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Was hilft gegen Krampfaderbeschwerden?

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Die österreichische Kronenzeitung befasst sich mit dem Thema Krampfadern.

Dabei kommen auch pflanzliche Arzneimittel zur Sprache.

Ass.- Prof. Priv.-Doz. Dr. Stanislava Tzaneva von der Klinischen Abteilung für Dermatologie der MedUni Wien erklärt dazu:

„Das konsequente (!) Tragen von Kompressionsstrümpfen, -strumpfhosen oder Verbänden während des Tages fördert den Rückfluss des Blutes. In Kombination mit dieser Basistherapie kann der Betroffene auch venoaktive Medikamente, z. B. mit Rosskastanien oder Traubenkernextrakt einnehmen. Das Ziel ist die Linderung typischer Beschwerden wie Schwellungen, Schweregefühl und Schmerzen.“

Eine weitere Möglichkeit sei das operative Entfernen der Krampfadern (Venenstripping).

„Diese Methode wurde in den vergangenen Jahren aber mehr und mehr von der Radiofrequenz- und Laserbehandlung verdrängt, die nun erste Wahl sind“, erklärt die Fachärztin für Dermatologie und Venerologie. Als dritte Möglichkeit komme die Verödung mit Flüssigkeit oder Schaum zum Einsatz.

Quelle:

http://www.krone.at/gesund-fit/was-hilft-bei-krampfadern-zeigt-her-eure-beine-story-570161

Kommentar & Ergänzung:

Die Wirksamkeit von Rosskastanienextrakt bei Krampfaderbeschwerden wie Schwellungen, Schweregefühl und schmerzenden Beinen ist gut mit Studien belegt.

Es braucht aber einen Extrakt, der eingestellt ist auf eine Tagesdosis von 100 mg Aescin und die Einnahme über längere Zeit.

Tee aus Rosskastaniensamen ist keie praktikable Anwendungsform und Rosskastanientinktur enthält zuwenig Aescin. Beliebt sind Rosskastaniensalben, doch ist ungeklärt, ob dadurch eine Wirkung über die Haut erzielt werden kann.

Traubenkernextrakt ist reich an oligomeren Proanthocyanidinen (OPC), wirkt deshalb als Antioxydans und wird in Nahrungsergänzungsmitteln als Anti-Aging-Mittel propagiert. Studien, die diese Versprechungen belegen würden, fehlen allerdings.

Auch eine Wirksamkeit gegen Krampfaderbeschwerden ist nicht plausibel belegt. Daher würde ich bei Krampfaderbeschwerden auf Rosskastanienextrakt setzen.

Siehe auch:

Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden

Venenschwäche – hilft Rosskastaniensalbe?

Pharmawiki: Rosskastanien-Extrakt bei Venenleiden

Venenerkrankungen: Wirksamkeit von Rosskastanienextrakt erneut bestätigt

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

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Resveratrol bessert in Studie Hormonhaushalt bei Frauen mit Polyzystischem Ovar-Syndrom (PCOS)

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Das Polyphenol Resveratrol kommt in Weintrauben und einer Reihe anderer Früchte vor. In einer kleinen randomisierten Studie verbesserte Resveratrol die Hormonwerte von Frauen mit Polyzystischem Ovar-Syndrom (PCOS) deutlich. Die Studie wurde publiziert im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism (2016; doi: 10.1210/jc.2016-1858).

Das PCOS ist mit einer Prävalenz von 6 bis 18 Prozent eine häufige hormonelle Störung von Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter. Prävalenz ist ein Begriff aus der Epidemiologie der aussagt, welcher Anteil der Menschen einer bestimmten Gruppe (Population) zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer bestimmten Krankheit erkrankt ist.

Die meist übergewichtigen Frauen leiden an Zyklusstörungen mit seltener bis ganz ausbleibender Periode und klagen über einen Hirsutismus oder andere Androgenisierungserscheinungen wie Hautunreinheiten oder fettiges Haar. Bei vielen betroffenen Frauen liegt eine Insulinresistenz vor, wodurch das Diabetesrisiko ansteigt. Erhöhte Lipidwerte und Entzündungsparameter wie CRP weisen auf ein gesteigertes kardiovaskuläres Risiko hin.

Die Ursache des PCOS ist nicht genau bekannt. Eine gesteigerte Bildung von männlichen Geschlechtshormonen im Eierstock und auch in den Nebennieren ist ein gemeinsamer Faktor. Eine Therapie mit Antiandrogenen ist in der Regel nicht akzeptabel, und zahlreiche Frauen lehnen auch die Einnahme vTestosteron,Progesteron,klinische Studie,Placebo,on hormonellen Kontrazeptiva ab, von denen eine gute Wirkung erwartet werden kann.

Wissenschaftler der Medizinischen Universität Posen entdeckten bei Experimenten an Thekazellen des Eierstocks, dass Resveratrol die Bildung von Testosteron (nicht jedoch von Progesteron) vermindern kann.

Darum wurde in Kooperation mit Endokrinologen der Universität von Kalifornien in San Diego eine erste klinische Studie durchgeführt, an der in Posen total 30 Frauen mit einem PCOS (nach den Rotterdam-Kriterien) teilnahmen.

Die Probandinnen schluckten über einen Zeitraum von drei Monaten täglich eine Kapsel, die bei der Hälfte der Frauen das Resveratrol-Supplement eines amerikanischen Produzenten und bei der anderen Hälfte ein Placebo enthielt.

Als primärer Endpunkt der Studie legten die Forscher das Gesamt-Testosteron im Serum fest.

Die Wissenschaftler berichten hier von einem deutlichen Rückgang um 23,1 Prozent, während in der Placebo-Gruppe ein Anstieg um 2,9 Prozent gemessen wurde. Resveratrol verminderte nicht nur die Androgenproduktion im Eierstock. Auch die Variante DHEAS (Dehydroepiandrosteron-Sulfat), die hauptsächlich in den Nebennieren heergestellt wird, wurde um 22,2 Prozent vermindert, während sich dieser Wert in der Placebo-Gruppe um 10,5 Prozent erhöhte.

Darüber hinaus kam es zu einer Reduktion der Insulinkonzentration im Serum um 31,8 Prozent. Beim „Insulin Sensitivity Index“ zeigte sich eine Verbesserung um 66,3 Prozent. Die Resveratrol-Supplemente wurden gut vertragen, bis auf zwei Frauen, bei denen vorübergehende Sensibilitätsstörungen auftraten.

Aus den guten Resultaten lässt sich ableiten, dass die Durchführung weitergehender klinischer Studien gerechtfertigt wäre, um einen medizinischen Nutzen von Resveratrol beim PCOS zweifelsfrei zu belegen.

Dass solche grösseren Studien durchgeführt werden, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Der US-Produzent vertreibt sein Resveratrol-Präparat als Nahrungsergänzungsmittel. Daher muss er für dieses Produkt keine Wirksamkeit belegen und deshalb auch keine aufwendigen und teuren Studien vorlegen. Er darf für sein Nahrungsergänzungsmittel aber auch nicht die Behauptung verbreiten, dass es einen klinischen Nutzen bei PCOS habe.

Nur wenn der Hersteller diese Aussage machen will, wird sein Produkt als Arzneimittel zulassungspflichtig und eine grosse Phase 3-Studie mit positivem Ergebnis unverzichtbar.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/71010/PCOS-Resveratrol-bessert-Hormonhaushalt-in-Studie

http://press.endocrine.org/doi/pdf/10.1210/jc.2016-1858

 

Kommentar & Ergänzung:

Resveratrol gehört zu den Polyphenolen und kommt in relativ grossen Mengen in der Haut von roten Weintrauben vor, aber auch in Himbeeren, Maulbeeren, Pflaumen, Erdnüssen und im Japanischen Staudenknöterich, der bei uns als Neophyt Probleme bereitet.

Resveratrol wird diskutiert und erforscht als Antioxidans, Krebsmittel, Anti-Aging-Mittel, Phytoöstrogen. Um die Substanz ist in den letzten Jahren ein gewisser Hype entstanden, was immer eine gewisse Vorsicht in der Bewertung nahelegt. So sind zum Beispiel die Wirkungen gegen Krebs vor allem im Labor an Krebszellen festgestellt worden. Untersuchungen an Krebspatienten, die eine erfolgreiche Anwendung von Resveratrol gegen Tumore belegen könnten, existieren jedoch keine.

PCOS als Forschungsbereich für eine mögliche Anwendung von Resveratrol ist mir neu. Die gemessene Reduktion des Testosteronspiegels ist interessant und könnte für weitere Anwendungsbereiche in Frage kommen.

Die Studie ist mit total 30 Frauen allerdings sehr klein und kann eine Wirksamkeit nicht sicher belegen. Das wird den Hersteller des Nahrungsergänzungsmittels nicht davon abhalten, sie in seine Marketingbemühungen einzubinden.

Die Tagesdosis betrug in der Studie 1500mg Resveratrol in einer Kapsel.

Der Text spricht ein wichtiges Problem pflanzlicher Naturheilmittel an. Werden sie als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, braucht es dazu keinen Wirksamkeitsnachweis. Damit entfällt für die Hersteller meistens auch die Motivation, grosse, beweisende Phase-3-Studien durchzuführen. Ich selber bin nicht strikt gegen die Vermarktung pflanzlicher Präparate als Nahrungsergänzungsmittel. Ich ziehe aber Hersteller von, die ihre Präparate als Arzneimittel anmelden und auch die entsprechenden Phase-3-Studien durchführen. Diesen Forschungsaufwand gilt es meines Erachtens wertzuschätzen. Das ist aber auch aus Kostengründen für viele Firmen nicht zu stemmen.

Eine Phase-3-Studie lohnt sich für den Hersteller auch nicht, weil Resveratrol als Naturstoff nicht patentierbar ist. Die Forschungskosten lassen sich nicht auf den Produktpreis schlagen, weil jeder Konkurrent die Forschungsergebnisse auch für sich nutzen und sein Resveratrol-Präparat ohne Forschungsaufwand günstiger auf den Markt werfen kann. Wenn der Forschungsstand in manchen Bereichen der Phytotherapie ungenügend ist, dann kann das jedenfalls auch mit diesen nachteiligen kommerziellen Bedingungen zu tun haben. Das ist auf alle Fälle nicht einfach eine reine Schutzbehauptung.

Was ist eine Phase-3-Studie:

„Die Phase III umfasst die Studien, welche die für die Zulassung entscheidenden Daten zum Wirksamkeitsnachweis ermitteln. Üblicherweise sind mindestens zwei voneinander unabhängige kontrollierte klinische Studien, die jede für sich einen Nachweis der statistischen Signifikanz der Wirksamkeit erbringen, notwendig. Phase-III-Studien können viele tausend Patienten einschließen und sich über mehrere Jahre erstrecken. In der Regel handelt es sich um randomisierte Doppelblindstudien.“

Quelle: Wikipedia

Zu Resveratrol siehe auch:

Zur Bioverfügbarkeit von Resveratrol

Resveratrol aus Weintrauben als Diabetes-Heilmittel?

Resveratrol aus Rotwein als Entzündungshemmer

Mythos vom gesunden Rotwein bröckelt

 

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Nutzen von Antioxidanzien erneut in Frage gestellt: Oft unnötig, manchmal schädlich

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Freie Radikale und der von ihnen ausgelöste oxidative Stress gelten als schädlich. Sie werden mitverantwortlich gemacht für das Altern und sollen an der Entstehung verschiedener Krankheiten beteiligt sein (z. B. Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, rheumatoide Arthritis). Antioxidanzien, die freie Radikale inaktivieren, gelten daher als gesund. Sie werden daher in einer Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln als „Anti-Aging“-Präparate und zur Krankheitsprävention (z. B. vor Krebs) angeboten.

Diese von Laien und Fachleuten sehr populäre Ansicht wird seit geraumer Zeit von Wissenschaftlern in Frage gestellt.

So auch vom Team um Professor Dr. Pietro Ghezzi an der Brighton & Sussex Medical School in Großbritannien, das die vorhandene Evidenz zur vorbeugenden oder therapeutischen Anwendung von Antioxidanzien im «British Journal of Pharmacology» zusammengetragen hat. Darin kommen die Forscher zum Schluss, dass Antioxidanzien nur in Fällen eines nachgewiesenen Mangels zum Einsatz kommen sollten. Andernfalls hätten sie keine positiven Effekte und könnten sogar schaden.

Bisher habe noch kein Antioxidans in randomisierten klinischen Studien so erfolgreich abgeschnitten, dass es für eine entsprechende Zulassung gereicht hätte.

Antioxidanzien könnten im Gegenteil sogar Schaden anrichten, wenn sie nämlich freie Radikale abfangen, die an Reaktionen des Immunsystems und der Synthese von Hormonen beteiligt seien. Hier eine passende Dosis zu finden, die einen schädlichen Überschuss der Moleküle abfängt, die physiologisch notwendige Menge jedoch übrig lässt, sei vermutlich extrem schwierig.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=64406

DOI: 10.1111/bph.13544

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/bph.13544/abstract;jsessionid=DAF575435A75A3CECC58897795628DC2.f04t04?systemMessage=Wiley+Online+Library+will+be+unavailable+on+Saturday+30th+July+2016+from+08%3A00-11%3A00+BST+%2F+03%3A00-06%3A00+EST+%2F+15%3A00-18%3A00+SGT+for+essential+maintenance.Apologies+for+the+inconvenience.

 

Kommentar & Ergänzung:

Der menschliche Organismus enthält schon endogen („von Haus aus“) eine ganze Reihe von antioxidativ wirksamen Stoffen, zum Beispiel Proteine wie Transferrin, Albumin, Coeruloplasmin, Hämopexin und Haptoglobin, sowie Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD), Glutathionperoxidase (GPX) und Katalase. Für die antioxidative Aktivität dieser Enzyme sind Spurenelemente wie Selen, Kupfer, Mangan und Zink wichtig.

Wichtig sind aber auch exogene Antioxidanzien, die von aussen zugeführt werden.

Dazu gehören Stoffe wie Ascorbinsäure (Vitamin C), Tocopherol (Vitamin E) und Betacarotin (Provitamin A), die vom Organismus benötigt werden, aber nicht bedarfsdeckend selber produziert werden können und daher von aussen zugeführt werden müssen.

Darüber hinaus gibt es in in pflanzlichen Nahrungsmitteln eine ganze Reihe von Antioxidanzien, die zur Inaktivierung von freien Radikalen beitragen können, aber nicht zwingend von aussen zugeführt werden müssen, weil sie in dieser Funktion durch andere Antioxidanzien ersetzbar sind. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe wie Carotinoide (z. B. Lycopin, Lutein) und Polyphenole (Flavonoide, Anthocyane, Resveratrol, EGCG aus Grüntee), die in vielen Gemüsen, in Beeren und Obst sowie in Kräutern vorkommen.

Dass diese sekundären Pflanzeninhaltsstoffe als Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung nützlich sind, steht ausser Frage.

Zunehmen kritisch gesehen wird nur die Zufuhr solcher Substanzen über Nahrungsergänzungsmittel – also in isolierter Form und in grösseren Mengen.

Dieses fragwürdige Geschäft boomt. Hersteller wie Burgerstein und Verkäufer – Internetshops, Apotheken, Drogerien – profitieren hier von überzogenen Hoffnungen und von Konsumentinnen und Konsumenten, die mit solchen Produkten ein schlechtes Gewissen beruhigen möchten, das ihnen nicht selten zuvor eingeredet wurde.

Siehe auch:

Antioxidanzien können Ausbreitung von Krebs beschleunigen

Antioxidanzien fördern möglicherweise Diabetes

Nicht übertreiben mit Antioxidanzien

Schwächen Antioxidantien die Muskelfunktion?

Experimente stärken Zweifel am Nutzen von Antioxidantien

Oxidativer Stress – weniger schädlich als gedacht?

Naturheilkunde – Früchte essen statt Burgerstein schlucken

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Antioxidanzien könnten Ausbreitung von Krebs beschleunigen

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Antioxidanzien sind Stoffe, die im Körper schädliche freie Radikale abfangen. Sie gelten deshalb als gesund und sollen unter anderem vor Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen schützen.

Inzwischen mehren sich allerdings die Hinweise, dass die schöne Schwarz-Weiss-Einteilung in die bösen freien Radikale einerseits und die guten Antioxidanzien anderseits zu einfach ist.

In diese Richtung deutet auch eine Untersuchung der Universität Göteborg. Sie kommt zum Schluss, dass Tumore bei Mäusen durch Einwirkung von Radikalfängern schneller Metastasen bilden. Die Wissenschaftler warnen nun vor der zusätzlichen Einnahme von Antioxidanzien.

Die schwedische Forschergruppe fand bei Untersuchungen an Mäusen Hinweise darauf, dass Hautkrebs unter der Einwirkung von Antioxidanzien schneller Tochtergeschwulste entwickeln.

Das Team um Martin Bergö von der Universität Göteborg schreibt, dass gentechnisch veränderte Mäuse, die spontan derartige Tumoren entwickeln, bei der Gabe des Antioxidans N-Acetylcystein doppelt so häufig Metastasen in den Lymphknoten bilden. Weitere Versuche mit menschlichen Krebszellen in Zellkultur bestätigten diese Resultate für dieses und ein weiteres Antioxidans. Die Resultate müssen allerdings noch am Menschen bestätigt werden, um weiter reichende Schlüsse zu ziehen, schränkt Bergö ein.

Diese neuen Resultate decken sich mit früheren Erkenntnissen des Wissenschaftlerteams und geben Hinweise darauf, weshalb Antioxidanzien in Studien manchmal sogar Krebs zu fördern scheinen.

Zuvor schon hatten die Wissenschaftler Indizien gefunden , dass Antioxidanzien Lungentumore rascher wachsen lassen.

Obwohl die meisten dieser Erkenntnisse noch vorläufig sind, mahnen die Forscher zur Zurückhaltung bei Antioxidanzien – insbesondere Krebspatienten sollten Vorsicht walten lassen.

Quellen:

http://www.spektrum.de/news/antioxidanzien-treiben-wohl-ausbreitung-von-krebs-voran/1370229?utm_source=zon&utm_medium=teaser&utm_content=news&utm_campaign=ZON_KOOP

http://stm.sciencemag.org/content/6/221/221ra15.full

http://stm.sciencemag.org/content/7/308/308re8.full

 

Kommentar & Ergänzung:

Antioxidanzien sind ein umsatzstarkes Geschäft für Hersteller und Verkäufer. Ausser zur Vorbeugung gegen Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen werden Antioxidanzien auch generell als Anti-Aging-Mittel propagiert. Die Werbung übertreibt wie üblich den Nutzen und spielt die Risiken und Ungewissheiten herunter.

Bekannte Beispiele aus der Gruppe der Antioxidanzien:

Vitamin C, Vitamin E;

Polyphenolische Antioxidanzien wie Resveratrol, EGCG aus Grüntee, Flavonoide wie bspw. Anthocyane;

Carotinoide (Lycopin, Betacarotin, Lutein);

Spurenelemente wie Selen, Kupfer, Mangan und Zink fördern die Aktivität antioxidativer Enzyme.

Als Bestandteile einer vielfältigen Ernährung sind diese Substanzen nützlich und zum Teil sogar unentbehrlich. Aber es ist nicht belegt, dass die Einnahme solcher Substanzen in Nahrungsergänzungsmitteln für die Gesundheit nützlich ist. Anstatt grössere Mengen einzelner Antioxydanzien isoliert einzunehmen ist es höchstwahrscheinlich sinnvoller, eine breite Palette dieser Substanzen als Bestandteil der normalen Ernährung zuzuführen.

Die Zufuhr von Antioxidanzien über spezielle Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel von „Burgerstein“ dient meiner Ansicht nach vor allem zur Beruhigung eines schlechten Gewissens, das uns vorher eingeredet wurde. Wer lebt dann schon so gesund, wie es uns all die Ratschläger dringlichst nahelegen?  – Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von Antioxidanzien erscheinen da als leicht erreichbarer Weg, um „Ernährungssünden“ aller Art auszugleichen.

Hier ein paar weitere Beiträge, um das allzu schöne Schwarz-Weiss-Bild der guten Antioxydanzien und der bösen freien Radikale differenzierter zu machen:

Antioxidanzien fördern möglicherweise Diabetes

Nicht übertreiben mit Antioxidanzien

Selen kann Prostatakrebsrisiko steigern

 

 

Krebsvorbeugung durch Vitamin E – auf die Form kommt es möglicherweise an

Oxidativer Stress – weniger schädlich als gedacht

 

Experimente stärken Zweifel am Nutzen von Antioxidanzien

Schwächen Antioxidanzien die Muskelfunktion?

 

Naturheilkunde: Früchte essen statt „Burgerstein“ schlucken

 

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Testosteron: Fragwürdige Hormontherapie für Männer

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Gegen Erschöpfung und nachlassende Kraft im Alter raten manche Ärzte zu Testosteron – obwohl der Nutzen der Hormontherapie mehr als fraglich ist und Risiken nicht auszuschliessen sind.

Martin Reincke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie und zugleich Chef der Medizinischen Klinik Innenstadt der Uni München, zweifelt die einfache Logik von Mangel und Ersatz grundsätzlich an. Der Zusammenhang von niedrigem Testosteron und nachlassender Libido sei ziemlich schwach. Große, seriöse Behandlungsstudien gebe es nicht und die kleineren mussten wegen gravierender Nebenwirkungen für Herz und Kreislauf abgebrochen werden, sagt Reincke. Erfreulicherweise fielen jedoch nicht so viele Männer auf die falschen Versprechen der Hormon-Propheten herein. Die männliche Sehnsucht nach einem Jungbrunnen durch Testosteron lasse sich jedenfalls nicht erfüllen.

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/hormontherapie-fuer-maenner-risiko-statt-jungbrunnen-1.2229442

 

Kommentar & Ergänzung:

Fragwürdig ist vor allem, dass solche Hormontherapien von manchen „Anti-Aging-Propagandisten“ ziemlich offensiv gepusht werden, lange bevor Nutzen und Risiko sorgfältig geprüft wurden. Das war auch bei der Hormonersatztherapie bei Frauen in den Wechseljahren so.

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Nicht übertreiben mit Antioxidantien!

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Antioxidantien werden immer noch ziemlich pauschal als gesund propagiert, weil sie freie Radikale abfangen. Glaubt man der Propaganda, sollen sie vor Krebs, Herzerkrankungen und vielem mehr schützen und uns zudem als Anti-Aging-Mittel vor dem Älterwerden bewahren.

Seit einigen Jahren mehren sich allerdings die Hinweise darauf, dass die Situation nicht so einfach in ein Schwarz-weiss-Schema eingeordnet werden kann: Hier die guten Antioxidantien und dort die bösen freien Radikale.

Auf diesen Punkt kommt auch der Arzneipflanzenforscher Prof. Dr. Kurt Hostettmann (Universität Genf) in einem Interview zu sprechen:

„Noch etwas anderes: man spricht so viel von Antioxidantien und dass man sie in grossen Mengen einnehmen muss, um Krebs zu verhindern oder die Alterung zu stoppen. Jedoch gibt es aktuelle Arbeiten, die darauf hinweisen könnten, dass eine übermässige Einnahme von Antioxidantien, einen pro-oxidierenden Effekt haben könnten und dadurch die Alterung und die Entwicklung von Krebs fördern könnten. Im amerikanischen Magazin „ New Scientist“ vom 19.März 2013, hat James Watson, der den Nobelpreis der Medizin für die Entdeckung der DNA-Struktur erhalten hat, folgende Frage gestellt: Fördern Antioxidantien Krebs? Darüber sollte man nachdenken…!“

Quelle:

http://de.pharmapro.ch/N21580/interview-mit-prof-dr-kurt-hostettmann.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Prof. Hostettmann spricht hier einen wichtigen Punkt an und die Aussage von James Watson im „New Scientist“ hat schon für einigen Gesprächsstoff gesorgt.

Bekannte und oft propagierte Antioxidantien sind beispielsweise:

– Vitamin C, Vitamin E;

– Polyphenole, zum Beispiel Flavonoide wie Anthocyane (blaue Farbstoffe aus Heidelbeeren, Schwarzen Johannisbeere, Brombeeren etc.), Epigallocatechingallat (EGCG) aus Grüntee, Resveratrol aus Rotwein;

– Carotinoide wie Lycopin (aus Tomaten), Betacarotin (aus Karotten, Aprikosen u. a.), Lutein (in dunklen Blatttgemüsen wie Grünkohl, Spinat).

Dass solche Antioxidantien im Rahmen einer vielfältigen, abwechslungsreichen Ernährung wohl gesund sind, ist eine plausible Annahme. Bei den Vitaminen brauchen wir eine gewisse Zufuhr von aussen, weil wir sie nicht selber herstellen können. Bei den Antioxidantien ohne Vitamincharakter ist nicht der einzelne Stoff notwendig. Sie können sich wohl in ihrer antioxidativen Funktion weitgehend ersetzen.

Heikler wird die Sache, wenn Antioxidantien isoliert in höheren Dosierungen als Nahrungsergänzungsmittel konsumiert werden.

In den letzten Jahren haben sich die Hinweise zunehmend verdichtet, dass in solchen Fällen nicht nur der Nutzen der Antioxidantien in Frage steht, sondern möglichweise gar mit negativen Konsequenzen für die Gesundheit zu rechnen ist.

Siehe dazu beispielsweise:

Experimente stärken Zweifel am Nutzen von Antioxidantien

Schwächen Antioxidantien die Muskelfunktion

Selen kann Prostatakrebsrisiko steigern 

Oxidativer Stress weniger schädlich als gedacht 

Antioxidantien fördern möglicherweise Diabetes 

Mit Nahrungsergänzungsmitteln höheres Sterberisiko

 

Es kann ja nun nicht darum gehen, nun im Umkehrschluss die Antioxidantien als Bösewichte hinzustellen.

Aber es ist doch wohl sinnvoll, immer wieder einmal festzuhalten:

Nahrungsergänzungsmittel mit Antioxidantien sind vermutlich in den meisten Fällen einfach zum Fenster hinausgeschmissenes Geld. Man könnte sich etwas Sinnvolleres damit gönnen. Und möglicherweise sind diese Produkte in manchen Bereichen sogar eher schädlich, vor allem wenn man gleich mehrere Präparate kombiniert, was nicht selten vorkommt.

Meine Empfehlung daher: Cool bleiben, wenn die Werbung uns mal wieder einreden will, dass wir nur gesund und jung bleiben können, wenn wir die Präparate X, Y und Z täglich einnehmen.

Und wer unumstösslich überzeugt davon ist, dass er oder sie solche Nahrungsergänzungsmittel braucht, kann zu mindestens die Dosierung halbieren: Schont den Geldbeutel, minimiert das Risiko.

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WWF: Wenn Kaviar, dann nur mit Label

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Über die Festtage steigt der Kaviarkonsum. Stammt der Kaviar aus Wildfang, trägt der Leckerbissen allerdings zur weiteren Gefährdung des Störs bei. Der WWF erklärt, worauf man beim Kaviarkauf achten soll.

Der Stör bevölkert seit  über 200 Millionen Jahren die Erde und ist quasi der Dinosaurier unter den Fischen.  Die starke Nachfrage nach Kaviar, den Eiern des Störweibchens, hat jedoch zu einer jahrzehntelangen Überfischung der Bestände geführt. In der Donau, die eines der bedeutendsten Herkunftsgebiete von Wildkaviar war, sind inzwischen fünf von sechs Stör-Arten vom Aussterben bedroht. Dieselbe Lage liegt im Kaspischen Meer vor. Darum ist derzeit ein internationales Handelsverbot für Wildfangkaviar aus diesen Herkunftsgebieten in Kraft.

Die Nachfrage ist ungebrochen

Auch in der Schweiz ist die Nachfrage nach Kaviar trotz dem knappen Angebot und hohen Preisen ungebrochen. Ein Kilogramm Kaviar kostet bis zu 10‘000 Franken. Im Jahr 2011 wurden 5089 Kilogramm Kaviar eingeführt, wovon drei Prozent aus Wildfang stammen (Quelle Bundesamt für Veterinärwesen). Die Entwicklung der letzten Jahre ist insofern positiv, als vor zehn Jahren noch 92 Prozent des Imports aus Wildfang stammten.

Trotzdem empfiehlt der WWF, beim Kaviar-Kauf genau hinzuschauen.

WWF-Tipp: Auf CITES-Etikett achten

Alle Kaviar-Dosen ohne CITES-Etikett seien illegal, erklärt Valerie Passardi vom WWF Schweiz.

CITES stehe für das „Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen“, erklärt der WWF. Das Etikett müsse die Kaviar-Verpackung versiegeln und biete Gewähr, dass der Kaviar aus legalem Handel stammt – auch wenn es sich um Zuchtkaviar handelt. Auf dem Etikett müsse ausserdem ein Buchstaben-Zahlen-Code zu finden sein, der dem Konsumenten Auskunft gibt, von welcher Stör-Art der Kaviar stammt, und ob es sich um Wildfang oder Zucht handelt. Der Buchstabe „W“ steht für Wildfang, „C“ steht für Zucht („captive-bred“).

Die Konsumenten sollen nur Zucht-Kaviar kaufen, rät der WWF. Die Umweltorganisation weißt aber darauf hin, dass auch Zuchtstöre mit Fischmehl und Fischöl gefüttert werden, das wiederum teilweise aus Wildfang stammt. Dazu komme noch, dass der Futterbedarf bei Stören sehr hoch ist, was mit der langen Aufzucht-Dauer zusammenhängt. Bis von einem weiblichen Stör Fischeier entnommen werden können, dauert es je nach Art mehr als zehn Jahre. Der WWF empfiehlt darum den Konsumentinnen und Konsumenten, Kaviar nur als nicht alltägliche Delikatesse zu essen. Das Produkt sollte aus Zucht stammen. Alternativ kommen MSC-zertifizierte Fischeier vom Lachs oder Hering in Frage.

Quelle:

http://www.moneycab.com/mcc/2013/12/23/wwf-wenn-kaviar-dann-bitte-mit-label/

Kommentar & Ergänzung:

Interessant ist auch die Geschichte des Kaviars:

«Der Begriff Kaviar geht wohl auf einen iranischen Volksstamm zurück, der am Kaspischen Meer lebt. Die Khediven waren für ihre Körperkraft bekannt und aßen viel Kaviar. Das zubereitete Störei heißt bei ihnen Cahv-Jar und bedeutet „Kuchen der Freude“. Es gibt weitere Vermutungen zur Herkunft des Begriffes: Eine verbreitete Meinung ist zum Beispiel, dass das Wort Kaviar (persisch: Khaviar) vom persischen „Khag-viar“ herrührt – eine im mittelpersischen Sprachraum verwendete Bezeichnung für „schwarzes kleines Fisch-Ei“. Möglich ist auch die Herleitung aus dem Persischen Wort „Caviyar“, eine Zusammensetzung aus „Caya“ (Ei) und dem Suffix „-dar“ (tragend).

Lange besaßen die Russen ein auf den Bürger Lianosoff ausgestelltes Patent auf Rogen-Einnahmeverwertung im Kaspischen Meer (1893–1928). 1928 fiel dieses Monopol zugunsten einer irano-sowjetischen Gesellschaft mit Gesellschaftsanteilen von 25 % und 75 %. Dieser Vertrag wiederum wurde 1953 aufgelöst. Sämtliche Rechte gingen an eine iranische Gesellschaft.»

Quelle: Wikipedia

Und zuletzt noch dies:

Kaviar in Anti-Aging-Produkten

Kaviar wird als Anti-Faltenmittel in der Kosmetik verwendet. Teuren Cremes verhilft es zu  edlem Schein.

Das dazu gehörende Marketing-Prinzip haben Hans H. Bauer, Marcus M. Neumann und Tobias E. Haber vom Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Marketing II der Universität Mannheim prägnant beschrieben:

„Zur Differenzierung von Produkten werden Attribute eingesetzt, die bei den Nachfragern logisch mögliche, aber falsche Assoziationen hervorrufen und somit nur dem Anschein nach einen bedeutungsvollen Unterschied generieren. Doch die irrelevanten Attribute steigern den Markenwert, selbst wenn ihre Irrelevanz bekannt ist.“

Schön gesagt.

Quelle des Zitats:

Absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing, Nr. 11 / 2005

http://imu.bwl.uni-mannheim.de/Ueberuns/Pressestimmen/downloads/Absatzwirtschaft_Artikel_Bauer_Haber_Neumann.pdf

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Vortrag in Zürich: Honig – begehrt von Mensch und Tier

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Wer den Film „More than honey“ von Markus Imhoof über Honigbienen gesehen hat, möchte vielleicht mehr wissen über diese faszinierenden Tiere.

Die Entomologische Gesellschaft Zürich veranstaltet am Freitag  22. November 2013 einen interessante Vortag von Hans-Ulrich Thomas. Der Imker und Entomologe berichtet über verschiedene Arten der Honiggewinnung in Europa, Afrika und Asien, und über Tierarten, die den Honig ebenfalls nutzen und schätzen. Vorgestellt werden auch verschiedene Honigquellen in der Natur und deren Urheberinnen.

Zeit: 19.30 Uhr, Ort: ETH-Zentrum Hauptgebäude, Rämistrasse 101, 8006 Zürich,

Eintritt frei.

Kommentar & Ergänzung:

Die Entomologische Gesellschaft Zürich hat auch sonst ein spannendes Vortrags- und Exkursionsprogramm. Wer sich für Libellen, Käfer, Heuschrecken, Schmetterlinge, Wanzen, Schwebefliegen, Wildbienen, Hummeln und vieles mehr aus der faszinierenden Insektenwelt interessiert, wird hier viele Entdeckungen machen können. Auch die Spinnen, obwohl nicht zu den Insekten gehörend, gehören zu den Themen der Entomologischen Gesellschaft Zürich.

Siehe: http://www.insekten-egz.ch/www/index.htm

P.S. Die Bienen produzieren aber auch eine ganze Reihe von Substanzen, die als Heilmittel genutzt werden – interessante, aber auch fragwürdige. Darum hier noch ein kleiner Exkurs zur „Biene als Apotheke“:

In erster Linie natürlich kommt Honig zur Anwendung:

Erkältungen: Honig hilft gegen Husten

Honig lindert Erkältungen bei Kleinkindern

Hausmittel: Honig & Joghurt gegen Scheidenpilz

Honig zeigt Wirkung gegen multiresistente Bakterien

Naturheilmittel: Wundbehandlung mit Manuka-Honig

Honig als Wundheilmittel

Honig bei Mundschleimhautentzündung infolge Chemotherapie

Wundheilmittel: Honig gegen resistente Bakterien

Beruhigt warme Milch mit Honig den Hals?

Honig: Altes Wundheilmittel im Aufwind

Honig verkürzt Wundheilung bei Brandwunden

Dann gibt es noch Bienenkittharz (Propolis), das vor allem antimikrobiell wirkt  :

Kontaktallergien durch Propolis

Naturheilkunde: Was ist Propolis?

Generell zu Bienenprodukten als Naturheilmittel:

Bienenprodukte als Naturheilmittel

Bienen in der Homöopathie:

Die ganze lebende Biene wird zum Homöopathikum Apis mellifica verarbeitet.

Die Biene wird für dieses Mittel allerdings sehr stark verdünnt, oft  zum Beispiel Apis mellifica D12 ( = 1 : 1  000 000 000 000) oder Apis mellifica D 30, bei dem garantiert kein Molekül Biene mehr drin ist, was das Präparat vegetariertauglich macht.

Im Internet wird dieses Mittel für eine wahnsinnig lange Liste von Beschwerden und Krankheiten empfohlen:

„Nagelumlauf,

Sonnenallergie / Sonnenbrand,

Allergien,

Angina ohne Eiterbildung,

Hautausschläge,

Augen – Netzhautablösung,

Klein- und Schulkinder – Fieberkrämpfe – gerötete Mandeln,

Windpocken,

Halsentzündungen,

Augenentzündung,

Fieberbläschen,

Schmerzen,

Bindehautentzündung – akut – Lichtempfindlichkeit – Augenlider und Bindehaut stark geschwollen,

Gelenkentzündung,

Fieber,

Verbrennungen – Auch Verbrühungen und Sonnenbrand,

Eierstockschmerzen,

Harnblasenentzündung,

Allergische Reaktionen an Augen Hals und Mund,

Juckreiz,

Gerstenkorn,

Furunkel – Im Anfangsstadium,

Nesselfieber, Nesselsucht,

Ohrenschmerzen – wundes Ohr,

Zahnen bei Kindern,

Insektenstichen,

Jugendliche – Menstruation – schmerzhaft,

Entzündung – Akut,

Allergien – Schwellungen,

Verbrennungen – Rötung der Haut,

Ohrschmerzen ohne Absonderung,

Darm – Blinddarmreiz,

Sonnenstich, Hitzschlag,

Insektenstiche – Bienen – und Wespenstiche,

Scharlach,

Gürtelrose,

Blasenbeschwerden – Harnwegsbeschwerden – Entzündungen der Blase – Stark brennende Schmerzen beim Wasserlassen,

Blinddarmbeschwerden,

Hautausschlag – Ekzem,

Augen – Lidschwellung,

Blasenentzündung – Stark brennende Schmerzen beim Wasserlassen,

Röteln,

Atemnot,

Menstruationsbeschwerden,

Lokale Entzündungen der Haut und Schleimhäute,

Lidrandentzündung – akut – Lichtempfindlichkeit – Augenlider und Bindehaut stark geschwollen,

Gelenksbeschwerden – Entzündungen, Rötungen, Schwellungen,

Arthritis – Gelenke sind blass und geschwollen,

Hautausschlag,

Plötzliche Atemnot – Allergie,

Impfreaktionen,

Knochenhautentzündung,

Entzündungen – Stich- oder Bisswunden,

Tierbisse,

Arthritis – Gelenk blassrot,

Schwellungen,

Verbrennungen,

Schlafstörungen,

Venenentzündung,

Sehnenscheidenentzündung, Sehnenverletzung,

Halsschmerzen – Stechend,

Schnittverletzung,

Frauen – Eierstockentzündung,

Sonnenstich – Kopf blassrot,

Abszess – blassrot,

Zahnfleischentzündung,

Insektenstiche,

Kehlkopfentzündung,

Blinddarmreizung,

Halsentzündung,

Gürtelrose – große Bläschen,

Blasenentzündungen,

Nesselsucht,

Mumps,

Frauen – Menstruation – schmerzhaft Dysmenorrhoe,

Kopfschmerzen,

Gelenkbeschwerden,

Arthritis,

Blase – Blasenentzündung,

Heiserkeit – Stimmverlust,

Blasenentzündung,

Stimmverlust“

Quelle:

http://www.homoeopathie-homoeopathisch.de/homoeopathische-mittel/Apis-mellifica.shtml

Nur schon diese inflationär lange Liste sollte skeptisch stimmen. Es ist immer fragwürdig, wenn einem einzelnen Mittel derart viele Indikationen zugeschrieben werden. Und angesichts der Tatsache, dass für Apis mellifica keinerlei Belege für eine Wirksamkeit vorliegen – nicht für eine einzige der aufgeführten Krankheiten –  kann man eigentlich nur den Kopf schütteln ob dieser bodenlosen Aufzählung. Das ist auch ein Beispiel für die fehlende Qualitätssicherung im Internet, wo jeder und jede jeden Stuss publizieren kann.

Blütenpollen:

Dann gibt es bei den Bienenprodukten noch den Blütenpollen, der sehr eiweissreich ist. Die Bienen Nutzen den Pollen als Nahrung für die jungen Bienen.

Im Internet wird Pollen für alles mögliche propagiert: Als Kräftigungsmittel und Aufbaumittel, gegen Rheumatismus, Verstopfung, Krampfadern, Ekzeme, Depressionen, Anämie, Arteriosklerose…..

Auch hier kann man nur feststellen: Grosse Versprechungen, keinerlei Belege.

Gelée Royal:

Gelée Royale ist die dicke, milchig-weiße Substanz, die von Arbeitsbienen abgesondert wird. Sie füttern diesen „Königinnenfuttersaft“ einer Larve, die zur Königin werden soll. Auch hier im Internet grenzenlose Versprechungen: Osteoporose, Gedächtnisprobleme, Schilddrüsenerkrankungen, Arthritis….und natürlich als Anti-Aging-Mittel.

Sparen Sie sich das Geld. Bienenköniginnensaft ist gut für zukünftige Bienenköniginnen. Alles andere ist Spekulation.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Novartis-Tochter Sandoz in Italien unter Korruptionsverdacht

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Italienische Mediziner haben gemäss Medienberichten Kindern Wachstumshormone verschrieben, obwohl es dafür keine medizinische Rechtfertigung gab. Grund dafür waren offenbar Geschenke und Geld von Sandoz-Vertretern.

Sandoz gehört zum Pharmakonzerns Novartis und bündelt die Generikaaktivitäten der Novartis-Gruppe.

Von Palermo bis Mailand durchsuchten Carabinieri unter Führung der  Gesundheitspolizei NAS Bologna die Büros von Spitälern.

Gemäss einer Medienmitteilung der NAS sollten die Razzien klären, ob die Wachstumshormone von Sandoz den Patienten zu Recht verschrieben wurden. Unterlagen, welche die Zahlungen an die Ärzte dokumentieren, lägen der NAS schon vor.

Verdächtigt werden 67 Ärzte, die in pädiatrischen und endokrinologischen Abteilungen privater und öffentlicher Spitäler arbeiten.

Pharmavertreter von Sandoz sollen den Ärzten teure Reisen, Designerklamotten oder Bargeld bezahlt haben, damit sie Kindern mehr Wachstumshormone verschrieben.

Mediziner, die entweder höhere Dosen verordneten oder die Hormonpräparate an neue Patienten verschrieben, seien mit Summen zwischen 500 und 1000 Euro pro Patient entschädigt worden, berichten italienische Zeitungen.

Nach Angaben der «Repubblica» sollen die Sandoz-Vertreter die verantwortlichen Ärzte mit Aufmerksamkeiten im Wert von insgesamt 500’000 Euro versorgt haben. Diese Summe hätten die Mitarbeiter kaum aus der eigenen Tasche bezahlt, schreibt die Zeitung – und wirft damit die Frage auf, ob Sandoz in die Zahlungen involviert war.

Erste Hinweise auf die unnötige Verschreibung von Wachstumshormonen zeigten sich gemäss «Repubblica» schon vor einem Jahr. In Rimini wurde damals ein Sportarzt verhaftet, der Kindern und Jugendlichen Hormone verschrieb, um ihre sportlichen Leistungen zu steigern.

Bestürzt über die Vorwürfe zeigte sich im «Corriere della Sera» Alberto Ugazio, Präsident der italienischen Gesellschaft für Kinderheilkunde. Eigentlich müsse nur Kleinwuchs mit Wachstumshormonen therapiert werden. Dabei handele es sich um eine sehr seltene Krankheit. Die Behandlung mit Wachstumshormonen habe stark zugenommen, kritiserte der Kinderarzt. Amateursportler verwendeten sie, um ihre Leistung zu verbessern. Die Sportler werden dabei offensichtlich von Ärzten unterstützt. In Italien dürfen gemäss Ugazio Hormone nur auf Rezept verkauft werden.

Sandoz bestätigte, dass die Firma gegen Mitarbeiter, die in das Gerichtsverfahren involviert sind, Disziplinarmassnahmen ergriffen habe.

Quelle:

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/SandozVertreter-sollen-italienische-Kinderaerzte-bestochen-haben/story/12647632

Kommentar & Ergänzung:

Noch ist in dieser Angelegenheit niemand schuldig gesprochen. Sollte sich der Verdacht aber bestätigen, wäre dies eine schwerwiegende Angelegenheit.

Wikipedia schreibt zum Wachtumshormon Somatropin:

„Synthetisches Somatropin wird als „Anti-Aging“-Mittel verwendet, wobei es keine Belege für einen Langzeitnutzen gibt. Häufig missbräuchlich angewendet wird es aufgrund seiner muskelbildenden Eigenschaften auch im Bodybuilding und anderen Sportarten. Zu diesem Zweck wird es teilweise auch mit Testosteron, Insulin, Trenbolon und dem Schilddrüsenhormon Triiodthyronin (T3) kombiniert. Mittlerweile sind aber auch schon gefährliche Totalfälschungen von angeblich Somatropin-haltigen Arzneimitteln aufgetaucht, die für die Verwendung in der Bodybuilder-Szene bestimmt waren. In der Doping-Szene gilt Somatropin allgemeinhin als teure „Wunderwaffe“. Die Anwendung von Somatropin bei Menschen ohne vorliegenden Mangel führt zu Akromegalie mit schwersten Nebenwirkungen, die oft irreversibel sind.“

Bestätigt sich der Verdacht und ist dieses Schmieren von Ärzten nicht nur ein einzelner krimineller Ausrutscher, sondern eine verbreitetere Praxis – und danach sieht es aus –  wäre ein Rücktritt der verantwortlichen Novartis-Führung meines Erachtens angemessen. Die Situation ist dann nämlich ähnlich wie bei UBS-CEO Oswald Grübel nach dem Betrugsfall des Händlers Kweku Adoboli im Investmentbanking in London.

Oswald Grübel hat vorgemacht, dass man als oberster Chef  auch Mitverantwortung trägt für ungenügende Kontrollmechanismen und manchmal Konsequenzen ziehen muss, selbst wenn man nicht direkt in den Betrugsfall verwickelt ist.

Die schon seit langem kritisierte, unnachvollziehbar überrissene  „Entschädigung“ von Novartis-Chef Daniel Vasella müsste dann nämlich immer im Zusammenhang mit Gewinnen gesehen werden, die der Konzern auf Kosten der Gesundheit von Kindern eingestrichen hat.

Ich zweifele aber daran, dass die Novartis-Verantwortlichen ihre Mitverantwortung hier erkennen. Schliesslich wissen sie schon seit 2011 von den Ermittlungen.

Und es gibt einen bedeutsamen Unterschied zwischen dem Betrugsfall Adoboli bei der UBS und dem Schmiergeld, das in Italien von der Sandoz gezahlt worden sein soll:

Adoboli hat sehr viel Geld in den Sand gesetzt. Das muss natürlich Konsequenzen haben.

Die Machenschaften von Sandoz Italien dagegen, sollten sie so stattgefunden haben, brachten der Firma Umsatz und schadeten nur den unnötigerweise behandelten Kindern.

Das ist offenbar nicht so relevant.

Die Finanzbranche hat ihren Ruf über weite Strecken ruiniert. Die Pharmabranche scheint sich in eine ähnliche Richtung zu bewegen. Das pauschale Feindbild der bösen Pharmaindustrie ist mir fremd. Es gibt aber eine ganze Reihe von kritikwürdigen Verhaltensweisen, die meines Erachtens immer wieder auf den Tisch gelegt werden müssen.

Beispiele:

Indien: Menschliche Versuchskaninchen für die Pharmaindustrie

Tamiflu nicht wirksamer als Placebo

Boykottaufruf gegen Roche wegen Tamiflu-Datenverheimlichung

Industriefinanzierte Medizinstudien liefern verzerrte Reaultate

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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„Better Aging“ statt „Anti-Aging“

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„Better Aging“ mit Ihrer Apotheke – so titelte vor ein paar Monaten eine Apothekenkunden-Zeitschrift. Was folgte war ein Artikel zur Hautpflege mit Vitalstoffkombinationen für anspruchsvolle Frauen jeden Alters.

Immerhin: „Better Aging“ gefällt mir besser als „Anti-Aging“. Älter werden wir alle unaufhaltsam – also was soll so ein dummes Schlagwort wie „Anti-Aging“? Vielleicht trägt ein Begriff wie „Anti-Aging“ einfach dazu bei, das Unvermeidliche etwas beiseite zu schieben.

„Better Aging“ akzeptiert wenigstens den naturgegebenen Alterungsprozess.

Und wer möchte nicht besser Älterwerden?

Alles paletti also?

Nicht ganz. Wenn ich mir so anschaue, was uns in Gesundheitszeitschriften alles an Methoden und Mittelchen mit grossem Nachdruck empfohlen wird für ein besseres Älterwerden, dann macht mich das schon fast krank. Mein Eindruck dazu ist, dass das Älterwerden zunehmend als behandlungsbedürftiger Lebensabschnitt dargestellt wird.

Zu dieser Medikalisierung einer Lebensphase tragen sowohl Medizin als auch Komplementärmedizin bei.

Selbstverständlich kann es beim Älterwerden Beschwerden geben, die Behandlung brauchen. Aber Älterwerden für sich genommen – ist keine behandlungsbedürftige Lebensphase.

Vielleicht 90% der angepriesenen Methoden und Mittelchen sind vollständig überflüssig und helfen vor allem den Herstellern und Verkäufern.

Ich empfehle selbst zwar gerne Heilkräuter, bin aber kein Propagandist, der allen Menschen egal wie krank oder gesund sie sind irgendwelche Naturheilmittel andrehen muss.

Dass es auch Situationen geben könnte, in denen man schlicht rein gar kein Mittelchen braucht, kommt manchen werbegeschädigten Konsumenten kaum mehr in den Sinn.

Viel mehr als Mittelchen und Methoden benötigt das Älterwerden eine bewusste Lebensgestaltung.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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