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Phytopharmaka in der Europäischen Leitlinie zur Behandlung von Rhinosinusitis

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Die europäische Leitlinie zur Behandlung der Rhinosinusitis ist gegenwärtig die aktuellste Therapieempfehlung von HNO-Ärzten für die Behandlung viraler Atemwegsinfektionen (»Erkältung«). Sie enthält auch Empfehlungen für pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka), die in einem Artikel der „Pharmazeutischen Zeitung“ beschrieben werden:

„Cineol und Myrtol, aber auch Pelargonium-Extrakte kommen zur Therapie viraler Atemwegsinfekte infrage….. In klinischen Studien konnten im Vergleich zu Placebo die Symptome bei einer akuten viralen Rhinosinusitis ab dem vierten Tag gelindert werden Auch die Kombination aus fünf Pflanzenextrakten (Enzian, Schlüsselblume, Sauerampfer, Holunder und Eisenkraut) konnte in einer neueren, Placebo-kontrollierten klinischen Studie positive Effekte auf die Symptome einer akuten Rhinosinusitis zeigen. Die Effektstärke war vergleichbar mit der Stärke der Wirkstoffe, die in der europäischen Leitlinie bereits diskutiert wurden (Cineol, Myrtol, Pelargonium)“

Die Effektstärke der genannten Therapeutika sei in den Studien nicht sehr groß gewesen und die Wirkung sei erst mit Verzögerung (vier bis sieben Tage) eingetreten.

„Dennoch gelten diese ausgewählten pflanzlichen Arzneimittel als angemessene und wirksame Apothekenempfehlung, auch ergänzend zur akut symptomatischen Therapie.“

Für die traditionelle chinesische Medizin spricht die Europäische Leitlinie aufgrund unzureichender Daten explizit keine Empfehlung aus.

Für Echinacea-haltige Präparate schätzt sie die Datenlage als widersprüchlich ein und empfiehlt sie aus diesem Grund ebenfalls nicht.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=59826

Kommentar & Ergänzung:

In die Leitlinien aufgenommen zu werden ist so etwas wie eine Auszeichnung, weil es dazu positive Ergebnisse aus klinischen Studien braucht.

Und damit solche Ergebnisse zustande kommen, braucht es Firmen, die Geld in die Forschung stecken. Das ist nicht ganz einfach für Phytopharmaka, weil grosse Investitionen in die Forschung sich nur lohnen für patentierte Produkte. Die Mehrzahl der Heilpflanzen-Präparate ist aber nicht patentiert.

Leitlinien sind für die Phytotherapie meines Erachtens nicht das einzige oder letzte Mass. Sie bieten aber trotzdem eine wichtige Orientierung.

Bei der in den Leitlinien erwähnten Kombination aus fünf Pflanzenextrakten (Enzian, Schlüsselblume, Sauerampfer, Holunder und Eisenkraut) handelt es sich im „Sinupret®“. Die Zusammensetzung dieses Präparats ist nicht sehr plausibel, doch gibt es dafür positive klinische Studien. Myrtol ist als „Gelomyrtol®“-Kapseln im Handel, Pelargonium als „Umckaloabo®“ und „Kaloabo®.

Siehe auch:

Phytopharmaka gehören in die Leitlinien

S3-Leitlinie bestätigt Empfehlung für Johanniskraut als Erstlinientherapie der unipolaren Depression

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Senföle aus Meerrettich und Kapuzinerkresse hemmen Grippeviren vom Typ H1N1

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Grippeviren mutieren rasch, bilden schnell Resistenzen und sind daher schwer zu bekämpfen. Wissenschaftler der Universität Gießen konnten nun zeigen, dass Senföle die Vermehrung von H1N1-Viren um fast 100 Prozent hemmen können.

Die untersuchten Isothiocyanate stammen aus Kapuzinerkresse (Benzylisothiocyanat) und Meerrettichwurzel (2-Phenylethylisothiocyanat und Allylisothiocyanat). Die Wissenschaftler hatten zuerst in einer Zellkultur von humanen alveolaren Lungenepithelzellen die Menge des Senfölgemischs bestimmt, welche keine toxische Wirkung auf die Zellen zeigt. Danach wurde der Effekt des Gemischs auf die Vermehrung von H1N1-Viren untersucht.

Das Mischungsverhältnis der Isothiocyanate entspricht demjenigen in Angocin Anti-Infekt N. Das Präparat des Herstellers Repha ist bisher zur Besserung der Beschwerden bei akuten entzündlichen Erkrankungen der Bronchien und Nebenhöhlen und der ableitenden Harnwege zugelassen.

Durch die kombinierte Gabe habe die Vermehrung der Grippeviren in menschlichen Lungenzellkulturen vermindert werden können. Der antivirale Effekt war um den Faktor 10 hoch 5 mal höher als bei der singulären Nutzung der Isothiocyanate.

Studienleiter Professor Dr. Stephan Pleschka sieht darin Hinweise darauf, dass das Senfölgemisch möglicherweise eine zusätzliche phytotherapeutische Option bei viralen Atemwegsinfektionen sein könnte.

Das Wissenschaftlerteam hatte für die drei einzelnen Isothiocyanate in früheren Untersuchungen bereits eine hemmende Wirkung auf H1N1 von jeweils 90 Prozent festgestellt. In einer weiteren Studie mit Rhinoviren wollen die Forscher nun klären, ob die Resultate auch auf andere atemwegsrelevante Viren übertragbar sind.

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/wissenschaft/senfoele-hemmen-h1n1

Kommentar & Ergänzung:

Die Senfölglykoside (Glukosinolate) aus Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse werden sehr zu Recht auf ihre antimikrobielle Wirkung untersucht. Diese Wirkstoffgruppe hat grosses therapeutisches Potential. Bei viralen Erkrankungen sind die therapeutischen Möglichkeiten bisher alles andere als befriedigend und bei bakteriellen Infektionen gibt es zunehmende Probleme mit antibiotikaresistenten Keimen. Alternativen sind daher sehr gefragt.

Allerdings muss zu den beschriebenen Resultaten der Universität Giessen festgehalten werden, dass von positiven Ergebnissen aus Zellkulturen nicht einfach auf vergleichbare Effekte beim Menschen geschlossen werden kann.

Angocin ist ein interessantes Präparat, wobei aber auch hier ein paar Ergänzungen nötig sind:

Eine Filmtablette enthält  200 mg Kapuzinerkressenkraut und 80 mg Meerrettichwurzel.

Erwachsene nehmen 5-mal täglich 5 Filmtabletten (das entspricht 5-mal täglich 1 g Kapuzinerkressekraut und 0,4 g Meerrettichwurzel).

Die Phytotherapie-Fachliteratur hat etwas andere Vorstellungen von der angemessenen Dosierung:

Meerrettichwurzel: „Bei innerer Anwendung mittlere Tagesdosis 20 g frische Wurzel.“ (Leitfaden Phytotherapie, Heinz Schilcher / Susanne Kammerer / Tankred Wegener)

Eine antimikrobielle Wirkung dürfte also auch mit frischer Meerrettichwurzel zu erreichen sein, wenn man Meerrettich gerne hat: Meerrettich in Portionen über den Tag verteilt einnehmen und mit Quark, Joghurt, geraffeltem Apfel oder anderen geeigneten Zutaten mischen.

Wer die Meerrettich-Schärfe nicht mag, wird aber wohl die Filmtabletten vorziehen.

Die Phytotherapie-Fachliteratur bescheinigt dem Meerrettich vor allem Wirkungen bei Bronchitis und Zystitis (Blasenentzündung). Dabei stehen aber antibakterielle Wirkungen im Vordergrund, im Gegensatz zu den antiviralen Effekten in den beschriebenen Studien der Universität Giessen.

Siehe auch:

Senfölglykoside gegen Infektionen

Wirkstoffkunde: Was sind Senfölglykoside? Welche Wirkung haben sie?

Kapuzinerkresse: Breitbandantibiotikum aus der Natur

Meerrettich: Breitbandantibiotikum aus der Natur

Kräuter und ihre Wirkung: Kapuzinerkresse

Phytotherapie: Senföl aus Meerrettich und Kapuzinerkresse bekämpfen Influenza-Viren

Senfölglykoside hemmen multiresistente Erreger

Phytotherapie: Meerrettich als Heilpflanze bei Husten und Blasenentzündung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Tägliche Inhalation mit Salzwasser beugt Erkältungen vor

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Im Winterhalbjahr bewegen sich hierzulande die meisten Menschen den Großteil des Tages in Innenräumen und kommen dadurch nur wenig an die frische Luft. Als Folge davon steigt auch die Anfälligkeit für Infektionen, weil die Luftqualität in den Innenräumen wegen der unzureichender Lüftung und viel zu trockener Heizungsluft deutlich schlechter wird. Zur Vorbeugung von Atemwegsinfekten und zur Pflege der Atemwege im Allgemeinen raten die Lungenfachärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS) zur täglichen Inhalation von Salzwasser (Sole). „Trockene Schleimhäute in Nase, Mund, Hals und Rachen, die zum  Beispiel durch Heizungsluft entstehen, können nicht ihre volle Schutzfunktion entfalten und werden leichter von Erkältungsviren befallen“, erklärt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Neben  ausreichender Flüssigkeitszufuhr zum Beispiel in Form verschiedenster Kräutertees und regelmäßigem Lüften der Wohn- und Arbeitsräume helfen Inhalationen von Sole (d.h. einer Salzlösung), die Schleimhäute feucht und funktionstüchtig zu halten und damit sowohl Infekten vorzubeugen, als auch eine stärkere Verschleimung aufgrund einer Erkältung oder anderer Erkrankungen zu lindern. Soleinhalation ist also nicht nur für Patienten mit Atemwegserkrankungen zu empfehlen, sondern ausdrücklich auch für Gesunde zur Krankheitsvorbeugung und Pflege ihrer Atemwege. Jeder weiß, dass wir uns mit regelmäßigen körperlichen Aktivitäten vor vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen können. Allzuleicht vergessen wir aber, dass ein zweites, extrem wichtiges und lebenserhaltenes System, nämlich unsere Atmung durch unsere Umwelt in vielfältiger Weise gefährdet ist und wir zwingend darauf aufzupassen haben.“

Inhalation hat vielerlei günstige Effekte

Durch das Anfeuchten der Schleimhäute in den Atemwegen wird vor allem erreicht, dass die dort zu abertausend sitzenden, kleinen Flimmerhärchen nicht miteinander verkleben. Deren Aufgabe besteht darin, eingeatmete Fremdstoffe wie auf einem Förderband wieder aus den Atemwegen heraus zu transportieren. „Angefeuchtet können die Flimmerhärchen effektiver und häufiger schlagen, und zwar ähnlich stabil wie ein Kornfeld im Wind“, erklärt Morr. Außerdem verändere die Sole den Schleim in seinen Eigenschaften: Dieser sei nicht mehr klebstoffartig zäh, sondern flüssiger und könne somit auf dem Transportband besser gleiten.

Salzinhalation hemmt die Anheftung von Bakterien und Viren an der Schleimhaut

Eine bestimmte Konzentration an Salz in der Lösung kann das Anhaften von Bakterien und Viren in der Atemwegsschleimhaut erschweren. Dadurch breiten Infekte sich nicht in dem Maße aus,  wie das ohne Inhalation der Fall wäre. Auch bei Pollenasthmatikern führen Sole-Inhalationen zu einer reduzierten Anhaftung von Pollen an der Schleimhaut, so dass solche  Allergene den Körper wieder rascher verlassen und allergische Reaktionen in den Atemwegen sich weniger intensiv abspielen.

Es gibt diverse Möglichkeiten, Sole zu inhalieren: Neben den klassischen Methoden – Wasserdampf aus einer Schüssel einatmen, eine Maske benutzen oder über ein Mundstück inhalieren – braucht man bei der so genannten Sole-Rauminhalation keine zusätzlichen Hilfsmittel. Hierbei wird die uns helfende Solelösung über ein Gerät in die Raumluft abgegeben – die Inhalation geschieht also ganz einfach über die Raumluft selbst und die natürliche Mund- und Nasenatmung.  Ein zeitlicher Aufwand ist damit nicht verbunden, und die Wirkung ähnlich wohltuend wie bei einem Spaziergang am offenen Meer. Die Schleimhäute werden durch die Inhalation feucht gehalten und bleiben so voll funktionsfähig. Auf diese Weise kann man quasi nebenbei ohne Extra-Aufwand – beispielsweise beim Zeitungslesen oder Fernsehen, während der Arbeit und sogar im Schlaf – etwas für die Gesundheit tun. Geräte zur Rauminhalation sind im Gegensatz zu Luftbefeuchtern hygienisch unbedenklich, weil sie eine voll gesättigte Salzlösung enthalten, in der Bakterien, Viren und Schimmelpilze sich nicht entwickeln können.

Quelle:

http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=2149&nodeid=18

Kommentar & Ergänzung:

Egal, wie diese Salzinhalation nun im Detail durchgeführt wird:  Schön daran ist, dass es sich um eine billige, einfache und zugleich wirksame Massnahme handelt.

Siehe auch:

Salzwasser-Inhalation als Mittel gegen Erkältungen und Schweinegrippe

Akuter Schupfen bei Kindern: Nasenspülungen sind wirksam

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kräuter und ihre Wirkung: Kapuzinerkresse

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„Die Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von Kräutern und ihren Wirkungen.

Zur Kapuzinerkresse steht dort:

Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Die Blüten und Blätter der großen Kapuzinerkresse schmecken frisch zu Salaten, Quark oder aufs Butterbrot. Sie wirken blutreinigend und aktivieren die Abwehrkräfte. Die Blütenknospen und weichen Samen werden als Kapernersatz verwendet.“

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/allgemein/bauenwohnen/garten/multimedia.do?action=showEntry_detail&project=26860&_vl_backlink=/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story

Kommentar & Ergänzung:

Was heisst „blutreinigend“? Wovon soll die Kapuzinerkresse denn das Blut reinigen?

Blutreinigung ist im Zusammenhang mit Heilpflanzen ein unsinniger Begriff. Er passt allenfalls zur Dialyse, nicht aber zu Kräutertees aller Art.

Siehe:

Naturheilmittel: Ärgernis Blutreinigungstee

Pflanzenheilkunde: Fragwürdige Blutreinigungstees

Auch die Angabe, dass Kapuzinerkresse die Abwehrkräfte aktiviert, ist irreführend.

Kapuzinerkresse enthält (wie Brunnenkresse, Meerrettich, Rettich) Senfölglykoside (Glukosinolate) mit bakterientötender Wirkung. Das ist etwas ganz anderes als eine Aktivierung der Abwehrkräfte (Immunstimulation).

Genauer beschrieben wird die Wirkungsweise hier:

„Der deutsche Name Kapuzinerkresse gibt bereits einen ersten Hinweis auf das wirksame Prinzip. Tropaeolum enthält ähnlich der Gartenkresse, dem Meerrettich und anderen Brassicaceen ein Senföl-Glykosid, aus dem ein scharf schmeckendes und stechend riechendes Öl, das Benzylsenföl enzymatisch freigesetzt werden kann. Das Öl wird im Darm fast vollständig resorbiert, eine Schädigung der physiologischen Flora in tieferen Darmabschnitten ist nicht zu befürchten – im Unterschied zu vielen Antibiotika. Die Ausscheidung erfolgt zum Teil unverändert über die Lunge mit der Atemluft, der instabile Mercaptursäure-Metabolit des Benzylsenföles erscheint im Harn. In bakteriologischen Versuchen zeigte das Öl eine breite Wirksamkeit gegen grampositive und -negative Bakterien sowie gegen Candida-Pilze. Zu den Benzylsenföl-empfindlichen Keimen gehören auch die typischen Erreger von unkomplizierten Harnwegsinfekten wie Escherichia coli und Enterokokken.“

(Quelle: http://www.pta-forum.de/index.php?id=73)

Harnwegsinfekte (Blasenentzündung) und Atemwegsinfektionen(Bronchitis) sind die zwei wichtigsten Anwendungsbereiche der Kapuzinerkresse.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Bei beginnender Erkältung ist Sauna wirkungslos

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Regelmäßige Sauna-Besuche beugen Atemwegsinfektionen vor, wenn aber die Erkältung schon im Anflug ist, bringt saunieren nichts mehr, berichten Forscher der Charité Berlin.

Die Wissenschaftler teilten 157 Patienten mit beginnendem Schnupfen in zwei Gruppen: Eine Gruppe wurde in eine aufgeheizte Sauna (90°C) geschickt, die andere kam in eine Sauna mit Raumtemperatur – jeweils bekleidet mit Wintermänteln.

Das Prozedere erfolgte für je drei Minuten an drei aufeinander folgenden Tagen (Med J Australia 2010; 193: 730).

Anschliessend zeigten sich bei der Symptomschwere keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Festgestellt wurde dies für Kratzen im Hals, Niesen, Rhinorrhoe (Nasenlaufen) sowie Kopfschmerzen und Gliederschmerzen.

Quelle:

http://www.mja.com.au/public/issues/193_11_061210/pac10642_fm.html

Kommentar & Ergänzung:

Interessant wäre nun zu klären, ob die Inhalation von Eukalyptusöl, Thymianöl oder Pfefferminzöl während der Sauna eine günstige Wirkung  auslösen könnte. Das sind in der Aromatherapie und in der Phytotherapie ätherische Öle, denen bei akuten Erkältungen wie Schnupfen und Husten eine günstige Wirkung zugetraut wird.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Heilpflanzen bei Erkältung

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In der Fachzeitschrift „Der Hausarzt“ (2010/14:  31-36) erschien ein Artikel von Dr. med. Berthold Musselmann,  Facharzt für Allgemeinmedizn mit Ausbildung in Naturheilverfahren, unter dem Titel „ABC der klassischen Phytotherapie“.

Ein Abschnitt darin handelte von Heilpflanzen-Anwendungen bei Erkältung:

„Die Heilpflanze Pelargonium sidoides hat es wegen ihrer Wirkung bei akuten Atemwegsinfektionen bereits in ein Cochrane-Review geschafft. Rechtzeitig eingesetzt, kann sie die mittlere Zeit der Arbeitsunfähigkeit um etwa zwei Tage verkürzen. Die toxischste Giftpflanze Europas, der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus), der das Alkaloid Aconitin enthält, hat selbst in homöopathischer Verdünnung (z.B. D3, also ein Tausendstel des Frischpflanzenpresssaftes) pharmakologische Wirkung gegen Fieber und Gliederschmerzen (persönliche Mitteilung von Prof. Wink, Heidelberg). Die Pflanze steht als Risiko für kleine Kinder nicht selten in deutschen Vorgärten und ist erkennbar an ihren ästhetischen, helmförmigen, blauen Blüten.

Echinacea-Extrakte (Sonnenhut, insbesondere Echinacea purpurea und pallida) für maximal 14 Tage in ausreichender Dosis und Qualität sind präventiv bei Infektanfälligkeit wirksam. In höherer Dosis können sie auch ganz früh bei Beginn einer Erkältung gute Dienste leisten. Qualitativ hochwertige Propolis-Präparate sind ebenso wie Spitzwegerichkraut und Salbei  als Therapie im Frühstadium eines grippalen Infekts zu empfehlen.“

Quelle:

http://www.springermedizin.de/abc-der-klassischen-phytotherapie/275054.html

Kommentar & Ergänzung:

Pelargonium sidoides ist auch bekannt unter dem Namen „Umckaloabo“ (Kapland-Pelargonie). Sie gehört zu den Heilpflanzen mit schleimlösender Wirkung bei Bronchitis.

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) ist eine der gefährlichsten Giftpflanzen:

„Typische Vergiftungserscheinungen sind die Taubheit der Körperstellen, die mit der Pflanze in Berührung gekommen sind, bei Einnahme auch Kälteempfindlichkeit, Übelkeit, nervöse Erregung, Herzrhythmusstörungen und Krämpfe sowie in schweren Fällen Lähmungen und Kreislauflähmung bis hin zum Tod.“ (Quelle: Wikipedia)

Kein Wunder, dass sie noch in der niedrigen Verdünnung von D3 (1:1000) Wirkungen entfaltet.  In der klassischen Homöpathie wird sie allerdings so stark verdünnt, bis keine pharmakologische Wirkung mehr auftritt. Zum Beispiel:

Aconitum napellus D 6  (1: 1 000 000)

Aconitum napellus D12 (1: 1 000 000 000 000)

Aconitum napellus D 30

(1: 1 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000)

Aconitum napellus C30

Aconitum napellus D 200

Propolis ist Bienenkittharz. Und was ist genau Propolis?

„Propolis (gr. προ pro „vor“ und πόλις pólis „Stadt“, wegen des häufigen Vorkommens an den Fluglöchern von Bienenstöcken), auch Bienenharz, Bienenleim, Bienenkittharz, Kittharz oder Kittwachs genannt, ist eine von Bienen hergestellte harzartige Masse mit antibiotischer und antimykotischer Wirkung. Propolis ist ein Gemisch aus vielen unterschiedlichen Stoffen, deren Zusammensetzung stark variieren kann. Fälschlicherweise wird das Wort Propolis meist mit dem sächlichen Artikel versehen. Es ist jedoch weiblich und heißt die Propolis. Weitere Erzeugnisse der Bienen sind Honig, Wachs, Blütenpollen und Gelée Royale.

Da in einem Bienenstock die Insekten auf engstem Raum bei etwa 35 °C und hoher Luftfeuchtigkeit zusammenleben, herrschen dort ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten. Deshalb dient Propolis den Bienen zum Abdichten von kleinen Öffnungen, Spalten und Ritzen sowie gleichzeitig dazu, in den Stock eingeschleppte oder vorhandene Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen in ihrer Entwicklung zu hemmen oder sogar abzutöten. Hierzu werden verschiedenste Oberflächen, wie beispielsweise das Innere der Wabenzellen für die Brut, mit einem hauchdünnen Propolisfilm überzogen. Im Bienenstock vorhandene, von den Bienen nicht entfernbare Fremdkörper oder Unrat werden ebenfalls mit diesem Stoff abgekapselt.“ (Quelle: Wikipedia)

Zusammensetzung von Propolis:

„Der Grundstoff wird von Honigbienen als harzige Substanz an Knospen und teilweise an Wunden verschiedener Bäume (hauptsächlich Birken, Buchen, Erlen, Fichten, Pappeln, Rosskastanien und Ulmen) gesammelt (etwa 55 % Naturharz und Pollenbalsam). Weiterverarbeitet, mit etwa 30 % Wachs, etwa 5 % Pollenanteilen, etwa 10 % ätherischen Ölen aus den Blütenknospen und Speichelsekret (Fermenten) angereichert, handelt es sich um ein bei Stocktemperatur klebriges Baumaterial, das oft noch mit Bienenteilen und kleinsten Holzstücken verunreinigt ist.

Harz und Pollenbalsam der Propolis sind reich an Flavonoiden wie beispielsweise Chrysin, Galangin, Pinocembrin, Pinobanksinacetat, Prenylflavonoid, Isonymphaeol-B, Nymphaeol-A, Nymphaeol-B und Nymphaeol-C. Auch Gummi, Phenole (Zimtsäure, Cumarsäure, Kaffeesäure, Ferulasäure, Isoferulasäure) und deren Ester sowie Polysaccharide sind in Propolis enthalten.

Propolis wird am häufigsten im Herbst von den Bienen in den Bienenstock eingebracht, dies ist vom örtlichen Harzangebot des Baumbestandes abhängig. Ein Bienenvolk kann zwischen 50 und 500 g Propolis pro Jahr einbringen.“ (Quelle Wikipedia)

Zur Wirkung von Propolis:

„Propolis soll oxidativem Stress entgegenwirken. Im Tierversuch wurde an Ratten die Bindung reaktiver Sauerstoffspezies („Radikalfänger“) durch Propolis gezeigt. Hierfür werden antioxidativ wirksame prenylierte Flavonoide verantwortlich gemacht.

Die antibiotischen Wirkungen von wässrigen und alkoholischen Propolis-Extrakten sowie einzelner Propolis-Inhaltsstoffe wurden im Agar-Dilutionstest und Agar-Diffusionstest gegenüber gram-positiven und gram-negativen Keimen nachgewiesen. Darüber hinaus wurde eine antivirale Wirkung gegenüber Rhinoviren und Herpesviren im Plaque-Reduktionstest festgestellt. Propolis wirkt wachstumshemmend auf Candida albicans und Hautpilze (Dermatophyten).

Propolis zeigte im Tierversuch an Mäusen bakterizide, antimykotische und virostatische Wirkung. Einige der Wirkungen werden mit denen der Flavonoide für vergleichbar gehalten. Die antibakterielle Wirkung wird Pinocembrin und Galangin, die antimykotische Wirkung Pinocembrin und Kaffeesäureester zugeschrieben.

Propolis soll die Wundheilung fördern. Für die Granulationsförderung werden Apigenin und Luteolin verantwortlich gemacht.

Propolis zeigt cytotoxische Wirkungen, die im Tierversuch an Mäusen, bei denen künstlich Krebstumore eingepflanzt wurden, das Wachstum dieser Tumore zu hemmen vermochten.“

Anwendung von Propolis:

„Propolis wird volks- und alternativmedizinisch in einem breiten Spektrum von Anwendungsgebieten genutzt, wozu verschiedenste Darreichungsformen wie etwa Tinkturen, Salben, Mundwässer, Lutschtabletten und Kapseln zum Einsatz kommen.

Äußerlich wird Propolis vorbeugend und therapeutisch bei Irritationen, Entzündungen und Verletzungen der Haut (Sonnenbrand, kleinere Schnitt- oder Schürfwunden, Ekzeme, medizinische Fußpflege) und Schleimhaut (medizinische Zahn- und Mundhygiene, kleinere Verletzungen im Mundraum, Aphthen, Entzündungen der Analschleimhaut) verwendet. Ethanolische Sprays und Lutschpastillen werden zum Schutz vor Infektionen und zur unterstützenden Behandlung bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet. Auch in Pflegeprodukten für Haut und Haare wird Propolis verwendet. Lokal wird Propolis in Einreibungen und Salben zur Linderung rheumatischer Beschwerden benutzt.

Innerlich wird Propolis traditionell zur Stärkung der Immunabwehr und Vorbeugung vor Erkältungskrankheiten der unteren Atemwege (Bronchitis) angewendet.

Bei Tieren findet Propolis als biogenes Mittel zur Vorbeugung von Wurmbefall Anwendung, u. a. bei Hunden, Katzen, Ziervögeln etc.

Problematisch ist das Risiko für die Ausbildung einer Allergie. Insbesondere Kontaktdermatitiden wurden berichtet.“

(Quelle: Wikipedia)

Propolis ist zweifellos ein interessanter Naturstoff. Die antimikrobielle Wirkung ist gut belegt, allerdings ist sie meines Erachtens nur bei lokaler Anwendung überzeugend. Propolis im Frühstadium eines grippalen Infektes zu empfehlen, wie es der Autor des Artikels im „Hausarzt“  tut, setzt eine systemisch-antivirale Wirkung voraus, die sehr unwahrscheinlich ist. Auch für die Wirksamkeit von Spitzwegerichkraut und Salbei im Frühstadium eines grippalen Infektes gibt es keine überzeugenden Hinweise. Spitzwegerich zählt in der Phytotherapie zu den Heilpflanzen gegen Husten, Salbei wird zum Gurgeln gegen Halsschmerzen empfohlen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Akute Bronchitis: Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika

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Ohne Hinweise auf eine bakterielle Ursache sind Antibiotika bei akuter Bronchitis nicht sinnvoll. Alternativen sind unter anderem Heilpflanzen-Präparate auf der Basis von standardisiertem Myrtol.

In den Wintermonaten leiden bis zu zwei Drittel der Patienten in allgemeinmedizinischen Praxen an Atemwegsinfektionen. Meist sind die Erkältungskrankheiten viral bedingt, und nur bei Hinweisen auf eine bakterielle Ursachen ist eine Antibiotika-Behandlung sinnvoll.

Das gilt speziell für die akute Bronchitis, wie Professor Adrian Gillissen vom Klinikum Kassel erklärt hat.

Lassen sich bei Verdacht Zeichen einer Lungenentzündung ausschließen und fehlen auch Hinweise auf eine bakterielle Infektion wie Fieber oder grün-gelblicher Auswurf, dann werden bei akuter Bronchitis hauptsächlich Mukopharmaka (Schleimlösende Medikamente) wie Ambroxol und Acetylcystein (ACC) empfohlen, die dem Patienten das Abhusten erleichtern sollen.

Durch Reduktion der Viskosität des Schleims wird damit die Reinigung der Bronchien erleichtert. Solche Schleimlöser sollten ein bis zwei Wochen angewandt werden. Harte Studiendaten für ihren Einsatz fehlen allerdings, räumt Gillissen ein.

Wegen ihres erweiterten Wirkspektrums bevorzugt der Internist und Pneumologe bei akuter Bronchitis Phytopharmaka mit standardisiertem Myrtol. „Das sind eigentlich ideale Medikamente, weil sie in vieler Hinsicht wirken“, stellt Gillissen fest.

Für ein Heilpflanzen-Präparat auf der Basis von Myrtol wurde in Studien außer einer sekretolytischen und antientzündlichen Wirkung auch ein antimikrobieller Effekt belegt, und zwar gegen speziell häufige Atemwegskeime wie Pneumokokken und H. influenzae. Zudem fördert Myrtol-Medikament die mukoziliäre Clearance (die Aktivität der Flimmerhärchen) und damit die Selbstreinigungsmechanismen der Bronchien.

In einer doppelblinden Vergleichsstudie an 40 Prüfzentren in Polen wurden die Wirksamkeiten standardisiertem Myrtol, dem Antibiotikum Cefuroxim sowie von Ambroxol und Placebo verglichen (Arznm.-Forsch./ Drug Res 50 (8); 2000: 700). 676 Patienten mit akuter Bronchitis wurden dabei nach dem Zufallsprinzip je einer von vier Behandlungsgruppen zugeteilt.

Resultat: Nach zwei Wochen lagen die Responderraten bei allen aktiv Behandelten über 90 Prozent, im Vergleich zu 85 Prozent unter Placebo. Keine Differenzen bei den Behandlungsresultaten gab es zwischen Myrtol standardisiert und dem Antibiotikum.

Die Auskultationsbefunde nach zwei Wochen sprachen insgesamt für eine ebenbürtige Wirksamkeit von standardisiertem Myrtol und Cefuroxim, beide Substanzen waren bei diesem Kriterium Ambroxol und Placebo deutlich überlegen.

79 Prozent der Ärzte beurteilten die Wirksamkeit von Myrtol standardisiert mit „gut“ oder „sehr gut“, verglichen mit 74 Prozent (Cefuroxim), 66 Prozent (Ambroxol) und 42 Prozent (Placebo).

Ein postinfektiöser Husten kann den Bronchialinfekt um mehrere Wochen überdauern. Wird dabei die Lebensqualität etwa durch gestörten Schlaf wesentlich beeinträchtigt, rät die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie zu einer bis zu zwei Wochen dauernden Behandlung mit zentralwirksamen Antitussiva wie Codein.

Antibiotika sind beispielsweise bei bakteriellen Superinfektionen einer akuten Bronchitis angezeigt. Anzeichen dafür können verschlechterte Symptome bei einer meist verschleppten Erkrankung sein, ebenso Fieber, eitriger Auswurf oder erste Symptome einer Lungenentzündung.

In der Annahme, die Patienten erwarteten eine Antibiotika-Therapie, verschreiben Ärzte manchmal wider besseres Wissen diese Medikamente. Diese vorauseilende Wunscherfüllung ist jedoch meist überflüssig, wie vor Kurzem eine Umfrage von Forschern des Robert Koch-Instituts und der Charité ergeben hat

(http://www.eurosurveillance.org/ViewArticle.aspx?ArticleID=19655).

In der Untersuchung wurden bundesweit 1076 Personen im Alter von 15 bis 78 Jahren über ihre Einstellungen zu Antibiotika befragt. Nur gut jede zehnte teilnehmende Person (n = 113) gab dabei an, dass sie erwarte, bei einer Erkältung ein Antibiotikum verschrieben zu bekommen.

Und von diesen würden wiederum über drei Viertel die ärztliche Entscheidung gegen ein solches Medikament akzeptieren. Ärzte und Ärztinnen haben also praktisch keine Nachteile zu befürchten, wenn sie bei Erkältungen mit Antibiotika zurückhaltend sind.

Im Zweifelsfall habe sich zudem bewährt: Die Patienten erhalten ein Rezept für ein Antibiotikum, das sie nur im Bedarfsfall einlösen. Damit bekommen sie die Möglichkeit, sich bei Verschlimmerung der Symptome das Mittel ohne erneute Arztkonsultation in der Apotheke zu besorgen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/636377/bronchitis-nur-selten-antibiotika-noetig.html?sh=21&h=-1351492366

Kommentar & Ergänzung:

Bemerkenswert beim Thema akute Bronchitis ist tatsächlich, dass die Wirkung von synthetischen Schleimlösern (Mukolytika) wissenschaftlich nicht überzeugend belegt ist. Im Vergleich dazu stehen Heilpflanzen-Präparate geradezu gut da. Nicht nur für standardisierte Myrtol-Präparate, auch für Umckaloabo sowie für Kombinationspräparate mit Efeu, Schlüsselblumenwurzel und Thymian existieren ziemlich gute Studienresultate.

Der oben aufgeführte Bericht wirft einige interessante Fragen auf:

1. „Nach zwei Wochen lagen die Responderraten bei allen aktiv Behandelten über 90 Prozent, im Vergleich zu 85 Prozent unter Placebo“ – Verblüffend hier wieder einmal, wie gering diese Differenz ist. Spricht sehr für die Selbstheilungskräfte unseres Organismus und für die Selbstheilungstendenz der akuten Bronchitis.

2. „Keine Differenzen bei den Behandlungsresultaten gab es zwischen Myrtol standardisiert und dem Antibiotikum.“

Na, wenn Antibiotika bei viraler Bronchitis sowieso sinnlos und dadurch unwirksam sind, dann ist eine Gleichwertigkeit von Myrtol noch keine Ergebnis, die vom Stuhl reisst.

3. „79 Prozent der Ärzte beurteilten die Wirksamkeit von Myrtol standardisiert mit „gut“ oder „sehr gut“, verglichen mit 74 Prozent (Cefuroxim), 66 Prozent (Ambroxol) und 42 Prozent (Placebo).“

Hier ist die Differenz zwischen Myrtol und Placebo sehr deutlich. Allerdings ist mir nicht klar, wie die Verblindung durchgeführt wurde. Entscheidend bei Vergleichen mit Placebo ist, dass das reale Medikament und das Placebo von den Probanden nicht unterschieden werden können. Myrtol verrät sich meiner Erfahrung gemäss aber nach der Resorption in der Atemluft.

4. Ich bin kein fundamentalistischer Antibiotika-Gegner. Manchmal braucht es diese Medikamente. Skeptisch bin ich aber gegenüber der in diesem Bericht skizzierten Lösung eines Antibiotika-Rezeptes für den Bedarfsfall, wenn Antibiotika zwar nicht indiziert sind, der Patient sie aber  erwartet. Meiner Ansicht nach soll ein Arzt oder eine Ärztin Antibiotika nicht verschreiben, wenn sie unsinnig sind – wie beispielsweise bei viralen Erkältungskrankheiten.

Zu Myrtol hier noch ein paar ergänzende Informationen (aus Wikipedia):

„Myrtol ist kein eindeutig definierter Begriff, er wird teilweise mit dem ätherischen Öl der Myrte (Myrtus communis), einem immergrünen Strauch, der im Mittelmeergebiet und in Vorderasien verbreitet ist, in Zusammenhang gebracht. Die exakte Bezeichnung dafür ist Myrtenöl.

In Arzneimitteln wird ein standardisiertes pflanzliches Mischdestillat als Myrtol bezeichnet, das laut Herstellerangaben nicht weniger als 25 Prozent Limonen, 25 Prozent Cineol und 6,7 Prozent (+)-α-Pinen enthält. Dieses Stoffgemisch hat die CAS-Nr. 8002-55-9 und weist eine Dichte von 0,895 g/cm3 auf. Es wirkt auswurffördernd und wird daher bei akuten und chronischen Bronchitiden sowie bei einer Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) angewandt.

Myrtol wird am häufigsten in Form von magensaftresistenten Weichgelatinekapseln, die das Myrtol erst im Dünndarm freisetzen, verabreicht.“

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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Phytotherapie: Umckaloabo (Pelargonium sidoides) bei Erkältungen

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Die Österreichische Apothekerzeitung (22 / 2010) veröffentlichte Ende 2010 einen Artikel zum Thema „Stärkung des Immunsystems mit Phytopharmaka – Pflanzliche Immunmodulatoren und Adaptogene“.

Ein interessanter Abschnitt darin handelt von Pelargonium sidoides (Umckaloabo, Kapland-Pelargonie):

„Pelargonium sidoides DC. (Geraniaceae) ist eine südafrikanische Arzneipflanze, deren Wurzeln für die Herstellung des Spezialextraktes EPs®7630 (Umckaloabo® in Deutschland und Kaloba® in Österreich) verwendet wird. Der Extrakt enthält als charakteristische Inhaltsstoffe Polyphenole, Proteide, Purine, Mineralstoffe, Zucker und in geringer Konzentration 7-Hydroxycumarinderivate. Wie für Phytopharmaka typisch, ist ein Teil der Inhaltsstoffe bis heute unbekannt. Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass der Extrakt zytoprotektiv wirkt und potente antivirale Eigenschaften hat, was gemäß der fast ausschließlich viralen Ätiologie der Atemwegsinfektionen von hoher therapeutischer Relevanz ist. Es wird die Interferonsynthese gesteigert und die Funktion der Phagozyten verbessert. Außerdem wurden antibakterielle und sekretomotorische Eigenschaften beschrieben. Der Extrakt besitzt daher komplementäre antiinfektive Eigenschaften. Er hemmt nicht nur die Adhäsion und die Internalisierung von Bakterien und verhindert damit deren Invasion in die Submucosa, sondern sorgt auch für eine Verminderung der Erregerlast. Das alles trägt dazu bei, den Körper vor bakterieller Kolonisation, vor Infektion, Superinfektion und Rezidiv zu schützen. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von EPs®7630 wurde an über 3.800 Patienten in kontrollierten Doppelblindstudien und über 5.400 Patienten in offenen Studien und Anwendungsbeobachtungen geprüft. Die Theorie, Umckaloabo® bzw. Kaloba® könnte eine verstärkte Wirkung gerinnungshemmender Medikamente vom Cumarin-Typ wie Phenprocoumon (z.B. Marcumar®) und Warfarin bei gleichzeitiger Einnahme auslösen, konnte bisher nicht bestätigt werden. Bei Co-Medikation mit 0,05 mg/kg KG Warfarin war keine Verstärkung der antikoagulativen Wirkung zu verzeichnen.“

Quelle:

http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2010/OAZ-2010-22.pdf

Österreichische Apothekerzeitung 22 / 2010

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Zitat ist wohl ohne Kenntnis medizinischer Fachbegriffe nicht so leicht verständlich.

Beschrieben wird die Wirkung von Umckaloabo (Kapland-Pelargonie). Im Vordergrund stehen dabei antivirale, schleimlösende und immunstimulierende Wirkungen, die sich bei Erkältungskrankheiten gut ergänzen.

Weil Umckaloabo Cumarin-Derivate enthält, wird oft vor einer Verstärkung der Wirkung blutgerinnungshemmender Medikamente gewarnt. Dabei wird aber übersehen, dass es sehr unterschiedlich gebaute Cumarin-Derivate gibt, die sich auch in ihrer Wirkung unterscheiden. Die Cumarine im Umckaloabo sind sehr speziell und anders gebaut als die dimeren Cumarinen mit blutgerinnungshemmendem Effekt. Daher ist es nicht erstaunlich, dass die Autoren zum Schluss kommen, die Verstärkung der Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sei bisher nicht belegt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Erkältungen natürlich behandeln

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Infektionen der oberen Atemwege haben nun Hochsaison. Fachleute empfehlen, solche hauptsächlich durch Viren ausgelöste Erkrankungen mit natürlichen Mitteln zu behandeln. Auf eine Antibiotika-Therapie sprechen Patienten, welche an Schnupfen und Husten bis hin zu Bronchitis laborieren, nämlich gar nicht an.

Durch falsche bzw. unnötige Anwendung werden jedoch Resistenzen gegen die oft lebensrettenden Antibiotika weltweit gefördert – wodurch diese wichtigen Medikamente zunehmend unwirksam werden. Auf diese Problematik wiesen Fachleute im Vorfeld des Europäischen Antibiotikatages (18. November) hin.

„Eine akute Bronchitis mit Antibiotika zu behandeln ist ein Kunstfehler und sollte bestraft werden“, erklärte Christoph Wenisch, Vorstand an der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin am Wiener SMZ Süd, bei einer Pressekonferenz in Wien. „Die meisten Atemwegsinfektionen – bis zu 90 Prozent – sind von Viren (meist Rhinoviren, Anm.) verursacht“, hielt Christian Plaue fest, der Leiter des Referats für Komplementärmedizin der Wiener Ärztekammer. „Antibiotika haben dagegen keinen Effekt.“ Auch bei akuter Bronchitis habe der Antibiotika-Einsatz keine wesentliche Verbesserung gebracht: Die Patienten waren im Durchschnitt nur einen halben Tag von total drei Wochen weniger lang krank.

Der Schaden in Rachen und Darm bleibe auch bei kurzzeitiger antibiotischer Therapie bis zu vier Jahre bestehen, erklärte Wenisch. Und das mache den Patienten wieder anfälliger für erneute Infektionen. Bei Kindern führe die häufige Gabe darüber hinaus „zu einem erhöhten Asthma- und Allergierisiko. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit, an Neurodermitis zu erkranken“, erklärte die auf Heilpflanzenkunde spezialisierte Ärztin Petra Zizenbacher.

Ursachen für die Zunahme von Atemwegserkrankungen seien die belastete Luft in den Städten, überhitzte Innenräume, wenig Bewegung an der frischen Luft, einseitige Ernährung und fehlende Abhärtung, sagte Zizenbacher. Als Gegenstrategie empfahlt sie: gesünder essen und ausreichend trinken, das Immunsystem durch Abhärtung stärken und viel Bewegung im Freien. Erwachsene und Kinder gehören hinaus – bei jedem Wetter, empfahl Zizenbacher.

Im Krankheitsfall können Hausmittel angewendet werden: Bei Husten helfe Thymian, Spitzwegerich oder Efeu, gegen Halsschmerzen Gurgeln mit Salzwasser. Durch Inhalieren mit Kamillen- oder Salbeisud lasse sich die Nase freibekommen, erklärte Zizenbacher. Sie empfiehlt hauptsächlich „Bettruhe und Entschleunigung des Lebens“.

„Pflanzliche Arzneimittel sind für die Behandlung von Atemwegserkrankungen besonders geeignet“, stellte Wolfang Kubelka fest, der Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie. „Die Inhaltsstoffe wirken nicht wie eine Einzelsubstanz wie z.B. Aspirin, sondern in ihrer Mischung wie ein Arzneistoff-Cocktail.“ Neu in den Apotheken sei ein Extrakt aus den Wurzeln der Kapland-Pelargonie, die Wirksamkeit sei in Studien mit 10.000 Erwachsenen und 4.000 Kindern belegt worden.

Quelle:

http://relevant.at/life/gesundheit/53655/schnupfenzeit-erkaeltungen-natuerlich-behandeln.story

Kommentar & Ergänzung:

Das Thema Antibiotika verlangt nach differenziertem Denken. Es gibt Situationen, in denen Antibiotika nötig und sinnvoll sind. Und es gibt Situationen, in denen Antibiotika schädlich und unsinnig sind. Die Verteufelung von Antibiotika ist daher genauso fragwürdig wie die unkritische und unnötige Verwendung.

In Situationen, in denen Antibiotika zur Behandlung von Erkältungskrankheiten unnötig sind, können Heilpflanzen-Präparate eine gute Alternative sein.

Falls Sie sich Kompetenz im Bereich der Selbstbehandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen erwerben möchten:

Einen guten Überblick über die Behandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen bietet das Tagesseminar zu diesem Thema.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Nicht sofort die Antibiotika-Keule

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Husten, Schnupfen, Fieber: Fast jedes Kind erleidet im Winter die Symptome eines grippalen Infekts.

Bei Husten, Schnupfen und Fieber braucht es jedoch nicht immer gleich Antibiotika. Virale Infekte heilen meistens innert einer Woche von selbst ab.

Wenn ein Kind einmal hustet, matt und sogar fiebrig ist, stehen Eltern und Kinderärzte häufig unter dem Druck, die Symptome möglichst schnell und sicher beseitigen zu wollen. Viele denken dabei hauptsächlich an Antibiotika. „Die reflexartige Verschreibung von Antibiotika sollte der Vergangenheit angehören. Das gibt eine falsche Sicherheit“, erklärt Kinderarzt Univ.-Prof. Karl Zwiauer vom Landesklinikum St. Pölten.

Etwa 70 % aller Diagnosen bei Kindern betreffen Atemwegsinfektionen, meist ausgelöst von einem Virus. Nicht nur, dass Antibiotika in so einem Fall gar nicht wirksam sind, „bei diesen banalen grippalen Infekten heilen die Symptome meist innerhalb einer Woche ab“, erklärt Zwiauer. Auch für Mittelohrentzündungen gelte inzwischen der Grundsatz: abwarten und beobachten. Bei Säuglingen seien 3 bis 8, bei Schulkindern bis zu 5 Infektionen jährlich durchaus normal. Neben Routine und rationalem Vorgehen würde die Therapie darum konsequente Nachuntersuchungen erfordern. Antibiotika seien erst bei einem schweren Verlauf oder Hinweisen auf eine bakterielle Infektion zu verschreiben.
„2008 wurden 45 Tonnen Antibiotika im niedergelassenen Bereich verbraucht – das sind bei 8,3 Mio. Einwohnern 10 Mio. Packungen im Jahr“, sagt Infektionsspezialistin Univ.-Doz. Petra Apfalter vom Krankenhaus der Elisabethinen in Linz. Österreich ist zwar im unteren EU-Drittel, das Problem sei jedoch, dass die Antibiotika häufig unkritisch eingesetzt werden. „50 Prozent davon werden für Infektionen der Atemwege verschrieben.“ Folglich würden die Resistenzen gegen gewisse Bakterienstämme ansteigen – und die Behandlung von Krankheiten behindern. Extrembeispiele seien Länder wie Griechenland oder Spanien, in denen Antibiotika rezeptfrei käuflich sind.

Körpereigene Abwehr

„Wir haben früher deshalb Antibiotika verschrieben, weil wir geglaubt haben, damit bakterielle Superinfektionen (Zweitinfektionen, Anm.) und Komplikationen verhindern zu können“, erklärt Kinderarzt Univ.-Prof. Peter Guggenbichler. „Heute wollen wir nicht mit der Keule zuschlagen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe bieten.“ Während Antibiotika die Bakterienflora im Nasen- und Rachenraum aus dem Gleichgewicht bringen und sie damit empfindlicher für Keime machen, würden pflanzliche Arzneimittel die körpereigene Abwehr gut stimulieren.

Die Natur könne eine Reihe von Drogen ( = Heilpflanzen, Anm. M.K.) zur Verfügung stellen, die das „Leben der Kindern viel einfacher machen kann“, meinte Eckhard Beubler, vom Institut für Pharmakologie in Graz. Mittel wie Eibisch, Isländisches Moos, Pfefferminze, Eukalyptus oder Efeu könnten bei den verschiedensten Formen von Husten schonende und schnell Besserung versprechen – ohne dass dabei Nebenwirkungen bekannt seien. Vorsicht sei aber bei chronisch Kranken und Allergikern geboten. Ätherische Öle sollten nicht bei Säuglingen angewendet werden.

Quellen:

http://kurier.at/nachrichten/gesundheit/2034710.php

http://derstandard.at/1285042445974/Arzneimittel-Zu-hoher-Antibiotika-Verbrauch-in-Oesterreich

Kommentar & Ergänzung:

Diese Artikel aus „Kurier“ und „Standard“ geben meines Erachtens eine gute Linie vor: Es gibt Situationen, in denen Antibiotika sinnvoll oder gar unumgänglich sind. Und es gibt auch viele Situationen, in denen sie unnötig, unsinnig oder gar riskant sind. Die Stellungnahmen zeigen auch gut auf, dass in vielen Fällen, in denen Antibiotika unnötig sind, Heilpflanzen-Präparate als Alternative in Frage kommen. Das gilt für Erkältungskrankheiten – Husten, Schnupfen, Fieber & Co. –  aber auch für manche anderen Bereiche.

Einen guten Überblick über die Behandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen bietet das Tagesseminar:

Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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