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Oeko-Test beurteilt Hustensäfte für Kinder

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Die Zeitschrift „Oeko-Test“ hat Hustensäfte für Kinder beurteilt. Dabei kamen auch Heilpflanzen-Präparate zu guten Bewertungen.

Bei den Schleimlösern (Expektorantien) schnitten unter den Thymian-Präparaten Aspecton Hustensaft und Abtei Bronchial Sirup mit „gut“ ab. Thymiverlan, Tussamag zuckerfrei und Bronchicum Elixier (Thymian/ Primel) bekamen wegen des Alkoholgehalts nur ein „ausreichend“. Mit „mangelhaft“ wurde Eucabal Hustensaft (Thymian / Spitzwegerich) bewertet.

Überzeugt haben auch die Efeu-Säfte Prospan, Hedelix, Bronchostad und Sinuc , sowie die ätherischen Öle in Gelomyrtol forte und Soledum Kapseln.

Untersucht wurden auch Hustenstiller (Antitussiva). Ein „sehr gut“ vergaben die Experten für Schoenenberger Heilpflanzensaft Spitzwegerich Bio.

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/panorama/nachricht-detail-panorama/oeko-test-punkte-abzug-fuer-alkohol-und-konservierungsmittel-in-hustensaeften-kinder/?tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=1&cHash=f01ad2b9823c1f5225db568a9a9775cb

 

Kommentar & Ergänzung:

Punktabzug gab es für Alkoholgehalt und für den Zusatz von Konservierungsmitteln wie Propylparaben und Benzoesäure. Den beiden Konservierungsstoffe Propylparaben und Benzoesäure  werden schädliche Wirkungen zugeschrieben: Paraben soll hormonell wirksam und reproduktionstoxisch sein, Benzoesäure könne im Extremfall Gehirnschäden bewirken.

Nicht ersichtlich wird aus dem Bericht, wie die Wirksamkeit der Präparate beurteilt wurde.

Festzuhalten ist noch, dass die Beurteilung dieser Heilpflanzen-Präparate nicht auf andere Produkte mit den selben Bestandteilen übertragen werden kann. Thymian-Präparate zum Beispiel gibt es eine ganze Reihe und sie sich nur sehr eingeschränkt vergleichbar.

Die Präparate sind nur zum Teil in der Schweiz im Handel, zum Beispiel Prospan (Efeuextrakt) und Gelomyrtol (Gemisch aus ätherischen Ölen, vor allem Eukalyptusöl).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Tipps für die Hustensaison

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In der Nordsee-Zeitung gibt der Lungenarzt Dr. Thomas Mutz vom Medizinischen Versorgungszentrum im Klinikum Bremerhaven nützliche Tipps aus der Phytotherapie zur Behandlung von Husten:

„Wenn einen tatsächlich eine Erkältung plagt, sind Ruhe, körperliche Schonung und unterstützende Maßnahmen wie Inhalationen, fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente sinnvoll. Hilfreich sind auch naturheilkundliche Therapien („Phytotherapie“) und alte Hausmittel wie Thymian, Efeu, Spitzwegerich, Isländisch Moos, Myrtol und Primel. Sei es nun als Inhalation, Arzneitee oder in anderer Darreichung. Zu bedenken ist aber auch stets, dass Husten immer auch ein natürlicher Schutzreflex ist und mit Antitussiva (Hustenstoppern) nicht komplett unterdrückt werden sollte. Eines ist sowieso klar: Ob mit oder ohne zusätzliche Therapien braucht der Mensch zur Regeneration mindestens eine Woche.“

Quelle:

http://www.nordsee-zeitung.de/nachrichten/wirtschaft_artikel,-Die-Hustensaison-hat-begonnen-_arid,811412.html

Kommentar & Ergänzung:

Die empfohlenen Heilpflanzen sind gut gewählt. Präzisieren müsste man nur den Satz: „Sei es nun als Inhalation, Arzneitee oder in anderer Darreichung“. Man könnte ihn nämlich so verstehen, als komme es auf die Darreichungsform nicht so an, als könne man die aufgeführten Heilpflanzen so oder so anwenden, zum Beispiel als Kräutertee oder als Inhalation.

Das wäre aber eine irrige Interpretation. Es kommt sehr darauf an, in welcher Form!

Interessant ist zudem die Frage, welche der erwähnten Heilpflanzen bei welcher Art von Husten geeignet ist.

– Thymian: Am sinnvollsten dürfte die Inhalation mit Thymianöl sein. Schleimlösend bei produktivem Husten.

– Efeu: Nur in Form von Efeuextrakt empfehlenswert. Schleimlösend, krampflösend auf die Bronchien.

– Spitzwegerich: Als Kräutertee oder als Bestandteil von Kräutertee-Mischungen („Brusttee“, Hustentee), für Inhalationen ungeeignet. Enthält Schleimstoffe. Eher bei trockenem Reizhusten.

– Isländisch Moos: Als Tee, der allerdings sehr bitter ist. In Hustenpastillen mit ungeklärter Wirksamkeit. Enthält Schleimstoffe, eher bei trockenem Reizhusten.

– Myrtol: Gemeint ist wohl „Gelomyrtol®“, ein Präparat, das ein Destillat aus einer Mischung von Eukalyptusöl, Süssorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl enthält und schleimlösend bei produktivem Husten wirkt. Es handelt sich um magensaftresistente Weichkapseln.

– Primel: Schlüsselblumenblüten und Schlüsselblumenwurzel enthalten enthalten Saponine mit schleimlösender Wirkung bei produktivem Husten. Bestandteil von Hustentee bzw. „Brusttee“ und von Hustensirup. Ungeeignet für Inhalationen, weil die Wirkstoffe nicht flüchtig sind.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Erkältungen: Honig hilft gegen Husten

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Bei akutem Erkältungshusten werden zahlreiche Arzneimittel angewendet, aber nur wenige sind wirklich indiziert und hilfreich. Antibiotika werden zwar sehr oft verordnet, aber der Husten klinge durch sie nicht früher ab, erklärte Dr. Peter Kardos, Frankfurt, beim Pharmacon in Meran.

Ansonsten gesunde Patienten mit akutem Husten nach einem bakteriellen Infekt hätten ebenfalls keinen Nutzen von Antibiotika, sagte Kardos. Anders verhalte es sich bei bakteriellen Sekundärinfekten, doch trete auch hier der Effekt nicht unmittelbar ein.

Positive Studiendaten für Honig, Efeu / Thymian, Umckaloabo und Cineol

Für das Hausmittel Honig liege eine Studie vor, die für einen Nutzen bei nächtlichem Husten von Kindern zeigt, sagte der Experte, der federführend an der Ausarbeitung der aktuellen Husten-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie 2010 beteiligt war. Auch für einige Phytopharmaka, beispielsweise Zubereitungen aus Thymian & Efeu (ein Kombinationspräparat), Pelargonium sidoides (Umckaloabo) oder Cineol, lägen positive Studiendaten vor. Der Arzt bedauerte allerdings auch, dass es viele Vorurteile gegenüber Phytopräparaten gebe. Sie würden trotz Studien oft nicht in Leitlinien aufgenommen.

Bei einem akuten Erkältungshusten, der definitionsgemäss bis zu acht Wochen anhalten kann, sind Sekretolytika und Antitussiva wie Codein laut Kardos kaum wirksam.

Codein sei in der 60-mg-Dosierung als Arzneimittel aber nützlich bei nicht-erkältungsbedingtem Husten.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=46625&Nachricht_Title=Nachrichten_Erk%E4ltungshusten%3A+Honig+hilft&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Beim Erkältungshusten gibt es einige Phytopharmaka, die mit Studien gut belegt sind, und es diesbezüglich mit synthetischen Wirkstoffen aufnehmen können.

Siehe dazu auch:

Wirkstoffkunde: Was ist Cineol / 1,8-Cineol?

Myrtol / Gelomyrtol® bei Husten und Bronchitis

Phytopharmaka: Gelomyrtol / Gelodurant und Sibrovita – Unterschied?

Myrtol bei Bronchitis & Sinusitis

Akute Bronchitis: Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika

Phytotherapie: Eukalytusöl / Myrtol bei Husten

Phytotherapie: Umckaloabo-Studien

Phytotherapie: Umckaloabo (Pelargonium sidoides) bei Erkältungen

Phytotherapie bei Husten: Wirksamkeit in Studien nachgewiesen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Palliative Care: Linderung von Atemnot und Husten

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Atemnot und Husten sind häufige belastende Symptome bei Patientinnen und Patienten in der Palliative Care.

Claudia Bausewein und Steffen T. Simon haben durch Literaturrecherche und mit Berücksichtigung nationaler und Internationaler Leitlinien sowie eigener Erfahrungen zusammengetragen und bewertet, was sich zur Linderung von Atemnot und Husten bei Patientinnen und Patienten in der Palliative Care bewährt hat.

Hier die zusammengefassten Ergebnisse:

„Allgemeinmaßnahmen umfassen Beruhigung, Erstellung eines Notfallplans, körperliche Aktivität und Entspannungsübungen. Unterstützende nichtpharmakologische Maßnahmen können die Nutzung eines Rollators (Evidenzgrad 1−), ein kühler Luftzug, beispielsweise durch einen Handventilator (Evidenzgrad 1−), oder Physio- und Atemtherapie sein. Opioide sind die Medikamente der Wahl mit guter Evidenz (Evidenzgrad 1+), Benzodiazepine werden häufig verwendet, zeigten in einer Metaanalyse aber keine statistisch signifikante Wirksamkeit (Evidenzgrad 1+). Bei Husten mit ausgeprägter Schleimbildung helfen Protussiva zur Schleimlösung. Antitussiva unterdrücken den Hustenreflex peripher und zentral (Evidenzgrad 1+ bis 3). Zentral wirksam sind Opioide, Morphin (Evidenzgrad 1−), sowie Dextrometorphan (Evidenzgrad 1−) mit guter antitussiver Wirkung und geringer Toxizität.“

Im Artikel, der auf aerzteblatt.de publiziert wurde, werden die einzelnen Massnahmen genauer erläutert und vorgestellt.

Sie finden den meines Erachtens sehr informativen Text hier:

http://www.aerzteblatt.de/archiv/145226/Atemnot-und-Husten-bei-Palliativpatienten

Mich selber haben in diesem Beitrag vor allem auch die nichtmedikamentösen Massnahmen interessiert – zu Beispiel der Handventilator.

Bei den auswurffördernden Mitteln wird unter anderem auch der „Thymian-Hustensaft“ erwähnt. Dass er gleichzeitig als Beispiel für die *reizlindernden Mittel“ aufgeführt wird, ist eher fragwürdig. Thymian gilt als schleimlösend und allenfalls krampflösend auf die Bronchien – es kommt auf die Anwendungsforma an – aber als reizlindernd gilt er in der Phytotherapie-Fachliteratur nicht.

P. S. Falls Sie im Bereich Palliative Care tätig sind: Am 23. Oktober 2013 findet in Winterthur das nächste Tagesseminar statt zum Thema „Heilpflanzen-Anwendungen in Onkologiepflege und Palliative Care“. Infos dazu im Kurskalender.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie: Pflanzenmedizin gegen Husten

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ ( Nr. 7 / 2012) fasst aktuelle Empfehlungen bezüglich Heilpflanzen-Anwendungen bei Husten zusammen:

„Atemwegsinfekte sind der häufigste Anlass für Krankschreibungen. Gerade gegen Husten bietet die Pflanzenmedizin aber gut verträgliche Hilfen an, deren Evidenz inzwischen auch in Leitlinien wissenschaftlicher Gremien Anerkennung fand. So hat die Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin gleich zwei Pflanzenkombinationen in ihre Therapieempfehlungen aufgenommen, die in der Leitlinie zu »Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit akutem und chronischem Husten« genannt werden. Sie stufte die Wirksamkeit von Thymiankraut und Efeublättern und Thymiankraut und Primelwurzeln als wissenschaftlich nachgewiesen ein. Ursache eines akuten Hustens sind fast immer Viren. Eine antibiotische Therapie – die bekanntlich nur gegen Bakterien wirken kann – ist deshalb nur in Ausnahmefällen indiziert. Die pflanzlichen Präparate bewirken dagegen erwiesenermaßen eine schnellere Linderung des Hustens im Vergleich zu Placebo.

Als schleimlösende Mittel (Expectorantien) werden von den Lungen- und Atemwegsspezialisten Extrakte aus Anis, Myrtol, Pfefferminz, Eukalyptus, Thymian, Efeublättern und Primelwurzeln aufgezählt. Hustenstillende Eigenschaften weisen laut Leitlinie Extrakte aus Thymian, Spitzwegerich, Drosera und Wollblumen auf. Allerdings entsprechen längst nicht alle Präparate, die derartige Pflanzen enthalten, den geforderten wissenschaftlichen Qualitätskriterien. Fragen Sie dazu Ihren Apotheker. Pflanzliche Hustenmittel gelten auch in der Behandlung von Kindern als besonders geeignet.“

Kommentar & Ergänzung:

Diese Empfehlungen in den Leitlinien sind erfreulich und nachvollziehbar. Heilpflanzen-Anwendungen bei Husten können es jedenfalls oft auch aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel bei einer Gesamtbetrachtung durchaus mit synthetischen Präparaten aufnehmen.

Bei den synthetischen Expectorantien (Schleimlöser) ist zum Beispiel beim Klassiker N-Acetylcystein (Fluimucil) die Studienlage sehr widersprüchlich und die Wirksamkeit nicht eindeutig belegt, obwohl das Präparat oft verkauft und eingenommen wird.

Bei den synthetischen Antitussiva (Hustenstiller) unterscheidet man Opioide (Wirksamkeit ungenügend geklärt, Risiko von Nebenwirkungen) und Nicht-Opioide (Wirksamkeit ungenügend geklärt):

– Opioide Antitussiva wie Codein, Dextromethorphan, Dihydrocodein, Pholcodin, Hydrocodon, Noscapin, Ethylmorphin und Opium sollen den Hustenreiz zentral im Gehirn blockieren. Insbesondere Codein und Dextromethorphan sind in zahlreichen Medikamenten enthalten und werden oft angewendet. Ob sie jedoch tatsächlich wirksam sind, ist umstritten und in klinischen Studien bisher nicht zweifelsfrei belegt. Opioide können unerwünschte Wirkungen wie Müdigkeit, Atemdepression und Verstopfung verursachen. Ausserdem kann sich eine Abhängigkeit entwickeln.

– Nicht-opioide Antitussiva wie Butamirat, Butetamat, Levodropropizin und Morclofon sind chemisch nicht mit den Opioiden verwandt und sind daher frei von opioiden unerwünschten Wirkungen. Sie sind jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend dokumentiert und moderne Zulassungsstudien fehlen.

Berücksichtigt man sowohl Wirkungen als auch unerwünschte Nebenwirkungen für die Beurteilung, so schneiden die erwähnten Heilpflanzen-Anwendungen im Vergleich zu den synthetischen Substanzen gut ab.

Allerdings stimmt auch der Hinweis im Zitat, dass längst nicht alle Präparate, welche die erwähnten Heilpflanzen enthalten, den geforderten Qualitätskriterien genügen.

Es gibt sehr grosse Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten.

P.S.

– Mit Drosera ist Sonnentau gemeint, eine insektenfressende Pflanze, die im Hochmoor wächst.

– Efeublätter nicht als Tee verwenden, sondern nur als Fertigpräparat, das auf einen bestimmten Wirkstoffgehalt eingestellt ist.

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Heilpflanzen lindern Husten bei Kindern

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ (Nr. 9 / 2012) publizierte einen Abschnitt über Heilpflanzen zur Linderung von Husten bei Kindern:

„Bei Kindern gilt zu bedenken, dass die Atemwege noch eng und somit sehr empfindlich sind. Hat Ihr Kind Schwierigkeiten beim Einatmen, deutet dies auf eine Entzündung des Kehlkopfes, des Rachens oder der Luftröhre hin. Bei Problemen beim Ausatmen kann eine Bronchitis, Bronchiolitis – Entzündung der kleinsten, knorpellosen Bronchien – oder Asthma bronchiale vorliegen. Im Allgemeinen können Kinder mit Hustenmitteln versorgt werden, ein Arztbesuch ist aber notwendig, wenn Atemprobleme wie Rasseln, Husten bei körperlicher Belastung oder Husten ohne Erkältungserscheinungen auftreten. Auch wenn Ihr Kind wenig trinkt oder der Husten plötzlich beginnt, sollte dies abgeklärt werden. Denn Ihr Kind könnte auch einen Fremdkörper verschluckt haben. Auch Inhalationen in Form eines Kopfdampfbades oder Omas Zwiebelwickel können helfen. Zwiebelstreifen dazu erhitzen, in ein Leinentuch wickeln und auf Hals oder Brust legen. Achtung: Alkoholhaltige Hustensäfte über 5% sind für Kinder nicht geeignet! Besser: eine Teemischung aus Eibischwurzel, Huflattich, Thymian und Spitzwegerich. Im Allgemeinen sollten Antitussiva und Expektorantien nicht kombiniert werden. Expektorantien sollen den Schleim lösen, während Antitussiva den Hustenreiz unterdrücken – nimmt man beide ein, wird der Schleim nicht abgehustet und ein Sekretstau kann sich bilden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, tagsüber Schleimlöser einzunehmen und abends für einen besseren Schlaf Hustenreizdämpfer.“

Kommentar & Ergänzung:

Ich selber würde Huflattich durch Malvenblüten ersetzen. Huflattich enthält sehr geringe Mengen an lebertoxischen und krebsfördernden Pyrrolizidinalkaloiden. Zwar ist nicht geklärt, ob damit für den Menschen bei der Anwendung von Huflattich ein konkretes Risiko verbunden ist. Doch kann man sicherheitshalber den Huflattich durch Malvenblüten ersetzten. Sie enthalten ebenfalls Schleimstoffe, aber keine Pyrrolizidinalkaloide.

Was genau sind Antitussiva?

Antitussiva sind hustenreizlindernde Medikamente, die bei trockenem Reizhusten eingesetzt werden. Zu den am häufigsten verwendeten Substanzen zählen Codein und Dextromethorphan. Diese Wirkstoffe können unerwünschte Nebenwirkungen verursachen, sind anfällig für Arzneimittel-Wechselwirkungen und können als Rauschmittel missbraucht werden. Sie sind nicht für alle Patienten geeignet und sollen vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern mit Vorsicht oder nicht eingesetzt werden. Antitussiva sollen die Häufigkeit und Intensität von Hustenanfällen vermindern. Ob sie wirklich wirksam sind, ist umstritten.

Die wichtigsten Antitussiva:

Opioide Antitussiva wie Codein, Dextromethorphan, Dihydrocodein, Pholcodin, Hydrocodon, Noscapin, Ethylmorphin und Opium sollen den Hustenreiz zentral im Gehirn blockieren. Insbesondere Codein und Dextromethorphan sind in zahlreichen Medikamenten enthalten und werden oft angewendet. Ob sie jedoch tatsächlich wirksam sind, ist umstritten und in klinischen Studien bisher nicht zweifelsfrei belegt. Opioide können unerwünschte Wirkungen wie Müdigkeit, Atemdepression und Verstopfung verursachen. Ausserdem kann sich eine Abhängigkeit entwickeln.

Nicht-opioide Antitussiva wie Butamirat, Butetamat, Levodropropizin und Morclofon sind chemisch nicht mit den Opioiden verwandt und sind daher frei von opioiden unerwünschten Wirkungen. Sie sind jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend dokumentiert und moderne Zulassungsstudien fehlen.

– Heilpflanzen mit antitussiver Wirkung:

Eibisch, Spitzwegerich, Malve, Isländisches Moos und Sonnentau sind besser verträglich als die synthetischen Wirkstoffe und eine gute Alternative, hauptsächlich bei Kindern. Auch einige pflanzliche Expektorantien wie Guaifenesin zeigen zusätzlich eine antitussive Wirkung.

– Honig:

In einer klinischen Studie bei Kindern und Jugendlichen zwischen 2 und 18 Jahren erwies sich Honig vor dem Zubettgehen als wirksamer gegen nächtlichen Husten im Vergleich zu Dextromethorphan (Paul et al., 2007). Die Dosierung lag je nach Alter bei einem halben bis zu 2 Teelöffel Buchweizenhonig. Honig soll allerdings nicht bei Kindern unter einem Jahr angewendet werden (Risiko Botulismus durch Clostridium botulinum Sporen) und den Zähnen schaden kann (Karies). Die Studienmethodik von Paul et al. wurde allerdings auch in Frage gestellt.

Quelle: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Antitussiva

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Antitussiva (Hustenstiller / Hustenblocker) bei trockenem Husten

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Was hilft bei trockenem Husten?

„Trockener Husten ist meist das erste Symptom eines Virusinfekts der oberen Luftwege oder tritt in Kombination mit anderen Erkältungssymptomen auf. Diese Art des Hustens erfolgt manchmal nur als Hüsteln oder Räuspern gemeinsam mit Heiserkeit, vor allem in den ersten Tagen einer Erkältung. So genannte Antitussiva – Hustenstiller – dienen zur Unterdrückung des Hustenreizes und werden bei trockenem Husten eingesetzt. Sie werden in der Regel 2 bis 3 Tage lang eingenommen. Zu den pflanzlichen Antitussiva zählen Spitzwegerich, Eibischwurzel, Königskerze, Isländisch Moos, während die Wirkstoffe Pentoxyverin, Benproperin oder Dextromethorphan zu den chemischen Antitussiva zählen. Ebenso können Lutschtabletten zur Minderung des Hustenreizes herangezogen werden, wie etwa pflanzliche Pastillen oder Lokalanästethika. Generell sollten Sie auf ausreichend Luftfeuchtigkeit achten – feuchte Handtücher auf der Heizung können helfen – sowie auf das Sprechen mit normaler, nicht lauter aber auch nicht flüsternder Stimme.“

Quelle: „Die Apotheke“ Nr. 9 / 2012

Kommentar & Ergänzung:

Zu den pflanzlichen Antitussiva würde ich noch die Malvenblüten (von Malva silvestris) hinzufügen.

Ein bewährtes Hausmittel sind zudem Inhalationen mit Kamillenblüten und Thymiankraut 1 : 1 gemischt oder mit Kochsalz.

Dazu zwei Liter Wasser zum Kochen bringen. Entweder eine Handvoll der Mischung von Kamilleblüten und Thymiankraut oder drei gehäufte Esslöffel Kochsalz dazugeben. Gesicht über die Schüssel halten, mit Handtuch abdecken und zehn Minuten inhalieren. Die Kamille wirkt desinfizierend und dämpft Entzündungen. Kochsalz wirkt schleimlösend.

Von den erwähnten synthetischen Wirkstoffen kommt in der Schweiz als Hustenblocker häufig Dextromethorphan zur Anwendung. Beispielsweise in Bexin®, Bexomed®, Calmperphan®, Clemesin®, Dextro-Med®, Pretuval® Pulmofor®, Vicks Medinait®.

Bei starkem Reizhusten kann Dextromethorphan temporär Sinn machen, die Anwendung in einem Kombipräparat wie Pretuval oder Vicks Medinait ist allerdings fragwürdig.

Siehe:

Erkältungsmittel: Hände weg von Kombipräparaten

Dextromethorphan kann allerdings problematische Nebenwirkungen haben, die zu wenig bekannt sind:

„ Nebenwirkungen treten unter Dextromethorphan in geringer Dosierung relativ selten auf. Bei einem geringen Prozentsatz der Bevölkerung (je nach Quelle 1 %-10 %) findet sich jedoch eine pharmakogenetische Schwäche des Cytochrom P450 Enzyms CYP2D6, so dass bereits bei therapeutischer Dosierung Halluzinationen, Realitätsverlust und psychotische Episoden auftreten können. Gelegentlich sind Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen zu beobachten. Bei einigen Personen kann auch eine niedrige Dosis Juckreiz auslösen. Bei einer Überdosierung kann es zu Halluzinationen und psychotischen Episoden kommen.“

Quelle: Wikipedia

Infolge der erwähnten pharmakogenetischen Schwäche des Cytochrom P450 Enzyms CYP2D6 gibt es einen geringen Prozentsatz von Menschen, die den Wirkstoff Dextromethorphan sehr langsam abbauen. Dadurch verlängert sich die Plasmahalbwertszeit von Dextromethorphan, so dass schon bei therapeutischen Dosen ein starker Rauschzustand ausgelöst werden kann, der einer Psychose ähnelt.

Der Missbrauch von Dextromethorphan kann eine Drogenpsychose zur Folge haben, wobei unkontrolliertes Verhalten kann zur Selbstgefährdung oder Fremdgefährdung führen kann. Bei regelmäßiger, missbräuchlicher Einnahme kann sich eine Suchterkrankung entwickeln, unter Umständen muss auch mit Hirnschäden gerechnet werden.

Dextromethorphan sollte nicht in der Schwangerschaft angewendet werden, da es in Verdacht steht, die fetale Hirnentwicklung negativ zu beeinflussen.

Für ein rezeptfrei verkauftes Arzneimittel sind das ziemlich happige Risiken, die zur Vorsicht mahnen.

Möglichst zu meiden sind synthetische Hustenblocker bei produktivem Husten (= Husten mit Auswurf), weil sie das Abhusten des Schleims behindern.

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Erkältungsmittel: Hände weg von Kombipräparaten!

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Kombipräparate sollen gegen alle Erkältungsbeschwerden gleichzeitig helfen, sind jedoch laut Fachleuten nutzlos.

Darauf weist eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest hin,  die 300 rezeptfreie Erkältungsmittel unter die Lupe genommen hat.

Durch das sogenannte Gießkannenprinzip der Kombipräparate sollen gleich mehrere Beschwerden auf einmal bekämpft werden, was jedoch nicht sinnvoll ist.

Manche Kombimittel enthalten die Wirkstoffe in zu tiefer Dosis, haben schwere Nebenwirkungen und/oder einen fraglichen Nutzen. Fachleute raten deshalb zu Präparaten, die gezielter und schonender einzelne Beschwerden angehen.

Gemäss der Apothekerkammer Niedersachsen können zudem flüssige Kombipräparate bis zu 18 Prozent Alkohol enthalten und sind deshalb für Kinder, Asthmatiker oder Menschen mit Bluthochdruck oder einer Schilddrüsenerkrankung nicht empfehlenswert.

Der Leiter der Stiftung Warentest-Expertengruppe, Prof. Dr. Gerd Glaeske, Professor für Arzneimittelanwendungsforschung am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen, und sein Team geben folgende Empfehlungen:

„►Gegen Schmerzen und Fieber: Ibuprofen und Paracetamol

►Zum Abschwellen und Befeuchten der Nasenschleimhaut: Sprays und Tropfen mit den Wirkstoffen Xylometazolin, Dexpanthenol und Salzlösung.

►Gegen trockenen Reizhusten: Mittel mit dem Wirkstoff Dextrometorphan.“

Quelle: http://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/erkaeltung/stiftung-warentest-erkaeltungsmittel-vergleich-kombipraeparate-27297272.bild.html

Kommentar & Ergänzung:

In der Schweiz sind solch fragwürdige Kombipräparate beispielsweise unter den Namen Pretuval®, Neo-Citran® oder Vicks MediNait® im Handel.

Ergänzend zu den Empfehlungen der Expertengruppe:

– Ibuprofen und Paracetamol würde ich nicht schon bei einer leichteren Erkältung einnehmen.

– Auch bei den abschwellenden Nasentropfen auf Basis von Xylometazolin wäre ich bei einem gewöhnlichen Schnupfen zurückhaltend und würde eher zu Kochsalzlösungen raten.

– Zu Risiken und Nebenwirkungen von Dextrometorphan siehe:

Antitussiva (Hustenstiller / Hustenblocker) bei trockenem Husten

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Akute Bronchitis: Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika

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Ohne Hinweise auf eine bakterielle Ursache sind Antibiotika bei akuter Bronchitis nicht sinnvoll. Alternativen sind unter anderem Heilpflanzen-Präparate auf der Basis von standardisiertem Myrtol.

In den Wintermonaten leiden bis zu zwei Drittel der Patienten in allgemeinmedizinischen Praxen an Atemwegsinfektionen. Meist sind die Erkältungskrankheiten viral bedingt, und nur bei Hinweisen auf eine bakterielle Ursachen ist eine Antibiotika-Behandlung sinnvoll.

Das gilt speziell für die akute Bronchitis, wie Professor Adrian Gillissen vom Klinikum Kassel erklärt hat.

Lassen sich bei Verdacht Zeichen einer Lungenentzündung ausschließen und fehlen auch Hinweise auf eine bakterielle Infektion wie Fieber oder grün-gelblicher Auswurf, dann werden bei akuter Bronchitis hauptsächlich Mukopharmaka (Schleimlösende Medikamente) wie Ambroxol und Acetylcystein (ACC) empfohlen, die dem Patienten das Abhusten erleichtern sollen.

Durch Reduktion der Viskosität des Schleims wird damit die Reinigung der Bronchien erleichtert. Solche Schleimlöser sollten ein bis zwei Wochen angewandt werden. Harte Studiendaten für ihren Einsatz fehlen allerdings, räumt Gillissen ein.

Wegen ihres erweiterten Wirkspektrums bevorzugt der Internist und Pneumologe bei akuter Bronchitis Phytopharmaka mit standardisiertem Myrtol. „Das sind eigentlich ideale Medikamente, weil sie in vieler Hinsicht wirken“, stellt Gillissen fest.

Für ein Heilpflanzen-Präparat auf der Basis von Myrtol wurde in Studien außer einer sekretolytischen und antientzündlichen Wirkung auch ein antimikrobieller Effekt belegt, und zwar gegen speziell häufige Atemwegskeime wie Pneumokokken und H. influenzae. Zudem fördert Myrtol-Medikament die mukoziliäre Clearance (die Aktivität der Flimmerhärchen) und damit die Selbstreinigungsmechanismen der Bronchien.

In einer doppelblinden Vergleichsstudie an 40 Prüfzentren in Polen wurden die Wirksamkeiten standardisiertem Myrtol, dem Antibiotikum Cefuroxim sowie von Ambroxol und Placebo verglichen (Arznm.-Forsch./ Drug Res 50 (8); 2000: 700). 676 Patienten mit akuter Bronchitis wurden dabei nach dem Zufallsprinzip je einer von vier Behandlungsgruppen zugeteilt.

Resultat: Nach zwei Wochen lagen die Responderraten bei allen aktiv Behandelten über 90 Prozent, im Vergleich zu 85 Prozent unter Placebo. Keine Differenzen bei den Behandlungsresultaten gab es zwischen Myrtol standardisiert und dem Antibiotikum.

Die Auskultationsbefunde nach zwei Wochen sprachen insgesamt für eine ebenbürtige Wirksamkeit von standardisiertem Myrtol und Cefuroxim, beide Substanzen waren bei diesem Kriterium Ambroxol und Placebo deutlich überlegen.

79 Prozent der Ärzte beurteilten die Wirksamkeit von Myrtol standardisiert mit „gut“ oder „sehr gut“, verglichen mit 74 Prozent (Cefuroxim), 66 Prozent (Ambroxol) und 42 Prozent (Placebo).

Ein postinfektiöser Husten kann den Bronchialinfekt um mehrere Wochen überdauern. Wird dabei die Lebensqualität etwa durch gestörten Schlaf wesentlich beeinträchtigt, rät die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie zu einer bis zu zwei Wochen dauernden Behandlung mit zentralwirksamen Antitussiva wie Codein.

Antibiotika sind beispielsweise bei bakteriellen Superinfektionen einer akuten Bronchitis angezeigt. Anzeichen dafür können verschlechterte Symptome bei einer meist verschleppten Erkrankung sein, ebenso Fieber, eitriger Auswurf oder erste Symptome einer Lungenentzündung.

In der Annahme, die Patienten erwarteten eine Antibiotika-Therapie, verschreiben Ärzte manchmal wider besseres Wissen diese Medikamente. Diese vorauseilende Wunscherfüllung ist jedoch meist überflüssig, wie vor Kurzem eine Umfrage von Forschern des Robert Koch-Instituts und der Charité ergeben hat

(http://www.eurosurveillance.org/ViewArticle.aspx?ArticleID=19655).

In der Untersuchung wurden bundesweit 1076 Personen im Alter von 15 bis 78 Jahren über ihre Einstellungen zu Antibiotika befragt. Nur gut jede zehnte teilnehmende Person (n = 113) gab dabei an, dass sie erwarte, bei einer Erkältung ein Antibiotikum verschrieben zu bekommen.

Und von diesen würden wiederum über drei Viertel die ärztliche Entscheidung gegen ein solches Medikament akzeptieren. Ärzte und Ärztinnen haben also praktisch keine Nachteile zu befürchten, wenn sie bei Erkältungen mit Antibiotika zurückhaltend sind.

Im Zweifelsfall habe sich zudem bewährt: Die Patienten erhalten ein Rezept für ein Antibiotikum, das sie nur im Bedarfsfall einlösen. Damit bekommen sie die Möglichkeit, sich bei Verschlimmerung der Symptome das Mittel ohne erneute Arztkonsultation in der Apotheke zu besorgen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/636377/bronchitis-nur-selten-antibiotika-noetig.html?sh=21&h=-1351492366

Kommentar & Ergänzung:

Bemerkenswert beim Thema akute Bronchitis ist tatsächlich, dass die Wirkung von synthetischen Schleimlösern (Mukolytika) wissenschaftlich nicht überzeugend belegt ist. Im Vergleich dazu stehen Heilpflanzen-Präparate geradezu gut da. Nicht nur für standardisierte Myrtol-Präparate, auch für Umckaloabo sowie für Kombinationspräparate mit Efeu, Schlüsselblumenwurzel und Thymian existieren ziemlich gute Studienresultate.

Der oben aufgeführte Bericht wirft einige interessante Fragen auf:

1. „Nach zwei Wochen lagen die Responderraten bei allen aktiv Behandelten über 90 Prozent, im Vergleich zu 85 Prozent unter Placebo“ – Verblüffend hier wieder einmal, wie gering diese Differenz ist. Spricht sehr für die Selbstheilungskräfte unseres Organismus und für die Selbstheilungstendenz der akuten Bronchitis.

2. „Keine Differenzen bei den Behandlungsresultaten gab es zwischen Myrtol standardisiert und dem Antibiotikum.“

Na, wenn Antibiotika bei viraler Bronchitis sowieso sinnlos und dadurch unwirksam sind, dann ist eine Gleichwertigkeit von Myrtol noch keine Ergebnis, die vom Stuhl reisst.

3. „79 Prozent der Ärzte beurteilten die Wirksamkeit von Myrtol standardisiert mit „gut“ oder „sehr gut“, verglichen mit 74 Prozent (Cefuroxim), 66 Prozent (Ambroxol) und 42 Prozent (Placebo).“

Hier ist die Differenz zwischen Myrtol und Placebo sehr deutlich. Allerdings ist mir nicht klar, wie die Verblindung durchgeführt wurde. Entscheidend bei Vergleichen mit Placebo ist, dass das reale Medikament und das Placebo von den Probanden nicht unterschieden werden können. Myrtol verrät sich meiner Erfahrung gemäss aber nach der Resorption in der Atemluft.

4. Ich bin kein fundamentalistischer Antibiotika-Gegner. Manchmal braucht es diese Medikamente. Skeptisch bin ich aber gegenüber der in diesem Bericht skizzierten Lösung eines Antibiotika-Rezeptes für den Bedarfsfall, wenn Antibiotika zwar nicht indiziert sind, der Patient sie aber  erwartet. Meiner Ansicht nach soll ein Arzt oder eine Ärztin Antibiotika nicht verschreiben, wenn sie unsinnig sind – wie beispielsweise bei viralen Erkältungskrankheiten.

Zu Myrtol hier noch ein paar ergänzende Informationen (aus Wikipedia):

„Myrtol ist kein eindeutig definierter Begriff, er wird teilweise mit dem ätherischen Öl der Myrte (Myrtus communis), einem immergrünen Strauch, der im Mittelmeergebiet und in Vorderasien verbreitet ist, in Zusammenhang gebracht. Die exakte Bezeichnung dafür ist Myrtenöl.

In Arzneimitteln wird ein standardisiertes pflanzliches Mischdestillat als Myrtol bezeichnet, das laut Herstellerangaben nicht weniger als 25 Prozent Limonen, 25 Prozent Cineol und 6,7 Prozent (+)-α-Pinen enthält. Dieses Stoffgemisch hat die CAS-Nr. 8002-55-9 und weist eine Dichte von 0,895 g/cm3 auf. Es wirkt auswurffördernd und wird daher bei akuten und chronischen Bronchitiden sowie bei einer Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) angewandt.

Myrtol wird am häufigsten in Form von magensaftresistenten Weichgelatinekapseln, die das Myrtol erst im Dünndarm freisetzen, verabreicht.“

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Phytotherapie: Trockener Reizhusten

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Trockener Reizhusten kann für die Betroffenen sehr lästig und anstrengend sein. Und jeder Hustenstoß reizt und schädigt die Schleimhäute zusätzlich, wodurch ein Teufelskreis entsteht.

Am Anfang eines viralen Infekts steht meist eine Rachenentzündung. Die Rachenschleimhaut ist dabei stark gerötet und geschwollen, während der Hals brennt und kratzt. Jeder neue Hustenstoß reizt und schädigt die Schleimhäute erneut. Das unterhält einen Circulus vitiosus (Teufelskreis) aus Gewebeschädigung, Entzündung und immer stärkerer Sensibilisierung der für die Husten-Auslösung im Rachen verantwortlichen C-Fasern. Dadurch sinkt die Reizschwelle, um einen Hustenstoß auszulösen.

In diesem ersten Stadium eines grippalen Infekts hat der Husten mit einem »festsitzenden Husten«, wie viele Patienten irrtümlich vermuten, nichts zu tun. Am Anfang einer Erkältung hat sich nämlich noch kein Schleim gebildet und abgelagert. Erst im weiteren Verlauf der Erkältung entwickelt sich ein sogenannter produktiver Husten.

Der Teufelskreis lässt sich auf unterschiedlichem Weg unterbrechen.

So setzen periphere Antitussiva (Hustenreizstiller) die Ansprechbarkeit der Hustenrezeptoren im oberen Atemtrakt herab. Zu den vor allem peripher wirkenden Antitussiva zählen auch Heilpflanzen-Präparate, die Wirkstoffe aus Schleimpflanzen wie Spitzwegerich, Eibisch oder Isländisch Moos enthalten. Die Schleimstoffe dieser Heilpflanzen schirmen kurzzeitig die Chemorezeptoren im Rachen ab. Diese Wirkung macht allerdings klar, dass die Pflanzenextrakte in der passenden Darreichungsform angewendet werden müssen. Eibischextrakt in Form von Dragées wäre sinnlos. Zu empfehlen ist, den Hustensaft möglichst lange im Mund zu lassen und nicht sofort herunterzuschlucken. Bei den Phytotherapeutika ist häufig eine klare Abgrenzung zwischen Hustenstillern und Schleimlösern nicht möglich. Das liegt an der Vielzahl an Inhaltsstoffen, die in Heilpflanzen enthalten sind und die ihr Wirkspektrum ausmachen.

Auch altbewährte Hausmittel wie die Milch mit Honig, Hustentees, Salbeibonbons oder Honigbonbons besitzen bei Reizhusten und Halsschmerzen ihre Berechtigung. Sie haben eine Wirksamkeit, die über den reinen Placeboeffekt hinaus geht. Das beliebte Honigbonbon fördert nämlich den Speichelfluss, und beim Lutschen schirmt es die entzündeten Areale und die mehr oder weniger freiliegenden C-Fasern kurzzeitig ab. Dafür ist die Viskosität des Bonbons mit der Lösung von Zuckern und Zuckerersatzstoffen verantwortlich. Man spricht hier von sogenannten Demulzenzien. Als solche wirken Hustensäfte, Hustenbonbons, Lutschpastillen oder das Milch-Honig-Gemisch. Der Zucker und/oder die Schleimbestandteile überziehen die Schleimhaut mit einer Schutzschicht. Das erhöht die Barriere für Reizstoffe und senkt die Empfindlichkeit der Hustenrezeptoren

Allerdings bringen die Honigbonbons oder ähnliche Demulzenzien nur für 10 bis maximal 30 Minuten Ruhe im Rachen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=35350&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Für trockenen Reizhusten ist Kräutertee eine gute Arzneiform – Malvenblütentee (aus Malva silvestris) zum Beispiel oder Eibischwurzeltee (als Kaltauszug zubereitet). Diese schleimhaltigen Kräutertees schluckweise in kleinen Abständen über den Tag verteilt trinken.

Interessante Forschungsergebnisse gibt es zur Wirkung der Schleime aus der Eibischwurzel:

Eibisch-Extrakt lindert Reizhusten

Husten ohne Ende soll abgeklärt werden – kurzfristig hilft Eibischtee

Falls Sie sich Kompetenz im Bereich der Selbstbehandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen erwerben möchten:

Einen guten Überblick über die Behandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen bietet das Tagesseminar zu diesem Thema.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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