft und Selbstheilungskräfte des Menschen wecken und stärken. Die ätherischen Öle haben tiefe Wirkungen auf unser psychisches Gleichgewicht. Sie bewirken eine seelische Umstimmung, regulieren aus der Balance Geratenes und entziehen einer Krankheit den eigentlichen Nährboden. Sie wirken gleichermaßen auf den Körper und die Seele, also im ganzheitlichen Sinne.“

Quelle:

http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/komplementaermedizin/?full=50130

Kommentar und Ergänzung:

Hier werden wohlklingende Begriffe aneinandergereiht, die kaum irgendwelche konkreten Inhalte haben.

⇒ Die „Prinzipien der Naturheilkunde“ sind nicht so klar definiert, wie das hier aussieht. Der Autor müsste konkrete Beispiele bringen um zu illustrieren, was genau er damit meint. Aber wenn man konkret wird, stösst man schnell an Grenzen oder verwickelt sich in Widersprüche. Bleibt man schön im wohlklingenden Allgemeinen, lässt sich diese Schwierigkeit vermeiden.

„Lebenskraft“ ist ein schillernder Begriff, der spontan oft klar und einleuchtend klingt, aber sofort schwierig wird, wenn man genau erklären soll, was damit gemeint ist.

Wikipedia schreibt dazu:

„Der Begriff Lebenskraft war in seiner Entstehungszeit sehr populär und wurde oft auch wenig spezifisch gebraucht, als weit verbreiteter Platzhalterbegriff für unverstandene körperliche Vorgänge……

Die Vorstellung einer Lebenskraft wurde als Gesundheits- und Krankheitskonzeption von Christoph Wilhelm Hufeland Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts differenziert beschrieben…..

Hufeland sah als Grundursache aller Lebensvorgänge und als Selbsterhaltungsprinzip des Organismus eine allgemeine Lebenskraft mit weiteren Teilkräften:

  • eine erhaltende Kraft,
  • eine regenerierende und neubildende Kraft,
  • eine besondere Lebenskraft des Blutes,
  • eine Nervenkraft,
  • eine Kraft, die eine allgemeine Reizfähigkeit des Körpers bewirke, sowie
  • eine Kraft, die eine spezifische Reizfähigkeit des Körpers bewirke.

Krankheit sei eine Beeinträchtigung der Lebenskraft beziehungsweise der Lebenskräfte durch krankmachende Reize. Sichtbare Zeichen der Krankheit seien Heilreaktionen der Lebenskraft auf solche Krankheitsreize. Die Heilkraft der Natur (vis medicatrix naturae) und die Lebenskraft seien wesensgleich, wenn nicht identisch. Jedes therapeutische Handeln des Arztes wie auch jede Selbstbehandlung durch den Patienten solle die individuelle Lebenskraft unterstützen. Insgesamt habe sich das ärztliche Handeln am Prinzip des contraria contrariis zu orientieren. Dabei empfahl Hufeland neben der vorsichtigen Anwendung von Medikamenten die Beachtung diätetischer Regeln und physikalische Therapien (zum Beispiel als Wasseranwendungen).

Auf Hufelands Konzept gehen Impulse für die Entwicklung der Naturheilkunde im 19. Jahrhundert zurück.“

⇒  Die „Selbstheilungskräfte des Menschen wecken und stärken“ tönt auch immer gut. Die Selbstheilung des Menschen ist faszinierend. Daran wirken aber tausende von Vorgängen im Organismus mit, die sich je nach Krankheit beträchtlich unterscheiden können. Die Selbstheilungskräfte als feststehende Grösse wird es daher kaum geben. Auch hier wären detaillierte Angaben vorzuziehen. Welche Prozesse beeinflusst das ätherische Öl genau und wie? Aber auch hier gilt: Sobald man genaue Aussagen macht, können diese auch in Frage gestellt, kritisiert und widerlegt werden. „Die Selbstheilungskräfte“ dagegen bieten keine Angriffsfläche für konkrete Einwände.

 „Die ätherischen Öle haben tiefe Wirkungen auf unser psychisches Gleichgewicht.“ – „Tief“ tönt immer gut. Aber was heisst „tief“ genau in diesem Zusammenhang? Eingreifend? Tief eingreifend in die Psyche? Könnte das, wenn es stimmt, nicht gefährlich werden? Oder ist nur immer und ausschliesslich eine positive Wirkung zu erwarten im Sinne einer Förderung des Gleichgewichts. Ist das nicht etwas gar viel Wunschdenken?

 „Sie bewirken eine seelische Umstimmung…“  Wenn das stimmt, kann das nicht auch schiefgehen? Oder muss ich mir das einfach immer positiv vorstellen? In Sinne von: Das ätherische Öl weiss schon, was es machen muss? Ist das nicht allzu schön um plausibel zu sein?

„…regulieren aus der Balance Geratenes…“ Da haben wir sie wieder, die umfassende Regulation. Damit kann man nie schiefliegen.

 „…und entziehen einer Krankheit den eigentlichen Nährboden.“    Das ist eine sehr weitreichende Versprechung. Wie machen die ätherischen Öle das und was sollen wir verstehen unter dem „eigentlichen Nährboden“ einer Krankheit: Auch hier: Wer nicht konkret wird, versteckt sich vor möglichen konkreten Einwänden.

„Sie wirken gleichermaßen auf den Körper und die Seele, also im ganzheitlichen Sinne.“ Das tönt immer gut, sagt aber auch nichts Konkretes aus.

Diese Kritik richtet sich nicht generell gegen Aromatherapie und Aromapflege. Ätherische Öle sind im vielen Bereichen interessante und wirksame Heilmittel. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass ich in Texten über Aromatherapie und Aromapflege auf derartigen Worthülsen treffe.

Das ist meines Erachtens immer ein Anlass für genaues, kritisches Nachfragen, auch wenn es um andere Bereiche als Aromapflege und Aromatherapie geht – zum Beispiel um Texte in der Pflanzenheilkunde.

Vorgänge und Begriffe möglichst genau zu beschreiben ist eine Grundvoraussetzung guter Kommunikation und fachlicher Auseinandersetzung. Mit schwammigen Begriffen wie sie das oben aufgeführte Zitat enthält, redet man weitgehend aneinander vorbei. Das gilt auch für Vorträge, Kurse und Ausbildungen. Haken Sie nach, wenn Sie in Lehrveranstaltungen mit wohlklingenden, aber schwammigen Begriffen „gefüttert“ werden.

Wer leere Worthülsen einfach schluckt, weil sie so gut tönend daherkommen, lässt sich einlullen oder lullt sich selber ein. Wer dagegen genau nachfragt, klärt die Begriffe so weit es geht und bekommt dadurch einen stabileren Stand in der Welt.

Der amerikanische Philosoph Harry G. Frankfurt hat übrigens ein lesenswertes Büchlein geschrieben mit dem Titel „Bullshit“ (Suhrkamp Verlag).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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Gut geprüfte Phytopharmaka behaupten ihren Platz unter den Arzneimitteln

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Dass gut geprüfte, evidenzbasierte Phytopharmaka ihren festen Platz im Arzneimittelsortiment haben, weil sie zuverlässig wirken und nicht zufällig, zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion unter Leitung von Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Frankfurt, an der Pharma World.

Auf dem Podium wirkten mit Professor Dr. Michael Habs von der Dr. Willmar Schwabe GmbH, Professor Dr. Theo Dingermann von der Universität Frankfurt am Main und Dr. Harel Seidenwerg von Bionorica Deutschland.

Professor Habs unterstrich die Bedeutung universitärer und klinischer Forschung: Empathie müsse sich mit Wissenschaftlichkeit verbinden, damit die rationale Phytotherapie eine Zukunft habe.

Prof. Dingermann wies auf die Vielfalt der Produkte hin.

Vielfach spreche man einfach nur von Baldrian- oder Johanniskraut-Produkten. Der relevante pharmazeutische Rohstoff sei jedoch die Droge (= die getrocknete Heilpflanze), aus dem in einem speziellen Prozess ein Extrakt hergestellt wird, der als Wirkstoff gilt. Dieser Prozess ermöglicht gemäss Dingermann ein «Höchstmaß an Komplexität» und führe zu sehr heterogenen Produkten.

Schubert-Zsilavecz stellte fest, dass infolge der wissenschaftlichen Prüfung von Phytopharmaka diese vermehrt Aufnahme in aktuelle Therapieleitlinien finden.

Professor Habs begrüßte diese Entwicklung und sagte, dass kein Weg an guter Forschung vorbei führe, um in Leitlinien zu kommen.

Nach Habs liegt ein großer Wachstumsmarkt für Phytopharmaka in China, Indien oder Ländern in Südamerika.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=60002

Kommentar & Ergänzung:

Mit Bionorica und Willmar Schwabe waren auf diesem Podium zwei führende forschende Phytopharmaka-Hersteller vertreten und mit Professor Dingermann eine Top-Koryphäe der universitären Arzneipflanzenforschung.

Insofern ist es keine Überraschung, dass sich die Herren für die Phytopharmaka-Forschung stark machen.

Erläuterung verdient der Hinweis von Dingermann auf die Vielfalt der Phytopharmaka.

Tatsächlich gibt es grosse Qualitätsunterschiede bei Präparaten aus Heilpflanzen. Wo zum Beispiel „Baldrian“ draufsteht, kann sehr unterschiedlich viel Baldrian drin sein. Auf die Beratung in Apotheken oder Drogerien kann man sich diesbezüglich meiner Erfahrung nach sehr oft nicht verlassen. Es wird häufig nicht das am besten wirkende Präparat verkauft, sondern entweder das lukrativste, oder einfach das Lieblingspräparat der Verkaufsperson. X-mal erlebt.

Deshalb ist es mir wichtig, in meinen Weiterbildungen und Ausbildungen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Heilpflanzen-Präparaten zu vermitteln, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, die Qualität selber zu beurteilen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Meisterwurz (Imperatoria) als Antidot?

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Im Internet findet man zu jeder Heilpflanze eine riesige und unübersichtliche Zahl von Angaben bezüglich ihrer Wirkungen und Anwendungsbereiche. Dabei ist es oft nicht einfach, die Glaubwürdigkeit der Aussagen zu prüfen.

Ich bin aber sehr überzeugt davon, dass es für Konsumentinnen und Konsumenten wichtig wäre, zu lernen, wie man solche Empfehlungen und Versprechungen prüft.

Konsumentinnen und Konsumenten werden sonst schlicht und einfach abgezockt.

Ein Beispiel soll das genauer illustrieren:

Vor einiger Zeit bin ich auf der Website einer Drogerie auf folgende Aussage über den Meisterwurz (Imperatoria) gestossen:

„Meisterwurz ist ein äusserst potentes Antidot gegen verschiedenste Giftwirkungen.“

Und:

„Imperatoria hilft bei akuten Vergiftungserscheinungen (ausgelöst durch verdorbene Nahrungsmittel, Giftpflanzen, Umweltgifte)“

(Anmerkung: Antidot = Gegenmittel gegen Gifte)

Diese Behauptung stammt ursprünglich von einem Hersteller von Pflanzentinkturen und fällt sehr aus dem Rahmen, denn in der Phytotherapie-Fachliteratur ist von einer Wirksamkeit der Meisterwurz als „äusserst potentes Antidot“ nichts bekannt. Im Internet kann aber jeder alles behaupten.

Darum habe ich bei diesem Drogisten nachgefragt, gegen welche Gifte genau Meisterwurz ein „äusserst potentes Antidot“ sei, bekam aber nur sehr ausweichende Antworten.

Das ist eigenartig. Wenn ich weiss, dass Meisterwurz ein „äusserst potentes Antidot gegen verschiedenen Giftwirkungen“ ist, dann müsste ich auch wissen, gegen welche Gifte es wirkt. Sonst kann ich eine solche Aussage gar nicht machen. Ein paar detaillierte Fallberichte müsste es dazu doch mindestens geben.

Für den „Behaupter“ ist es aber natürlich vorteilhaft, im allgemeinen zu bleiben und keine konkrete Aussage zu machen, gegen welche Gifte Imperatoria helfen soll. Tollkirsche? Nikotin? Abflussreiniger? Blausäure? DDT? Quecksilber?….

Sobald konkret ein Giftstoff genannt würde, könnte man kritisch Nachfragen. Wie kommt die Wirkung zustande? Wie stark ist sie? Wie schnell tritt sie ein? Wie stark muss Imperatoria dosiert werden? In welcher Form muss es eingesetzt werden (Meisterwurztee, Meisterwurztinktur, Meisterwurzextrakt)?

Dann würde schnell klar, dass es äusserst unwahrscheinlich ist, dass eine Pflanzenart gegen viele ganz verschieden wirkende Gifte wirksam sein kann.

Es gibt Pflanzeninhaltsstoffe, die als Antidot wirken können. Gerbstoffe, die zum Beispiel im Schwarztee vorhanden sind, binden Alkaloide wie beispielsweise das Atropin aus der Tollkirsche. Das funktioniert allerdings nur beschränkt und vor allem nur solange, wie die Alkaloide noch im Verdauungstrakt liegen. Wurden sie aus dem Verdauungstrakt in den Körper aufgenommen, können sie mit den Gerbstoffen, die im Verdauungstrakt bleiben, nicht mehr „zusammen kommen“.

Die Behauptung, dass Meisterwurz ein „äusserst starkes Antidot“ gegen viele Gifte ist, kommt umfassend und zugleich ausgesprochen vage daher.

Damit kann man alle weit verbreiteten Ängste vor vergifteter Nahrung und vor anderen Umweltgiften ansprechen und damit ausbeuten.

Vage und zugleich umfassende Versprechungen machen – das ist eine erfolgreiche Verkaufsstrategie.

Fazit: Konsumentinnen und Konsumenten werden in vielen Apotheken und Drogerien ausgenommen, solange sie nicht gelernt haben, Behauptungen und Versprechungen in Frage zu stellen.

Ausbildungen und Weiterbildungen im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde sollten daher nicht nur Wissen weitergeben, sondern auch vermitteln, wie sich Informationen prüfen und sortieren lassen.

Es geht darum die Fähigkeit zu vermitteln, Informationen mit präzisen Fragen auf ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen.

Siehe auch:

Naturheilkunde – so erkennen Sie fragwürdige Aussagen

P.S. Meisterwurz (Peucedanum ostruthium, Doldenblütler) enthält im Wurzelstock (Imperatoriae rhizoma) 1,4 % ätherisches Öl und Bitterstoffe. Sie riecht sehr aromatisch. Aus der traditionellen Verwendung und aus den Inhaltstoffen lässt sich plausibel eine verdauungsfördernde Wirkung und eine schleimlösende Wirkung bei produktivem Husten ableiten.

In den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts war die Meisterwurz allerdings ein Universalheilmittel.

Solche Universalheilmittel (Panazeen = Allheilmittel) gab und gibt es in der Geschichte der Heilkunde in vielerlei Varianten. Das spricht für ein menschliches Bedürfnis nach Schutz und Heilung und hat daher weniger mit den Pflanzen und mehr mit den Menschen zu tun.

Hier ein paar Ausschnitte aus alten Kräuterbüchern zum Meisterwurz:

„..ist gut für alle kalten pesten des kalten Magen….Dienet wol zu der kalten Lungen, Keichen und feuchten Husten…bewegt den Schweiss.“

(Hieronymus Bock, 1489 -1554)

„Sie zertheilen und verzehren die groben, zähen, kalten flüsse im Leibe. Dienen wider den Husten. Sie zertrennen auch den schleimigen Lungenkoder und fürdern ihn zum aussreuspern.“

(Matthiolus, 1500 – 1577)

„…ist gut dem geschwollenen Magen…räumet die Brust, ist gut für langwirigen Husten.“

(Adam Lonicerus, 1528 – 1586)

„Er dient auch wider die Erkaltung der Brust und Lungen, vertreibt das Keichen und den kalten Husten…

Meisterwurtz stärcket und erwärmet den kalten schleimigen Magen….stärcket die Däuung….“

(Jakob Theodor Tabernaemontanus, gestorben 1590)

 

Historische Zitate aus: Arzneipflanzen in der Traditionellen Medizin; J. Benedum, D. Loew, H. Schilcher; Kooperation Phytopharmaka (Hrsg.), 2000.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Phytotherapie in der Palliative Care

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Heilpflanzen-Anwendungen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen in der Palliative Care.

Sie eignen sich gut zur Linderung vieler Beschwerden, die in der Palliative Care auftreten können.

Zum Beispiel bei Mundschleimhautentzündung, Mundtrockenheit, Pilzbefall, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Stimmungseinbrüche, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, Blasenentzündung, Hautentzündung, Hand-Fuss-Syndrom, Juckreiz.

Aber was braucht es, damit Heilpflanzen erfolgreich in die Palliative Care integriert werden können?

In einem kürzlich erschienenen Fachartikel in der Zeitschrift Palliative.ch habe ich dieses Thema beschrieben.

Schauen Sie sich den Artikel doch hier an:

Phytotherapie in der Palliative Care

Weiterbildungen und Ausbildungen in Phytotherapie / Pflanzenheilkunde finden Sie oben in der Rubrik „Kurse“.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Fragwürdiges Basenfasten

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Basenfasten ist im Trend. Mehr Energie, weniger Gewicht und ein Grossputz für den Organismus. Die Versprechungen zu den positiven Wirkungen des Basenfastens sind ziemlich umfassend. Basenfasten basiert aber auf fragwürdigen Theorien.

Das stellte vor kurzem die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) klar:

„Beim Basenfasten dürfen nur Lebensmittel verzehrt werden, die als basisch gelten. Wichtige Lebensmittel wie Getreide- und Milchprodukte werden in zu geringen Mengen empfohlen, da sie als ‚säureüberschüssig‘ gelten. Eine durch die Ernährung verursachte Übersäuerung ist bei Gesunden jedoch nicht zu befürchten. Verschiedene Puffersysteme unseres Körpers regulieren die Säure-Basen-Konzentration im Blut und halten sie konstant. Zusätzliche ‚basenfördernde‘ Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen ist unnötig.“

Quelle:

http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1359

 

Kommentar & Ergänzung:

Problematisch an der Säure-Basen-Theorie ist meiner Ansicht nach, dass den Menschen ein Mangel eingeredet wird, ein Basenmangel, der dann mit entsprechenden Basenpulvern scheinbar wieder behoben wird. Das ist reine Angstmacherei, welche das Vertrauen in die Kompetenz unserer Puffersysteme unterminiert. Unser Organismus kann jedoch bestens mit säurebildender Nahrung umgehen.

Die Säuren, die bei der Verdauung einiger Lebensmittel entstehen, scheidet der Mensch hauptsächlich durch die Atmung oder durch die Niere aus.

An dieser Konsumententäuschung beteiligen sich inzwischen auch Grossverteiler wie die Migros mit Basenpräparaten. Offenbar will man dieses Geschäft nicht den Apotheken, Drogerien, Reformhäusern und den Internetshops überlassen.

Siehe auch:

Basendiät gegen Übersäuerung des Körpers

Übersäuerung macht krank – stimmt das? 

Die Konsumentinnen und Konsumenten werden schamlos abgezockt, wenn sie solche haltlosen Versprechungen nicht kritisch hinterfragen. In meinen Kursen und Ausbildungen kann man lernen, Versprechungen auf ihre Substanz hin zu überprüfen. Das ist meines Erachtens eine zentrale Aufgabe von Ausbildungen und Weiterbildungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Sommerferien 2014: Lust auf Kräuterwanderungen im Berner Oberland?

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Im Sommer 2014 führe ich wieder Kräuterwanderungen im Berner Oberland durch. Wer sich für Heilpflanzen und Alpenblumen interessiert und wandernd faszinierende Berglandschaften erleben möchte,  sollte sich diese Angebote genauer anschauen.

28. Juni – 3. Juli 2014: Kräuterwanderungen in Lenk im Simmental

Die Lenk bietet eine überaus reiche Pflanzenwelt und eine faszinierende Landschaft mit vielen Wasserfällen, Bergbächen und Bergseen. Diese Vielfalt hat dazu geführt, dass ich seit 1986 jeden Sommer Kräuterwanderungen an der Lenk durchführe.

5. – 10. Juli 2014: Kräuterwanderungen in Mürren

Mürren liegt auf einer Sonnenterrasse hoch über dem Lauterbrunnental. Wir erkunden die Pflanzenwelt unterhalb des Schilthorns, das Naturschutzgebiet im Hinteren Lauterbrunnental, das Sefinental und die Region um die Lobhornhütte. Eiger, Mönch, Jungfrau, Breithorn, Grosshorn, Mittagshorn….die imposanten Berggipfel des Berner Oberlandes mit vielen Gletschern und Wasserfällen bieten eine grossartige Aussicht.

Detaillierte Informationen zu den Kräuterwanderungen im Berner Oberland finden Sie in der Rubrik „Kurse“ im Heilpflanzen-Info-Portal.

Dort werden auch Ausschreibungen veröffentlicht über weitere Kräuterkurse und Kräuterwanderungen, sowie über die Ausbildungen in Phytotherapie.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Argumente für Heilpflanzen-Anwendungen in der Palliative Care

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In letzter Zeit hat sich immer deutlicher gezeigt, dass Heilpflanzen-Anwendungen in der Palliative Care sehr sinnvoll eingesetzt werden können.

Hier die wichtigsten Argumente für die Integration von Heilpflanzen-Anwendungen in die Palliative Care:

In der Palliative Care stehen die Verbesserung der Lebensqualität im Zentrum und die Linderung von Beschwerden. Kommunikation und das Eingehen auf Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige haben dabei einen hohen Stellenwert.

Über die direkte Linderung von Beschwerden hinaus können mit Heilpflanzen-Anwendungen noch weitere Aspekte in die Pflege integriert werden:

– Heilpflanzen-Anwendungen ermöglichen eine ritualisierte Form von Zuwendung;

– Manche Heilpflanzen-Anwendungen eignen sich auch zur Instruktion von Angehörigen., die damit ihren Liebsten etwas Gutes tun können;

– Heilpflanzen-Anwendungen können zur Tagesstrukturierung eingesetzt werden;

– Heilpflanzen-Anwendungen bieten den Pflegenden oft eine bessere Basis für Kommunikation und damit einen besseren Zugang zu Patientinnen und Patienten, als es beim Stecken einer Infusion oder beim Verabreichen einer Tablette der Fall ist.

Voraussetzung für eine professionelle Integration von Heilpflanzen-Anwendungen in die Palliative Care ist eine fundierte Ausbildung und Weiterbildung von Pflegenden.

Dabei sind zwei Punkte entscheidend:

1. Die Ausbildung der Pflegefachleute im Fachbereich der Heilpflanzen-Anwendungen muss kompatibel sein mit den Pflegeinstitutionen und mit dem medizinischen System.

2. Für eine erfolgreiche Integration von Heilpflanzen-Anwendungen in die Palliative Care braucht es Support und die Möglichkeit von Erfahrungsaustausch mit anderen Pflegenden, die sich mit diesem Thema befassen.

Am Seminar für Integrative Phytotherapie (SIP) in Winterthur werden Ausbildungen und Weiterbildungen für Heilpflanzen-Anwendungen in der Pflege angeboten, welche diese Voraussetzungen erfüllen. Zudem besteht ein Netzwerk für gegenseitigen Support und Austausch für Absolventinnen und Absolventen der Lehrgänge am SIP.

Konkrete Angebote für Lehrgänge und Kurse im Bereich „Heilpflanzen-Anwendungen für die Palliative Care“ finden Sie hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzen-Anwendungen in der Palliative Care

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Mit Heilpflanzen-Anwendungen lassen sich viele Beschwerden lindern, die in der Palliative Care häufig auftreten. Das verbessert die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Heilpflanzen-Anwendungen sind aber oft auch mit Zuwendung verbunden und ermöglichen den Einbezug von Angehörigen, falls diese das wünschen.

Erwerben Sie sich fundiertes Fachwissen, um professionelle Heilpflanzen-Anwendungen in die Palliative Care und in andere Bereiche der Pflege zu integrieren.

Zur Einführung:

30. November 2017: Tagesseminar Heilpflanzen-Anwendungen bei Erkältungskrankheiten

13. Januar 2018: Tagesseminar Phytotherapie im Überblick

12. Februar 2018: Heilpflanzen-Anwendungen bei Hauterkrankungen und Wunden

12. März 2018: Heilpflanzen-Anwendungen bei Schlafstörungen, Angst, Depression

30. April 2018: Tagesseminar Heilpflanzen-Anwendungen in Palliative Care und Onkologiepflege

Die umfassende Phytotherapie-Ausbildung für Pflegende:

Lehrgang Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) für Pflegende ab 7,/8. Dezember 2017

 

Weitere Informationen zu Phytotherapie / Pflanzenheilkunde in der Pflege:

Was ist Phytotherapie? – Kurztext

Argumente für Heilpflanzen-Anwendungen in der Palliative Care – Kurztext

Phytotherapie in der Palliative Care – Ausführlicher Artikel von Martin Koradi in der Fachzeitschrift Palliative.ch

Phytotherapie in der Pflege – Kurztext

Phytotherapie in der Pflege – Langtext mit Argumenten für Heilpflanzen-Anwendungen in der Pflege, auch für Gespräche mit der Pflegedienstleitung, wenn es um eine Beteiligung der Institution an den Ausbildungskosten geht.

Phytotherapie für Ärztinnen und Ärzte

Presseberichte zu Phytotherapie in der Pflege

Teamweiterbildungen für Phytotherapie in der Pflege (Interessengemeinschaft Phytotherapie in der Pflege)

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Interessiert an Kräuterkunde in der Natur? Dann schauen Sie sich doch einmal das Sommerprogramm an mit Kräuterwanderungen in vielen schönen Landschaften der Schweiz. Hier finden Sie das aktuelle Kursprogramm.

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Kräuterkunde braucht einen kritischen Ansatz

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In Büchern, Kursen und im Internet gibt es eine fast unendliche Menge an Aussagen über die Wirkungen von Heilkräutern – und nicht selten widersprechen sie sich sogar heftig. Ausserdem fehlt jede Qualitätskontrolle. Jede und jeder kann dazu etwas schreiben oder erzählen.

Deshalb braucht die Kräuterkunde einen kritischen Ansatz.

Es reicht nicht, wenn in Ausbildungen, Kursen oder Zeitschriften fast nur von den wunderbaren Wirkungen der Heilpflanzen berichtet wird. Das ist zu einseitig und man könnte sogar sagen – alles andere als ganzheitlich. Wobei „ganzheitlich“ auch ein problematisches Wort ist, weil es einen kaum einlösbaren Anspruch vermittelt.

Was heisst das nun aber, die Kräuterkunde brauche einen kritischen Ansatz.

Das Wort „kritisch“ stammt von einem griechischen Begriff ab, den man mit „Unterscheidungsvermögen“ oder “Beurteilungskunst“ übersetzen könnte. Ein kritischer Ansatz in der Kräuterkunde lehrt also Unterscheidungsvermögen. Es gilt dabei zu lernen, wie man glaubwürdige von unglaubwürdigen Aussagen unterscheiden kann. Ein wichtiges Ziel ist es dabei, Aussagen sorgfältig zu prüfen und zu beurteilen, anstatt sie einfach fraglos und blindlings zu übernehmen.

Eine kritische Kräuterkunde wird offene Fragen und widersprüchliche Aussagen nicht ausblenden, sondern zum Thema machen und sich damit auseinandersetzen.

Und sie wird neben den Möglichkeiten auch die Grenzen der Kräuterheilkunde ernstnehmen, genauso wie allfällige Nebenwirkungen und Kontraindikationen der Heilpflanzen.

Ich halte es für sehr fragwürdig, wenn Ausbildungsinstitutionen und auch Lernende sich einseitig an den „wunderbaren“ Wirkungen und Möglichkeiten der Heilpflanzen quasi berauschen, die Einschränken, Lücken und Widersprüche aber ausblenden. Das ist problematisch für allfällige Patientinnen und Patienten und es tut auch der Kräuterkunde als Wissensbereich nicht gut. Kritische Auseinandersetzung mit Widersprüchen, Lücken und Grenzen ist eine wichtige Voraussetzung für die Weiterentwicklung eines Faches. Wer die kritische Auseinandersetzung gelernt hat ist zudem weniger anfällig für leere Werbeversprechungen.

Vor allem in der Phytotherapie-Ausbildung und im Heilpflanzen-Seminar ist es mir ein wichtiges Anliegen, dieses kritische Unterscheidungsvermögen zu fördern.

Schauen Sie sich selber um:

Das Ausblenden von Grenzen, Lücken und Widersprüchen und die einseitige Fixierung auf  wunderbare Heilwirkungen findet man natürlich nicht nur in der Kräuterkunde, sondern genauso beispielsweise bei Themen wie Schüssler-Salze, Bachblüten, Homöopathie und ähnlichem.

In der Kräuterkunde haben wir den Vorteil, dass es mit der wissenschaftlich ausgerichteten Phytotherapie einen ständigen „Stachel“ gibt, der die kritische Auseinandersetzung antreiben und in Gang halten kann.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Deutschland: Phytopharmaka-Absatz in Apotheken leicht rückläufig

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Der Verkauf von Arzneimitteln mit pflanzlichen Wirkstoffen (Phytopharmaka) in Apotheken ist in Deutschland im vergangen Jahr leicht gesunken. Nach Angaben des Informationsdienstleisters IMS Health reduzierte sich die Menge der abgegebenen Packungen um 1,5 Prozent von 102,8 Millionen in 2011 auf 101,3 Millionen in 2012. Der Phytopharmaka-Umsatz sank um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr von rund 1.248 Milliarden Euro auf rund 1.237 Milliarden Euro.

Am meisten Umsatz brachten der IMS-Analyse zufolge Phytopharmaka zur Linderung von Erkältungssymptomen, durchblutungsfördernde Mittel, Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Magen-Darm-Medikamente, sowie Arzneien zur Stärkung des Immunsystems und topische (=ausserliche) Antirheumatika. Ein leichtes Wachstum gab es laut IMS beim Umsatz von Hypnotika und Sedativa mit einem Plus von 9 Prozent. Auch Digestiva inklusive Enzyme verbesserten sich um 8 Prozent.

Während Phytopharmaka in der Offizinapotheke rückläufig sind, legte laut IMS der Umsatz und Absatz im Versandhandel um 4 Prozent beziehungsweise um 6 Prozent zu. Arzneimitteln mit pflanzlichen Wirkstoffen sind in der Regel rezeptfrei und werden nur in Ausnahmenfällen wie beispielsweise bei leichten oder mittelschweren Depressionen oder bei Morbus Crohn von den Kassen erstattet. Die Marktentwicklung sei demnach nicht nennenswert durch die Erstattungsfähigkeit von Präparaten beeinflusst worden, schlussfolgert IMS Health.

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=47382&Nachricht_Title=Nachrichten_Apothekenmarkt%3A+Weniger+Phytopharmaka&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Wie sich der Markt bei den Phytophamaka in der Schweiz entwickelt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Phytopharmaka sind Naturheilmittel, die bei den Behörden als Medikamente registriert sind.

Phytopharmaka haben mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen, die für Aussenstehende nur schwer durchschaubar sind Es scheint mir nützlich für Konsumentinnen und Konsumenten, wenn sie dazu einige Informationen bekommen:

– Während traditionelle Kräuterpräparate wie Kamillentee oder eine Brusttee-Mischung keine Wirksamkeitsbelege vorweisen müssen, wird von neuentwickelten Phytopharmaka wie zum Beispiel  einem Mönchspfefferextrakt gegen PMS-Beschwerden oder einem Pestwurz-Extrakt gegen Heuschnupfen in der Regel ein Wirksamkeitsnachweis verlangt – und zwar im vergleichbaren Sinn wie von synthetischen Medikamenten. Solche Studien kosten.

– Viele Pflanzenpräparate kommen allerdings nicht als Phytopharmaka auf den Markt (also als Arzneimittel), sondern als Nahrungsergänzungsmittel. Für Nahrungsergänzungsmittel wird kein Wirksamkeitsnachweis verlangt. Das spart Forschungsaufwand und damit Kosten.  Das gesparte Geld lässt sich gut ins Marketing investieren.

Im Klartext: Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist in der Regel völlig unklar, ob sie wirksam sind, auch wenn sie in Apotheken verkauft werden und wie ein Arzneimittel daher kommen. Von Gesetzes wegen dürfen Nahrungsergänzungsmittel zwar nicht mit Indikationen beworben werden. Man darf also beispielsweise nicht im Packungsprospekt oder in einem Inserat  schreiben: „Litozin Hagebuttenpulver lindert Schmerzen und Entzündungen bei Arthrose“.  Das ist aber kein Problem.  Man muss die Propaganda einfach getrennt vom Produkt machen. Man druckt eine Broschüre zum Thema „Hagebuttenpulver bei Arthrose“, gestaltet  sie grafisch gleich wie das Produkt und legt sie auf dem Apothekentisch gleich neben die Packungen. Oder man kauft redaktionellen Platz in einer Gesundheitszeitschrift für einen Artikel über die wunderbaren Wirkungen von Hagebuttenpulver und setzt gleich nebenan ein Inserat, in dem der Produktname steht…..

– Präparate aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin sind gesetzlich bevorzugt, weil sie keinerlei Wirksamkeit nachweisen müssen. Firmen wie Similasan, Omida oder Weleda könne den Markt mit einer grossen Palette von Produkten fluten, weil sie dafür kaum Aufwand für Forschung und Entwicklung betreiben müssen. Die Entwicklung von Phytopharmaka und die damit verbundene Forschung zur Dokumentation ihrer Wirksamkeit ist dagegen sehr viel kostspieliger.

Fazit:

– Wer daran interessiert ist, dass die Wirksamkeit von Naturheilmitteln erforscht und dokumentiert wird, sollte Phytopharmaka kaufen, deren Hersteller diese aufwendige Investition in die Forschung tatsächlich auch machen, beziehungsweise machen müssen.

– Die enormen qualitativen Unterschiede bei den Naturheilmitteln werden gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten in der Regel verschwiegen. Dass sie eine wohl begründete, informierte Entscheidung treffen können, wird damit praktisch verunmöglicht. Wer mehr Durchblick in diesem unübersichtlichen Gelände haben möchte, bekommt die dazu nötigen Informationen und Hinweise im Heilpflanzen-Seminar über 6 Wochenenden, in der Phytotherapie-Ausbildung oder am Tagesseminar „Naturheilkunde & Komplementärmedizin – wie erkennt man seriöse und unseriöse Angebote?“

Die Daten für die Ausbildungen und Kurse finden Sie hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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