Artikel mit Schlagwort ‘Araber’

Artischockenextrakt bei Verdauungsbeschwerden von Schichtarbeitern

Sonntag, Dezember 11th, 2011

Menschen, die sehr spät oder unregelmäßig essen, haben oft Magen-Darm-Probleme. Ein Spezialextrakt aus Artischocken kann ihre Verdauungsbeschwerden deutlich lindern. Dies zeigte eine nicht interventionelle Studie in Berliner Arztpraxen, die der Berliner Allgemeinarzt Dr. Dirk Laudahn bei einer Pressekonferenz des Komitee Forschung Naturmedizin (KFN) in München präsentierte. Daran teilgenommen hatten 105 Patienten, knapp die Hälfte arbeitete im Schichtdienst. Alle Probanden litten unter Verdauungsbeschwerden wie schnellem Sättigungsgefühl, Völlegefühl, Blähungen und Flatulenz sowie unter Sekundärsymptomen wie Schlafstörungen, Erschöpfung und Antriebslosigkeit.

Die Patienten bekamen sechs Wochen lang zweimal täglich zwei Kapseln à 320 mg Artischockenextrakt LI 220 (Hepar SL® forte von Cassella-med, in der Schweiz: Hepa-S). Der Artischocken-Extrakt wird aus einer speziellen Kultursorte von Cynara scolymus, der sogenannten Königsartischocke, gewonnen. Sowohl die Verdauungssymptome als auch die Begleitsymptome besserten sich deutlich unter der Behandlung. 86 Prozent der Studienteilnehmer äusserten, dass sich ihre Lebensqualität verbessert habe. Speziell gut profitierten Patienten, die im Schichtdienst arbeiteten, berichtete Laudahn. Obwohl zahlreiche Schichtarbeiter berufsbedingt dauernd unter Gesundheitsproblemen wie Verdauungsbeschwerden oder Schlafstörungen leiden, stehe er einer Dauertherapie kritisch gegenüber.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=40301&Nachricht_Title=Nachrichten_Artischockenextrakt+f%FCr+Schichtarbeiter&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Die Artischocke ist zweifellos eine der wichtigsten Heilpflanzen zur Linderung von Verdauungsbeschwerden. Interessant ist hier der Hinweis auf die Linderung von Verdauungsbeschwerden speziell bei Schichtarbeit.

Bei dieser Studie fehlt allerdings eine Kontrollgruppe mit Placebotherapie. Ohne Kontrollgruppe lässt sich nicht beurteilen, welchen Anteil an der Besserung Placeboeffekte sowie der natürliche Verlauf der Beschwerden haben.

Unklar bleibt auch, ob diese Studie in einer Fachzeitschrift publiziert wurde. Die Publikation in einer Fachzeitschrift mit Peer-review-Verfahren wäre eine gewisse Qualitätskontrolle, was man von der Präsentation an einer Pressekonferenz nicht sagen kann.

Hier ein paar zusätzliche Informationen zur Wirkung von Artischocke als Heilpflanze:

Die wichtigsten Inhaltsstoffe:

„Inhaltsstoffe:
Phenolcarbonsäuren: 2,4-6 % Caffeoylchinasäurederivate (“Ccs”), z. B. Chlorogensäure und 1,5-O-Dicaffeoylchinasäure; Cynarin nur in Spuren.
Flavonoide: bis 1 %, Rutin, Luteolin.
Bitterstoffe: bis 5 % Sesquiterpenlaktone, hauptsächlich Cynaropikrin (Bitterwert 400.000).
Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe (Ccs, Flavonoide) liegen im Frischpflanzenpreßsaft in höherer Konzentration als in einem ethanolisch-wäßrigen Extrakt vor. Bei der Heißwasserextraktion entsteht durch Umesterung von 1,5-O-Dicaffeoylchinasäure Cynarin, das früher als Hauptwirkstoff angesehen wurde.“

Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Artischockenblatt.html

Interessant ist hier vor allem der Hinweis auf den höheren Gehalt an Wirkstoffen im Frischpflanzenpresssaft.

Neben der Wirkung bei Verdauungsbeschwerden wirkt Artischocke auch günstig auf den Cholesterinspiegel:

„Lipidsenkende Wirkung: Extrakte aus der Artischocke senken hochsignifikant sowohl den Triglyceridgehalt als auch den Gesamtcholesterinspiegel im Blut. Cynarin ist ein Lipolysehemmstoff ähnlich Nikotinsäure, ist aber wesentlich besser verträglich. Luteolin hemmt die Cholesterinsynthese.“

Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Artischockenblatt.html

Ausserdem entfaltet Artischockenextrakt eine gewisse Leberschutzwirkung:

„Wirkung auf die Leber: Artischockenextrakte wirken protektiv auf die Leber aufgrund entgiftender, antioxidativer und regenerationsfördernder Eigenschaften. Nach partieller Hepatektomie konnte an Versuchstieren eine Stimulierung der Leberregeneration beobachtet werden.“

Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Artischockenblatt.html

Wikipedia beschreibt die spannende Geschichte der Artischocke als Kulturpflanze:

„ Die frostempfindliche Artischocke stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum; vom östlichen Mittelmeer (Kilikien) über Persien bis nach Nordafrika, westlich bis Spanien und ebenso auf den Kanarischen Inseln. Erste Berichte über die Artischocke gibt es bei Plinius und Columella, wobei die Zuordnung der dort erwähnten Pflanzen unsicher ist. So könnte das altgriechische scolymos, das sich auf die Stacheln bezieht, auch andere Disteln meinen. Etwa im ersten Jahrhundert nach Christus scheint der Beginn der Kultivierung der Artischocke zu liegen. Die Araber verbreiteten die Artischocke im südlichen Mittelmeergebiet. Die Bezeichnung der Pflanze in den europäischen Sprachen leitet sich von der iberisch-arabischen Bezeichnung al-haršuf ab, so das spanische Wort alcachofa wie auch das italienische carciofo. Die deutsche Bezeichnung Artischocke wie auch englisch artichoke geht über die im norditalienischen verbreitete Nebenform articiocco ebenfalls auf dieses arabische Wort zurück. Selten findet sich auch die Eindeutschung Erdschocke.  Auch in anderen Sprachen wurde das fremdartig erscheinende Wort durch derartige Volksetymologien beeinflusst. So findet sich in älteren englischen Texten gelegentlich die Schreibung hartichoke, die offenbar auf den Volksglauben zurückgeht, das Herz (heart) der Artischocke sei ungenießbar und führe zum Tod durch Ersticken (choke).

Nachdem die Pflanze durch den neapolitanischen Händler Filippo Strozzi Anfang des 15. Jahrhunderts aus Sizilien importiert wurde, trat sie ihren Siegeszug nach Frankreich und Großbritannien an und etwa 400 Jahre später wurde sie auch in den USA eingeführt. Bis zur französischen Revolution war die Artischocke in den Gärten des französischen Landadels ein Zeichen von Reichtum und vornehmer Lebensart.“

Quelle: Wikipedia

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Was ist Macis?

Freitag, Oktober 7th, 2011

Macis, Mazis oder Muskatblüte nennt man den Samenmantel des Muskatnussbaums. Getrocknet oder auch gemahlen wird Macis zum Würzen von Gebäck, Fleischgerichten und einigen Wurstsorten verwendet. Macis besitzt wie die Muskatnuss (Myristica fragrans), die er umhüllt, einen aromatisch-harzigen und leicht bitteren Geschmack, ist jedoch milder.

Wie die Muskatnuss wurde Macis von den Arabern im 11. Jahrhundert nach Europa gebracht und irrtümlich für die getrocknete Blüte des Muskatnußbaumes gehalten (darum „Muskatblüte“) Heute hat er in der westlichen Küche nicht mehr die ausgeprägte Rolle, die er noch im 18. Jahrhundert einnahm. Eine Ausnahme stellt zum Teil die niederländische Küche dar. In der bayerischen Küche findet Macis Verwendung bei der Produktion von Weißwürsten.

(Quelle: Wikipedia)

Macis enthält als wichtigsten Bestandteil etwa 4-15 % ätherisches Öl, davon 7-18 % Phenylpropanderivate (Hauptkomponente Myristicin).

Macis ist in erster Linie ein Gewürz, entfaltet aber zugleich auch eine verdauungsfördernde Wirkung und regt die Speichel- und Magensaftsekretion an.

Macisextrakte zeigen zudem stark antibakterielle Wirkungen auf zahlreiche Keime.

Macispulver kann in hoher Dosis epileptiforme Erregungszustände auslösen.

Zwischen Heilpflanzen und Gewürzen bzw. zwischen Phytotherapie und Ernähungsmedizin gibt es fliessende Übergänge.

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