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Wissenschaftler wollen von Heilern in Afrika lernen

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Forscher der Universität Halle wollen von afrikanischen Heilern lernen und untersuchen zu diesem Zweck deren medizinisch genutzte Pflanzen.

Untersucht werden sollen Pflanzen aus Äthiopien, Botswana und Tansania mit dem Ziel, Aids, Tuberkulose und Wurmerkrankungen zu bekämpfen. Das Projekt wird vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung über vier Jahre mit 800.000 Euro gefördert, beteiligt sind auch Hochschulen und Unternehmen in Afrika.

Projektleiter Peter Imming vom Institut für Pharmazie der Uni Halle erklärt dazu:

«Wir wollen ökologisch gefährdete, therapeutisch wirksame und kommerziell nutzbare Pflanzen zunächst identifizieren und schließlich kultivieren. Unser Ziel ist, wissenschaftlich zu begründen, welche Inhaltsstoffe für die Wirkung der Arzneipflanzen verantwortlich sind.»

Wenn sich die gewünschten Arzneipflanzen tatsächlich kultivieren lassen, wollen die Forscher sie für den kommerziellen Anbau in den afrikanischen Partnerländern empfehlen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=68916

 

Kommentar & Ergänzung:

Solche Forschungsprojekte sind auch für die Phytotherapie in Europa interessant, hat sie doch immer wieder Arzneipflanzen aus anderen Weltgegenden in ihre Behandlungskonzepte integriert, wenn entsprechende Wirkungen zu erwarten sind.

Beispiele dafür sind Teufelskralle und Umckaloabo (Kapland-Pelargonie) aus Afrika,

Ginseng, Ginkgo, Curcuma (Gelbwurz) und Indischer Weihrauch aus Asien,

Echinacea, Hamamelis (Zaubernuss) und Traubensilberkerze (Cimicifuga) aus Nordamerika,

Passionsblume, Cayennepfeffer und Ratanhia aus Südamerika.

Die traditionelle Pflanzenheilkunde – ob in Afrika, Europa oder sonstwo – bringt wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen mit, enthält aber auch immer wieder Irrtümer, die sich über Jahrhunderte hartnäckig halten können.

Nötig im Umgang mit der traditionellen Pflanzenheilkunde ist daher eine offene, interessierte, aber zugleich auch kritisch-prüfende Grundhaltung.

Siehe auch:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

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Alternativer Nobelpreis an Hans Rudolf Herren

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Der Agronom und Insektenforscher Hans Rudolf Herren bekommt für sein Engagement, die biologische Schädlingsbekämpfung und nachhaltige Landwirtschaft zu fördern den alternativen Nobelpreis. Dieser Preis wird jährlich verliehen und zeichnet Menschen oder Initiativen aus, welche Lösungen für die dringendsten Probleme unserer Zeit finden und umsetzen.

Hans Rudolf Herren ist der erste Schweizer, welcher nun für sein Lebenswerk mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wird. Ein bedeutender Meilenstein in seiner Karriere war die biologische Bekämpfung der Maniokschmierlaus in Afrika.

Schlupfwespe bekämpft Maniok-Schmierlaus

Die Maniok-Ernten waren in Afrika in den 70er Jahren durch eine eingeschleppte und feindlose Schmierlaus bedroht. Der danach folgende grossflächige Einsatz von giftigen Chemikalien konnte die Verbreitung der Laus nicht stoppen. Die Maniokversorgung von mehreren Millionen Menschen war in grosser Gefahr. Hans Rudolf Herren fand eine Wespenart aus Paraguay, welche die Schmierlaus parasitär befällt und tötet, ohne dabei selbst zur Plage zu werden. Durch eine der gross angelegte Freisetzungskampagnen mit 1.6 Millionen Wespen konnte sich ein biologisches Gleichgewicht zwischen Wespe und Schmierlaus einstellen und damit die Maniokernte sicher gestellt werden.

Mit seiner 1998 gegründeten Stiftung Biovision fördert Herren die biologische Schädlingsbekämpfung und ökologische Landwirtschaft in Afrika und will damit gegen Armut, Hunger und Krankheiten vorgehen.

Neben Hans Rudolf Herren bekamen Paul Walker (USA), Raji Sourani (Palästina) und Denis Mukwege (Demokratische Republik Kongo) ebenfalls den alternativen Nobelpreis für ihre unterschiedlichen Engagements.

Quelle:

http://naturschutz.ch

Kommentar & Ergänzung:

Die Stiftung Biovision setzt Projekte um in Kenia, Äthiopien Tansania und Uganda.

„Biovision setzt seine Mittel in Projekten ein, die durch vermehrte Anwendung von ökologischen Methoden zur Gesundheitsförderung und Schädlingsbekämpfung zum Ziel führen. Dadurch können die Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsregionen nachhaltig verbessert und die Umwelt als natürliche Lebensgrundlage geschützt werden.“

Quelle:  http://www.biovision.ch

Die Strategie der Biovision löst nicht jedes Problem in Afrika. Dieser ökologische Ansatz ist aber sehr spannend.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Tierschutz: Handel mit Löwenknochen gefährdet Bestand in Südafrika

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Tierschützer schlagen Alarm, weil für die asiatische Medizin immer mehr Löwenknochen in den Handel kommen. Ein Löwen-Skelett bringe bis zu 10.000 US-Dollar.

Pulver und Tabletten aus Löwenknochen gelten als Arznei für Krankheiten von Asthma bis Impotenz.

Vor allem „Tigerwein“ ist beliebt und gefragt. Da jedoch der Handel mit Tigerknochen schon lange geächtet ist, werden nun stattdessen Löwenknochen in Whisky eingelegt und als eine Art „Tigerwein“ verkauft.

In Südafrika dürfen Löwenknochen frei gehandelt werden – im Mai war ein Verkaufsverbot gescheitert. Die Regierung erklärt, die Knochen seien nur ein Abfallprodukt aus der Löwenzucht. Tierschützer glauben das jedoch nicht. Das Angebot in Vietnam und Laos übertreffe schon jetzt die Menge an legal exportierter Ware. Das nähre die Vermutung, dass auch Knochen gewilderter Löwen verkauft würden. Die Tierschützer befürchten, die steigende Nachfrage nach den Knochen sei das Todesurteil für die wilden Löwen in Südafrika. Schätzungen zufolge leben dort noch zirka 2.000 Tiere.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=155710

http://www.taz.de/!105062/

Kommentar & Ergänzung:

Der Handel mit Tigerknochen genauso wie der Handel mit Nashornpulver gegen Potenzprobleme zeigen zweierlei:

1. Tradition hat nicht immer Recht.

Auch die langjährige Anwendung eines Heilmittel kann auf einem Irrtum basieren.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin: Hat Tradition Recht?

2. Auch langjährige Erfahrung bringt einen Irrtum oft nicht ans Licht.

Millionen von Menschen in Asien zeigen ihre Erfahrungen, dass Nashornpulver und Tigerknochen helfen.

Tausende von Beschneiderinnen in Dschibuti, Ägypten, Guinea, Mali, Sierra Leone, Somalia,  Eritrea, Äthiopien, Nordsudan, Jemen…würden mit ihrer Erfahrung begründen, dass Genitalverstümmelungen für kleine Mädchen unverzichtbar sind.

Und die Mayas wussten aus Erfahrung, dass man dem Regengott regelmässig Kinder als Menschenopfer darbringen muss, damit er seine Aufgabe verlässlich erfüllt.

Vom 18. bis ins 20. Jahrhundert vertrauten auch Millionen von Menschen in Europa aus Erfahrung auf die Wirksamkeit von Schluckbildchen. Da braucht es doch keinen Nachweis (siehe Artikel Schluckbildchen auf Wikipedia)

Erfahrung allein ist ein sehr unzuverlässiger Geselle.

Siehe dazu:

Naturheilkunde: Erfahrung genügt nicht als Begründung

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Zu Erfahrungen mit Schüssler-Salzen

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Ähnlich der Homöopathie gebe es auch für die Schüßler-Salze keinen wissenschaftlich fundierten Nachweis der Wirksamkeit, schreibt die Apothekerin Heike Klocker und fährt fort: „Ich spreche immer von einer Erfahrungsheilweise. Denn es bestätigt ja, dass so vielen Menschen tatsächlich mit Schüßler-Salzen geholfen werden kann. Das zeigt, dass es einfach wirkt…..In der Volksmedizin ist es ja ähnlich – da weiß man auch, dass bestimmte Kräuter gegen bestimmte Krankheiten wirken. Da braucht man keinen Nachweis.“

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/magazin/wellness/apothekenfuehrer/3168647/aller-guten-salze-sind-27.story

Kommentar & Ergänzung:

Die Vorstellung, dass die Erfahrung verlässlich etwas aussagt über die Wirksamkeit, ist so verbreitet wie naiv.

Millionen von Männern vor allem in Japan zeigt ihre nächtliche Erfahrung, dass Nashornpulver gegen Potenzprobleme hilft. Passiert so etwas wirklich nur Japanern und nur Männern?

Tausende von Beschneiderinnen in Dschibuti, Ägypten, Guinea, Mali, Sierra Leone, Somalia,  Eritrea, Äthiopien, Nordsudan, Jemen…würden mit ihrer Erfahrung begründen, dass Genitalverstümmelungen für kleine Mädchen unverzichtbar sind.

Und die Mayas wussten aus Erfahrung, dass man dem Regengott regelmässig Kinder als Menschenopfer darbringen muss, damit er seine Aufgabe verlässlich erfüllt.

Vom 18. bis ins 20. Jahrhundert vertrauten auch Millionen von Menschen in Europa aus Erfahrung auf die Wirksamkeit von Schluckbildchen. Da braucht es doch keinen Nachweis (siehe Artikel Schluckbildchen auf Wikipedia)

Erfahrung allein ist ein sehr unzuverlässiger Geselle.

Wer bei der Beurteilung von Heilmitteln nur auf Erfahrung und Anekdoten setzt, fällt mit grosser Wahrscheinlichkeit auf den Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss herein.

Siehe:

Komplementärmedizin – Der Post-hoc-ergo-propter-Fehlschluss als häufige Irrtumsquelle

Zum Umgang mit Erfahrung siehe auch:

Naturheilkunde: Vom sorgfältigen Umgang mit Erfahrung

Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung

Naturheilkunde: Erfahrung genügt nicht als Begründung

Naturheilkunde: Warum werden unsere Kranken eigentlich wieder gesund?

Naturheilkunde: Sorgfältig prüfen lernen

Komplementärmedizin – wer heilt hat Recht?

Dass eine Apothekerin offenbar keinen blassen Schimmer hat vom post-hoc-ergo-propter-Fehlschluss und derart unreflektierte Schlussfolgerungen zieht, spricht nicht gerade fürs Pharmaziestudium. Was lernen die dort eigentlich? Schade um den ehrwürdigen Apothekerberuf. Wenn Apothekerinnen und Apotheker auf diesem Niveau argumentieren, gibt es keinen grossen Unterschied mehr zwischen einer Apotheke und einem Kiosk. Dass tausende von Menschen das Mittel brauchen beweist ja, dass es wirkt – genauso argumentieren auch Verkäufer von Nashornpulver und Schluckbildchen

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Was ist Myrrhentinktur?

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Myrrhentinktur ist eine gelblichbraune klare Flüssigkeit, die zur Behandlung leichter Entzündungen der Mundschleimhaut und der Rachenschleimhaut eingesetzt wird.

Sie wird hergestellt aus Myrrhe, dem Harz des Baumes Commiphora myrrha (syn. Commiphora molmol, Balsambaumgewächse). Nach Verletzung der Zweige und Stämme des Myrrhenstrauchs tritt ein Gummiharz aus, das getrocknet wird (Myrrha).

Hergestellt wird die Myrrhentinktur aus 1 Teil Myrrhe und 5 Teilen 90 %igem Alkohol (Äthanol) durch Mazeration.

Historische Erwähnungen der Myrrhe als Heilmittel gehen bis in das 15. Jahrhundert zurück, wo sie in der Andechser Apothekenliste erwähnt wird.

Inhaltsstoffe

Myrrhentinktur enthält hauptsächlich Furanosesquiterpene wie Furanoeudesma-1,3-dien (Hauptbestandteil), Furanoeudesma-1,4-dien-6-on, Lindestren, Curzerenon, Furanodien, 2-Methoxyfuranodien und 4,5-Dihydrofuranodien-6-on, zusammen mit Sesquiterpenen wie alpha-Copaen, Elemen und Bourbonen. Furanoeudesma-1,3-dien zeigte analgetische Wirkungen, die durch Naloxon wieder aufgehoben werden konnten, was auf eine Bindung an Opioidrezeptoren hindeutet. Des Weiteren konnten wachstumshemmende Wirkungen bei verschiedenen Bakterien nachgewiesen werden.

Anwendungsbereiche

Myrrhentinktur wird hauptsächlich bei Entzündungen von Zahnfleisch und Mundschleimhaut (Gingivitiden, Stomatitiden) eingesetzt. Auch Prothesendruckstellen können mit Myrrhentinktur behandelt werden. Sie wird unverdünnt auf die entsprechenden Stellen aufgetupft oder mit Wasser verdünnt zum Spülen oder Gurgeln im Mund und Rachenbereich eingesetzt.

Quelle: Wikipedia

Kommentar & Ergänzung:

Myrrhe wird schon sehr lange als Heilmittel genutzt:

„Im alten Ägypten nutzte man bereits vor 3000 Jahren Myrrhe zur Einbalsamierung. Das getrocknete, gelb-braune Harzgranulat wird seit Jahrtausenden vor allem in Jemen, Äthiopien, Sudan und Somalia verwendet. Im Judentum gehörten Myrrhe und Aloe zur ordnungsgemäßen Bestattung des Leichnams; sie waren aber auch Bestandteil von kultischen Salbungen (griechisch: „Χριστός“, latinisiert „Christus“ – hebräisch: „Messias“ bedeutet „der Gesalbte“). Vor Christus wurde Myrrhe unter anderem als Aphrodisiakum verwendet. Frauen und Männer trugen es als Parfum, Betten wurden vor dem Geschlechtsverkehr damit beträufelt.“

(Quelle: Wikipedia)

Zusammensetzung des Harzes:

2-10 % ätherisches Öl (zum grossen Teil Sesquiterpene)

Harz mit Phenolen, Triterpenen, Proteinen, Schleime.

Wasserlösliche Gummen zwischen 30 und 60 %.

Wirkung:

Adstringierend (= zusammenziehend) und desinfizierend..

In der Phytotherapie wird Myrrhentinktur bei Mundschleimhautentzündung, Rachenschleimhautentzündung und Aphthen eingesetzt, gerne auch 1:1 gemischt mit Tormentilltinktur (aus Potentilla erecta, Aufrechtes Fingerkraut, Blutwurz).

Myrrhe ist auch Bestandteil des altehrwürdigen Zeller Balsams, zusammen mit Weihrauch (Olibanum), Wermutkraut (Absinthii herba), Zimtrinde (Cinnamomi cortex), Guajakholz (Guaiaci lignum), Schafgarbenkraut (Millefolii herba), Klatschmohnblüten (Rhoeados flos), Blutwurz (Tormentillae rhizoma), Tolubalsam (Balsamum tolutanum), Benzoe (Benzoe tonkinensis).

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Weihrauch-Forschung: Boswelliasäuren hemmen Entzündungen

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Weihrauch gehörte bereits zu den Geschenken der drei Weisen aus dem Morgenland: Neben Myrrhe und Gold brachten sie für das neugeborene Jesuskind auch Weihrauch mit. Seit der Antike zählt der aromatische Duft des verbrennenden Weihrauchharzes zu verschiedensten religiösen Zeremonien und ist bis in die Gegenwart in der Kirche Ausdruck besonderer Festlichkeit. Weihrauch kann aber noch mehr: „Das aus dem Stamm des Weihrauchbaumes gewonnene Harz enthält entzündungshemmende Substanzen“, erklärt Prof. Dr. Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Diese machen Weihrauch als Arzneimitten unter anderem für die Behandlung von Krankheiten wie Asthma, Rheumatoider Arthritis oder Neurodermitis hochinteressant.

Allerdings sucht man Arzneimittel mit Weihrauchwirkstoffen in deutschen Apotheken bislang vergebens. Denn die pharmakologischen Grundlagen der Wirkung des Weihrauchs sind erst wenig untersucht. „Auch wenn Weihrauchharz schon seit Jahrtausenden beispielsweise in der ayurvedischen Medizin genutzt wird, reichen die bisher durchgeführten klinischen Studien für eine Zulassung in Deutschland und Europa nicht aus“, sagt Prof. Werz.
Das könnte sich nun aber ändern. Im Rahmen eines Verbundprojekts mit Partnern der Uni Saarbrücken und einem Startup-Unternehmen sind Prof. Werz und sein Team dem Wirkmechanismus des Weihrauchs auf der Spur. Dabei konnten die Wissenschaftler zeigen, an welcher Stelle die für die Wirkung des Weihrauchharzes verantwortlichen Inhaltsstoffe, die Boswelliasäuren, in den Entzündungsvorgang eingreifen.

„Boswelliasäuren interagieren mit verschiedenen Eiweißen, die an entzündlichen Reaktionen beteiligt sind. Insbesondere jedoch mit einem Enzym, das für die Synthese von Prostaglandin E2 verantwortlich ist“, erklärt Oliver Werz. Prostaglandin E2 zählt zu den Vermittlern der Immunantwort und spielt unter anderem im Entzündungsvorgang sowie bei der Entstehung von Fieber und Schmerzen eine entscheidende Rolle. „Boswelliasäuren hemmen dieses Enzym sehr potent und verringern so die Entzündungsreaktion“, sagt der Jenaer Pharmazeut. Damit sei nicht nur ein gezielter Einsatz in der Behandlung von Entzündungserkrankungen vorstellbar. Boswelliasäuren ließen auch weniger Nebenwirkungen erwarten, als gegenwärtig verwendete  Entzündungshemmer wie Diclofenac oder Indometacin. Diese wirken weniger spezifisch und können bei längerer Anwendung das Risiko für Magengeschwüre steigen und die Nierenfunktion stören.

In ihrer aktuellen Studie haben die Wissenschaftler um Prof. Werz zudem das Harz verschiedener Weihraucharten verglichen und in seiner entzündungshemmenden Wirkung untersucht. Weltweit kommen mehr als zehn verschiedene Arten von Weihrauch vor. Am bekanntesten und verbreitetsten sei der in Nordindien und Zentralindien beheimatete Weihrauch Boswellia serrata. „Wie wir jetzt gesehen haben, ist jedoch das Harz von Boswellia papyrifera um den Faktor zehn wirksamer“, nennt Prof. Werz ein weiteres Resultat der Untersuchung. Diese Weihrauchart kommt hauptsächlich im Nordosten Afrikas (Äthiopien, Somalia) und auf der arabischen Halbinsel (Jemen, Oman) vor.

Ob sich Weihrauch als Medikament in Zukunft tatsächlich durchsetzen kann, hängt allerdings nicht nur vom Ausgang der noch ausstehenden klinischen Überprüfung ab. „Boswelliasäuren kommen ausschließlich im Harz des Weihrauchbaumes vor und lassen sich nur schwer synthetisch herstellen“, betont Werz. Damit sind diese Bäume die einzige Quelle für den aussichtsreichen Wirkstoff. Weihrauchbäume sind in ihrem Bestand aber stark bedroht. Vielerorts werden sie einfach als Brennmaterial genutzt. Prof. Werz warnt deshalb: „Ohne nachhaltigen Schutz sind damit nicht nur Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, sondern es gehen der Medizin auch vielversprechende Wirkstoffe verloren.“

Quelle:

Friedrich-Schiller-Universität Jena

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=38018

Kommentar & Ergänzung:

Interessant scheint mir vor allem die Aussage, dass Boswellia papyrifera 10mal wirksamer sein soll als der Indische Weihrauch. Das bekannteste Weihrauchpräparat, Gufic H15, besteht nämlich aus Indischem Weihrauch.

Bezüglich dem Wirkungsmechanismus des Weihrauchharzes  gibt es in den Forschungsergebnissen und in der Phytotherapie-Fachliteratur unterschiedliche Erklärungsansätze. Boswelliasäuren galten vor allem auch als Leukotrien-Hemmer.

Eine Zusammenfassung der Diskussion gibt es im Pharmawiki:

„Lange Zeit war die 5-Lipoxygenase, das Schlüsselenzym der Leukotrienbiosynthese, als selektiver Angriffspunkt der Boswelliasäuren identifiziert worden. Allerdings wurde in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Hemmung der 5-Lipoxygenase nicht das zugrunde liegende Wirkprinzip des Weihrauchs ist. Zwar hemmen die Boswelliasäuren die Leukotrienbildung in vitro, aber die dazu notwendigen Konzentrationen sind sehr hoch und in vivo kaum erreichbar, insbesondere wegen der starken Bindung an Plasmaproteine. Die folgenden Angriffspunkte werden für die entzündungshemmenden Eigenschaften der Boswelliasäuren verantwortlich gemacht:

Hemmung der 12-Lipoxygenase

Hemmung der Leukozytenelastase

Hemmung des NFκB-Signalwegs

Hemmung des Cathepsin G

Die antientzündliche Wirkung kann also über ein weites Spektrum an entzündungshemmenden Einflüssen erklärt werden. Ein Angriff an direkt entzündungsfördernden Proteinen wie den Lipoxygenasen und auch Cyclooxygenasen scheint im Organismus eher von untergeordneter Rolle zu sein. Ein Eingriff in den NFκB-Weg stellt im Gegensatz zum direkten Angriff an den Lipoxygenasen eine indirekte Hemmung der Entzündung durch Modulation der „Steuerung“ des Entzündungsgeschehens dar. So werden Botenstoffe, die zur Ausweitung der Entzündung von Immunzellen ausgeschüttet werden, durch Hemmung des NFκB-Weges vermindert gebildet…… Vermutlich ist nicht ein einzelner Angriffspunkt für das Wirkungsbild von Weihrauchharzextrakten verantwortlich, sondern es werden mehrere Mechanismen der Entzündungsregulation beeinflusst, die dann gemeinsam zu einer Entzündungshemmung führen. Trotzdem wird bis heute weitläufig die Hemmung der Leukotriensynthese durch Boswelliasäuren als „das Wirkprinzip“ des Weihrauchs angeführt.“

Quelle: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Weihrauch

Möglicherweise verschieben die Arbeiten an der Universität Jena dem Focus nun verstärkt auf die Prostaglandinhemmung.

Entscheidender als die Erforschung des Wirkungsmechanismus im Labor ist allerdings die Wirksamkeit in klinischen Studien mit Patienten.

Im Zentrum solcher Studien steht die chronische Polyarthritis, aber auch Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

In diesen Bereichen liegen positive Studienresultate vor, die allerdings wegen methodischer Diskussionspunkte kontrovers beurteilt werden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Sind Vitamin B5, Hirse-Extrakt und L-Cystin wirksam gegen Haarausfall?

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Im Phytoforum der „Aerztezeitung“ wurde folgende Frage gestellt:

„Hirse-Extrakt (öliger) wird zusammen mit der Aminosäure L-Cystin und Vitamin B5, der Pantothensäure, für die Indikation Haarausfall vermarktet.

Welche Erkenntnisse bestehen zu dieser Kombination? Gibt es darüber hinaus Daten zu der Wirksamkeit und dem Wirkmechanismus? Wie sieht es bei männlichem oder weiblichem genetischen Haarausfall aus?“

Die Antwort von Prof. Karin Kraft (Lehrstuhl für Naturheilkunde der Universität Rostock):

„Zur ersten Frage: In einem Beitrag haben Privatdozentin Daniela Höller Obrigkeit von der Hautklinik der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen und ihre Mitarbeiter 2006 in einer in vitro Studie an Keratinozyten gezeigt: Die Kombination aus L-Cystin, Pantothensäure und dem aus der Hirse gewonnenen Phytoöstrogen Miliacin steigert das Zellwachstum synergistisch (Cutan Ocul Toxicol 2006; 25(1): 13-22).

Zur zweiten Frage: Über den zugrunde liegenden Mechanismus, über die Wirksamkeit in vivo und mögliche Wirkungen in besonderen Patientengruppen ist allerdings keine Aussage möglich.“

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/803888/hilft-hirse-haarausfall.html?sh=225&h=-1654632450

Kommentar & Ergänzung:

Bei den untersuchten Substanzen der Studie aus Aachen handelt es sich um Inhaltsstoffe des Haarwuchsmittels PRIORIN®. Beteiligt an der Studie war die Pharmafirma Roche, während Priorin heute von Bayer verkauft wird. Es handelt sich um Kapseln zum Einnehmen.

So interessant solche Laborergebnisse manchmal auch sein mögen: Karin Kraft schreibt sehr zu recht, dass die Resultate dieser Studie keine Aussagen über mögliche Wirkungen in vivo (am lebenden Menschen) erlauben.

Eine gut dokumentierte Wirksamkeit sieht jedenfalls anders aus.

Priorin gibt es daneben auch zur äusserlichen Anwendung mit den Inhaltsstoffen Melatonin, Ginkgo biloba und Biotin (Vitamin B7).

Die Priorin-Website trägt in Bezug auf Wissenschaftlichkeit ziemlich dick auf:

„ Priorin® LF wurde in der Schweiz in Zusammenarbeit mit mehreren internationalen dermatologischen Kliniken und Universitäten entwickelt und geprüft. Es ist das Resultat von über 10 Jahren Forschung und Entwicklung, u.a. an der ETH Zürich und der dermatologischen Klinik in Zürich.

Die Wirksamkeit und die Verträglichkeit von Priorin® LF wurde in verschiedenen Studien in mehreren Ländern gezeigt. Die Untersuchungen wurden an Männern und Frauen verschiedensten Alters durchgeführt.“

(Quelle: http://www.priorinlf.ch/de/studien.html)

Wenn man die Wissenschaftlichkeit so ins Zentrum rückt, sollte man meines Erachtens auch die Quellenangeben angeben, also offenlegen, in welchen Fachzeitschriften die Forschungsresultate publiziert wurden. Schöne Behauptungen kann nämlich jeder aufstellen. Die Website enthält als Beleg nur Vorher/Nachher-Fotos. Das ist als Beleg nichts wert.

Basis der Priorin-Kapseln ist ein Goldhirse-Totalextrakt. Hirse ist ein wertvolles Getreide:

„ Hirse ist das mineralstoffreichste Getreide. In Hirse sind Fluor, Schwefel, Phosphor, Magnesium, Kalium und besonders viel Silizium (Kieselsäure) und Eisen enthalten. Im Handel üblich ist die von Schalen befreite Goldhirse. Es gibt daneben die ungeschälte Braunhirse, in der die meisten an den Schalen haftenden Mineralstoffe und Spurenelemente erhalten sind. Möglicherweise ist jedoch der Blausäuregehalt besonders bei roher Hirse nicht ganz unbedenklich. Hirse kann zur Herstellung glutenfreier Backwaren verwendet werden. In vielen Gebieten Afrikas und Asiens sind die unterschiedlichen Hirsearten Hauptnahrungsmittel, werden allerdings zunehmend durch Mais verdrängt. Kolbenhirse dient als Nahrung und in Osteuropa als Viehfutter, in Europa und Nordamerika zudem als Vogelfutter für die Ziervogelhaltung.

Hirse ist darüber hinaus die Grundlage einiger traditioneller Biere, zum Beispiel Dolo in Westafrika, Pombe in Ostafrika und Merisa im Sudan. In Äthiopien ist die Hirseart Teff (Eragrostis tef) die wichtigste Nahrungspflanze der Menschen. Industriell wird Hirse von einigen spezialisierten Brauereien zur Herstellung von glutenfreiem Bier für Menschen mit Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) genutzt. In China werden aus Hirse eine Reihe von Spirituosen gebrannt, die Baijiu genannt werden, der bekannteste chinesische Hirseschnaps ist Maotai.“

(Quelle: Wikipedia)

Interessant ist auch die Nutzungsgeschichte der Hirse:

„ Die beiden ältesten Funde von Rispenhirse in Deutschland (Nähe Leipzig und Kreis Hadersleben) stammen aus der Zeit der Linienbandkeramik (Altneolithikum 5500–4900 v. Chr.). Im Altertum und Mittelalter zählten die unterschiedlichen Hirsearten zum meistangebauten Getreide. Durch Ausgrabungen in Mittel- und Norddeutschland ist ebenso der Hirseanbau in der vorrömischen Eisenzeit (Hallstatt- und Latènezeit) sowie der römischen Zeit (1.–3. Jahrhundert n. Chr.) belegt. In der frühen Neuzeit wurden sie in Europa durch die Einfuhr von Kartoffel und Mais fast völlig verdrängt. Im Himalayagebiet wird aus verschiedenen Sorten ein schwachalkoholisches Bier gebraut. Gästen des Hunnenkönigs Attila wurde ausschließlich Hirse gereicht. Um die Gesundheit und Kraft zu stärken, empfahl der griechische Philosoph Pythagoras die Hirse.“

(Quelle: Wikipedia)

Meine Vermutung: Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Priorin bekommt man gesünder und billiger via Hirse oder via andere Getreide. Das Produkt scheint mir unnötig (als Drogist, der ich einmal war, würde ich heute mit einer solchen Einstellung allerdings wohl Pleite gehen….).

Ob Ginkgo biloba im Priorin® LF via äusserlicher Anwendung auf der Kopfhaut einen positiven Effekt gegen Haarausfall hat, scheint mir auch fraglich.

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Bockshornklee – interessant als Heilpflanze und Gewürz

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Bockshornklee ist eine spannende Pflanze mit einer interessanten Geschichte. Verwendung findet der Bockshornklee als Gewürz in der indischen Küche (z. B. in Curry-Mischungen) und als Heilpflanze.

Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) zählt zur Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Der Bockshornklee ist ein naher Verwandter des Schabzigerklees (Trigonella caerulea).

Bockshornklee bevorzugt Standorte mit viel Sonnenlicht und eher lehmigem Boden.

Woher kommt der Name Bockshornklee?

Die Übersetzung von „foenum-graecum“ lautet  „griechisches Heu“. Als weitere deutsche Trivialnamen sind bekannt: Kuhhornklee, Ziegenhorn, Hirschwundkraut, Rehkörner, feine Grete, Filigrazie, Schöne Margreth, Siebenzeiten, Stundenkraut, Methika und Philosophenklee. In der Bodybuilding-Szene ist Bockshornklee unter seinem englischen Trivialnamen Fenugreek bekannt.

Der arabische Name hulbah / ‏حلبه‎ und sein hebräisches Pendent hilbeh [חילבה] sind vermutlich nativ semitisch und leiten sich wohl von der Wurzel ḤLB „Milch“ ab, die auch dem Namen der Mahaleb-Kirsche zu Grunde liegt. Das Benennungsmotiv wäre dann die in der Volksmedizin vielfach genutzte Milch treibende (galaktogoge) Wirkung. Spanisch alholva ist, wie zahlreiche Pflanzennamen der iberischen Halbinsel (siehe auch Kaper), eine Entlehnung aus dem Arabischen: al-hulbah / ‏الحلبه‎ /‚der Bockshornklee‘. Sein Name auf Persisch ist Shanbalile ‏ شَنبَلیله ‎, auf Hindi heißt er Methi und auf Amharisch (Äthiopien) heißt er Abisch.

Geschichte des Bockshornklees

Der Bockshornklee wurde schon im Chalkolithikum domestiziert, verkohlte Samen stammen etwa aus Tell Halaf. Ein Nachweis aus der Eisenzeit gelang im Tell von Deir Alla im Jordantal. Bockshornklee wurde auch im alten Ägypten verwendet, wo er sowohl in Pflanzenheilkunde und Geburtshilfe als auch in religiösen Handlungen eine Rolle spielte. Arabische Ärzte lehrten, dass sich nach einer Anwendung von abgekochten Bockshornkleesamen Schuppen und Haarausfall vermindern und die Haare gelockter werden.

In Indien wird der Bockshornkleesamen als Aromatikum, Carminativum, Tonikum und Aphrodisiakum und ein Aufguss bei Pocken zur Kühlung angewendet. Der Bockshornklee fand jedoch auch frühzeitig in der Gartenkunst im Kaiserreich China Verwendung.

Nördlich der Alpen bemühten sich Benediktinermönche, Bockshornklee in den Klostergärten zu akklimatisieren und er wird im „Capitulare de villis“ (verfasst zirka 795) von Karl dem Großen zum Anbau angeordnet. Hildegard von Bingen nennt Bockshornklee als Heilmittel gegen Hautkrankheiten. Durch Pfarrer Sebastian Kneipp wurde die Verwendung des Bockshornklees in der Volksheilkunde wieder neu belebt. Die grosse Nachfrage führte dazu, dass der Bockshornklee wieder angebaut wurde. Sebastian Kneipp lobte diese Heilpflanze bei jeder Gelegenheit und setzte sich für ihren Anbau ein. Foenum graecum sei das beste von allen ihm bekannten Heilmitteln zum Auflösen von Geschwülsten und Geschwüren, schrieb Kneipp.

Vom Propheten Mohammad soll die Aussage stammen: „Wenn meine Leute wüssten, wieviel Heilkraft im Bockshornklee enthalten ist, dann würden sie ihn kaufen und sein Gewicht in Gold aufwiegen“.  In einer anderen Überlieferung des Propheten erklärt er sinngemäß „mische Bockshornklee in deine Arzneien“. Im muslimischen Kulturkreis finden sich demnach außer den oben genannten medizinischen Anwendungen zahlreiche weitere, unter anderem als Bockshornkleesprossen gegen Haarausfall bei Männern, den Samen zur Behandlung von Diabetes mellitus oder bei Menstruationsbeschwerden.

Zum Vorkommen des Bockhornklees

Bockshornklee ist über das südliche Europa, Afrika, den Nahen Osten, Indien, China und Australien verbreitet. Hauptanbauländer sind Marokko und Indien. Kleinere Mengen werden auch für Stilltees und andere Zwecke noch in Deutschland (100ha) und Frankreich (500ha) kultiviert.

Verwendung des Bockshornklees

In trockenen Ländern im Nahen Osten, in Nordafrika und in Spanien wird Bockshornklee als Nahrungsmittel oder Futterpflanze kultiviert und geröstet, gekocht oder frisch verzehrt. Er verträgt auch einen hohen Bodenversalzungsgrad. Darüber hinaus wird Bockshornklee als Gewürz verwendet und ist zum Beispiel ein wesentlicher Bestandteil von Currypulver. Ebenso werden die Bockshornsamen – wie auch Schabzigerklee – beispielsweise in Südtirol als Brot- oder Käsegewürz verwendet. Bockshornklee ist Bestandteil einer Gewürzmischung zur Produktion der türkischen Trockenfleischspezialität Pastırma.

Bockshornkleesamen, der von Ägypten nach Europa importiert und dort zu Sprossengemüse verarbeitet wurde, hat mit grosser Wahrscheinlichkeit die HUS-Epidemie 2011 verursacht.

Aus den Samen des Bockshornklees lässt sich ein fettes Öl mit Triglyceriden der Linolensäure, Palmitinsäure, Linolsäure und Ölsäure gewinnen. Sie enthalten Lecithin und Phytosterin, Schleimstoffe, Saponine und Sapogenine, die Vitamine A und D, Phosphor und Cholin, das angeblich einer Verfettung der Leber entgegenwirkt, den Stoffwechsel günstig beeinflussen und einer Arteriosklerose vorbeugen soll.

Darüber hinaus enthält Bockshornklee die Aminosäure Histidin, die angeblich Leberschädigungen entgegenwirken soll. Als Tee ist er hauptsächlich in China, Indien und Tibet bekannt. Er wird dort als Hustenmittel und zur Reinigung der Atemwege verwendet. Weiterhin enthält Bockshornklee Diosgenin (ein Wirkstoff der möglicherweise gegen Dickdarmkrebs eingesetzt werden kann und vor allem aus Dioscorea villosa  (Yams) bekannt ist.

Bockshornkleesamen werden in der Pflanzenheilkunde bei leichterem oder als Begleitmedikation auch bei schwererem Diabetes mellitus angewendet (ähnlich einem oralen Antidiabetikum). Sie führen nachweislich zur Senkung des Blutzuckers und des LDL-Cholesterins. Eine übliche Dosis sind etwa 25 Gramm Samenpulver pro Tag. Die äußerliche Anwendung als Auflage oder Wickel hemmt Entzündungen und lindert Nasennebenhöhlenentzündungen, Atemwegsbeschwerden oder Rheuma, ausserdem auch Hauteiterungen oder Ekzeme. Zu diesem Zweck werden 50 Gramm Samen gemahlen und mit 250 Milliliter Wasser zu einem Brei verkocht. Von stillenden Frauen wird Bockshornklee als milchbildendes Mittel (Galaktagogum) genutzt.

Bockshornkleesamen sind als Tee, als Pulver oder als fertige Auflagen im Handel. Des Weiteren sind Nahrungsergänzungsmittel mit Bockshornsamenpulver oder Bockshornsamenkonzentrat erhältlich.

Quelle: Wikipedia

Kommentar und Ergänzung:

Aus meiner früheren Zeit als Drogist kenne ich Bockshornkleesamenpulver als Fresslustpulver in der Veterinärmedizin und als Kataplasma (Breiumschlag) bei Furunkel und Stirnhöhlenentzündung.

Auf neueren Erkenntnissen beruht die Anwendung bei Diabetes mellitus zur Senkung des Blutzuckers sowie zur Senkung des LDL-Cholesterins. In diesen Bereichen wirkt der Bockshornklee in der gleichen Art wie Haferkleie, Guarmehl, Flohsamen, Pektin, Johannisbrotkernmehl.

Interessant ist auch der mit dem Bockshornklee verwandte Schabzigerklee. Er dient ausschließlich getrocknet zum Würzen. In der Schweiz wird Schabzigerklee, der etwas milder als der Bockshornklee ist und stark würzig nach frischem Heu riecht und eigenartig bitter schmeckt, zur Produktion des Schabzigers  verwendet. Das ist ein sehr aromatischer, nahezu fettfreier Käse („Glarner Schabziger“).

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Internationaler Zugvogeltag: 60 000 Zugvögel beobachtet

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So viele Anlässe wie noch nie erwarteten am vergangenen Wochenende die interessierten Besucher am Internationalen Zugvogeltag EuroBirdwatch 2011. Das Angebot der lokalen Sektionen des Schweizer Vogelschutzes SVS / BirdLife Schweiz wurde ausgiebig genutzt: An den insgesamt 65 Beobachtungs- und Informationsständen in der ganzen Schweiz fanden sich insgesamt 5’382 Personen ein, um sich vom Phänomen Vogelzug begeistern zu lassen.

Die Fachleute der lokalen Sektionen des SVS / BirdLife Schweiz zählten am Wochenende insgesamt 59’555 Zugvögel, darunter zahlreiche Schwarmzieher wie der Buchfink oder der Star (20’328 bzw. 4’817 beobachtete Vögel). Aber auch Einzelzieher wie der Gartenrotschwanz wurden beobachtet. Er zählt zu den Vogelarten, die vom SVS / BirdLife Schweiz mit spezifischen Projekten gefördert werden. Sein Bestandesrückgang seit Anfang des letzten Jahrhunderts steht symbolhaft für den anhaltenden Biodiversitätsverlust in der Schweiz.

Die Anlässe in der Schweiz sind Teil des in ganz Europa und neu auch in Zentralasien durchgeführten EuroBirdwatch, an dem sich dieses Jahr BirdLife-Organisationen aus total 38 Ländern beteiligten. Sie schufen für diesen Anlass ein beeindruckendes Netz von über 1’000 Beobachtungs- und Informationsständen. Zehntausende teilnehmende Personen beobachteten mehr als eine Million Zugvögel. Der SVS / BirdLife Schweiz fungierte dieses Jahr als Europa-Zentrale, in der die Daten aller Anlässe zusammengetragen wurden. „Der EuroBirdwatch ist ein gemeinsamer Appell der BirdLife-Organistionen aus Europa und Zentralasien für sichere Zugwege und für einen Stopp des Biodiversitätsverlustes“, sagt Fritz Hirt, Koordinator des EuroBirdwatch.

Die Zugvögel sind neben dem Lebensraumverlust in den Brutgebieten auch auf dem Zug stark gefährdet. Zu schaffen machen ihnen vor allem Trockenlegungen von Feuchtgebieten, Stromleitungen, Windräder, starke Nachtbeleuchtung sowie illegale Jagd. In den Überwinterungsgebieten in Afrika liegt ein grosses Gefährdungspotenzial beim Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie beim Verlust von Rastplätzen und Winterquartieren.

Der SVS / BirdLife Schweiz setzt sich für die Zugvögel in den Brutgebieten, auf dem Zugweg und in den Winterquartieren in Afrika ein.

Quelle: SVS / BirdLife Schweiz, www.birdlife.ch

Kommentar & Ergänzung:

Der Internationale Zugvogeltag gilt auch als „grösste Flugschau Europas“.

Wobei die Zugvögel es aber wirklich nicht leicht haben.

Zu den Zugvögeln werden Vogelarten gezählt, die verschiedene Jahreszeiten an unterschiedlichen Orten verbringen. Dabei legen die Vögel zum Teil beeindruckende Strecken zurück.

Hier ein paar weitere Informationen zu diesem faszinierenden Phänomen.

Naturerscheinungen waren und sind für Menschen aller Kulturkreise stets eine Herausforderung. Das Verschwinden der Vögel im Herbst und ihr Auftauchen im Frühling war besonders auffällig. Die Verbindung mit dem Frühling weckte positive Gefühle. Die Auguren (Vogelschauer) der Antike haben aus dem Flug der Vögel die Zukunft herausgelesen. Masseneinflüge, sogenannte Invasionen gewisser Vogelarten, wurden im Mittelalter als Vorzeichen für Krieg oder Pest gedeutet. Noch im 18. Jahrhundert glaubte mit andern Wissenschaftern auch Carl von Linne, dass Schwalben den Winter im Schlamm von Weihern und Seen verbrächten. Noch bis zur Mitte unseres Jahrhunderts wurde im Volksmund weitergegeben, dass sich der Kuckuck im Herbst in einen Sperber verwandle.“

Man unterscheidet Kurzstreckenzieher, Langstreckenzieher und Teilzieher.

Kurzstreckenzieher:

„ Im Gegensatz zu den Langstreckenziehern überwintern die Kurzstreckenzieher in einer Klimazone, die jener ähnlich ist, in der sie brüten.

In Europa sind dies für viele Arten das südliche Mitteleuropa und der Mittelmeerraum. Natürlich gibt es viele Übergänge zwischen Kurz- und Langstreckenziehern; so sind in Asien viele Arten Langstreckenzieher, die in Europa nur bis nach Südfrankreich ziehen. Viele Kurzstreckenzieher gehören auch zu den Teilziehern. Die meisten Kurzstreckenzieher wandern nach Südwesten in milde, vom Golfstrom beeinflusste Gebiete. Andere, wie der Hausrotschwanz und die Mönchsgrasmücke, suchen Winterquartiere sowohl im Südwesten als auch im Südosten auf. Viele Arten ziehen am Morgen, wie z. B. die Finken, andere, wie Rotkehlchen und Singdrossel, vornehmlich nachts oder, wie die Feldlerche, tags und nachts. In der Regel brechen die Kurzstreckenzieher im Herbst später nach Süden auf und kehren im Frühling früher zurück als die Langstreckenzieher. Manche Arten ziehen sogar erst dann weg, wenn sie durch Schnee dazu gezwungen werden.“

Langstreckenzieher:

„ Die Langstreckenzieher räumen im Herbst ihr Brutgebiet vollständig und überwintern in einer gänzlich anderen Klimazone der Erde.

Die meisten Langstreckenzieher wechseln von Europa in die Tropen Afrikas südlich der Sahara. Nur einzelne Arten Osteuropas überwintern im tropischen und subtropischen Asien, z.B. Rosenstar, Karmingimpel, Waldammer und Kappenammer. Die Langstreckenzieher leben somit das ganze Jahr in warmen Klimaten und kennen keinen Winter in unserem Sinne. Die meisten Insektenfresser gehören zu den Langstreckenziehern, da im Winter bei uns in Europa diese Nahrung nicht mehr ausreichend vorhanden ist. Langstreckenzieher verlassen das Sommerquartier im allgemeinen kurz nach Beendigung des Brutgeschäftes im Spätsommer, wenn Wetter und Nahrungsangebot noch günstig sind. Die meisten wandern nachts und innerhalb Europas in südwestlicher Richtung (s. Gartenrotschwanz). Damit die Vögel ihre Winterquartiere in Afrika erreichen, müssen sie die Zugrichtung im Mittelmeerraum nach Süden oder Südosten drehen. Eine ganz andere Zugrichtung schlagen der Neuntöter, der Sumpfrohrsänger und die Klappergrasmücke ein. Sie ziehen in östlicher oder südöstlicher Richtung nach Griechenland oder in den Nahen Osten, um auf diesem Weg die ostafrikanischen Winterquartiere zu erreichen. Schwalben und Segler ziehen hauptsächlich tagsüber. Diese Flugjäger fressen oft während des Zuges.

Die Langstreckenzieher ziehen aber auch in Afrika umher, was erst in den letzten Jahren entdeckt wurde. So wurde in Kenia in den Monaten November und Dezember ein starker Zug gewisser Arten nach Süden beobachtet. Es scheint, dass diese Arten nach der Überquerung der Sahara zuerst einige Wochen im Sudan und in Äthiopien verbringen, bevor sie noch weiter nach Süden ziehen. Vieles über die Wanderungen der Zugvögel aus Europa und Asien innerhalb Afrikas ist aber noch unbekannt.“

Teilzieher:

„ Unter dem Begriff Teilzug werden ganz verschiedene Erscheinungen zusammengefasst.

– Bei vielen Kurzstreckenziehern räumen die im Norden beheimateten Populationen im Winter das Brutgebiet vollständig und ziehen nach Südeuropa, während mitteleuropäische Vögel teils ziehen, teils Standvögel sind und südeuropäische Artgenossen im Brutgebiet überwintern. Beispiele dafür sind Rotkehlchen und Buchfink. Es können im Winterquartier somit verschiedene Populationen zusammen überwintern, oder die nördlichen Artgenossen überfliegen die Winterquartiere der südlichen Populationen.

– Bei vielen Teilziehern überwintert der Grossteil der Altvögel im Brutgebiet, während die Jungvögel meist nach Süden ziehen (z.B. Amsel).

– Bei Grossvögeln, die frühestens am Ende des 2. Lebensjahres brüten, können die Jungvögel die Zeit bis zur Brutreife im Winterquartier oder südlich des Brutgebietes verbringen (z.B. Fischadler, Weissstorch).

– Bei manchen Arten sind in derselben Population Zug- und Standvögel vorhanden. Wie in den letzten Jahren nachgewiesen wurde, können sogar in derselben Brut ein Teil der Geschwister Zugvögel, der andere Teil Standvögel sein (z.B. Amsel, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen), wenn die Eltern entsprechend verschiedenes Erbgut an ihre Nachkommen weitergegeben haben.

Das Teilzugverhalten, so kompliziert es uns im einzelnen auch erscheint, kann folgendermassen verstanden werden: Wenn ein strenger Winter vielen der im Brutgebiet verbleibenden Individuen das Leben kostet, sind die ziehenden Artgenossen im Vorteil. Wenn der Winter mild ist, überleben die Standvögel besser und haben bei Ankunft der Zugvögel die besten Territorien schon besetzt; in diesem Fall sind die Standvögel im Vorteil. Mit dem Teilzugverhalten reagieren die Vögel somit nicht nur auf die jahreszeitlich wechselnden Lebensbedingungen, wie die typischen Zugvögel, sondern auch auf die von Jahr zu Jahr unterschiedlichen Überwinterungsbedingungen – eine ganz erstaunliche und fein differenzierte Anpassung an die wechselnden Bedingungen in den gemässigten Klimazonen.“

(Quelle: www.vogelwarte.ch)

Falls Sie mehr über die Natur erfahren möchten, schauen Sie sich doch mal die Termine meiner Natur-Seminare an.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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[Buchtipp] Goethe und der Ginkgo. Insel-Bücherei, Band 1188, Ein Baum und ein Gedicht — von Siegfried Unseld

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Verlagsbeschreibung

DIE RIESEN

Die Natur hat sich in Afrika beeindruckende Denkmäler geschaffen – charakteristisch in ihrer Form und gewaltig in ihrer Dimension. Seien es der Flusslauf des Nils, das Gebirgsmassiv des Kilimandscharo oder die weite Wasserfläche des Victoria-Sees. Die Schauplätze: Burkina Faso, Kamerun, Kongo, Äthiopien, Namibia, Kenya, Elfenbeinküste, Zimbabwe, Benin, Marokko.

MYTHEN & LEGENDEN

Dunkle Schatten, die Schreie wilder Tiere, dumpfe Trommeln – ein weites archaisches Land, in dem Geister und Ahnen zum Leben der Menschen gehören. Jahrhunderte alte Mythen und Erzählungen durchziehen den Schwarzen Kontinent vom Norden bis zum Süden. DIE TRAUMINSELN

Dem afrikanischen Kontinent vorgelagert liegen in den Weiten des Atlantischen und Indischen Ozeans die Inseln der Träume. Die Kanaren, die Kapverdischen Inseln, die Seychellen, Reunion und Mauritius. Breitengrad und Geologie zeichnen ihre charakteristischen Gesichter. Zum Shop

Kommentar:

Goethe und der Ginkgo – ein Baum und ein Gedicht

Der Ginkgo-Baum gilt als ein „Ur-Baum“, weil er in Versteinerungen seiner Blätter an verschiedenen Stellen der Erde, auch in Europa, sei etwa 280 Millionen Jahren nachweisbar ist. Botanisch nimmt er eine Sonderstellung zwischen Laub- und Nadelbäumen ein. Er überstand alle Erdkatastrophen in Zentralchina. Von dort gelangte er nach Nordchina, Japan und Korea.

Um 1730 gelangten durch die Schiffe der niederländischen Ostindischen Companie die ersten Ginkgo-Samen aus Japan nach Utrecht. Von dort wurden sie in andere Gegenden Europas exportiert. Diese Ginkgo-Bäume galten als exotische Sondererscheinungen in Botanischen Gärten und Schlossparks. Damals bestand ein grosses Verlangen danach, Pflanzen aus fernen Ländern zu kultivieren. Goethe war fasziniert von diesem ungewöhnlichen Baum mit seinen fächerartigen, oft tief zweigeteilten Blättern. Zu seiner Zeit konnte er allerdings erst etwa 4 Meter hohe Exemplare sehen.

Goethe hat ein berühmtes Gedicht geschrieben über den Ginkgo. Es entstand zum Zeitpunkt der intensivsten Hinwendung zu Marianne von Willemer, der „Suleika“ seiner Divan-Gedichte. Ihr hat er das Gedicht auch gewidmet. Sie antwortete mit einem Gedicht und es entwickelte sich ein Wechselgesang. Drei Gedichte von Marianne von Willemer nahm Goethe in seinen West-östlichen Divan auf, ohne ihre Autorinnenschaft zu erwähnen.

Dieses kleine Bändchen erzählt die Geschichte der Beziehung zwischen Goethe und dem Ginkgo, aber auch zwischen Goethe und Marianne von Willemer und ihrem poetischen Wechselgesang.

Ginkgo gehört auch zu den wichtigsten Heilpflanzen. Extrakte aus den Blättern werden in der Phytotherapie bei Demenz und bei arteriellen Durchblutungsstörungen eingesetzt. Davon ist in diesem Buch nicht die Rede. Hier werden literarische Aspekte der Pflanze in einer ansprechenden Art vorgestellt. Das ist eine Bereicherung und Ergänzung für Menschen, welche den Ginkgo sonst nur als Heilpflanze kennen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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