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	<title>Heilpflanzen-Info &#187; Anthroposophische Medizin</title>
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		<title>Weleda-Gruppe in der Krise</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2012 11:47:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Weleda-Gruppe in der Krise.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der angeschlagene Naturkosmetik- und Arzneimittelhersteller Weleda baut seine Unternehmensführung um. An einer außerordentlichen Generalversammlung am 23. März haben die Aktionäre einen neuen Verwaltungsrat gewählt.</p>
<p>Den Führungswechsel sollen die beiden Weleda-Hauptaktionäre, die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft und die Ita Wegman Klinik, veranlasst haben.</p>
<p>Die Neuwahl wurde laut Firmenangaben nötig, weil „die Weleda einen handlungsfähigen Verwaltungsrat braucht“.</p>
<p>An der Spitze des Verwaltungsrates steht nun der Wirtschaftswissenschaftler Paul Mackay, der seit 1996 dem Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft angehört.</p>
<p>Im vergangenen Jahr hatte Weleda einen Verlust von rund 10 Millionen Schweizer Franken (rund 8,3 Millionen Euro) eingefahren – mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2010, als der Verlust 3,8 Millionen Euro erreichte. Gleichzeitig sank der Umsatz 2011 auf 307 Millionen Euro und liegt damit leicht unter dem Vorjahreswert von 308 Millionen Euro. Weleda bewegt sich seit Jahren fast durchwegs in den roten Zahlen.</p>
<p>Auf diesem finanziellen Hintergrund kann der Naturkosmetik- und Arzneimittelhersteller für das Jahr 2012 aus dem Cash-flow seine Zinsverpflichtungen nicht erfüllen. Die Besitzer kämpfen um die Existenz des Unternehmens.</p>
<p>Zwar macht die Firma Währungseffekte durch den starken Schweizer Franken für das schlechte Resultat verantwortlich. Weleda krankt jedoch auch an schwerwiegenden Strukturproblemen.</p>
<p>Hauptsächlich die Pharmasparte, also die Heilmittelherstellung, ist defizitär.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/feuerwehrmann-fuer-weleda</p>
<p>http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/weleda-kaempft-um-existenz?page=0,0#text</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Weleda hält sich mit Naturkosmetik über Wasser, während die Herstellung von Antroposophika, also von Heilmitteln für die Anthroposophische Medizin, schwer in der Krise steckt.</p>
<p>Um die Bedürfnisse der Anthroposophischen Medizin zu decken, muss Weleda ein riesiges Sortiment von Heilmitteln bereitstellen, von denen viele nur wenig nachgefragt, aber aufwändig herzustellen sind. Darunter sind auch Präparate, die für Nichtanthroposophen reichlich skurril wirken wie Hirschgeweih (Cornu cervi D8), zerstossene Ameisen (z. B. Formica D15) oder das geröstete Skelett des Badeschwammes (Spongia tosta D6).</p>
<p>Den Erwartungen aus der Anthroposophischen Medizin gerecht zu werden und zugleich kommerziell erfolgreich zu sein oder zu mindestens schwarze Zahlen zu schreiben, ist wohl ein schwieriger Spagat.</p>
<p>Andererseits hat Weleda gegenüber Herstellern von synthetischen Medikamenten und von Phytopharmaka den grossen Vorteil,  dass Anthroposophika genauso wie Homöopathika via Grundversicherung  abgerechnet werden können, ohne dass sie ihre Wirksamkeit belegen müssen (wie es das Krankenversicherungsgesetz eigentlich verlangen würde).</p>
<p>Homöopathika und Anthroposophika sind vom Wirksamkeitsnachweis befreit, wodurch sich viel Forschungsaufwand einsparen lässt.</p>
<p>Ausserdem fallen bei den sehr grossen Verdünnungen vieler Weleda-Präparate kaum Materialkosten ins Gewicht.</p>
<p>Diese beiden Punkte müssten eigentlich die Kostenseite entlasten.</p>
<p>Weleda konnte sich bisher dank der Naturkosmetik-Sparte behaupten, die einen guten Ruf hat und die defizitäre Arzneimittel-Produktion wohl quersubventioniert. Doch der Naturkosmetik-Markt ist hart umkämpft. Und ausserdem kommt man in der Kosmetik rasch einmal in die Nähe von fragwürdigen Versprechungen, beispielsweise mit dem „Cellulite Programm“, mit welchem Weleda „Entschlackung“ verspricht.</p>
<p>Siehe dazu auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/08/entschlackung-was-ist-das.html">Entschlackung &#8211; was ist das?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/18/entschlackung-unnotig-und-ungesund.html">Entschlackung &#8211; unnötig und ungesund</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/21/schlackenstoffe-ein-phantom-macht-karriere.html  ">Schlackenstoffe &#8211; ein Phantom macht Karriere </a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<p>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</p>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<item>
		<title>Komplementärmedizin: Der &#8220;Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss&#8221; als häufige Irrtumsquelle</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/01/06/komplementarmedizin-der-post-hoc-ergo-propter-hoc-fehlschluss-als-haufige-irrtumsquelle.html</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 19:50:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Komplementärmedizin, Naturheilkunde und der "Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss.
Weiterbildung für Krankenpflege (Spitex, Palliativ Care, Klinik, Pflegeheim).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir Menschen neigen dazu, zeitlich zusammen fallende Ereignisse in einen ursächlichen Zusammenhang zu stellen, der gar nicht vorhanden sein muss.</p>
<p>Man nennt dies etwas umständlich den „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlsschluss“.</p>
<p>Zu diesem Fehlschluss neigen wir häufig auch bei der Beurteilung von Heilwirkungen:</p>
<p>Ich leide an Krankheit Z</p>
<p>Ich nehme Präparat XY</p>
<p>Mir geht es besser</p>
<p>Schlussfolgerung: XY  ist wirksam gegen Krankheit Z</p>
<p>Alle anderen Einflüsse, die zu meiner Gesundung beigetragen haben könnten, werden mit diesem Kurzschluss ausgeklammert (besipielsweise Selbstheilungskräfte, Veränderungen in den Lebensumständen, andere therapeutische Massnahmen, Placebo-Effekte).</p>
<p>Und genauso gibt es den „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss“ bezüglich unerwünschter Nebenwirkungen:</p>
<p>Ich nehme Arzneimittel X</p>
<p>Ich bekomme Beschwerden Z</p>
<p>Schlussfolgerung: Arzneimittel X ist Auslöser der Beschwerden Z</p>
<p>Alle anderen Einflüsse, die zu den Beschwerden Z geführt haben könnten, werden ausgeklammert (beispielsweise andere Medikamente, Veränderungen in den Lebensumständen, Infektionen, Nocebo-Effekte).</p>
<p>Der „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss“ ist der wichtigste Grund dafür, dass die Beurteilung von Heilwirkungen und Nebenwirkungen von Arzneimitteln so komplex ist, und dafür, dass einzelne Erfahrungen in dieser Hinsicht meistens wenig aussagen. Vor allem in der Komplementärmedizin hört man oft das Schlagwort „Wer heilt hat Recht!“. Dass die Realität nicht so simpel ist, dafür sorgt der „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss“. Wer heilt hat nämlich nur Recht, wenn das entsprechende Heilmittel tatsächlich für die Besserung oder Heilung verantwortlich ist. Das gilt natürlich nicht nur für die Komplementärmedizin.</p>
<p>Es gilt für synthetische Medikamente, Phytotherapeutika, Präparate aus Homöopathie oder Anthroposophischer Medizin etc.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/28/komplementarmedizin-wer-heilt-hat-recht.html  ">Komplementärmedizin: Wer heilt hat Recht?</a></p>
<p>Der „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss“ ist ein starkes Argument für das Bestreben, Wirkungen von Arzneimitteln mittels systematischeren Untersuchungen zu klären, zum Beispiel in Form von Doppelblind-Studien.</p>
<p>Aber selbst Doppelblind-Studien können zu unterschiedlichen und widersprüchlichen Resultaten kommen.</p>
<p>Daher fasst man dann mehrere Doppelblind-Studien zu einer Metastudie zusammen, um auf diese Art und Weise fundiertere Schlüsse ziehen zu können. Das macht zum Beispiel die renommierte Cochrane Collaboration.</p>
<p>Aber selbst Metastudien können sich widersprechen….</p>
<p>zum Beispiel weil die Studien, welche man zur Auswertung in eine Metastudie einschliesst, mittels unterschiedlicher Kriterien ausgewählt wurden.</p>
<p>So müssen wir wohl oder übel auf die endgültige und umfassende Gewissheit in den allermeisten Fällen verzichten, denn die Beurteilung von therapeutischen Wirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen ist eben sehr komplex. Was uns aber nicht davon abhalten sollte, nach vorläufiger und notgedrungen bruchstückhafter Erkenntnis zu streben. Suchen ist manchmal wichtiger als Finden.</p>
<p>Keine kritischen Fragen stellen und jede Behauptung und Heilungsversprechung unbesehen für bare Münze zu nehmen ist jedenfalls keine Alternative.</p>
<p>Entscheidend scheint mir dabei ein sorgfältiger Umgang mit dem Begriff „Erfahrung“.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/10/01/naturheilkunde-vom-sorgfaeltigen-umgang-mit-erfahrung.html  ">Naturheilkunde &#8211; vom sorgfältigen Umgang mit Erfahrung </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/01/23/naturheilkunde-braucht-sorgfaeltigeren-umgangn-mit-erfahrung.html">Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/02/naturheilkunde-erfahrung-genugt-nicht-als-begrundung.html">Naturheilkunde: Erfahrung genügt nicht als Begründung </a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Pflanzenheilkunde</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="www.patientenseminare.ch">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Phytotherapie wieder in der Grundversicherung &#8211; was ändert?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/01/01/phytotherapie-wieder-in-der-grundversicherung-was-andert.html</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 19:52:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie 2012 wieder in der Grundversicherung zusammen mit Komplementärmedizin-Methoden wie Traditioneller Chinesischer Medizin, Homöopathie, Anthroposophischer Medizin. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zusammen mit Methoden der Komplementärmedizin wie Homöopathie, Traditioneller Chinesischer Medizin und Anthroposophischer Medizin wird seit Jahresbeginn 2012 auch die Phytotherapie provisorisch wieder aus der Grundversicherung vergütet. Was ändert sich dadurch für Patientinnen und Patienten?</p>
<p>Für die Phytotherapie ist die vielleicht überraschende Antwort: Nichts.</p>
<p>Durch diese Änderung wird keine Patientin und kein Patient auch nur einen Franken sparen. Bisher lief es so: Der Arzt oder die Ärztin macht eine normale medizinische Diagnostik und rechnet diese auch so ab. Am Schluss wird beispielsweise entschieden, statt einem synthetischen Schlafmittel ein pflanzliches zu verordnen. Ist die Wirksamkeit dieses Pflanzenpräparates belegt, zahlt es die Grundversicherung. Das war bisher so und daran wird sich im neuen Jahr nichts ändern.</p>
<p>Im Vorfeld der Abstimmung vom Mai 2009 über den Verfassungsartikel zur Förderung der Komplementärmedizin wurden von den Befürwortern irreführende Versprechungen gemacht wurden. Das rächt sich nun bei der konkreten Umsetzung und wird zwangsläufig zu Enttäuschungen führen.</p>
<p>Irreführend ist auch, dass die Phytotherapie in dieser politischen Diskussion zur Komplementärmedizin gerechnet wird. Phytotherapie gehört zur Naturheilkunde und diese ist ein randständiger Bereich der Medizin. Fachlich gesehen gibt es kein plausibles Argument, Phytotherapie zur Komplementärmedizin zu zählen. Wenn die Politik dies trotzdem so handhabt, dann geht es dabei um Lobbying, um Einflussnahme, nicht aber um das Wohl der Patientinnen und Patienten.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/gehoert-phytotherapie-zur-komplementaermedizin.html  ">Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin? </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/13/phytotherapie-als-komplementarmedizin-methode-in-die-grundversicherung-was-bringts.html">Phytotherapie als Komplementärmedizin-Methode in die Grundversicherung &#8211; was bringt&#8217;s?</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe / Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Pflanzenheilkunde</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?  <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Edzard Ernst zur Pflanzenheilkunde</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/01/01/edzard-ernst-zur-pflanzenheilkunde.html</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 15:04:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie: Edzard Ernst zu Rosskastanie bei  Venenleiden, Weissdorn bei Herzinsuffizienz, Teufelskralle gegen Schmerzen.
Was hat Wirkung in Komplementärmedizin &#038; Alternativmedizin?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Edzard Ernst hat als Professor für Alternativmedizin (Universität Exeter) 18 Jahre lang erforscht, welche alternativen Heilmethoden wirken. Nun geht er in Pension und beantwortete im Interview Fragen der „Sonntagszeitung“. Hier ein Ausschnitt aus dem Gespräch:</p>
<p>„Gibt es alternativmedizinische Behandlungen, die wirken?</p>
<p>Ja natürlich, vor allem im Bereich der Pflanzenheilkunde findet sich einiges: Rosskastanie bei<br />
Venenleiden, Weissdorn bei Herzinsuffizienz, Teufelskralle gegen Schmerzen und vieles mehr.</p>
<p>Welche komplementärmedizinischen Behandlungen würden Sie bei sich anwenden?</p>
<p>Hätte ich Depressionen, würde ich Johanniskraut-Extrakt einnehmen. Noch besser gegen<br />
depressive Verstimmungen hilft aber körperliche Aktivität. Ich selbst nehme täglich eine Kapsel Omega-3-Fettsäuren ein, weil da die Wirksamkeit sehr gut ist, um kardiovaskulären Erkrankungen vorzubeugen.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.sonntagszeitung.ch/wissen/artikel-detailseite/?newsid=199734</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Prof. Edzard Ernst hat sich immer interessiert, aber auch kritisch mit den verschiedensten Methoden der Komplementärmedizin auseinandergesetzt. Er ist dafür aus Kreisen der Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin oft angefeindet worden. Und das wie es in dieser „Szene“ leider häufig vorkommt, vor allem durch Diffamierungsversuche auf der persönlichen Ebene, kaum je durch Argumente.</p>
<p>Ich möchte hier daher eine Lanze brechen für den kritischen Ansatz von Edzard Ernst. Es gibt einen unüberschaubaren Dschungel  an Produkten und Versprechungen im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin,  darunter auch eine sehr grosse Zahl von Hirngespinsten, die zwar den Bedürfnissen, Ängsten und Hoffnungen der Menschen entgegen kommen, aber keinerlei reale Basis haben. Es braucht nur schon aus Gründen des Konsumentenschutzes qualifizierte Instanzen, die solche Heilungsversprechen auf ihren Wahrheitsgehalt hin abklopfen.</p>
<p>Die staatlichen Arzneimittelbehörden haben sich aufgrund von politischen Vorgaben aus diesem Bereich zurückgezogen. Ganze Branchen sind kollektiv von der sonst üblichen Pflicht zum Wirksamkeitsnachweis befreit, zum Beispiel Präparate der Richtungen Homöopathie und Anthroposophische Medizin. Eine Firma wie „Similasan“ kann praktisch beliebig Produkte als Arzneimittel auf den Markt bringen, ohne relevanten Forschung- und Entwicklungsaufwand und ohne den Nutzen für die Konsumentinnen dokumentieren zu müssen. Für die Konsumentinnen und Konsumenten fehlt hier jede Transparenz.</p>
<p>Um so wichtiger sind unabhängige „Instanzen“ wie Edzard Ernst. Leider werden zunehmend Lehrstühle für komplementärmedizinische Forschung an Universitäten eingerichtet, die von der komplementärmedizinischen Pharmaindustrie finanziert werden. Solche Verflechtungen machen unabhängig-kritische Forschung nicht leichter.</p>
<p>Natürlich freut es mich, dass Prof. Edzard Ernst mit Weissdorn, Teufelskralle, Rosskastanie und Johanniskraut nach 18 Jahren Forschung vor allem Anwendungen aus der Phytotherapie Wirksamkeit bescheinigt. Dazu braucht es aber noch ein paar Ergänzungen:</p>
<p>1. Solche Bestätigungen sind schön, doch darf darüber nicht vergessen werden, dass es immer wieder auch negative Forschungsresultate gibt, also Studien, in denen Heilpflanzen-Extrakte die Wirkungen, die man sich erhoffte, nicht gezeigt haben. Es ist nämlich eine verbreitete „Seuche“ vor allem im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin, quasi mit der Lupe hoch motiviert nach Bestätigung zu suchen, negative Ergebnisse aber auszublenden oder schönzureden. Das ist eine komplett einseitige Buchhaltung, die nicht gerade vertrauenserweckend wirkt. Auch wenn’s dem Herzen manchmal weh tut: Beide Seiten müssen gleichwertig beachtet werden.</p>
<p>2. Genau genommen kann man in der Phytotherapie nicht sagen, Weissdorn wirkt bei Herzinsuffizienz, Teufelskralle gegen Schmerzen, Rosskastanie bei Venenleiden, Johanniskraut gegen Depressionen. Man müsst immer noch präzisieren, in welcher Arzneiform die betreffende Heilpflanze zu Wirkung kommen kann, zum Beispiel als Tee, Tinktur oder Extrakt.</p>
<p>3. Im Gespräch mit der Sonntagszeitung geht eine wichtige Differenzierung verloren. Ernst wird gefragt, ob es alternativmedizinische Behandlungen gibt, die wirken, und welche komplementärmedizinischen Behandlungen er bei sich selber anwenden würde. Auf beide Fragen antwortet er mit phytotherapeutischen Optionen.</p>
<p>Meines Erachtens gibt es aber kein auch nur einigermassen plausibles Argument, weshalb Phytotherapie zur Alternativmedizin oder zur <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin </a>gezählt werden sollte.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/gehoert-phytotherapie-zur-komplementaermedizin.html  ">Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?</a></p>
<p>Wenn man die Phytotherapie irgendwo einordnen will, dann gehört sie zur Naturheilkunde und diese ist ein randständiger Bereich der Medizin.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html">Naturheilkunde &#8211; was ist das?</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe / Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde  Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Pflanzenheilkunde</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?  <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Misteltherapie: Verzerrte Darstellung in der Boulevardzeitung &#8220;Blick&#8221;</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/03/misteltherapie-verzerrte-darstellung-in-der-boulevardzeitung-blick.html</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 23:45:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Boulevardzeitung "Blick" publizierte eine idealisierte Darstellung der Misteltherapie. Komplementärmedizin wird oft in den Medien verzerrt dargestellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Medienberichte zum Thema Komplementärmedizin sind irreführend und verzerrt. Ein Beispiel dafür liefert die Boulevardzeitung „Blick“ in einem Beitrag zur Misteltherapie („Blick“-Zitate <em>kursiv</em>).</p>
<p>Zitat:</p>
<p><em>„ Was bewirkt das Präparat?</em></p>
<p><em>Das Mistelextrakt enthält Eiweissstoffe, die im Körper des Kranken die Produktion von Endorphinen anregen. Das sind Stoffe, die unsere Schmerzen lindern und die Stimmung aufhellen. Zudem stärkt das Heilmittel die körpereigenen Abwehrkräfte, indem es die Produktion der weissen Blutkörperchen anregt. Mit der Misteltherapie lässt sich das Immunsystem so gut stimulieren, dass es auch zur Unterstützung von Chemo- und Strahlentherapie oder Krebsoperationen verwendet wird. In hoher Dosierung tötet das Mittel Krebszellen und stärkt dabei das Immunsystem – im Gegensatz zur Chemotherapie, die Krebszellen tötet und als Nebenwirkung das Immunsystem schwächt.“</em></p>
<p>Der entscheidende Satz ist dieser:</p>
<p><em>„In hoher Dosierung tötet das Mittel Krebszellen und stärkt dabei das Immunsystem – im Gegensatz zur Chemotherapie, die Krebszellen tötet und als Nebenwirkung das Immunsystem schwächt.“</em></p>
<p>Mistel tötet also in hoher Konzentration Krebszellen und stärkt dabei das Immunsystem.</p>
<p>Chemotherapie tötet Krebszellen und schwächt dabei das Immunsystem.</p>
<p>Keine Frage: Gemäss dieser Darstellung ist die Misteltherapie der Chemotherapie vorzuziehen.</p>
<p>Was der Satz verschweigt:</p>
<p>Misteltherapie tötet in hoher Konzentration Krebszellen<em> im Labor</em> an isolierten Geweben oder Zellen. Beim lebenden Menschen ist eine solche Wirkung leider nicht belegt.</p>
<p>Chemotherapie dagegen tötet Krebszellen beim Patienten, schädigt aber leider dabei auch das Immunsystem und andere gesunde Zellen.</p>
<p>Im Labor an isolierten Geweben und Zellen kann man Mistel tatsächlich in sehr hoher Konzentration einwirken lassen. Solche Ergebnisse lassen sich aber nicht einfach auf die Anwendung bei Krebspatienten übertragen.</p>
<p>Wenn man die Angabe „im Labor“ weglässt, erweckt man einen geschönten Eindruck und führt Krebspatientinnen und –patienten in die Irre.</p>
<p>Im weiteren schreibt „Blick“:</p>
<p><em>„Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?</em></p>
<p><em>Die Behandlung ist risikoarm. Selten gibt es allergische Reaktionen: Rötung und Schwellung bei der Einstichstelle sind positive Reaktionen, die zur idealen Dosierung des Präparates beitragen.“</em></p>
<p>Eine sehr geschönte Darstellung.</p>
<p>Hier die andere, vom &#8220;blick&#8221; ausgeklammerte Seite:</p>
<p>„In niedriger, nichttoxischer Dosierung dominiert die immunstimulierende Wirkung der Mistellektine, aus der nicht auf eine Hemmung des Tumorwachstums geschlossen werden darf. Erst in höheren Konzentrationen, die bereits deutliche unerwünschte Wirkungen hervorrufen, zerstören Lektine und Viscotoxine&#8230;&#8230;..Lektine und Viscotoxine sind nach parenteraler Applikation extrem giftig. Die akute Toxizität ist möglicherweise nicht nur auf die direkte Cytotoxizität der Lektine und Viscotoxine, sondern auch auf die provozierte Ausschüttung von Mediatoren des Immunsystems zurückzuführen.“</p>
<p>(Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Mistelkraut.html)</p>
<p>Oder bei Wikipedia:</p>
<p>„Unerwünschte Wirkungen der Misteltherapie betreffen das Herz-Kreislauf-System (Blutdruckabfall oder -anstieg, Verlangsamung des Herzschlags), den Magen-Darm-Trakt (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Dehydratation), das zentrale Nervensystem (Verwirrtheit, Halluzinationen, epileptische Anfälle) sowie das Immunsystem (Fieber, Anstieg der weißen Blutkörperchen im Blut). In der bisher einzigen randomisierten kontrollierten Studie zur Wirksamkeit des Mistelpräparates Iscador wurde ein beunruhigendes Ausmaß an Toxizität beobachtet. Vor allem fiel eine Zunahme von Gehirnmetastasen beim Iscador-Patientenkollektiv im Vergleich zur Kontrolle auf. Lokale Entzündungsreaktionen an der Injektionsstelle (wie Rötung, Schwellung, Schmerzen) sind häufig. Schwerwiegende Komplikationen sind selten, jedoch wurden einige Todesfälle berichtet. Ursache hierfür können allergische Reaktionen sein, die zu einem anaphylaktischen Schock führen können. Nicht angezeigt ist die Misteltherapie während der Schwangerschaft und in der Stillzeit.“  (Quelle: wikipedia)</p>
<p>Solche Nebenwirkungen scheinen allerdings selten von schwerwiegender Natur zu sein.</p>
<p>Problematischer sind Forschungsergebnisse, die darauf hinweisen, dass eine Misteltherapie bei bestimmten Tumorarten das Wachstum des Tumors steigern könnte.</p>
<p>„Konsequente Grundlagenforschung in den letzten Jahren zeigte, dass die durch Mistellektin I (besser: Viscum album Agglutinin I = VAA I) vermehrt freigesetzten Zytokine in vitro und in vivo (Tiermodelle) die Proliferation von Zellen verschiedener Tumore, Leukämien und Lymphome stimulieren können. In der Literatur finden sich Berichte über negative Effekte von Mistelextrakten bzw. Lektin in der Zellkultur, in Tumorexplantaten, in Tierversuchen und bei klinischer Anwendung. Experimentelle Befunde verweisen auf die realistische Möglichkeit einer Gefährdung zumindestens einzelner Patienten bei bestimmten Tumorarten und/oder -stadien durch lektinbezogene) Mistelanwendung. Die Annahme, dass eine Erhöhung der Serumspiegel dieser Botenstoffe zumindestens bei einzelnen Tumorpatienten negativ mit einer kürzeren Lebenserwartung korreliert ist, hat sich für verschiedene Malignome bestätigt.“</p>
<p>(Quelle: Barbara Burkhard, Anthroposophische Medizin, Pharmazeutische Zeitung, Govi-Verlag 2000).</p>
<p>Ähnlich schreibt Dr. med Jutta Hübner, Sprecherin des Arbeitskreises komplementäre Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft:</p>
<p>„ Die direkte Wirkung auf den Tumor wurde leider noch nicht bewiesen. Unklar ist, ob eine Beeinflussung des Tumorwachstums stattfindet. Mistelextrakt kann das Absterben von Tumorzellen im Reagenzglas fördern. In Tierexperimenten konnte durch die Gabe von Mistel die Ausbreitung von Tumoren vermindert werden. Es liegen aber auch Untersuchungen vor, die für einige Tumorarten im Laborexperiment eine wachstumsfördernde Wirkung zeigten. Auch bei Untersuchungen an Patienten ergaben sich zum Teil ungünstige Ergebnisse&#8230;&#8230;.Bei bestimmten Tumoren wie Melanom, Nierenkarzinom, Lymphom und Leukämien sollte die Mistel auf keinen Fall eingesetzt werden“</p>
<p>(aus: Aloe, Ginkgo, Mistel &amp; Co., Schattauer 2009)</p>
<p>Im weiteren schreibt „Blick“:</p>
<p><em>„ Was ist das stärkste Argument gegen die Mistelanwendung?</em></p>
<p><em>Die Schulmedizin kritisiert, dass die Therapie nie in Doppelblindstudien untersucht wurde. So lange diese wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweise fehlen, gelten Mistelpräparate nicht als Heilmittel gegen Krebs.“</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Der Satz: <em>„Die Schulmedizin kritisiert, dass die Therapie nie in Doppelblindstudien untersucht wurde“</em>, ist eine einzige Lüge. Die Misteltherapie wurde in einer ganzen Reihe von Doppelblindstudien untersucht. Die „Schulmedizin“ kritisiert, dass die Qualität der meisten Studien schlecht ist und die Ergebnisse insgesamt nicht überzeugen. Und diese Einschätzung dominiert nicht einfach nur  in der &#8220;Schulmedizin&#8221;. Man findet sie auch in der Phytotherapie-Fachliteratur und bei Jutta Hübner.</p>
<p>„Blick“ verbiegt das „stärkste Argument gegen die Mistelanwendung“.</p>
<p>Sie auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/24/mistel-therapie-gegen-krebs-wirksam.html">Misteltherapie gegen Krebs wirksam?</a></p>
<p>Weshalb stellt „Blick“ die Misteltherapie derart verzerrt dar?</p>
<p>Zu vermuten ist, dass sich die Zeitung einseitig auf die Angaben der Mistel-Propagandisten stützt. Ausserdem schreibt „Blick“ wohl einfach, was die Leserinnen und Leser gerne hören. Heilungsversprechungen kommen immer gut an. Sie lindern die Angst vor Krebs.</p>
<p>Wer Heilungsversprechungen in Frage stellt, hat da zum vorneherein einen schwereren Stand.</p>
<p>Quelle der „Blick“-Zitate:</p>
<p>http://www.blick.ch/life/ratgeber/das-muessen-sie-ueber-die-therapie-wissen-186039</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Aromatherapie / Phytotherapie: Rosenöl</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/10/21/aromatherapie-phytotherapie-rosenol.html</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 15:53:10 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Welche Wirkung hat Rosenöl? Rosenöl wird in Aromatherapie und Phytotherapie eingesetzt. Rosenöl wird zum Beispiel angebaut in Bulgarien. Rosenöl ist ausgesprochen teuer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An einem Vortrag wurde ich vor kürzlich gefragt, ob Rosenöl tatsächlich so teuer sei und wozu es verwendet werde. Hier ein paar Informationen und Anmerkungen zu einem interessanten ätherischen Öl, das in der Phytotherapie selten, in der Aromatherapie aber oft eingesetzt wird..</p>
<p>Rosenöl ist ausserordentlich teuer. Das hat mit der geringen Ausbeute bei der Herstellung zu tun.</p>
<p>Rosenöl ist ein ätherisches Öl, das durch Wasserdampf-Destillation aus den Blütenblättern von Rosen gewonnen wird. Die zur Rosenöl-Gewinnung benutzten Blüten werden hauptsächlich in Bulgarien (Rosental), Frankreich, Marokko und der Türkei kultiviert und von Hand gepflückt.</p>
<p>„Gewonnen wird Rosenöl hauptsächlich aus den folgenden Rosenarten:</p>
<p>Rosa centifolia</p>
<p>Rosa damascena</p>
<p>Weniger bedeutend sind die Rosenarten von Rosa alba und Rosa gallica. Die Ausbeute ist gering: lediglich 0,02 bis 0,05 %. Aus drei Tonnen Blüten wird ca. ein Liter Rosenöl destilliert.</p>
<p>Rosenöl ist daher eines der teuersten ätherischen Öle. Im Großhandel kostet ein Kilogramm echtes bulgarisches Rosenöl (rosa damascens) über 5000 €, ein Kilogramm türkisches Rosenöl ca. 3000 €. Auch preiswerte synthetische Nachstellungen von Rosenöl sind im Handel. Naturidentische Nachbildungen können um 60–70 € pro kg kosten und dem Dufterlebnis von echtem Rosenöl sehr nahe kommen – dieses jedoch nicht erreichen. Nicht naturidentische, synthetische Nachbildungen sind deutlich preiswerter aber vom Duft her weniger ansprechend.</p>
<p>Rosenöl wird für kostbare Parfüms (z. B. Chanel № 5), zur Raumbeduftung in Duftlampen, in der Aromatherapie, mitunter auch zur Parfümierung von Zucker-, Schokoladen-, Tabakwaren und Likören genutzt. In der Parfümerie ist Rose, neben Jasmin, der am häufigsten eingesetzte Blumenduft.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Interessant ist auch die Geschichte des Rosenöls:</p>
<p>„Vor der Wasserdampf-Destillation wurde das Rosenöl durch Extraktion der Blüten mittels fetter Öle gewonnen. Der Grieche Theophrastus (370 v. Chr) beschrieb die Gewinnung von Rosenöl durch Sesamöl. Rosenöl wurde damals dem Wein zugesetzt. Von Plinius ist überliefert, dass die Römer ihre Nahrungsmittel wie auch ihre Körper mit Rosenöl bedufteten. Die Erkenntnisse über die Destillation von Rosenöl kamen aus Persien. Schon im Jahr 810 erhielt Bagdad aus der Provinz Faristan ca. 30.000 Flaschen mit Rosenwasser. Die Kenntnisse der Destillation von Rosenöl erreichten Europa um 1000 n. Chr.</p>
<p>Im 17. Jahrhundert dehnte sich die Rosenkultivierung von Persien nach Indien, Nordafrika und in die Türkei aus. Im Jahr 1710 begann der Rosenanbau in Bulgarien, 200 km östlich von Sofia in Kasanlak. Seit 1750 bis in die Gegenwart ist die Region zwischen Kasanlak und Karlowo die bedeutendste Anbauregion zur Gewinnung von Rosenöl (Tal der Rosen). Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Bulgarien noch ca. 2800 Kleindestillierbetriebe für Rosenöl mit Wasserdampfbehältern für ca. 1–10 Tonnen Blüten.</p>
<p>Das Zentrum des türkischen Rosenanbaus liegt zwischen Burdur und Isparta im südwestlichen Teil der Türkei.</p>
<p>In Marokko begann die Rosenölherstellung kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in El-Kelâa M’Gouna.</p>
<p>1938 lag die Weltjahresproduktion von natürlichem Rosenöl noch bei jährlich 3 Tonnen. 1955 bei 700 kg, Anfang der 1980er zwischen 1–2 Tonnen pro Jahr. In Bulgarien lag die Produktion im Jahr 2003 bei ca. 900 kg.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Rosenöl wird gerne verwendet in der Kosmetik und in der Parfümerie.</p>
<p>Rosenöl ist wie Lavendelöl ein ätherisches Öl, das auch unverdünnt auf die Haut aufgetragen kann.</p>
<p>Rosenöl besitzt eine ausgeprägte antimikrobielle Wirkung.</p>
<p>In manchen Pflegeinstitutionen wird Rosenöl oft unreflektiert in Sterbephasen angewendet. Das geht auf Vorstellungen aus der Anthroposophischen Medizin zurück,  wonach Rosenöl in der Sterbephase Loslösungsprozesse unterstützen soll.</p>
<p>Das halte ich zwar für ein reines Phantasiekonstrukt. Pflegende, die in der Sterbephase Rosenöl anwenden, würde ich trotzdem fragen, was genau sich ihrer Ansicht nach loslösen soll. Und wer ihrer Ansicht nach bestimmen soll, wann ein Loslösungsprozess mit Rosenöl eingeleitet wird. Wenn das mit dem Loslösen durch Rosenöl nämlich tatsächlich funktionieren würde, müssten da noch einige ethische Fragen geklärt werden.</p>
<p>Die Förderung von „Loslösungsprozessen“ stellt meines Erachtens eher eine religiöse als eine medizinische Anwendung dar, die nur mit einem darüber informierten und damit einverstandenen Patienten durchgeführt werden sollte.</p>
<p>Ich jedenfalls würde mich verwahren dagegen, wenn eine Pflegende meint, an meinem „Loslösungsprozess“ herum werkeln zu müssen. Ganz abgesehen davon, dass ich mir in einer Sterbephase ganz andere Duftöle wünschen würde als ausgerechnet Rosenöl – Sandelholzöl zum Beispiel.</p>
<p>Aber wenn ein sterbender Mensch den Rosenduft liebt oder es den Pflegenden mit Rosenduft leichter fällt, ins Sterbezimmer zu gehen, dann wird auch Rosenöl passen. Punkt. Warum muss eine gute Anwendung eines feinen ätherischen Öls mit einer angeblichen Förderung von Loslösungsprozessen aufgeblasen werden?</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
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<p>1938 lag die Weltjahresproduktion von natürlichem Rosenöl noch bei jährlich 3 Tonnen. 1955 bei 700 kg, Anfang der 1980er zwischen 1–2 Tonnen pro Jahr. In Bulgarien lag die Produktion im Jahr 2003 bei ca. 900 kg.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Rosenöl wird gerne verwendet in der Kosmetik und in der Parfümerie.</p>
<p>Rosenöl ist wie Lavendelöl ein ätherisches Öl, das auch unverdünnt auf die Haut aufgetragen kann.</p>
<p>Rosenöl besitzt eine ausgeprägte antimikrobielle Wirkung.</p>
<p>In manchen Pflegeinstitutionen wir Rosenöl oft unreflektiert in Sterbephasen angewendet. Das geht auf Vorstellungen aus der Anthroposophischen Medizin zurück,  wonach Rosenöl in der Sterbephase Loslösungsprozesse unterstützen soll.</p>
<p>Das halte ich zwar für ein reines Phantasiekonstrukt. Pflegende, die in der Sterbephase Rosenöl anwenden, würde ich trotzdem fragen, was genau sich ihrer Ansicht nach loslösen soll. Und wer ihrer Ansicht nach bestimmen soll, wann ein Loslösungsprozess mit Rosenöl eingeleitet wird. Wenn das mit dem Loslösen durch Rosenöl nämlich tatsächlich funktionieren würde, müssten da noch einige ethische Fragen geklärt werden.</p>
<p>Die Förderung von „Loslösungsprozessen“ stellt meines Erachtens eher eine religiöse als eine medizinische Anwendung dar, die nur mit einem darüber informierten und damit einverstandenen Patienten durchgeführt werden sollte.</p>
<p>Ich jedenfalls würde mich verwahren dagegen, wenn eine Pflegende meint, an meinem „Loslösungsprozess“ herum werkeln zu müssen. Ganz abgesehen davon, dass ich mir in einer Sterbephase ganz andere Duftöle wünschen würde als ausgerechnet Rosenöl – Sandelholzöl zum Beispiel.</p>
<p>Aber wenn ein sterbender Mensch den Rosenduft liebt oder es den Pflegenden mit Rosenduft leichter fällt, ins Sterbezimmer zu gehen, dann wird auch Rosenöl passen. Punkt. Warum muss eine gute Anwendung eines feinen ätherischen Öls mit einer angeblichen Förderung von Loslösungsprozessen aufgeblasen werden?</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<p>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</p>
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		<title>Methoden der Alternativmedizin</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/08/04/methoden-der-alternativmedizin.html</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Aug 2011 14:26:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie orientiert man sich im unübersichtlichen Terrain Komplementärmedizin / Alternativmedizin? - Die Begriffe Alternativmedizin / Komplementärmedizin / Naturheilkunde sind schwammig und nur schwer präzis zu definieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie orientiert man sich eigentlich in diesem unübersichtlichen &#8220;Dschungel&#8221;?</p>
<p>„Alternativmedizin“ ist ein Begriff, der  sich gar nicht so einfach eindeutig definieren lässt. „Alternative“ bedeutet „Wahl zwischen zwei Möglichkeiten“.  Das Wort wurzelt im Lateinischen:</p>
<p>mlt. alternativus = zweideutig,</p>
<p>lat. alternare = abwechseln,</p>
<p>lat. alternus = jeder zweite,</p>
<p>lat. alter = der eine, der andere.</p>
<p>Ist nun Alternativmedizin selber eine Alternative zur Medizin oder eine Medizin,  die abwechselnd mit der Medizin zur Anwendung kommt?</p>
<p>Der Begriff Alternativmedizin wird zudem immer wieder sehr ähnlich verwendet wie der Begriff „Komplementärmedizin“, wobei – so ist zu hören, <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> die Medizin ergänzen will (lat. complere = ausfüllen, vollständig machen).</p>
<p>Darüber hinaus wird der Begriff Komplementärmedizin genauso wie der Begriff Alternativmedizin häufig mit dem Ausdruck Naturheilkunde vermischt oder gleichgesetzt. Ein ziemliches Definitionschaos also.</p>
<p>Ein genaueres Verständnis dieser Begriffe wäre aber wichtig, wenn wir uns in diesem unübersichtlichen Terrain orientieren wollen.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html  ">Komplementärmedizin &#8211; ein fragwürdiger Begriff</a></p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/schulmedizin-ein-fragwuerdiger-ausdruck.html  ">Schulmedizin &#8211; ein fragwürdiger Ausdruck</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html">Naturheilkunde &#8211; was ist das?</a></p>
<p>Noch komplexer wird die Lage, wenn man bedenkt, dass es mehrere hundert Methoden gibt, die irgendwie zum Bereich Alternativmedizin / Komplementärmedizin gerechnet werden. Am Schluss dieses Beitrages finden Sie eine Aufzählung der Methoden, die vom EMR (Erfahrungsmedizinisches Register) aufgeführt werden. Hinter dem EMR steht eine Privatfirma, die im Auftrag verschiedener Krankenkassen entscheidet, welche Methoden bzw, welche Therapeutinnen und Therapeuten über Zusatzversicherungen abrechnen dürfen. Das EMR selber prüft diese Methoden allerdings nicht auf ihre Qualität.</p>
<p>Wer sich für solche Methoden interessiert steht daher vor der Frage, wie sich bei dieser Vielfalt die Spreu vom Weizen trennen lässt.</p>
<p>Das scheint auf den ersten Blick ein Ding der Unmöglichkeit. Alle Methoden ausprobieren? Geht nicht. Sich in allen Methoden ausbilden lassen, um sich dann eine Meinung zu bilden? Auch nicht machbar.</p>
<p>Es gibt jedoch durchaus Kriterien, mit denen man Heilmethoden und Heilungsversprechungen prüfen kann, ohne dass man diese Methoden bis ins Detail kennen muss. Zum Beispiel kann man die Grundhaltungen anschauen, auf denen ein Therapiesystem aufbaut (Weltbild, Menschenbild, Verständnis von Gesundheit und Krankheit, Umgang mit Erkenntnis und Wissen). Solche Grundhaltungen zeigen sich oft schon im Klappentext eines Buches oder in einer Kursausschreibung.</p>
<p>Wer sich für solche Kriterien interessiert, bekommt dazu eine fundierte Basis im Tagesseminar</p>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=8427a435f4e8&amp;file=1930">Komplementärmedizin &#8211; Kriterien zur Orientierung im überquellenden Angebot</a></p>
<p><strong>Methoden der Alternativmedizin / Komplementärmedizin (Auswahl):</strong></p>
<p>Aderlass, Akumattherapie, Akupressur, Akupunkt-Massage, Akupunktur, Alexander-Technik, An-Mo / Tui-Na, Anthroposophische Medizin, Aromatherapie, Asiatische Körper- und Energiearbeit, Atemtherapie, Augendiagnostik / Irisdiagnostik, Aura-Soma-Therapie, Ausleitende Verfahren (NHP), Autogenes Training, Ayurveda-Ernährungsberatung, Ayurveda-Heilmittel, Ayurveda-Massage, Bach-Blütentherapie, Baunscheidt-Therapie, Bewegungstherapie und Tanztherapie nach Hauschild-Sutter, integrative Bewegungstherapie, klinische Bewegungstherapie, Bindegewebsmassage, Biochemie nach Schüssler, Biodynamische Psychologie / Biodynamik, Biofeedback, Bioresonanztherapie, Blutegel-Therapie, Brain Gym, Colon-Hydro-Therapie, Colon-Massage, Cranio-Sacral-Therapie, Deep Draining, Diätetik (NHP), Eigenbluttherapie / Autosanguisstufentherapie, Elektroakupunktur, Elektroakupunktur nach Voll / Bioelektronische Funktionsdiagnostik, Elektrotherapie, Ernährungsberatung, Ernährungsberatung (TCM), Esalen Massage, Eugemed-Regenerationstherapie, Eutonie Gerda Alexander, Fango, Farbpunktur, Farbtherapie, Fasciatherapie, Feldenkrais-Methode, Frecodyn-Therapie, Funktionelle Biometrie, Fussreflexzonen-Massage, Hatha Yoga, Heileurythmie, Heilpädagogisches Reiten / Therapeutisches Reiten, klassische Homöopathie, Hydrotherapie (Med. Mass.), Hämatogene Oxidationstherapie, Kinesiologie, Klassische Massage, Kneipp-Therapie / Hydrotherapie, Laser-Akupunktur, Lichttherapie, Lykotronic, Magnetfeldtherapie, Maltherapie, anthroposophische Maltherapie, Manuelle Lymphdrainage, Massagepraktiken (NHP), Meridian-Therapie, Mesotherapie, Metamorphosis, Moxa / Moxibustion, Musiktherapie, anthroposophische Musiktherapie, Muskelreflexzonenmassage, Myofunktionelle Therapie, Neuraltherapie, Neurofeedback, Ohrakupunktur, Ohrkerzen-Therapie, Organisch-rhythmische Bewegungsbildung Medau, Ortho-Bionomy, Orthomolekulare Therapie, Osteopathie / Etiopathie, Ozontherapie, Phytotherapie (TCM), westliche Phytotherapie, anthroposophisches Plastisch-therapeutisches Gestalten, Polarity, Posturale Integration, Psychomotorik, Psychozonenmassage, Puppenspiel-Therapie, Qi-Gong, Rebalancing, Rebirthing, Reflexzonenmassage, Reiki, anthroposophische Rhythmische Massage, Rolfing / Strukturelle Integration, Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie, Schröpfen, Shiatsu, Shin Tai, Sophrologie Bio-Dynamique, Sophrologie Caycédienne, Sumathu-Therapie, Sympathico-Therapie, Tai-Chi, Tanztherapie, Thai-Massage, anthroposophische Therapeutische Sprachgestaltung, Thermographie, Tibetische Medizin, Tomatis-Methode, Touch for Health, Trager-Methode, Ultraviolettbestrahlung des Bluts, Vitalpraktik nach Vuille, Wickel / Umschläge, Wirbelsäulen-Basis-Ausgleich / Wirbelsäulen-Basis-Therapie.</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
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<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/  ">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
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		</item>
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		<title>Interessiert an einer Naturheilkunde-Ausbildung?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/07/31/interessiert-an-einer-naturheilkunde-ausbildung.html</link>
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		<pubDate>Sun, 31 Jul 2011 22:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Naturheilkunde-Ausbildung - was Sie wissen müssen. Was ist Naturheilkunde? 
Hydrotherapie, Traditionelle chinesische Medizin, Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Phytotherapie, Hydrotherapie, Ayurvedische Medizin?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Sie interessiert sind an einer Ausbildung in Naturheilkunde, dann lohnt es sich genau zu klären, was Sie lernen möchten.</p>
<p>Naturheilkunde ist nämlich ein Begriff, der sehr ungenau und ziemlich willkürlich benutzt wird.</p>
<p>Versteht man den Begriff Naturheilkunde auch von seiner Geschichte her, bezeichnet er ein Spektrum verschiedener Methoden, welche die körpereigenen Fähigkeiten zur Selbstheilung (Spontanheilung) aktivieren sollen und die sich vorzugsweise in der Natur vorkommender Mittel oder Reize bedienen. Dazu zählen (nach einer Definition von Alfred Brauchle 1952) die Sonne, das Licht, die Luft, die Bewegung, die Ruhe, die Nahrung, das Wasser, die Kälte, die Erde, die Atmung, die Gedanken, die Gefühle und Willensvorgänge. In einem weiter gefassten Verständnis gehören auch “natürliche” Arzneimittel, vor allem Heilpflanzen und deren Zubereitungen zur Naturheilkunde.</p>
<p>Zur “klassischen” Naturheilkunde werden im Allgemeinen die folgenden Naturheilverfahren gezählt:</p>
<p>– Hydrotherapie und Balneotherapie (Wasseranwendungen)</p>
<p>– Bewegungstherapie</p>
<p>– Diätetik (Unterstützung der Behandlungen durch eine gesunde Ernährung und eine dem</p>
<p>dem Krankheitsbild angepasste Diät)</p>
<p>– Ordnungstherapie (ausgewogene Lebensführung im regelmäßigen Rhythmus und im Einklang mit</p>
<p>der Natur)</p>
<p>– Phytotherapie (Einsatz von Heilpflanzen)</p>
<p>Diese fünf Naturheilverfahren sind auch bekannt geworden als die fünf Säulen des Sebastian Kneipp.</p>
<p>Grundsätzlich sind diese Methoden kompatibel mit dem wissenschaftlichen Weltbild.</p>
<p>Oft werden auch folgende Methoden der Alternativmedizin zur Naturheilkunde gezählt, die aber auf eigenen Lehrgebäuden basieren und darum nicht so leicht mit medizinischem Denken und Handeln zu verbinden sind:</p>
<p>Homöopathie</p>
<p>Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)</p>
<p>Ayurvedische Medizin</p>
<p>Anthroposophische Medizin</p>
<p>(Quelle: Wikipedia, Artikel „Naturheilkunde“, gekürzt und überarbeitet)</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html">Naturheilkunde &#8211; was ist das?</a></p>
<p>Es gibt im Bereich der Naturheilkunde-Ausbildungen keine Qualitätsstandards und keine verbindlichen Lehrpläne.</p>
<p>Wenn Sie sich Fragen stellen zur Qualität einer Naturheilkunde-Ausbildung &#8211; und das ist sehr wichtig, wenn Sie einer Ausbildung in diesem Bereich machen wollen -  dann hilft Ihnen vielleicht folgende Checkliste weiter:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/18/naturheilkunde-ausbildung-was-sie-wissen-sollten.html  ">Naturheilkunde-Ausbildung: Was sie wissen sollten </a></p>
<p>Ausserdem:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/07/28/naturheilkunde-ausbildung-mehr-kritisches-denken-weniger-blinden-dogmatismus.html">Naturheilkunde-Ausbildung: Mehr kritisches Denken &#8211; weniger blinden Dogmatismus </a></p>
<p>Falls Sie aus diese weiten und vielfältigen Feld der Naturheilkunde eine Ausbildung oder Weiterbildung im Teilbereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde ins Auge fassen, finden Sie dazu meine aktuellen Angebote oben unter dem Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Fragwürdige &#8220;Ganzheitliche Medizin&#8221;&#8230;.</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/07/15/fragwurdige-ganzheitliche-medizin.html</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Jul 2011 16:22:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ganzheitsmedizin, Ganzheitlichkeit, ganzheitliches Heilen... positive besetzte Begriffe mit fragwürdigen Seiten, die in die politische Disskussion um die Komplementärmedizin einfliessen sollten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist immer wieder die Rede von Ganzheitsmedizin, ganzheitlichem Heilen und ähnlichem. Diese Begriffe werden meist hoch positiv besetzt, obwohl sie meines Erachtens eigentlich viele Fragen aufwerfen sollten.</p>
<p>Der Anspruch und die Versprechungen, die mit solchen Begriffen verbunden werden, sind gewaltig.</p>
<p>Um „ganzheitlich“ zu heilen müsste man nur schon den Patienten / die Patientin ganzheitlich wahrnehmen, allumfassend, mit allen Facetten, körperlich, geistig, psychisch&#8230;..und dazu noch das ganze soziale, gesellschaftliche, ökologische Umfeld, in welches der betreffende Mensch eingebettet ist.</p>
<p>Unsere Fremdwahrnehmung genauso wie unsere Eigenwahrnehmung ist aber immer eingeschränkt und perspektivisch. Und sie wird vom Wahrnehmenden aktiv mitgestaltet.</p>
<p>In der &#8220;Ganzheitlichkeits-Ideologie&#8221; stecken also oft ziemlich umfassende Allmachtsphantasien und problematische Menschenbilder.</p>
<p>Als Beispiel eine oft in diesem Zusammenhang gehörte Vorstellung:</p>
<p><em>Jede Krankheit ist heilbar, wenn dein Bewusstsein weit genug entwickelt ist. Du musst nur richtig denken und deine Einstellung verändern&#8230;&#8230;&#8230;</em></p>
<p>Jede und jeder hat damit scheinbar den &#8220;Steuerknüppel&#8221; betreffend Gesundheit oder Krankheit vollständig selber in der Hand. Diese Idee lindert Ohnmachtsgefühle angesichts von schweren Krankheiten, welche Menschen unerklärlicherweise treffen können. Das ist eine Form der Kontingenzbewältigung. Die Vorstellung, dass man als Mensch einem Krankheitsprozess ausgeliefert sein könnte, wird damit eliminiert. Bekommt man eine Krankheit dann trotz aller &#8220;ganzheitlichen&#8221; Bemühungen nicht in den Griff, stehen sehr rasch Vorstellungen von Schuld und Versagen vor der Tür. Wir haben es hier meines Erachtens mit einer Art von Tauschhandel zu tun: Reduktion von Ohnmachtsgefühlen mit dem Risiko von verstärkten Schuld- und Versagensgefühlen.</p>
<p>Diese Thematik hat meiner Ansicht nach auch Bedeutung auf einer politischen Ebene:</p>
<p>Dass Menschen unabhängig von Schuld und moralischem Versagen Krankheiten ausgeliefert sein können, weist auf eine fundamentale Fragilität der menschlichen Existenz hin.</p>
<p>Die Anerkennung dieser alle Menschen betreffenden Fragilität und Kontingenzabhängigkeit ist eine Grundlage für Solidarität bezüglich Krankheit und Behinderung.</p>
<p>Wer sich &#8220;ganzheitlich&#8221; zurechtphantasiert, dass ein höher entwickeltes Bewusstsein jede Krankheit in den Griff bekommen kann, klinkt sich meines Erachtens tendenziell aus dieser Solidarität aus und pflegt ein elitäres Denken bezüglich Krankheit und Gesundheit.</p>
<p>Diese gesellschaftspolitischen Aspekte müssten meines Erachtens verstärkt in die politische Debatte um die Komplementärmedizin einfliessen. Beispielsweise wenn die Grüne Partei oder die Sozialdemokratische Partei, welche mit hohen Ansprüchen betreffend Menschlichkeit daher kommen, eine Anthroposophische Medizin staatlich fördern wollen, welche Krankheit und Behinderung als Folge von moralischem Versagen in einem früheren Leben erklärt.</p>
<p>Details dazu: <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/05/anthroposophische-pflege-offene-fragen.html   ">Anthroposophische Pflege &#8211; offene Fragen</a></p>
<p>Meines Erachtens war es ein grosser Fortschritt der  Moderne, dass Krankheit und Behinderung nicht mehr mit Sünde und moralischem Versagen erklärt werden.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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		<title>Anzeichen für Quacksalberei</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/12/anzeichen-fuer-quacksalberei.html</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Jun 2011 15:06:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie erkennt man Quacksalberei in Komplementärmedizin, Naturheilkunde, Medizin....]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitschrift „Gute Pillen – Schlechte Pillen“ (GPSP) veröffentlichte eine Liste mit Anzeichen für Quacksalberei.  Sie soll dabei helfen, falsche Versprechungen besser zu erkennen.</p>
<p>Wir werden überschwemmt mit Propaganda für Produkte, die uns gesund machen oder gesund erhalten sollen, und mit Heilungsversprechungen aller Art. Auch im Bereich <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> / Naturheilkunde.</p>
<p>Lange nicht alles, was in Werbung, im Internet, aber auch in Zeitschriften und Gesundheitssendungen propagiert wird, ist wirklich wirksam. Vieles ist von fragwürdigem Nutzen oder manches sogar riskant, überzeugende wissenschaftliche Nachweise fehlen häufig. Menschen, die mit Heilwissen prahlen, das sie gar nicht haben, werden seit jeher Quacksalber genannt. Dementsprechend fallen zahlreiche angebliche „Medikamente“ unter den Begriff „Quacksalberei“. Häufig handelt es sich dabei in Wirklichkeit gar nicht um Arzneimittel, sondern um sogenannte Nahrungsergänzungsmittel, deren Wirkungen nicht routinemäßig geprüft werden.</p>
<p>GPSP schreibt:</p>
<p>„Vitamine gegen Schwerhörigkeit? Weiter essen wie bisher und dennoch abnehmen? Manchmal klingt Werbung zu gut, um wahr zu sein. Schenken Sie Werbebotschaften keinen Glauben, seien Sie skeptisch.“</p>
<p>Hier neun Punkte von dieser Liste und dazwischen ein paar Zeilen mit ergänzenden Bemerkungen von mir (kursiv):</p>
<p>„<strong>Keine Nebenwirkungen</strong></p>
<p>Die Jahrhunderte alte Erfahrung der Medizin lehrt, dass es in der Medizin keine Wirksamkeit gibt ohne das Risiko von Nebenwirkungen. Ein Mittel, das mit dem Hinweis ‚ohne Risiken’ beworben wird, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine Wirkung.“</p>
<p><em>Ja, der Hinweis ‚nebenwirkungsfrei’ müsste tatsächlich ein Grund sein, besonders genau nachzufragen, ob eine Wirkung vorhanden ist. Es gibt auch Heilpflanzen-Präparate mit unerwünschten Nebenwirkungen.</em></p>
<p>„<strong>Erfolgsgarantie</strong></p>
<p>Versprochen wird vieles – wird es auch eingehalten? Bei Medikamenten kann es keine Erfolgsgarantie geben. Das gilt erst recht für oft dürftig belegte Alternativmethoden. Häufig werden angeblich &#8216;sanfte Erfolgsmittel&#8217; mit der Behauptung angepriesen, sie würden besser wirken als &#8216;normale&#8217; Arzneimittel. Das kann dazu führen, dass eine bewährte Therapie zu Gunsten von Quacksalber-Methoden abgesetzt wird.“</p>
<p><em>Erfolgsgarantien sind in der Heilkunde immer ein Grund, um besonders kritisch nachzufragen. Insbesondere wenn sich die Garantien auf schwer behandelbare Krankheiten beziehen wie beispielsweise Krebs, Polyarthritis, Neurodermitis, Multiple Sklerose.</em></p>
<p>„<strong>Vielseitig wirksam</strong></p>
<p>Besondere Vorsicht ist ratsam, wenn ein Mittel gegen viele verschiedene Leiden mit völlig unterschiedlichen Ursachen helfen soll, beispielsweise gegen Bluthochdruck, AIDS und Krebs. Eine solche Allround-Pille ist leider ein Wunschtraum.“</p>
<p><em>Die Medizingeschichte ist voll mit solchen Panazeen, Heilmitteln also, die gegen (fast) alle Krankheiten helfen sollen. Ein solches Wundermittel entspricht wohl einfach den Bedürfnissen vieler Menschen zu allen Zeiten.</em></p>
<p><em>Wird ein Heilmittel gegen sehr viele unterschiedliche Krankheiten propagiert, so spricht man auch von <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/15/komplementarmedizin-indikationslyrik-unter-die-lupe-nehmen.html  ">„Indikationslyrik“</a>.</em></p>
<p><em>Ein Beispiel für Indikationslyrik ist der </em><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/03/schwedenkrauter-schwedenbitter-kein-wundermittel.html"><em>Schwedenbitter (= Schwedenkräuter)</em></a><em>, welcher von der Österreicherin Maria Treben als Universalheilmittel propagiert wurde.</em></p>
<p><strong>„Exotische Herkunft</strong></p>
<p>Algen aus Hawaii oder Kristallsalz aus dem Himalaja? Ein Produkt wird nicht durch die Herkunft geadelt. Die Anbieter versuchen, ihre Präparate aufzuwerten und den Glanz ferner Naturparadiese für ihr Angebot zu nutzen. In der Regel gibt es keinen Beleg für einen besonderen Nutzen dieser exotischen Heilmittel und die hohen Preise sind durch nichts zu rechtfertigen.“</p>
<p><em>Auch dafür gibt es in der Medizingeschichte unzählige Beispiele. Als die Kartoffel nach Europa kam, galt sie zuerst als wertvolle Arznei. Auch heute noch gibt es den „Exoten-Bonus“.</em></p>
<p><em>Hoch geschätzt wird beispielsweise Teebaumöl aus Australien, welches angeblich schon seit Urzeiten von den Aborigines verwendet wurde. Die Aborigines nutzen jedoch die Blätter von Melaleuca alternifolia als Tee, nicht das isolierte ätherische Teebaumöl. Und dass auch viele weniger exotische ätherische Öle ähnliche Wirkungen wie Teebaumöl zeigen, geht leicht vergessen.</em></p>
<p>„<strong>Besser als die Schulmedizin</strong></p>
<p>Die Anbieter mancher Mittel versprechen Heilung selbst dann, wenn alle Möglichkeiten der Schulmedizin ausgeschöpft sind. Derartige Heilversprechen werden in der Regel leider nicht von einer neutralen, verlässlichen Stelle überprüft. Quacksalber geben dennoch solch ein Versprechen, um in ausweglosen Situationen, z.B. bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen, zweifelhafte Produkte zu verkaufen. Für diese als „letzter Strohhalm“ feilgebotenen Präparate muss meist viel Geld bezahlt werden.“</p>
<p><em>Die <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html  ">‚Komplementärmedizin’</a> verspricht oft Heilung in Situationen, in denen die <a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/schulmedizin-ein-fragwuerdiger-ausdruck.html">‚Schulmedizin’ </a> an Grenzen kommt. Dabei wird oft verwischt, dass es auch tatsächliche Grenzen der Heilbarkeit geben kann. So unangenehm oder unakzeptabel uns das auch manchmal erscheinen mag. Das Risiko von Krankheiten gehört zum Leben und der Anspruch auf totale Gesundheit ist wohl einfach nicht einlösbar.</em></p>
<p><em>Sie dazu auch:</em></p>
<p><em>Tagesseminar: </em><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=1840&amp;lang=de&amp;ses=2eb3b187be66"><em>Chronische Krankheiten besser verstehen und damit umgehen</em></a></p>
<p><em>Tagesseminar: </em><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=1930&amp;lang=de&amp;ses=2eb3b187be66"><em>Komplementärmedizin &#8211; Basiswissen zur Orientierung im überquellenden Angebot</em></a></p>
<p><strong>„Erfahrungsberichte als ‚Wirksamkeitsbelege’</strong></p>
<p>Gerade wenn nachvollziehbare Daten aus wissenschaftlichen Studien fehlen, verweisen die Hersteller gerne auf umfangreiche Erfahrungen mit den Mitteln. Seien Sie auf der Hut bei Behauptungen, die mit begeisterten Erfolgsberichten angeblicher Patienten begründet werden. Diese sagen ebenso wenig über den tatsächlichen Nutzen und die Risiken eines Arzneimittels oder einer Nahrungsergänzung aus wie Behauptungen, die auf Weltanschauungen basieren.“</p>
<p><em>Positive „Erfahrungen“  im Stil von Akekdoten reichen tatsächlich nicht als Begründung.</em></p>
<p><em>Siehe:</em></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/01/23/naturheilkunde-braucht-sorgfaeltigeren-umgangn-mit-erfahrung.html"><em>Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung</em></a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/02/naturheilkunde-erfahrung-genugt-nicht-als-begrundung.html  "><em>Naturheilkunde &#8211; Erfahrung genügt nicht als Begründung</em></a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/02/naturheilkunde-erfahrung-genugt-nicht-als-begrundung.html  "><em>Pflanzenheilkunde: Erfahrung allein genügt nicht zur Begründung</em></a></p>
<p><strong>„Personenkult um den Behandler</strong></p>
<p>Wenn das Funktionieren einer Behandlung an eine bestimmte Person oder eine Einrichtung gebunden wird, ist größte Vorsicht angebracht. Warum kann sie nicht auch von anderen eingesetzt werden? Oder geht es hier vor allem um Geld? Personengebundene Methoden, die den Nimbus eines bestimmten Menschen nutzen, werden in der Regel nicht durch Dritte überprüft. Eine unabhängige Kontrolle von Nutzen und Risiken fehlt.“</p>
<p><em>Guru-fixierte Heilmethoden gibt es im Bereich der Komplementärmedizin leider zuhauf.</em></p>
<p><em>Siehe:</em></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/23/esoterikfreie-pflanzenheilkunde-warum.html"><em>Esoterikfreie Pflanzenheilkunde warum?</em></a></p>
<p><strong>„Seit Jahrzehnten bewährt</strong></p>
<p>Statt ‚seit Jahrzehnten bewährt’ müsste es eher heißen ‚seit Jahrzehnten beworben und verkauft’. Aber nicht alles, was häufig verkauft wird, ist auch wirksam und unbedenklich.“</p>
<p><em>Naturheilkunde und Pflanzenheilkunde haben eine lange und faszinierende Tradition, von der wir auch heute noch lernen können. Das heisst aber nicht, dass Tradition immer Recht hat. Tradition allein reicht daher nicht als Begründung.</em></p>
<p><em>Siehe:</em></p>
<p><a href="http://http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/23/esoterikfreie-pflanzenheilkunde-warum.html">Komplementärmedizin &#8211; hat Tradition recht? </a></p>
<p><strong>„Wirksam &#8211; und doch nicht als Arzneimittel zugelassen</strong></p>
<p>Wenn ein Mittel belegbar gut wirksam und verträglich ist, warum wird dann nicht die Zulassung als Arzneimittel beantragt? Das hätte doch den Vorteil, dass das Produkt von Ärzten verordnet werden könnte und von Krankenkassen bezahlt würde. Aber so mancher Anbieter scheut das Urteil neutraler Fachleute, die durchschauen könnten, dass die Wirksamkeitsbelege mangelhaft sind oder sogar fehlen.“</p>
<p><em>Auch das ist ein wichtiger Kritikpunkt. Viele Heilpflanzen-Präparate werden nur als Nahrungsergänzung auf den Markt gebracht und müssen daher keinerlei Wirksamkeit belegen. Ich würde pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel nicht grundsätzlich und pauschal schlecht machen, doch ist es für Konsumentinnen und Konsumenten meist nicht klar,  ob ein Heilpflanzen-Präparat seine Wirksamkeit belegt hat oder nicht.</em></p>
<p><em>Noch intransparenter wird die Situation dadurch, dass es auch zugelassene Arzneimittel gibt, die vom Nachweis der Wirksamkeit befreit sind (Präparate der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin, aufgrund von „Tradition“ zugelassene Heilpflanzen-Präparate, sogenannte Hausspezialitäten von Apotheken und Drogerien).</em></p>
<p><strong>„Betonung auf ‚Ausgleich von Mängeln in der Ernährung’</strong></p>
<p>Angeblich sollen unserem Essen wichtige Stoffe fehlen. Diese Mängel sollen sich nicht durch die tägliche Nahrungsaufnahme ausgleichen lassen. Dabei war die Versorgung mit Nahrungsmitteln in unseren Breiten noch nie so vielfältig und lückenlos wie heutzutage. Bestehen diätbedingte Versorgungsmängel, muss die Ernährung entsprechend angepasst werden. Für Gesunde sind Vitamin- und Mineralstoffpräparate in der Regel überflüssig und manchmal sogar schädlich. Eine Untersuchung des Robert Koch-Instituts hat gezeigt, dass die Menschen in Deutschland grundsätzlich ausreichend Vitamine und Mineralien zu sich nehmen. Mangelzustände sind selten und werden meist durch Erkrankungen verursacht. Diese müssen ärztlich behandelt werden.“</p>
<p><em>Ja, uns wird ständig eingeredet, dass man sich heute nicht mehr ausreichend mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und was weiss ich nicht noch allem ernähren kann. Und dann werden entsprechende Produkte als Ergänzungsmittel propagiert. Man muss den Leuten einen Mangel einreden, damit sie ausgleichende Produkte kaufen. Das ist ein ausgesprochen lukratives Geschäft und sehr ähnlich einem Ablasshandel. Zuerst müssen die Menschen von ihrer Sündhaftigkeit überzeugt werden, damit sie Erlösung kaufen. Nicht umsonst wohl spricht man sogar von Ernährungssünden.</em></p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2006/nr.-6-dez.-2006/indizien-fuer-quacksalberei.php</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Zum Thema Qualitätssicherung in der Komplementärmedizin:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/09/komplementarmedizin-woran-erkennen-sie-fragwurdige-aussagen.html">Komplementärmedizin &#8211; woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?</a></p>
<p>Und zu Kriterien der Qualitätssicherung in der Phytotherapie-Ausbildung:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/12/01/phytotherapie-ausbildung-gedanken-zur-qualitaetssicherung.html">Phytotherapie-Ausbildung: Gedanken zur Qualitätssicherung</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zur Petition gegen ein angebliches Heilpflanzenverbot in der EU 2011: Mehr Fakten &#8211; weniger Demagogie!</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/04/30/zur-petition-gegen-ein-angebliches-heilpflanzenverbot-in-der-eu-2011-mehr-fakten-weniger-demagogie.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/04/30/zur-petition-gegen-ein-angebliches-heilpflanzenverbot-in-der-eu-2011-mehr-fakten-weniger-demagogie.html#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Apr 2011 13:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das angebliche Heilpflanzenverbot in der EU ist eigentlich eine Zulassungsregelung für traditionelle Heilpflanzen-Präparate. Die dagegen propagierte Petition ist ein Fake.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In gegenwärtig wieder kursierenden Rundmails wird vor einem angeblich 2011 drohenden Heilpflanzenverbot in der EU gewarnt.</p>
<p>Das ist völlig demagogisch, weil damit ein Rundumverbot von Heilpflanzen suggeriert wird. Das hat zur Folge, dass Empfängerinnen und Empfänger solch dramatisierten Botschaften Angst haben, dass sie keinen Beinwell mehr im Garten anpflanzen dürfen und dass Pfefferminztee, Kümmel &amp; Co aus dem Supermarkt eliminiert werden.</p>
<p>Angstmacherei und hoch verzerrte Darstellungen der Lage sind charakteristisch für Demagogie.</p>
<p>Es geht aber nicht um ein Heilpflanzenverbot, sondern um ein (erleichtertes) Zulassungsverfahren für traditionelle Heilmittel (also Fertigpräparate aus Heilpflanzen, die mit einem Anspruch auf Heilwirkung vermarktet werden.</p>
<p>Über positive und negative Konsequenzen dieses Zulassungsverfahren kann und soll man auf der Basis von Argumenten diskutieren und auf politischem Weg darauf Einfluss nehmen.</p>
<p>Über ein pauschales „Heilpflanzenverbot“ lässt sich nicht wirklich diskutieren, weil es ein Hirngespinst ist.</p>
<p>Hoch dramatisch tönt es auch auf der Website, auf der die Petition propagiert wird:</p>
<p>&#8220;Stellen Sie sich vor Ihr Kind oder Partner werden schwer krank und es gibt ein natürliches Heilmittel ohne Nebenwirkungen und die europäische Union verbietet Ihnen die Einnahme und zwingt Sie dagegen ein chemisches Arzneimittel mit potentiell schweren Nebenwirkungen einzunehmen.“</p>
<p>Quelle: http://www.savenaturalhealth.de/</p>
<p>Das ist eine hoch manipulative Panikmache und eine krasse Schwarz-Weiss-Malerei. Es stehen sich gegenüber das natürliche Heilmittel, das ohne Nebenwirkungen eine schwere Krankheit heilt, aber von der EU verboten wird, und ein aufgezwungenes chemisches Arzneimittel mit potenziell schweren Nebenwirkungen. Ein hoch dualistisches, manichäisches Weltbild wird uns da verkauft. Und die gleichen Kreise reden doch oft so aufdringlich von Ganzheitlichkeit. Gehören da Grau- und Zwischentöne nicht dazu?</p>
<p>Ein paar Fakten zur Zulassungsregelung bringt der „Standard“ aus Österreich.</p>
<p>„<strong>Erwerb als Lebensmittel weiterhin möglich</strong></p>
<p>Brüssel. Traditionelle Heilmittel, die bis Ende April nicht als pflanzliche Arzneimittel registriert worden sind, dürfen ab kommenden Sonntag nicht mehr als Medikament verkauft werden. Allerdings ist es möglich, sie weiterhin als Lebensmittel zu erwerben, erklärte ein Sprecher von EU-Gesundheitskommissar John Dalli. Mit morgigem Samstag läuft eine siebenjährige Übergangsperiode zur Anmeldung solcher pflanzlichen Arzneimittel aus.</p>
<p>Wie die Situation derzeit aussieht, und wieviele der bisher als pflanzliche Arzneimittel verkauften Produkte nun nur mehr als Lebensmittel gekennzeichnet werden dürfen, konnte man in der Kommission nicht sagen. Es werde nicht gleich abrupt eine Bewertung ab 1. Mai geben, sondern die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) wird noch darüber zu befinden haben. Wie konkret der Zeitablauf dafür sei, war vorerst nicht bekannt.</p>
<p><strong>Leichteres Registrierungsverfahren</strong></p>
<p>Nach den EU-Vorschriften sind als traditionelle pflanzliche Arzneimittel jene Produkte eingestuft, die seit mindestens 30 Jahren verwendet werden, einschließlich mindestens 15 Jahre in der EU, ohne ärztliche Überwachung verwendet werden sollen und nicht durch Injektion verabreicht werden. Dazu zählen beispielsweise Calendula officinalis, Echinacea purpurea oder Hamamelis virginiana.</p>
<p>Die Kommission verweist darauf, dass für pflanzliche Arzneimittel im Gegensatz zu den sonstigen Medikamenten ein &#8220;leichteres, einfacheres und kostengünstigeres Registrierungsverfahren&#8221; vorgesehen sei. Aufgrund der langen Tradition des Arzneimittels bestehe eine geringere Notwendigkeit für Tests und Versuche. Damit soll auch das Inverkehrbringen traditioneller pflanzlicher Arzneimittel in der EU erleichtert werden.</p>
<p><strong>Einstufung als Lebensmittel</strong></p>
<p>Außerdem betont die Kommission, dass es in der Zuständigkeit der einzelnen EU-Staaten liegt, im Einzelfall zu entscheiden, ob ein pflanzliches Erzeugnis die Definition eines Arzneimittels erfüllt. Auf die Frage, ob damit beispielsweise ein pflanzliches Produkt, das als Arzneimittel in Österreich zugelassen ist, beispielsweise in Frankreich nicht zugelassen sein kann, sagte der Sprecher, dies sei möglich.</p>
<p>Jedenfalls dürfen weiterhin pflanzliche Erzeugnisse als Lebensmittel eingestuft und auf den Markt gebracht werden, auch wenn sie nicht die Definition von Arzneimitteln erfüllen, wohl aber die geltenden Lebensmittelvorschriften. Pflanzliche Arzneimittel, die in Form von Nahrungsergänzungsmitteln angepriesen werden, müssen den entsprechenden EU-Regeln genügen. Ein eindeutiges ‚Nein’ gibt es von der Kommission auf die Frage, ob nach dem 30. April 2011 alle alternativen Therapien verboten werden. ‚Die Richtlinie über pflanzliche Arzneimittel gilt weder für alternative Therapien, noch verbietet sie irgendwelche Stoffe, Heiler, Bücher oder Pflanzen als solche’.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://derstandard.at/1303950503144/Traditionelle-Heilmittel-Aus-fuer-nicht-registrierte-pflanzliche-Arzneimittel-als-Medikament</p>
<p>Es geht also nicht um Nahrungsmittel, nicht um Nahrungsergänzungsmittel, nicht um Heilpflanzen als solch, nicht um Heilpflanzenmischungen, die in Apotheken individuell hergestellt werden. Es geht ausschliesslich um Fertigpräparate, die als Heilmittel vermarktet werden, also mit dem Anspruch, bestimmte Krankheiten zu heilen . Dass es hier Zulassungsregeln braucht, scheint mir auf der Hand zu liegen. Ich halte es nicht für erstrebenswert, dass jeder und jede irgend etwas als Heilmittel gegen alles Mögliche vermarkten darf. Ich finde sogar, diese EU-Regelung geht weit in der Privilegierung traditioneller Heilmittel. Nach dreissig Jahren Vermarktung kann man also für sein Produkt schon den Status „Traditionelles Heilmittel“ beanspruchen. So, so.</p>
<p>Und während synthetische Medikamente und (jedenfalls in der Schweiz) neuere Phytotherapeutika ihre Heilansprüche belegen müssen, sind traditionelle Heilpflanzen-Präparate (wie auch generell Präparate aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin, vom Nachweis der Wirksamkeit befreit. Das sind zweifellos Privilegien und ich finde es schon beeindruckend, wie diese Branche es immer wieder schafft, sich als benachteiligt und unterdrückt darzustellen. Stossend ist dabei für mich nicht die Privilegierung an sich. Dass ein Nachweis der Wirksamkeit für kleine Hersteller mit kleinen Stückzahlen auch eine Geldfrage sein kann, ist für mich nachvollziehbar. Stossend ist aber, dass diese Privilegierung gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten vollkommen verwischt wird.  Zumindestens Transparenz wäre zu fordern. Konsumentinnen und Konsumenten müssten – wenn sie ein Naturheilmittel in der Apotheke oder Drogerie kaufen – erkennen können, ob das betreffende Produkte Belege für seine Wirksamkeit vorgelegt hat, oder den privilegierten Status der Nachweisbefreiung geniesst.</p>
<p>Weitere Informationen hier:</p>
<p>Eigene Beiträge:</p>
<p>- <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/04/27/unsinnige-petition-gegen-angebliches-heilpflanzenverbot-der-eu.html">Unsinnige Petition gegen angebliches Heilpflanzenverbot in der EU</a></p>
<p>- <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/12/naturheilkunde-irrefuhrende-petition-gegen-angebliches-heilpflanzen-verbot.html">Naturheilkunde: Irreführende Petition gegen angebliches Heilpflanzenverbot</a></p>
<p>- <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/04/30/weitere-fakten-zum-angeblichen-heilpflanzenverbot-in-der-eu.html  ">Weitere Fakten zum angeblichen Heilpflanzenverbot in der EU</a></p>
<p>- <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/03/angebliches-heilpflanzenverbot-der-eu-immer-noch-viel-aufregung-ohne-konkreten-anlass.html">Angebliches Heilpflanzenverbot der EU: Immer noch viel Aufregung ohne konkreten Anlass</a></p>
<p><a href="http://hoax-info.tubit.tu-berlin.de/hoax/thmpd.shtml">http://hoax-info.tubit.tu-berlin.de/hoax/thmpd.shtml</a></p>
<p><a href="http://www.heilpraktiker.org/ftp_pdf/meldungen_3_11_10/PANIKMACHEGILTNICHT.pdf">Stellungnahme des Fachverbandes Deutscher Heilpraktiker e. V. </a></p>
<p><a href="http://www.lak-bw.de/artikel/irritationen-angesichts-i.html?no_cache=1&amp;tx_tt">Stellungnahme Landesapothekerkammer Baden-Württemberg</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildungen Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
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<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
<p>m</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparate</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/29/qualitatsunterschiede-bei-heilpflanzen-praparate.html</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Mar 2011 17:12:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für Konsumentinnen und Konsumenten wäre mehr Transparenz notwendig bezüglich der grossen Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten. Ein Teil der Heilpflanzen-Präparate wird als Medikament zugelassen, ohne dass ihre Wirkung belegt ist. Ohne Wirkungsnachweis verkauft werden dürfen auch Präparate aus den Bereichen Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Spagyrik, Bach-Blüten, Schüssler-Salze.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir scheint es immer wieder wichtig darauf hinzuweisen, dass es bei Heilpflanzen-Präparaten sehr grosse Qualitätsunterschiede gibt.</p>
<p>Der „Giessener-Anzeiger“ berichtete vor kurzem über einen Vortrag der Apothekerin Ingrid Fischer bei den Landfrauen Lollar-Treis.</p>
<p>Der Text bringt Qualitätsunterschiede ausgezeichnet auf den Punkt. Darum hier ein Zitat:</p>
<p>„Bei den pflanzlichen Arzneimitteln muss man zwischen den rationalen und den traditionellen Phytopharmaka unterscheiden. Die rationalen Phytopharmaka müssen die gleichen Zulassungsverfahren durchlaufen wie chemische Arzneimittel. Wirkung und Verträglichkeit muss durch Studien nachgewiesen werden. Sie müssen einen Mindestgehalt an wirksamen Stoffen haben und die Herstellung der verwendeten Extrakte erfolgt nach standardisierten Verfahren. Die Pflanzen, die zur Extraktherstellung benötigt werden, stammen überwiegend aus kontrolliertem Anbau, damit immer die gleiche Qualität gewährleistet ist. Rationale Phytopharmaka müssen genaue gesetzliche Angaben auf der Packung haben: zum Beispiel eine genaue Indikationsangabe, der verwendete Pflanzenteil, das Extraktionsmittel, die Menge Extrakt pro Dosis, und Dosierung.</p>
<p>Traditionelle Phytopharmaka findet man hauptsächlich in Supermärkten. Die herstellenden Firmen müssen keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen. Es müssen nur die Verträglichkeit und Unbedenklichkeit garantiert werden. Diese pflanzlichen Arzneimittel dürfen nicht zur Heilung von Krankheiten eingesetzt werden, wie die rationalen Phytopharmaka. Auf diesen Packungen steht zum Beispiel folgender Text: „traditionell eingesetzt zur Besserung des Allgemeinbefindens“. Aus Sicherheitsgründen hat der Gesetzgeber bei den traditionellen, frei verkäuflichen Arzneimitteln die Dosierung auf zehn bis 30 Prozent der aus wissenschaftlicher Sicht wirksamen Dosis reduziert.“</p>
<p>http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kreis-giessen/lollar/10276611.htm</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dieser Vortrag – das legt der Bericht nahe – hat die Konsumentinnen wohl tatsächlich informiert und nicht nur – wie das ziemlich oft geschieht &#8211; mit tollen Versprechungen eingelullt.</p>
<p>Er entspricht damit genau denn, was mir selber auch am Herzen liegt.</p>
<p>Grossartige Heilungsversprechungen gibt es nämlich im Bereich von <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin </a>und Pflanzenheilkunde mehr als genug.</p>
<p>Ergänzend vielleicht noch:</p>
<p>Traditionelle Phytopharmaka (Heilpflanzen-Präparate) sind nicht grundsätzlich unwirksam. Es ist aber für die Konsumentinnen und Konsumenten wichtig zu wissen, dass sie seitens der Arzneimittelbehörden eine Zulassung als Medikament bekommen, ohne dass sie ihre Wirksamkeit dokumentieren müssen. Ohne Wirkungsnachweis als Heilmittel verkauft werden auch Produkte aus den Bereichen Homöopathie, Anthroposophischer Medizin, Spagyrik, Bach-Blüten, Schüssler-Salze.</p>
<p>Die Aussage, dass traditionelle Phytopharmaka ohne Wirkungsnachweis vor allem im Supermarkt verkauft werden, würde ich zumindestens für die Schweiz nicht teilen. Für einen sehr grossen Teil der in Apotheken und Drogerien verkauften Naturheilmittel  liegt keinerlei Wirkungsnachweis vor. Konsumentinnen und Konsumenten müssten darüber meines Erachtens transparent informiert werden, was leider nicht der Fall ist.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
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		<title>Weltwoche &amp; Anthroposophische Medizin</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Mar 2011 11:10:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Weltwoche veröffentlichte zum 150. Geburtstag von Rudolf Steiner einen Beitrag von Maurus Federspiel mit fragwürdigen Aussagen zur Anthroposophischen Medizin.


Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die „Weltwoche“ ( Nr. 8 / 2011) brachte zum 150. Geburtstag von Rudolf Steiner einen Beitrag von Maurus Federspiel, der einige ausgesprochen merkwürdige Stellen enthält.</p>
<p>Besonders fragwürdig scheint mir der Abschnitt zur Anthroposophischen Medizin:</p>
<p><em>„Die einschlägigen Medikamente werden in zahllosen Apotheken Deutschlands und der Schweiz verkauft, ihre Wirksamkeit scheint durch die Verkaufsbilanzen bestätigt zu werden. Die Anfeindungen der anthroposophischen Medizin liegen vor allem in einer methodologischen Begrenztheit begründet, welche die materialistische geprägte Schulmedizin bestimmt. Der ständige Verweis auf den Placeboeffekt trägt allerdings kaum zur Klärung von Heilerfolgen gerade in der Tiermedizin bei. Mindestens ist auch einem anthroposophischen Arzt nicht zuzutrauen, dass er einen Ochsen oder eine Hauskatze durch blosse Suggestion zu heilen vermag&#8230;&#8230;“</em></p>
<p>Schauen wir uns diese Aussagen Schritt für Schritt an:</p>
<p><em>„Die einschlägigen Medikamente werden in zahllosen Apotheken Deutschlands und der Schweiz verkauft, ihre Wirksamkeit scheint durch die Verkaufsbilanzen bestätigt zu werden.“</em></p>
<p>Sehen wir mal davon ab, dass hier betreffend „Verkaufsbilanzen“ einfach eine Behauptung aufgestellt wird.</p>
<p>Das Krankenversicherungsgesetz verlangt, dass ein Medikament wirksam sein muss, wenn es von der Grundversicherung bezahlt werden soll. Und das Bundesgericht verlangt, dass diese Wirksamkeit wissenschaftlich belegt sein muss. Offenbar hat jetzt aber Maurus Federspiel eine neue und einfachere Methode entdeckt, mit der Wirksamkeit festgestellt werden kann: Wirksam ist, was sich gut verkauft.  Ich würde diese Methode der Wirksamkeitsprüfung noch etwas verfeinern und schlage vor, einfach die 1000 meistverkauften Medikamente über die Grundversicherung abzurechnen. Ein Blick in die Verkaufsbilanz genügt dann, um diese Liste zu erstellen. Spart viel Aufwand für sinnlose Studien etc.</p>
<p>Im Ernst: Schon mal was gehört davon, dass Verkaufserfolg auch etwas mit Marketing und Lobbying zu tun hat und dass sich etwas auch gut verkaufen kann, weil es diverse Bedürfnisse der Konsumenten erfüllt? Tolle Verkaufsbilanzen haben auch Mike Shiva oder Scientology. Ist Umsatz wirklich ein Qualitätszeichen?</p>
<p>Präparate der Anthroposophischen Medizin werden übrigens entgegen den gesetzlichen Vorschriften von der Grundversicherung vergütet, ohne dass ihre Wirksamkeit geprüft wird. Das Bundesamt für Gesundheit kann jedenfalls nicht annähernd plausibel erklären, wie eine solche Prüfung stattfindet.</p>
<p><em>„Die Anfeindungen der anthroposophischen Medizin liegen vor allem in einer methodologischen Begrenztheit begründet, welche die materialistische geprägte Schulmedizin bestimmt.“</em></p>
<p>Warum wird Kritik als „Anfeindungen“ dargestellt? Was soll diese Opferrolle?</p>
<p>Und die „Anfeindungen“ kommen nur durch die “methodologische Begrenztheit“ von Materialisten zustande, die in der Anthroposophischen Medizin ihren Feind sehen?   &#8211; So einfach kann man es sich machen. Von derart methodologisch begrenzten Materialisten kann man ja nichts anderes als Anfeindungen erwarten. Auf solch feindlich gesinnte Anwürfe muss man natürlich nicht eingehen.</p>
<p>Wer die Behauptungen der Anthroposophischen Medizin nicht fraglos glaubt, sondern kritische Fragen stellt, macht also materialistisch motivierte „Anfeindungen“.</p>
<p>Das scheint mir eine sehr durchsichtige Immunisierungsstrategie. So wird eine Methode vorbeugend gegen Kritik und In-Frage-Stellung immunisiert.</p>
<p>Selbstverständlich ist zum Beispiel die Forschung nach Wirkstoffen in der Mistel insofern materialistisch, dass sie nach Wirkstoffen in Form von Molekülen sucht.  Aber was soll zum Beispiel eine klinische Studie mit Krebspatienten, denen Mistelextrakt verabreicht wird, mit Materialismus zu tun haben? Hier wird ganz schlicht zu klären versucht, ob Krebspatienten mit Mistelextrakt länger leben als ohne. Und hier schneidet die Anthroposophische Medizin nicht gerade überzeugend ab. Also selbst bei ihrem mit Abstand am meisten untersuchten Paradepferd, der Misteltherapie.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/24/mistel-therapie-gegen-krebs-wirksam.html      ">Misteltherapie gegen Krebs &#8211; wirksam?</a></p>
<p>Meine Kritik an der Anthroposophischen Medizin bezieht sich darauf dass sie Krankheit und Behinderung als Folge von moralischem Versagen in einem früheren Leben auffasst.</p>
<p>Ich halte es für einen grossen Fortschritt der Moderne, dass diese Verknüpfung von Krankheit und Behinderung mit moralischer Schuld überwunden ist. Die Remoralisierung von Krankheit und Behinderung – wie sie die Anthroposophische Medizin verkörpert &#8211; ist meiner Ansicht nach diffamierend für Betroffene und nicht wünschenswert.</p>
<p>Anthroposophische Medizin sieht Krankheit und Behinderung im Zusammenhang mit dem Wirken der anthroposophischen Widersachermächte Ahriman und Luzifer. Eine solche Geistermedizin scheint mir nicht erstrebenswert – vor allem nicht, wenn sie über die Grundversicherung abgerechnet wird.</p>
<p>Diese Einwände haben meines Erachtens nichts zu tun mit einem methodologisch begrenztem Materialismus, wie ihn Maurus Federspiel den Kritikern der Anthroposophischen Medizin pauschal unterstellt.</p>
<p>Details hier:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/komplementaermedizin-abstimmung-kritische-anmerkungen-zur-anthroposophischen-medizin.html">Kritische Anmerkungen zu Anthroposophischen Medizin</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html">Kritische Fragen zur Förderung der Anthroposophischen Medizin</a></p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/archive/2010/03/01/anthroposophische-medizin-ins-medizinstudium-offene-fragen-1.html">Anthroposophische Medizin ins Medizinstudium &#8211; offene Fragen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/05/anthroposophische-pflege-offene-fragen.html  "> Anthroposophische Pflege &#8211; offene Fragen</a></p>
<p><em>„Der ständige Verweis auf den Placeboeffekt trägt allerdings kaum zur Klärung von Heilerfolgen gerade in der Tiermedizin bei. Mindestens ist auch einem anthroposophischen Arzt nicht zuzutrauen, dass er einen Ochsen oder eine Hauskatze durch blosse Suggestion zu heilen vermag&#8230;&#8230;“</em></p>
<p>Ach, die alte Leiher. Hundert mal gehört in Diskussionen mit unkritischen und gutgläubigen Anhängern der Komplementärmedizin „Sogar bei Tieren wirkt es doch&#8230;.dann kann es nicht nur Placebo sein!“</p>
<p>1. Placebo-Effekte bei Tieren sind schon seit einigen Jahrzehnten gut belegt. Man müsste das nur endlich zur Kenntnis nehmen und weniger dumme Argumente ins Feld führen.</p>
<p>Und wer beurteilt denn Heilerfolge bei Tieren? Die können ja nicht selber Auskunft geben.</p>
<p>Fünf Minuten Internetrecherche hätten genügt, um klar zu machen, dass Placebo—Effekte in der Tiermedizin ein bekanntes Phänomen sind.</p>
<p>Mehr Infos dazu hier:</p>
<p>Artikel „Tierhomöopathie: Alles für die Katz?“:</p>
<p><a href="http://www.zeit.de/2010/50/Homoeopathie-fuer-Tiere?page=1">http://www.zeit.de/2010/50/Homoeopathie-fuer-Tiere?page=1</a></p>
<p>Artikel: „Tierischer Placeboeffekt“:</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,743592,00.html  ">http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,743592,00.html</a></p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,743592,00.html  "> </a></p>
<p>2. Schon mal was gehört davon, dass auch Tiere Selbstheilungskräfte haben oder bei chronischen Erkrankungen einen schwankenden Verlauf mit besseren und schlechteren Phasen?</p>
<p>Tiere werden wohl nie von selbst gesund?</p>
<p>Was legitimiert denn Autor Maurus Federspiel zu solch apodiktischen Urteilen.  Die Auseinandersetzung mit dem Thema kann es ja wohl nicht sein – die ist nämlich nicht ansatzweise erkennbar.</p>
<p>Grundsätzlich finde ich es sehr erstaunlich, wie rasch sich viele Menschen im Bereich von Medizin und <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> abschliessende Urteile zutrauen, ohne sich vorgängig mit den entsprechenden Fragen auch nur einigermassen vertraut zu machen. Wer ein Haus baut, wird ja wohl auch die Berechnungen von Statik-Fachleuten zu Rate ziehen und sich nicht nur auf die eigenen Ideen dazu stützen. Der Mensch mit seinen Gesundheiten und Krankheiten ist aber noch viel komplexer als ein Haus.</p>
<p>Ich selber jedenfalls befasse mich zwar intensiv mit Fragen rund um Medizin und Komplementärmedizin. Dabei muss ich aber in vielen Fällen auf Aussagen von Fachleuten zurückgreifen und mir bewusst bleiben,  dass auch ein sorgfältiges Urteil nur vorläufigen Charakter hat.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Komplementärmedizin: Gut, wenns wirkt?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/24/komplementarmedizin-gut-wenns-wirkt.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/24/komplementarmedizin-gut-wenns-wirkt.html#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 17:33:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zur Diskussion um Komplementärmedizin und um die Kriterien für ihr Aufnahme in die Grundversicherung. Traditionelle Chinesische Medizin, Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Neuraltherapie und Phytotherapie sollen in die Grundversicherung der Krankenkassen aufgenommen werden, Umstritten sind die Kriterien zur Bewertung der Wirksamkeit.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem Titel „Komplementärmedizin: Gut, wenns wirkt“ berichtet die Sendung „Kontext“ auf Radio DRS 2 über das Thema „Komplementärmedizin und Placebo“.</p>
<p>Quelle: http://www.drs2.ch/www/de/drs2/sendungen/top/kontext/5005.sh10168514.html</p>
<p>Ich habe mir den dazu publizierten Text auf der DRS2-Website genauer angeschaut.</p>
<p>„Kontext“ – eine Sendung, die ich sehr schätze – stellt darin wichtige Fragen, lässt meines Erachtens aber auch entscheidende Fragen weg.</p>
<p>Eingangs stellt „Kontext“ fest:</p>
<p><em>„Die Diskussion in der Schweiz rund um die Komplementärmedizin ist gross. Alternative Behandlungen wirkten nicht besser als ein Placebo, wird oft bestätigt. Was wäre denn so schlimm daran?“</em></p>
<p>Eine interessante Frage. „Kontext“ schlägt auch den Bogen zur aktuellen Auseinandersetzung um die Aufnahme der Komplementärmedizin-Verfahren in die Grundversicherung:</p>
<p><em>„Vielleicht sollte die Diskussion um Sinn und Unsinn von medizinischen Therapien auch in der Schweiz stärker auf den Nutzen für den Patienten fokussieren, Placebo-Kontrolle hin oder her. Anders wird sich der Zwist um die Vergütung und Bewertung komplementärmedizinischer Verfahren wohl nicht lösen lassen.“</em></p>
<p>Heisst das nun, dass der Zwist um die Vergütung von <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> sich lösen lässt, wenn auch der reine Placebo-Effekt bezahlt wird?</p>
<p>Schauen wir uns die Argumentation Schritt für Schritt an. Den Kontext-Text von der Radio-DRS-Website setze ich kursiv, anschliessend folgt jeweils mein Kommentar.</p>
<p><em>„&#8217;Wer heilt hat recht&#8217;, sagt der Volksmund. Doch was genau heisst «heilen»? Wie kann man wissen, ob ein Medikament, eine Therapie, ein medizinischer Eingriff tatsächlich wirkt &#8211; sei er nun schul- oder komplementärmedizinisch?“</em></p>
<p>Kommentar: Wichtiger Punkt. Wer heilt hat nur Recht, wenn er oder sie wirklich heilt und es nicht nur behauptet. Therapeutinnen und Therapeuten jeder Couleur neigen dazu, auch die Wirkung der Selbstheilungskräfte der eigenen Methode gut zu schreiben.</p>
<p><em>“In der wissenschaftlich begründeten Medizin, der so genannten «evidence based medicine», hat man dazu eine einfache Antwort gefunden: Das Medikament, die Therapie, der medizinische Eingriff muss in einer placebokontrollierten Studie getestet werden, muss also besser wirken als eine Scheinbehandlung, als ein Placebo.“</em></p>
<p>Kommentar: Das ist allerdings alles andere als eine einfache Antwort. Es gibt Studien unterschiedlicher Qualität und mit widersprüchlichen Ergebnissen. Im Bereich der Phytotherapie ist das gut ersichtlich bei Heilpflanzen wie Echinacea oder Ginkgo. Die „evidence based medicine“ wertet deshalb mehrere Studien zum gleichen Thema in Metastudien aus, und versucht daraus Schlussfolgerungen mit grösserer Plausibiliät zu ziehen. Und es gibt sogar widersprüchliche Ergebnisse bei Metastudien zum gleichen Thema. Einfache Antworten zur Wirksamkeit gibt es dagegen in der Komplementärmedizin zuhauf. So behauptet beispielsweise das Bundesamt für Gesundheit, es beurteile die Wirksamkeit von Präparaten aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin nicht einzeln, wenn es um die Zulassung zur Grundversicherung geht, sondern in Arzneimittelgruppen. Wie das genau abläuft, kann das BAG aber nicht darlegen. Eine vollkommen intransparente Pseudowirksamkeitsprüfung. Wenn also jemand eine (allzu) „einfache Antwort“ auf die Frage nach der Wirksamkeit gefunden hat, dann das BAG beim Thema Komplementärmedizin. Die Wirksamkeit als Arzneimittelgruppe zu beurteilen, das ist einfach eine Verarschung und zudem wohl kaum konform mit den Anforderungen des Krankenversicherungsgesetzes.</p>
<p><em>„Bedeutet das zwangsläufig, dass die komplementärmedizinischen Verfahren wie Homöopathie, Akupunktur oder traditionelle chinesische Medizin wertlos sind? «Das mag zwar manchmal Sinn machen. Aus Labor- und klinischen Studien wissen wir aber auch, dass der Placebo-Effekt selber durchaus heilsam sein kann», sagt der Placebo-Spezialist Frank Miller vom National Institute of Health in den USA.“</em></p>
<p>Kommentar: Ja, keine Frage. Auch der Placebo-Effekt ist wertvoll. Das bestreitet aber wohl niemand im Ernst.</p>
<p><em>„In der Tat zeigen komplementärmedizinische Verfahren meist keine bessere Wirkung als Placebo. Zum Beispiel kam eine Studie, bei der Anwendung von Akupunktur gegen Kopfschmerzen untersucht wurde, zum Schluss, dass gegenüber der Schein-Akupunktur, bei der die Nadeln an beliebigen Orten in den Körper geführt werden, kein Wirkungsunterschied besteht. Aber: Akupunktur wirkte gegen Kopfschmerzen tendenziell besser als Medikamente, so Klaus Linde, Mediziner und Epidemiologe an der technischen Universität München und langjähriger Erforscher der Komplementärmedizin.“</em></p>
<p>Kommentar: Dazu ist vorerst einmal festzuhalten, dass Akupunktur schon bisher von den Krankenkassen via Grundversicherung bezahlt wird. Darum kann es also nicht gehen.</p>
<p>Wenn Akupunktur gleich gut oder besser ist als Medikamente, dann soll Akupunktur bezahlt werden. Eigenartigerweise beruft sich „Kontext“ hier aber auf eine Vergleichsstudie, obwohl der Text sonst die Relevanz von Studien in Frage stellt.</p>
<p>Ich bin für klare, gerechte, transparente Regeln. Auf grund der Vergleichsstudie, aber auch wenn der Nutzen für den Patienten zum entscheidenden Kriterium wird, wie „Kontext“ das vorschlägt, dann muss Scheinakupunktur genauso bezahlt werden wie Akupunktur nach TCM-Lehre. Dann ist nicht einzusehen, weshalb man für teures Geld ein TCM-System mit Energiebahnen, Meridianen etc. lernen muss, wenn der Nutzen mit Scheinakupunktur genauso gross ist. Warum fordert niemand die Vergütung von Scheinakupunktur via Grundversicherung?</p>
<p>Nun zu den meines Erachtens entscheidenden Fragen, die „Kontext“ nicht stellt.</p>
<p>Wenn für die Aufnahme in die Grundversicherung das Kriterium „besser als Placebo“ fallen gelassen wird, und der „Nutzen für den Patienten“ zum Kriterium wird, stellen sich folgende Fragen bzw. Probleme:</p>
<p>1. Die Krankenkasse zahlt aus der Grundversicherung dann also auch den reinen Placeboeffekt. Für den Patienten ist dieser selbstverständlich fraglos wertvoll. Allerdings hat praktisch jede Heilmethode einen Placeboeffekt. Gerechterweise muss dann die Krankenkasse jede Methode zahlen.</p>
<p>2. Der „Nutzen für den Patienten“ ist ein nicht ganz einfach zu fassendes Phänomen. Wer den Nutzen als Kriterium propagiert, müsste auch klar darlegen, wie dieser Nutzen bestimmt werden soll. Mir hilft Pilates. Ich werde unter den Pilates-Übenden locker ein paar Tausend Leute finden, die den Nutzen dieser Bewegungsmethode bestätigen.  Im übrigen wäre es vor ein paar hundert Jahren auch ein leichtes gewesen, mit einer Umfrage den Nutzen der Aderlass-Methode darzulegen. Denn alle, die diese Intervention über sich ergehen liessen, waren von ihrem Nutzen wohl überzeugt. Für mich sehe ich keinen Nutzen in Homöopathie oder Anthroposophischer Medizin, in Pilates aber schon. Wenn also der Nutzen als Kriterium entscheidet: Warum wollen mir Politikerinnen und Politiker vorschreiben, dass ich komplementär Homöopathie, Neuraltherapie, Traditionelle chinesische Medizin, Anthroposophische Medizin oder Phytotherapie (die gar nicht zur Komplementärmedizin gehört) via Grundversicherung nutzen darf, Pilates aber nicht?</p>
<p>3. Das Kriterium „Nutzen“ ist etwa ähnlich schwammig und nebulös wie das Kriterium „Alltagswirksamkeit“. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat angekündigt, sich vermehrt am Kriterium „Alltagswirksamkeit“ zu orientieren, nachdem das Kriterium „wirksamer als Placebo“ durch populistische Politikerinnen und Politiker unter Druck geraten ist.</p>
<p>Quelle: http://www.news.admin.ch/dokumentation/00002/00015/?lang=de&amp;msg-id=32878</p>
<p>„Nutzen“ und „Alltagswirksamkeit“ sind Beliebigkeitskriterien. Zum Kriterium „Alltagswirksamkeit“ findet sich auf der Website der Schweizerischen Gesellschaft der Vertrauens- und Versicherungsärzte (SGV) ein prägnantes Zitat:</p>
<p>„Im Sumpf methodischer Ungewissheiten pflegen seltsame Pflanzen Blüten zu treiben. In deren ästhetischer Hitliste darf zweifelsohne der neue Begriff der ‚Alltagswirksamkeit’ aus dem Hause BAG den ersten Platz beanspruchen. Abgesehen davon, dass er zu sarkastischen Fragen wie ‚Fallen Sonntage und allgemeine Feiertage auch unter den Begriff?’ oder ‚Sind Tage mit extremen klimatischen Bedingungen auch als Alltag einzustufen?’ provoziert, wird hier irreversibel der Abstieg des Diskurses in die massenmediale Blödelei vollzogen, wo sich nicht wenige Gesundheitspolitiker wohlig tummeln. Womit angedeutet ist, welcher faktische Schaden durch solches Nebelgranatenschiessen bewirkt werden kann.“</p>
<p>Quelle: http://www.vertrauensaerzte.ch/manual/chapter41.html</p>
<p>Das Kriterium „Nutzen“ scheint mir eine vergleichbare Nebelgranate wie „Alltagswirksamkeit“.</p>
<p>4. Der Placebo-Effekt ist wertvoll. Es gibt aber viele Krankheiten, bei denen ein Placebo-Effekt allein nicht reicht. Beispielsweise Krebs, Diabetes, AIDS, Borreliose, Parkinson, Malaria. Bei solchen Krankheiten ist es meines Erachtens entscheidend Medikamente zu finden, die besser wirken als Placebo. Und das geht nur durch den Vergleich mit Placebo. Dieser Aspekt geht leicht verloren, wenn man den „Kontext“-Text liest, der die positive Wirkung des Placebo-Effekts ins Zentrum stellt. Studien, in denen die Wirkung eines Heilmittels mit der Wirkung eines Placebos verglichen wird, werden von manchen Kreisen aus Komplementärmedizin und Alternativmedizin diffamiert, weil sie dadurch ihre Methoden und Überzeugungen bedroht sehen. Das ist ein Immunisierungsstrategie, die gegen Kritik schützen soll. „Kontext“ fährt meines Erachtens auf diesem „Diffamierungszug“ mit. Das halte ich für falsch, weil es kein besseres Mittel gibt für Fortschritte in der Medizin wie gut gemachte Doppelblind-Studien.</p>
<p>5. Wenn alle Heilmethoden und Heilmittel einen Placebo-Effekt enthalten: Was spricht dann dagegen, trotzdem für die Vergütung via Grundversicherung daran festzuhalten, dass ein Mittel besser wirken soll als Placebo? Es ist doch die Alternative: „Placebo“ oder „Placebo plus spezifische Wirkung“, die zur Wahl steht. Also warum nicht ein Mittel, das beides bietet? Weshalb plädiert „Kontext“ – wenn ich das richtig versteht – für die verstärkte Berücksichtigung von „Nur Placebo“ statt für „Placebo plus spezifische Wirkung“? Das würde meiner Ansicht nach nämlich bedeuten: Wenn Firma XY behauptet, ihr Heilmittel Z. wirke gegen Krebs, dann müsste die Grundversicherung Z. bezahlen, wenn Z. (wie jedes Mittel) einen Placebo-Effekt hat und (wie jedes Mittel, das einen Placebo-Effekt hat) einen Nutzen darlegen kann. Auf die Forderung nach einer Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus wird somit verzichtet.</p>
<p>Der Kern dieser fraglichen Punkte ist meines Erachtens:</p>
<p>Wer für die Abrechnung via Grundversicherung auf die Forderung verzichten will, dass ein Heilmittel oder eine Heilmethode zusätzlich zum Placebo-Effekt noch eine spezifische Wirkung hat, wer also auch nur den reinen Placebo-Effekt aus der Grundversicherung zahlen will, wenn ein „Nutzen“ gegeben ist, der muss sehr genau darlegen, was er oder sie genau unter „Nutzen“ versteht und wie dieser „Nutzen“ erfasst und bewertet wird. Denn weil jedes Heilmittel und jede Heilmethode einen Placebo-Effekt hat, hat auch jedes Heilmittel und jede Heilmethode einen Nutzen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Anthroposophische Medizin: Zum 150. Geburtstag von Rudolf Steiner</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Jan 2011 14:34:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anthroposophische Medizin als heteronomes Sinnangebot made by Rudolf Steiner. Sinnstrukturen in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum 150. Geburtstag Rudolf Steiners publizierte die NZZ am Sonntag unter anderem ein Interview mit Bodo von Plato, Mitglied des internationalen Vorstands der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft am Goetheanum in Dornach.</p>
<p>http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/anthroposophie_ist_eine_perspektive_1.9031951.html</p>
<p>Das eigentliche Ziel der Anthroposophie sei vielleicht die Sinngebung, sagt von Plato im Schlusssatz.</p>
<p>Genau: Anthroposophie ist ein starkes, aber heteronomes Sinnangebot – made by Rudolf Steiner halt. Autonome Sinngebungen sind mir grundsätzlich sympathischer.</p>
<p>Schade, dass das Interview in der NZZ an diesem Punkt endet, denn von hier aus könnte eine wichtige Auseinandersetzung mit Anthroposophie gerade starten.</p>
<p>Der 150. Geburtstag von Rudolf Steiner wäre nämlich eine gute Gelegenheit, über den Sinn des Steinerschen Sinnangebotes nachzudenken. Wenn Steiner behauptet, dass Krankheit und Behinderung durch moralisches Versagen in einem früheren Leben verursacht wird, dann ist das ein Sinnangebot. Es beantwortet die Frage: Warum gerade ich? Oder: Warum gerade mein Kind? Mag sein, dass manche Menschen solche „Auskünfte“ entlastend finden. Unproblematisch sind sie aber ganz und gar nicht.</p>
<p>Es scheint mir eine der wichtigsten Errungenschaften der Moderne, dass Krankheit und Behinderung nicht mehr mit moralischem Versagen erklärt werden.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/komplementaermedizin-abstimmung-kritische-anmerkungen-zur-anthroposophischen-medizin.html   ">Kritische Anmerkungen zur Anthroposophischen Medizin</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html   ">Kritische Fragen zur Förderung der Anthroposophischen Medizin </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/05/anthroposophische-pflege-offene-fragen.html">Anthroposophische Pflege &#8211; offene Fragen </a></p>
<p>Zum Thema „Sinnangebot“ passt ein Zitat von Ernst Topitsch (österreichischer Philosoph und Soziologe, 1919 – 2003):</p>
<p><em>„Man sehnt sich zurück nach einer verklärten ‚Geborgenheit’, nach einer ‚sinn’-erfüllten Weltordnung, mit unseren Worten: nach dem Drama der intentional gedeuteten Welt, in welcher der Mensch seine Lebensrolle von der kosmischen Regie zugewiesen erhält und in einen übersehbaren Zusammenhang einordnen kann oder wenigstens an einen verborgenen Plan glauben mag, wie dies ein stoischer Denker formuliert hat</em></p>
<p><em> &#8220;‚Führ’ du mich, Zeus, und du, o Schicksalsmacht</em></p>
<p><em> Wohin auch immer euer Plan es will,</em></p>
<p><em> Und ohne Zaudern folg’ ich&#8230;..’“</em></p>
<p>(in: Mythos – Philosophie – Politik, Rombach Verlag 1969)</p>
<p>Hans Blumenberg (deutscher Philosoph,  1920 &#8211; 1996) beschrieb in einem kleinen Bändchen mit dem Titel „Die Sorge geht über den Fluss“ (Suhrkamp 1987) die „Nebenfolgen des Sinnbedarfs“:</p>
<p><em>„In einer sinnhaften Welt muss es Hinweise, Orientierungen, Wegweiser, Gebrauchsanweisungen, Zeichen, Signaturen geben. Jedes Kraut muss erkennen lassen, wofür der aus ihm gebrauchte Trank gut sein könnte.“</em></p>
<p>Blumenberg beschreibt präzis die Konsequenzen einer solchen sinngetränkten Welt:</p>
<p><em>„Doch ist die Annahme, in einer sinngesteuerten Welt zu leben, in der jedes Ereignis im Prinzip auf sein Warum und Wohin befragbar – wenn auch nicht immer auskunftswillig – sein muss, nicht ohne Risiken. In einer solchen Welt wird man schwerlich von einem sichtbaren Leiden betroffen, ohne nicht selbst  und mehr noch vor den anderen der Überlegung ausgesetzt zu sein, für welche geheime Verwerflichkeit man dies nun als Strafe zugewiesen erhalten habe. Die Unglücklichen sind nicht nur unglücklich, sie sind dazu noch als Schuldige an ihrem Unglück gezeichnet, wenn die Welt durch und durch sinnvoll geordnet ist. Wir sind ja bis zum heutigen Tag, trotz einer Serie von Aufklärungen und Glanzleistungen der hinterfragenden Vernunft, der billigen Alltagsweisheit nicht vollends entronnen, mit der man bestimmte stigmatisierende Krankheiten und Gebrechen besser verbirgt, weil man die diffuse Vermutung zu meiden hat, irgendwer – die Eltern oder Vorväter oder man selbst – werde da schon entsprechend gesündigt haben, selbst wenn man sich modernerer Ausdrücke bedient.</em></p>
<p><em>Es ist die Kehrseite der Medaille einer sinnträchtigen Welt, dass man in ihr wissen kann oder zu wissen glaubt oder zu wissen angehalten wird, wer jeweils an was schuld ist.“</em></p>
<p>Die Komplementärmedizin ist reich an vorfabrizierten (heteronomen) Sinnangeboten. Anthroposophische Medizin ist dafür nur ein starkes Beispiel. Sinnstrukturen finden sich auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Dazu ein Zitat des Medizinhistorikers und Sinologen Paul U. Unschuld:</p>
<p><em>„Wie wirkte TCM auf die Bürger westlicher Industrienationen? Beruhigend. Beunruhigt  waren wir in vielerlei Hinsicht. Auch durch den Verlust der Mitte&#8230;&#8230;.Der Verlust der Mitte ist auch und vor allem der Verlust der zentralen Sinngebung. Im täglichen Leben, wo Sinn, den die Religionen jahrhundertelang vermittelten, nicht mehr akzeptiert wird. In der medizinischen Praxis, wo der Sinn des Krankseins keine Ziffer in der Gebührenordnung für Ärzte erhält. Wie und wo man krank ist, welche Werte überhöht, welche Gewebe geschädigt, welche Gene mutiert sind, das alles kann erfahren, wer zum Arzt geht. Aber den Sinn dahinter? Das Warum? Das erfährt er nicht. Die Wirklichkeit kennt keinen Sinn. Die Wirklichkeit ist einfach da. Sinn vermittelt sich nicht durch Wirklichkeit. Sinn ist Deutung. Deutung ist Privatsache. Das ist für viele noch sehr ungewohnt. Sie wollen die Deutung mitgeliefert haben. Mitgeliefert auch in der Medizin. Sie wollen den zentralen Urgrund ihrer Krankheit wissen. Das kann die moderne Medizin nicht. Das darf sie nicht, denn sie orientiert sich an den Naturgesetzen. Die kennen keinen Sinn. Die sind nun einmal da. So wie sie sind.</em></p>
<p><em>Die TCM vermittelt die Mitte. Sie vermittelt Sinn. Sie drängt das Anorganische fort und stellt die Lebenskraft, das Qi, in die Mitte. Sie verknüpft verschiedene Leiden und führt sie auf das eine, zentrale Leiden zurück. Sie bezeichnet dieses zentrale Leiden mit einem Begriff wie Nieren-Yang-Schwäche und deutet damit an, dass es regulierbar ist. Das gibt dem Leiden einen Sinn und verspricht die Rückkehr in das grosse Gleichgewicht – ohne Chemie, ohne Technologie in Diagnose und Therapie, ohne Kriegsführung mit der Gewissheit von Kollateralschäden. Das wirkt beruhigend.“</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>(aus: Was ist Medizin ? – Westliche und östliche Wege der Heilkunst, Beck Verlag 2003, erhältlich im <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/24/buchtipp-was-ist-medizin-westliche-und-ostliche-wege-der-heilkunst-—-von-paul-u-unschuld.html">Buchshop</a>).</p>
<p>Im übrigen beschreibt Unschuld auch, wie diese Traditionelle Chinesische Medizin im letzten Jahrhundert aus Versatzstücken der chinesischen Medizin als Exportprodukt geschaffen und auf westliche Bedürfnisse zugeschnitten wurde.</p>
<p>Die Medizin soll und kann keine vorfabrizierten Sinnzuschreibungen verkaufen. Offenbart geht jedoch das Bewusstsein dafür mehr und mehr verloren, dass es auch bedeutende Vorteile hat, wenn Sinnproduktion und Heilkunde getrennte Veranstaltungen sind. Die Ausdifferenzierung der Wertesphären Kunst, Wissenschaft, Medizin, Religion und Politik ist eine Errungenschaft der Moderne und die Grundlage einer offenen, demokratischen Gesellschaftsordnung. Sinnbedürfnisse werden heute sehr unreflektiert und unbewusst via Komplementärmedizin gedeckt. Wichtiger wäre meines Erachtens eine offene Diskussion über Sinnansprüche und über die Art, wie Sinn gefunden, produziert und vermarktet wird.</p>
<p>Auf dieser Basis könnte eine bio-psycho-soziale Medizin ihren Teil zu autonomen Sinnfindungen beitragen, indem sie Menschen in solchen eigenständigen Prozessen begleitet. Sinnfindung ist dann ein vielschichtiger Vorgang der Auseinandersetzung des Individuums mit sich selber, mit seinem sozialen Umfeld, mit Kunst und Natur.</p>
<p>Und nicht zuletzt bedenkenswert wäre wohl gelegentlich die These Odo Marquard’s (deutscher Philosoph mit Jahrgang 1928):</p>
<p><em>„Unsere primäre Schwierigkeit ist nicht der Sinnverlust, sondern das Übermass des Sinnanspruchs; und nicht die grosse Sinnverlustklage bringt uns weiter, sondern eine Reduktion des unmässig gewordenen Sinnanspruchs, eine Diät in Sachen Sinnerwartung.“</em></p>
<p>(aus: Apologie des Zufälligen, Reclam 1996)</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Phytotherapie &amp; Wirksamkeit</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/14/phytotherapie-wirksamkeit.html</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Jan 2011 15:49:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt Heilpflanzen, deren Wirksamkeit belegt ist. Und es gibt Heilpflanzen, deren Wirksamkeit nicht belegt ist. Dass Phytotherapie generell wirksam oder unwirksam ist, ist eine undifferenzierte Aussage.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gesundheitsminister Didier Burkhalter hat bekanntlich entschieden, fünf Komplementärmedizin-Methoden von 2012 bis 2017 provisorisch wieder für die obligatorische Grundversicherung der Krankenkassen zuzulassen. Es geht um Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Traditionelle Chinesische Medizin, Neuraltherapie und Phytotherapie.</p>
<p>Dass meiner Ansicht nach Phytotherapie mit guten Gründen gar nicht zur Komplementärmedizin gehört, sondern zur Naturheilkunde, habe ich schon an anderer Stelle dargelegt.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/gehoert-phytotherapie-zur-komplementaermedizin.html">Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?</a></p>
<p><a href=" http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html  ">Komplementärmedizin &#8211; ein fragwürdiger Begriff</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html">Naturheilkunde &#8211; was ist das?</a></p>
<p>Die <em>provisorische </em>Zulassung begründet Bundesrat Burkhalter damit, dass die vom Gesetz vorgeschriebene Wirksamkeit der fünf Komplementärmethoden nicht belegt sei, was weitere Abklärungen nötig mache.</p>
<p>Wie steht es dabei mit der Phytotherapie?</p>
<p>Ist die Wirksamkeit der Phytotherapie nun wissenschaftliche belegt oder nicht?</p>
<p>Mit Verlaub: Nur schon diese Fragestellung scheint mir irgendwie bescheuert.</p>
<p>Es gibt Heilpflanzen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist.</p>
<p>Und es gibt Heilpflanzen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht belegt ist.</p>
<p>Genauer noch: Es gibt bestimmte Zubereitungen aus Heilpflanzen, die belegt sind, andere Zubereitungen aus der gleichen Heilpflanze sind nicht belegt.</p>
<p>Wie bitteschön soll also jemand den Schluss ziehen, dass Phytotherapie generell (!) wirksam ist oder nicht? Das ist meines Erachtens undifferenzierter Schabernack.</p>
<p>Heilpflanzen-Zubereitungen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist, werden im übrigen schon bisher von der Grundversicherung bezahlt, wenn ein Arzt oder eine Ärztin sie verschreibt.  Deshalb sehe ich immer noch keinen Nutzen für Patientinnen und Patienten, wenn Phytotherapie nun (provisorisch) in die Grundversicherung kommt &#8211; aber das habe ich ebenfalls schon an anderer Stelle dargelegt.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/13/phytotherapie-als-komplementarmedizin-methode-in-die-grundversicherung-was-bringts.html">Phytotherapie als Komplementärmedizin-Methode in die Grundversicherung &#8211; was bringt&#8217;s?</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
<p>Winterthur, Zürich, Schweiz, Phytotherapie-Ausbildung, Krankenpflege,</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Komplementärmedizin provisorisch wieder in der Grundversicherung</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/12/komplementarmedizin-provisorisch-wieder-in-der-grundversicherung.html</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Jan 2011 21:34:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fünf Methoden der Komplementärmedizin - Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin, Neuraltherapie, Anthroposophische Medizin, Phytotherapie - sollen provisorisch in die Grundversicherung von 2012 - 2017. Im Bereich der Phytotherapie ändert sich für Patientinnen und Patienten nichts. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gesundheitsminister Didier Burkhalter hat entschieden, fünf Methoden der Komplementärmedizin – Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Traditionelle Chinesische Medizin, Neuraltherapie, Phytotherapie &#8211; provisorisch von 2012 &#8211; 2017 wieder in die Grundversicherung aufzunehmen.</p>
<p>http://www.news.admin.ch/dokumentation/00002/00015/?lang=de&amp;msg-id=37173</p>
<p>Was folgt daraus?</p>
<p>Im Bereich der Phytotherapie werden Patientinnen und Patienten meines Erachtens von diesem Entscheid gar nichts profitieren. Die Forderung „Phytotherapie in die Grundversicherung“ war und ist meiner Ansicht nach leere populistische Rhetorik.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/13/phytotherapie-als-komplementarmedizin-methode-in-die-grundversicherung-was-bringts.html">Phytotherapie als Komplementärmedizin-Methode in die Grundversicherung &#8211; was bringts?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/13/phytotherapie-als-komplementarmedizin-methode-in-die-grundversicherung-was-bringts.html"></a>Fachlich spricht meines Erachtens sowieso alles dafür, dass Phytotherapie gar nicht zur Komplementärmedizin gehört, sondern zur Naturheilkunde.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/gehoert-phytotherapie-zur-komplementaermedizin.html  ">Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html   ">Naturheilkunde &#8211; was ist das? </a></p>
<p>Dass Phytotherapie in diesem 5er-Paket als Komplementärmedizin-Methode daher kommt, dürfte zusammenhängen mit fehlenden Detailkenntnissen der Parlamentsmitglieder und einer cleveren Lobbying-Strategie der pauschalen Komplementärmedizin-Befürworter.</p>
<p>Nun kann man also – nicht zuletzt dank engagiertem Einsatz der Sozialdemokratischen Partei, der Grünen Partei und der Stiftung für Konsumentenschutz – den Kampf gegen die anthroposophischen Widersachermächte Ahriman und Luzifer über die Grundversicherung abrechnen.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/05/anthroposophische-pflege-offene-fragen.html">Anthroposophische Pflege &#8211; offene Fragen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/05/anthroposophische-pflege-offene-fragen.html"></a>Und Behinderte können endlich wieder mit Anthroposophischer Medizin via Grundversicherung ihr schlechtes Karma verbessern. Denn Krankheit und Behinderung sind nach anthroposophischer Vorstellung Folge von moralischem Versagen in einem früheren Leben. Lügenhaftigkeit bringt geistige Behinderung&#8230;..</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/komplementaermedizin-abstimmung-kritische-anmerkungen-zur-anthroposophischen-medizin.html  ">Kritische Anmerkungen zur Anthroposophischen Medizin</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html">Kritische Fragen zur Förderung der Anthroposophischen Medizin</a></p>
<p>Schön, dass ich vielleicht bald meine durch moralisches Versagen in einem früheren Leben erworbene Sehschwäche via Grundversicherung durch Augenheileurythmie angehen kann. Pech nur, dass die Grundversicherung Kontaktlinsen und Brillen neuerdings nicht mehr zahlt. Aber die sind ja sowieso nur Symptombekämpfung, während eine anthroposophische Karmatherapie natürlich an die Ursache geht.</p>
<p>Von einem öffentlichen Engagement der Sozialdemokratischen Partei, der Grünen Partei oder der Stiftung für Konsumentenschutz gegen die Streichung von Brillen und Kontaktlinsen ist mir nichts zu Ohren gekommen.</p>
<p>Sie setzen sich lieber für die Bezahlung einer Karmatherapie und für den Kampf gegen Ahriman und Luzifer via Grundversicherung ein. So kann man sich täuschen – dachte ich doch, das seien konsumentenfreundliche und behindertenfreundliche Organisationen&#8230;.</p>
<p>Die provisorische Aufnahme der fünf Komplementärmedizin-Methoden eröffnet jetzt aber die Möglichkeit, Zweckmässigkeit und Wirksamkeit der anthroposophischen Karmatherapie und des Kampfes gegen die anthroposophischen Widersachermächte genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei den PEK-Studien wurden diese Fragen ja ausgeklammert.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-fragwuerdige-pek-studie-zur-wirksamkeit.html">Komplementärmedizin &#8211; Fragwürdige PEK-Studie zur Wirksamkeit</a></p>
<p>Ich bin gespannt auf die Ergebnisse.</p>
<p>Wenn diese Provisoriumszeit tatsächlich zu einer seriöseren und differenzierteren Auseinandersetzung mit den Fragen rund um die Komplementärmedizin führt, hat sie durchaus ihren Sinn. Von den Politikerinnen und Politikern wünsche ich mir im Umgang mit diesem Thema weniger Populismus und dass sie nicht nur schöne Schlagworte verwenden, sondern sich mit konkreten Inhalten befassen. Dann würden sie vielleicht merken, wie komplex, heterogen und zum Teil auch sehr fragwürdig das Terrain Komplementärmedizin ist.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege:<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6"> www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Politik macht Druck für die Komplementärmedizin</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/07/politik-macht-druck-fur-die-komplementarmedizin.html</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Jan 2011 12:33:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Berichterstattung zur Auseinandersetzung über die Aufnahme von Komplementärmedizin in die Grundversicherung ist über weite Strecken irreführend. Es bleibt weiterhin unklar, worin der Nutzen einer Aufnahme von Phytotherapie in die Grundversicherung für die Konsumentinnen und Konsumenten denn liegen soll.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter diesem Titel berichtete die NZZ am Sonntag vom 26. Dezember 2010 über die Auseinandersetzungen um die Aufnahme von fünf Verfahren der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> – Traditionelle Chinesische Medizin, Anthroposophische Medizin, Phytotherapie, Homöopathie, Neuraltherapie &#8211; in die Grundversicherung der Krankenkassen.</p>
<p>Sowohl die politischen Statements also auch die Medienberichterstattung sind bei diesem Thema über weite Strecken irreführend.</p>
<p>So schreibt beispielsweise die NZZ am Sonntag:</p>
<p>„Die Pflanzenheilkunde wird seit 2005 nicht mehr aus der Grundversicherung bezahlt“</p>
<p>Mir konnte bisher niemand sagen, welche Leistungen im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde denn seit 2005 nicht mehr aus der Grundversicherung bezahlt werden, und welche Leistungen neu wieder übernommen würden, falls Phytotherapie in die Grundversicherung aufgenommen würde.</p>
<p>Die Forderung nach Aufnahme der Phytotherapie in die Grundversicherung ist meiner Ansicht nach hohle populistische Rhetorik.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/13/phytotherapie-als-komplementarmedizin-methode-in-die-grundversicherung-was-bringts.html">Phytotherapie als Komplementärmedizin-Methode in die Grundversicherung &#8211; was bringt&#8217;s?</a></p>
<p>Dass vor allem die Sozialdemokratische Partei, die Grüne Partei und die Stiftung für Konsumentenschutz, von denen ich eigentlich eine ernsthafte Politik erwartet hätte, die Öffentlichkeit mit derartigen Leerforderungen an der Nase herumführen, finde ich einigermassen irritierend. Und auch seriöse Medien wie die NZZ am Sonntag stellen kaum kritische Fragen zu den teilweise sehr einseitigen Darstellungen der Komplementärmedizin-Lobby.</p>
<p>Mir scheint es sehr befremdlich, dass die politische Diskussion zu diesem Thema fast ausschliesslich an gut tönenden Schlagworten wie &#8220;Komplementärmedizin&#8221; hängen bleibt, aber kaum je konkret wird und schon gar nicht differenziert zwischen einzelnen Methoden.</p>
<p>Seriöse Politik stelle ich mir anders vor.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin &#8211; ein fragwürdiger Begriff</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Tamiflu &#8211; nicht wirksamer als Placebo?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/01/tamiflu-nicht-wirksamer-als-placebo.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/01/tamiflu-nicht-wirksamer-als-placebo.html#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 11:24:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Übersichtsstudie der Cochrane Collaboration kommt zum Ergebnis, dass Tamiflu nicht besser gegen Grippe-Komplikationen wie Lungenentzündung schützt als Placebo.
Tom Jefferson, der Leiter dieser Studie, kritisiert Roche wegen Zurückhaltens von Forschungsdaten zu Tamiflu.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der „Tages-Anzeiger“ berichtete am 18. Dezember 2010 über eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration unter Leitung des britischen Epidemiologen Tom Jefferson, wonach die systematische Auswertung von Doppelblind-Studien ergeben habe, dass das Grippemittel Tamiflu bezüglich Vermeidung schwerwiegender Komplikationen wie Lungenentzündung nicht besser wirke als ein Scheinmedikament (Placebo).</p>
<p>http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Der-TamifluMythos-/story/13929775</p>
<p>Sollte diese Kritik zutreffen, wäre dies nach den riesigen weltweiten Tamiflu-Umsätzen meines Erachtens ein ziemlicher Skandal. Allerdings muss dazu auch gesagt werden, dass die Überprüfung und allenfalls Korrektur früherer Studien in der wissenschaftlichen Medizin kein aussergewöhnliches Vorgehen ist. Dass sie Irrtümer erkennen und korrigieren kann, zeichnet Wissenschaft geradezu aus &#8211; im Gegensatz zu dogmatischen Heilsystemen,   die absurder weise auch noch stolz auf ihre Unwandelbarkeit durch die Jahrhunderte sind. Es wäre aber die Frage zu stellen, ob die Arzneimittelbehörden bei der Zulassung und die Gesundheitsbehörden beim Einkaufen von Tamiflu genau genug hingeschaut haben.</p>
<p>Viel problematischer als die Kritik, Tamiflu wirke laut den vorliegenden Studien nicht besser als Placebo, scheint mir allerdings ein anderer Punkt: Tom Jefferson kritisierte bereits im Dezember 2009, dass der Tamiflu-Hersteller Roche nicht alle Studiendaten veröffentlicht habe. Das birgt die Gefahr, dass Studienergebnisse falsch dargestellt und interpretiert werden können, dass sie also „geschönt“ werden. Auf ein Angebot von Roche – Zugang zu den Daten gegen Zusicherung  von Stillschweigen – ging die Cochrane Collaboration verständlicherweise nicht ein.</p>
<p>Der amerikanische Philosoph John Dewey (1859-1952) formulierte sehr prägnant „das erste Erfordernis des wissenschaftlichen Verfahrens – nämlich volle Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse“.</p>
<p>(in: Erfahrung, Erkenntnis und Wert, S. 314, Suhrkamp 2004)</p>
<p>Trifft die Kritik von Tom Jefferson zu, dass Roche die Studiendaten zu Tamiflu nicht vollständig publiziert hat und sich vollständiger Transparenz verweigert, so verabschiedet sich der Konzern an diesem Punkt aus dem wissenschaftlichen Prozess. Konsequenterweise müsste dann Tamiflu zu jenen Bereichen der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> gerechnet werden, die sich ebenfalls einer fundierten Überprüfung durch Doppelblind-Studien entziehen wollen – zum Beispiel mit dem fragwürdigen Argument, „individuelle“ Therapien könnten nicht mit Doppelblind-Studien überprüft werden.</p>
<p>Allerdings wäre eine Umteilung von Tamiflu in den Bereich Komplementärmedizin auch nicht zielführend. Da Präparate aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin vom Wirksamkeitsnachweis durch Doppelblind-Studien schon zum vorneherein pauschal befreit sind, würde es die Diskussion, wie sie jetzt um Tamiflu geführt wird, so dann wohl auch nicht mehr geben.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/07/bundesamt-fur-gesundheit-nebulose-bevorzugung-von-homoopathie-und-anthroposophischer-medizin.html">Bundesamt für Gesundheit: Nebulöse Bevorzugung von Homöopathie und Anthroposophischer Medizin </a></p>
<p>Ob Komplementärmedizin, wissenschaftlich orientierte Medizin, Pharmaindustrie – es sollten meiner Ansicht nach für alle die gleichen Anforderungen gelten:</p>
<p>- Volle Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse, wie es unter anderem John Dewey forderte.</p>
<p>Alle Studien zu einem Thema müssen vollständig auf dem Tisch liegen – nicht nur diejenigen mit für den Hersteller positivem Resultat.</p>
<p>- Kritische Überprüfung von Heilungsversprechungen auch durch Doppelblind-Studien.</p>
<p>Qualitativ hochstehende Doppelblind-Studien sind die beste zur Verfügung stehende Möglichkeit,  Irrtümern auf die Spur zu kommen. Festzuhalten bleibt dabei allerdings, dass auch Doppelblind-Studien zu widersprüchlichen Ergebnissen kommen können. Aus diesem Grund macht zum Beispiel die Cochrane Collaboration Übersichtsstudien (Metastudien), in welchen aus mehreren Studien besser abgestützte Schlussfolgerungen gezogen werden können. Und selbst bei Metastudien können die Resultate widersprüchlich sein&#8230;.</p>
<p>Mit anderen Worten: Aus Studien ergibt sich nur eine Annäherung an die Wahrheit, nicht aber die endgültige, unumstössliche, umfassende Wahrheit – im Gegensatz zu dogmatischen Heilsystemen, die sich immer in der vollen, endgültigen Wahrheit wähnen.</p>
<p>Was tun, wenn Doppelblind-Studien fehlen?</p>
<p>Zu vielen Bereichen medizinischer oder komplementärmedizinischer Behandlung liegen allerdings gar keine Doppelblind-Studien vor. Manchmal fehlen zum Beispiel Geldgeber, weil das entsprechende Verfahren oder Präparat nicht lukrativ ist.</p>
<p>Fehlende Doppelblind-Studien sind daher nicht gleichzusetzen mit fehlender Wirksamkeit, doch sollten Aussagen zu Heilwirkungen bei fehlenden Doppelblind—Studien zurückhaltender formuliert und noch kritischer hinterfragt werden. Konsumentinnen und Konsumenten müssten zudem in Apotheken und Drogerein transparenter darüber informiert werden, wenn ihnen Produkte empfohlen werden, bei denen keinerlei positive Studien zur Wirksamkeit vorliegen. Den Konsumentinnen und Konsumenten werden viel zu viele Produkte mit hoch fragwürdiger Wirksamkeit verkauft – auch bei Naturheilmitteln.</p>
<p>Ich bin zudem überzeugt davon, dass Doppelblind-Studien sich auch eignen zur Überprüfung der Wirksamkeit von Präparaten und Verfahren aus der Komplementärmedizin. Natürlich bildet eine solche Studie nicht den Praxisalltag einer Therapie ab. Sie erfasst nicht 1  : 1 den therapeutischen Kontext, zum Beispiel die therapeutische Beziehung. Sie versucht genau davon abzusehen und so gut wie möglich nur die Wirksamkeit des Medikaments zu erfassen. Das reisst die therapeutische Situation quasi auseinander. Trotzdem und im Bewusstsein um diese Einschränkung braucht es Doppelblind-Studien, weil sie als Instrument zur Entdeckung von Irrtümern unverzichtbar sind. Unzählige Irrtümer in Medizin und Komplementärmedizin konnten nur durch Doppelblind-Studien korrigiert werden, als Beispiel seien nur die Risiken der Hormonsersatztherapie von Frauen in den Wechseljahren erwähnt, die dank einer grossen Studie erkannt wurden. Meiner Ansicht nach ist es nötig, die „Würde“ der Doppelblind-Studie auch gegen Diffamierungen aus der Komplementärmedizin in Schutz zu nehmen. Solche Diffamierungen dienen meinem Eindruck nach vor allem dazu, ein Präparat oder eine Methode gegen kritische Einwände zu immunisieren. Auch der Einwand, dass „individuelle“ Therapien wie die Homöopathie sich nicht mit Doppelblind-Studien überprüfen lassen, zieht meines Erachtens nur sehr beschränkt. Selbstverständlich lässt sich eine Studie so konzipieren, dass auf die individuelle Verordnung Rücksicht genommen wird. Man kann zum Beispiel 300 Kinder mit Asthma zu erfahrenen Homöopathinnen und Homöopathen schicken, die dann jeweils ein individuelles homöpathisches Mittel verschreiben. Beim Bezug der Präparate in der Apotheke wird dann per Zufall entschieden ( = Randomisierung), ob der betreffende Patient Placebos erhält oder das zu testende Mittel (= Verum). Homöpathie-Studien mit dieser Struktur wurden schon viele durchgeführt.</p>
<p>Für Medikamente der Phytotherapie steht gar nicht in Frage, dass sie durch Doppelblind-Studien überprüft werden können. Ein schwieriger Punkt in der Phytotherapie-Forschung ist, dass sehr überwiegend nur Studien vorliegen zu Extraktpräparaten, kaum aber zu Pflanzentinkturen und Kräutertees. Das hängt damit zusammen, dass Forschungsgelder fast nur von Herstellern von Pflanzenextrakten locker gemacht werden. Solche Extrakt-Herstellungsverfahren lassen sich patentieren und die Forschungsresultate gelten so nur für den jeweiligen untersuchten Extrakt. Das ist ein Anreiz für Forschung, der bei Pflanzentinkturen und Kräutertees weitgehend fehlt.</p>
<p>Bei den Extraktpräparaten allerdings hat die Phytotherapie-Forschung qualitativ und quantitativ sehr zugelegt in den letzten zehn Jahren. Wer sich offen mit dieser Forschung auseinandersetzt, muss jedoch damit umgehen können, dass auch widersprüchliche Resultate auftreten. So gibt es zu Heilpflanzen-Extrakten aus Weissdorn, Ginkgo, Mönchspfeffer etc. immer wieder sowohl positive als auch negative Studienergebnisse. Daraus sorgfältige, differenzierte Schlüsse zu ziehen – und nicht nur auf positive oder negative Ergebnisse fixiert zu sein &#8211; ist ein Kernthema fundierter Professionalität. Wer nämlich nur positive Studien zur Kenntnis nimmt, ist ein „Missionar“ oder Propagandist. Wer nur negative Ergebnisse beachtet, ein „Anti-Missionar“ oder Anti-Propagandist.</p>
<p>Beide machen es sich zu einfach, weil sie sich die differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema ersparen. Und sie lassen sich  einfangen vom behaglichen, aber trügerischen Gefühl eindeutiger Gewissheit.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Phytotherapie als Komplementärmedizin-Methode in die Grundversicherung &#8211; was bringt&#8217;s?</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 13:53:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Nutzen einer Aufnahme von Phytotherapie als Komplementärmedizin-Methode ist nicht ersichtlich. Zudem ist ausgesprochen fraglich, ob Phytotherapie überhaupt zur Komplementärmedizin zählt.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche wurde bekannt, dass die Eidgenössische Leistungskommission (ELGK) dem Bundesrat empfiehlt, fünf Methoden der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> nicht wieder in die obligatorische Grundversicherung aufzunehmen. Gemäss Entscheid der ELGK genügen die zur Diskussion stehenden Methoden Homöopathie,  Anthroposophische Medizin, Traditionelle Chinesische Medizin, Phytotherapie und Neuraltherapie den Anforderungen des Krankenversicherungsgesetzes nicht. Dieses verlangt Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit.</p>
<p>Der Entscheid wurde von Befürwortern der Komplementärmedizin im Parlament heftig kritisiert.</p>
<p>Entscheiden muss nun Bundesrat und Gesundheitsminister Didier Burkhalter.</p>
<p>Für die Phytotherapie wirft dies einige Fragen auf.</p>
<p>1. Was bringt es den Patientinnen und Patienten, wenn Phytotherapie in die Grundversicherung aufgenommen würde?</p>
<p>Mir ist ein Nutzen nicht ersichtlich. Heute läuft es so:</p>
<p>Die Ärzte oder Ärztinnen machen eine normale medizinische Anamnese und Diagnostik, denn Phytotherapie hat keine eigene Diagnostik.</p>
<p>Dann wird entschieden, anstelle eines synthetischen Arzneimitttels ein pflanzliches zu verschreiben. Ist die Wirksamkeit dieses Phytotherapeutikums belegt, zahlt es die Grundversicherung bereits heute. Daran würde sich auch nach einer Aufnahme in die Grundversicherung nichts ändern.</p>
<p>Dem Entscheid von Bundesrat Didier Burkhalter kann man daher aus Sicht der</p>
<p>Phytotherapie meines Erachtens sehr gelassen entgegen sehen.</p>
<p>Hier stellt sich die Frage, weshalb überhaupt die Integration von Phytotherapie in die Grundversicherung gefordert wird, wenn doch reale Vorteile für Patientinnen und Patienten nicht ersichtlich sind.</p>
<p>Diese Forderung ist meines Erachtens tatsächlich leer, sie hat keinen Inhalt, aber sie kommt offenbar im „Volk“ gut an (weil das „Volk“ nicht weiss, dass es um nichts geht). Wenn Politikerinnen und Politiker Forderungen aufstellen, die inhaltsleer, aber wohl tönend sind, dann liegt die Vermutung sehr nah, dass wir es mit Populismus zu tun haben. Parlamentmitglieder wie Ständerat Rolf Büttiker (FDP, SO) und Nationalrätin Yvonne Gilli (Grüne, SG) kritisierten den Entscheid der ELGK heftig. In der Sendung „Rendez-vous“ von Radio DRS (8. 12. 2010) sprach Gilli von Skandal und streute Verdächtigungen, ohne sie zu belegen, und Büttiker verstieg sich gar zum Ausdruck „Stahlhelmentscheid“. Fundierte Argumente waren keine zu hören.</p>
<p>Woher kommt dieser Anflug von Fanatismus, Missionarismus und Kriegsrhetorik? Gilli und Büttiker sollten meiner Ansicht nach aufhören mit den schönen populistischen Schlagworten und auf eine inhaltliche Diskussion über die fünf Methoden einsteigen, wenn sie schon der ELGK jede Kompetenz absprechen.</p>
<p>2.  Gehört die Phytotherapie überhaupt zur Komplementärmedizin?</p>
<p>Meiner Ansicht nach nein. Phytotherapie gehört m. E. zur Naturheilkunde. Phytotherapie basiert auf einer medizinischen Diagnostik und sie ist in ihrem Kern kompatibel mit medizinischem Denken und Handeln. Fachliche Argumente für eine Zuordnung der Phytotherapie in die Komplementärmedizin sehe ich keine.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/gehoert-phytotherapie-zur-komplementaermedizin.html  ">Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html  ">Naturheilkunde – was ist das?</a></p>
<p>Hier stellt sich die Frage, weshalb Phytotherapie in dieses „Fünfer-Päckli“ mit dem Etikett „Komplementärmedizin“ überhaupt aufgenommen wurde.</p>
<p>Meines Erachtens handelt es sich dabei um einen abstimmungstaktischen Entscheid und um geschicktes Lobbying. Phytotherapie ist von den fünf Methoden aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel betrachtet am plausibelsten,  weltanschaulich neutral und in der Bevölkerung sind Heilpflanzen-Anwendungen gut verankert.</p>
<p>Die Integration der Phytotherapie wirkt sich gut aus auf die Glaubwürdigkeit des „Fünfer-Päckli“.</p>
<p>Die Auseinandersetzung über die Integration der Komplementärmedizin ist zu führen, weil der Wunsch in der Bevölkerung  offensichtlich ist. Aber nicht einfach über Schlagworte wie „Skandal“ oder „Stahlhelmentscheid“. Und auch nicht nur mit pauschalen, gut tönenden, aber fragwürdigen Begriffen wie „Komplementärmedizin“    (siehe dazu: <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html  ">Komplementärmedizin – ein fragwürdiger Begriff</a> ).</p>
<p>Sondern konkret, inhaltlich und differenziert &#8211; bezogen auf die einzelnen Methoden. Denn die Komplementärmedizin als Methode gibt es nicht, der Begriff ist ziemlich fiktional. Unter diesem positiv besetzten Label segeln unterschiedlichste Verfahren, Weltbilder, Ideologien etc. Wer pauschal behauptet, dass die Komplementärmedizin wirksam und zweckmässig ist, blendet jedenfalls ziemlich viel aus.</p>
<p>Zudem wäre eine vertiefte Diskussion nötig über die Gründe für das zunehmende Bedürfnis nach Komplementärmedizin. Die liegen nämlich nicht einfach in den Defiziten der Medizin. Wer die Ursachen derart einseitig sieht, hätschelt Feindbilder. Nötig wäre beispielsweise eine Auseinandersetzung mit unseren Ansprüchen im Bereich von Krankheit und Gesundheit und mit den gesellschaftlichen und kulturellen Ursachen für die grosse Nachfrage nach „Komplementärmedizin“. „Komplementärmedizin“ deckt beispielsweise oft unerfüllte Sinnbedürfnisse. Über die Art und Weise, wie mit „Komplementärmedizin“ Sinnbedürfnisse gedeckt werden &#8211; und über allfällige daraus entstehende positive oder negative Nebenwirkungen – sollte meines Erachtens nachgedacht und diskutiert werden.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Komplementärmedizin: Expertenkommission lehnt Aufnahme in die obligatorische Krankenkassen-Grundversicherung ab</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/08/komplementarmedizin-expertenkommission-lehnt-aufnahme-in-die-obligatorische-krankenkassen-grundversicherung-ab.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/08/komplementarmedizin-expertenkommission-lehnt-aufnahme-in-die-obligatorische-krankenkassen-grundversicherung-ab.html#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 00:52:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturheilkunde-Debatte]]></category>
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		<description><![CDATA[ELGK-Expertenkommission lehnt Wiederaufnahme der fünf Komplementärmedizin-Methoden in die Grundversicherung ab. Es geht um Homöopathie, Neuraltherapie, Anthroposophische Medizin, Phytotherapie und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM).
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Eidgenössische Leistungskommission (ELGK) empfiehlt Bundesrat Didier Burkhalter, keine der fünf zur Diskussion stehenden alternativen Heilmethoden wieder in die Grundversicherung aufzunehmen.<br />
Der Tages-Anzeiger meldet am 8. 12. 2010:</p>
<p>„Man sei zum Schluss gekommen, dass weder die Homöopathie noch die Neuraltherapie, die Phytotherapie, die chinesische oder die anthroposophische Medizin  wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich genug seien, um von der Krankenkasse bezahlt zu werden. Wolle man diese Kassenpflicht einführen, so die ELGK, sei das Gesetz zu ändern.<br />
Definitiv entscheiden muss diese Frage nun Gesundheitsminister Didier Burkhalter.“</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>1. Zur sorgfältigen Beurteilung dieser Empfehlung der ELGK müsste die detaillierte Begründung vorliegen. Es ist zu hoffen, dass diese Begründung rasch publiziert wird.</p>
<p>2. Anerkennenswert ist meines Erachtens, dass die ELGK dem populistischen Druck aus dem Parlament stand gehalten hat. Parlamentsmitglieder wie beispielsweise Ständerat Rolf Büttiker (FDP, SO) und Nationalrätin Yvonne Gilli (Grüne, SG), aber auch die ehemalige Ständerätin und jetzige Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP, BE) stellen meines Erachtens die Lage sehr verzerrt dar. Sie erwecken den Eindruck, dass die Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> über alle Zweifel erhaben sei, und nur missgünstige und böswillige Behörden dies nicht zur Kenntnis nehmen.<br />
Beispiele siehe:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/falschaussage-von-simonetta-sommaruga-zur-komplementaermedizin-abstimmung.html">Falschaussage von Simonetta Sommaruga</a></p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-abstimmung-fragen-an-staenderat-buettiker.html">Fragen an Ständerat Rolf Büttiker</a></p>
<p>Damit wird meines Erachtens die Öffentlichkeit getäuscht. Den Stimmberechtigten wurde schon bei der Abstimmung vorgegaukelt, mit der Annahme des Verfassungsartikels zur Förderung der Komplementärmedizin sei die Wiederaufnahme der fünf Komplementärmedizin-Methoden zu erreichen. Unterschlagen wurde dabei, dass die Forderung des Krankenversicherungsgesetzes – Wirksamkeit, Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit – damit nicht einfach aufgehoben werden.<br />
Der populistische Druck auf das Bundesamt für Gesundheit, wie er in den letzten Wochen zum Beispiel von Nationalrätin Yvonne Gilli (Grüne, SG) und Ständerat Rolf Büttiker (FDP, SO) aufgebaut wurde, ist meines Erachtens ein Druck, sich über das Krankenversicherungsgesetz hinweg zu setzen. Genauso wie schon seit Jahren Präparate der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin ohne Wirksamkeitsnachweis über die Grundversicherung abgerechnet werden, obwohl dafür eine gesetzliche Grundlage bisher nicht ersichtlich ist.<br />
Siehe dazu: <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/07/bundesamt-fur-gesundheit-nebulose-bevorzugung-von-homoopathie-und-anthroposophischer-medizin.html">Bundesamt für Gesundheit: Nebulöse Bevorzugung von Homöopathie und Anthroposophischer Medizin</a></p>
<p><strong> 3. Der vom KVG geforderte Wirksamkeitsnachweis ist nur zum kleinen Teil erbracht</strong></p>
<p>Der Nachweis der Wirksamkeit, wie sie das Krankenversicherungsgesetz fordert, ist in der Komplementärmedizin über weite Strecken nicht erbracht, auch wenn Ständerat Rolf Büttiker und Nationalrätin Yvonne Gilli das anders darstellen und dadurch meines Erachtens die Öffentlichkeit fälschlicherweise aufputschen.</p>
<p>In der Anthroposophischen Medizin beispielsweise ist die Misteltherapie bei Krebs mit grossem Abstand am besten untersucht. Stellungnahmen von Medizinerinnen und Medizinern aus der komplementärmedizinischen Onkologie und systemische Auswertungen der vorliegenden Studien zeigen aber, dass die Wirksamkeit dieser Behandlung keineswegs so klar gesichert ist, wie es die Komplementärmedizin-Lobby darstellt.</p>
<p>Siehe dazu: <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/24/mistel-therapie-gegen-krebs-wirksam.html  ">Misteltherapie gegen Krebs &#8211; wirksam?</a></p>
<p>Im Bereich der Homöopathie hat das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité Berlin eine kompakte Zusammenfassung des gegenwärtigen Stand der Forschung publiziert:</p>
<p><a href="http://www.charite.de/epidemiologie/downloads/Informationen_Homoeopathie.pdf">http://www.charite.de/epidemiologie/downloads/Informationen_Homoeopathie.pdf</a></p>
<p>Es handelt sich hier um eine homöopathiefreundliche Interpretation. Der Lehrstuhl von Prof. Claudia Witt wird von der Karl und Veronica Carstens Stiftung finanziert, deren Zweck die Förderung der Homöopathie-Forschung ist. Homöopathiekritische Interpretationen kommen zu negativeren Ergebnissen.</p>
<p>Von der Carstens-Stiftung unterstützt wird auch Tobias Nuhn, der in seiner Dissertation schreibt:</p>
<p>„Mögliche Konsequenzen für die zukünftige Beurteilung der Ergebnisse placebokontrollierter Studien zur klassischen Homöopathie: In der hier vorgelegten Studie variierte die Größe des Placeboeffekts zwar deutlich zwischen einzelnen Studien (abhängig vom betrachteten Erkrankungstyp, der Studiendauer etc.), jedoch nicht im Sinne eines grundsätzlich größeren Placeboeffektes in Studien der klassischen Homöopathie. Die Untersuchungsergebnisse sprechen daher für die herkömmliche Auffassung und Nullhypothese dieser Arbeit, dass der Placeboeffekt bei vergleichbarem Design in homöopathischen und konventionellen Studien ähnlich groß ausfällt. Der fehlende Wirksamkeitsnachweis der klassischen Homöopathie kann demnach nicht über die Größe der auftretenden Placeboeffekte erklärt werden, sondern vielmehr durch einen nicht ausreichend großen Verumeffekt.&#8221;</p>
<p>(Verum  = das zu testende Medikament im Gegensatz zum Scheinmedikament / Placebo; M.K.)</p>
<p>Quelle: http://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-16135/Tobias%20Nuhn%2C%20Dissertation.pdf</p>
<p>Aus:   Die Placebo-Problematik in klinischen Studien der Klassischen Homöopathie, Dissertation von Tobias Nuhn, S. 85</p>
<p>Entscheidend ist der letzte Satz:<br />
„Der fehlende Wirksamkeitsnachweis der klassischen Homöopathie kann demnach nicht über die Größe der auftretenden Placeboeffekte erklärt werden, sondern vielmehr durch einen nicht ausreichend großen Verumeffekt.&#8221;</p>
<p>Mit anderen Worten: Der Effekt der Globuli ist nicht ausreichend gross, um einen Wirksamkeitsnachweis zu ermöglichen.</p>
<p>Die Aussagen von Witt und Nuhn zeigen, dass auch die Wirksamkeit der Homöopathie nicht annähernd so eindeutig belegt ist, wie die Komplementärmedizin-Lobby dies darstellt. Und diese beiden Fachleute können nicht einfach als &#8220;Homöopathie-Feinde&#8221; verunglimpft werden, wie dies die&#8221;Homöopathie-Szene&#8221; gerne mit Kritikern macht.</p>
<p>Zu diesem Punkt möchte ich allerdings festhalten: Dass die Anwendung von Homöopathie in manchen Fällen mit einer Besserung einhergeht, scheint mir nicht  zu bezweifeln. Dies abzustreiten würde einfach der Erfahrung vieler Menschen entgegenlaufen. Dass eine solche Besserung mit einer spezifischen Wirkung der Globuli zusammenhängt, konnte bisher nicht gezeigt werden. Die Zusammenfasung der Charité deutet an, dass ein grosser Teil der Wirkung von therapeutischen Kontext stammen könnte. Nun kann man natürlich argumentieren, dass es für Patientinnen und Patienten unwichtig ist, ob die Wirkung vom Globuli, vom therapeutischen Kontext, von den Selbstheilungskräften oder ähnlichen Einflüssen herkommt.</p>
<p>Für die Entscheidung, welche Leistungen durch die Grundversicherung zu bezahlen sind, ist die Frage aber nicht so leicht zu umgehen. Lässt man nämlich das Kriterium einer spezifischen und durch Studien belegten Wirkung weg, dann gelten sollen. Einfach zu sagen: &#8220;Bezahlt wird, was dem Patienten gut tut&#8221;, ist zwar auf den ersten Blick einleuchtend, als Kriterium aber überhaupt nicht fassbar.</p>
<p>Auf dieser Basis scheint mir jedenfalls die Polemik gegen den Entscheid der ELGK nicht angemessen.</p>
<p><strong>4. Kassenpflicht nicht ohne Änderung des Krankenversicherungsgesetzes</strong></p>
<p>Wichtig in der Meldung des „Tages-Anzeigers“ ist folgender Satz:<br />
„Wolle man diese Kassenpflicht einführen, so die ELGK, sei das Gesetz zu ändern.“</p>
<p>In diese Richtung äussert sich auch Markus Moser. Er arbeitete von 1987 bis 1997 als Leiter der Hauptabteilung Kranken- und Unfallversicherung im Bundesamt für Sozialversicherungen. Der Jurist gilt als Vater des 1996 in Kraft getretenen Krankenversicherungsgesetzes (KVG).</p>
<p>Im Interview mit der „Berner Zeitung“ hält Moser fest, dass der Verfassungsartikel zur Komplementärmedizin nicht klar formuliert ist und er empfiehlt das Krankenversicherungsgesetz zu ändern.</p>
<p>Im Artikel steht nur: „Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin.“</p>
<p>Markus Moser weißt zudem auf zwei Stellen im Abstimmungsbüchlein hin:</p>
<p>„Einige Parlamentarier sprachen sich für die Aufnahme wirksamer Methoden der Komplementärmedizin in den Leistungskatalog der Grundversicherung aus. Es bestand weitgehend Übereinstimmung darüber, dass auch komplementärmedizinische Leistungen den Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit zu genügen haben.“</p>
<p>„Sollten jedoch für Komplementärmedizin andere Kriterien gelten oder der Nachweis für Wirksamkeit nach einem anderen Verfahren erbracht werden, müsste das Gesetz entsprechend angepasst werden.“</p>
<p>Quelle: http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Markus-Moser-Der-Verfassungsartikel-ist-nicht-klar/story/25207479</p>
<p>Statt populistisch Druck auf das BAG zu machen, damit dieses das Krankenversicherungsgesetz übergeht, sollten die Befürworter der Komplementärmedizin im Parlament selber Verantwortung übernehmen  und das Krankenversicherungsgesetz in ihrem Sinne ändern.</p>
<p>Das Parlament hat es in der Hand, das Kriterium „Wirksamkeit“ als Bedingung für die Aufnahme in die Grundversicherung abzuschaffen.</p>
<p>Allerdings müssen dann diejenigen Parlamentsmitglieder, die jetzt wie zum Beispiel Rolf Büttiker und Yvonne Gilli so laut ausrufen, offenlegen, nach welchen Kriterien sie entscheiden, was von der Grundversicherung bezahlt wird und was nicht. Das wird dann aber eine heisse Diskussion, denn es ist ziemlich schwierig, transparente und nachvollziehbare Kriterien zu finden, wenn man wissenschaftliche Kriterien ausklammert.<br />
Anstelle der bisherigen Kriterien WZW (Wirksamkeit, Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit) könnte das Parlament ja, wenn es konsequent die Verantwortung übernehmen würde, umstellen auf BZW (Beliebtheit, Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit).</p>
<p>Oder BZW (Beliebigkeit, Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit).</p>
<p>Hört man die aktuellen Stellungnahmen aus dem Parlament zur Empfehlung der ELGK, so wäre dies nur folgerichtig.</p>
<p>Eine ernsthafte Diskussion würde sich aber inhaltlich und differenziert mit den einzelnen Methoden auseinandersetzen und nicht einfach pauschal mit dem wohl klingenden Schlagwort &#8220;Komplementärmedizin&#8221; operieren.</p>
<p>Siehe dazu: <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin &#8211; ein fragwürdiger Begriff</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital<br />
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege:<span style="font-weight: normal;"> <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></span></h2>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/"> </a></p>
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		<title>Bundesamt für Gesundheit: nebulöse Bevorzugung von Homöopathie und Anthroposophischer Medizin</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/07/bundesamt-fur-gesundheit-nebulose-bevorzugung-von-homoopathie-und-anthroposophischer-medizin.html</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Dec 2010 20:09:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Präparate der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin sind von BAG und Swissmedic vom Wirksamkeitsnachweis befreit und werden via Grundversicherung abgerechnet, obwohl des Krankenversicherungsgesetz Wirksamkeit vorschreibt. Gesetzliche Grundlagen dafür sind nicht ersichtlich.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Präparate der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin werden generell von der Grundversicherung bezahlt, wenn eine Arzt oder eine Ärztin sie verschreibt, obwohl laut Gesetz eigentlich nur bezahlt werden darf, was bezüglich Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist.</p>
<p>Die „Weltwoche“ hat beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Erfahrung zu bringen versucht, wie denn die Wirksamkeit dieser Präparate vom BAG überprüft wurde. Der Artikel dazu erschien in der „Weltwoche“ Nr. 45 / 2010 unter dem bereits vielsagenden Titel „Schweigen zur Alternativmedizin“. Autor Alex Reichmuth schreibt zu seinen Erfahrungen:</p>
<p>„Die Recherche der <em>Weltwoche</em> zu diesen Fragen gestaltet sich mühsam: Bei den zuständigen Bundesstellen scheint man sie nur schwer zu verstehen. Immer wieder wird nur allgemein das Prozedere beschrieben, wie Medikamente zugelassen werden und auf die Spezialitätenliste kommen. Nachfragen nach konkreten Belegen können aus wechselnden Gründen nicht beantwortet werden.“</p>
<p>Der Autor wird schliesslich vom BAG an Swissmedic verwiesen, bekommt dort aber auch keine Antwort. Reichmuth schliesst seinen Artikel mit der Schlussfolgerung:</p>
<p>„Am Ende der Recherche steht die Erkenntnis, dass sämtliche mit Komplementärmedizin befassten Stellen die Wirksamkeitsbelege nicht nennen können oder wollen. Und der Verdacht, dass es diese Belege nicht gibt und nie gegeben hat.“</p>
<p>Dieses Fazit überrascht mich nicht. Präparate der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin sind dank intensiver Lobbyarbeit vom Wirkungsnachweis befreit, sowohl was die Zulassung als Medikament betrifft als auch bezüglich der Bezahlung durch die Grundversicherung.</p>
<p>Konkret geht es zum Beispiel um Präparate wie Formica D3/D15, hergestellt aus zerriebenen Ameisen, die 1:1000 und 1: 1000000000000000 verdünnt und in der Anthroposophischen Medizin als Injektion verabreicht werden.</p>
<p>Ich habe versucht, beim BAG darüber Auskunft zu bekommen, wie denn die Wirksamkeit  von Formica D3/D15 im Hinblick auf die Aufnahme in die Grundversicherung überprüft wurde. Das BAG antwortete darauf, dass Formica D3/D15 nicht als einzelnes Mittel geprüft wurde. Die Beurteilung erfolge in Arzneimittelgruppen.</p>
<p>Man muss sich klarmachen, was das bedeutet: Dieses Vorgehen ist etwa so, wie wenn die Behörde entscheiden würde, dass alle Medikamente von Novartis (und allen anderen Pharmaherstellern) pauschal als  wirksam gelten und sich eine Beurteilung der einzelnen Produkte dadurch erübrigt.</p>
<p>Fünf Punkte finde ich stossend an dieser Praxis:</p>
<p>1. Das BAG kann oder will bisher keine gesetzliche Grundlage nennen für diese hochgradige Privilegierung von Präparaten der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin.</p>
<p>Meiner Ansicht nach müssen sich alle an gesetzliche Grundlagen halten, ob es sich nun um Produkte aus der „Chemie“ oder aus der Homöopathie, der Phytotherapie oder der Anthroposophischen Medizin handelt. Durch die Praxis von BAG und Swissmedic wird meines Erachtens für die Präparate aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin der gesetzliche Rahmen aufgehoben.</p>
<p>2. Präparate aus der Phytotherapie müssen ihre Wirksamkeit durch Studien belegen, damit sie via Grundversicherung bezahlt werden. Präparate aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin müssen das nicht. Weshalb diese Ungleichbehandlung?</p>
<p>Ich selber bin klar dafür, dass Phytotherapeutika nur von der Grundversicherung bezahlt werden, wenn sie ihre Wirksamkeit in Studien belegen können. Lässt man dieses Kriterium weg, so muss aus Gründen der Gleichbehandlung m. E. jedes Heilmittel, das von irgend jemandem als wirksam betrachtet wird, von der Grundversicherung bezahlt werden, wenn ein Arzt oder eine Ärztin es verschreibt.</p>
<p>3. Aus der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> hört man immer wieder Klagen über eine Diskriminierung dieser Heilmittel durch die Arzneimittelbehörden. In diese Klagen stimmen auch nicht wenige Mitglieder des Parlaments ein. Speziell aufgefallen sind mir diesbezüglich Ständerat Rolf Büttiker  (FDP, SO), die ehemalige Ständerätin und jetzige Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP, BE), Nationalrat Jean-François Steiert (SP, FR), Nationalrätin Edith Graf-Litscher (SP, TG), Nationalrätin Yvonne Gilli (Grüne, SG) und Nationalrätin Marianne Kleinert  (FDP, AR).</p>
<p>Wissen diese PolitikerInnen von der massiven Privilegierung der Homöopathie und der Anthroposophischer Medizin durch Swissmedic und BAG? Dann sind  ihre Klagen über die Diskriminierung der Komplementärmedizin meiner Meinung nach verlogen. Oder wissen sie nichts davon? Dann stellt sich die Frage, ob sie sich ernsthaft mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, ob sie einfach einer geschickten Lobbying-Strategie der Komplementärmedizin-Pharmahersteller auf den Leim gekrochen sind oder ob sie einfach pauschal, populistisch und undifferenziert in den Ruf nach der ach so wunderbaren Komplementärmedizin einstimmen?</p>
<p>4. Es gibt eine grosse Anzahl von Präparaten, die nach den Regeln der Homöopathie hergestellt werden (nach dem Homöopathischen Arzneibuch HAB), und die daher vom Wirksamkeitsnachweis befreit sind, obwohl sie gar nicht nach den Regeln der Homoöpathie eingesetzt werden. Beispielsweise homöopathische Urtinkturen, die schlussendlich phytotherapeutisch zur Anwendung kommen, oder Produkte, die direkt bezogen auf ein bestimmtes Symptom hin verkauft werden, also ohne homöopathische Arzneimittelbild-Findung. Weshalb werden auch Homöopathika bevorzugt, die gar nicht homöpathisch zum Einsatz kommen?</p>
<p>5. Dass alle Präparate aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin pauschal und seit Jahren über die Grundversicherung abgerechnet werden können, ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Alle Leute, mit denen ich anlässlich der Abstimmung vom Mai 2009 über die Förderung der Komplementärmedizin ins Gespräch kam, meinten damals irrtümlich, es gehe darum, dass homöopathische und anthroposophische Medikamente wieder in die Grundversicherung aufgenommen werden. Und auch heute dominiert die Meinung, beim bevorstehenden Entscheid des BAG über die Komplementärmedizin gehe es um die Heilmittel. Diese irreführende Intransparenz ist eine perfekte Basis für die Vermeidung einer differenzierten und offenen politischen Diskussion.</p>
<p>Die Recherche-Erfahrungen von Weltwoche-Autor Alex Reichmuth bestätigen meine eigenen Erfahrungen mit Ämtern und Politikern beim Thema Komplementärmedizin:</p>
<p>Wer konkrete Fragen stellt stösst auf eine beeindruckende Intransparenz und auf nebulöse Begriffe wie die „Alltagswirksamkeit“ auf die das BAG sich stützen will.</p>
<p>Siehe zur „Alltagswirksamkeit“:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/13/komplementarmedizin-auf-dem-weg-in-die-grundversicherung-mission-impossible.html">Komplementärmedizin auf dem Weg in die Grundversicherung &#8211; Mission impossible?</a></p>
<p>Und bei den ParlamentarierInnen fehlt mir bisher die sorgfältige und differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema sowieso.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege:<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  "> www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Medizin braucht Vielfalt &#8211; aber nicht Beliebigkeit</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/30/medizin-braucht-vielfalt-aber-nicht-beliebigkeit.html</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 21:05:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Diskussion um die Komplementärmedizin braucht mehr inhaltliche Auseinandersetzung mit konkreten Methoden und weniger leeren, populistische Schlagworte. Zwischen Komplementärmedizin und Naturheilkunde sollte genauer differenziert werden.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Medizin braucht Vielfalt“, forderte kürzlich Professor Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer. Und dazu gehört seiner Ansicht nach auch die <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a>. Vertreter der Schulmedizin und Naturheilkunde täten sich nach wie vor damit schwer, &#8220;zum Wohle des Patienten zusammenzuarbeiten&#8221;, sagte Hoppe.</p>
<p>Medizin braucht Vielfalt. Das tönt fraglos gut und ist es bis zu einem gewissen Grad wohl auch. Vertreter der Schulmedizin und der Naturheilkunde sollten zum Wohle des Patienten zusammenarbeiten. Das kommt einem verbreiteten Bedürfnis vieler Menschen entgegen, wie die Abstimmung vom Mai 2009 gezeigt hat.</p>
<p>Aber wie fast immer, wenn es um die Komplementärmedizin geht, sind die Aussagen zwar wohlklingend, bleiben aber pauschal, vage und nebulös.</p>
<p>Nur schon zu diesen wenigen Satzfragmenten von Prof. Hoppe stellen sich einige Fragen:</p>
<p>1. Was meint der Mann genau mit „Schulmedizin“? Warum verwendet der Präsident der Bundesärztekammer einen diffamierenden Kampfbegriff aus Homöopathie und Nationalsozialsozialismus?</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/schulmedizin-ein-fragwuerdiger-ausdruck.html  ">Schulmedizin &#8211; ein fragwürdiger Ausdruck</a></p>
<p>2. Was meint Hoppe genau, wenn er von Komplementärmedizin spricht? Dieser Begriff ist genau deshalb so positiv besetzt, weil er kaum etwas aussagt. „Komplementär“ heisst „ergänzend“. Das ist ja immer gut, es dient dem Ganz werden und wer will das schon nicht&#8230;</p>
<p>Mir fällt einfach auf, dass auch Politikerinnen und Politiker gern mehr Komplementärmedizin fordern. So inhaltsleer aber wohlklingend wie er ist, kommt das immer gut an und bietet keine Angriffsflächen.</p>
<p>Meiner Ansicht nach sollte man anstelle  von Komplementärmedizin von einzelnen konkreten Methoden reden, dann wäre eine ergiebige Diskussion möglich anstelle von populistischen Schlagworten.</p>
<p>Hier eine Auswahl von Methoden der Komplementärmedizin:</p>
<p>Ab- und ausleitende Verfahren, Ableitungsdiät, Ableitungsverfahren,</p>
<p>Aderlass, Akupressur, Akupunktur, Alexander-Technik,</p>
<p>Anthroposophische Medizin, Api-Therapie, Aromatherapie, Asiatische Heilkunde,</p>
<p>Astromedizin, Atemtherapie, Atlaslogie, Augendiagnose, Augentraining, Aura Soma,</p>
<p>Aurikulotherapie, Autogenes Training, Autosuggestion, Ayurveda,</p>
<p>Bachblüten-Therapie, Baunscheidtieren, Bewegungstherapie,</p>
<p>Bio-Chemie (Schüsslersalze), Biodynamische Psychologie, Biofeedback,</p>
<p>Bioresonanz-Therapie, Blutegel, Cantharidenpflaster, Chakra-Therapie,</p>
<p>Chinesische Pulsdiagnose, Clustermedizin, Colon-Hydro-Therapie,</p>
<p>Cranio-Sacral-Therapie, Edelstein-Therapie, Eigenblut-Therapie,</p>
<p>Elektro-Akupunktur-Diagnose, Elektrotherapie, Energetische Medizin,</p>
<p>Eugemed-Therapie, Farbtherapie, Fasten, Feldenkrais, Feng Shui,</p>
<p>Frischzellentherapie, Frühjahrskur, Fumarsäure-Therapie, Fünf Tibeter,</p>
<p>Fussreflexzonen-Massage, Ganzheits-Therapie, Geistiges Heilen,</p>
<p>Haarmineralanalyse, Heilfasten, Homöopathie, Horchschulung, Hypnosetherapie,</p>
<p>Infrarot-Therapie, Inhalationstherapie, Isopathie, Jin Shin Do, Kinesiologie,</p>
<p>Kirlian-Fotografie, Kurzwellentherapie, Laser-Akupunktur, Lasertherapie,</p>
<p>Lymphdrainage, Magnet-Therapie, Meditation, Metamorphose, Mikrowellentherapie</p>
<p>Moxibustion, Nasenreflexzonen-Therapie, Neural-Therapie,</p>
<p>NLP Neuro-Linguistisches Programmieren, Ohr-Akupunktur, Ohrkerzen,</p>
<p>Orgontherapie, Orthomolekulare Medizin, Osteopathie, Ozontherapie, Polarity,</p>
<p>Pranaheilen (Pranic Healing), Qi-Gong, Radiästhesie, Radionik, Rebirthing,</p>
<p>Regenerationstherapie, Reiki, Reinkarnationstherapie, Reizstromtherapie,</p>
<p>Rohkosttherapie, Rolfing, Sauerstoff-Therapie, Schlenzbad-Kur, Schröpfen, Shiatsu,</p>
<p>Tai Chi, Therapeutic Touch (Handauflegen), Touch for Health,</p>
<p>Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Ultraschall-Therapie, Unterwassermassage, Urin-Therapie, Visualisieren, Vitalogie, Watsu, Wirbelsäulen-Basis-Ausgleich, Wirbelsäulen-Therapie nach Dorn, Yoga, Zelltherapie, Zero Balancing, Zilgrei, Zungendiagnostik.</p>
<p>Diese Auszählung könnte natürlich noch wesentlich erweitert, oder aber auch gekürzt werden. Denn es ist nirgends festgelegt, was zur Komplementärmedizin gehört.</p>
<p>Doch nur schon in dieser unvollständigen Liste treffen wir auf Methoden von sehr unterschiedlicher Glaubwürdigkeit. Diskutieren wir doch über Inhalte, nicht über populistische Schlagworte! Wenn Politikerinnen und Politiker oder Verbandsfunktionäre von Förderung der Komplementärmedizin reden, dann wäre es meiner Ansicht nach nötig nachzufragen, welche Methoden sie genau meinen.</p>
<p>Zur Problematik des Begriffs Komplementärmedizin siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin &#8211; ein fragwürdiger Begriff</a></p>
<p>3. Wenn Politikerinnen und Politiker pauschal-populistisch von Förderung der Komplementärmedizin reden, dann müsste man meines Erachtens genau nachfragen, nach welchen Kriterien sie entscheiden wollen, welche von den mehreren hundert Methoden der Komplementärmedizin gefördert werden sollen.</p>
<p>Um die Angabe solcher Kriterien drücken sich diese Politikerinnen und Politiker in der Regel. Dabei könnte meines Erachtens erst auf dem Boden solcher Kriterien eine offene und ehrliche Diskussion anfangen. Vielfalt ja, Beliebigkeit nein.</p>
<p>4. Hoppe redet mal von Komplementärmedizin, mal von Naturheilkunde und es scheint so, als gebrauche er diese beiden Begriffe synonym. Sind sie aber nicht. Naturheilkunde ist ebenfalls kein scharf definierter Begriff, doch versteht man darunter oft die fünf Säulen nach Sebastian Kneipp:</p>
<p>Hydrotherapie,</p>
<p>Pflanzenheilkunde,</p>
<p>Ernährung,</p>
<p>Bewegung, Licht, Luft,</p>
<p>Lebensordnung.</p>
<p>Verfahren der Naturheilkunde sind potenziell kompatibler mit der Medizin verglichen mit Methoden der Komplementärmedizin.</p>
<p>Zum Begriff „Naturheilkunde“ siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html"> Naturheilkunde  -  was ist das?</a></p>
<p>Zusammengefasst: Wenn es um Komplementärmedizin geht sind inhaltliche Diskussionen über konkrete Methoden nötig. Andernfalls bleibt es bei populistischen Schlagworten. Vielfalt in der Medizin ja, aber nicht Beliebigkeit.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mistel-Therapie gegen Krebs &#8211; wirksam?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/24/mistel-therapie-gegen-krebs-wirksam.html</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Nov 2010 20:30:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Mistelbehandlung bei Krebs ist in der Komplementärmedizin beliebt, doch ist ihre Wirksamkeit nicht belegt. Die Mistel in die Krebstherapie eingeführt hat Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie. Mistelextrakte sind die bekanntesten Arzneimittel der Anthroposophischen Medizin.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Krebsbehandlung mit Mistelpräparaten ist beliebt. Fachleute sind allerdings skeptisch: Die Wirksamkeit der Misteltherapie ist nicht belegt.</p>
<p>Den Anstoß zur Therapie von Krebserkrankungen mit Mistelpräparaten gab der Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, im Jahr 1916.</p>
<p>1917 entwickelte die Ärztin Ita Wegman das erste Mistelpräparat &#8211; seitdem hat sich die Mistelbehandlung zur häufigsten alternativen Krebsbehandlungsmethode im deutschsprachigen Raum entwickelt.</p>
<p>In der Schweiz liegen dem Bundesamt für Gesundheit zurzeit Gesuche von fünf Methoden der Komplementärmedizin vor, in denen es um deren Aufnahme in die Grundversicherung der Krankenkassen geht.</p>
<p>Laut Krankenversicherungsgesetz müssen die Methoden wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein, um in die Grundversicherung aufgenommen zu werden (WZW-Kritierien).</p>
<p>Für die Anthroposophische Medizin ist dabei die Misteltherapie zentral, weil zu dieser viele Studien vorliegen, die nach Ansicht der Anthroposophen die Wirksamkeit belegen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Anthroposophischen Medizin sind jedenfalls überzeugt, dass ihr Gesuch die  WZW-Kriterien belegt. So schreibt zum Beispiel Danielle Lemann, Fachärztin FMH für Allgemeine und Anthroposophische Medizin, in einem Leserbrief im Tages-Anzeiger vom 13. 10. 2010:</p>
<p>„Der neue Antrag ans Bundesamt für Gesundheit (BAG) enthält einen fundierten Wirksamkeitsnachweis, selbst der von den Schulmedizinern geforderte Doppelblindversuch ist gebührlich berücksichtigt.“</p>
<p>Das scheint mir Wunschdenken zu sein. Bezüglich der Misteltherapie jedenfalls fällt die Bewertung durch Fachleute nicht so eindeutig aus.</p>
<p>Aus Studien lassen sich Hinweise darauf finden, wonach Misteltherapie das Immunsystem stärken und die Lebensqualität verbessern kann.</p>
<p>„In der Regel wird dem Patienten während oder nach einer konventionellen Krebstherapie täglich ein Mistelpräparat unter die Haut gespritzt. Dabei finden Mistelpräparate unterschiedlicher Wirtsbäume Verwendung“(1), erklärt Gunver Kienle, Ärztin am Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie (IFAEMM) in Freiburg.</p>
<p>„Die Behandlung kann über einige Wochen, aber auch über Jahre erfolgen &#8211; häufig mit dem Ziel, den Organismus und das Immunsystem zu stärken und möglicherweise auch das Tumorwachstum zu reduzieren.“(1)</p>
<p>Paradoxerweise gehört die Mistelbehandlung zwar zu den am besten erforschten Behandlungsansätzen der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a>, eine eindeutige Aussage über ihre Wirksamkeit lässt sich aber bis heute nicht treffen. „Nach streng wissenschaftlichen Kriterien, die man auch bei der Überprüfung neuer Medikamente anlegen würde, lässt sich bisher keine verlässliche Wirkung auf das Tumorwachstum oder die Überlebenszeit bei Krebspatienten nachweisen“(1), stellt Markus Horneber fest, Leiter der Arbeitsgruppe Biologische Krebstherapie am Klinikum Nürnberg.</p>
<p>Gemeinsam mit Forschern aus Berlin, Freiburg und München hat der Mediziner im Jahr 2008 Studien zur Misteltherapie aus den letzten 30 Jahren analysiert. Gerade einmal 21 zuverlässige Untersuchungen spürten die Wissenschaftler auf. Sie deuten allerdings auf eine Verbesserung der Lebensqualität und eine generell gute Verträglichkeit der Mistelbehandlung hin.</p>
<p>„Insgesamt ist es schwierig, eine Gesamtaussage über die Wirksamkeit von Mistelextrakten zu treffen, denn die Studien zu diesem Thema unterscheiden sich stark in ihrer Methodik, den verwendeten Mistelextrakten und der Art der Anwendung“(1), erläutert Horneber. „Allerdings zeigen vielfache ärztliche Erfahrungen, dass Mistelextrakte durchaus Wirkungen haben, zum Beispiel auf das Immunsystem.“(1)</p>
<p>Dies zeigten auch die Untersuchungen von Gunver Kienle, die sich seit 1994 wissenschaftlich mit der Mistelbehandlung beschäftigt. „Aus tierexperimentellen Studien wissen wir, dass Mistelextrakte Immunprozesse stimulieren, was eine Relevanz für die Tumorabwehr hat“, berichtet Kienle. „Weiterhin wurde auch ein direkter hemmender Einfluss auf das Wachstum von Krebszellen dokumentiert.“(1)</p>
<p>Für eine längere Überlebenszeit von Krebspatienten oder eine Rückbildung von Tumoren hat aber auch Kienle keine definitiven Belege gefunden. „Allerdings zeigt sich in vielen Studien, dass die Therapie die Lebensqualität der Patienten verbessern kann: Sie fühlen sich kräftiger und weniger müde, haben weniger Infekte und berichten über weniger Übelkeit, Angst und niedergeschlagene Stimmung&#8221;(1), sagt die Forscherin.</p>
<p>In einigen Studien haben Wissenschaftler die Mistelextrakte auch direkt in oder um den Tumor gespritzt und dabei offenbar eine Verkleinerung beobachtet. „Allerdings sind Mistelpräparate für diese Applikation nicht zugelassen, so dass sie nur in sorgfältig kontrollierten Untersuchungen eingesetzt werden sollten“, erklärt Kienle. „Um die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Anwendung zu überprüfen, sind wesentlich mehr Untersuchungen notwendig.“(1)</p>
<p>In einem Interview äusserte sich kürzlich auch Dr. med. Jutta Hübner zur Misteltherapie. Sie leitet die Palliativmedizin, die komplementäre und supportive Onkologie am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main. Auf die Frage, was sie von der umstrittenen Misteltherapie halte, antwortet die Expertin:</p>
<p>„Ich empfehle sie nicht, weil mir die im Moment vorhandenen Daten nicht ausreichen. Möchte eine Patientin gerne Mistel nehmen, kann ich sie über die derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse informieren. In einigen Fällen, wie zum Beispiel bei Leukämien und Lymphomen, sollte eine Misteltherapie nicht angewendet werden. Bei Patientinnen, die nach einer Chemotherapie dann einen Versuch mit einer Misteltherapie machen möchten, um ihre Lebensqualität zu verbessern, spricht meist nichts dagegen.“ (2)</p>
<p>In der Zeitschrift „Der Hausarzt“ schreibt Dr. med. Berthold Musselmann,</p>
<p>Facharzt für Allgemeinmedizn mit Ausbildung in Naturheilverfahren:</p>
<p>„ Der subkutane, seltener der intravenöse Einsatz bei Krebs als komplementäre und palliative Therapie wirkt leistungssteigernd, stimmungsverbessernd und immunstimulierend.  Eine Lebensverlängerung bei Krebserkrankungen durch Mistel konnte in Studien allerdings nicht nachgewiesen werden.“ (3)</p>
<p>Die Cochrane Collaboration erstellt systematische Übersichtsarbeiten (systematic reviews) zur Bewertung von medizinischen Therapien.</p>
<p>Zur Misteltherapie existiert ein Cochrane Database of Systematic Reviews 2008:</p>
<p>„Studien zeigen verbesserte Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen während der Chemotherapie durch standardisierte Mistelextrakttherapie. Diese Daten müssen bestätigt werden!” (4)</p>
<p>Selbst die Verbesserung der Lebensqualität ist also noch ungenügend gesichert.</p>
<p>Und hier die Zusammenfassung einer neueren Cochrane Übersichtsstudie von 2010 aus der Österreichischen Apothekerzeitung:</p>
<p>„Ein Cochrane Review (Horneber M, 2010) analysierte Studien zu Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von Mistelpräparaten bei Krebspatienten. Die betrachteten Endpunkte der eingeschlossenen Studien (21; 3484 Patienten) waren u.a. Gesamtüberleben, Tumoransprechen, Lebensqualität und diverse psychologische Outcome-Parameter. Die Autoren schlussfolgern, dass die vorliegende Evidenz schwach ist, um die Annahme zu unterstützen, dass Mistelextrakte einen Einfluss auf die Gesamtüberlebenszeit haben, die Fähigkeit, den Krebs zu bekämpfen, erhöhen und die Verträglichkeit konventioneller Krebstherapien verbessern. Es gibt Evidenz zu einem positiven Einfluss standardisierter Mistelpräparate auf die Lebensqualität von Patientinnen mit Mammakarzinom und Chemotherapie. Die meisten Studien hatten jedoch methodische Schwachstellen, die laut amerikanischem National Cancer Institute (NCI), Zweifel an der Richtigkeit und Verallgemeinerbarkeit aufkommen lassen: geringe Patientenzahlen, hohe Therapieabbruch-Raten, inadäquate Kontrollgruppen und Randomisierung, Unklarheiten zur Dosierung und Anwendungsart sowie häufige Subgruppenanalysen. Aufgrund der vorliegenden Evidenz empfiehlt das NCI die Anwendung von Mistelpräparaten nur im Rahmen kontrollierter klinischer Studien (NCI PDQ Mistletoe extracts).“ (5)</p>
<p>Quellenangaben:</p>
<p>(1) http://www.welt.de/gesundheit/article10529435/Misteln-gegen-Krebs-Humbug-oder-Heilsbringer.html</p>
<p>(2) http://www.apotheken-umschau.de/Brustkrebs/Brustkrebs-Was-kann-ich-selbst-tun-77401.html</p>
<p>(3) Der Hausarzt, 2010/14:  31-36, http://www.springermedizin.de/abc-der-klassischen-phytotherapie/275054.html</p>
<p>(4) Quelle: http://www.tumorzentrum.uk-erlangen.de/e1846/e3928/e4113/inhalt4749/Sinnvolletherapiebegleitende_20100707.pdf</p>
<p>(5) Quelle: http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2010/OAZ-2010-25.pdf,  Österreichische Apothekerzeitung 25 / 2010,   Autor:   Mag. pharm. Gunar Stemer</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Rudolf Steiner prophezeite, dass die Mistel das Messer des Chirurgen einst ersetzen würde. Schaut man sich die Bewertungen der Studienlage durch die zitierten Fachleute an, scheint dieser Anspruch doch sehr überzogen. Und es handelt sich dabei nicht um Experten, die der Komplementärmedizin feindlich gesinnt sind. Das IFAEMM in Freiburg, an dem Gunver Kienle arbeitet, ist gar ein anthroposophisches Institut.</p>
<p>Für den Entscheid, ob man als Tumorpatientin oder Tumorpatient eine Misteltherapie nutzen will oder nicht, scheint mir die Kenntnis dieser Bewertungen wichtig.</p>
<p>Kennen sollte man mögliche Stärken bezüglich Verbesserung der Lebensqualität, aber auch die deutliche Schwäche wenn es um den Nachweis einer  Verlängerung der Lebenszeit geht. Informiert werden sollten Krebspatienten auch über die von Jutta Hübner, erwähnte Einschränkung, dass Mistelpräparate bei einigen Tumorarten wie zum Beispiel Leukämien und Lymphomen nicht angewendet werden sollten.</p>
<p>Wichtig zu wissen ist auch: Wenn Gunver Kienle von einem dokumentierten, direkten hemmenden Einfluss der Mistel auf das Wachstum von Krebszellen spricht, dann handelt es sich dabei um Laborexperimente an isoliertem Gewebe. Ob ein solcher Effekt auch im krebskranken Menschen stattfindet, ist damit keineswegs klar. Im Labor lassen sich sehr oft Wirkungen beobachten, die im lebenden Organismus nicht zu erzielen sind.</p>
<p>Dass Krebspatienten jede mögliche Therapieoption prüfen, ist sehr gut verständlich. Eine Stärke der Misteltherapie scheint mir darin zu liegen, dass sie ein Gefühl der Unterstützung vermittelt. Chemotherapien sind sehr einschneidend, aggressiv und von vielfältigen Nebenwirkungen begleitet. Sie als positive, hilfreiche Heilmittel zu erleben, dürfte dadurch vielen Betroffenen nicht leicht fallen. Die Misteltherapie bietet hier ein ganz anderes Konzept. Hier wird ein Mittel angeboten, das als gut verträglicher, unterstützender Helfer erlebt werden kann. Dass dieser zusätzliche positive Support wertvoll für Krebspatienten sein kann, scheint mir auf der Hand zu liegen.</p>
<p>Die Misteltherapie wird von den Krankenkassen aus der Grundversicherung bezahlt, auch wenn dafür eine gesetzliche Grundlage nicht ersichtlich ist und der Wirksamkeitsnachweis nie erbracht wurde. Präparate der Anthroposophischen Medizin sind genauso wie Präparate der Homöopathie vom Wirksamkeitsnachweis pauschal befreit.</p>
<p>Ob Heilmittel der Komplementärmedizin aus der Grundversicherung bezahlt werden oder nicht, ist ein Entscheid, der unabhängig bleibt vom jetzt bevorstehenden BAG-Entscheid, welche Komplementärmedizin-Methoden von der Grundversicherung bezahlt werden sollen.</p>
<p>Hoch problematisch ist meines Erachtens, dass die Anthroposophische Medizin regelmäßig &#8220;Präkanzerosen&#8221; (= Vorstadium eines Krebses) als Ergebnis eines “Blutkristallisationstests” diagnostiziert, von dem völlig ungeklärt ist, ob er überhaupt etwas relevantes aussagt. Konkret besteht hier ein Risiko, dass nicht existierende Krebskrankheiten „entdeckt“ werden. Als Folge dieser angsterzeugenden Diagnose wird den Patienten in der Regel und rein vorsorglich zu Mistelinjektionen geraten. Mit den dabei meisteingesetzten Mistel-Präparaten “Iscador” (Weleda) und “Iscucin” (Wala), werden Millionenumsätze erzielt. Es besteht hier die Gefahr, dass Menschen durch die Anthroposophische Medizin medikalisiert werden: Es wird ihnen ein (real nicht vorliegender) Krankheitsbefund unterschoben, der anschliessend therapiert wird.</p>
<p>Wer sich für eine Misteltherapie interessiert, sollte meines Erachtens auch wissen, dass die Anthroposophische Medizin Krebserkrankungen mit Deutungen belegt, die durchaus fragwürdig sind.</p>
<p>Rudolf Steiner sprach nach Aussagen von Johannes Hoffmann, dem früheren ärztlichen Leiter der „Lukas Klinik zur Behandlung Geschwulstkranker auf anthroposophischer Erkenntnisbasis“, in den späteren Jahren vom Krebs immer als von einer ahrimanischen Erkrankung. Und die Mistel „mit ihrer Fähigkeit, Entzündungen hervorzurufen, hat mindestens ebenso viele luziferische wie ahrimanische Anteile, wenn man das überhaupt so formulieren will.“</p>
<p>(Quelle: http://www.windstosser.ch/museum/manuskript/allgem_u_historisch/6_1.pdf).</p>
<p>Ahriman (6) und Luzifer sind zwei anthroposophische Widersachermächte.</p>
<p>Rudolf Steiner in einem Vortrag zum Thema Ahriman und Karzinombildung:</p>
<p>&#8220;Denn nehmen Sie einmal an, es gelingt den ahrimanischen Mächten, im menschlichen</p>
<p>physischen Körper einen Sieg zu erringen über die luziferischen Mächte, über diejenigen Mächte, die den Menschen ganz durchsetzen wollen mit dem, was nur an der Oberfläche in den Sinnen sein soll, dann verfällt der Mensch durch diesen Sieg der ahrimanischen Mächte in solche Erkrankungen, wie Geschwulstbildungen, Karzinombildungen oder Stoffwechselkrankheiten, wie Diabetes, Zuckerkrankheit.</p>
<p>Wenn irgendwo in einer physichen Menschennatur diese Krankheiten auftreten, dann hat Ahriman gegen Luzifer einen Sieg errungen, der aber damit verknüpft ist, dass die physische Natur des Menschen zeitweilig ruiniert ist. Dann taugt diese physische Natur dem Ahriman nicht dazu, die Instinkte, Triebe herauszureissen und sein eigenes Geschlecht daraus zu bilden. Daraus bekommen Sie eine vielleicht paradoxe, aber richtige Ansicht von der Krankheit. Sie ist in vielen Fällen das einzige Mittel der guten Mächte, den Menschen vor den Fängen von Ahriman zu retten.&#8221;</p>
<p>(GA 218, Vortrag 16. 11. 1922))</p>
<p>Es steht jedem Menschen frei, solche Geistergeschichten zu glauben, doch wäre es meines Erachtens aus Gründen der Transparenz wünschenswert, wenn die Anthroposophische Medizin die Voraussetzungen, von denen aus sie operiert, offen legen würde. Das gilt auch für einen zweiten zentralen Glaubenssatz der Anthroposophischen Medizin, der Überzeugung, dass Krankheit und Behinderung durch moralisches Versagen in einem früheren Leben verursacht werden. Diese Aspekte der Anthroposophischen Medizin müssten in der Öffentlichkeit diskutiert werden, wenn es um die Frage geht, ob dieser Ansatz von den Krankenkassen via Grundversicherung bezahlt werden soll.</p>
<p>Weiter Info:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html"> Abstimmung Komplementärmedizin &#8211; kritische Fragen an Simonetta Sommaruga zur Förderung der Anthroposophischen Medizin</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/komplementaermedizin-abstimmung-kritische-anmerkungen-zur-anthroposophischen-medizin.html">Komplementärmedizin-Abstimmung: Kritische Fragen zur anthroposophischen Medizin</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/05/anthroposophische-pflege-offene-fragen.html  ">Anthroposophische Pflege &#8211; offene Fragen</a></p>
<p>(6) Die Anthroposophie sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen Luzifer bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christi Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.</p>
<p>Ahriman sei ein Geist, begabt mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließe. Im Gegensatz zu Luzifer erscheine er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewusstsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Komplementärmedizin auf dem Weg in die Grundversicherung? Mission impossible?</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Nov 2010 21:22:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fünf Methoden der Komplementärmedizin warten auf die Aufnahme in die Grundversicherung: Traditionelle Chinesische Medizin, Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Phytotherapie, Neuraltherapie, wobei fraglich bleibt, ob Phytotherapie zur Komplementärmedizin zählt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) steckt in einem Dilemma. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die „Weltwoche“ veröffentlichte am 4. 11. 2010 online einen Artikel unter dem Titel „’Mission impossible’ bei der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a>“. Autor Alex Reichmuth schreibt:</p>
<p>„ Die Bundesverwaltung muss entscheiden, wie weit alternative Heilmethoden in der Grundversicherung berücksichtigt werden. Sie steht vor einem unerfüllbaren Auftrag.“</p>
<p>Das sehe ich genau so. Weiter schreibt die „Weltwoche“:</p>
<p>„Die Verantwortlichen beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind nicht zu beneiden. Im letzten Jahr hat das Stimmvolk mit 67 Prozent Ja entschieden, dass fünf alternative Heilmethoden im Gesundheitswesen stärker berücksichtigt werden sollen. Bis Ende Jahr muss das BAG nun entscheiden, ob und wie weit die Leistungen der Homöopathie, der Neuraltherapie, der Phytotherapie, der anthroposophischen Medizin und der traditionellen chinesischen Medizin Aufnahme in die Krankengrundversicherung finden. Das Problem dabei ist, dass die Wirkung von Leistungen, die die Krankenkasse übernimmt, nach wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen sein muss. So verlangt es das Gesetz.“</p>
<p>Wie wahr. Das BAG ist tatsächlich nicht zu beneiden, denn es steht massiv unter Druck und befindet sich in einem kaum lösbaren Dilemma.</p>
<p>Druck kommt von diesem Volksentscheid im Mai 2009, bei dem 67 % der Stimmenden für einen Verfassungsartikel zur Förderung der Komplementärmedizin votierten. Der Verfassungsartikel ist zwar vage formuliert. Er verlangt eine Berücksichtigung der Komplementärmedizin durch Bund und Kantone und sagt nichts über konkrete Methoden aus. Doch die Befürworter der Vorlage im Parlament versprachen, dass bei einem JA die fünf Methoden wieder in die Grundversicherung aufgenommen würden. Und sie blendeten dabei einfach aus, dass das Krankenversicherungsgesetz auch weiterhin „Wirksamkeit, Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit (WZW)“ als Bedingung für eine Aufnahme in die Grundversicherung fordert.</p>
<p>Genauer gesagt: Sie gingen wohl fraglos davon aus, dass die fünf Methoden diese Kriterien erfüllen, was ziemlich naiv ist. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wurden meiner Ansicht nach hier in die Irre geführt.</p>
<p>Dazu kommt noch, dass die Stimmenden nur marginalst über die Thematik im Bilde waren. Die meisten Leute, die ich gefragt habe, gingen davon aus, dass es bei der Abstimmung darum gehe, dass Medikamente beispielsweise der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin von den Krankenkassen bezahlt würden. Dabei werden diese Präparate schon seit 1996 von der Grundversicherung bezahlt – und zwar befreit vom Wirkungsnachweis und ohne ersichtliche gesetzliche Grundlage. Ganz abgesehen davon, dass viele Leute kaum den Unterschied zwischen einem Kamillentee und einem Homöopathikum kennen&#8230;&#8230;.</p>
<p>Unter Druck kommt das BAG auch aus dem Parlament. Hier kommt die andauernde Forderung nach pauschaler Aufnahme dieser fünf Komplementärmedizin-Methoden, wieder unter Ausblendung der Tatsache, dass die vom Gesetz geforderte Wirksamkeit keineswegs so pauschal feststeht. Würde das Parlament seine Verantwortung wahrnehmen, dann würde es statt in populistische Rhetorik zu verfallen das Krankenversicherungsgesetz ändern und das Kriterium „Wirksamkeit“ streichen – und nicht den Schwarzen Peter einfach ans BAG weiterreichen. Die Parlamentsmehrheit reitet meines Erachtens auf einer Populismuswelle: Das “Volk“ will Komplementärmedizin. also geben wir ihm, was es wünscht. Dabei geht jede differenzierte Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema unter.</p>
<p>Die „Weltwoche“ schreibt in ihrem Artikel:</p>
<p>„ Die Unterscheidung in Schulmedizin und Komplementärmedizin ist im Grunde eine einfache: Alles, was auf Wissenschaftlichkeit beruht, zählt zur Schulmedizin. Wo es hingegen nur um behauptete Wirkungen geht, die wissenschaftlich nicht belegt sind, handelt es sich um Komplementärmedizin. Die Wirksamkeit der Homöopathie beispielsweise kann wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Aufgrund des Konzepts der Homöopathie ist auch nicht zu erwarten, dass je eine Wirksamkeit belegt werden kann, die über den Placeboeffekt hinausgeht. Damit komplementär-medizinische Leistungen in den Grundversicherungskatalog kommen, müsste somit die Wirksamkeit von Methoden nachgewiesen werden, die wissenschaftlich eben nicht nachweisbar sind.“</p>
<p>Auch wenn das viele Leute, die der Komplementärmedizin nahestehen, nicht gerne hören: Alex Reichmuth bringt hier das Problem absolut auf den Punkt. Ich würde einzig die Verwendung des Begriffs „Schulmedizin“ in Frage stellen. Dieser diffamierende Kampfbegriff aus Homöopathie und Nationalsozialismus sollte meines Erachtens nicht mehr verwendet werden oder allenfalls noch zwischen Anführungs- und Schlusszeichen. Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/03/schulmedizin-ein-fragwuerdiger-ausdruck.html">Schulmedizin &#8211; ein fragwürdiger Ausdruck</a></p>
<p>Was kann das BAG tun?</p>
<p>„ Das Bundesamt für Gesundheit hat in dieser Situation zwei Möglichkeiten: Es hält sich an das Gesetz und lehnt die Aufnahme alternativer Heilmethoden in die Grundversicherung vollumfänglich ab. Damit handelt es aber gegen den Volkswillen. Oder es respektiert den Volkswillen und nimmt die fünf Methoden auf. Das ist aber gegen das Gesetz und damit illegal.“</p>
<p>Das sehe ich etwas anders. Es gibt durchaus einen grösseren Bereich in der Phytotherapie, der wissenschaftlich anerkannt ist und das Kriterium der Wirksamkeit erfüllt. Nicht ganz ohne Grund gehen (unbestätigte) Gerüchte um, wonach die Phytotherapie für eine Aufnahme in die Grundversicherung vorgesehen sei. Der Clou dabei ist allerdings:</p>
<p>1. Fachlich gibt es meines Erachtens kaum Gründe, Phytotherapie zur Komplementärmedizin zu zählen. Dass Phytotherapie in diesem Fünfer-Päckli als Komplementärmethode auftaucht, scheint mir Folge von cleverem Lobbying im Hinblick auf die Abstimmung vom Mai 2009. Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/30/gehoert-phytotherapie-zur-komplementaermedizin.html  ">Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?</a></p>
<p>2. Sehr fraglich ist, was die Aufnahme der Phytotherapie in die Grundversicherung bringen würde. Kaum ein Arzt oder eine Ärztin wird Phytotherapie als Methode abrechnen. Üblich wird weiterhin sein: Es wird eine normale ärztliche Anamnese und Diagnostik gemacht, und am Schluss steht ein Entscheid, statt eines synthetischen Medikamentes ein Phytotherapeutikum zu verschreiben. Phytopharmaka, deren Wirkung durch Studien belegt ist, werden auch heute schon durch die Grundversicherung bezahlt (im Gegensatz zu den vom Wirksamkeitsnachweis befreiten Präparaten aus Homöopathie  und Anthroposophischer Medizin, die wie schon erwähnt ohne Wirksamkeitsnachweis bezahlt werden). Also wird da kaum etwas ändern.</p>
<p>Allenfalls profitiert die Phytotherapie beim Image, wenn sie in die Grundversicherung aufgenommen wird. Und es gibt möglicherweise den einen oder anderen Professorenposten für Vertreter der akademischen Phytotherapie.</p>
<p>Die Homöopathie zum Beispiel würde von einer Aufnahme in die Grundversicherung profitieren, weil ihre langen Gespräche unter dem Titel „Homöopathie“ dann abgerechnet werden könnten. Da wäre mein Vorschlag aber, dass allen Ärztinnen und Ärzten eine solche Gesprächszeitspanne zugestanden und bezahlt wird. Dann hätten nämlich alle gleich lange Spiesse und als Patient kann ich dann wählen, ob ich diese Gesprächszeit zum Beispiel  für Homöopathie, Information oder psycho-soziale Beratung einsetzen will. Dass mehr Zeit für Gespräch, Beratung und Information sich günstig auf die Behandlung und den Therapieerfolg auswirkt, scheint mir jedenfalls gut belegt.</p>
<p>„ Konsequenterweise müsste die Bundesverwaltung den unerfüllbaren Auftrag, über die Aufnahme der fünf alternativen Heilmethoden zu entscheiden, dem Bundesrat zurückgeben. Wäre auch der Bundesrat konsequent, müsste dieser das Parlament anschliessend beauftragen, den wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit aus dem Gesetz zu streichen, um dem Volkswillen nachkommen zu können. In Zukunft wäre Wissenschaftlichkeit bei der Krankengrundversicherung somit kein Kriterium mehr.“</p>
<p>Dann hätten wir statt WZW neu BZW (Beliebtheit, Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit).</p>
<p>„ Auch Anbieter von allerlei Voodoomedizin hätten die Chance, bald von der Kasse bezahlt zu werden: vom Handaufleger über den Geistheiler bis zu Uriella mit ihrem Badewasser. Würden diese Konsequenzen offen und transparent kommuniziert, gäbe es wohl einen grossen – und heilsamen &#8211; Aufschrei: Die Öffentlichkeit würde erkennen, welch unsinniger Volksentscheid 2009 getroffen wurde.“</p>
<p>So krasse Beispiele wie Uriella’s Badewasser würde ich hier zwar nicht wählen. Aber tendenziell sehe ich diesen Punkt sehr ähnlich. Wir hätten dann BZW im Sinne von: Beliebigkeit, Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit.</p>
<p>Die Frage ist wirklich und sehr ernsthaft: Welche Kriterien haben wir für die Aufnahme in die Grundversicherung, wenn wissenschaftlich geklärte Wirksamkeit wegfällt.</p>
<p><strong>Nebelbegriff Alltagswirksamkeit</strong></p>
<p>Das BAG in seinem heillosen Dilemma möchte nun  „Alltagswirksamkeit“ als Kriterium einführen.</p>
<p>(http://www.news.admin.ch/dokumentation/00002/00015/?lang=de&amp;msg-id=32878)</p>
<p>„Alltagswirksamkeit“ ist nun genau ein solches Beliebigkeits-Kriterium. Für mich ist im Alltag Pilates wirksam. Warum soll – wenn Alltagswirksamkeit Kriterium ist – meine Pilates-Lektion nicht auch aus der Grundversicherung bezahlt werden?</p>
<p>Eine sehr prägnante Stellungnahme zum Kriterium „Alltagswirksamkeit“ findet sich auf der Website der Schweizerische Gesellschaft der Vertrauens- und Versicherungsärzte (SGV):</p>
<p>„Im Sumpf methodischer Ungewissheiten pflegen seltsame Pflanzen Blüten zu treiben. In deren ästhetischer Hitliste darf zweifelsohne der neue Begriff der ‚Alltagswirksamkeit’ aus dem Hause BAG den ersten Platz beanspruchen. Abgesehen davon, dass er zu sarkastischen Fragen wie ‚Fallen Sonntage und allgemeine Feiertage auch unter den Begriff?’ oder ‚Sind Tage mit extremen klimatischen Bedingungen auch als Alltag einzustufen?’ provoziert, wird hier irreversibel der Abstieg des Diskurses in die massenmediale Blödelei vollzogen, wo sich nicht wenige Gesundheitspolitiker wohlig tummeln. Womit angedeutet ist, welcher faktische Schaden durch solches Nebelgranatenschiessen bewirkt werden kann.“</p>
<p>(Quelle: http://www.vertrauensaerzte.ch/manual/chapter41.html )</p>
<p>Bisher ist es mir nicht gelungen, vom BAG eine Stellungnahme zu bekommen dazu,  wie denn diese Alltagswirksamkeit festgestellt werden soll. Ich bleibe aber dran.</p>
<p>Ich bin ja sehr gespannt, wie dieses Dilemma gelöst oder umgangen wird. Die Probleme, die bei der Umsetzung dieses Verfassungsartikels noch auf uns zu kommen werden, haben vor allem damit zu tun, dass schon im Vorfeld dieser Abstimmung sehr einseitig informiert wurde und Wunschdenken die Stellungnahmen beherrschte.</p>
<p>Verschärft werden die Probleme dadurch, dass im Parlament beim Thema Komplementärmedizin Anhängerinnen und Anhänger von Homöopathie und Anthroposopischer Medizin federführend sind. Eine kritische Reflexion auch über die Schwachpunkte dieser Methoden ist hier nicht erkennbar. Der überwiegende Teil der Parlamentarierinnen und Parlamentarier hat  aber keinen Schimmer von den Methoden, um welche es da geht – und surft einfach auf der Populismuswelle.</p>
<p>Quelle:</p>
<p><a href="http://www.weltwoche.ch/onlineexklusiv/details/article/mission-impossible-bei-der-komplementaermedizin.html">http://www.weltwoche.ch/onlineexklusiv/details/article/mission-impossible-bei-der-komplementaermedizin.html</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Was ist Phytotherapie? Was ist Integrative Phytotherapie?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/01/was-ist-phytotherapie-was-ist-integrative-phytotherapie.html</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 09:24:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie verbindet Naturheilkunde und Medizin optimal. Professionelle Heilpflanzen-Anwendungen eigenen sich gut zur Integration in Spitex, Pflegeheime und Kliniken. 
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Phytotherapie befasst sich mit der Vorbeugung und Behandlung von Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten mittels pflanzlicher Heilmittel.  Sie verbindet die jahrtausendealte Erfahrung traditioneller Pflanzenheilkunde mit den Ergebnissen neuzeitlicher Arzneipflanzenforschung.</p>
<p>Phytotherapie bringt Heilpflanzen in vielfältigen Formen zur Anwendung, zum Beispiel als Tee, Tinktur, Extrakt oder Salbe, inhalativ als ätherisches Öl, als Bad oder Wickel usw.</p>
<p>Phytotherapie orientiert sich an Wirkstoffen und unterscheidet sich damit von  komplementärmedizinischen Heilverfahren wie Homöopathie, Bachblüten, Anthroposophischer Medizin, Schüsslersalzen, Spagyrik, TCM  etc. &#8211; die ihrerseits auf eigenen Weltbildern und Theoriesystemen basieren.</p>
<p>Die Patientinnen und Patienten schätzen an der Phytotherapie nebst der Wirksamkeit die gute Verträglichkeit und den Bezug zur Natur.</p>
<p>Was ist Integrative Phytotherapie?</p>
<p>Integrative Phytotherapie versteht sich als Brücke zwischen Naturheilkunde und Medizin. Damit verbunden ist Kooperationsbereitschaft und Kooperationsfähigkeit im Verhältnis zur Medizin, das Bestreben nach fundierter Begründung von Aussagen, eine selbstkritische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen phytotherapeutischer Anwendungen und die Absage an Heilslehren und Dogmen aller Art.</p>
<p>Diese Grundhaltung der „Integrativen Phytotherapie“, wie sie am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur gepflegt wird, schafft optimale Voraussetzungen für die Integration von professionellen Heilpflanzen-Anwendungen in Spitex, Pflegeheime und Kliniken.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Brustkrebs &amp; Komplementärmedizin</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/21/brustkrebs-komplementarmedizin.html</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 19:31:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Komplementärmedizin in der Onkologie - die Möglichkeiten bei Brustkrebs. Als wichtige Heilpflanzen der Phytotherapie Ingwer (Übelkeit) und Traubensilberkerze (Hitzewallungen). Wechselwirkungen bei Johanniskraut beachten.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, suchen ergänzende Methoden zu den medizinischen Behandlungen. Dr. med. Jutta Hübner erläuterte kürzlich in einem Interview Möglichkeiten und Risiken in der komplementären Onkologie. Sie leitet die Palliativmedizin, die komplementäre und supportive Onkologie am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main.</p>
<p>Auf die Frage, was sie unter komplementärer Onkologie verstehe, antwortete Jutta Hübner:</p>
<p>„Für mich ist das eine begleitende Therapie, die häufig aus der Naturheilkunde oder Erfahrungsmedizin stammt. Krebskranke Menschen wenden sie zumeist in Eigenregie an. Bei diesen Mitteln und Verfahren haben wir noch nicht die Qualität an Wissen aus Studien, wie sie uns bei den herkömmlichen Therapien vorliegen.“</p>
<p>Entscheidend sei, so Jutta Hübner, dass die komplementärmedizinischen Empfehlungen sehr gut auf die eigentliche Therapie abgestimmt sein müssen, um zu vermeiden, dass Wechselwirkungen auftreten und die Wirkung von Medikamenten abgeschwächt wird.</p>
<p>Auf die Frage, welche Probleme denn auftreten können, sagt Dr. Jutta Hübner:</p>
<p>„Die Extrakte des Johanniskrauts etwa –  ein gutes Mittel gegen leichte und mittelschwere Depressionen – regen den Enzymstoffwechsel enorm an. Nimmt die Patientin zur gleichen Zeit weitere Medikamente ein, baut der Körper sie schneller ab. Dann verweilt beispielsweise ein Krebsmittel kürzer im Organismus und verliert dadurch einen Teil seiner Kraft.</p>
<p>Auch die zusätzliche Einnahme von Antioxidanzien wie Vitamin C sehen wir sehr kritisch. Möglicherweise können diese Substanzen die Wirkung einer Chemo- und Strahlentherapie mindern. Das gilt jedoch nicht für Vitamine aus frischem Obst und Gemüse.“</p>
<p>Die Expertin erwähnt unter anderem auch bewährte Möglichkeiten aus der Phytotherapie, mit denen Nebenwirkungen der Tumortherapie oder Begleiterscheinungen der Krebskrankheit gelindert werden können:</p>
<p>„Während der Chemotherapie leiden Patientinnen oft unter Übelkeit. Da kann Ingwer aus der Phytotherapie sehr gut helfen. Ein häufiges Thema in unserer Ambulanz sind Muskel- und Gelenkbeschwerden wie sie bei einer  Brustkrebstherapie mit hormonunterdrückenden Medikamenten auftreten. Sport kann diese Probleme sehr gut bessern. Bei Hitzewallungen können Patientinnen versuchen, die Beschwerden mit Traubensilberkerze zu mildern. Und Aromaöle wirken unter anderem entspannend, stimmungsaufhellend und anregend. Die komplementäre Onkologie ist ein sehr weites Feld.“</p>
<p>Im Interview wird Jutta Hübner auch gefragt, was sie von der umstrittenen Misteltherapie halte:</p>
<p>„Ich empfehle sie nicht, weil mir die im Moment vorhandenen Daten nicht ausreichen. Möchte eine Patientin gerne Mistel nehmen, kann ich sie über die derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse informieren. In einigen Fällen, wie zum Beispiel bei Leukämien und Lymphomen, sollte eine Misteltherapie nicht angewendet werden. Bei Patientinnen, die nach einer Chemotherapie dann einen Versuch mit einer Misteltherapie machen möchten, um ihre Lebensqualität zu verbessern, spricht meist nichts dagegen.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.apotheken-umschau.de/Brustkrebs/Brustkrebs-Was-kann-ich-selbst-tun-77401.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Antworten von Jutta Hübner in diesem Interview weisen präzis und fundiert auf Risiken und Chancen ergänzender Massnahmen in der Onkologie hin.</p>
<p>Das ist sehr erfreulich, weil in diesem Bereich auch viel publiziert wird, das man eigentlich nur als Schrott bezeichnen kann. In Zeitschriften, Fernsehsendern und Buchverlagen fehlt in dieser Hinsicht über weite Strecken jede ernsthafte Qualitätskontrolle.</p>
<p>Zum Johanniskraut könnte man noch ergänzen: Diese Aktivierung von fremdstoffabbauenden Enzymen in der Leber lässt sich auch bei vielen anderen Medikamenten beobachten. Sie ist also nicht spezifisch für Johanniskraut. Heikel ist beim Johanniskraut in diesem Zusammenhang vor allem, dass manche Menschen gar nicht auf die Idee kommen, dass ein Naturheilmittel auch Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben könnte, und daher die Einnahme solcher Präparate den behandelnden Medizinern nicht mitteilen.</p>
<p>Auch die Warnung vor der unkontrollierte Einnahme von Antioxidanzien ist sehr berechtigt.</p>
<p>Die Empfehlung von Ingwer (Zingiber officinale) gegen Übelkeit bei Chemotherapie und von Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) gegen Hitzewallungen gehört zu den bewährten Heilpflanzen-Anwendungen in der Phytotherapie.</p>
<p>Auch die Vorsicht gegenüber der Misteltherapie ist gut nachvollziehbar. Die Vertreter der Anthroposophischen Medizin betonen zwar immer wieder, wie gut die Wirkung der Mistel auch wissenschaftlich bestätigt sei. Sie interpretieren sie Datenlage aber oft ziemlich einseitig zu ihren gunsten.</p>
<p>Von Jutta Hübner ist ein informatives Buch erschienen, das sich mit ergänzenden Massnahmen im Bereich <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> &amp; Krebs befasst:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/13/buchtipp-aloe-ginkgo-mistel-co-von-jutta-hubner.html  ">Aloe, Ginkgo, Mistel &amp; Co</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Universität Bern: Sehr fragwürdige Aussagen zur Anthroposophischen Medizin</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/20/universitat-bern-sehr-fragwurdige-aussagen-zur-anthroposophischen-medizin.html</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 17:19:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf der Website der Universität Bern (KIKOM) finden sich dubiose Formulierungen zur Anthroposophischen Medizin. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem Titel „Hauptsache irrational“ druckt „Das Magazin“ (Nr. 41 / 2010, PDF <a href="http://www.mediafire.com/?ryihtmr3xmilsjz">hier</a>) ein Gespräch mit Peter Brugger, dem Leiter der Abteilung für Neuropsychologie am Universitätsspital Zürich und Erforscher des Aberglaubens. Der informative und fundierte Text befasst sich unter anderem mit Esoterik, Wissenschaftsfeindlichkeit und Homöopathie.</p>
<p>Auf die Frage von Finn Canonica und Birgit Schmid, ob der Wettstreit zwischen Wissenschaft und unwissenschaftlichem Denken nicht vielleicht einfach zu einer offenen und liberalen Gesellschaft gehöre, antwortet Peter Brugger:</p>
<p><em>„Das ist eine gefährliche Tendenz. Schauen Sie nur, wie an deutschen Universitäten mit Alternativmethoden gearbeitet wird und die Paramedizin Einzug hält. Sobald das Volk sagt, Schulmedizin und Alternativmedizin sind gleichwertig, entstehen ganze Universitäten, die sich alternativem Unsinn widmen. Nach geduldigem Schürfen gelangt dann irgendein erstaunlicher Befund an die Öffentlichkeit, und schon glauben die Leute, dieser sei nun rational, da er an einer Universität erhoben wurde. Das nimmt eine Eigendynamik an und ist bedenklich.“</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Dazu vier Anmerkungen:</p>
<p>1. Meiner Ansicht nach gehört die Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und unwissenschaftlichem Denken fraglos zu einer offenen und liberalen Gesellschaft. Schulen aller Stufen und die Wissenschaft selber sind an diesem Punkt stark gefordert und haben zum Teil grossen Nachholbedarf. Sehr viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen meines Erachtens noch lernen, diesen Diskurs mit der Öffentlichkeit überzeugend zu führen.</p>
<p>2. Es gibt meines Erachtens an Universitäten auch sinnvolle Forschung zu Themen aus der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a>, aber auch Anpassungen an einen esoterischen Zeitgeist, die zu den fragwürdigen pseudowissenschaftlichen Aktivitäten führen, welche Peter Brugger in seiner Antwort beschreibt.</p>
<p>3. Das „Volk“ habe gesagt, Schulmedizin und Alternativmedizin seien gleichwertig oder zu mindestens gleichwertig zu behandeln. Diese Schlussfolgerung wird von vielen Protagonisten der Komplementärmedizin aus dem Resultat der Abstimmung vom 17. Mai 2009 gezogen. Mit diesem „Volkswillen“ werden dann die verschiedensten Forderungen nach Privilegierung begründet, beispielsweise dass Präparate aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin auch weiterhin ohne Wirksamkeitsnachweis von der Grundversicherung bezahlt werden. Auch wenn ein pauschaler „Volkswille“ postuliert wird, sind solche „Privilegierungsforderungen“ genau zu prüfen. Der populistische Druck mit einem vagen „Volkswillen“ ist hoch problematisch. Peter Brugger spricht hier einen Punkt an, der kritischer Aufmerksamkeit bedarf.</p>
<p>4. Peter Brugger kritisiert den Einzug von Paramedizin und  Alternativmethoden an deutschen Universitäten. Ergänzend könnte man dazu sagen: „Warum denn in die Ferne schweifen, sieh das Schlechte liegt so nah.“ (Goethe umgedreht).</p>
<p>Zum Beispiel an der ehrwürdigen <strong>Universität Bern</strong>:</p>
<p>Aufgrund eines bereits einige Jahre zurückliegenden kantonalen Volksentscheides gibt es an der Universität Bern eine „Kollegiale Instanz Komplementärmedizin“ (KIKOM).</p>
<p>Anthroposophische Medizin ist ein Schwerpunkt der KIKOM.</p>
<p>Die Darstellung der Anthroposophischen Medizin auf der Website der Universität Bern ist allerdings total irreführend.  Keine Spur von auch nur einigermassen neutraler Information. Statt dessen pure Propaganda und eine Täuschung der Öffentlichkeit mit absurden Formulierungen. Zitat:</p>
<p><em>„Die moderne Anthroposophie wurde von Dr. Rudolf Steiner (1861-1925) begründet als eine Geisteswissenschaft, die sich mit dem Immateriellen in Mensch und Natur auf eine vergleichbare Art wissenschaftlich beschäftigt, wie die Naturwissenschaft mit dem Materiellen.“</em></p>
<p><em>http://www.kikom.unibe.ch/content/fachbereiche/bla/index_ger.html, 20. 10. 2010</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p>Dieser Satz enthält meiner Ansicht nach eine geballte Ladung an Bullshit und wirft mindestens zwei Fragen auf:</p>
<p><strong>1. Was ist modern an der Anthroposophie?</strong></p>
<p>Meiner Ansicht nach ist es eine der wichtigen Errungenschaften der Moderne, dass Krankheit und Behinderung nicht mehr mit Sünde und moralischen Verfehlungen verknüpft werden. Wer nur schon eine Ahnung hat von Medizingeschichte weiss, wie viel Unglück mit solchen moralisierenden Unterstellungen verbunden war – und immer noch ist.</p>
<p>Anthroposophische Medizin aber besteht in ihrem Kern aus der Überzeugung, dass Krankheit und Behinderung Folge moralischer Verfehlungen in einem früheren Leben sind.</p>
<p>Lügenhaftigkeit zum Beispiel führt in einem späteren Leben zu geistiger Behinderung.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/komplementaermedizin-abstimmung-kritische-anmerkungen-zur-anthroposophischen-medizin.html  ">Komplementärmedizin-Abstimmung: Kritische Anmerkungen zur Anthroposophischen Medizin</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/01/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html">Kritische Fragen an Simonetta Sommaruga zur Förderung der Anthroposophie </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/03/01/anthroposophische-medizin-ins-medizinstudium-offene-fragen-1.html">Anthroposophische Medizin ins Medizinstudium – offene Fragen</a></p>
<p>Anthroposophische Medizin dreht an diesem Punkt das Rad zurück und betreibt eine Remoralisierung der Heilkunde.  Sie unterstellt kranken und behinderten Menschen moralisches Versagen in einem früheren Leben und arbeitet dann engagiert an einer Verbesserung dieses angeblich desolaten Karmas. Über diesen Kern der Lehre reden Anthroposophen allerdings mit Uneingeweihten – die noch nicht so weit sind – nur ungern.</p>
<p>Doch der lupenreine Anthroposoph Adolf Baumann nennt die Karmaidee in seinem “ABC der Anthroposophie” gar das Herzstück der anthroposophischen Weltanschauung (Bern 1986). Und Michaela Glöckner, die langjährige Leiterin der Medizinischen Sektion am Goetheanum schreibt im von ihr herausgegebenen Buch “Anthroposophische Medizin” (Verlag Freies Geistesleben, 1993, S. 27/28):</p>
<p><em>“Rudolf Steiners bedeutendste Leistung war es, zu der blossen Annahme von wiederholten Erdenleben, wie sie von vielen Menschen geteilt wird (z. B. Goethe, Lessing, Friedrich der Grosse, Stefan Zweig, Wilhelm Busch), mit Hilfe seiner Geistesforschung zu einer umfassenden Darstellung der Gesetzmässigkeit zu kommen, nach denen sich die wiederholten Erdenleben vollziehen.<br />
Erst die Kenntnis dieser Gesetzmässigkeiten macht ein vollbewusstes Mitarbeiten am Krankheitsschicksal möglich.”</em></p>
<p><strong>Anthroposophische Medizin  &#8211; eine Geisterheilkunde</strong></p>
<p>Im Krankheitsverständnis der Anthroposophischen Medizin spielen <strong>Ahriman</strong> und <strong>Luzifer </strong>eine zentrale Rolle,  die beiden Widersachermächte der Anthroposophie. Eine Lungenentzündung bekommt, wer sich  in einem früheren Leben  sinnliche Ausschweifungen zuschulden kommen liess, und daher nun mit  Luzifer im Krieg steht. Im Falle von Lungentuberkulose dagegen geht es um eine Auseinandersetzung mit Ahriman.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/05/anthroposophische-pflege-offene-fragen.html   ">Anthroposophische Pflege – offenen Fragen</a></p>
<p>Anthroposophische Medizin steht im Kampf gegen die Widersachermächte Ahriman und Luzifer.  Da stellt sich doch die Frage, warum nicht auch der katholische Exorzismus in die KIKOM der Universität Bern  integriert wird. Hier zeigt sich ein eklatantes Versagen der Katholischen Kirche in Sachen Lobbying.</p>
<p>Es fragt sich aber auch sonst, was denn die Universität Bern <em>modern</em> findet an der Anthroposophie.</p>
<p>Die Wurzelrassenlehre, wonach zum Beispiel Indianer genauso wie die Affen eine  dekadente Abzweigung sind in der Entwicklung der Menschheit hin zum Europäer bzw. zum Arier?</p>
<p>(GA 100, Vortrag vom 22. 11. 1907)</p>
<p>Oder die Vorstellung, dass Indianer nicht etwa ausgerottet wurden, sondern aussterben mussten aufgrund ihres schlechten Karmas?</p>
<p>(GA 121, Vortrag vom 10. 6. 1910)</p>
<p>Dass eine remoralisierende Geistermedizin an der Universität Bern  Platz gefunden hat, scheint mir mehr als fragwürdig. Die Universität Bern kann dafür aber wohl nicht letztendlich verantwortlich gemacht werden. So kommt es nämlich heraus, wenn Politik und clevere Lobby-Gruppen bestimmen, was an Universitäten gelehrt werden soll – wobei allerdings das „Volk“ kaum etwas weiss vom Geisterleben in der Anthroposophischen Medizin und von der diskriminierenden Unterstellung moralischen Versagens gegenüber von Kranken und Behinderten.</p>
<p><strong>2. Sind anthroposophische „Geisteswissenschaft“ und Naturwissenschaft wirklich so vergleichbar – wie das die Universität Bern behauptet?</strong></p>
<p>Da steht doch auf der Website der Universität Bern tatsächlich die Behauptung, dass sich die Anthroposophie „mit dem Immateriellen in Mensch und Natur auf eine vergleichbare Art wissenschaftlich beschäftigt, wie die Naturwissenschaft mit dem Materiellen.“</p>
<p>Diese Behauptung ist so absurd, dass sich ernsthaft die Frage stellt, was den die Universität Bern unter Wissenschaft versteht. Es ist mir schon fast peinlich, als Nichtakademiker die Universität Bern ausgerechnet an diesem Punkt kritisieren zu müssen. Eine solche Desinformation sollte meines Erachtens aber nicht einfach so unkommentiert stehen gelassen werden.</p>
<p>Prägnant formulierte der amerikanische Philosoph <strong>John Dewey </strong>(1859-1952) „das erste Erfordernis des wissenschaftlichen Verfahrens – nämlich volle Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse“.</p>
<p>(in: Erfahrung, Erkenntnis und Wert, S. 314, Suhrkamp 2004)</p>
<p>Rudolf Steiner hat seine angeblichen „Erkenntnisse aus höheren Welten“ aus der Akasha-Chronik. Wikipedia schreibt im Beitrag zur Akasha-Chronik:</p>
<p><em>„ Akasha-Chronik bezeichnet in Teilen der Esoterik, vor allem in der ‚modernen’ (anglo-indischen) Theosophie und in der Anthroposophie, die Vorstellung eines übersinnlichen „Buchs des Lebens“, das in immaterieller Form ein allumfassendes Weltgedächtnis enthält“</em></p>
<p>Und ausserdem:</p>
<p><em>„Nach der Auffassung des Religionswissenschaftlers Hartmut Zinser sind vermeintliche Erkenntnisse über die und aus der Akasha-Chronik Glaubensaussagen im religiösen Sinn, deren Glaubenscharakter aber geleugnet werde, indem diese als objektive Tatsachen ausgegeben werden. Damit unterlägen Esoteriker wie Rudolf Steiner ‚einem der erkenntnistheoretischen Grundfehler des modernen Okkultismus: nicht, jedenfalls nicht hinreichend zwischen Wahrnehmung (hier: den Seelenerlebnissen) und Deutung (als übersinnliche Welt) zu unterscheiden.’“</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Wo also ist hier die Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse, die Dewey als erstes Erfordernis wissenschaftlicher Verfahren beschreibt?</p>
<p>Wer hat denn an der Universität Bern Zugang zu dieser Akasha-Chronik, um die angeblichen dort gefundenen „Forschungsergebnisse“ Rudolf Steiner’s zu überprüfen? – Intersubjektive Überprüfbarkeit der Erkenntnisse ist schliesslich ein weiterer Kernpunkt wissenschaftlicher Vorgehensweise.</p>
<p>Wie stellt sich die Universität Bern eine Überprüfung des schlechten Karmas von Behinderten vor? Wie die Beteiligung der Widersachermächte Ahriman und Luzifer bei Lungenkrankheiten und Tumoren?</p>
<p>Die Universität Bern „verarscht“ – Verzeihung für den „unanständigen“, aber direkten Ausdruck -  meines Erachtens mit dieser absurden Formulierung auf ihrer Website die Öffentlichkeit.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Komplementärmedizin im &#8220;Club&#8221; auf SF DRS &#8211; Populismus und einseitige Suggestivfragen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/13/komplementarmedizin-im-club-auf-sf-drs-populismus-und-einseitige-suggestivfragen.html</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Oct 2010 19:47:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Komplementärmedizin &#038; Politik. Diskussion um Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin, Phytotherapie, Neuraltherapie und Anthroposophische Medizin.
Welche Methoden der Komplementärmedizin sollen in die Grundversicherung aufgenommen werden?
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 12. Oktober brachte die Sendung „Club“ auf SF DRS eine Diskussionsrunde zum Thema <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a>. Auf der Website wird die Sendung ziemlich einseitig-polemisch angekündigt. Ein Beispiel für den in vielen Medien weit verbreiteten undifferenzierten, unkritischen und oberflächlichen Umgang mit diesem Thema.</p>
<p>Und so kommt die Ankündigung daher:</p>
<p>„Homöopathie – bald nur noch für Reiche?</p>
<p>2009 hat das Schweizer Stimmvolk deutlich Ja gesagt zur Komplementärmedizin. Trotzdem sollen künftig nur zwei von fünf Behandlungsmethoden durch die Grundversicherung abgedeckt werden. Wird somit der Volkswille umgangen? Warum sollen diese Heilmethoden nicht jedermann zugänglich sein?<br />
Bei Röbi Koller diskutieren Befürworter und Gegner von Komplementärmedizin.“</p>
<p>http://www.sendungen.sf.tv/club/Sendungen/Club</p>
<p>Es ist zwar korrekt, dass das Schweizer Stimmvolk 2009 deutlich Ja gesagt hat zum Verfassungsartikel zur Förderung der Komplementärmedizin. Allerdings zu einem sehr vagen, allgemeinen Artikel, der eine Berücksichtigung der Komplementärmedizin durch Bund und Kantone verlangt und im Detail nichts festlegt.</p>
<p>Damit ist allerdings das Krankenversicherungsgesetz, welches für die Grundversicherung Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit verlangt, nicht ausser Kraft gesetzt.</p>
<p>Die Ankündigung auf der Website des „Club“ suggeriert aber, dass der „Volkswille“ entscheidet. Das ist Populismus, wie man ihn schöner nicht demonstrieren könnte. Das „Volk“ hatte keine Gelegenheit, über einzelne Methoden abzustimmen. Ihm wurde ein vager Verfassungsartikel vorgelegt, weil so am meisten Zustimmung zu holen und am wenigsten Widerstand zu erwarten war.</p>
<p>Das „Volk“ konnte nur die Frage beantworten: Wollen wir Komplementärmedizin in unserem Gesundheitswesen fördern, Ja oder Nein?</p>
<p>Diese Frage ist so sinnvoll wie die Frage: Sind Pilze essbar, Ja oder Nein?</p>
<p>Hätte das „Volk“ über einzelne Methoden abstimmen können, hätte das wohl ziemlich harte Diskussionen ausgelöst, das Ergebnis wäre weniger traumhaft, aber dafür differenzierter gewesen.</p>
<p>Die Ankündigung auf der Website des „Clubs“ von SF DRS ist populistisch, weil sie den (angeblichen) „Volkswillen“ als absolute Instanz hinstellt. Aber auch für das „Volk“ gilt das Krankenversicherungsgesetz, welches von den Volksvertretern beschlossen wurde.</p>
<p>Die Volksvertreter könnten das Kriterium „Wirksamkeit“ im Gesetz auch abschaffen oder aufweichen. Bemühungen dazu gibt es von Seiten der Komplementärmedizin-Lobby. Das würde darauf hinauslaufen, dass anstelle von „Wirksamkeit“ mehr die „Beliebtheit“ einer Methode zum Kriterium dafür wird, ob eine Methode von der Grundversicherung bezahlt werden soll.</p>
<p>In diese Richtung neigte auch der Artikel im Tages-Anzeiger</p>
<p>Siehe.:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/10/komplementarmedizin-aktuelles-aus-dem-bundeshaus.html">Komplementärmedizin: Aktuelles aus dem Bundeshaus</a></p>
<p>Beliebtheit ist aber als Kriterium höchst fragwürdig:</p>
<p>1. Beliebtheit hat mit Wirksamkeit oft wenig bis gar nichts zu tun. Die Medizingeschichte ist voll Methoden, die über Jahrhunderte sehr beliebt waren, sich aber irgendwann als unsinnig oder gar gefährlich heraus gestellt haben. Ein Beispiel dafür ist der Aderlass.</p>
<p>2. Eine Heilmethode ist beliebt, wenn sie bestimmte Bedürfnisse befriedigt, zum Beispiel nach einfachen Erklärungen, nach Sinngebung, nach schnellen Lösungen, nach Hoffnung, nach Zuwendung, nach dem Wunderbaren etc.</p>
<p>Bedürfnisse notabene, die man differenziert anschauen müsste.</p>
<p>Im antiken Rom waren die „Methodiker“ sehr beliebt, sie verordneten gerne Wein, Bäder und lange Spaziergänge&#8230;.</p>
<p>3. Beliebtheit ist voll abhängig von guten Marketingstrategien und Lobbying-Strategien. Wenn Wirksamkeit als Kriterium durch Beliebtheit ersetzt wird, dann haben wir in der Grundversicherung einfach das, was am cleversten verkauft wird.</p>
<p>4. Beliebtheit ist sehr individuell und schwer fassbar.</p>
<p>Man könnte natürlich eine Umfrage machen und die fünf beliebtesten Methoden in die Grundversicherung aufnehmen. Dann sind wir allerdings bei Punkt 3 und bei einer statistischen Beliebtheit.</p>
<p>Oder wir fassen Beliebtheit individuell auf und dann kann jede und jeder sein Steckenpferd über die Grundversicherung abrechnen. Mir selber tut Pilates gut. Wenn also der Nachweis von Wirksamkeit durch Beliebtheit ersetzt wird, möchte ich gerne anstelle von Homöopathie und Anthroposophischer Medizin Pilates über die Grundversicherung bezahlt haben. Auf Homöopathie und Anthroposophische Medizin festgelegt zu werden, würde ich in einem solchen Fall als Bevormundung auffassen.</p>
<p>5. Von Beliebtheit zu Beliebigkeit ist es ein kleiner Schritt.</p>
<p>Die „Club“-Sendung auf SF DRS selber war meinem Eindruck nach genauso einseitig-polemisch moderiert wie die Ankündigung auf der Website. Auf den Inhalt der Sendung werde ich später zurückkommen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Komplementärmedizin &#8211; Aktuelles aus dem Bundeshaus</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/10/komplementarmedizin-aktuelles-aus-dem-bundeshaus.html</link>
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		<pubDate>Sun, 10 Oct 2010 19:34:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von den 5 Methoden der Komplementärmedizin ist Phytotherapie zusammen mit Neuraltherapie offenbar in der Poleposition gegenüber Homöopathie, Anthroposophischer Medizin und Traditioneller Chinesischer Medizin. Fachlich ist aber fragwürdig, ob Phytotherapie zur Komplementärmedizin zählt. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kommt das Thema „<a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a>“ in Politik und Medien zur Sprache, kann man sich auf einiges gefasst machen. Fast sicher ist ein hoher Populismusfaktor, überwiegend fehlende Differenzierungen, weitgehende Abwesenheit von kritischem Nachfragen und nicht selten schlichte Fehlinformationen.</p>
<p>Der Tages-Anzeiger berichtet unter dem Titel „Befürworter der Alternativmedizin fürchten um die Früchte ihres Sieges“ :</p>
<p>„ Das Bundesamt für Gesundheit will offenbar nur zwei der fünf alternativen Heilmethoden wieder in die Grundversicherung aufnehmen – die beiden unbedeutendsten.“</p>
<p>Und weiter:</p>
<p>„ Für zusätzlichen Ärger sorgt, dass beim BAG offenbar die Neural- und die Phytotherapie in der Poleposition sind – ausgerechnet jene zwei Methoden also, die in der Schweiz die geringste Bedeutung haben. Die beliebteste Heilmethode, die Homöopathie, bliebe aussen vor. Für die Befürworter der Alternativmedizin liegt darum der Verdacht nahe: Der Bund möchte eigentlich nichts tun, nur wagt er dies nach dem positiven Volksentscheid nicht und setzt nun darum auf die unbedeutendsten Methoden.“</p>
<p>Dazu ist zu sagen:</p>
<p>Die Beliebtheit einer Methode kann und darf für das Bundesamt für Gesundheit kein Kriterium sein. Das Gesetz sieht ja Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirkschaftlichkeit als Bedingung für die Aufnahme in die Grundversicherung vor.</p>
<p>Dass Phytotherapie in der Poleposition zu sein scheint, ist erfreulich, und es dürfte damit zusammenhängen, dass sie von den fünf zur Diskussion stehenden Methoden am besten wissenschaftlich belegt ist.</p>
<p>Dazu ist aber zu sagen, dass es meiner Ansicht nach keine sachlichen, fachlichen Gründe dafür gibt, Phytotherapie zur Komplementärmedizin zu zählen. Die Bürgerinnen und Bürger werden hier in die Irre geführt. Dass Phytotherapie in dieses Fünfer-Päckli aufgenommen wurde zusammen mit Homöopathie, Anthroposophischer Medizin, Traditioneller Chinesischer Medizin und Neuraltherapie, ist das Resultat von geschicktem Lobbying und einer cleveren Politstrategie. Diese politische Vereinnahmung der Phytotherapie lehne ich ab.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/gehoert-phytotherapie-zur-komplementaermedizin.html">Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?</a></p>
<p>Der Artikel im Tages-Anzeiger ist meines Erachtens ziemlich tendenziös. Er suggeriert böse Machenschaften zum Schaden der Komplementärmedizin, deutet aber alles nur vage an.</p>
<p>„Für zusätzlichen Ärger sorgt&#8230;..“</p>
<p>Wer genau ärgert sich über die angebliche Poleposition von Phytotherapie und Neuraltherapie?</p>
<p>„Für die Befürworter der Alternativmedizin liegt darum der Verdacht nahe: Der Bund möchte eigentlich nichts tun, nur wagt er dies nach dem positiven Volksentscheid nicht und setzt nun darum auf die unbedeutendsten Methoden.“</p>
<p>Wer äussert diesen Verdacht und wie wird er begründet?</p>
<p>„’Wir befürchten, dass es verschiedene Gründe gibt, die Methoden nicht gleichzubehandeln’, sagt die grüne Nationalrätin Yvonne Gilli. Und Rolf Büttiker warnt: ‚Es darf keinen politischen Deal geben.’ Vielmehr seien alle fünf Methoden unvoreingenommen und strikt nach den WZW-Kriterien zu prüfen – und zwar durch unabhängige Experten.“</p>
<p>Welche Gründe meint Nationalrätin Yvonne Gilli? Geheimnisvolle Andeutungen sind fragwürdig und verunmöglichen eine offene Diskussion. Zudem wäre es aus Gründen der Transparenz nötig offenzulegen, dass für Yvonne Gilli als Ärztin für Homöopathie und Sympathisantin der Anthroposophie auch eigene Interessen im Spiel sind. Redet nämlich ein Bankenvertreter im Parlament zu einer Bankenvorlage, so wird diese Interessenbindung (hoffentlich) auch erwähnt.</p>
<p>Und was meint Ständerat Rolf Büttiker mit „Es darf keine politischen Deal geben?“ – Auch hier vage Unterstellungen statt klare Aussagen. Welche Art von Deal meint Rolf Büttiker?</p>
<p>Und ja, natürlich gibt es Unterschiede  zwischen den fünf Methoden, die zu unterschiedlichen Bewertungen führen können.</p>
<p>Und unabhängige Experten zu fordern ist schön, wie wäre es aber, wenn die Anhänger der Komplementärmedizin unabhängige Experten vorschlagen würden? Dann könnte man nämlich über diese Vorschläge diskutieren.</p>
<p>„Yvonne Gilli fürchtet vor allem, dass die Kommission die Wirksamkeit der Komplementärmedizin primär nach den wissenschaftlichen Kriterien der Schulmedizin nachzuweisen versucht. Dabei aber – so sehe es auch das Bundesgericht – dürfe man es nicht belassen, sagt Gilli. Vielmehr sei eine auch für Komplementärmedizin geeignete Methodik anzuwenden.“</p>
<p>Auch das eine alte Leier – immer wieder die Forderung nach speziell auf die verschiedenen Verfahren zugeschnittenen Prüfmethoden. Das Bundesgericht hat eine wissenschaftliche Überprüfung der Wirksamkeit gefordert, die nicht nur nach den Kriterien der Schulmedizin geschehen muss. Aber das Bundesgericht hat auf strengen wissenschaftlichen Prüfmethoden bestanden. Das wird nicht einfach werden.</p>
<p>Die Forderung nach einer für die Komplementärmedizin geeigneten Prüfmethodik tönt auf den ersten Blick überzeugend. Sie könnte aber beinhalten, dass quasi jede Methode selber festlegt, nach welchen Kriterien sie überprüft werden will. Das würde auf einen Binnenkonsens hinaus laufen und die verschiedenen Komplementärmedizin-Verfahren gegen unabhängige Überprüfung immunisieren.</p>
<p>Warum legt Yvonne Gilli nicht auf den Tisch, welche Methoden konkret sie für geeignet hält, dann könnte nämlich darüber diskutiert werden. Aber immer schön vage bleiben, dann kann man Verdächtigungen streuen, ohne selber hinterfragbar zu werden.</p>
<p>Ein Kern der Anthroposophischen Medizin zum Beispiel besteht in der Vorstellung, dass Behinderung und Krankheit durch moralisches Versagen in einem früheren Leben bewirkt wird. Lügenhaftigkeit zum Beispiel bewirkt geistige Behinderung. Anthroposophische Medizin arbeitet an diesem unterstellten schlechten Karma von Behinderten und Kranken. Wie stellt sich Nationalrätin Yvonne Gilli (GPS) vor, dass die Wirksamkeit und Zweckmässigkeit dieser Karmatherapie wissenschaftlich überprüft werden soll? Diese Frage müsste natürlich auch an  SP-Nationalrat Jean-François Steiert und an Ständerat Rolf Büttiker (FDP) gehen, die im Artikel erwähnt sind. Mit der Zusatzfrage, warum sie staatliche Unterstützung und Anerkennung für eine Heilmethode verlangen, die auf derart diskriminierenden Unterstellungen gegenüber Behinderten und Kranken basiert.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://http://heilpflanzen-info.ch/blog/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html">Komplementärmedizin: Kritische Fragen an Simonetta Sommaruga zur Förderung der Anthroposophischen Medizin</a></p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/archive/2010/03/01/anthroposophische-medizin-ins-medizinstudium-offene-fragen-1.html  ">Anthroposophische Medizin ins Medizinstudium &#8211; offene Fragen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/05/anthroposophische-pflege-offene-fragen.html  ">Anthroposophische Pflege &#8211; offene Fragen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/komplementaermedizin-abstimmung-kritische-anmerkungen-zur-anthroposophischen-medizin.html  ">Komplementärmedizin: kritische Anmerkungen zur Anthroposophischen Medizin</a></p>
<p>Tages-Anzeiger online hat zum Artikel eine Abstimmung durchgeführt mit der Frage:</p>
<p>„Gehört die Alternativmedizin in die Grundversicherung?“</p>
<p>48 % antworteten mit JA,</p>
<p>52 % antworteten mit NEIN</p>
<p>Die Fragestellung ist etwa so sinnvoll wie die Frage: Sind Pilze giftig, ja oder nein?</p>
<p>Mit anderen Worten, Differenzierung wäre gefragt anstelle von Pauschalisierung.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Befuerworter-der-Alternativmedizin-fuerchten-um-die-Fruechte-ihres-Sieges/story/13005242</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Wann Heilpflanzen-Präparate gut helfen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/03/wann-heilpflanzen-praparate-gut-helfen.html</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 11:44:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Pflanzenheilkunde ist sehr beliebt - viele Heilpflanzen zeigen gute Verträglichkeit. Phytotherapie ist auch an vielen Universitäten anerkannt. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei leichten Beschwerden gelten Heilpflanzen nicht nur als gut verträgliche und wirksame Alternative. Die Pflanzenheilkunde ist auch sehr beliebt.</p>
<p>Für die Pflanzenheilkunde bzw. Phytotherapie brachte das Jahr 2004 in Deutschland wenig Gutes. Die Gesundheitsreform schloss damals auf einen Schlag fast sämtliche rezeptfreien Medikamente – und damit auch fast alle Heilpflanzen-Präparate – von der Erstattungspflicht durch die gesetzlichen Krankenkassen aus. Seitdem müssen Patienten diese Naturheilmittel aus eigener Tasche bezahlen. Anhänger der Phytotherapie befürchteten einen prägnanten Imageverlust nach dem Motto „Was die Krankenkasse nicht zahlt, kann auch nicht wirken“. Dass die Deutschen jedoch weit mehr Vertrauen in die Pflanzenmedizin haben, zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage der Nürnberger GfK Marktforschung im Auftrag der Apotheken Umschau.</p>
<p>Demnach nutzen 41,7 Prozent der Bundesbürger regelmäßig oder gelegentlich Medikamente auf pflanzlicher Basis, bei Frauen liegt dieser Anteil sogar bei 53,0 Prozent. Auch Apotheker Roland Andre aus dem bayerischen Pfaffenhofen hat den positiven Trend für die Pflanzenheilkunde beobachtet: „Trotz der Einschnitte bei den Kassenleistungen sind viele Verbraucher bereit, erfolgreiche Phytopharmaka aus eigener Tasche zu bezahlen.“ Die Menschen hätten sich mit der Ungerechtigkeit abgefunden und würden Heilpflanzen deshalb nicht weniger nutzen.</p>
<p>Eines der wichtigsten Argumente für die Heilkräuter dürfte ihre gute Verträglichkeit sein. So äussern sich jedenfalls vier von fünf Befragten (80,6 Prozent). „Die in Deutschland zugelassenen rezeptfreien Arzneimittel sind so gut auf ihre Wirkungen überprüft, dass man das tatsächlich so pauschal sagen kann“, sagt auch Professorin Karin Kraft, Direktorin des Instituts für Naturheilkunde an der Universität Rostock.</p>
<p>Die Bandbreite der Heilpflanzen-Anwendungen ist gross. Ob Primeln (Schlüsselblumen) gegen Husten, Rotes Weinlaub bei Erkrankungen der Beinvenen oder Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) als hormonfreie Alternative zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden: Es gibt kaum eine Indikation, bei der sich nicht auch ein Heilpflanzen-Extrakt einsetzen ließe. „Im Gegensatz zur schulmedizinischen Therapie ist es nicht nur ein einzelner Wirkstoff, der einen bestimmten Mechanismus auslöst, sondern ein Gemisch aus einer Vielzahl von Stoffen, die man oft noch gar nicht im Detail kennt“, erklärt Dr. Bernhard Uehleke, Forscher am Institut für Naturheilkunde an der Berliner Charité. Diese Vielstoffgemische greifen an mehreren Punkten im Organismus an, wo sie wie an kleinen Stellschrauben feinregulierend wirken.</p>
<p>Die meisten Heilpflanzen-Präparate müssen daher längere Zeit angewendet werden, bis die erwünschte Wirkung eintritt. „Der Körper braucht einfach eine gewisse Zeit, um Vorgänge zu starten und das Gleichgewicht zu finden“, sagt Uehleke. Ob man mit höheren Einstiegsdosierungen gegebenenfalls schnellere Wirkungen erzielen könnte, sei jedoch noch nicht ausreichend erforscht. So eignet sich die Pflanzentherapie hauptsächlich zur Linderung leichter Beschwerden. Begleitend zu einer schulmedizinischen Therapie kann sie außerdem Nebenwirkungen abmildern oder den Heilungsverlauf verbessern.</p>
<p>Zahlreiche Phytotherapeutika zeigen jedoch schon bei einer erstmaligen Anwendung eine gute Wirkung. „Dazu zählen beispielsweise Einreibungen bei Hautproblemen oder Bäder für einen besseren Schlaf“, erklärt Uehleke. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass Arzneimittel aus Extrakten von Baldrian, Hopfen oder Melisse schon bei einer einmaligen Einnahme eine ähnliche Wirkung wie die chemischen Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine haben können – ohne die lästigen katerähnlichen Folgen am folgenden Morgen.</p>
<p>Bei schweren Erkrankungen funktionieren Phytopharmaka aus dem rezeptfreien Spektrum allerdings nicht. Versuche, auch schwere Depressionen mit Johanniskraut oder höhergradige Herzinsuffizienzen mit Weißdornextrakten zu therapieren, schlugen in den vergangenen Jahren fehl. Umso mehr konzentrieren sich die Bemühungen der Pharmaindustrie auf die Entwicklung von Heilpflanzen-Präparaten zur Gesunderhaltung und zur Behandlung leichter Beschwerden. „Das ist die Domäne der Phytotherapie“, sagt Professorin Karin Kraft.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>Apotheken Umschau; 27.09.2010<br />
RYF/iStock</p>
<p><a href="http://www.apotheken-umschau.de/Heilpflanzen/Wann-pflanzliche-Arzneimittel-gut-helfen-75327.html">http://www.apotheken-umschau.de/Heilpflanzen/Wann-pflanzliche-Arzneimittel-gut-helfen-75327.html</a></p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>- Die Situation betreffend Erstattung von Phytopharmaka unterscheidet sich in Deutschland und in der Schweiz. In der Schweiz werden Heilpflanzen-Präparate von der Grundversicherung bezahlt, wenn ihre Wirksamkeit ausreichend in Studien belegt ist – genauso wie dies bei synthetischen Arzneimitteln gefordert wird. Das ist ein Unterschied zu Präparaten aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin, die von der Grundversicherung aus politischen Gründen bezahlt werden, ohne dass ihre Wirksamkeit belegt werden müsste. Weil das Gesetz &#8220;Wirksamkeit&#8221; verlangt, geschieht diese eklatante Bevorzugung meiner Ansicht nach ohne Rechtsgrundlage. Das Bundesamt für Gesundheit BAG) in Bern hat jedenfalls bisher auch nach zweimaliger Anfrage keine gesetzliche Grundlage angegeben.</p>
<p>- In der Apotheken Umschau wird ein Soforteffekt von Arzneimitteln aus Extrakten von Baldrian, Hopfen und Melisse erwähnt. Bei Baldrian-Extrakt gibt es meines Erachtens gute Hinweise aus klinischen Studien dafür, dass  sein volles Potential als Beruhigungsmittel und Schlafhilfe sich erst bei längerer Einnahme voll entfaltet. Möglicherweise gibt es schnellere Effekte bei Kombipräparaten mit Baldrian, Hopfen und Melisse &#8211; wohl aber eher wegen Hopfen &amp; Melisse.</p>
<p>- Falls Sie die Wirkungen der Heilpflanzen beruflich oder privat nutzen möchten, lohnt sich eine fundierte Ausbildung bzw. Weiterbildung. Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch.  ">www.phytotherapie-seminare.ch.</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Britische Ärzte halten Homöopathie für &#8220;Hexenzauber&#8221;</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/31/britische-arzte-halten-homoopathie-fur-hexenzauber.html</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 15:02:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Britische Ärzte fordern Ausschluss der Homöopathie vom staatlichen Gesundheitssystem. Im Kommentar werden die Argumente der Homöopathie-Gegner und der Homöopathie-Verteidiger unter die Lupe genommen. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der größte Ärztebund in Großbritannien verlangt, Homöopathie aus dem staatlichem Gesundheitsdienst auszuschließen.</p>
<p>Homöopathie sei &#8220;Hexenzauber&#8221; und &#8220;nicht wissenschaftlich belegt&#8221;, hält eine Resolution fest, die von hunderten Ärzten der British Medical Association (BMA) in London verabschiedet wurde. Damit befindet sich der Ärztebund, welcher die beruflichen Interessen von über 75 000 Medizinern im Königreich vertritt, auf direktem Konfrontationskurs mit dem Verband der Homöopathen. Die Ablehnung der Homöopathie fiel überraschend scharf aus.</p>
<p>Solange es &#8220;keine wissenschaftlichen Beweise&#8221; gebe, die die Wirksamkeit homöopathischer Heilmethoden belegten, solange solle der staatliche Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) die Kosten dafür nicht bezahlen. Die Resolution der BMA-Ärzte fordert weiter: &#8220;In Zeiten wachsender Geldknappheit ist es unverantwortlich, den Gesundheitsetat mit Ausgaben für Quacksalberei zu belasten.&#8221;</p>
<p>Der NHS übernimmt derzeit in gewissen Fällen die Kosten für homöopathische Therapien. Nach Auskunft des Gesundheitsministeriums wurden im vergangenen Jahr rund 54 000 NHS-Patienten in den vier staatlichen Homöopathie-Kliniken in London, Glasgow, Bristol und Liverpool behandelt. Das kostete den Steuerzahler etwa vier Millionen Pfund (rund 5,5 Millionen Euro).</p>
<p>Die Ablehnung der Homöopathie durch die britischen Ärzteverbände ist nicht neu. Die BMA hatte in der Vergangenheit mehrfach ihre Zweifel an der Wirksamkeit von Homöopathie und anderer Methoden der Alternativmedizin geäußert. Neu ist, dass die Organisation vom Gesetzgeber den Ausschluss von der Kostenerstattung fordert.</p>
<p>Ein Sprecher der &#8220;British Homeopathic Association&#8221; (BHA) erklärte in London, Homöopathie sei &#8220;bei zehntausenden Patienten beliebt&#8221; und Umfragen hätten gezeigt, dass &#8220;70 Prozent homöopathisch therapierter Patienten eine Besserung ihrer Leiden&#8221; meldeten.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gesundheitspolitik_international/article/607535/homoeopathie-hexenzauber-britische-aerzte.html?sh=4&amp;h=-573125894</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Ach, ein Ausdruck wie „Hexenzauber“ ist ziemlich polemisch und deplatziert.</p>
<p>Oder glaubt die BMA tatsächlich an „Hexenzauber“?</p>
<p>Auch ist das Argument der Kosten nicht sehr stark, weil in vielen anderen Bereichen des Gesundheitswesens unvergleichlich grössere Beträge gespart werden könnten, die sinnlos zum Fenster hinaus geworfen werden. Zudem wäre es konstruktiver, wenn Homöopathie-Kritiker nicht so unnötig arrogant auftreten würden wie die BMA und auch anerkennen könnten, dass viele Menschen subjektiv überzeugt davon sind, dass Homöopathie ihnen gut tut, auch wenn sich diese Wirkungen nicht objektivieren lassen. Diese Erfahrung gilt es erst einmal anzuerkennen und ernst zu nehmen. Gegen „Erfahrung“ lässt sich schlecht argumentieren. Die Interpretation der Erfahrung – beispielsweise dass die eingenommenen Globuli für die Besserung verantwortlich sind -  lässt sich aber sehr wohl in Frage stellen.</p>
<p>Dass in solchen subjektiven Interpretationen ein grosses Täuschungspotential liegt, ist ganz offensichtlich. Im Einzelfall kann ich zum Beispiel nie wissen, wie der Verlauf ohne Therapie gewesen wäre. In vielen Fällen werden Menschen ja einfach aufgrund ihrer Selbstheilungskräfte gesund. Das gilt natürlich für alle Therapien.</p>
<p>Während also die Stellungsnahme der BMA etwas gar polemisch daher kommt, fallen die Gegenargumente der &#8220;British Homeopathic Association&#8221; (BHA) bemerkenswert schwach aus.</p>
<p>Dass Homöopathie „bei zehntausenden Patienten beliebt“ sei, sagt über Wirksamkeit nichts aus. Die Medizingeschichte ist voll von beliebten Methoden, die sich nach Jahren oder Jahrhunderten der Beliebtheit als völlig nutzlos erwiesen haben. Der Aderlass zum Beispiel. Beliebtheit wäre auch ein fragwürdiges Kriterium um zu entscheiden, welche Methoden vom staatlichen Gesundheitsdienst bzw. von Krankenkassen bezahlt werden sollten. Jede und jeder hat dann mit Sicherheit eigene Lieblinge. Ich würde dann nämlich gerne Pilates bezahlt haben wollen, nicht aber Homöopathie oder Anthroposophische Medizin, die mir persönlich nichts sagen. Was also sind die Kriterien, nach denen zu entscheiden wäre, was bezahlt wird und was nicht? Das bessere Lobbying?</p>
<p>Und wenn „70 Prozent homöopathisch therapierter Patienten eine Besserung ihrer Leiden&#8221; melden, dann ist das auch nicht sehr erhellend, weil ein mindestens so grosser Anteil der Leiden aufgrund unserer Selbstheilungskräfte auch ohne Behandlung bessert, weil bei chronischen Krankheiten eine schwankender Verlauf mit charakteristischen Aufs und Abs oft Besserungen vorspiegelt und weil bei allen Behandlungsmethoden Erfolge durch Placebo-Effekte zu erwarten sind. Solche Angaben tönen gut, sind aber ohne Substanz. Eine Prise mehr Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung würde hier den Verteidigern der Homöopathie gut anstehen.</p>
<p>Was bleibt eigentlich jenseits von Polemik und Verteidigungsreflex?</p>
<p>Klar scheint mir zweierlei:</p>
<p>1. Wenn man nicht einzelne kleine Studien mit positivem Ergebnis herauszupft, sondern die ganze Studienlage in den Blick nimmt, auch mit den qualitativ guten Untersuchungen, dann gibt es starke Hinweise dafür, dass Globuli rein als solche nicht besser wirken als Placebo.</p>
<p>2. Schaut man sich Homöopathie als ganzes Therapieverfahren an, dann ist ebenso gut dokumentiert, dass nicht wenige Menschen bei verschiedenen Beschwerden  damit Linderung finden. Dabei spielt der Kontext eine wichtige Rolle (Erwartungshaltung von PatientIn und MedizinerIn, mehr Zeit für Erstgespräch mit dem Effekt des Sich-Ernst-genommen-fühlens etc.).</p>
<p>Die Frage ist nun, welche Schlüsse man daraus zieht hinsichtlich einer allfälligen Bezahlung von Homöopathie als Therapie via Krankenkassen (Homöopathika, also die homöopathischen Präparate, werden in der Schweiz von der obligatorischen Krankenversicherung schon seit langem bezahlt und sind vom Wirkungsnachweis befreit).</p>
<p>Wird Homöopathie von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt, dann müsste folgerichtig jede überwiegend kontextbezogen wirkende Therapie bezahlt werden. Dann landen wir beim Kriterium, dass bezahlt wird, was dem Patienten gut tut. Das wäre eine Entscheidung, deren Konsequenzen diskutiert werden müssten. Denn wie gesagt, mir tut beispielsweise Pilates gut. Mit welchem Recht verweigert man mir die Bezahlung, wenn das Kriterium „mir hilfts“ als entscheidend angesehen wird.</p>
<p>Wird Homöopathie von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt, dann wäre meines Erachtens zu prüfen, ob nicht auch den Hausärzten generell mehr Gesprächszeit vergütet werden müsste. Man könnte allen Ärztinnen und Ärzten eine Erstanamnese von 1 ½ Stunden bezahlen. Dann können Behandelnde und Behandelte entscheiden, ob sie diese Zeit für eine homöopathische Anamnese, oder für ein sonstiges anamnestisch-medizinisches Gespräch nutzen wollen. Das fände ich eine faire Lösung.</p>
<p>Die österreichische Zeitung „Die Presse“ hat die aktuelle Debatte um die Wirksamkeit der Homöopathie als „sinnlosen Glaubenskrieg“ bezeichnet. Ich teile diese Ansicht nicht, weil es mir wichtig scheint, dass diese Auseinandersetzung geführt wird. Wenn es dabei allerdings nur bei einem Schlagabtausch zwischen den Positionen „Homöopathie wirkt“ und „Homöopathie ist unwirksam“ bleibt, stagniert die Debatte. Der Rahmen der Auseinandersetzung müsste weiter gefasst werden. Ein erster Schritt dazu wäre die Trennung zwischen der Wirksamkeit von Globuli an sich und der Wirksamkeit von Homöopathie als Therapiesystem. Das sind zwei völlig unterschiedliche Bereiche, die nicht miteinander vermischt werden sollten.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Britische Politiker fordern Streichung der Homöopathie aus dem Leistungskatalog des staatlichen Gesundheitsdienstes</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/11/britische-politiker-fordern-streichung-der-homoopathie-aus-dem-leistungskatalog-des-staatlichen-gesundheitsdienstes.html</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 11:30:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im britischen Parlament kommt die Homöopathie wegen fehlender Wirksamkeit unter Druck. Der Ausschuss für Wissenschaft &#038; Technology des Unterhauses fordert die Streichung der Homöopathie aus den Leistungen des staatlichen Gesundheitsdienstes.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein britisches Gutachten kritisiert die Homöopathie wegen fehlender Wirksamkeit. Der Ausschuss für Wissenschaft und Technologie des britischen Unterhauses bescheinigt der Homöopathie in einem 275 Seiten umfassenden Gutachten nichts weiter als einen Placeboeffekt. Da Homöopathika ihre Wirksamkeit nicht mit Studien belegen können, sollen sie nach Ansicht der Kommission aus dem Leistungskatalog der britischen Krankenversicherung gestrichen werden. Auch sollen sie sich in Zukunft nicht mehr mit medizinischen Effekten kennzeichnen dürfen, solange diese nicht nachgewiesen worden sind. Weil der Ausschuss homöopathische Arzneimittel nicht als Medikamente einstuft, sollen sie zudem nicht mehr von der zuständigen Behörde zugelassen werden.</p>
<p>Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) hat den Placebovorwurf entschieden zurückgewiesen. Der Verein verweist auf einen Bericht der Schweizer Regierung (Health Technology Assessment) zur Homöopathie von 2006, welcher homöopathischen Arzneimitteln sowohl Wirksamkeit als auch Sicherheit bescheinigt habe.</p>
<p>Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de   / 26.02.2010 l PZ</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Ich kann die Qualität und Relevanz dieses britischen Gutachtens nicht beurteilen. Das PDF zum Gutachten findet sich hier:</p>
<p>http://www.publications.parliament.uk/pa/cm200910/cmselect/cmsctech/45/45.pdf</p>
<p>Wenn allerdings der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) auf einen Bericht der Schweizer Regierung (Health Technology Assessment) zur Homöopathie von 2006 verweist, welcher die Wirksamkeit der Homöopathie bescheinigt habe, dann wirft dies schon einige Fragen auf:</p>
<p>Wenn dadurch nämlich der Eindruck erweckt wird, dass die Schweizerische Regierung hinter diesem Bericht steht und damit die Wirksamkeit der Homöopathie bestätigt, so ist dieser Eindruck falsch. Die Schweizer Regierung hat zwar diesen Bericht in Auftrag gegeben, seine Schlussfolgerungen aber ausdrücklich nicht übernommen. Hier wird quasi die Schweizer Regierung in einem Kampf als Verbündete vereinnahmt, was nicht den Tatsachen entspricht.</p>
<p>Die von der Schweizer Regierung im Rahmen des „Programms Evaluation Komplementärmedizin“ (PEK) in Auftrag gegebenen HTA-Berichte zu fünf Methoden der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> – Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Traditionelle Chinesische Medizin, Neuraltherapie und Phytotherapie (die real m. E. nicht zur Komplementärmedizin gehört, siehe <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/30/gehoert-phytotherapie-zur-komplementaermedizin.html  ">hier</a>) – spiegeln eher den jeweiligen Binnenkonsens bezüglich der untersuchten Komplementärmedizin-Methoden wieder. Sie sind nicht im Ansatz unabhängig und neutral. Im Bericht zur Homöopathie haben überwiegend Homöopathinnen bzw. Homöopathen entschieden, welche Studien zur Beurteilung der Homöopathie zugezogen werden sollen. Selbstverständlich geschah dies selektiv aus dem Blickwinkel von Homöopathie-Befürwortern.</p>
<p>Zur Problematik der HTA-Berichte:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/06/24/komplementaermedizin-fragwuerdige-pek-studie-zur-wirksamkeit.html  ">Komplementärmedizin: fragwürdige PEK-Studie zur Wirksamkeit</a></p>
<p>Im Schlussbericht zum Programm Evaluation Komplementärmedizin, der die erwähnten HTA-Berichte zusammenfassend bewertet, steht beispielsweise auch der Satz:</p>
<p>“Die vorliegenden placebokontrollierten Studien zur Homöopathie belegen aus Sicht der Autoren der Meta-Analysen keinen eindeutigen Effekt über Placebo hinaus. Für die Phytotherapie zeigt sich dagegen wie im Bewertungsbericht ein positives Ergebnis, für die traditionelle chinesische Arzneitherapie ist eine klare Beurteilung nicht möglich“</p>
<p>(PEK-Schlussbericht, S. 5)</p>
<p>&#8230;aber der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte vereinnahmt den Bericht inklusive Schweizerische Regierung vollumfänglich für seine Zurückweisung des Placebovorwurfs.</p>
<p>Das ist Desinformation pur. Hier wird einfach das herausgepickt und der Öffentlichkeit präsentiert, was die eigene Position stärkt. Weggelassen wird, was die eigene Position in Frage stellen könnte.</p>
<p>Es ist diese oft hoch einseitige, selektive Argumentation, welche mir im Bereich Komplementärmedizin immer wieder Anlass zu kritischen Fragen gibt. Eine offene Diskussion auf der Basis von Argumenten würde ganz anders aussehen und wäre sehr nötig.</p>
<p>Für mich steht im übrigen fest, dass Homöopathie als Therapiesystem im manchen Fällen positive Effekte zeigt. Fraglich ist meines Erachtens nur, ob dies mit den homöopathischen Globuli zusammenhängt, oder mit dem therapeutischen Kontext (Erwartungshaltung, therapeutische Beziehung, Überzeugung von PatientIn und TherapeutIn etc.).</p>
<p>Für die Wirksamkeit der Globuli sind die Belege jedenfalls nicht gerade überzeugend.</p>
<p>Auf der politischen Ebene wäre eine kritische, differenzierende Diskussion rund um die Komplementärmedizin auch in der Schweiz notwendig. Die Mehrheit des eidgenössischen Parlamentes drückt sich aber um diese Auseinandersetzung und macht auf Populismus.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/30/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html  ">Komplementärmedizin &#8211; ein fragwürdiger Begriff</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
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		<title>Umfrage: Eltern bevorzugen Arzneimittel aus Heilpflanzen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/30/umfrage-eltern-bevorzugen-arzneimittel-aus-heilpflanzen.html</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 16:54:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fenchel, Kamille, Salbei, Thymian und Eukalyptus sind als Heilpflanzen bei Eltern beliebt. Bei Erkältungen, Durchfall, Allergien und Zahnungsbeschwerden greifen Eltern gerne zu Naturheilmitteln.
Eine Umfrage zeigt das grosse Vertrauen der Eltern zu Arzneimitteln aus Heilpflanzen.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ob bei Erkältungen, Durchfall, Allergien oder bei Zahnungsbeschwerden: Wenn ihre Kinder erkrankt sind, greifen zahlreiche Eltern zu Heilpflanzen-Präparaten. Nicht alle Eltern teilen dies allerdings ihrem Kinderarzt mit. Und nur wenigen Vätern und Müttern ist klar, dass sich ärztlich verordnete Medikamente und Naturheilmittel nicht immer problemlos vertragen. Dies geht aus einer in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ veröffentlichten Elternumfrage (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2010) hervor.</p>
<p>An den Kinderkliniken der Universitäten Leipzig und München sowie bei zwei Kinderärzten in Leipzig füllten 413 Eltern einen Fragebogen zu ihrem Einsatz von Arzneimitteln aus Heilpflanzen aus: 85 Prozent gaben ihrem Kind ein oder mehrere davon &#8211; zusätzlich zu den Medikamenten, welche der Arzt verschrieben hatte. Der Anteil sei deutlich höher als in anderen Ländern, stellt Professor Wieland Kiess von der Universitätsklinik Leipzig fest. In den USA hätten in einer vergleichbaren Umfrage nur zehn Prozent der Eltern Phytotherapeutika angewendet, in Großbritannien waren es 28 Prozent, in der Türkei 44 Prozent.</p>
<p>Auch in Deutschland zeigte die Umfrage Unterschiede. In den Städten verwendeten Eltern häufiger Heilpflanzen-Präparate als auf dem Land. In den neuen Bundesländern sind sie beliebter als in den alten, möglicherweise eine Folge der geringen Verfügbarkeit solcher Mittel vor der Wiedervereinigung, mutmasst Professor Kiess. Auch höherer Bildungsstand und höheres Nettoeinkommen fördern die Beliebtheit von Heilpflanzen-Präparaten. Die Motivation sei dabei keinesfalls in einer Unzufriedenheit mit der Schulmedizin zu suchen, stellt der Experte fest. Im Gegenteil: Zahlreiche Eltern waren mit ihrem Kinderarzt zufrieden, 80 Prozent der Eltern gaben ihn sogar als Informationsquelle bezüglich Phytotherapie an.</p>
<p>Die Eltern sehen in Kamille, Fenchel, Eukalyptus, Salbei und Thymian eine natürliche Ergänzung zu den Arzneimitteln der Schulmedizin. Hier beginnen nach Ansicht von Professor Kiess allerdings die Schwierigkeiten: Zahlreiche der aus den Pflanzen gewonnenen Wirkstoffe seien keineswegs harmlos. Einige könnten die Wirkung der Medikamente, die der Arzt verschreibt, verstärken oder abschwächen, warnt der Kinderarzt. Diese Gefahr war den meisten Eltern nicht klar: Drei Viertel glaubten, dass Naturheilmittel keine nachteiligen Wirkungen hätten. Zu den Beweggründen für die Verwendung von Heilpflanzen-Präparaten zählte mit 72 Prozent die Überzeugung, sie seien natürlicher und 65 Prozent glaubten, sie seien nebenwirkungsärmer als die vom Arzt verschriebenen Arzneien.</p>
<p>Die meisten Eltern sahen darum auch keine Notwendigkeit, die Mediziner über die Begleitbehandlung zu informieren: Nur 22 Prozent der Eltern hatten den Kinderarzt in Kenntnis gesetzt. Professor Kiess empfiehlt darum Ärzten, gezielt nach dem Gebrauch von pflanzlicher Medizin zu fragen und die Eltern auf mögliche Risiken und Nebenwirkungen hinzuweisen. Dies verbessere letztlich die Sicherheit und Effektivität der schulmedizinischen Therapie.<br />
Quelle: Pressemeldung Georg Thieme Verlag</p>
<p>Orgiginalquelle:</p>
<p>M. Hümer et al.:<br />
Phytotherapie in der Kinderheilkunde. Prävalenz, Indikationen und Motivation.<br />
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2010; 135 (19): S. 959-964</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Resultate einer Umfrage in der Schweiz wären wohl vergleichbar mit den hier präsentierten Ergebnissen in Deutschland.</p>
<p>Das grosse Vertrauen von Eltern in Heilpflanzen-Präparate ist erfreulich. Es fragt sich allerdings, ob es auch in jeder Hinsicht gerechtfertigt ist. Bei den Naturheilmitteln gibt es nämlich ausgesprochen grosse Unterschiede in der Qualität. Beispielsweise dürfen alle Präparate aus den Bereichen Homöopathie, Anthroposophische Medizin und Spagyrik in Apotheken und Drogerien als Heilmittel verkauft werden, ohne dass ihre Wirksamkeit belegt werden muss. Der Unterschied zu Phytotherapeutika, welche ihre Wirksamkeit genauso belegen und dokumentieren müssen wie synthetische Medikamente, ist vielen Eltern nicht klar.</p>
<p>Und wenn drei Viertel der Eltern der Überzeugung sind, dass Naturheilmittel keine nachteiligen Wirkungen haben, so stimmt dies nur teilweise. Gerade bei Kindern sind bei einigen Heilpflanzen-Anwendungen auch allfällige Nebenwirkungen zu beachten.</p>
<p>Es fragt sich auch, wo Eltern zu verlässlichen Informationen über Heilpflanzen-Präparate und Naturheilmittel kommen.</p>
<p>Nur eine Minderheit der Ärztinnen und Ärzte ist zum Beispiel über Arzneimittel aus dem Bereich der Phytotherapie fundiert im Bilde. Und Apotheken und Drogerien verkaufen eine grosse Zahl von Naturheilmittel, bei denen jeder fundierte Hinweis auf eine Wirksamkeit fehlt.</p>
<p>Gesundheitszeitschriften als Infoquelle sind in der Regel sehr von Inserenten abhängig – und zwar nicht nur von den Herstellern synthetischer Medikamente, sondern genauso von den Produzenten aus dem Bereich der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a>. Das verhindert weitgehend eine kritische Berichterstattung und fördert undifferenzierte Propagandaberichte.</p>
<p>Und auf dem Buchmarkt gibt es sowieso keine wasserdichte Qualitätskontrolle. Die meisten Buchverlage publizieren, was sich gut verkauft. Eine harte fachliche Qualitätskontrolle ist dem Verkaufserfolg oft sogar eher hinderlich.</p>
<p>Meine zwei Empfehlungen:</p>
<p>- Fundierte Bücher zum Bereich Pflanzenheilkunde / Phytotherapie finden Sie in meinem <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/shop">Buchshop</a> – und zwar mit ergänzendem Kommentar.</p>
<p>- Der beste Weg für Konsumentinnen und Konsumenten von Naturheilmitteln ist meines Erachtens, sich selber schlau zu machen. Eine Möglichkeit, sich vertieftes Wissen vor allem für die Anwendung von Heilpflanzen im familiären Umfeld anzueignen, ist das <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=300&amp;lang=de&amp;ses=b2f4d4a417bc">Heilpflanzen-Seminar</a> über sechs Wochenenden. Hier werden die Grundlagen vermittelt für eine fundiertere Beurteilung der Qualität von Heilpflanzen-Präparaten.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Anthroposophische Pflege &#8211; offene Fragen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/05/anthroposophische-pflege-offene-fragen.html</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 21:21:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Spitex-Zeitschrift „Schauplatz Spitex“ (6/09) ist ein Interview erschienen mit Eva Brändli, Leiterin der Spitex Meikirch-Kirchlindach im Kanton Bern. Zitat: „Vorbei die Zeiten, wo ‚nur’ Beine gewaschen oder Medikamente gerichtet wurden – das Team von Eva Brändli rückt ‚den ganzen Menschen’ ins Zentrum der Pflege und macht die Anthroposophie zur Philosophie der Organisation.“ Da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Spitex-Zeitschrift „Schauplatz Spitex“ (6/09) ist ein Interview erschienen mit Eva Brändli, Leiterin der Spitex Meikirch-Kirchlindach im Kanton Bern.</p>
<p>Zitat: „Vorbei die Zeiten, wo ‚nur’ Beine gewaschen oder Medikamente gerichtet wurden – das Team von Eva Brändli rückt ‚den ganzen Menschen’ ins Zentrum der Pflege und macht die Anthroposophie zur Philosophie der Organisation.“</p>
<p>Da stellt sich zuerst einmal grundsätzlich die Frage, ob es angemessen ist, dass eine öffentliche, staatliche Organisation wie die Spitex „die Anthroposophie zur Philosophie der Organisation“ macht. Meiner Ansicht nach nein.</p>
<p>Das Interview ist zudem voller schönfärberischer und oberflächlicher Aussagen zur Anthroposophischen Pflege.</p>
<p>Es kommen all die wunderbar-sanften Schlagworte wie:</p>
<p>„Anthroposophische Pflege: Der Mensch als Ganzes steht im Mittelpunkt“ oder „Zur Selbstheilung anregen“.</p>
<p>Ausgeblendet wird wieder einmal die Grundlage, auf welcher Anthroposophie, Anthroposophische Medizin und Anthroposophische Pflege stehen – die Vorstellung, dass Krankheit und Behinderung durch moralisches Versagen in einem früheren Leben ausgelöst werden. Egoismus führt in einem späteren Leben zu Anfälligkeit für Infektionen, Lügenhaftigkeit zu Behinderung etc.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html">http://heilpflanzen-info.ch/blog/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html</a></p>
<p>Keine Remoralisierung von Krankheit und Behinderung!</p>
<p>Meiner Ansicht nach ist es ein wichtiger Fortschritt der Moderne, dass Krankheit und Behinderung nicht mehr als Folge moralischer Schuld aufgefasst werden.</p>
<p>Die Förderung von Anthroposophischer Medizin und Anthroposophischer Pflege ist meines Erachtens ein Rückschritt in Richtung  einer Remoralisierung  von Krankheit und Behinderung.</p>
<p>Rudolf Steiner als alles überstrahlende Führerfigur der Anthroposophie sah sich selber nicht gerade bescheiden als Reinkarnation von Aristoteles und Thomas von Aquin. Und Ita Wegmann, seine Mitarbeiterin im Bereich „Anthroposophische Medizin“, galt ihm als Reinkarnation Alexander des Grossen. Nur schon solche Grössenphantasien müssten meines Erachtens eigentlich jede Glaubwürdigkeit in Frage stellen.</p>
<p><strong>Rudolf Steiner’s „minderwertige Kinder“</strong></p>
<p>Behinderte Kinder nennt Rudolf Steiner in seinen Vorträgen dagegen immer wieder „minderwertige Kinder“</p>
<p>(z. B. GA 317, S. 21, 33, 36, 39 [2x], 40 [2x], 41, 70, 106, 124, 145, 148 [2x], 153, 156, 162, 173 [4x], 175, 185)</p>
<p>Bei geistig Behinderten redete Rudolf Steiner gar von „Trottelinkarnation“.</p>
<p>(nach Strohschein, Albrecht: Die Entstehung der anthroposophischen Heilpädagogik, S. 214).</p>
<p>Einen körperlich behinderten Knaben, dem ein Bein fehlt, nennt Rudolf Steiner „Krüppelkind“ (GA 300, Bd. 1, S. 113).</p>
<p>Ob der Ausdruck „behinderte Kinder“ adäquat ist, darüber kann man geteilter Ansicht sein. Die von Rudolf Steiner verwendeten Ausdrücke „minderwertige Kinder“, „Trottelinkarnation“ und „Krüppelkind“ enthalten aber sehr abwertende Urteile. Weil die Betreffenden karmisch so tief stehen?</p>
<p>Lügnerische Menschen haben nach Rudolf Steiner eine schlechtere Wundheilung:</p>
<p>„So sonderbar es für unser Zeitalter klingt, wahr ist es aber doch, dass bei Menschen, die viel lügen, zum Beispiel Wunden unter sonst gleichen Bedingungen schwerer zu heilen sind als bei wahrhaften Menschen. Selbstverständlich darf man da nicht absolut schliessen, es können auch andere Gründe da sein. Aber alles übrige in gleicher Art vorausgesetzt, sind bei verlogenen Menschen Wunden schwerer zu heilen als bei wahrhaftigen Menschen. Es ist gut, solche Dinge im Leben zu beachten.“</p>
<p>(GA 125, S. 209, zit. nach Peter Selg, „Krankheit, Heilung und Schicksal des Menschen – über Rudolf Steiners geisteswissenschaftliches Pathologie- und Therapieverständnis, Verlag am Goetheanum 2004, S. 217)</p>
<p>Für Spitex-Pflegefachleute ist das relevant, weil sie häufig mit chronischen Wunden zu tun haben.</p>
<p>Spitex-Pflegefachleute sollten sich vorsehen bei Wundpatienten und deren Aussagen besonders genau überprüfen&#8230;!</p>
<p>Ich möchte jedoch nicht, dass irgendwann eine anthroposophisch imprägnierte Pflegefachfrau mit solch moralisierenden Wahnideen und Unterstellungen im Kopf beispielsweise mein Unterschenkelgeschwür behandelt.  Solche Remoralisierungen von Krankheit und Behinderung halte ich für hoch fragwürdig.</p>
<p><strong>Keine Geistermedizin in staatlichen Pflegeinstitutionen!</strong></p>
<p>Ein wichtiges Anliegen von Anthroposophischer Medizin (und damit auch Anthroposophischer Pflege) ist der Kampf gegen die anthroposophischen Widersachermächte Ahriman und Luzifer. In Lehrgängen für „Anthroposophische Pflege“ taucht als Richtziel auf:</p>
<p>„Ich weiss von den geistigen Hierarchien und verstehe die Bedeutung von Inkarnation und Karma, abgeleitet aus der anthroposophischen Menschenkunde.“</p>
<p>Die Rede von den „geistigen Hierarchien“ tönt für Aussenstehende einfach ein bisschen skurril und irritierend. Sie kaschiert aber geschickt, dass es in der anthroposophischen Vorstellungswelt wimmelt von Dämonen, Engeln, Gnomen etc. und dass diese Geisterwelt entscheidend einwirkt auf Gesundheit und Krankheit. Da stellt sich die Frage, ob wir eine solche Geistermedizin wollen – vor allem in staatlichen Pflegeinstitutionen.</p>
<p>Beispiel:</p>
<p>„Nehmen wir zum Beispiel eine solche Krankheit wie die Lungenentzündung. Sie ist eine Wirkung in der karmischen Folge, welche dadurch entsteht, dass der Betreffende während seiner Kamalokazeit zurückblicken kann auf einen Charakter, der in sich hatte Hang und Neigung zu sinnlichen Ausschweifungen, der in sich hatte sozusagen ein Bedürfnis, sinnlich zu leben. Verwechseln wir ja nicht, was jetzt einem früheren Bewusstsein zugeschrieben wird, mit dem, was im Bewusstsein der nächsten Inkarnation auftritt. Damit hat es zunächst nichts zu tun. Wohl aber wird das, was der Mensch während der Kamalokazeit sieht, sich so umwandeln, dass sich ihm Kräfte einprägen zu Vorgängen, welche die Lungenentzündung überwinden. Denn gerade in der Überwindung der Lungenentzündung, in der Selbstheilung, welche dabei vom Menschen angestrebt wird, wirkt die menschliche Individualität entgegen den luziferischen Mächten, führt einen förmlichen Krieg gerade gegen die luziferischen Mächte. Daher ist in der Überwindung der Lungenentzündung eine Gelegenheit, dasjenige abzulegen, was ein Charaktermangel in einer vorherigen Inkarnation war. So sehen wir förmlich wirken in der Lungenentzündung den Kampf des Menschen gegen die luziferischen Mächte.</p>
<p>Anders stellt sich uns die Sache dar, wenn wir bei dem, was wir im heutigen Sprachgebrauch Lungentuberkulose nennen&#8230;&#8230;.Wo derartiges vor sich ging, ist wieder ein Kampf aufgeführt worden der menschlichen inneren Wesenheiten gegen das, was ahrimanische Kräfte angestellt haben.“</p>
<p>(aus: Rudolf Steiner, GA 120, S. 85ff., zit nach Peter Selg, „Krankheit, Heilung und Schicksal des Menschen – über Rudolf Steiners geisteswissenschaftliches Pathologie- und Therapieverständnis, Verlag am Goetheanum 2004)</p>
<p>Merke: Lungenentzündung hängt nach Rudolf Steiner zusammen mit dem Charaktermangel sinnlicher Ausschweifung in einem früheren Leben. Es steht ein Kampf gegen Luzifer an&#8230;</p>
<p>Da könnte doch statt Anthroposophischer Medizin und Anthroposophischer Pflege genauso gut auch ein katholischer Exorzismus helfen? Wie wäre es mit einer vergleichenden Studie?</p>
<p>Wenn Eva Brändli im Interview festhält, dass es bei Sterbenden vor allem darum gehe, den Mensche bis zur Schwelle zu begleiten, was mit anthroposophischem Hintergrund einfacher sei, dann kann ich dazu nur sagen, dass ich beim Sterben auf keinen Fall von einer anthroposophisch imprägnierten Pflegefachperson begleitet werden möchte, die den Raum voller Engel und Dämonen sieht und ihr „Wissen“ darüber in die Pflege einfliessen lässt.</p>
<p>Eva Brändli:</p>
<p>„Stelle ich beim Klienten Defizite fest, beziehe ich dieses Wissen in die Behandlung ein.“</p>
<p>Nein danke! Aber vielleicht erfahre ich ja gar nicht, dass ich anthroposophisch gepflegt werde. Eva Brändli: „Also, die Menschen wissen ja nicht, dass ich sie anthroposophisch pflege.“ Aha.</p>
<p>Einen offenen, transparenten Umgang und ein Erstnehmen der Mündigkeit des Patienten stelle ich mir anders vor. Wenn ich an meinem Wohnort die „Katholische Spitex“ engagiere, dann ist das erstens eine private, nicht staatliche Organisation und zweitens weiss ich, woran ich bin.</p>
<p>Zum Schluss des Interviews stellt die Journalistin noch die Frage: „Sehen Sie die Anthroposophie als Glauben?“</p>
<p>Eva Brändli: „Anthroposophie sehe ich als Geisteswissenschaft, als Philosophie. Mit diesem Hintergrund zu pflegen, schützt vor Burnout.“</p>
<p>Dazu gäbe es viel zu sagen.</p>
<p>Erstens: Als „Geisteswissenschaft“ sieht wohl nur die Anthroposophie sich selber. John Dewey (1859 – 1952) hat als „erste Erfordernis des wissenschaftlichen Verfahrens&#8230;“ die „volle Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse“ bezeichnet (in: „Erfahrung, Erkenntnis und Wert“, Suhrkamp 2004). Davon kann bei anthroposophischen Überzeugungen, die einzig der behaupteten Einsicht des „Menschheitsführers“ Rudolf Steiner in „höhere Welten“ entspringen wohl kaum ernsthaft die Rede sein. Anthroposophie versteht sich zudem als Geheimwissenschaft, voll verständlich nur jenen, die auf dem geistigen Pfad weit genug fortgeschritten sind. Das passt ebenfalls ziemlich schlecht zur Öffentlichkeit aller Materialien und Prozesse.</p>
<p>Zweitens: Zu den „Erkenntnissen“ anthroposophischer „Geisteswissenschaft“ gehören auch ausgesprochen fragwürdige und problematische Ideen.</p>
<p>Zum Beispiel wenn Rudolf Steiner meint, dass blonde und blauäugige Menschen intelligenter sind als andere („Die blonden Haare geben eigentlich Gescheitheit“ Rudolf Steiner, GA 348, S. 98/99), dass die Indianer nicht von den Weissen ausgerottet wurden, sondern wegen ihrem schlechten Karma die Kräfte erwerben mussten, die sie zum Aussterben führten (Rudolf Steiner, GA 121, S. 79). Angesichts solcher Peinlichkeiten stellt sich die Frage der Glaubwürdigkeit dieser „Geisteswissenschaft“.</p>
<p>Drittens: Schon denkbar, dass Anthroposophie vor Burnout schützt. Schliesslich handelt es sich dabei um ein starkes Sinnsystem: Krankheit, Behinderung, Unglücksfälle, alle Unwägbarkeiten des Lebens, denen wir ausgesetzt sind, erscheinen zutiefst sinngetränkt.</p>
<p>Das erleichtert manches, kommt aber auch sehr heteronom daher – pfannenfertig von aussen geliefert. Made by Rudolf Steiner halt&#8230;.</p>
<p>Bei stark Versteinerten jedenfalls scheint mir das ähnlich wie ein „Methadon-Programm“ für Sinnsüchtige.</p>
<p>Ich halte es für wertvoller und menschengemässer, Sinn im Kleinen selber zu entwickeln, sehr gegenwärtig, nicht über eine ganze Reihe von Reinkarnationen hinweg bis zu Aristoteles zurück, nicht unter Einbezug des ganzen Kosmos und einer Wurzelrassenlehre mit den Ariern an der Spitze der geistigen Entwicklung und den Indianern als dekadenter Abzweigung zwischen Ariern und Affen, wie das Rudolf Steiner tut (GA 100, S. 240 / S. 241 / S. 243).</p>
<p>Gefragt und gesünder wäre meines Erachtens eine kleine, bescheidene, immer unvollendet bleibende, eigene Sinnproduktion &#8211; oder gar eine „Sinndiät“ (Odo Marquard, Hans Blumenberg), weil unsere Ansprüche an Sinn vielleicht überzogen sind.</p>
<p><strong>Nun nochmals zurück zur Anthroposophischen  Pflege:</strong></p>
<p>Ich bestreite keineswegs, dass Anthroposophische Pflege wertvolle und wohltuende Elemente enthält wie Einreibungen und Wickel. Ich bin aber überzeugt davon, dass Einreibungen und Wickel auch ohne die fragwürdigen anthroposophischen Konstrukte eingesetzt werden können und dann genauso wertvoll und wohltuend sind. Oder sogar noch wirksamer.</p>
<p>Und im übrigen sind „ die Zeiten, wo ‚nur’ Beine gewaschen oder Medikamente gerichtet wurden“ auch jenseits der anthroposophischen Pflege wohl schon lange vorbei, wenn es sie denn je gab.</p>
<p><strong>Politik &amp; Komplementärmedizin – ein Trauerspiel</strong></p>
<p>Nötig wäre meines Erachtens eine offene Diskussion über die Weltbilder und Werthaltungen in den verschiedenen Methoden der<a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html"> Komplementärmedizin</a>. Meinem Eindruck nach meiden die meisten Politikerinnen und Politiker aus Nationalrat &amp; Ständerat diese offene Diskussion wie der Teufel das Weihwasser.</p>
<p>Klar scheint mir, dass jeder Mensch an die anthroposophischen Widersachermächte Ahriman und Luzifer glauben darf. Und auch die meiner Ansicht nach höchst fragwürdige und diskriminierende anthroposophische Vorstellung, dass geistige Behinderung durch Lügenhaftigkeit in einem früheren Leben bewirkt wird, ist durch die Meinungs- und Religionsfreiheit geschützt.</p>
<p>Ob aber solche Lehren durch staatliche Unterstützung gefördert werden sollen, wie es leider ziemlich blind  und populistisch vor allem ParlamentarierInnen der Sozialdemokratischen Partei (SPS) und der Grünen Partei (GPS) fordern, ist eine Frage, die ernsthaft und offen diskutiert werden müsste.</p>
<p>Ob solche Lehren zum Beispiel ins Medizinstudium und in die Pflegeausbildung integriert werden sollen, wie es leider wiederum vor allem PolitikerInnen der Sozialdemokratischen Partei (SPS) und der Grünen Partei (GPS) fordern, müsste ernsthaft und offen diskutiert werden. Die beiden Parteien verweigern sich jedoch bisher dieser Debatte.  Eine differenzierte Haltung zur Komplementärmedizin scheint jedenfalls in weiter Ferne.  Komplementärmedizin ist ja grundsätzlich gut und wunderbar – genaueres Hinschauen erübrigt sich da&#8230;&#8230;</p>
<p>SPS und GPS zeigen meinem Eindruck nach an diesem Punkt ein Mass an Fundamentalismus und Populismus,  das ich diesen Parteien gar nicht zugetraut hätte.</p>
<p>Dass es auf der rechten Seite des politischen Spektrums Fundamentalismus und Populismus gibt,  ist ja ziemlich offensichtlich.</p>
<p>Im Bereich der Komplementärmedizin sehen wir meinem Eindruck nach bei SPS und GPS eine linke Variante dieser Phänomene.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen</p>
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<p>Info-Treff Pflanzenheilkunde</p>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
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		<title>Was sind Schüssler-Salze?</title>
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		<pubDate>Tue, 18 May 2010 23:49:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. 
Was sind Schüssler-Salze?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schüssler-Salze erleben im Bereich Alternativmedizin / Komplementärmedizin / Naturheilkunde gerade einen ziemlichen Boom. Gleichzeitig wissen aber die wenigsten Anwenderinnen und Anwender genauer über diese Präparate Bescheid.<br />
Es folgt darum hier eine Zusamenfassung aus Wikipedia und daran anschliessend ein ergänzender Kommentar:</p>
<p>Schüßler-Salze sind Präparate von Mineralsalzen in homöopathischer Dosierung (Potenzierung), die zur Alternativmedizin gezählt werden Die Behandlung mit ihnen basiert auf der Annahme, Krankheiten entstünden allgemein durch Störungen des Mineralhaushalts der Körperzellen und könnten durch homöopathische Gaben von Mineralien geheilt werden. Diese Annahmen und Vorstellungen sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Eine Wirksamkeit der Schüßler-Salze ist weder experimentell noch klinisch nachgewiesen.</p>
<p>Der homöopathische Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898) publizierte in der Allgemeinen Homöopathischen Zeitung 1873 den Artikel „Eine abgekürzte Homöopathische Therapie“, in dem er eine Therapieform namens „Biochemische Heilweise“ vorstellte. Seine Abkürzung bestand darin, dass er statt der etwa tausend Mittel in der Homöopathie nur zwölf Salze, „Schüßler-Salze“ genannt, zur Behandlung fast aller Krankheiten für ausreichend hielt. Schüßler ging davon aus, dass Krankheiten auf der Basis gestörter biochemischer Vorgänge entstehen. Er ging davon aus, dass Krankheiten zu einem großen Teil auf der Grundlage eines „gestörten Mineralhaushaltes“ entstehen, wobei das Fehlen eines bestimmten Minerals den gesamten Stoffwechsel beeinträchtige. Schüßler betonte, sein Verfahren sei „kein homöopathisches“, weil es nicht auf dem von Samuel Hahnemann propagierten Simile-Prinzip (&#8220;Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden&#8221;) beruhe, sondern auf physiologisch-chemische Vorgänge im menschlichen Organismus zurückzuführen sei. Aus diesem Grund lehnte Schüssler auch die in der Homöopathie üblichen Arzneimittelprüfungen an gesunden Probanden als „grundfalsch“ ab.</p>
<p>Der Vizepräsident des Biochemischen Bund Deutschlands e. V., Hans-Heinrich Jörgensen, vertritt allerdings die Auffassung, dass sich Schüßler-Salze nicht nur zum Ausgleich von Mangelerscheinungen, sondern auch gemäß dem homöopathischen Ähnlichkeitsprinzip anwenden lassen: „Beides ist möglich und funktioniert auch, denn schließlich sind die Salze ja nach den Regeln der Homöopathie aufbereitet. Aber die Indikationsansprüche, die Zielrichtung, die Erscheinungen, die behandelt werden sollen, sind andere, ob ich mit meiner Arznei schlicht Mineralmängel beseitigen will, oder ob ich entsprechend dem homöopathischen Arzneibild Konstitutionen verändern will.“</p>
<p>Bei den biochemischen Präparaten nach Schüßler handelt es sich um homöopathische Arzneimittel im Sinne des deutschen Arzneimittelgesetzes (AMG), die nach einem vereinfachten Genehmigungsverfahren („Registrierung“) in den Verkehr gebracht werden. Im Gegensatz zur „Zulassung“ von Arzneimitteln (Synthetika, Phytopharmaka) brauchen Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bei der &#8220;Registrierung&#8221; homöopathischer Arzneimittel nicht nachgewiesen zu werden; im Gegenzug dürfen allerdings auch keine Anwendungsgebiete (Indikationen) aufgeführt werden. Die im Zusammenhang mit der Verabreichung von Schüssler-Salzen manchmal durchgeführte so genannte Antlitzdiagnostik bzw. Antlitzanalyse ist nach wissenschaftlichen Kriterien nicht haltbar.</p>
<p>Schüssler-Salze werden nach homöopathischer Verfahrensweise durch Schütteln, Reiben oder Zerkleinern verdünnt und haben entsprechende Verdünnungsbezeichnungen: D1 bedeutet, dass es sich um eine Verdünnung von 1:10 handelt, Dx allgemein eine Verdünnung von 1:10x. Die Salze sind in der Regel D6 = 1:1.000.000 oder D12 = 1:1.000.000.000.000 verdünnt.</p>
<p>Die „Biochemie nach Schüßler“ ist vor allem durch Heilpraktiker als Behandlungsform erhalten geblieben. Sie wird in Fachschulen gelehrt und viele Heilpraktiker arbeiten täglich in der Praxis mit Schüssler-Salzen. Vor der gesetzlichen Festschreibung der Berufsbezeichnung Heilpraktiker (1939) in Deutschland wurde Schüßlers Lehre wesentlich durch Laienbewegungen verbreitet. Einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Schüssler-Methode leistete Kurt Hickethier, welcher zwei Kurhäuser zur Behandlung seiner Patienten errichtete. Der erste „biochemische Verein“ wurde im Jahre 1885 in Oldenburg gegründet. Heute (2004) existieren in Deutschland etwa 70 „biochemische Vereine“ und weitere im Ausland. Die Schüßler-Salze werden von interessierten Menschen bei verschiedensten Krankheitsbildern eingesetzt.</p>
<p><strong>Wirksamkeit der Schüssler-Salze</strong></p>
<p>Schüßler-Salze haben keinerlei wissenschaftlich belegte Wirkung. Die Stiftung Warentest kommt zu dem Schluss: „Biochemie nach Schüßler ist zur Behandlung von Krankheiten nicht geeignet.“ Der Professor für Alternativmedizin Edzard Ernst stellt fest: &#8220;Die Behandlungskostenübernahme durch einige deutsche Krankenkassen ändert nichts daran, dass diese ‚Therapie’ als eine nicht wirksam bewertete Behandlung einzustufen ist&#8221;.</p>
<p><strong>Die „Biochemie“ nach Schüßler </strong></p>
<p>Wilhelm Heinrich Schüßler distanzierte sich mit seiner Therapiemethode strikt von der Homöopathie. Es gab zu Schüssler’s Lebzeiten viele Auseinandersetzungen mit Homöopathen, die seine Behandlungsmethode schon allein wegen ihrer Einfachheit nicht akzeptierten und verächtlich von Düngemitteln sprachen. In seinem Artikel „Eine abgekürzte Homöopathische Therapie“ schreibt Schüßler selbst: „Die Grundlage meiner Forschung waren Histologie, die darauf bezügliche Chemie, die anorganischen Bestandteile der Gewebe und die physiologischen Wirkungen oder Funktionen dieser Bestandteile.“</p>
<p>Bei seinen Untersuchungen fand er nach eigenen Angaben zwölf verschiedene Verbindungen, die im menschlichen Organismus vorkämen, die sogenannten Schüßler-Salze. Nach Schüßlers Ansicht bewirkt ein pathogener Reiz die Verstärkung der Funktion einer Zelle, weil die Zelle bemüht ist, den Reiz abzustoßen. Wegen dieser Tätigkeit verliere sie einen Teil ihrer mineralischen Funktionsmittel. Schüssler glaubte, diese Zellen seien dann pathogen verändert, was das Wesen einer Krankheit sei.</p>
<p>Durch die Zufuhr dieser nun fehlenden Mineralstoffe könnten die Krankheiten bekämpft werden. Dazu sei die Potenzierung der Salze nötig, um Mängel innerhalb einer Zelle aufzufüllen. Nach Schüssler’s Ansicht gelangen die hoch verdünnten „feinstofflichen“ Mineralstoffe, also die einzelnen Moleküle, direkt in das Zellinnere. Die Mängel außerhalb der Zellen seien durch eine nährstoff- und basenreiche Ernährung aufzufüllen, weil ein gewisses Gleichgewicht zwischen Zellinnerem und Extrazellularraum nötig sei.<br />
Merkmale im Gesicht ließen Schüssler die verschiedenen fehlenden Mineralstoffe feststellen und so eine entsprechende Dosierung der Salze vornehmen.</p>
<p>Kurt Hickethier erweiterte die von Schüßler eingeführte „Antlitzanalyse“ und nannte sie zu seiner Zeit &#8220;Sonnerschau&#8221;. So ist nach Hickethier zum Beispiel ein Mangel am Schüssler-Salz Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) unter anderem an den inneren Augenwinkeln durch eine dunklere, blauschwarze bis schwarze Färbung zu erkennen. Durch die darauf folgende Einnahme des entsprechenden Mineralstoffs konnte Hickethier nach eigenen Angaben einen Rückgang der antlitzanalytischen Zeichen im Gesicht feststellen.<br />
Praktische Anwendung der Schüssler-Salze<br />
Schüßler-Salze sollen als „homöopathisch aufbereitete“, das heisst potenzierte Mittel in Tablettenform angewendet werden, die man dann im Mund langsam zergehen lässt. Die Mineralstoffe sollen dann über die Mundschleimhaut vom Organismus aufgenommen werden. Für jedes Schüssler-Salz gibt es eine sogenannte Regelpotenz. Für die Schüssler-Salze Nr. 1, 3 und 11 wird in der Regel D12 genommen. Für die übrigen Schüssler-Salze gilt D6 als Regelpotenz.</p>
<p>Zur Anzahl der Tabletten pro Tag existieren verschiedene Ansätze. Ein Teil der Heilpraktiker empfiehlt eine Dosierung von etwa drei bis sechs Stück täglich von nur zwei bis drei verschiedenen Schüßler-Salzen, der andere Teil wiederum empfiehlt auch mehr verschiedene Salze und höhere Dosen bis insgesamt etwa 150 Pastillen pro Tag. Wahrscheinlich sind die Dosierungen darum so unterschiedlich, weil manche Anwender die Aussagen von Schüßler und Hickethier unterschiedlich interpretieren. Manche Heilpraktiker sehen die Heilweise auch als Reizheilweise, während Schüßler selbst sie in seiner „abgekürzten Therapie“ als Substitutionsheilweise bezeichnet.</p>
<p>Durch den Wandel der Zeit und einen möglichen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen, durch Stress und falsche Ernährung sind nach der Ansicht einiger heutiger Heilpraktiker größere Gaben von Mineralstoffen nötig.<br />
Die Vorstellung, dass die Verwendung großer Mengen Schüßler-Salze einen Mineralstoffmangel besser beheben könne als die Verabreichung nur weniger Tabletten pro Tag, steht allerdings im Widerspruch zu der Tatsache, dass bei der Potenz D6 selbst 1000 Tabletten immer noch weniger als ein Milligramm des zugrundeliegenden Minerals enthalten.<br />
Kurt Hickethier schreibt, dass er um etwa 1910 bei seinen Patienten meist nur zwei bis drei verschiedene nennenswerte Salzmängel in einem Antlitz feststellen konnte. Manche Mangelanzeichen traten laut seinen Angaben sehr selten auf, weil sie einen überaus starken, langjährigen Mangel eines Mineralstoffes voraussetzen. Heute seien diese von ihm beschriebenen, damals seltenen Anzeichen aber häufig anzutreffen. Auch die Anzahl und Ausprägung der Mängel, welche in einem Gesicht zu erkennen seien, sei viel größer geworden. Hickethier selbst rät: „In schweren Fällen und bei großen Mängeln erscheint es gerechtfertigt, kurze Zeit hindurch alle Minuten eine Gabe der üblichen Verdünnung (laut Schüßler) zu geben.“ Schüßler war in seiner abgekürzten Therapie offen für unterschiedliche Dosierungen seiner Salze und schrieb, dass jeder Arzt nach eigenem Ermessen die Dosis wählen solle.</p>
<p><strong>Einnahmearten der Schüssler-Salze</strong></p>
<p>Die Schüßler-Pastillen werden einzeln, können jedoch auch bis zu etwa fünf Stück gleichzeitig im Mund gelutscht werden. Die Schüssler-Salze sollen dabei über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Weil die Pastillen fast nur aus Milchzucker (Laktose) bestehen, ist bei einer Laktoseintoleranz Vorsicht angezeigt. Die Pastillen können in Leitungswasser aufgelöst werden, wobei nicht umgerührt werden soll, damit der Milchzucker am Boden der Tasse nicht verworfen wird. Diese Lösung wird dann schluckweise getrunken. Hierbei wird nur eine verhältnismäsig geringe Menge von Milchzucker eingenommen. Auch gibt es inzwischen in Alkohol aufgelöste Schüßler-Salze, welche laktosefrei sind.</p>
<p>Sehr bekannt ist die Einnahme des Schüssler-Salzes Nr. 7, Magnesium phosphoricum, als „heiße Sieben“. Bei akuten Schmerzzuständen sollen 10 Tabletten in einer Tasse in kochend heißem Wasser aufgelöst werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Lösung nicht mit einem Metallgegenstand umgerührt wird. Die Milchzuckerlösung wird so warm wie möglich getrunken, wobei jeder Schluck lange im Mund behalten werden soll, um die Aufnahme durch die Mundschleimhäute zu verbessern. Auch die Einnahme der anderen Schüßler-Salze kann sowohl als heiße Lösung wie auch durch Auflösen in einem Glas abgekochtem Wasser geschehen. Eine Anwendung soll auch in Salbenform möglich sein (etwa Ferrum phosphoricum „biochemisch“ für Entzündungen).</p>
<p><strong>Die 12 „Funktionsmittel“ der Schüssler-Salze</strong></p>
<p>Calcium fluoratum D12<br />
Calcium phosphoricum D6<br />
Ferrum phosphoricum D12<br />
Kalium chloratum D6<br />
Kalium phosphoricum D6<br />
Kalium sulfuricum D6<br />
Magnesium phosphoricum D6<br />
Natrium chloratum D6 (Kochsalz)<br />
Natrium phosphoricum D6<br />
Natrium sulfuricum D6<br />
Silicea D12 (Kieselsäure)<br />
(Calcium sulfuricum D6)</p>
<p>Diese 12 ursprünglichen Schüßler-Salze reduzierte Schüßler im Jahr 1895 auf elf; er schrieb: „Da der schwefelsaure Kalk nicht in die konstante Zusammensetzung des Organismus eingeht, so muss er von der biochemischen Bildfläche verschwinden. Statt seiner kommt Natrium phosphoricum resp. Silicea in Betracht.“<br />
Später wurden von verschiedenen Autoren zusätzliche Mineralstoffe eingeführt, welche heute unter der Bezeichnung „Ergänzungsmittel“ zusammengefasst werden.</p>
<p><strong>Die 15 „Ergänzungsmittel“ der Schüssler-Salze</strong></p>
<p>Kalium arsenicosum D6<br />
Kalium bromatum D6<br />
Kalium jodatum D6<br />
Lithium chloratum D6<br />
Manganum sulfuricum D6<br />
Calcium sulfuratum D6<br />
Cuprum arsenicosum D6<br />
Kalium-Aluminium sulfuricum D6<br />
Zincum chloratum D6<br />
Calcium carbonicum D6<br />
Natrium bicarbonicum D6<br />
Arsenum jodatum D6<br />
Aurum Chloratum Natronatum D6<br />
Selenium D6 (Selen)<br />
Kalium bichromicum D12</p>
<p><strong>Ergänzende biochemische Mittel nach Joachim Broy </strong></p>
<p>Natrium fluoratum D6<br />
Magnesium fluoratum D6<br />
Calcium chloratum D6<br />
Ferrum chloratum D6<br />
Ferrum sulfuricum D3<br />
Magnesium chloratum D6<br />
Magnesium sulfuricum D6</p>
<p><strong>Geschichte der „Biochemie nach Schüßler“<br />
</strong><br />
Schüßler, welcher bis zu Beginn der 1870er Jahre der „klassischen“ Homöopathie mehr oder weniger treu geblieben war, wurde nach der Erstveröffentlichung seiner „neuen“ Therapie in der Allgemeinen Homöopathischen Zeitung (1873) heftig von Homöopathen kritisiert, welche Verrat an der gemeinsamen Sache witterten. Ein Jahr später publizierte er sein grundlegendes Werk „Eine abgekürzte Therapie gegründet auf Histologie und Cellularpathologie“, welches auf knapp 16 Seiten die Grundzüge seiner Lehre enthielt. Dabei grenzte er sich deutlich von der Homöopathie ab. Im Vorwort zu späteren Auflagen bekannte er sich zu den Einflüssen, welche der Physiologe Jakob M. Moleschott und der Pathologe Rudolf Virchow auf seine Theorie hatten.</p>
<p>Die heftigen Auseinandersetzungen mit führenden Vertretern der Homöopathie brachten Schüßler 1876 zum Austritt aus dem „Centralverein homöopathischer Ärzte“. Der polemische Schlagabtausch ging allerdings über Jahrzehnte weiter. Die naturwissenschaftliche Medizin nahm dagegen kaum Kenntnis vom neuen „biochemischen“ Verfahren. Im deutschen Kaiserreich wurde es zwar von den meisten Gesundheitsbehörden im Rahmen der gesetzlich verankerten Kurierfreiheit toleriert, jedoch nicht gefördert.</p>
<p><strong>Geschichte der biochemischen Verbände </strong></p>
<p>Zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierten drei konkurrierende Verbände: der „Verband biochemischer Vereine für das Deutsche Reich“, der „Schüssler-Bund“ und der „Jade-Verband“. In den 1920er Jahren zählte die biochemische Bewegung mehr als achthundert ehrenamtliche „Krankenbehandler“. Diese wurden von Ärzten, die in ihnen Kurpfuscher sahen, nicht selten wegen fahrlässiger Körperverletzung oder gar Tötung angezeigt. Die meisten Gerichtsverfahren endeten jedoch mit Freispruch.<br />
Durch die Reichsarbeitsgemeinschaft der Volksverbände wurden die biochemischen Vereine 1922 zwangs-zusammengeschlossen zum „Biochemischen Bund Deutschlands“, der 1928 bereits 184.672 Mitglieder zählte und straff organisiert war. 1929 umfasste die Bundesgeschäftsstelle 22 hauptamtliche Mitarbeiter. In einem eigenen Verlag in Potsdam erschienen die „Zeitschrift für Biochemie. Volkstümliches Fachorgan für Mineralstofflehre“ mit einer Auflage von mehr als 200.000 Exemplaren sowie vielen Informationsschriften.</p>
<p>Zur Zeit des Nationalsozialismus stieg die „Biochemie“ zu einer anerkannten Heilweise auf. Die „Krankenbehandler“, welche bisher am Rande der Legalität praktiziert hatten, bekamen den Status von Heilpraktikern. Außerdem konnten im „Dritten Reich“ erstmals mit staatlicher Billigung und Förderung Untersuchungen durchgeführt werden, in denen die behauptete Wirksamkeit „biochemischer“ Arzneimittel überprüft wurde. Solche Menschen-Versuche fanden auch in den Konzentrationslagern Dachau und Auschwitz statt, unter Leitung des Reichsarztes SS Ernst-Robert Grawitz. Dabei wurden unter anderem künstlich herbeigeführte Fälle von Blutvergiftung und Malaria weitgehend erfolglos „therapiert“. Für die Häftlinge nahmen diese grausamen Experimente in den meisten Fällen einen tödlichen Ausgang.</p>
<p>Der „Biochemische Bund“ steuerte nach 1933 mehr und mehr ins nationalsozialistische Fahrwasser. Eine interne Gleichschaltung führte zum Ausschluss unerwünschter, hauptsächlich &#8220;nichtarischer&#8221; Mitglieder. Ab 1934 findet man in der Mitgliederzeitschrift die Rubrik „Volk und Rasse“ und an der Spitze der Bundesleitung stehen linientreue Parteigenossen. 1935 wurde der „Biochemische Bund“  zwangsweise in die „Reichsarbeitsgemeinschaft der Verbände für naturgemäße Lebens- und Heilweise“ eingegliedert. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der „Bund“ aufgelöst, jedoch schon 1946 neu konstituiert. 1949 gab er wieder eine Mitgliederzeitschrift heraus („Gesundes Volk“, später „Weg zur Gesundheit“), konnte jedoch nicht wieder an die frühere Bedeutung anknüpfen. Aus einem verbandseigenen Kurhaus, welches 1936 in Hahnenklee im Harz in Betrieb genommen wurde, ging 1949 ein „Dr. Schüssler-Sanatorium“ hervor. Im Jahr 2004 existierten in Deutschland wieder etwa 70 biochemische Vereine, weitere im Ausland.</p>
<p><strong>Komplex-Biochemie </strong></p>
<p>Die Komplex-Biochemie ist eine seit den 1920er Jahren bestehende Sonderform der Behandlung mit Schüßler-Salzen. Sie wurde entwickelt von dem Berliner Arzt Konrad Grams. Die etwa dreissig Präparate der Komplex-Biochemie werden seither unter dem Namen „JSO Bicomplexe“ produziert und vermarktet, die Zusammensetzung ist nur unwesentlich verändert worden. Konrad Grams entwickelte damit – dem Zeitgeist folgend – aus der Schüßler-Biochemie ein deutlich laienfreundlicheres Selbstbehandlungs-System – die „Komplex-Biochemie“: „Unter Komplex-Biochemie verstehen wir die Vereinigung mehrerer Mineralsalze zu einem Mittel, welches zu den erkrankten Geweben oder dem erkrankten Körperteil in Beziehung steht. Es deckt gewissermaßen alle Krankheitserscheinungen der betreffenden Krankheit.“ Grams selbst hängt in seinen Publikationen auch weiterhin der pseudomaterialistischen Defizit-Hypothese an („Die Komplex-Biochemie ist […] eine Ernährungstherapie.“)</p>
<p>Die Komplex-Biochemie nach Grams umfasst 30 sehr einfache Konzepte, welche die Wahl des Mittels leicht machen (bei Durchfall das „Darmmittel“, bei „Husten“ das „Hustenmittel“ etc.). Auch wenn etliche Heilpraktiker die Behandlung mit komplex-biochemischen Mitteln anbieten, ist das System hauptsächlich zur Selbstmedikation gedacht.<br />
Allerdings ist aufgrund arzneimittelrechtlicher Vorschriften die Angabe einer Indikation nur noch für zugelassene, nicht aber für registrierte homöopathische Arzneimittel erlaubt, so dass Angaben wie &#8220;Hustenmittel&#8221; auf der Packung der – lediglich registrierten – JSO Bicomplexe nicht mehr zugelassen sind. Die Erteilung einer Zulassung (statt der ebenfalls zulässigen Registrierung) würde aber Wirksamkeitsnachweise für die beanspruchte Indikation voraussetzen, welche die „Schüssler-Salze“ nicht vorweisen können.</p>
<p>Quelle: Wikipedia (Literaturangaben dort)</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Diese Wikipedia-Informationen rufen nur an wenigen Stellen nach einer Ergänzung oder Präzisierungen. Ich versuche hier, ein paar offene Punkte bzw. Fragen aufzuführen.</p>
<p>- Schüssler-Salze werden von den Arzneimittelbehörden gleich behandelt wie Präparate aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin. Sie sind daher wie diese vom Nachweis einer Wirksamkeit befreit. Dadurch besteht auch keine Notwendigkeit, Wirkungen fundiert zu dokumentieren.<br />
Daher ist es nicht erstaunlich, dass experimentelle oder klinische Belege für eine Wirksamkeit fehlen.</p>
<p>- Ausser Frage steht, dass viele AnwenderInnen von Schüssler-Salzen von positiven Wirkungen berichten. Dabei kann es sich aber auch um Effekte handeln, welche durch die Erwartungshaltung ausgelöst wurden, oder um Verbesserungen aufgrund des natürlichen Verlaufs der Beschwerden (Selbstheilungskräfte). Vor kurzen erklärte mir eine Bekannte, dass sie sich gar nicht mehr vorstellen könne, ohne Schüssler-Salze Nr. X, Y und Z ihren Alltag zu bewältigen. Ich halte solche Aussagen für ein Symptom psychischer Abhängigkeit und beobachte ähnliche Phänomene im Umfeld der Schüssler-Salze nicht selten.</p>
<p>- Schüssler-Salze im Sinne einer Substitutionsbehandlung als Mineralstofftherapie zu bezeichnen, halte ich für eine Konsumententäuschung. Bei Verdünnungen von D6 (1: 1 000 000) und D12 (1:1 000 000 000 000) sind von ursprünglich vorhandenen Mineral nur noch äusserst minimale Spuren vorhanden.</p>
<p>- Die mit der Anwendung von Schüssler-Salzen oft verknüpfte „Antlitzanalyse“ (Physiognomik) ist hoch fragwürdig und problematisch. Sie eignet sich bestens als Transportmittel für Vorurteile, Projektionen und Unterstellungen.</p>
<p>- Das Konzept von Schüssler, alle Krankheiten auf Mineralstoffmängel zurückzuführen, ist ausgesprochen einseitig und zudem sehr mechanistisch.</p>
<p>- Die Tiroler Apotheken führten am 7. Mai der „1. Schüssler Tag“ durch. Die Ankündigung dafür ist meines Erachtens ein gutes Beispiel für unseriöse Propaganda.</p>
<p>Beispiel 1:<br />
„ Die Salze, die von dem Arzt Wilhelm Schüßler vor über hundert Jahren erforscht wurden, sollen genau jene Mineralstoffe beinhalten, die Körperzellen brauchen. Kommt es zu einem Mangel einzelner Mineralstoffe im Körper, kann diese „Betriebsstörung“ durch die Einnahme der Schüßler Salze ausgeglichen werden.“ (Quelle: www.tt.com)<br />
Es gibt keinen einzigen Hinweis, dass Schüssler-Salze einen Mangel an Mineralstoffen ausgleichen können. Wie schon weiter oben erwähnt: Als Substitutionstherapie bei Mineralstoffmangel sind Schüsslersalze unsinnig. Allenfalls dienen sie als indirekte Substitutionstherapie bei Mangelzuständen in Apothekerkassen&#8230;..</p>
<p>Beispiel 2:<br />
„’Diese alte Form der Alternativmedizin erfährt zurzeit eine Renaissance’, betonte Apothekerkammer-Präsident Martin Hochstöger am Montag bei einer Pressekonferenz. Das sei vor allem darauf zurückzuführen, dass es sich um ein natürliches und risikoloses Behandlungsmodell handelt, bestätigte auch Monika Winkler, Pharmazeutin der Stadtapotheke Innsbruck. Bei der Anwendung könne man nichts falsch machen.“ (Quelle: www.tt.com)<br />
Natürlich und risikolos – das kommt immer gut an. Wirksamkeit ist dagegen für die Apotheker kein Thema. Und eine Heilmethode, bei der man nichts falsch machen kann, entspricht ebenfalls dem Zeitgeist. Dann muss man sich ja auch nicht vertiefter damit auseinandersetzen und kann einfach mal rumprobieren. So erlebe ich jedenfalls nicht wenige Anwenderinnen und Anwender von Schüssler-Salzen. Ein Wochenendkurs, und man hat Gesundheit und Krankheit im Griff – bei sich selber und bei Patientinnen und Patienten. Eine ziemliche Fast-Food-Haltung, was mir da oft entgegen kommt. Und eine masslose (Selbst-) Überschätzung.</p>
<p>Beispiel 3:<br />
„Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr breit gestreut. ‚Jetzt im Frühjahr kämpfen viele Tiroler mit Pollenallergien, grippalen Infekten und Erkältungen. Da sind die homöopathisch zubereiteten Mineralstoffe eine wichtige Stütze für den menschlichen Organismus. Schüßler Salze können jedoch auch schon vorbeugend und in jedem Alter zur Gesundheitsvorsorge angewendet werden’, erklärte Susana Niedan-Feichtinger, Geschäftsführerin der Adler Pharma.“ (Quelle: www.tt.com)</p>
<p>Das ist ja schön für Adler Pharma als Markführerin im Bereich Schüssler-Salz in Österreich. Eigentlich heisst das: Schüssler Salze kann man immer einnehmen – ob gesund oder krank, alt oder jung – Schüssler-Salze braucht’s immer. Die perfekte Medikalisierung des Lebens, was ein unerschöpfliches Marktpotenzial mit sich bringt.<br />
Zu einem professionellen Umgang mit Naturheilmitteln gehört wie auch bei anderen Medikamenten eine Einschränkung des Anwendungsbereiches auf Indikationen, bei denen der Nutzen überzeugend dokumentiert ist.<br />
Leider sieht man bei Apotheken und Drogerien zunehmend, dass die fachlich-professionelle Haltung von kommerziellen Interessen völlig überdeckt wird.</p>
<p>„Mehr Wissen über die Salze von Dr. Schüssler“ verspricht die Ankündigung des „1. Schüssler Tages“ im Titel. Nach dem „Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe“ (Meiner Verlag 1998) ist „Wissen“ die auf „subjektiv und objektiv zureichenden Gründen  beruhende Überzeugung vom tatsächlichen Bestehen von Gegenständen, Vorgängen oder Sachverhalten“. Gründe für die gemachten Versprechungen sind in dieser Ankündigung aber nicht ersichtlich. Statt von „Wissen“ wäre es deshalb m. E.  angebrachter, von Behauptungen zu sprechen.</p>
<p>Mag sein, dass meine Kritik gerade ziemlich hart daherkommt. Ich will eigentlich gar keine „Standpauke“ halten.<br />
Ich finde es aber unakzeptabel, wenn Apotheker ihr fachliches Renommee ins Feld führen, um mit derart fadenscheinigen und irreführenden Aussagen auf Kundenfang zu gehen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Pharma-Studien: Firmengeld verzerrt Resultat</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 16:42:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Finanziert ein Pharmakonzern medizinische Studien zu einem seiner Wirkstoffe, fällt das Resultat für ihn vielfach günstiger aus als bei Studien mit anderer Geldquelle. Diese nicht völlig überraschende Erkenntnis wurde nun durch deutsche Forscher wissenschaftlich bestätigt. Ein Grund dafür sei, dass die Firmen die Studienprotokolle gezielt zu ihren Gunsten beeinflussten, schreiben die Wissenschaftler im «Deutschen Ärzteblatt» (Bd. 107, S. 279).</p>
<p>An der Analyse waren Experten der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft in Berlin, Professor Wolf-Dieter Ludwig vom Helios-Klinikum in Berlin und Professor Klaus Lieb von der Universitätsmedizin in Mainz beteiligt. Sie werteten insgesamt 57 Publikationen zu dem Thema aus, die zwischen November 2002 und Dezember 2009 publiziert worden waren. Es handele sich vor allem um Untersuchungen, deren «ausdrückliches Ziel» es war, von Pharmafirmen finanzierte Studien mit unabhängig finanzierten zu vergleichen.</p>
<p>Quelle:<br />
www.pharmazeutische-Zeitung.de<br />
Kommentar &amp; Ergänzung:<br />
Welche Schlüsse folgen aus diesem Erkenntnissen?<br />
Klar scheint mir, dass Hersteller-finanzierte Studien besonders kritisch unter die Lupe genommen werden müssen. Das gilt natürlich auch für Studien aus den Bereichen Komplementärmedizin oder Phytotherapie.<br />
Keine Lösung wäre eine generelle Ablehnung von Studien als Mittel der Erkenntnisgewinnung.<br />
Ohne qualitativ gute Studien lässt sich nämlich die Wirksamkeit von Heilmitteln nicht annähernd sicher beurteilen. Kommt es nach der Einnahme eines Heilmittels zu einer Besserung, so bleibt im Einzelfall unklar, worauf diese zurückzuführen ist: Placebo-Effekt? Spontane Besserung durch den normalen Verlauf der Krankheit? Wirkung des Heilmittels?<br />
Die starke Abhängigkeit der Universitäten von Forschungsgeldern der Hersteller ist daher sehr problematisch (aber wohl politisch so gewollt).<br />
Für die Phytotherapie ist dies ein wichtiges Thema. Während nämlich Heilmittel der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin von den Arzneimittelbehörden aus politischen Gründen (gutes Lobbying) von jeglichem Wirksamkeitsnachweis befreit sind, müssen Phytopharmaka ihre Wirksamkeit in gleicher Weise mit Studien belegen wie synthetische Medikamente.<br />
Die Phytotherapie ist daher auf qualitativ gute Studien angewiesen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  "> www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Anthroposophische Medizin ins Medizinstudium &#8211; offene Fragen (1)</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 02:30:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Anthroposophische Medizin ins Medizinstudium - offene Fragen (1).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher (TG) fordert mit einer parlamentarischen Initiative im Nationalrat die Integration der Komplementärmedizin ins Medizinstudium (Mitunterzeichnende siehe Anhang), wobei es auch um die Anthroposophische Medizin geht. Dieses Anliegen ist auf den ersten Blick sympathisch.</p>
<p>Ein zweiter Blick zeigt aber viele Fragwürdigkeiten.</p>
<p>Das fängt schon damit an, dass es sehr problematisch ist, pauschal von “Komplementärmedizin” zu sprechen. Differenzierung wäre gefragt. Unter dem Etikett “Komplementärmedizin” finden sich sehr unterschiedliche Theorien und Überzeugungssysteme. Eine offene Diskussion darüber fehlt und ist meiner Ansicht nach überfällig.<br />
Siehe dazu auch:<br />
Komplementärmedizin &#8211; ein fragwürdiger Begriff<br />
<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/30/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/30/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/30/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html"> </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/30/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html"> </a>Zu fragen wäre etwa, welche Grundhaltungen und Werte angehende Mediziner und Medizinerinnen im Studium lernen sollen? Welche “komplementären” Ansätze wollen wir? Diese inhaltliche Auseinandersetzung vermeiden meinem Eindruck nach die Unterzeichner dieser parlamentarischen Initiative. Komplementärmedizin undifferenziert und pauschal gut zu finden scheint mir ziemlich naiv und zudem ein bisschen fundamentalistisch angehaucht.</p>
<p><strong>Keine Remoralisierung von Krankheit und Behinderung!<br />
</strong><br />
Anthroposophische Medizin zum Beispiel basiert auf der Kernüberzeugung, dass Krankheit und Behinderung durch moralisches Versagen in einem früheren Leben verursacht wird (Karma).<br />
Siehe dazu:<br />
<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/01/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html">http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/01/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html</a></p>
<p>Meiner Ansicht nach ist es eine der bedeutendsten Errungenschaften der Moderne, dass Krankheit und Behinderung nicht mehr mit Schuld und moralischem Versagen verknüpft sind. Wenn nun eine staatliche Förderung für die Anthroposophische Medizin verlangt wird, ist damit auch ein Schritt in Richtung einer Remoralisierung von Krankheit und Behinderung verbunden.</p>
<p>Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit sind ebenfalls wichtige Errungenschaften der Moderne. Jeder Mensch darf daher im Sinne der Anthroposophie glauben, dass  beispielsweise Lügenhaftigkeit im nächsten Leben eine Behinderung auslöst.</p>
<p>Es fragt sich nur, ob unsere Medizinstudentinnen und -studenten im Studium solch fragwürdige Überzeugungen lernen sollen (dringender wäre ja vielleicht mehr Training von Patientengesprächen).</p>
<p>Erstaunlich ist für mich vor allem, dass ausgerechnet die Sozialdemokratische Partei (SPS) und die Grünen (GPS), die sich beide so behindertenfreundlich geben, ausgesprochen undifferenziert und unreflektiert für diese Remoralisierung von Krankheit und Behinderung eintreten.</p>
<p>Mich würde sehr interessieren, was genau inhaltlich nach Ansicht von SPS und GPS in den Vorlesungen über Anthroposophische Medizin vermittelt werden soll. Da sich die Anthroposophische Medizin praktisch ausschliesslich an ihrer Führerfigur Rudolf Steiner orientiert, gehören dessen Aussagen zu Gesundheit und Krankheit zweifellos in eine solche Vorlesung, auf dass zukünftige MedizinerInnen damit vertraut werden.</p>
<p>Mein Vorschlag für den Bereich Embryologie:</p>
<p>“Sehen Sie, wenn heute eine schwangere Frau gerade fragen würde, was man ihr zu lesen geben will &#8211; es gibt ja nichts! Man kann auch eigentlich schon zu gar nichts raten! Neulich bin ich in Basel in eine Buchhandlung gekommen, da fand ich das neueste Programm dessen, was gedruckt wird: ein Negerroman, wie überhaupt jetzt die Neger allmählich in die Zivilisation von Europa hereinkommen! Es werden überall Negertänze aufgeführt, Negertänze gehüpft. Aber wir haben ja sogar schon diesen Negerroman. Er ist urlangweilig, greulich langweilig, aber die Leute verschlingen ihn. Ja, ich bin meinerseits davon überzeugt, wenn wir noch eine Anzahl Negerromane kriegen, und wir geben diese Negerromane schwangeren Frauen zu lesen, in der ersten Zeit der Schwangerschaft namentlich, wo sie heute ja gerade solche Gelüste manchmal entwickeln können &#8211; wir geben diese Negerromane den  schwangeren Frauen zu lesen, da braucht gar nicht dafür gesorgt zu werden, dass Neger nach Europa kommen, damit Mulatten entstehen; da entsteht durch rein geistiges Lesen von Negerromanen eine ganze Anzahl von Kindern in Europa, die ganz grau sind, Mulattenhaare haben werden, die mulattenähnlich aussehen werden!</p>
<p>So dass man sagen kann: Man beachtet eben heute gar nicht dasjenige, was in der geistigen Kultur enthalten ist. Es ist eben so, dass eine gesunde Erziehung auch allmählich in alles hineingehen wird, was wir lesen oder was wir uns erzählen lassen. Und da werden zum Beispiel einmal vielleicht, wenn man das beachtet, was Anthroposophie sagt, Romane entstehen für Schwangere. Wenn die Schwangeren diese lesen werden, werden sie schöne Menschen wieder vor sich haben, und die schönen Menschen werden aber auch geboren werden zu starken und schönen Menschen. Denn während der Schwangerschaft ist das Weib zugleich durch das, was sie im Kopfe tut, die Veranlassung zu der Tätigkeit, die in ihrem Unterleib vor sich geht. Sie macht die Formen des Kindes aus dem, was sie sich vorstellt, was sie empfindet, was sie will.<br />
Und da, meine Herren, wird Geisteswissenschaft überhaupt handgreiflich. Da wird es so, dass man nicht mehr sagen kann: Das Geistige hat keinen Einfluss auf den Menschen.”</p>
<p>(Rudolf Steiner, Über Gesundheit und Krankheit, GA Band 348, S. 185, Vortrag vom 30. 12. 1922)</p>
<p>Wie viele hässliche oder gar behinderte Menschen könnten verhindert werden, wenn Gynäkologinnen und Gynäkologen über solch anthroposophische Grundsätze informiert wären und den werdenden Müttern passende (anthroposophische) Literatur verordnen könnten&#8230;.<br />
Und Frauen, die hässliche oder missgestaltete Kinder gebären, hatten während der Schwangerschaft wohl einfach das Falsche im Kopf&#8230;.</p>
<p>Solche Erkenntnisse aus höheren Welten gehören unbedingt ins Medizinstudium&#8230;.meinen offenbar die Sozialdemokratische Partei (SPS) und die Grüne Partei (GPS), welche leider an diesem Punkt ziemlich blind agieren.<br />
Nein, so etwas natürlich nicht &#8211; werden SPS und GPS bestimmt sagen.<br />
Aber was dann stattdessen, liebe SPS und GPS? Ich bin gespannt auf konkrete Vorschläge, und werde meinerseits gerne weitere liefern.</p>
<p>P.S. Beim “Negerroman”, den Rudolf Steiner so grässlich fand, soll es sich um den Roman “Batouala” von René Maran handeln, welcher inzwischen in der Reihe “Manesse Bibliothek der Weltliteratur” neu veröffentlicht worden ist.<br />
Besprechung: http://www.afrikaroman.de/buch/rezensionen/autor_maran.php</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
<p>Anhang:</p>
<p>Mitunterzeichnende der parlamentarischen Initiative von Nationalrätin Edith Graf-Litscher (TG):<br />
Ruedi Aeschbacher, Evi Allemann, Josiane Aubert, Martin Bäumle, Didier Berberat, Daniel Brélaz, Marina Carobbio Guscetti, Max Chopard-Acklin, André Daguet, Walter Donzé, Hildegard Fässler-Osterwalder, Jacqueline Fehr, Hans-Jürg Fehr, Mario Fehr, Oskar Freysinger, Bastien Girod, Alice Glauser-Zufferey, Bea Heim, Francine John-Calame, Marianne Kleiner, Christian Levrat, Ricardo Lumengo, Ada Marra, Fabio Pedrina, Katharina Prelicz-Huber, Jean-Claude Rennwald, Stéphane Rossini, Maria Roth-Bernasconi, Silvia Schenker, Carlo Sommaruga,   Jean-François Steiert, Hans Stöckli, Doris Stump, Adèle Thorens Goumaz, Andy Tschümperlin, Christian van Singer, Alec von Graffenried, Eric Voruz, Hansjörg Walter, Marie-Thérèse Weber-Gobet, Reto Wehrli, Thomas Weibel, Hans Widmer, Brigit Wyss, Josef Zisyadis.</p>
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		<title>Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/30/gehoert-phytotherapie-zur-komplementaermedizin.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/30/gehoert-phytotherapie-zur-komplementaermedizin.html#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 21:59:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie zählt zur Naturheilkunde, nicht zur Komplementärmedizin oder Alternativmedizin. Weiterbildung für Krankenpflege (Spitex, Pflegeheim, Klinik, Psychiatrische Klinik, Spital).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zusammenhang mit der Abstimmung vom 17. Mai 2009 über den Verfassungsartikel zur Förderung der Komplementärmedizin wurde im Parlament immer von fünf dazu gehörenden Methoden gesprochen: Homöopathie, Traditionelle chinesische Medizin (TCM), Anthroposophische Medizin, Neuraltherapie und Phytotherapie.<br />
Diese fünf Methoden wurden als “Päckli” mit dem Etikett Komplementärmedizin bezeichnet.</p>
<p>Dieses “5er-Päckli” ist meines Erachtens ein reines Lobbying-Konstrukt. Fachlich gesehen scheint mir alles dafür zu sprechen, dass Phytotherapie nicht zur Komplementärmedizin gehört:</p>
<p>- Die Phytotherapie hat sich von ihrem Ursprung her aus einem medizinisch-ärztlichen Kontext heraus einwickelt. Der Begriff “Phytotherapie” wurde vom französischen Arzt Henri Leclerc (1870 &#8211; 1955) in die medizinische Wissenschaft eingeführt &#8211; als naturwissenschaftliche Fortsetzung der bis dahin praktizierten vorwissenschaftlichen “Kräutermedizin”.<br />
Im deutschsprachigen Raum war der Internist Rudolf Fritz Weiss in den Anfängen der Phytotherapie eine zentrale Person.</p>
<p>- Phytotherapie in diesem Sinne strebt schon seit jeher danach, ihre Aussagen wissenschaftlich zu begründen, zu überprüfen und zu dokumentieren.</p>
<p>- Phytotherapie basiert auf Wirkstoffen und bewegt sich damit innerhalb der Regeln der Pharmakologie &#8211; bspw. bezüglich Wirkungsmechanismen, Resorption, Verstoffwechselung und Ausscheidung.</p>
<p>- Phytopharmaka müssen, damit sie von den Krankenkassen via Grundversicherung bezahlt werden, ihre Wirksamkeit genauso belegen wie synthetische Medikamente. Das unterscheidet sie fundamental von komplementärmedizinischen Präparaten aus Homöopathie und Anthroposophie, welche vom Wirkungsnachweis befreit sind.</p>
<p>- Alle relevanten Phytotherapie-Fachbücher sehen die Phytotherapie als Teil der Medizin. So beispielsweise Schilcher et. al. im “Leitfaden Phytotherapie” (2007):<br />
“Moderne Phytotherapie ist keine “Alternativ-Medizin”, sondern Teil der heutigen naturwissenschaftlich  orientierten Schulmedizin&#8230;.Die Phytotherapie verfolgt ein naturwissenschaftliches, kausales oder symptomatisches Therapieprinzip und basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.”</p>
<p>- Phytotherapie hat keine eigene Diagnostik. Sie stützt sich auf medizinische Diagnostik.</p>
<p>Aufgrund dieser Facts scheint mir sonnenklar, dass Phytotherapie nicht zur Komplementärmedizin zu rechnen ist.</p>
<p>Dann stellt sich allerdings die Frage, wo Phytotherapie überhaupt steht.<br />
Phytotherapie ist nämlich auch nicht völlig deckungsgleich mit Medizin und Pharmakologie. Beispielsweise handelt es sich bei Anwendungen der Phytotherapie immer um eine Multi-Target-Therapie. Siehe dazu:<br />
<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/09/13/phytotherapie-auf-die-mischung-kommt-es-an.html">Phytotherapie: Auf die Mischung kommt es an<br />
</a><br />
Ausserdem zeichnet sich die Phytotherapie aus durch ihren Naturbezug und durch die vielfältigen kulturhistorischen Bedeutungen der Heilpflanzen.</p>
<p>Am ehesten gehört Phytotherapie zur <strong>Naturheilkunde</strong>. Sie eignet sich aufgrund dieser Stellung ausgezeichnet zur Verbindung von Naturheilkunde und Medizin.</p>
<p>Dass Phytotherapie ins 5er-Päckli  der Komplementärmedizin-Methoden integriert wurde, ist ein geschickter Lobbying-Schachzug, hat aber mit der Realität kaum etwas zu tun.</p>
<p>Diese Irreführung der Stimmberechtigten wurde möglich, weil die Schnürer des Päcklis &#8211; allen voran, leider, die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SPS) und die Grüne Partei der Schweiz (GPS) &#8211; dessen Inhalt gar nicht prüf(t)en, sondern Beliebigkeit und Populismus zur Handlungsmaxime machen. Würden die Propagandisten des 5er-Päckli ihre Aufgabe ernst nehmen, müssten sie sich meines Erachtens mit Unterschieden innerhalb dieser Methoden auseinandersetzen. Es würden sich dann Fragen stellen wie:<br />
- Welche Elemente von Komplementärmedizin wollen wir?<br />
- Welche Weltanschauungen stecken hinter den einzelnen Methoden?<br />
- Sind diese Weltanschauungen demokratieverträglich und kompatibel mit einer offenen Gesellschaft?</p>
<p>Siehe auch:<br />
Schulmedizin &#8211; ein fragwürdiger Ausdruck<br />
<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/03/schulmedizin-ein-fragwuerdiger-ausdruck.html">Schulmedizin – ein fragwürdiger Ausdruck<br />
</a><br />
Komplementärmedizin &#8211; ein fragwürdiger Bregriff<br />
<a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/30/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin – ein fragwürdiger Begriff<br />
</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Komplementärmedizin &#8211; ein fragwürdiger Begriff</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 21:26:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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Komplementärmedizin - ein fragwürdiger Begriff.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Begriff “Komplementärmedizin” wird seit einiger Zeit ziemlich inflationär und unreflektiert verwendet. Es wäre meines Erachtens jedenfalls an der Zeit, über diesen Ausdruck genauer nachzudenken.<br />
Auf den ersten Blick handelt es sich bei der “Komplementärmedizin” einfach um Methoden, welche die “Schulmedizin” ergänzen sollen. Kratzt man ein bisschen an dieser Oberfläche, wird das Bild sogleich komplexer.</p>
<p>Die kritischen Fragen an den Begriff “Komplementärmedizin” hat meiner Ansicht nach Prof. Malte Bühring bereits 1999 aufgeworfen. In einem Editorial der Zeitschrift “Forschende Komplementärmedizin” schreibt der Inhaber des Lehrstuhls für Naturheilkunde an der Freien Universität Berlin:</p>
<p><em>“Auch als Mitglied der Schriftleitung habe ich nie verhehlt, dass ich<br />
dem Titel dieser Zeitschrift, nämlich dem Ausdruck «Komple-<br />
mentärmedizin», kritisch gegenüberstehe, ich selbst hätte ihn nicht<br />
gewählt. Komplementär sagt mir auf der einen Seite zu viel &#8211; teil-<br />
weise auch etwas Falsches &#8211; auf der anderen Seite zu wenig&#8230;&#8230;<br />
Was habe ich gegen «komplementär»? Sehr einfach könnte man es<br />
mit «sich gegenseitig ergänzend» übersetzen, zu einem Ergänzen<br />
bedarf es aber mindestens zweier Akteure. Den einen Part, näm-<br />
lich den, der ein Ergänzen zulässt, müsste ja wohl die sog. Schul-<br />
medizin spielen. Bei dieser ist Komplementärmedizin eine unge-<br />
liebte Braut, hier sollen wir uns und unserem Publikum nichts vor-<br />
machen. Komplementär signalisiert einen Anspruch, der nicht zu<br />
halten ist, an dieser Stelle sagt mir der Ausdruck zu viel.<br />
Tatsächlich hat komplementär in diesem Zusammenhang einen ne-<br />
gativen Bedeutungswandel erfahren. Komplementär bezeichnet<br />
den Aussenseiter, ähnlich wie «alternativ» in der alternativen Me-<br />
dizin. Mit alternativ wird nicht ein zusätzliches, allgemein aner-<br />
kanntes therapeutisches Angebot neben anderen Behandlungsme-<br />
thoden bezeichnet, sondern ebenfalls die Tatsache des Aussensei-<br />
ters. Niemand mag sein Verfahren so bezeichnen. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> Vor allem leistet «komplementär» keinen Beitrag zu einer weite-<br />
ren Differenzierung unter den vielen Methoden ausserhalb der<br />
medizinischen «Schule» &#8211; hier sagt mir der Ausdruck zu wenig.<br />
Er signalisiert ein Laisser-faire und eine Beliebigkeit, die nieman-<br />
dem nutzt. Extrem fragliche Methoden werden in der Gesell-<br />
schaft anerkannter Verfahren aufgewertet, einigermassen plausi-<br />
ble Konzepte werden in fragwürdiger Gesellschaft selbst fragwür-<br />
dig.<br />
Ähnliches geschieht jetzt in der offiziellen Gesundheitspolitik, hier<br />
werden die klassischen Naturheilverfahren zusammen mit den<br />
«komplementären» bzw. den «alternativen» Methoden unter<br />
«Unkonventionelle Medizinische Richtungen» (UMR) abgehan-<br />
delt. Ich wehre mich dagegen.”</em><br />
(Forschende Komplementärmedizin 1999;6:125-126)</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dieses Zitat legt meines Erachtens den Finger genau auf die zwei zentralen problematischen Bereiche.</p>
<p>1. Der Begriff “Komplementärmedizin” verspricht zuviel.</p>
<p>Komplementärmedizin ist für die “Schulmedizin” immer noch eine weitgehend ungeliebte Braut. Die Gründe dafür müssten genauer unter die Lupe genommen werden. Meiner Ansicht nach macht es sich ein grosser Teil der Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin zu einfach, wenn als Ursache für diese “Verschmähung” ausschliesslich Borniertheit seitens der “Schulmedizin” angenommen wird.</p>
<p>Meiner Überzeugung nach muss die Komplementärmedizin die eigenen blinden Flecken anschauen, wenn sie als Braut attraktiver oder auch nur genehmer werden will. Dazu gehören zum Beispiel Heilslehren, dogmatische Systeme und Gurutum, die in weiten Bereichen der Komplementärmedizin verbreitet sind. Diese Bereiche werden meines Erachtens nie kompatibel sein mit dem medizinischen System. Hier braucht es sehr viel mehr kritische Auseinandersetzung und Klärung innerhalb der Komplementärmedizin.</p>
<p>Statt dessen versucht die Komplementärmedizin die Anerkennung als “Braut” auf politischem Weg zu erzwingen. Kern dieses Versuches war die Volksabstimmung vom 17. Mai 2009 und ist jetzt die politische Umsetzung des Ergebnisses. Meiner Ansicht nach spricht sehr viel dafür, dass dieses Bestreben scheitern wird. Naturheilkunde und insbesondere die Homöopathie wurden schon einmal massiv politisch gefördert &#8211; im Nationalsozialismus. Ziel war damals die Vereinigung von Naturheilkunde und Schulmedizin zur Neuen Deutschen Heilkunde. Es wurden zahlreiche homöopathischen Krankenhäuser aufgebaut und grosse Summen aufgewendet insbesondere für die Erforschung der Homöopathie, aber auch der “Schüssler Salze” (Menschenversuche im Konzentrationslager Dachau).  Dieses Projekt erlitt vollkommenen Schiffbruch.<br />
Wer an ausführlicheren Informationen über die unheilsame Verbindung von Naturheilkunde &amp; Nationalsozialismus interessiert ist, dem bzw. der empfehle ich mein Tagesseminar:<br />
<a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=163407dfaa03&amp;file=1030">www.phytotherapie-seminare.ch/index.php</a>.</p>
<p>2. Der Begriff “Komplementärmedizin” sagt zuwenig aus. Sehr zu recht kritisiert Prof. Malte Bühring meines Erachtens die Beliebigkeit und die mangelnde Differenzierung, die mit dem Begriff “Komplementärmedizin” einher geht. Im “Päckli” Komplementärmedizin sind ausserordentlich unterschiedliche Theorien und Weltbilder enthalten. Nötig wäre hier eine sorgfältige Differenzierung und eine offene Auseinandersetzung darüber, welche Art von Komplementärmedizin wir denn eigentlich wollen. Ich halte es hier gerne mit einer Aussage von Bruno Kesseli, dem Chefredaktor der Schweizerischen Ärztezeitung. Er schrieb in der Ausgabe 2006;87: 3):</p>
<p>“Komplementärmedizin&#8230; als Gesamtpaket zu befürworten oder zu verdammen ergibt&#8230;&#8230;.etwa soviel Sinn, wie Pilze generell für geniessbar oder giftig zu erklären. Genau diese Haltung scheint aber einigermassen verbreitet zu sein.”</p>
<p>Die Komplementärmedizin-Lobby hat rund um die Abstimmung vom 17. Mai ein Päckli mit den fünf Methoden Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Neuraltherapie und Phytotherapie geschürt, ohne dass die politischen Parteien sich mit dem Inhalt differenziert auseinandergesetzt haben.<br />
Auf dieses Päckli trifft meines Erachtens genau die folgende Aussage von Prof. Malte Bühring zu:</p>
<p>“Extrem fragliche Methoden werden in der Gesell-<br />
schaft anerkannter Verfahren aufgewertet, einigermassen plausi-<br />
ble Konzepte werden in fragwürdiger Gesellschaft selbst fragwür-<br />
dig.”</p>
<p>Meiner Ansicht nach wäre es die Pflicht der Politikerinnen und Politiker, dieses 5er-Päckli aufzuschnüren und differenziert zu betrachten.</p>
<p>Fachlich gesehen ist es schon einmal sehr fraglich, ob Phytotherapie zur Komplementärmedizin zu zählen ist.<br />
Siehe dazu:</p>
<p>Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?<br />
<a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/30/gehoert-phytotherapie-zur-komplementaermedizin.html">http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/30/gehoert-phytotherapie-zur-komplementaermedizin.html</a></p>
<p>Ausserdem wäre m. E. eine offene Diskussion über weltanschaulichen Aspekte nötig. Anthroposophische Medizin beispielsweise basiert auf der Vorstellung, dass Krankheit und Behinderung durch moralisches Versagen in einem früheren Leben ausgelöst werden. Meines Erachtens gehört es zu den “Würden der Moderne”, dass Krankheit und Behinderung nicht mehr mit Schuld verbunden sind. Der Anthroposophischen Medizin aber geht es um eine Remoralisierung von Krankheit und Behinderung. Details siehe:<br />
Kritische Fragen zur Förderung der Anthroposophischen Medizin:<br />
<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/01/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html">Abstimmung Komplementärmedizin: Kritische Fragen an Simonetta Sommaruga zur Förderung der Anthroposophischen Medizin<br />
</a><br />
Wenn nun Anthroposophische Medizin ins Medizinstudium eingebaut und via Grundversicherung bezahlt werden soll, braucht es meines Erachtens eine offene Diskussion darüber, ob wir eine solche Remoralisierung wollen.<br />
Auf der politischen Ebene sind es (leider!) ausgerechnet die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SPS) und die Grüne Partei der Schweiz (GPS), welche am undifferenziertesten mit dem Thema Komplementärmedizin umgehen. SPS und GPS zeigen in diesem Bereich eine gehörige Portion an Beliebigkeit und Populismus. Ich würde von diesen Parteien eine differenziertere Betrachtung erwarten entsprechend dem Zitat von Bruno Kesseli. SPS und GPS treten nämlich bisher so auf, als ob alle (Komplementärmedizin-) Pilze essbar wären. Das scheint mir sehr naiv.</p>
<p>Siehe auch:<br />
Schulmedizin &#8211; ein fragwürdiger Ausdruck<br />
<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/03/schulmedizin-ein-fragwuerdiger-ausdruck.html">Schulmedizin – ein fragwürdiger Ausdruck</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p>www.phytotherapie-seminare.ch</p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Beda Stadler und die Komplementärmedizin &#8211; ein Lehrstück für Schwarz-Weiss-Malerei</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/06/beda-stadler-und-die-komplementaermedizin-ein-lehrstueck-fuer-schwarz-weiss-malerei.html</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 15:11:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Beda Stadler und die Komplementärmedizin - ein Lehrstück für Schwarz-Weiss-Malerei.
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo immer es um Kritik an der Komplementärmedizin geht, ist Prof. Beda Stadler zur Stelle. Kein Wunder, entwickelte er sich mit den Jahren zum Buhmann der “Szene”. Dazu trägt er allerdings selber nicht unwesentlich bei &#8211; unter anderem mit seiner unverhohlenen Lust an der Provokation. Für die Anhängerinnen und Anhänger der Komplementärmedizin ist Beda Stadler aus zwei Gründen ein Geschenk des Himmels:</p>
<p>Erstens weil er kaum genauere Kenntnisse aus dem Bereich Komplementärmedizin zu haben scheint. Er kann daher wohl nur pauschal und grob mit dem Zweihänder fechten. Weil Stadler nur selten präzise Argumente bringt, fallen die argumentativen Schwächen der Komplementärmedizin kaum auf.</p>
<p>Zweitens vertritt Beda Stadler den Standpunkt der Wissenschaft bodenlos schlecht. Wissenschaft ist in ihrem Kern eigentlich eine eher bescheidene Veranstaltung, die sich der Vorläufigkeit ihrer Ergebnisse und der vielen noch offenen Fragen bewusst ist. Diese differenzierte Haltung wird aber beim Polterer Beda Stadler leider kaum sichtbar. Insofern ist Beda Stadler ein Traumgegner für Anhängerinnen und Anhänger der Komplementärmedizin. Beda Stadler macht es ihnen ausgesprochen leicht, ihn in ein feindliches Lager zu stellen oder in die Abteilung für Skurrilitäten.</p>
<p>Beda Stadler bedient alle Klischees perfekt, aus denen sich das Feindbild “Wissenschaft” zusammensetzt.<br />
So braucht man sich nicht wirklich mit ihm auseinanderzusetzen.  Das ist schade, denn oft sind seine Anmerkungen durchaus bedenkenswert.<br />
Verpackt in ständige Provokationen und einen oft verletzenden Diskussionsstil kommen allerdings auch bedenkenswerte Argumente kaum an. Selbst bei dafür offenen Personen.</p>
<p>Aber auch das Anti-Stadler-Lager agiert meines Erachtens oft plump und verwendet fragwürdige Argumente. Zum Beispiel wenn Jacqueline Bachmann, Geschäftsführerin der Stiftung für Konsumentenschutz, über Beda Stadler sagt:</p>
<p>“Ausserdem missachtet er die Volksmeinung, die will nämlich die Homöopathie» (Weltwoche 23 / 2005).</p>
<p>Erstens ist die “Volksmeinung” betreffend Homöopathie meines Wissens nicht geklärt.<br />
Auch nicht nach der Abstimmung vom 17. Mai 2009, die sehr pauschal die Förderung der Komplementärmedizin in die Verfassung schrieb.</p>
<p>Und zweitens wäre zu fragen: Wenn die “Volksmeinung” einmal festgelegt ist (und wer legt die hier fest?), wird dann jede Widerrede eine Missachtung dieser “Volksmeinung”?<br />
Mir schaudert vor dieser Vorstellung. Ich halte sie für totalitär.</p>
<p>Selbst wenn 99,999 % der Bevölkerung für die Homöopathie votieren würden, dürfte Beda Stadler immer noch dagegen sein.</p>
<p>Niemand muss die “Volksmeinung” beachten, indem er oder sie keine gegensätzliche Meinung mehr vertritt.</p>
<p>Die SVP wird ja manchmal kritisiert, weil sie das “Volk” quasi für sich pachte und betupft reagiere, wenn nach gewonnener Volksabstimmung immer noch gegenteilige Meinungen vertreten werden. Das “Volk” soll quasi das letzte und endgültige Wort sprechen. Ein solch überhöhter und verabsolutierter Volksbegriff führt leicht dazu, dass Widerspruch und Gegenpositionen  vereinnahmt werden. Ein monolytisches “Volk” in diesem Sinne gibt es aber nicht.<br />
Wenn Jacqueline Bachmann Beda Stadler Missachtung der Volksmeinung vorwirft, dann halte ich das genauso für eine sehr problematische Argumentation.</p>
<p>Zudem ist die “Volksmeinung” nicht von vorneherein einfach ein Gütesiegel. Es müssten dabei immer auch die zugrunde liegenden Bedürfnisse, Interessenlagen, Marketing- und Lobbyingstrategien angeschaut und diskutiert werden. Das gilt selbstverständlich auch für die Komplementärmedizin.</p>
<p>In der selben Weltwoche warfen Peter Heusser (Anthroposophische Medizin) und André Thurneysen (Homöopathie) Beda Stadler vor: «Er verweigert sich wissenschaftlichen Studien, die seine Meinung nicht bestätigen».</p>
<p>Ob dieser Vorwurf zutrifft, kann ich nicht beurteilen. Mir scheint nur, dass ein solches Vorgehen bei Vertreterinnen und Vertreter von Homöopathie und Anthroposophischer Medizin auch nicht gerade selten zu beobachten ist: Jeder noch so kleine Hinweis auf eine Wirksamkeit der eigenen Methoden wird triumphierend präsentiert, während Studien mit negativem Ergebnis diffamiert oder ignoriert werden. Diese Art der verzerrten Darstellung schädigt meiner Ansicht nach die Glaubwürdigkeit der Komplementärmedizin.</p>
<p>Nötig wäre meines Erachtens eine differenziertere Argumentation in beiden Lagern &#8211; bei den Kritikern und bei den Anhängern der Komplementärmedizin. Das wäre ein erster Schritt weg vom Schwarz-Weiss-Denken.<br />
Schwarz-weiss-gemalt wird nämlich oft von beiden Seiten.</p>
<p>Ich halte es gerne mit einem Zitat von Bruno Kesseli, Chefredaktor der Schweizerischen Ärztezeitung (2006;87:3):</p>
<p>“Komplementärmedizin&#8230;als Gesamtpaket zu befürworten oder zu verdammen ergibt<br />
aus meiner Sicht etwa soviel Sinn, wie Pilze generell für geniessbar oder giftig zu erklären.”</p>
<p>Es geht darum, über <em>Unterschiede </em>innerhalb des weitläufigen Feldes der Komplementärmedizin zu diskutieren und nicht alles in den selben Topf zu schmeissen..</p>
<p>Es geht um <em>Differenzierung</em> anstelle einer pauschalen Haltung von Gut-oder-Böse.<br />
Es geht um <em>kritische Auseinandersetzung</em> anstelle von simpler Diffamierung.</p>
<p>Das erwarte ich auch von Politikerinnen und Politikern &#8211; bisher jedoch mehrheitlich vergeblich.</p>
<p>Dumm ist allerdings, dass die Medien holzschnittartige, grobe Auseinandersetzungen vorziehen und differenziert-reflektierende Haltungen darum oft etwas untergehen.<br />
Deshalb braucht es möglichst viele Menschen, die sich ausserhalb der Lager von “Schulmedizin” bzw. “Komplementärmedizin” positionieren und von beiden Lagern eine differenzierte Argumentation einfordern.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
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		<title>Sozialdemokratische Partei (SPS) &amp; Komplementärmedizin-Forschung: Widersprüche und selektive Wissenschaftsgläubigkeit</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/11/11/sozialdemokratische-partei-sps-komplementaermedizin-forschung-widersprueche-und-selektive-wissenschaftsglaeubigkeit.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/11/11/sozialdemokratische-partei-sps-komplementaermedizin-forschung-widersprueche-und-selektive-wissenschaftsglaeubigkeit.html#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 19:04:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Sozialdemokratische Partei (SPS) &#038; Komplementärmedizin-Forschung: Widersprüche und selektive Wissenschaftsgläubigkeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von allen politischen Parteien zeigt meines Erachtens die SPS  im Umgang mit dem Verfassungsartikel zur Förderung der Komplementärmedizin &#8211; leider &#8211; die undifferenzierteste Position und das ausgeprägteste Schwarz-Weiss-Denken.  Das zeigt sich auch in den Forderungen der Sozialdemokratischen Partei nach verstärkter wissenschaftlicher Forschung im Bereich Komplementärmedizin. Fragwürdig ist allerdings nicht diese Forderung an sich, sondern die Art und Weise, in der sie gestellt wird.  Da verlangt zum Beispiel SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga im SP Pressedienst vom 31. März. 2009:  “Und es muss zwingend mehr wissenschaftliche Forschung an den Universitäten und Fachhochschulen betrieben werden können, damit die Wirksamkeit besser belegt werden kann.”  Die selbe Simonetta Sommaruga sagt einige Tage später, in der Tagesschau vom 9. April 2009,  19.30 Uhr:  “Wenn Bundesrat Couchepin aber die Zulassungsverfahren korrekt anwendet und umsetzt und unvoreingenommen prüft, dann gehe ich heute davon aus, dass die fünf Methoden wieder in die Grundversicherung zugelassen werden, weil sie nämlich wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind, das haben alle wissenschaftlichen Studien gezeigt.”  Das ist ja wahnsinnig schnell gegangen mit dem wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit&#8230;.  Wenn alle wissenschaftlichen Studien die Wirksamkeit der fünf zu Diskussion stehenden Komplementärmedizin-Methoden zeigen, wozu braucht es dann noch “zwingend” mehr wissenschaftliche Forschung, damit die Wirksamkeit besser belegt werden kann?  Nun, dieser Widerspruch lässt sich leicht auflösen: Die Aussage von SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga, dass alle wissenschaftlichen Studien die Wirksamkeit der fünf Komplementärmedizin-Methoden zeigen, ist schlicht und einfach nicht wahr.  Siehe dazu auch:<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/falschaussage-von-simonetta-sommaruga-zur-komplementaermedizin-abstimmung.html"> Falschaussage von Simonetta Sommaruga zur Komplementärmedizin-Abstimmung</a> Vor allem dass <em>“alle”</em> wissenschaftlichen Studien die Wirksamkeit (und Zweckmässigkeit) zeigen, scheint mir eine krasse Verzerrung.  Aber schauen wir uns doch einmal die andere Aussage von Simonetta Sommaruga genauer an:  “Und es muss zwingend mehr wissenschaftliche Forschung an den Universitäten und Fachhochschulen betrieben werden können, damit die Wirksamkeit besser belegt werden kann.”  Wissenschaftliche Forschung sollte ergebnisoffen sein. Der Wissenschaft quasi einen Auftrag zu erteilen, der das Ergebnis schon vorspurt, ist ein sehr fragwürdiges Unterfangen. Wenn die Politik von der Wissenschaft Ergebnisse verlangt, um die eigenen Positionen zu untermauern, kommt das nicht gut heraus. Und diese Tendenz steckt meiner Ansicht nach in der Aussage von Simonetta Sommaruga.  Zudem scheint mir, dass Simonetta Sommaruga die bisherige Forschung gar nicht zur Kenntnis nimmt. Wie sonst könnte sie behaupten, dass alle Studien die Wirksamkeit der  Komplementärmedizin zeigen.  Für einen ausgesprochen selektive Umgang mit  der Forschungssituation spricht auch, dass SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga als Beleg für die Wirksamkeit der Komplementärmedizin die Studie von Heiner Frei heranzieht, welche der Homöopathie eine Wirksamkeit in der Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (ADHS) zuschrieb (SF Sendung Arena vom 24. 4. 2009).  Im ähnlichen Sinn sagte SP-Nationalrätin Bea Heim (SO) bereits am 19. Sept. 2007 im Nationalrat: “Der Wirksamkeitsnachweis der Homöopathie ist erbracht: Nehmen Sie die Studie der Universität Bern über den Ein- satz von Homöopathie bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefi- zitsyndrom, eine Studie nach den Prinzipien der «evidence- based medicine».”  <strong>Selektive Studiengläubigkeit</strong> Solche Aussagen zeigen meinem Eindruck nach eine sehr fragwürdige Studiengläubigkeit. Offenbar blind geglaubt wird genau jener Studie, welche die eigene Überzeugung stützt. Wir scheinen es hier also mit einer selektiven Studiengläubigkeit bzw. einer selektiven Wissenschaftsgläubigkeit zu tun zu haben.  Eine Studie zeigt aber nicht einfach die Wahrheit. Sie kann nicht einfach die Wirksamkeit der Homöopathie beweisen. Studien sagen nicht direkt, wie es ist. Sie müssen interpretiert und bewertet werden. Es gibt immer auch falsch-positive und falsch-negative Studien, zum Beispiel wegen statistischer Ausreisser, vor allem bei Studien mit wenig Teilnehmenden (wie bei der Studie Frei).  Studien sind fehleranfällig, sonst gäbe es keine widersprüchlichen Ergebnisse. In der Studie von H. Frei zeigte sich bei Kindern mit ADHS offenbar nach ziemlich langer Behandlungdauer ein (schwacher) Vorteil der homöopathischen Behandlung gegenüber Placebo. Die Studie entspricht wissenschaftlichen Kriterien (randomisiert-doppelblind) und der homöopathischen Forderung nach Individualisierung. Sie ist daher ernst zu nehmen.  Ein sorgfältiger Umgang mit Studien, der diese nicht einfach für die eigene Position instrumentalisiert, würde sich aber auch mit der Kritik auseinandersetzen, die gegen sie vorgebracht wird. Zum Beispiel bei der “Frei-Studie” die Einwände von Prof. Dr. med. Götz-Erik Trott &#8211; FA f. Kinder- u. Jugendpsychiatrie u.f. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie:  “Open-label-Phase unbegrenzter Dauer; im Schnitt 5,1 Monate (1-18 Monate!), Nur Responder wurden in die Studie aufgenommen (50% Besserung im CGI unter Homöopatika), Komorbiditäten wurden nicht erfasst, keine Untersuchung durch einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die Eltern wussten, dass es sich um eine homöopathische Behandlung handelt, Carry-Over-Effekte wurden nicht berücksichtigt, auch unter Placebo fanden sich signifikante Effekte (p=0,04).”  (Quelle: http://www.uniklinik-ulm.de/fileadmin/Kliniken/Kinder_Jugendpsychiatrie/Praesentationen/Trott_Psypharm_0908.pdf)  Kritisiert wurde auch, dass nur die Eltern, die von der Homöopathie überzeugt sind, befragt wurden, nicht aber im Verlauf die betroffenen Kinder und Lehrer (Coulter MK, Dean ME, The Cochran library 2007, Issue 4, Wiley&amp;Sons).  Wenn man nur schon zur Kenntnis nehmen würde, dass es fachlich ernsthafte Kritik gibt an dieser Studie, würde man kaum derart plump gerade und einzig mit dieser Studie winken, welche die Wirksamkeit der Homöopathie beweisen soll.  Ein sorgfältiger Umgang mit dieser Studie würde auch bedeuten, die Übersichtsstudie zur Kenntnis zu nehmen, welche nach Auswertung von vier Studien zu ADHS-Behandlung mit Homöopathie (incl. Studie von H. Frei) den Schluss zog, dass daraus keine signifikanter Effekt auf die Kernsymptomatik der ADHS sowie auf begleitende Störungen wie Angststörungen etc. festzustellen sei. Siehe: http://www.sfg-adhs.ch/downloads/adhsaktuell15.pdf  Man muss meines Erachtens diese Kritik nicht teilen, aber sie mindestens zur Kenntnis zu nehmen wäre angemessen.  Zur Kenntnis nehmen müsste man meiner Ansicht nach auch, dass es eine grosse Anzahl von Studien gibt, die wie die Studie Frei wissenschaftlichen und homöopathischen Kriterien entsprechen und keinen über Placebo hinausgehenden Effekt der Homöopathie zeigen konnten. Es scheint mir einfach eine Frage der Redlichkeit, kritische Einwände und gegensätzliche Resultate auch ernst zu nehmen und nicht nur selektiv jene Ergebnisse, welche die eigene Überzeugung stützen. Gerade bei der Forschung zur Homöopathie und zur Anthroposophischen Medizin ist die Lage gar nicht so klar und eindeutig, wie die SPS das darstellt. Im Gegenteil &#8211; es gibt Fragezeichen noch und noch. Warum blendet die SPS diese Seite komplet aus?  Die total einseitige Rezeption und Darstellung der Forschung durch die SPS macht mir einen ziemlich fundamentalistischen Eindruck. Und dass nun “zwingend” die Wirksamkeit der Komplementärmedizin nachgewiesen werden soll, verstärkt diesen Eindruck noch.  Was soll dann nach Ansicht der SPS geschehen mit negativen Ergebnissen? Weiterhin ausblenden und noch mehr Forschung verlangen? &#8211; Nur schon die Vorstellung, man könne pauschal die Wirksamkeit der Komplementärmedizin beweisen, scheint mir sehr realitätsfremd. In der Phytotherapie jedenfalls, in der ich mich auskenne, gibt es regelmässig positive und negative Forschungsergebnisse für einzelne Heilpflanzen. Ich kann mir schlecht vorstellen, auf welche Art pauschal die Wirksamkeit der Phytotherapie belegt werden soll. Aber die SPS verspricht so etwas &#8211; sie behauptet sogar, dass dies bereits geschehen sei.  Und die Anthroposophische Medizin zum Beispiel basiert auf der Überzeugung, dass Krankheit und Behinderung durch moralisches Versagen in früheren Leben bedingt sind. Daraus folgen auf der therapeutischen Ebene Bemühungen um eine Verbesserung dieser Karma-Probleme. Es würde mich sehr interessieren, wie die SPS sich das genau vorstellt, wenn “zwingend” mehr Forschung stattfinden soll zum Nachweis der Wirksamkeit dieser “Karmaoptimierung”.  Mehr dazu: <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/01/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html">Abstimmung Komplementärmedizin: Kritische Fragen an Simonetta Sommaruga zur Förderung der Anthroposophischen Medizin</a> <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/komplementaermedizin-abstimmung-kritische-anmerkungen-zur-anthroposophischen-medizin.html">Komplementärmedizin-Abstimmung: Kritische Anmerkungen zur Anthroposophischen Medizin</a> Aber wahrscheinlich wird dieser religiöse Kern der Anthroposophischen Medizin schon zum Vorneherein ausgeklammert, wenn es um Forschung geht, und man versucht Belege zu finden in Randgebieten, die solcher Forschung zugänglicher sind. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn die Forschungslage differenziert und transparent dargestellt würde. Wenn man aber wie die SPS vollmundig und pauschal verkündet, dass alle Studien die Wirksamkeit generell zeigen, und damit implizit auch eine Aussage über die Karmatheorie macht, scheint mir das eine massive Verzerrung.  Obwohl ich mich der Naturheilkunde zugehörig fühle, verzichte ich gerne auf diese Art politischer Unterstützung, die auf Falschaussagen, hoch selektiver Darstellung von Sachverhalten und fundamentalistischen Tendenzen basiert. Diese Art der Unterstützung wirkt sich meines Erachtens negativ aus auf die Entwicklung von Komplementärmedizin und Naturheilkunde.  Ein weiterer Widerspruch soll hier noch angefügt werden: Die Sozialdemokratische Partei fordert einerseits “zwingend” mehr Forschung, damit die Wirksamkeit der Komplementärmedizin bewiesen werden kann. Andererseits setzt sich die SPS dafür ein, dass bestimmte Gruppen von komplementärmedizinischen Heilmitteln bevorzugt werden, indem sie von jeglichem  Nachweis ihrer Wirksamkeit befreit sein sollen (bzw. bleiben sollen).  Siehe dazu auch: <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/05/sozialdemokratische-partei-sps-komplementaermedizin-heimatschutz-auch-fuer-unserioese-naturheilmittel.html">Sozialdemokratische Partei &amp; Komplementärmedizin: Heimatschutz auch für unseriöse Naturheilmittel?</a> Der Widerspruch liegt hier darin, dass Hersteller komplementärmedizinischer Produkte, die keine Wirksamkeit dokumentieren müssen, auch kein grosses Interesse an Forschung haben werden. Wozu forschen, wenn doch die Zulassung auch ohne diesen Aufwand erhältlich ist. Dann steckt eine Unternehmungsleitung das Geld sinnvoller in die Werbung.  Prof. Rudolf Bauer vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Graz, einer der profiliertesten Arzneipflanzenforscher, schreibt  unter dem Titel “Arzneipflanzenforschung &#8211; quo vadis?” zu dieser Problematik:  “Für jedes zugelassene Arzneimittel muss der Nachweis von Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit erbracht werden. Dies gilt auch für pflanzliche Arzneimittel, auch wenn teilweise wegen der langen Erfahrung diese hohen Hürden als nicht nötig erachtet wurden. Rückblickend betrachtet, haben diese gesetzlichen Anforderungen die Arzneipflanzenforschung sicherlich stimuliert&#8230; Die Entwicklung, dass auf europäischer Ebene vor allem die Zulassung ,traditioneller‘ Arzneimittel mit ,weichen‘ Indikationen vorangetrieben wird, und die zunehmende Tendenz, dass pflanzliche Präparate als Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt gebracht werden, lassen die Befürchtung aufkommen, dass durch den Wegfall des gesetzlichen Drucks in Zukunft weniger in die Forschung investiert wird.”  Quelle: http://www.infektionsnetz.ch/frame.php?frame=http%3A//www.infektionsnetz.ch/stage/networkcenter.php%3Fnw%3D13%26cat%3D0%26table%3Darticle%26view%3Darticle%26id%3D10307 Auf universimed / Phytoforum, 27. 6. 2005  Es ist genau diese für die Forschung sehr fragwürdige Entwicklung, welche die Sozialdemokratische Partei voran treiben will.  Ihre Forderung, es müsse mehr geforscht werden im Bereich Komplementärmedizin, sabotiert die SPS also gleich selber, indem sie die Hersteller vom Forschungsaufwand befreit.  Oder stellt sich die SPS vor, dass der ganze Forschungsaufwand zu Lasten des Staates geht? Wenn die Forschung dadurch firmenunabhängiger wird, wäre das ja gar nicht so schlecht, braucht aber sehr viel Geld.  Allerdings könnte dieser “Schuss” auch hinten hinaus gehen. In den USA pumpte der Staat seit 1999 über das National Center of Complementary and Alternative Medicine (NCCAM) rund 2,5 Milliarden Dollar in die Forschung im Bereich Komplementärmedizin. Laut dem Portal www.news.de räumte NCCAM-Leiterin Josephine Briggs ein, dass der Erkenntnisgewinn ihrer Behörde im ersten Jahrzehnt äußerst dürftig war. Trotz grosser finanzieller Ressourcen sind die bestätigenden Durchbrüche für die Komplementärmedizin ausgeblieben. Im Gegenteil: Manche Ergebnisse dieser grossen, unabhängigen Studien stellen Überzeugungen der Komplementärmedizin sehr in Frage. Aber der SPS geht es ja darum, dass “zwingend” mehr geforscht werden soll, um die Wirksamkeit zu beweisen. Da werden doch wohl keine negativen Ergebnisse auftauchen&#8230;&#8230;.  Falls die SPS fordert, dass der Staat viel Geld in die Hand nehmen soll für die “zwingend” zu erbringende Forschung zum Nachweis der Wirksamkeit der Komplementärmedizin, hätte ich allerdings schon noch die Frage, ob es nicht dringendere Forschungsbereiche gäbe, die näher bei den sozialdemokratischen Kernthemen liegen. Beispielsweise die Erforschung von schweren, aber seltenen Krankheiten, die kaum erforscht werden, weil sich hier kein attraktiver Markt auftut.  Ich bin nicht gegen Forschung im Bereich Komplementärmedizin. Voraussetzung dafür wäre aber schon, dass man positive und negative Ergebnisse zur Kenntnis nimmt und nicht so einseitig-fundamentalistisch daherredet, wie die Sozialdemokratische Partei (SPS) dies meiner Ansicht nach im Bereich Komplementärmedizin tut.  Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde  Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
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		<title>Komplementärmedizin: Fragwürdige PEK-Studie zur Wirksamkeit</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 15:11:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Komplementärmedizin: Fragwürdige PEK-Studie zur Wirksamkeit.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. 
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun steht er also in unserer Verfassung, dieser Satz, wonach Bund und Kantone im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Berücksichtigung der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> sorgen müssen. Für meine eigene berufliche Tätigkeit als Dozent für Phytotherapie dürfte sich dieser Entscheid positiv auswirken. In diesem Sinne “Merci vielmal” an alle Befürworterinnen und Befürworter. Dass ich trotzdem gegen diese Vorlage war, hat mit den vielen damit verknüpften Versprechungen zu tun, die sich meines Erachtens kaum seriös umsetzen lassen (z. B. die Qualitätssicherung bei nichtärztlichen Komplementärtherapeuten) und mit den zahlreichen ungeklärten Fragwürdigkeiten (z. B. die Remoralisierung von Krankheit und Behinderung, wenn diese wieder wie in der Anthroposophischen Medizin als Folge von moralischem Versagen in früheren Leben gesehen wird). Details dazu hier im Blog unter “Naturheilkunde-Debatte”.</p>
<p><strong>Differenzierungen statt Pauschalisierungen</strong></p>
<p>Nun geht es also um die Umsetzung dieses Verfassungsartikels und es ist schwer zu hoffen, dass es jetzt auch zu inhaltlichen und konkreten Auseinandersetzungen mit den verschiedenen Methoden und Grundhaltungen im Bereich der Komplementärmedizin kommt. Pauschale und vollkommen naive Schlagworte wie “Komplementärmedizin ist wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich” sollten nun der Vergangenheit angehören.</p>
<p>Differenzierungen wären gefragt im Sinne einer Feststellung von Herrn Kesseli, Chefredaktor der Schweizerischen Ärztezeitung, der geschrieben hat, Komplementärmedizin als Gesamtpaket zu befürworten oder zu verdammen sei etwa so sinnvoll wie zu sagen, alle Pilze seien giftig oder alle Pilze seien essbar.<br />
Ich selber werde also die Umsetzung dieser Vorlage weiterhin im Auge behalten und dazu Fragen stellen.</p>
<p>Immer noch aktuell ist die Frage, worauf sich denn das pauschale, umfassende Schlagwort von der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Komplementärmedizin gründet.</p>
<p><strong>Hoch einseitig-selektive Interpretation der PEK-Studie</strong></p>
<p>Die Befürworterinnen und Befürworter der Vorlage vom 17. Mai redeten praktisch durchgängig davon, dass die Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Komplementärmedizin wissenschaftlich erwiesen sei. Und zwar undifferenziert und umfassend für alle fünf zur Diskussion stehenden Methoden (Anthroposophische Medizin, Homöopathie, TCM, Neuraltherapie, Phytotherapie).</p>
<p>Das ist &#8211; jedenfalls was die Wirksamkeit angeht &#8211; vollkommen pauschal und so meines Erachtens nicht im Ansatz wahr.</p>
<p>Es gibt wirksame Elemente in der Komplementärmedizin und es gibt auch jede Menge Schrott.<br />
Wenn man nun einfach alles pauschal für wirksam erklärt, vermeidet man die Arbeit, die damit verbunden ist, zu unterscheiden, was wirksam ist und was Schrott.</p>
<p>Das ist ausgesprochen billig und bequem.</p>
<p>Im NZZ-Blog schrieb der Befürworter der Vorlage vom 17. Mai und anthroposophische Arzt  Hansruedi Albonico:</p>
<p>“Die Wiederaufnahme der ärztlichen Komplementärmedizin in die soziale Kranken- und Unfallversicherung ist an den Wirksamkeitsnachweis geknüpft. Und das ist gut so &#8211; ich bin nicht der Meinung, dass alle möglichen Methoden von der Grundversicherung bezahlt werden sollen. Die Wissenschaftlichkeit darf nicht der politischen Opportunität geopfert werden.”</p>
<p>Dem ist meines Erachtens zuzustimmen.</p>
<p>Albonico hält allerdings den wissenschaftlichen Nachweis für die fünf Methoden für erbracht und verweist dazu auf die sogenannte PEK-Studie, an deren Erstellung er selber beteiligt war.</p>
<p>Der PEK-Bericht wurde vom Bundesrat in Auftrag gegeben und im Frühjahr 2004 publiziert. PEK steht für «Programm Evaluation Komplementärmedizin». Der Bericht hatte zur Aufgabe, die Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der fünf erwähnten Methoden der Komplementärmedizin zu überprüfen. Dies im Hinblick auf ihre eventuelle definitive Aufnahme in die Grundversicherung.</p>
<p>Wenn Albonico und auch die anderen Befürworter der Vorlage vom 17. Mai also pauschal davon sprechen, dass die Wirksamkeit der Komplementärmedizin wissenschaftlich belegt sei, so beziehen sie sich in der Regel auf diesen PEK-Bericht.</p>
<p>Nur: Liest man diesen Bericht im Detail, so ist die Situation gar nicht so eindeutig, wie die Befürworter das darstellen<br />
Vor allem scheint mir, dass das PEK-Programm ausgesprochen einseitig aufgegleist wurde.</p>
<p>Dafür sprechen meines Erachtens eine ganze Anzahl von Argumenten:</p>
<p><strong>Fragwürdige Sonderkritierien</strong></p>
<p>Aus bestimmten Bereichen der Komplementärmedizin  hört man die Ansicht, dass komplementärmedizinische Methoden nicht mit denselben Verfahren überprüft werden können, welche für die konventionelle Medizin gelten. Deshalb müssten spezielle, der Komplementärmedizin angepasste Überprüfungsverfahren zur Anwendung kommen, welche auf die Bedingungen der Komplementärmedizin zugeschnitten seien.</p>
<p>Fraglich bleibt dabei immer, inwieweit solche Einwände berechtigt sind, oder der Immunisierung komplementärmedizinischer Theorien gegen Kritik und Widerlegung dienen.</p>
<p>Ich bin nicht in der Lage, zu dieser Frage für alle zur Diskussion stehenden Methoden kompetent Stellung zu nehmen. Aus  25jähriger Tätigkeit als Ausbildner im Bereich Naturheilkunde / Komplementärmedizin kann ich nur sagen, dass dieser Impuls zur Immunisierung gegen Kritik, Überprüfung oder Widerlegung meiner  Erfahrung nach in der Komplementärmedizin weit verbreitet und jeweils sehr rasch zur Stelle ist.</p>
<p>Auch der langjährige und zum Teil sehr verbissen geführte Kampf vor allem von Anthroposophie und Homöopathie um Sonderlösungen mit aufgeweichten Überprüfungskriterien, wie er in Deutschland geführt wurde, hinterlässt den Eindruck von starken Immunisierungstendenzen.<br />
Mir konnte jedenfalls noch niemand plausibel erklären, weshalb es solche Sonderregelungen braucht, warum genau diese und warum in diesem Ausmass.</p>
<p>Die schwierige und umstrittene Frage, ob die komplementärmedizinischen Einwände berechtigt sind oder der Immunisierung dienen, haben sich die Initiatoren der PEK-Studie entweder gar nicht gestellt oder dann offenbar schon zu Beginn eindeutig entschieden:<br />
Die Komplementärmedizin soll im PEK-Programm nach Sonderregeln überprüft werden, die ihr entgegenkommen.</p>
<p>Die Frage steht damit zu mindestens im Raum, ob diese Anpassung bzw. Aufweichung der Kriterien nicht auch dazu dient, Schlupflöcher für unwirksame Verfahren offen zu halten.</p>
<p>Die Kriterien, nach denen die Überprüfung zu geschehen habe, wurden im Vorfeld von einem anthroposophischen Arzt entwickelt (“Kriterien Heusser”). Das wirft Fragen auf, ist doch die Anthroposophie einer derjenigen Methoden, welche durch eine strenge Überprüfung am meisten zu befürchten haben.<br />
Wenn ein anthroposophischer Arzt die Kriterien entwickelt, nach denen unter anderem die Anthroposophische Medizin auf Wirksamkeit und Zweckmässigkeit überprüft werden soll, dann scheint mir das ähnlich wie wenn der Präsident des Wirteverbandes die Kriterien entwickeln würde, nach denen das Gesundheitsamt die Restaurants zu kontrollieren hat. Das heisst ja noch nicht, dass diese Kriterien schon von vorneherein schlecht sein müssen, aber besonders kritisch hinschauen würde ich da schon.</p>
<p><strong>Einseitig zusammengesetzte Bewertungsteams &#8211; einseitige Auswahl und Interpretation der Studien</strong></p>
<p>Für alle fünf Methoden wurden im PEK-Programm Bewertungsberichte erstellt. Die Autoren für diese Berichte wurden meinem Eindruck nach krass einseitig ausgewählt. So bestand das Autorenteam für die Überprüfung der anthroposophischen Medizin aus dem anthroposophischen Arzt Hansueli Albonico und zwei deutschen Mitarbeitern eines anthroposophisch dominierten Instituts, in dessen Verein nur Mitglied werden kann, wer vom Vorstand berufen wird. Ein ziemlich exklusiv anthroposophischer Club.</p>
<p>Kann man von einem so einseitig zusammengesetzten Autorenteam erwarten, dass es unabhängig auswählt, welche Studien zur Überprüfung der Anthroposophischen Medizin zugezogen werden sollen und welche “draussen bleiben”? Kann man von diesen Personen erwarten, dass sie die Studien mit der nötigen Distanz auswählen und interpretieren?<br />
Meiner Ansicht nach wäre eine Annäherung an Objektivität nur möglich gewesen, wenn die Autorenteams aus Anhängern und Kritikern der jeweiligen Methode zusammengesetzt gewesen wären.</p>
<p>Der PEK-Bewertungsausschuss schreibt denn auch in seinem Schlussbericht (S. 74):</p>
<p>“ Allen 5 Bewertungsberichten ist deutlich anzumerken, dass die Autoren oder ein Teil der Autoren den Verfahren positiv gegenüber stehen bzw. von deren Wirksamkeit weitgehend überzeugt sind. Es steht ausser Frage, dass strikte Vertreter der üblichen Evidenzhierarchie die vorgelegten Bewer-<br />
tungen mit Ausnahme bestimmter Einzelbereiche in der Phytotherapie als wissenschaftlich<br />
unhaltbar und unangemessen positiv bewerten werden. Auch weniger skeptische Hoch-<br />
schulmediziner werden viele Interpretationen als sehr optimistisch und wissenschaftlich nicht<br />
überzeugend einschätzen.”</p>
<p>Den vollständigen PEK-Schlussbericht finden Sie hier:<br />
<a href="http://www.bag.admin.ch/themen/krankenversicherung/00263/00264/04102/index.html "></a><a href="http://www.bag.admin.ch/themen/krankenversicherung/00263/00264/04102/index.html ">www.bag.admin.ch/themen/krankenversicherung/00263/00264/04102/index.html </a></p>
<p>Meinem Eindruck nach prägt diesen PEK-Bericht an sehr vielen Stellen das Bemühen, effektive wissenschaftliche Überprüfung von den fünf Methoden möglichst fernzuhalten und die Komplementärmedizin in Watte zu packen.</p>
<p>Das halte ich &#8211; als Naturheilkundler  &#8211; für falsch, weil es “positiv diskriminierend” ist. Man kann nicht ein bisschen Wissenschaft machen, gerade soviel, dass es noch reicht, um den Eindruck der wissenschaftlichen Bestätigung der Wirksamkeit zu erhalten.</p>
<p>Wissenschaft muss meines Erachtens nach allen Regeln sorgfältiger Wissenschaft gemacht werden, so genau und unerbittlich wie möglich. Danach kann man entscheiden, was man mit den Ergebnissen macht. Ich bin durchaus nicht der Ansicht, dass randomisierte Doppelblind-Studien in jedem Fall das letztgültige Mass aller Entscheidungen sein müssen.</p>
<p>Aber ich will Wissenschaft bestmöglicher Qualität &#8211; und dann die Möglichkeit, mich auf der Basis dieser Erkenntnisse so oder so zu entscheiden.</p>
<p>Dass die Befürworter der Vorlage vom 17. Mai den PEK-Bericht als Argument für ihre Behauptung nehmen, dass alle fünf Komplementärmedizin-Methoden wissenschaftlich erwiesenermassen wirksam seien, ist eine Irreführung.</p>
<p>Der Schussbericht selbst enthält zahlreiche Stellen, die dieser Aussage widersprechen. Zum Beispiel:</p>
<p>“Die vorliegenden placebokontrollierten Studien<br />
zur Homöopathie belegen aus Sicht der Autoren der Meta-Analysen keinen eindeutigen Ef-<br />
fekt über Placebo hinaus. Für die Phytotherapie zeigt sich dagegen wie im Bewertungsbe-<br />
richt ein positives Ergebnis, für die traditionelle chinesische Arzneitherapie ist eine klare Be-<br />
urteilung nicht möglich.<br />
(PEK-Schlussbericht, S. 5)</p>
<p>Der PEK-Bericht kommt trotz (oder wegen) diesen Einseitigkeiten zum Schluss, dass die Wirksamkeit aller fünf Methoden wissenschaftlich erwiesen sei.<br />
Das ist meines Erachtens völliger Unfug, wenn man nur ein bisschen an der Oberfläche kratzt.</p>
<p>Im Bereich “Anthroposophische Medizin” beispielsweise geht es in einem grossen Teil der ausgewerteten Studien um die Behandlung von Tumorerkrankungen mit Mistel-Präparaten. Das ist zwar der bekannteste Teil der Anthroposophischen Medizin. Die Wirksamkeit dieser Präparate wird sehr kontrovers diskutiert &#8211; nur: Es gibt ganz andere Elemente der Anthroposophischen Medizin, die offenbar nicht Gegenstand von Studien waren. Beispielsweise die Karma-Theorie, wonach moralische Verfehlungen im früheren Leben zu Behinderungen und Krankheiten in der Gegenwart führen. Das ist nicht nur eine zentrale Lehre von Rudolf Steiner, auf dem die ganze Anthroposophische Medizin basiert, sondern auch ein wichtiges Anliegen von Michaela Glöckler, der Leiterin der Medizinischen Sektion am Goetheanum. Egoistischer Erwerbssinn bewirkt nach Michaela Glöckler Disposition zu Infektionskrankheiten im nächsten Leben.<br />
Nach Rudolf Steiner bewirkt Lügenhaftigkeit in einem früheren Leben geistige Behinderung im jetzigen.<br />
Wenn also gesagt wird, die Wirksamkeit und Zweckmässigkeit der Anthroposophischen Medizin sei wissenschaftlich bestätigt, so fragt sich, ob diese Aussage auch für die Karma-Theorie gilt. Oder weshalb wurde die Karmalehre als Herzstück der anthroposophischen Weltanschauung (Adolf Baumann im “ABC der Anthroposophie”)  und als bedeutendste Erkenntnis Rudolf Steiners (nach Michaela Glöckler) nicht auch untersucht? Die Wirksamkeit der Antroposophischen Medizin auf die nächste Inkarnation müsste doch belegt werden.<br />
Hier würden die PEK-Autoren wohl sagen, so was kann man nicht wissenschaftlich untersuchen. Na gut, aber dann soll man auch nicht vollmundig und eben pauschal behaupten, Wirksamkeit und Zweckmässigkeit der Anthroposophischen Medizin seinen wissenschaftlich belegt.</p>
<p>Weitere Infos zum Thema “Anthroposophie &amp; Karma und Krankheit” finden Sie hier:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/01/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html">Abstimmung Komplementärmedizin: Kritische Fragen an Simonetta Sommaruga zur Förderung der Anthroposophischen Medizin<br />
</a><br />
Auf die PEK-Studie wirft dies meines Erachtens kein gutes Licht.</p>
<p><strong>Umfragen mit fragwürdiger Aussagekraft</strong></p>
<p>Ein grosser Teil der PEK-Studie besteht zudem auf Umfragen bei den Ärztinnen und Ärzten, die mit den entsprechenden Methoden arbeiten.</p>
<p>Man muss sich das einmal konkret vorstellen: Da werden zum Beispiel anthroposophische Ärzte zur Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Anthroposophischen Medizin befragt.<br />
Das scheint mir etwa so erhellend wie eine Umfrage in allen Bäckereien der Stadt mit der Fragestellung, ob Brot ein nützlichen, gesundes und zweckmässiges Lebensmittel sei.<br />
Dann wurden Umfragen gemacht bei den Patientinnen und Patienten komplementärmedizinischer Arztpraxen.<br />
Das entspricht etwa einer Umfrage bei den Kundinnen und Kunden von Bäckereien, ob ihnen Brot schmeckt oder nicht.<br />
Jedenfalls werden Überzeugte befragt. Kein Wunder, kommt dabei ein positives Ergebnis heraus.</p>
<p>Ich bin nicht gegen solche Umfragen. Es sieht aber ganz danach aus, als ob diese Umfragen stärker gewichtet wurden als seriös aufgebaute Studien. Hansueli Albonico zitiert dazu im NZZ-Blog aus dem entsprechenden Handbuch mit den Anweisungen für die PEK-Studie:<br />
“Zur Darlegung der Wirksamkeit gehören in erster Linie die praktischen Erfahrungen der Ärzte, die Anwendungstradition und praxisnahe Evaluationsverfahren. Die prospektiven kontrollierten Studien werden als zweitrangig eingestuft.&#8221;</p>
<p>Das ist wissenschaftlich gesehen wohl ziemlich fahrlässig. In den “praktischen Erfahrungen” komplementärmedizinischer Ärzte und ihrer Patientinnen, die mit solchen Umfragen gesammelt werden, stecken alle Irrtümer, Selbsttäuschungen und positiven Vorurteile mit drin, wie sie nun mal menschlich sind.</p>
<p>Unsere Überzeugungen und Theorien bestimmen weitgehend, welche Erfahrungen wir machen.</p>
<p>Unsere Überzeugungen und Theorien bestimmen weitgehend, wie wir unsere Erfahrungen interpretieren.</p>
<p>Unsere Überzeugungen und Theorien bestimmen weitgehend, welche unserer Erfahrungen wir in Erinnerung behalten und welche wir vergessen. Was unseren Überzeugungen entspricht, wird eher erinnert, was ihnen widerspricht, wird eher vergessen.</p>
<p>Darum kann man nicht einfach auf Umfragen beispielsweise bei anthroposophischen Ärzten und ihren Patienten setzen, um Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Anthroposophischen Medizin zu bestimmen.</p>
<p>Genau um solche Verzerrungen zu minimieren, macht man kontrollierte Studien.<br />
Aber die PEK geht davon aus, dass die Umfragen aussagekräftiger sind als die Studien.<br />
Das scheint mir ziemlich naiv.</p>
<p>Der PEK-Bericht ist meinem Eindruck nach nicht annähernd geeignet, um über die Wirksamkeit der fünf Methoden Homöopathie, Neuraltherapie, Anthroposophische Medizin und Phytotherapie etwas Fundiertes auszusagen.</p>
<p>Ernsthafte und so weit wie möglich unabhängige Forschung zur Unterscheidung von wirksamen und unwirksamen Elementen in der Komplementärmedizin wäre aber sehr erwünscht.</p>
<p>Wenn Hansruedi Albonico im NZZ-Blog schreibt:<br />
“Die Wissenschaftlichkeit darf nicht der politischen Opportunität geopfert werden”, dann ist meines Erachtens mit dem PEK-Bericht genau das geschehen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
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		<title>Zukunft mit Komplementärmedizin &#8211; Parlament soll Verantwortung &amp; übernehmen</title>
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		<pubDate>Tue, 19 May 2009 17:06:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zukunft mit Komplementärmedizin - Parlament soll Verantwortung übernehmen.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt haben wir also diesen Artikel in der Verfassung, wonach Bund und Kantone im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin sorgen sollen.</p>
<p>Für meine berufliche Tätigkeit als Dozent für Phytotherapie dürfte sich dieser Entscheid eher positiv auswirken. In diesem Sinne “Merci vilmol” an alle Befürworterinnen und Befürworter. Dass ich trotzdem gegen diese Vorlage war, hat mit den vielen damit verknüpften Versprechungen zu tun, die sich meines Erachtens kaum seriös umsetzen lassen (z. B. die Qualitätssicherung bei nichtärztlichen Komplementärtherapeuten) und mit den zahlreichen ungeklärten Fragwürdigkeiten (z. B. der Remoralisierung von Krankheit und Behinderung, wenn diese wieder wie in der Anthroposophischen Medizin als Folge von moralischem Versagen in früheren Leben gesehen werden).</p>
<p>Nun geht es also um die Umsetzung dieses Artikels und schon kommen die Forderungen an BR Pascal Couchepin nach einer raschen Wiederaufnahme der fünf Methoden Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin, Neuraltherapie, Anthroposophische Medizin und Phytotherapie in die Grundversicherung.</p>
<p>Dass Couchepin zu einer solchen Hauruck-Übung keine Hand bieten will, dafür wird er nun ziemlich gescholten.</p>
<p>Ich bin mit Pascal Couchepin nicht immer einverstanden, aber an diesem Punkt kann ich nur festhalten: Vielen Dank, Herr Bundesrat, dass Sie dem populistischen Druck nach Instant-Lösungen nicht nachgeben und sich ans Gesetz halten. Dieses verlangt eine nachgewiesene Wirksamkeit für Methoden, die über die Grundversicherung solidarisch finanziert werden. Und diese Wirksamkeit ist keineswegs so pauschal und fraglos belegt, wie die Befürworter des Verfassungsartikels es dargestellt haben.</p>
<p>Sorgfältige, unabhängige, und möglichst unvoreingenommene (in beide Richtungen) Prüfung ist angesagt. Und die Frage, welche Komplementärmedizin wir wollen, ist auch eine politische Frage.</p>
<p>Ich kann daher sehr die Forderung von BR Couchepin nachvollziehen, dass nun das Parlament Verantwortung übernehmen soll.<br />
Das Parlament hat mit diesem Gegenvorschlag grosse Erwartungen geweckt und sehr grosse, meines Erachtens aber weitgehend leere Versprechungen gemacht.<br />
Die konkrete Arbeit und Auseinandersetzung mit all den offen gelassenen Fragen soll nun aber wohl auf ein paar Bundesbeamte im BAG abgeschoben werden.</p>
<p>Nein, nein: Das Parlament soll die Verantwortung übernehmen, wenn es die Anforderungen an die Wirksamkeit von Behandlungsmethoden lockern will, die von der Grundversicherung bezahlt werden müssen.</p>
<p>Das Parlament soll die Verantwortung übernehmen, wenn es beispielsweise eine Heilmethode wie die Anthroposophische Medizin in die Grundversicherung nehmen will, welche Krankheit und Behinderung als Folge von moralischem Versagen in einem früheren Leben auffasst.</p>
<p>Meines Erachtens war es ein grosser Fortschritt der Neuzeit, dass Krankheit und Behinderung nicht mehr als Strafe für moralisches Versagen gesehen wird.</p>
<p>Wenn wir nun staatlicherseits diesen Fortschritt rückgängig machen wollen, ist das ein gravierender Schritt, den das Parlament verantworten soll, und nicht einige Bundesbeamte im BAG.</p>
<p>Nach dieser Verantwortung müsste man dann vor allem Parlamentarierinnen und Parlamentarier der Sozialdemokratischen Partei und der Grünen Partei fragen, die in ihrem Selbstverständnis ja so behindertenfreundlich sind, im Zuge dieses Verfassungsartikels aber die Remoralisierung von Krankheit und Behinderung am undifferenziertesten puschen.<br />
Ebenso werden Fragen zu stellen sein an christliche Parteien wie CVP und EVP, ob sie eine solche Remoralisierung von Krankheit und Behinderung auf der Basis einer Karma-Lehre mittragen können.</p>
<p>Offene Fragen zuhanden des Parlamentes wären zum Beispiel:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/01/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html">http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/01/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html<br />
</a><br />
<a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/13/abstimmung-komplementaermedizin-bewahrung-des-traditionellen-heilmittelschatzes-zweifelhafte-versprechen.html">http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/13/abstimmung-komplementaermedizin-bewahrung-des-traditionellen-heilmittelschatzes-zweifelhafte-versprechen.html</a></p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/09/komplementaermedizin-abstimmung-fragwuerdige-versprechen-zur-qualitaetssicherung.html">http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/09/komplementaermedizin-abstimmung-fragwuerdige-versprechen-zur-qualitaetssicherung.html</a></p>
<p>Ich bin sehr gespannt auf die Diskussionen, wenn sich das Parlament einmal konkret mit dem Thema Komplementärmedizin befassen wird, und nicht nur vollkommen abstrakt und pauschal wie bisher.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Naturheilkunde &#8211; was ist das?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 08 May 2009 19:09:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Naturheilkunde - was ist das?
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Naturheilkunde, Komplementärmedizin, Alternativmedizin &#8211; das sind Begriffe, die schwer zu fassen sind und sich zum Teil auch überschneiden. Doch wenn wir sie nicht einigermassen definieren und klären, was wir damit meinen, dann reden wir ganz einfach aneinander vorbei.<br />
Naturheilkunde lässt sich in Anlehnung an Wikipedia etwa so zusammenfassen:</p>
<p>Der Begriff Naturheilkunde bezeichnet ein Spektrum verschiedener Methoden, welche die körpereigenen Fähigkeiten zur Selbstheilung (Spontanheilung) aktivieren sollen und die sich vorzugsweise in der Natur vorkommender Mittel oder Reize bedienen. Dazu zählen (nach einer Definition von Brauchle 1952) die Sonne, das Licht, die Luft, die Bewegung, die Ruhe, die Nahrung, das Wasser, die Kälte, die Erde, die Atmung, die Gedanken, die Gefühle und Willensvorgänge. In einem weiter gefassten Verständnis gehören auch “natürliche” Arzneimittel, vor allem Heilpflanzen und deren Zubereitungen zur Naturheilkunde.</p>
<p>Dass diese Definition nicht problemlos ist, zeigen folgende Beispiele: die Impfung mit einem gentechnologisch hergestellten Heptitis-B-Impfstoff wirkt prophylaktisch durch Aktivierung des körpereigenen Immunsystems oder Penicillin ist ein Stoff natürlichen Ursprungs. Zur Naturheilkunde zählt keines der beiden Beispiele, obwohl sie die oben genannten Definitionskriterien erfüllen.</p>
<p>Die Naturheilkunde wird heute großenteils zum Bereich der Alternativmedizin und im engeren Sinne zur Komplementärmedizin gezählt (d. h. zu den wissenschaftlich nicht anerkannten, die Schulmedizin ergänzenden Verfahren). Als ein bedeutender Pionier der Naturheilkunde gilt der Arzt Christoph Wilhelm Hufeland. 1888 erschien von Friedrich Eduard Bilz mit seinem Bilz-Buch ein Standardwerk der Naturheilkunde.</p>
<h2>Naturheilverfahren</h2>
<p>Zur “klassischen” Naturheilkunde werden im Allgemeinen die folgenden Naturheilverfahren gezählt:</p>
<p>- Hydrotherapie und Balneotherapie (Wasseranwendungen)<br />
- Bewegungstherapie<br />
- Diätetik (Unterstützung der Behandlungen durch eine gesunde Ernährung und eine dem<br />
dem Krankheitsbild angepasste Diät)<br />
- Ordnungstherapie (ausgewogene Lebensführung im regelmäßigen Rhythmus und im Einklang mit<br />
der Natur)<br />
- Phytotherapie (Einsatz von Heilpflanzen)</p>
<p>Diese fünf Naturheilverfahren sind auch bekannt geworden als die fünf Säulen des Sebastian Kneipp. Grundsätzlich sind diese Methoden kompatibel mit dem wissenschaftlichen Weltbild.<br />
Oft werden auch folgende Methoden der Alternativmedizin zur Naturheilkunde gezählt, die aber auf eigenen Lehrgebäuden basieren und darum nicht so leicht mit medizinischem Denken und Handeln zu verbinden sind:</p>
<p>Homöopathie<br />
Traditionelle Chinesische Medizin<br />
Ayurvedische Medizin<br />
Anthroposophische Medizin</p>
<p>Quelle: Wikipedia, Artikel “Naturheilkunde” (gekürzt und überarbeitet)</p>
<p>Kommentar:</p>
<h2><strong>Klassische Naturheilkunde aufwerten!</strong></h2>
<p>Weil die fünf Säulen nach Kneipp mit dem wissenschaftlichen Denken und handeln kompatibel sind, eignen sie sich ausgezeichnet  zum Brückenbau zwischen Medizin und Komplementärmedizin. In Teilbereichen sind denn auch Phytotherapie, Hydrotherapie, Bewegungstherapie, Diätetik und Ordnungstherapie (moderner ausgedrückt: Psychosomatik) auch wissenschaftlich untersucht und bestätigt worden.</p>
<p>Meiner Ansicht nach sind diese fünf klassischen Naturheilverfahren sehr zu Unrecht etwas in den Hintergrund geraten.<br />
Wahrscheinlich sind sie für die heutige Zeit einfach zuwenig schrill, zuwenig exotisch, zu simpel.<br />
Zum Beispiel Bewegung? &#8211; Es gibt kaum etwas Gewöhnlicheres und viel zu verdienen ist auch nicht damit. Dabei ist Bewegung hoch wirksam für unsere Gesundheit und wohl wertvoller als alle Nahrungsergänzungsmittel zusammen, die viele Leute tagaus tagein konsumieren.</p>
<p>Wahrscheinlich decken die klassischen Naturheilverfahren auch die hohen Sinnbedürfnisse des heutigen Menschen nicht mehr so gut.</p>
<p>Methoden wie beispielsweise Anthroposophische Medizin, Ayurvedische Medizin oder Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) legen ein Sinngefüge in die Krankheiten. Das kann für manche Patientinnen und Patienten erleichternd wirken.</p>
<p>Allerdings sind es heteronome (= von aussen stammende) Sinngebungen, die sehr genau auf ihre psychologischen, philosophischen und politischen Konsequenzen hin unter die Lupe genommen werden sollten.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Abstimmung Komplementärmedizin: Kritische Fragen an Simonetta Sommaruga zur Förderung der Anthroposophischen Medizin</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/01/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html</link>
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		<pubDate>Fri, 01 May 2009 17:20:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Abstimmung Komplementärmedizin: Kritische Fragen an Simonetta Sommaruga zur Förderung der Anthroposophischen Medizin.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ständerätin Simonetta Sommaruga (SP, BE) ist Präsidiumsmitglied des JA-Komitees.</p>
<p>Sehr geehrte Frau Sommaruga</p>
<p>Sie fordern eine Aufnahme der Anthroposophischen Medizin in die Grundversicherung, eine Professur für Anthroposophische Medizin an einer Universität und überhaupt die Berücksichtigung der Anthroposophischen Medizin in der Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten.<br />
Dies im Zusammenhang mit der Abstimmung vom 17. Mai 2009 über den Verfassungsartikel zur Förderung der Komplementärmedizin.</p>
<p>Ein wesentlicher Kern der Anthroposophischen Medizin ist die Karmalehre. Moralische Verfehlungen in einem früheren Leben bewirken Krankheit und Behinderung im jetzigen.</p>
<p>Nach Michaela Glöckler, Leiterin der Medizinischen Sektion am Goetheanum und damit eine zentrale Person in der Anthroposophischen Medizin, bewirkt egoistisches Erwerbsstreben eine Disposition zu Infektionskrankheiten im nächsten Leben.</p>
<p>Nach Rudolf Steiner, auf dem die Anthroposophische Medizin gründet, führt Lügenhaftigkeit zu geistiger Behinderung im nächsten Leben.</p>
<p>Warum finden Sie es wichtig, dass die Medizin durch eine solche Lehre ergänzt wird?<br />
Warum setzen Sie sich dafür ein, dass eine solche Lehre vom Staat mittels einer Professur gefördert wird?</p>
<p>Finden Sie, dass eine solche Lehre an die Universität gehört und allen zukünftigen Ärztinnen und Ärzten vermittelt werden sollte? Reicht es nicht, wenn diese Karmatheorien in den Ausbildungen für anthroposophische Ärzte und Ärztinnen am Goetheanum gelehrt werden?</p>
<p>Es geht hier nicht um ein Randthema, sondern um das Herzstück der anthroposophischen Weltanschauung und damit um einen Kern der Anthroposophischen Medizin.<br />
Weite Infos und Quellenangaben zu den Zitaten hier:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/komplementaermedizin-abstimmung-kritische-anmerkungen-zur-anthroposophischen-medizin.html">http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/komplementaermedizin-abstimmung-kritische-anmerkungen-zur-anthroposophischen-medizin.html<br />
</a><br />
Ich selber halte diese Theorien für behindertenfeindlich &#8211; eine spirituell verbrämte Behindertenfeindlichkeit allerdings. Wie stehen Sie dazu?</p>
<p>In Tibet zum Beispiel werden Blinde massiv diskriminiert, weil sie in einem früheren Leben angeblich Schlimmes gemacht haben.</p>
<p>Natürlich gibt es in der Anthroposophischen Medizin keine so offensichtliche Diskriminierung. Aber einem Behinderten ein moralisches Versagen in einem früheren Leben unterzuschieben (überprüfbar ist diese Unterstellung jedenfalls nicht) und dann an einer Verbesserung dieses Karmas zu arbeiten, scheint mir doch eine höchst problematische und fragwürdige Sache. Und letztlich bereiten solche Lehren auch den Boden für “handfestere” Abwertungen.</p>
<p>Ich selber bin stark kurzsichtig und könnte ohne Sehhilfe nicht selbständig leben. Die Medizinische Sektion des Goetheanums hat zum Thema Kurzsichtigkeit “Augenheileurythmie” im Weiterbildungsprogramm. In der Tagesschau vom 9. April haben Sie auch bezogen auf die Anthroposophische Medizin gesagt, dass alle wissenschaftlichen Studien ihre Wirksamkeit und Zweckmässigkeit gezeigt haben. Gilt das also auch für die Augenheileurythmie? Vielleicht könnte ich dann via Grundversicherung an meinem schlechten Augenkarma arbeiten?</p>
<p>Im Ernst: Ich bin keineswegs unkritisch gegenüber Wissenschaft und Medizin. An diesem Punkt ziehe ich einfach die Wissenschaft vor, die wertfrei Kontaktlinsen und Brillen entwickelt hat, mit denen ich ein normales Leben führen kann, und die mir im Gegensatz zur Anthroposophischen Medizin kein moralisches Versagen in einem früheren Leben unterstellt. Aber vielleicht bin ich ja auch einfach in meiner geistigen Entwicklung noch nicht so weit, um diese höheren karmisch-anthroposophischen Zusammenhänge zu verstehen&#8230;.</p>
<p>Mit diesem geistigen &#8220;Brett vor dem Kopf&#8221; komme ich zum Schluss, dass ich es lieber hätte, wenn mir die Grundversicherung statt &#8220;Anthroposophischer Karmabehandlung&#8221; einfach die nötigen Kontaktlinsen und Brillen bezahlt &#8211; vom operativen Einsetzen von Implantatlinsen will ich gar nicht reden, solche &#8220;Luxusbehandlungen&#8221; kommen wohl nie in die Grundversicherung.</p>
<p>Ich finde die Idee, dass egoistisches Erwerbsstreben eine Disposition zu Infektionskrankheiten bewirkt, ziemlich makaber bezüglich der hohen AIDS-Raten in Afrika. Das waren wohl alles einmal Egoisten in einem früheren Leben, diese Afrikaner, weshalb sonst wären sie so anfällig für Infektionen? Und das passt ja sogar zur Theorie von Steiner, dass Schwarze egoistisch sind, weil sie so dunkle Haut haben und daher alle Wärme zurückhalten&#8230;..so ist halt alles mit allem verbunden.</p>
<p>Also hören wir doch auf mit der kleinlichen Kritik am Präservativ-Verbot des Papstes, welches die Ausbreitung von AIDS in Afrika fördern soll. Die Afrikanerinnen und Afrikaner haben sich AIDS aus karmischen Gründen selber ausgewählt.</p>
<p>Über AIDS hat Steiner natürlich nichts geschrieben, weil die Krankheit damals noch nicht existierte. Michaela Glöckler aber meint zu AIDS:</p>
<p>“Die Krankheit  bringt ins Bild, was heute weltweit zu lernen ist, wenn es einen entschiedenen Kulturfortschritt geben soll. Die von der Krankheit Betroffenen bringen körpersprachlich zum Ausdruck, was Aufgabe für uns alle ist: an der Überwindung des Egoismus zu arbeiten. So gesehen sind AIDS-Kranke “Stellvertreter” für uns alle. AIDS ist eine Stellvertreter-Krankheit. Wer sie durchleidet, erlebt auf körperlicher Ebene die Überwindung des Egoismus, d. h. das Wesen der Selbstlosigkeit. Er lernt körperlich und damit unbewusst und gleichsam gezwungenermassen, was aus freien Stücken zu lernen eine heutige Kulturaufgabe ist. Für den AIDS-Patienten, der an dieser Krankheit verstirbt, bedeutet dies, dass er zumindest auf biologisch-körperlicher Ebene, d. h. im unbewussten Erlebnisbereich der Seele, dem für die heutige Menschheit wichtigsten Ideal nahe gekommen ist: der Selbstlosigkeit. So wird er diese Fähigkeit im folgenden Erdenleben unbewusst-instinktiv als Veranlagung haben und damit zu einer altruistischen Lebenseinstellung und einem grossen Interesse für die Weltverhältnisse disponiert sein.”</p>
<p>Komisch nur, dass vor allem so viele Afrikanerinnen und Afrikaner an AIDS erkranken und stellvertretend für uns Selbstlosigkeit lernen sollten. Verstehe ich nicht, aber dazu müsste es ja wohl auch wissenschaftliche Belege geben, wenn doch die Wirksamkeit und Zweckmässigkeit der Anthroposophischen Medizin so gut wissenschaftlich belegt ist, wie Sie und viele weitere BefürworterInnen der Vorlage vom 17. Mai glauben.</p>
<p>Zum Thema “Pocken” hat sich Steiner geäussert. Michaela Glöckner erklärt die Zusammenhänge so:</p>
<p>“Im Falle einer ausgeprägten Lieblosigkeit wird der Betreffende dafür sensibilisiert sein, sich durch das Pockenvirus anstecken zu lassen. Die Krankheit selbst erscheint dann im Leben als Kampf zur Überwindung einer früher durchlebten Einseitigkeit. Der durch die Pocken bewirkte körperliche Auflösungsprozess stellt gleichsam ein ,Aus-sich-heraus-Wollen‘ dar. Auf leiblicher Ebene wird dadurch die frühere Lieblosigkeit überwunden und das Ich erhält die Kraft, in ein neues Wechselverhältnis mit seiner Umwelt zu treten. Stirbt der Mensch in der Auseinandersetzung  mit dieser Krankheit, so steht dem Ich diese Kraft für das nächste Leben zur Verfügung.” (in: Goebel/Glöckler, Kindersprechstunde, 1984).</p>
<p>Die Angabe von Michaela Glöckler, dass “kein Interesse für Musik” zu Asthma und Lungenkrankheiten führt, wird Sie als Pianistin nicht weiter beunruhigen, mich als (leider) ziemlich unmusikalischen Menschen bedrückt das allerdings schon.</p>
<p>Aber Anthroposophische Medizin arbeitet ja an der Verbesserung des Karmas. Und weil Anthroposophische Medizin wohl demnächst über die Grundversicherung abgerechnet werden kann, besteht noch Hoffnung für mich.</p>
<p>Und was halten Sie von der Karmatheorie als Kern der Anthroposophischen Medizin aus politischer Sicht? Auch die Sicht der Sozialdemokratischen Partei dazu wäre interessant (ich werde dort nachfragen).</p>
<p>Krankheiten und Behinderungen werden nach anthroposophischer Weltanschauung von den Betroffenen aus karmischen Gründen gewählt.</p>
<p>Ich wähle mir den Feinstaub, um damit mein Karma zu verbessern, wenn ich durch Feinstaub krank werde. Könnte es da nicht ein heikler Eingriff in ein kosmisches Schicksal sein, die Grenzwerte für Feinstaub zu senken? &#8211; Anthroposophen werden da schon irgendeine beruhigende Antwort wissen und mir erklären können, dass ich das alles nicht richtig verstanden habe. Aber die verlassen sich ja auch nur auf Rudolf Steiner und der hat sich meiner Ansicht nach schon schwer getäuscht bei seinen Ausflügen in höhere Welten (beispielsweise wenn er Indianer als dekadente Abzweigung in der Entwicklung zum Arier irgendwo zwischen Affen und Menschen ansiedelt).</p>
<p>Auch ein Kind, das von einem Lastwagen überfahren wird, wählt sich übrigens nach anthroposophischer Lehre den Lastwagen aus karmischen Gründen selbst und bestellt ihn an die Unfallstelle. So haben die Lastwagen sogar einen karmischen Sinn und eine therapeutische Bedeutung. Der Nutzfahrzeugverband ASTAG wird sich über diese Botschaft freuen.</p>
<p>Als beim Bau des ersten Goetheanums der siebenjährige Theodor von einem Möbelwagen erdrückt wurde,  kommentiert Rudolf Steiner das so:</p>
<p>“Das Kind war also tot. Die äußere materialistische Anschauung kann sagen: Nun ja, zufällig ist dort zu dieser Stunde der Möbelwagen umgefallen, das Kind kam darunter und wurde zerquetscht. So wird natürlich die materialistische Anschauung sagen. Vor der spirituellen Anschauung ist das ein vollständiger Unsinn. Denn das, was da vorliegt, ist das Karma des Kindes, und dieses Karma des Kindes lenkte all die einzelnen Verhältnisse. Es hat auch den Möbelwagen dorthin gelenkt gerade zu der Stunde, wo das Kind den Tod brauchte, weil das Karma des Kindes es so wollte. Das Karma des Kindes war abgelaufen. Wir haben es hier zu tun mit der Notwendigkeit, Ursache und Wirkung wirklich umzukehren.” (Rudolf Steiner, Das Geheimnis des Todes, GA 159, S. 51)</p>
<p>Der kleine Theodor hat sich selbst geopfert, und zwar deshalb, damit seine wegen der Kürze seines Lebens noch “unverbrauchten” Lebenskräfte der anthroposophischen Organisation zur Verfügung stehen und den Bau, das Goetheanum, beschützen:</p>
<p>“Da ist ein Knabe, durch sein Seelenwesen besonders veranlagt; er opfert seinen Ätherleib hin, damit der Bau eingehüllt ist in die Kraft dieses Ätherleibes. Da haben wir ein solches Beispiel, an dem wir ersehen, wie unverbrauchte Ätherleiber, die hingeopfert werden, ihre Aufgabe in der Welt haben.” (ebd, S. 242)</p>
<p>Alles in schönster Ordnung also. Das ist übrigens genau der Punkt, an dem Anthroposophie und Anthroposophische Medizin als starkes “Heilmittel” wirken. Problematisch daran ist unter anderem, dass die Sinngebungen immer heteronom erfolgen.</p>
<p>Schwierig wurde dieses tragische Ereignis für die Anthroposophen erst, weil das erste Goetheanum einem Brand zum Opfer fiel. Da stellte sich ja die Frage, ob der kleine Theodor in seinem Schutzauftrag versagt hat. Dazu hat sich der “Menschheitsführer” Rudolf Steiner nämlich leider nicht geäussert.<br />
Zur anthroposophischen Diskussion dieses Problems anlässlich des 100. Geburtstages von Theodor siehe:</p>
<p><a href="http://rudolf-steiner.blogspot.com/2007/07/schne-wissenschaften_09.html">http://rudolf-steiner.blogspot.com/2007/07/schne-wissenschaften_09.html</a></p>
<p>Frau Sommaruga, sind Sie wirklich überzeugt, dass wir eine solche Heilslehre in der Grundversicherung und an den Universitäten brauchen?</p>
<p>Die Vorlage vom 17. Mai hat meines Erachtens sehr viele problematische Elemente (weitere Texte dazu im Blog unter &#8220;Naturheilkunde-Debatte&#8221;). Das Thema dieses Beitrages zur Karmalehre der Anthroposophischen Medizin ist einer der wichtigeren Punkte, aufgrund derer ich mich zu einem NEIN entschlossen habe. Es wären schon sehr deutliche Aussagen und Antworten der Befürworter nötig, damit ich diesen Entschluss revidieren würde.</p>
<p>Freundliche Grüsse</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Komplementärmedizin: NEIN zu undifferenzierter, schönfärberischer Mogelpackung bei der Abstimmung vom 17. Mai</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 23:36:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Komplementärmedizin: NEIN zu undifferenzierter, schönfärberischer Mogelpackung bei der Abstimmung vom 17. Mai.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Ausbildner mit über 25jähriger Tätigkeit im Bereich Phytotherapie / Naturheilkunde stehe ich bei der Abstimmung vom 17. Mai zur Förderung der Komplementärmedizin für die meisten Leute fraglos im befürwortenden Lager.</p>
<p>Ich bin aber überhaupt nicht gerne Teil eines “Lagers”. Das schränkt die Sicht ein. Und ich habe es auch nie geschafft, einfach pauschal die Komplementärmedizin als Ganzes toll zu finden.<br />
Dafür habe ich als Ausbildner in diesem Bereich über 25 Jahren hinweg ganz einfach zuviel gesehen und gehört an Allmachtsphantasien, engen Feindbild-Haltungen gegenüber der “Schulmedizin”, dogmatischer Gläubigkeit und sektenhaften Überzeugungssystemen.</p>
<p>Diese verblendeten Überzeugungssysteme machen das eigentliche Risiko der Komplementärmedizin aus.</p>
<p>Darum geht es meiner Ansicht nach 1. um Differenzierung, 2. um Differenzierung und 3. um Differenzierung &#8211; und nicht um eine pauschale “Heiligsprechung” der Komplementärmedizin, wie ich sie nun bei vielen Befürwortern dieses Verfassungsartikels sehe.<br />
Meine Position deckt sich mit der Aussage des Chefredaktors der Schweizerischen Ärztezeitung, Bruno Kesseli. Er schrieb in der Schweizerischen Ärztezeitung (2006;87: 3) :</p>
<p>“Komplementärmedizin&#8230; als Gesamtpaket zu befürworten oder zu verdammen ergibt&#8230;&#8230;.etwa soviel Sinn, wie Pilze generell für geniessbar oder giftig zu erklären. Genau diese Haltung scheint aber einigermassen verbreitet zu sein.”</p>
<p>Ich habe meine Entscheidung für ein JA oder NEIN zu dieser Vorlage lange Zeit offen gehalten und den Argumenten der Befürworter und Gegner zugehört.<br />
Ich habe zunehmend kritische Fragen entwickelt gegenüber der Argumentation und dem Auftreten der Befürworter, diese auch öffentlich gestellt und nicht ansatzweise befriedigende Antworten bekommen. Auf konkrete Fragen lassen sich die Befürworter meiner Erfahrung nach nicht ein. Sie kümmern sich lieber um das ganz grosse “Päckli”<br />
Darum nun ein NEIN zu dieser Vorlage und zu dieser undifferenzierten, unreflektierten, schönfärberischen Art der Förderung von Komplementärmedizin.</p>
<p>Mein NEIN ist ein fachliches und politisches NEIN. Kein finanzielles NEIN. Ich kann nicht beurteilen, wie hoch die Mehrkosten sein werden, wenn die Vorlage angenommen wird. Das kann wohl gar niemand beurteilen, weil noch nicht ansatzweise klar ist, welche Konsequenzen die Aufnahme dieses Artikels in die Verfassung hat (“Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin”).</p>
<p>Zu meinem fachlichen und politischen NEIN haben folgende Punkte beigetragen:</p>
<p>- Ich frage mich sehr, ob die befürwortenden Politikerinnen und Politiker eine Ahnung haben, worauf sie sich da eingelassen. Aus keiner mir zu Ohren gekommenen Äusserung kann ich entnehmen, dass sie sich vertieft inhaltlich-fachlich mit der hoch komplexen Situation im Bereich Komplementärmedizin auseinandergesetzt haben. Mein Eindruck ist eher, dass sich die konkreten Erfahrungen darauf beschränken, dass jede und jeder schon irgendwann ein Globuli geschluckt, ein Heilpflanzen-Präparate eingenommen oder sich mit Akupunktur behandeln lassen hat.<br />
Die befürwortenden Politiker, die ich bisher gesehen oder gehört haben, machen mir eher den Eindruck, dass sie sich gutgläubig, aber ohne Detailkenntnisse für ein populäres Anliegen einsetzen, sich dabei aber von einer Komplementärmedizin-Szene einwickeln und einspannen lassen, die immer noch stark in der Feindbildhaltung gegenüber der “Schulmedizin” verharrt und dies auch so braucht.</p>
<p>- Die Befürworter machen wohlklingende Versprechungen, die sie so meines Erachtens niemals einhalten können. Die involvierten Politikerinnen und Politiker merken das mangels Detailkenntnissen wohl nicht. So tönt beispielsweise die Forderung nach staatlichen Diplomen für nichtärztliche Therapeuten sehr überzeugend. Versprochen wird damit Patientensicherheit, Qualitätssicherung und Schutz vor Scharlatanen.<br />
Tönt gut, scheitert aber mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit sobald es konkret wird. Und zwar weil in keiner Weise klar ist, nach welchen Kriterien denn Qualität zu messen ist, wenn man wissenschaftliche Kriterien weglässt. Die Befürworter haben dazu jedenfalls noch keine Idee geliefert und befassen sich mit solch konkreten Fragen wohl gar nicht. Ich werde hier im Blog unter der Rubrik “Naturheilkunde-Debatte” noch einen detaillierten Text zu dieser Frage publizieren.</p>
<p>- Die Befürworter beschönigen meinem Eindruck nach die Lage in der Komplementärmedizin massiv und schrecken auch vor offensichtlichen Unwahrheiten nicht zurück (Beispiele dafür in anderen Blogbeiträgen unter “Naturheilkunde-Debatte”).<br />
Diese zum Teil stark verzerrte Darstellung hat meines Erachtens mit dogmatischen Grundhaltungen und pauschalen Feindbildern gegenüber Wissenschaft und “Schulmedizin” zu tun. Beispielhaft dafür ist die einseitige Interpretation und Darstellung der PEK-Studie durch die Befürworter.<br />
Man soll und darf m. E. sowohl wissenschaftlichen Aussagen als auch “schulmedizinischen” Empfehlungen kritisch gegenüber stehen. Die undifferenzierte Feindbild-Haltung, welche ich in der Komplementärmedizin oft wahrnehme, hat aber mit einer kritischen Haltung nichts zu tun. Sie ist nämlich genauso blind wie die naive Gläubigkeit, welche der “Schulmedizin” alles aus der Hand frisst.</p>
<p>- Der vorgesehene Verfassungsartikel ist derart vage, dass ich keine Ahnung habe, was konkret ich mir mit einem JA einhandle. Das Parlament müsste die dazu passenden Gesetze noch ausarbeiten. Diesen Blankocheck möchte ich dem Parlament nicht geben, so populistisch, oberflächlich, ahnungslos und naiv es meinem Eindruck nach mit diesem Thema bisher umgegangen ist. Ich traue dem Parlament schlicht keine seriöse Arbeit zu in diesem Bereich &#8211; und hoffe, dass ich mich da täusche. Vielleicht erwachen ja einige ParlamentarierInnen noch, wenn sie sich mit konkreten Fragen z. B. betreffend Qualitätssicherung befassen müssen und nicht nur unverbindlich und gratis “mehr Komplementärmedizin” fordern können. Vielleicht gibt es dann aber auch einfach eine Pseudo-Qualitätssicherung, die nur Ausbildungsstunden zusammenzählt und sich um die Entwicklung von transparenten fachlichen Qualitätskriterien drückt.</p>
<p>- Meines Erachtens hat das Parlament seine Hausaufgaben nicht gemacht, indem es einfach alle offenen Fragen, Schwierigkeiten und Widersprüche ausblendet. Die Probleme werden nach einer Annahme dieses Verfassungsartikels erst anfangen, weil sie sich durch “Kopf-in-den-Sand-stecken” nicht einfach auflösen.</p>
<p>- Ich möchte nicht, dass eine Heilslehre wie die “Anthroposophische Medizin” in die Grundversicherung aufgenommen wird und vom Staat in Lehre (Professur an der Universität) und Forschung gefördert wird. Nicht mit meinen Steuergeldern.<br />
Ich lehne die Karmalehre als zentrales Element der Anthroposophischen Medizin ab, die davon ausgeht, dass Krankheit und Behinderung durch moralisches Versagen in früheren Leben verursacht werden. Ich halte dies für behindertenfeindlich.<br />
In Tibet beispielsweise werden Blinde massiv diskriminiert und beschimpft, weil sie angeblich in einem früheren Leben Schlimmes gemacht haben (Arte tv, Dokumentarfilm “blindsight” von Lucy Walker, 26. April 2009). Darum keine staatliche Unterstützung für solche Theorien.<br />
Ich bin auch gegen die staatliche Unterstützung einer Heilkunde, die ihr Fundament einzig in den (angeblich) übersinnlichen Erkenntnissen eines Rudolf Steiners sieht. Solche Theorien sind durch niemand anderen überprüfbar, intransparent, guruhaft und daher meines Erachtens im Grunde genommen nicht demokratietauglich. Demokratie verträgt sich meiner Ansicht nach nicht mit dem Kult um einen “Menschheitsführer”, welcher in seinen höheren Welten auch gesehen haben will, dass die Blonden intelligenter sind als die Braunhaarigen, die Arier an der Spitze der Entwicklung stehen und die Indianer als dekadente Abzweigung in der Entwicklung der Menschheit zwischen Affen und Menschen anzusiedeln sind.</p>
<p>Konkretere Argumente, Infos, Stellungnahmen und Quellenangaben zu diesen Themen finden Sie in anderen Beiträgen in diesem Blog &#8211; dazu links oben auf “Naturheilkunde-Debatte” klicken.<br />
Bis zur Abstimmung am 17. Mai werden noch weitere Beiträge zu anderen Aspekten dieser Vorlage folgen. Meiner Ansicht nach braucht es eine inhaltliche Debatte zu dieser Abstimmung, nicht einfach pauschale Zustimmung oder Ablehnung zu einem Gesamtpaket “Komplementärmedizin”.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe  Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse www.phytotherapie-seminare.ch Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6 Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15 ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
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<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Abstimmung Komplementärmedizin: Beda Stadler polemisiert, hat im Kern aber nicht selten Recht</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 00:48:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beda Stadler, Immunologie-Professor an der Universität Bern, polemisiert manchmal gar heftig. In der “Südschweiz” antwortet er auf die Frage, welches Resultat er am 17. Mai erwarte, mit:  “20 Prozent Nein-Stimmen”.  Der Interviewer sagt darauf: “Sie sind bescheiden&#8230;”. Darauf Beda Stadler: “20 Prozent Gleichgesinnte würden mir in der Tat reichen. Ich wäre stolz, wenn sich zeigt, dass wenigstens ein Fünftel der Schweizer noch alle Tassen im Schrank hat.”</p>
<p>Das mit den “Tassen im Schrank” ist natürlich hoch polemisch und lässt jede konstruktive Diskussionskultur vermissen.<br />
Damit gibt Beda Stadler aber auch das perfekte Feinbild ab für Homöopathen und Anthroposophen. Abstimmungstaktisch ist das ausgesprochen ungeschickt. Nichts kann nämlich das Komplementärmedizin-Lager wirksamer einigen als solche Polemik aus Beda Stadler‘s Küche.</p>
<p>Nur: Lässt man die Polemik mal beiseite, hat der Mann meines Erachtens in vielem Recht.<br />
Es gibt tatsächlich eine grassierende “Faulheit-des-kritiklosen-Fürwahrhaltens” (Ludwig Marcuse), gerade auch in der Komplementärmedizin.<br />
Diese weit verbreitete, vollkommen naive Gläubigkeit an alles Wunderbare, finde ich genauso wie Stadler hoch bedenklich, nicht zuletzt auch demokratiepolitisch.<br />
Manchmal scheint mir wirklich, je abstruser die Theorie, desto glaubwürdiger ist sie für viele Leute.<br />
Das halte ich für eine Fehlentwicklung von hoher Brisanz.</p>
<p>Ich verstehe inzwischen selber auch immer besser, wie man auf diesem Hintergrund zum Vollblutpolemiker werden kann.<br />
Schaut man sich nämlich die Rhetorik der Befürworter dieses Verfassungsartikels zur Förderung der Komplementärmedizin an, so ist deren Diskussionskultur auch nicht gerade überzeugend. Meinem Eindruck nach sind sie oft sehr stark in dogmatischen Überzeugungen festgefahren und selten offen, um Argumente auch nur zu prüfen. Das ist auch eine Art der Diskussionsverweigerung. An einer solchen Mauer prallt eigentlich alles ab. Da ist die Versuchung, mit Polemik zu reagieren, oft nicht mehr weit. Ich selber neige in solchen Situationen zur Ironie, was aber in Diskussionen auch heikel sein kann. Ich versuche mich hier zurückzuhalten.</p>
<p>Dazu kommt noch ein weiterer Aspekt: Die eindeutigen, Wahrheit beanspruchenden, pauschalen Slogans der Befürworter sind optimal medientauglich: “Komplementärmedizin ist wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich.” Das ist eingängig und bleibt hängen, wenn es immer wieder repetiert wird, auch wenn es punkto Wirksamkeit so pauschal nicht im Ansatz wahr ist.</p>
<p>Dagegen braucht es für eine differenzierte wissenschaftliche Stellungsnahme zu jedem einzelnen Thema wohl gut eine Seite Text oder ein halbstündiges Gespräch. Da klinkt sich aber ein grosser Teil der Zuhörenden nach drei Sätzen aus und die Medien zocken weg.<br />
Das war auch in der Arena-Sendung vom 24. April gut sichtbar. An Punkten, an denen Stadler eigentlich eine differenziertere Stellungsnahme abgeben sollte / wollte, ging der Moderator weiter. Soviel Zeit ist nicht in einer TV-Diskussion.<br />
Argumentation aber braucht Zeit.</p>
<p>Mir fehlt bisher zu dieser Abstimmung jede differenzierte Auseinandersetzung mit den fünf zur Diskussion stehenden Methoden Homöopathie, Chinesische Medizin (TCM), Anthroposophische Medizin, Neuraltherapie und Phytotherapie. Die Frage sollte meines Erachtens nicht lauten: Komplementärmedizin JA oder NEIN? Diese Frage entspringt nämlich genau dem Lagerdenken &#8211; hier “Schulmedizin”, da Komplementärmedizin &#8211; das es meiner Ansicht nach zu überwinden gilt.<br />
Wichtiger wäre die Frage, welche Art von Komplementärmedizin wir wollen und nach welchen Kriterien wir das entscheiden.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Abstimmung Komplementärmedizin: Beda Stadler&#8217;s &#8220;alter Hut&#8221;&#8230;</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/24/abstimmung-komplementaermedizin-beda-stadler-s-alter-hut.html</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 22:38:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Abstimmung Komplementärmedizin: Beda Stadler's "alter Hut"...
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Diskussionsniveau bereffend der Abstimmung von 17. Mai zum Verfassungsartikel betreffend Förderung der Komplementärmedizin scheint mir mmer noch sehr tief &#8211; und das auf beiden Seiten.<br />
In den Stellungsnahmen der Befürworter zeigt sich meinem Eindruck nach immer wieder jenes verkrampft-einseitige Lagerdenken, das sie mit dem Slogan “natürlich gemeinsam” zu überwinden vorgeben.<br />
Die Gegner kommen hauptsächlich mit finanziellen Argumenten (Mehrkosten!), was mir aber ziemlich lasch und nicht sehr überzeugend scheint.<br />
Dann gibt es von der ablehnenden Seite noch den Blog von Beda Stadler in der NZZ.<br />
Beda Stadler ist als Immunologe zweifellos eine Kapazität auf seinem Gebiet.<br />
Bezüglich Komplementärmedizin bringt er aber in seinem Blog bisher viel Polemik mit schwachen Argumenten.<br />
Im Blog-Beitrag von 23. April befasst sich  Beda Stadler unter dem Titel “Avogadro oder Uri Geller” mit der Homöopathie:</p>
<p>“Häufig werden Präparate mit mehr als D30 verkauft. Würde man eine solche Verdünnung mit einem Tropfen in einem Schritt machen, würden alle Weltmeere dazu nicht ausreichen. Man bräuchte 50-mal das Volumen unseres Planeten. Warum weiss ein Wissenschaftler so was? Ganz einfach, Herr Avogadro, ein Zeitgenosse von Herrn Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie, hat das berechnet. Das ist eigentlich Lehrstoff eines Untergymnasiums und wird von niemandem bestritten. ?Steht also auf einem Fläschchen eine Zahl grösser als D23 oder C12 (siehe Hausapotheke!), können Sie Gift drauf nehmen, dass kein einziges Molekül der Ausgangssubstanz mehr vorhanden ist. Wer sowas einem Patienten verabreicht, verkauft also reinen Zucker oder Hahnenwasser.”</p>
<p>Natürlich kann man gegen die Homöopathie den Einwand erheben, dass in so hohen Verdünnungen kein einziges Molekül mehr vorhanden sei.</p>
<p>Nur: Dieses Argument ist schon so alt wie die Homöopathie selber, also etwas über 200jährig. Nicht mehr ganz taufrisch also.</p>
<p>Und es greift nur beschränkt, weil die Homöopathinnen und Homöopathen gar nicht abstreiten, dass in so hohen “Potenzierungen” keine materiellen Wirkstoffe mehr vorhanden sind.</p>
<p>Häufig zu hören sind aus Homöopathie-Kreisen Vorstellungen, wonach das Wasser eine Art von Gedächtnis habe. Dieses “Wasser-Gedächtnis” könne Informationen des Ausgangstoffes speichern und an den Organismus weitergeben.</p>
<p>Ich finde, eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Homöopathie müsste auf diese Vorstellungen eingehen und nicht nur den “Alten Hut” mit den fehlenden Inhaltsstoffen wiederkäuen.<br />
Aus der Physik gäbe es offenbar starke Argumente gegen eine “Wassergedächtnis”. Ich selber bin in diesem Bereich allerdings nicht fachkundig genug.</p>
<p>Noch zentraler scheint mir die Fraget:</p>
<p>Angenommen, das Wasser hätte tatsächlich ein Gedächtnis.<br />
Wenn nun die potenzierte Lösung mit dem “Wasser-Gedächtnis” und der darin enthaltenen Information auf das Milchzucker-Globuli aufgesprüht wird, verdunstet doch das Alkohol-Wasser-Gemisch.<br />
Wo bleibt nun das “Gedächtnis”?  Verdunstet es mit dem Alkohol-Wasser-Gemisch? Dann ist die Information nicht auf dem Globuli. Oder geht es auf das Milchzucker-Globuli über? &#8211; Dann müsste jedoch auch der Milchzucker ein Gedächtnis haben? Davon war aber meines Wissens noch nie die Rede und es dürfte auch physikalisch kaum denkbar sein.</p>
<p>Ich wünsche mir eine ernsthafte argumentative Auseinandersetzung mit der Homöopathie und den anderen zur Diskussion stehenden Methoden Neuraltherapie, TCM, Anthroposophische Medizin und Phytotherapie. Nicht nur flotte Sprüche und Schlagworte bitte.<br />
Und ich wünsche mir von einem kompetenten Wissenschaftler wie Beda Stadler, dass er verständlich erklärt, weshalb Wissenschaft nötig ist, warum es wichtig ist, Studien zu machen, welchen Täuschungen und Selbsttäuschungen damit vorgebeugt werden kann.</p>
<p>Die Wissenschaft hätte hier nämlich durchaus starke Argumente.<br />
Nur braucht es dafür auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich nicht zu schade und fähig sind, diese Argumente der breiten Öffentlichkeit in verständlicher Form darzulegen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Abstimmung Komplementärmedizin: Danke, Herr Kesseli</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 13:41:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Abstimmung Komplementärmedizin: Danke, Herr Kesseli.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Chefredaktor Bruno Kesseli schrieb in der Schweizerischen Ärztezeitung (2006;87: 3) :</p>
<p>“Komplementärmedizin&#8230; als Gesamtpaket zu befürworten oder zu verdammen ergibt&#8230;&#8230;.etwa soviel Sinn, wie Pilze generell für geniessbar oder giftig zu erklären. Genau diese Haltung scheint aber einigermassen ver-<br />
breitet zu sein.”</p>
<p>Das ist meiner Ansicht nach die einzige besonnene und konstruktive Haltung zum Thema Komplementärmedizin.</p>
<p>Es gibt wirksame und unwirksame Komplementärmedizin. Es ist nicht einfach, zwischen wirksam und unwirksam zu unterscheiden, aber wer seriöse Komplementärmedizin anbieten will, kommt um diese Unterscheidung nicht herum. Dann stellt sich sofort die Frage, nach welchen Kriterien diese Unterscheidung zu machen ist, und hier fängt die Arbeit erst an.</p>
<p>Auf diesem Hintergrund finde ich es ausgesprochen fragwürdig, wenn nun im Zuge der Abstimmung vom 17. Mai die Befürworter der Vorlage pauschal und undifferenziert behaupten, dass die Wirksamkeit aller fünf zur Diskussion stehenden Methoden (TCM, Homöopathie, Phytotherapie, Neuraltherapie, Anthroposophische Medizin) wissenschaftlich belegt sei.</p>
<p>Das ist meines Erachtens nicht im Ansatz wahr.</p>
<p>Mein eigener Fachbereich, die Phytotherapie, ist unter den fünf erwähnten Methoden wohl unbestritten die am besten wissenschaftlich dokumentierte. Trotzdem gibt es viele Heilpflanzen, über die kaum wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen.<br />
Es sind immer einzelne Heilpflanzen in bestimmten Zubereitungsformen (z.B. Extrakte), für die kontrollierte Studien existieren. Das heisst für mich nicht, dass andere Heilpflanzen nicht angewendet werden dürften, aber man muss um diese Unterschiede wissen und offen damit umgehen.</p>
<p>Wer Komplementärmedizin undifferenziert als Gesamtpaket toll findet und fördern will, unterstützt damit das “Lagerdenken” zwischen Medizin und Komplementärmedizin. In diesem Sinne scheint mir die Abstimmung vom 17. Mai nicht gerade konstruktiv. Der Slogan der Befürworter &#8211; “Natürlich gemeinsam” &#8211; ist zwar sympathisch, doch wage ich zu bezweifeln, ob ein solcher Verfassungsartikel dazu beitragen wird.</p>
<p>Als jemand, der seit über 25 Jahren versucht, Brücken zu bauen zwischen Medizin und Naturheilkunde, bin ich nicht sehr glücklich über die erneute Polarisierung, welche diese Abstimmung mit sich bringt &#8211; und dies vor allem wegen der pauschalen “Heiligsprechung” der Komplementärmedizin durch die Befürworter.</p>
<p>Die Haltung von Bruno Kesseli dagegen würde dazu beitragen, die Feindbilder zwischen Medizin und Komplementärmedizin aufzuweichen.</p>
<p>Darum wäre mein Slogan:<br />
Mehr differenzieren, weniger pauschalisieren, wenn es um Wirksamkeiten geht.<br />
Kritische Punkte in der Komplementärmedizin ansprechen und klären, statt unter den Tisch wischen.</p>
<p>Ich bin sicher, dass dadurch die Komplementärmedizin Fortschritte machen und die Kooperation von Medizin und Komplementärmedizin sich verbessern würde.</p>
<p>Für mich ist immer noch offen, ob ich am 17. Mai JA oder NEIN stimmen werde,  aber ich erwarte von den Befürwortern dieses Verfassungsartikels  viel differenziertere Argumente.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Komplementärmedizin-Abstimmung: Kritische Anmerkungen zur Anthroposophischen Medizin</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/komplementaermedizin-abstimmung-kritische-anmerkungen-zur-anthroposophischen-medizin.html</link>
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		<pubDate>Thu, 16 Apr 2009 00:23:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anthroposophische Medizin und Karma. Behinderung und Krankheit als folge moralischen Versagens in einem früheren Leben.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege (Spitex, Klinik, Pflegeheim, Palliative Care).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Blog-Text habe ich vor ein paar Tagen in Frage gestellt, ob “Anthroposophische Medizin” staatlich gefördert werden soll, wie die Befürworter der Vorlage vom 17. Mai es verlangen. Dies auf dem Hintergrund von anthroposophischen Karma-Theorien, wonach Krankheit und Behinderung durch moralisches Versagen in früheren Leben bewirkt werden, und von anthroposophischen Wurzelrassentheorien, wonach die Arier an der Spitze der Menschheitsentwicklung stehen.<br />
Beide Konzepte halte ich für hoch problematisch.</p>
<p>Den Ursprungs-Blogbeitrag finden Sie hier:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/03/volksabstimmung-zur-foerderung-der-komplementaermedizin-ja-oder-nein.html">http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/03/volksabstimmung-zur-foerderung-der-komplementaermedizin-ja-oder-nein.html</a></p>
<p>Auf diesen Beitrag habe ich einen Kommentar bekommen von Christopher Wichert, für den ich mich bedanke. Ich gebe diesen Kommentar hier wieder und werde daran anschliessend ausführlich antworten, weil ich das Thema für wichtig erachte:</p>
<p><em>“Hallo,<br />
vielleicht darf ich einiges korrigierend hinzufügen. Steiners Karma Ausführungen haben in der Medizinischen Praxis überhaupt nichts zu suchen und zwar schon aus &#8220;rein anthroposophischen&#8221; Gründen. Nach Steiner sind Karmaverhältnisse jeweils im Einzelfall zu erforschen eine Ableitung aus Generalisierungen ist methodisch unzulässig. Das würde für Ihr Beispiel Lungenentzündung bedeuten: Seinen Untersuchungen hat sich ergeben, dass Lungenentzündung meist die und die karmischen Ursachen hat. Es ist aber nicht zulässig zu schließen, hier liegt eine Lungenentzündung vor, also&#8230;.<br />
Zweitens und wohl noch wichtiger: für jede Krankheit soll die Heilung gessucht werden, wie auch immer die karmischen Ursachen sein mögen. Karmische Gesichtspunkte dürfen den Heil-willen in keiner Weise beeinflussen.<br />
Zur Rassen Frage: könnten Sie die Beiträge von Lorenzo Ravagli zur Kenntnis nehmen. Zumindest wird da deutlich, dass Steiner klarer und entschiedener als die meisten seiner Zeitgenossen abgelehnt hat, Menschen aufgrund ihrer &#8220;Rassezugehörigkeit&#8221; zu beurteilen oder gar zu bewerten.</em></p>
<p><em> Herzliche Grüße<br />
C.Wichert”</em></p>
<p>Sehr geehrter Herr Wichert</p>
<p>Ich bin mir Ihren Aussagen nicht einverstanden und werde unter Punkt 1 antworten auf<br />
die Aussage, dass Steiner‘s Karma-Aussagen in der Medizinischen Praxis nichts zu suchen haben.</p>
<p>Unter Punkt 2 folgt dann weiter unten die Antwort auf Ihre Aussage, dass Rudolf Steiner es abgelehnt habe, Menschen aufgrund ihrer “Rassenzugehörigkeit” zu beurteilen oder gar zu bewerten.</p>
<p><strong>Punkt 1: Karmavorstellungen als Ursache für Behinderung und Krankheit sind für Anthroposophie und Anthroposophische Medizin zentral.</strong></p>
<p>Der lupenreine Anthroposoph Adolf Baumann nennt die Karmaidee in seinem “ABC der Anthroposophie” gar das Herzstück der anthroposophischen Weltanschauung (Bern 1986).</p>
<p>Michaela Glöckner, die langjährige Leiterin der Medizinischen Sektion am Goetheanum schreibt im von ihr herausgegebenen Buch “Anthroposophische Medizin” (Verlag Freies Geistesleben, 1993, S. 27/28):</p>
<p>“Rudolf Steiners bedeutendste Leistung war es, zu der blossen Annahme von wiederholten Erdenleben, wie sie von vielen Menschen geteilt wird (z. B. Goethe, Lessing, Friedrich der Grosse, Stefan Zweig, Wilhelm Busch), mit Hilfe seiner Geistesforschung zu einer umfassenden Darstellung der Gesetzmässigkeit zu kommen, nach denen sich die wiederholten Erdenleben vollziehen.<br />
Erst die Kenntnis dieser Gesetzmässigkeiten macht ein vollbewusstes Mitarbeiten am Krankheitsschicksal möglich.”</p>
<p>Deutlicher könnte man die Bedeutung des Karmas in der “Anthroposophischen Medizin” meines Erachtens kaum ausdrücken &#8211; auch für die Gegenwart.</p>
<p>Michaela Glöckler schreibt nicht nur immer wieder zu diesem Thema. Sie hält auch Vorträge wie beispielsweise am 03.02.2005:<br />
<strong>“Krankheit und Schicksal. Zur Aktualität des Karma-Gedankens in der heutigen Medizin”</strong> (Quelle: Schweiz. Zschr. GanzheitsMedizin Jg.16, Heft 7/8, November 2004).</p>
<p>Und Glöckler ist nicht irgendwer, sondern mit ihrer Stellung am Goetheanum die zentrale Figur in der Anthroposophischen Medizin.</p>
<p>In Ausbildungen und Weiterbildungen für anthroposophische Ärzte und Ärztinnen taucht das Thema Karma &amp; Krankheit regelmässig auf &#8211; oft ausdrücklich mit Bezug auf Band 120 der Gesamtausgabe, in dem Steiner ausführlich über dieses Thema spricht.</p>
<p>Bei Steiner taucht Karma als Verursacher von Krankheit und Behinderung immer wieder auf.<br />
Beispielsweise im Buch “Die Offenbarungen des Karma” (Gesamtausgabe Bd. 120), Vortrag vom 18. Mai 1910: Krankheit und Gesundheit in Beziehung zu Karma; Vortrag 19. Mai 1910: Heilung und Unheilbarkeit von Krankheiten in Beziehung zu Karma; Vortrag 20. Mai 1910: Natürliche und zufällige Erkrankungen in Beziehung zu Karma.</p>
<p>Eine Hauptursache von Krankheit und Behinderung sieht Steiner darin, dass der entsprechende Mensch zu locker oder zu stark inkarniert ist. Hier hat eine wahrhaft anthroposophische Therapie anzusetzen.</p>
<p>Kommt man mit Anthroposophischer Medizin in Kontakt, kommt das Thema Arbeit am Karma allerdings oft gar nicht oder dann eher in einer späteren Phase auf den Tisch. Steiner sah seine Lehre als Geheimwissenschaft. Er betonte, dass gewisse Teile der “Geheimkunde” auch heute nur solchen mitgeteilt werden können, die sich den Prinzipien der Einweihung unterwerfen. Das Thema “Karma” würde wohl auch einige Leute erschrecken, die nur auf der Suche nach einer natürlichen und “ganzheitlichen” Therapie sind, aber ohne spezielles Interesse am anthroposophischen Weltbild.</p>
<p>In ihrem Buch “Begabung und Behinderung” (Verlag Freies Geistesleben, 2004) schreibt Michaela Glöckler:</p>
<p>“Entsprechend prägt sich im heutigen <em>physischen Leib</em> ab, was als Ätherleib im vorigen Erdenleben erlebt hat und in diesem wiederum, was den Astralleib im vorigen Leben bewegte. <em>Angesichts dieser Gesetzmässigkeit, dass im nächst niederen Wesensglied die Arbeitsergebnisse des nächsthöheren aufgenommen und ins unbewusste Körperleben integriert werden, wird auch verständlich, warum es nur begrenzt sinnvoll ist, die Ursachen für Krankheiten und Behinderungen in diesem einen Erdenleben beziehungsweise allein in Konstitution, Vererbung und Umwelt zu suchen</em>. Ihren wirklichen Grund haben sie in längst vergangenen Erdenleben, ja, was den physischen Leib betrifft, reichen sie in das vierte vorige Leben zurück.”<br />
(S. 49/50, Schrägsetzung im Original)</p>
<p>Und auf Seite 71:</p>
<p>“Neid, auch maskierter Neid, der sich im Hang zu kritisieren darlebt” bewirkt im “späteren Leben seelische Schwäche, Unselbständigkeit und die Neigung, sich immer häufiger rat bei anderen zu suchen; konstitutionelle Schwäche im nächsten Leben.”</p>
<p>“Neigung zur Lügenhaftigkeit bewirkt im späteren Leben, dass man anderen Menschen nicht mehr unmittelbar in die Augen schauen kann. Im nächsten Leben hat man es schwerer, zu seiner Umgebung in ein gutes Verhältnis zu kommen. Man leidet darunter, nicht verstanden zu werden&#8230;Disposition, dass die Organfunktionen weniger aufeinander angestimmt sind.”</p>
<p>Seite 74:</p>
<p>“Kein Interesse an den Himmelsvorgängen, insbesondere an den Sternen” bewirkt nach Wiedergeburt “Bindegewebeschwäche, schlaffer Körperbau”.</p>
<p>“Kein Interesse an Musik” führt in einem nächsten Leben zu “Asthma, Neigung zu Lungenkrankheiten”.</p>
<p>Seite 76:</p>
<p>“Egoistischer Erwerbssinn” bewirkt “Disposition zu Infektionskrankheiten im nächsten Leben”. Nun weiss ich endlich, weshalb es in Afrika so viele AIDS-Kranke gibt. Nicht etwa wegen dem Kondom-Verbot des Papstes &#8211; nein! Das waren in ihrem vorherigen Leben alles Egoisten!</p>
<p>Seite 77:</p>
<p>“Gewohnheitsmässiges egoistisches Handeln disponiert im nächsten Leben zu frühem Altern” &#8211; Wie schön, diese ausgleichende Gerechtigkeit im Kosmos. Darum geht es wohl in der Anthroposophie: Allen Verhältnissen und Geschehnissen einen von Steiner vorgekauten Sinn zu geben &#8211; egal wie ungerecht oder zufällig sie sein mögen.</p>
<p>Das halte ich politisch für hoch fragwürdig und diskriminierend für Behinderte und Kranke. Dieses Krankheitsverständnis soll meiner Ansicht nach nicht vom Staat gefördert werden, wie es die Befürworter der Vorlage vom 17. Mai erwarten.</p>
<p>In einem Artikel zur Infektionskrankheit Sars schreibt Michaela Glöckler:</p>
<p>“Was hier für den Zusammenhang von Gesundheit und Krankheit in ein und demselben Erdenleben erforscht worden ist, gilt<br />
gemäß den Gesetzmäßigkeiten von Reinkarnation und Karma auch von einem Leben zum nächsten beziehungsweise<br />
übernächsten (siehe Kasten mit Zitat von Rudolf Steiner).”<br />
(in: Das Goetheanum 20/2003)</p>
<p>Im Steiner-Zitat, auf das Glöckler verweist, heisst es dann:<br />
(überspringen Sie das Zitat, wenn Steiner Sie langweilt)</p>
<p>“&#8230;. Was Sie in diesem Leben wiederholt erleben, das<br />
kommt in Ihrem folgenden Leben als Grundcharakter. Ein melancholisches Tempera-<br />
ment kommt daher, daß der Mensch im vorigen Leben viele traurige Eindrücke gehabt<br />
hat, die ihn immer wieder in eine traurige Stimmung versetzt haben; dadurch hat eben der<br />
nächste Ätherleib eine Neigung für eine traurige Stimmung. Umgekehrt ist es bei denen,<br />
die allem im Leben eine gute Seite abgewinnen, die dadurch in ihrem Astralleib Lust und<br />
Freude, frohe Erhebung erzeugt haben; das gibt im nächsten Leben eine bleibende Cha-<br />
raktereigenschaft des Ätherleibes und bewirkt ein heiteres Temperament. Wenn der<br />
Mensch aber, trotzdem ihn das Leben in eine harte Schule nimmt, all das Traurige kraft-<br />
voll überwindet, dann wird im nächsten Leben sein Ätherleib geboren mit einem choleri-<br />
schen Temperament. Man kann also, wenn man all das weiß, geradezu sich seinen Äther-<br />
leib für das nächste Leben vorbereiten. Diejenigen Eigenschaften nun, die der Ätherleib in<br />
dem einen Leben hat, die erscheinen im nächsten Leben im physischen Leib. Wenn also<br />
jemand schlechte Gewohnheiten und Charaktereigenschaften hat und nichts dagegen tut,<br />
sie sich abzugewöhnen, tritt das im nächsten Leben als eine Disposition des physischen<br />
Leibes auf, und das ist tatsächlich die Disposition zu Krankheiten. So sonderbar sich das<br />
auch für Sie anhören mag, aber <strong>diese Disposition für bestimmte Krankheiten, und beson-<br />
ders für Infektionskrankheiten, rührt tatsächlich her von schlechten Gewohnheiten im<br />
vorhergehenden Leben.»</strong> (Hervorhebung von mir, M.K.)<br />
Aus: Rudolf Steiner: Menschheitsentwicklung und Christus-Erkenntnis (GA 100), Vortrag vom 22. Juni 1907.</p>
<p>Ergänzend noch ein paar Zitate von Rudolf Steiner zu diesem Thema &#8211; weil es eigentlich nur Rudolf Steiner ist, der in der Anthroposopischen Medizin etwas zu sagen hat.</p>
<p>Wen die Steiner-Zitate langweilen, der oder die kann auch direkt zum Punkt 2 springen, aber erhellend sind die Zitate des &#8220;Menschheitsführers&#8221; schon.</p>
<p>“Und da zeigt die Geisteswissenschaft, dass ein flatterhaftes Leben, das keine Hingabe und keine Liebe kennt, dass ein oberflächliches Leben in der einen Verkörperung sich ausdrückt in dem Hang zur Lügenhaftigkeit in der nächsten Verkörperung; und der Hang zur Lügenhaftigkeit zeigt sich in der zweitnächsten Inkarnation in den unrichtig gebauten Organen. &#8211; So können wir drei aufeinanderfolgende Inkarnationen in ihren Wirkungen karmisch verfolgen: Oberflächlichkeit und Flatterhaftigkeit in der ersten Inkarnation, Hang zur Lügenhaftigkeit in der zweiten und physische Krankheitsdisposition in der dritten Inkarnation.”<br />
(GA Bd 120, Seite 74, Vortrag “Krankheit und Gesundheit in Beziehung zu Karma”)</p>
<p>Tja, das wäre dann so etwas wie eine anthroposophische Theorie zur Entstehung körperlicher Behinderung &#8211; das mit den unrichtig gebauten Organen aufgrund von Flatterhaftigkeit und Lügenhaftigkeit?</p>
<p>“Nehmen wir zum Beispiel eine solche Krankheit wie die Lungenentzündung. Sie ist eine Wirkung in der karmischen Folge, welche dadurch entsteht, dass der Betreffende während seiner Kamalokazeit zurückblicken kann auf einen Charakter, der in sich hatte Hang und Neigung zu sinnlichen Ausschweifungen, der in sich hatte sozusagen ein Bedürfnis, sinnlich zu leben&#8230;&#8230;Denn gerade in der Überwindung der Lungenentzündung, in der Selbstheilung, welche dabei vom Menschen angestrebt wird, wirkt die menschliche Individualität entgegen luziferischen Mächten, führt einen förmlichen Krieg gerade gegen die luziferischen Mächte. Daher ist in der überwindung der Lungenentzündung eine Gelegenheit, dasjenige abzulegen, was ein Charaktermangel in einer vorherigen Inkarnation war. So sehen wir förmlich wirken in der Lungenentzündung den Kampf des Menschen gegen die luziferischen Mächte.”<br />
(GA 120, S. 87, Vortrag von Rudolf Steiner “Heilung und Unheilbarkeit von Krankheiten in Beziehung zu Karma”)</p>
<p>Was lernen wir daraus?<br />
1. Pass auf, wenn du das Bedürfnis sinnlich zu leben hast. Kann zu Lungenentzündung führen. Allerdings erst im übernächsten Leben&#8230;<br />
2. Typisch anthroposophisch: Es geht immer irgendwie um Engel und Dämonen, Luzifer und Ahriman&#8230;der ewige Kampf zwischen hellen und dunklen Mächten, manichäisch eben.</p>
<p>Ergiebig bezüglich Karma und Behinderung ist der Band &#8220;Lebensfragen im Lichte von Reinkarnation und Karma&#8221; (GA 125). Lydie und Andreas Baumann-Bay, zwei ausgestiegene Anthroposophen, schreiben dazu in ihrem Buch &#8220;Achtung Anthroposophie &#8211; ein kritischer Insider-Bericht&#8221; (Zürich 2000):</p>
<p>&#8220;Wer als Jugendlicher neidisch war, wird im Alter (also noch in der gleichen Inkarnation) mit Unselbständigkeit gestraft, und in der nächsten Verkörperung als schwächliches Kind geboren. Aber demit noch nicht genug! Weil die Schicksalsmächte nichts dem Zufall überlassen, wird dieses Kind nicht einfach irgendwann und irgendwo geboren, sondern ausgerechnet bei den Menschen, die es im Vorigen Leben beneidet hat. Steiner wörtlich: &#8216;So werden wir unter diejenigen Menschen hineingeboren, die wir beneidet haben, oder die wir getadelt haben&#8217; (S. 197)<br />
Wenn also meine Nachbarin auf mich oder mein neues Auto neidisch ist, so geht sie das Risiko ein, im nächsten Leben mein Kind zu werden. Und damit sie auch recht abhängig von mir wird, wird sie mit einer schwächlichen Konstitution ausgestattet.<br />
Schlimmer noch ergeht es einem lügenhaften Menschen. Er wird nach Steiner im Alter zunächst scheu und im folgenden Leben als geistig Behinderter geboren: &#8216;Da tritt das Kind nicht nur schwach auf, sondern so, dass es überhaupt kein rechtes Verhältnis zu seiner Umgebung gewinnen kann, dass es schwachsinnig ist.&#8217; (S. 197) Wenn also mein Ehepartner mich ständig belügt, läuft er Gefahr, im nächsten Leben mein schwachsinniges Kind zu werden.&#8221;</p>
<p>Soviel zum Thema: Lügen als Grund für geistige Behinderung:<br />
Was meinen Behindertenverbände dazu, dass eine solche Weltanschauung nun an Universitäten und in der Weiterbildung von Aerzten und Aerztinnen geleht werden soll?</p>
<p>Und zu Schluss nochmals:</p>
<p>“Denn es ist schon interessant, zu sehen, dass moralische Defekte, die mit dem Karma zusammenhängen, dass diese so starke Kräfte sind, wo karmische Immoralität ist, dass sie unweigerlich in Deformationen des physischen Organismus auftreten.” (GA 317, Heilpädagogischer Kurs, S. 57)</p>
<p>Wieder ein Beitrag zur anthroposophischen Theorie der Entstehung von körperlicher Behinderung?</p>
<p>Ich kann mich nur wiederholen: Ich finde, dass solch fragwürdige Fantasien staatlicherseits nicht unterstützt werden sollten.</p>
<p><strong>Punkt 2: Abwertende Aussagen von Rudolf Steiner</strong><br />
Nun noch zu Ihrer Aussage, Herr Wichert, dass Steiner es abgelehnt habe, Menschen aufgrund ihrer “Rassenzugehörigkeit” zu beurteilen oder gar zu bewerten.</p>
<p>Im Vortrag vom 22. Nov. 1907 (GA 100, S. 240 / 241) ist die Rede von den Europäern. Sie “sind hinaufgestiegen zu einer höheren Kulturstufe, während die Indianer  stehengeblieben und dadurch in Dekadenz gekommen sind”. Dazu gibt es eine Zeichnung: Eine aufsteigende Linie beschriftet mit “Entwickelung der Menschheit”, die an der Spitze zu den Europäern führt. Dazu zwei seitlich-waagrechte Abzweigungen, eine Beschriftet mit “Affengeschlecht, dekadente Abzweigung” und (weiter oben) “Indianer, dekadente Abzweigung”. Steiner erklärt dazu: “Die Seitenzweige, die nicht mehr in die Verhältnisse hineinpassen, werden dekadent. Wir haben also einen geraden Entwickelungsstamm und abgehende Seitenzweige, die verfallen (siehe Zeichnung).”</p>
<p>Die Originalzeichnung (Tafelbild)  können Sie hier sehen (aus GA 100, Vortrag 22. Nov. 1907, S. 240 / 241:</p>
<p><a href="http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/09/augen-zu-und-drucken.html">http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/09/augen-zu-und-drucken.html</a></p>
<p>Keine Beurteilung, keine Abwertung mit dem Begriff “Dekadente Abzweigung” für Indianer??</p>
<p>Im selben Vortrag Seite 243 eine Zeichnung mit aufsteigender Entwicklungslinie, angeschrieben mit Mensch, an der Spitze mit Arier. Auf hier zahlreiche Abzweigungen von der Entwicklung zum Arier, zum Beispiel Fische, Reptilien Säugetiere, Affen, Indianer.<br />
Dazu passend in GA 11, S. 32 / 33: Nach Steiner “obliegt es in der Gegenwart den Ariern, die Denkkraft und das, was zu ihr gehört, zu entwickeln.”<br />
“Nicht etwa deshalb, weil es den Europäern gefallen hat, ist die indianische Bevölkerung ausgestorben, sondern weil die indianische Bevölkerung die Kräfte erwerben musste, die sie zum Aussterben führten.” (Rudolf Steiner, GA 121, S. 79)</p>
<p>Die Ausrottung der Indianer wird hier als karmische Notwendigkeit dargestellt &#8211; eine glatte Leugnung europäischer Ausrottungspolitik. Aber auch hier: Karmisch ist offenbar alles in Ordnung. Wie schön.</p>
<p>“ Die Menschen würden ja, wenn die Blauäugigen und Blondhaarigen aussterben, immer dümmer werden, wenn sie nicht zu einer Art Gescheitheit kommen würde, die unabhängig ist von der Blondheit. Die blonden Haare geben eigentlich Gescheitheit. Geradeso wie sie wenig in das Auge hineinschicken, so bleiben sie im Gehirn mit ihren Nahrungssäften, geben ihrem Gehirn die Gescheitheit. Die Braunhaarigen und Braunäugigen, und die Schwarzhaarigen und Schwarzäugigen, die treiben das, was die Blonden ins Gehirn treiben, in die Augen und Haare hinein Daher werden sie Materialisten, gehen nur auf dasjenige, was man sehen kann,&#8230;.”<br />
(GA 348, S. 98 / 99 Vortrag 13. 12. 1922)</p>
<p>Diese auf den ersten Blick nur absurden Sätze bekommen eine erschreckende Dimension, wenn man weiß, daß zur gleichen Zeit ein gewisser Lanz von Liebenfels, ein geistiger Wegbereiter Hitlers, ganze Bücher mit seinen Fantasien von der Herrschaft der Blondhaarigen und Blauäugigen füllte. Fantasien, die in den 30er Jahren grausame Wirklichkeit werden sollten. Lanz von Liebefels und Rudolf Steiner holten sich ihre Rassenvorstellungen aus der Theosophie. Hitler und seine engsten Mitstreiter schöpften die ihren letztlich aus den selben Quellen.</p>
<p>Ich kann Ihnen gerne noch weitere Aussagen von Rudolf Steiner liefern mit ausgesprochen abwertenden Aussagen gegenüber Chinesen, Japanern (die so dumm sind, dass sie ein Schiff, das von Europäern konstruiert wurde, nur im Kreis herum steuern können, GA 354, S. 85/86/87) , Slawen (die sich weigern, von den Germanen zu lernen, GA 174b, S. 42)&#8230;&#8230;<br />
Oder die Negern. Lesen Sie doch mal den ganzen Vortrag vom 3. März 1923 (GA 349). Da können Sie erfahren, dass die Neger Egoisten sind, weil sie eine schwarze Haut haben und darum alle Wärme zurückhalten, dafür kochen sie dann innerlich und besitzen ein starkes Triebleben und Instinktleben.</p>
<p>Sehen Sie da keine Beurteilung und Bewertung, Herr Wichert?<br />
Solche Zitate entspringen im übrigen nicht einfach irgendwelchen Launen des Meisters, sondern seiner Wurzelrassenlehre, bei welcher die Arier an der Spitze der geistigen Entwicklung stehen.</p>
<p>Gutes Material zu diesem Thema gibt es auch bei der “Aktion Kinder des Holocausts”:<br />
<a href="http://www.akdh.ch/archiv.html#anthroposophie">http://www.akdh.ch/archiv.html#anthroposophie</a></p>
<p>Ich stelle die Frage, ob ein “Seher”, der derart absurde Behauptungen aufgestellt hat, glaubwürdig ist in seinen medizinischen Aussagen.</p>
<p>Die Anthroposophische Medizin basiert ja fast ausschliesslich auf seinen Erkenntnissen aus höheren, übersinnlichen Welten (Akasha-Chronik).Wenn der Mann aber dort tatsächlich auch die Indianer als dekadente Abzweigung in der Entwicklung der Menschheit (und viel ähnlichen Bullshit) gehen hat, scheinen mir seine medizinischen “Erkenntnisse” auch nicht sehr überzeugend.</p>
<p>Weitere Beiträge:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html">Kritische Fragen zur Förderung der Anthroposophischen Medizin</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/05/anthroposophische-pflege-offene-fragen.html">Anthroposophische Pflege &#8211; offene Fragen<br />
</a></p>
<p>Freundliche Grüsse</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Falschaussage von Simonetta Sommaruga zur Komplementärmedizin-Abstimmung</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/falschaussage-von-simonetta-sommaruga-zur-komplementaermedizin-abstimmung.html</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Apr 2009 14:42:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Falschaussage von Simonetta Sommaruga zur Komplementärmedizin-Abstimmung.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich selber habe mich &#8211; als Naturheilkundler &#8211; noch nicht entschieden, ob ich am 17. Mai Ja oder Nein stimmen soll und verfolge die Äusserungen zu diesem Thema mit grossem Interesse.</p>
<p>Ständerätin Simonetta Sommaruga (SP, BE) hat in der Tagesschau vom 9. April, 19.30  nun aber eine Aussage gemacht, die so irreführend und falsch ist, dass sie meiner Meinung nach nicht einfach so im Raum stehen gelassen werden sollte. Darum hier ein paar Fragen an Simonetta Sommaruga:</p>
<p>Sehr geehrte Frau Sommaruga</p>
<p>Ich schätze Ihre Politik in der Regel, gerade weil sie nicht so von einseitigem Lagerdenken geprägt ist, sondern differenziert argumentiert.<br />
Im Bereich der Komplementärmedizin vermisse ich aber in Ihren Äusserungen dieses differenzierte Denken vollständig.</p>
<p>In der Tagesschau SF1 vom 9. April 2009,  19.30 Uhr, sagten Sie:</p>
<p>“Wenn Bundesrat Couchepin aber die Zulassungsverfahren korrekt anwendet und umsetzt und unvoreingenommen prüft, dann gehe ich heute davon aus, dass die fünf Methoden wieder in die Grundversicherung zugelassen werden, weil sie nämlich wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind, das haben alle wissenschaftlichen Studien gezeigt.”</p>
<p>Die Aussage, dass <em>alle</em> wissenschaftlichen Studien zeigen, dass die fünf Methoden (gemeint: Homöopathie, Anthroposophische Medizin, TCM, Phytotherapie, Neuraltherapie) wirksam sind, ist einfach nicht wahr.</p>
<p>Oder wie verwenden Sie den Begriff “wirksam sein” im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Studien?</p>
<p>1. Der Patient oder die Patientin findet, dass es ihm / ihr besser geht?<br />
Dann müssten Sie konsequenterweise auch Scientology und Uriella als Heilmethode über die Grundversicherung zulassen. Sehr viele Patientinnen und Patienten sind dort begeistert von den “Erfolgen”. Und ich mag es zwar jedem Menschen gönnen, wenn es ihm besser geht &#8211; Mit Wissenschaft hat da aber noch kaum etwas zu tun.</p>
<p>2. Oder heisst “wissenschaftlich wirksam” für Sie, der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin sind von der Wirkung überzeugt?<br />
Das wäre meines Erachtens sehr “arztgläubig” und naiv.</p>
<p>3. Oder verstehen Sie unter “wirksam sein”, dass auch unterschieden wird zwischen der Methode oder dem Heilmittel als solchem und den in allen Fällen mitwirkenden Faktoren wie Placebo-Effekt, natürliche Selbstheilungsprozesse und natürliche Auf- und Abs bei chronischen Verläufen. Das wäre dann ja etwa das, was Wissenschaft unter anderem mit Studien mehr oder weniger erfolgreich versucht zu unterscheiden.</p>
<p>Wenn mit der Aussage, dass <em>alle</em> wissenschaftlichen Studien die Wirksamkeit zeigen Punkt 1 und/oder 2 meinen, dann ist höchst fraglich, ob man von “wissenschaftlich” reden kann.</p>
<p>Wenn Sie Punkt 3 meinen, dann ist Ihre Aussage krass falsch.</p>
<p>Es stimmt einfach nicht, dass <em>alle</em> wissenschaftlichen Studien für <em>alle</em> fünf Methoden die Wirksamkeit belegen.<br />
Es gibt diesbezüglich Differenzen, Widersprüche, grosse Unterschiede&#8230;.</p>
<p>Wer nicht einfach aus einem komplementärmedizinischen Lagerdenken auf das Feindbild Schulmedizin starrt, sieht meines Erachtens, dass beispielsweise die Studienlage im Bereich “Homöopathie” und “Anthroposophische Medizin” desolat ist.<br />
Hier nur zwei Links dazu (es gäbe Dutzende):</p>
<p><a href="http://www.evimed.ch/AGORA/HTZ000/downloads/asthmahomoeopathie.pdf">http://www.evimed.ch/AGORA/HTZ000/downloads/asthmahomoeopathie.pdf</a><br />
Diese Studie berücksichtigt auch die homöopathischen Regeln der individuellen Arzneimittelfindung und damit einen der häufigsten Einwände der Homöopathie-“Szene” gegen die Überprüfung mit Studien.</p>
<p>Was halten Sie, Frau Sommaruga, von dieser Studie?</p>
<p>Halten Sie trotzdem fest an Ihrer Aussage, dass <em>alle </em>wissenschaftlichen Studien die Wirksamkeit der Komplementärmedizin zeigen?<br />
Dann wäre diese Studie also einfach für Sie keine Wissenschaft? Mit welcher Begründung?</p>
<p><a href="http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Homoeopathie-ist-eine-widerlegte-Methode/story/16361064">http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Homoeopathie-ist-eine-widerlegte-Methode/story/16361064</a></p>
<p>Die Reaktionen auf diesen Artikel in der Öffentlichkeit sind übrigens sehr typisch. Jeder, der irgendwo eine kritische Anmerkung macht im Bereich der Komplementärmedizin, muss sich die Unterstellung anhören, er sei von der Pharmaindustrie gekauft (das kenne ich selber zur Genüge). So laufen halt die Feindbilder. Und so muss man sich auch nicht mit den Argumenten auseinandersetzen.</p>
<p>Halten Sie entgegen den Arbeiten von Professor Ernst an Ihrer Aussage fest, dass alle wissenschaftlichen Studien die Wirksamkeit der Komplementärmedizin zeigen?<br />
Mit welcher Begründung?</p>
<p>Ich selber bin nicht der Meinung, dass Studien immer das letztgültige Mass sein sollten.</p>
<p>In meinem eigenen Fachgebiet &#8211; der Phytotherapie &#8211; sind nur etwa ein Dutzend Heilpflanzen aus wissenschaftlicher Sicht ausreichend fundiert. Das mindert den Wert für mich keineswegs.</p>
<p>Ich bin aber strikt dagegen, offene Fragen, Widersprüche und Defizite in der Komplementärmedizin auszublenden, nur weil “Komplementärmedizin” eine sympathische Sache ist.  Diese Scheuklappen sehe ich bisher bei fast allen Befürworterinnen und Befürworter der Vorlage vom 17. Mai. Hauptsache mehr Komplementärmedizin!</p>
<p>Das erschwert es mir sehr, mich für ein “JA” zu entscheiden.</p>
<p>In über 25 Jahren Lehrtätigkeit im Terrain Naturheilkunde / Kompelmentärmedizin habe ich nämlich auch zur Genüge mitbekommen, wie verbreitet hier Allmachtsdenken, gefährliche Selbstüberschätzung und sektiererische Tendenzen sind &#8211; und wie massiv die Probleme bezüglich Qualitätssicherung.</p>
<p>So pauschale, absolute und irreführende Aussagen wie die Ihre in der Tagesschau verhindern genau die konstruktive Zusammenarbeit zwischen “Schulmedizin” und Komplementärmedizin, die mir am Herzen liegt. So werden gegenseitige Feindbilder gefestigt, statt aufgeweicht.</p>
<p>Und noch eine letzte Frage:</p>
<p>Falls Studien nicht zur Unterscheidung von Wirksamkeit und Unwirksamkeit herangezogen werden sollen: Welche Kriterien dann?<br />
Oder geben Sie diese Unterscheidung ganz auf? Dann sind wir aber wieder bei Scientology und Uriella.</p>
<p>Freundliche Grüsse</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Komplementämedizin-Abstimmung: Fragen an Ständerat Büttiker</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/14/komplementaermedizin-abstimmung-fragen-an-staenderat-buettiker.html</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 14:30:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Komplementämedizin-Abstimmung: Fragen an Ständerat Büttiker.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ständerat Rolf Büttiker gibt auf<br />
<a href="http://bazonline.ch/schweiz/standard/Natuerlich-nuetzt-Homoeopathie/story/23650760">http://bazonline.ch/schweiz/standard/Natuerlich-nuetzt-Homoeopathie/story/23650760</a></p>
<p>ein Interview zur Abstimmung über den Verfassungsartikel zur Förderung der Komplementärmedizin vom 17. Mai 2009.</p>
<p>Da meines Erachtens bisher jede seriöse Auseinandersetzung mit dieser Vorlage fehlt, hier ein paar Fragen an Rolf Büttiker:</p>
<p>Sehr geehrter Herr Büttiker</p>
<p>Es ist immer schön und gut, für mehr Komplementärmedizin zu plädieren. Aber entscheidende Fragen, werden meines Erachtens auch in diesem Interview weder gestellt noch beantwortet.</p>
<p>Beispiel:</p>
<p><em>Frage der Journalistin: Es ist umstritten, ob die Komplementärmedizin überhaupt wirkt. Muss die Allgemeinheit zahlen, was gar nichts nützt? ?<br />
Antwort von Rolf Büttiker: “Natürlich nützt sie. Komplementärmedizin ist wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich &#8211; wie es das Gesetz verlangt.”</em></p>
<p>Pauschaler geht es meiner Ansicht nicht mehr. Man kann doch nicht undifferenziert und allumfassend sagen, dass Komplementärmedizin (jede?) wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich ist.</p>
<p>Bestimmte Methoden oder Heilmittel der Komplementärmedizin sind bei gewissen Krankheiten wirksam, zweckmässig und/oder wirtschaftlich.</p>
<p>Bestimmte Methoden oder Heilmittel der Komplementärmedizin sind bei gewissen Krankheiten unwirksam, unzweckmässig und/oder unwirtschaftlich.</p>
<p>Genau wie bestimmte Methoden oder Heilmittel der “Schulmedizin” bei gewissen Krankheiten wirksam, zweckmässig und/oder wirtschaftlich sind.</p>
<p>Und bestimmte Methoden oder Heilmittel der “Schulmedizin” bei gewissen Krankheiten unwirksam, unzweckmässig und/oder unwirtschaftlich sind.</p>
<p>Allerdings gibt es in der “Schulmedizin” Kriterien, nach denen bespielsweise die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit beurteilt werden kann. Kriterien die (zumindestens potentiell) transparent sind, wenn auch nicht fehlerfrei.</p>
<p>Die entscheidende Frage ist nun: Wenn Sie, Herr Büttiker, wissenschaftliche Kriterien wie Studien für die Komplementärmedizin nicht anwenden wollen, welche Kriterien verwenden Sie dann?</p>
<p>Auf diese Frage hätte ich gerne eine konkrete Antwort, bevor ich mich für ein Nein oder Ja am 17. Mai entscheide.</p>
<p>Bestimmt einfach jede Komplementärmethode für sich selber, was wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich ist?<br />
Nach welchen Kriterien genau?</p>
<p>Reichen ein paar begeisterte Berichte von Patientinnen und Patienten? Wird bei der Bewertung solcher Berichte unterschieden zwischen Placebo-Effekt, natürlicher Selbstheilung und natürlichem Auf- und Ab- im Krankheitsverlauf chronischer Beschwerden (wie es die “Schulmedizin” mit Studien versucht)?</p>
<p>Oder hat diese Unterscheidung für Sie keine Bedeutung?</p>
<p>Dann müssten aber konsequenterweise auch die als Heilmittel propagierten Wässerchen der Uriella-Sekte über die Grundversicherung abgerechnet werden? Diese Frage ist ernstgemeint, nicht nur als Provokation.</p>
<p>Es kann sein, dass diese Unterscheidung für den Patienten oder die Patientin nicht so wichtig ist. Aber ist sie Ihrer Meinung nach auch irrelevant betreffend Zulassung zur Grundversicherung?</p>
<p>Kann ich selber dann auch eine Heilmethode zur Grundversicherung anmelden, wenn ich begeisterte Patientenberichte vorweisen kann? &#8211; Oder kommt es dann vor allem oder ausschliesslich auf geschicktes Lobbying an, wer zur Grundversicherung zugelassen wird und wer nicht?</p>
<p>Weiter unten im Interview sagen Sie, Herr Büttiker:<br />
<em>“Arzt und Patient sollen entscheiden, welche Methode sinnvoll ist.”</em></p>
<p>Das ist ja schön, das hört man als Patient immer gerne, darauf habe ich schon lange gewartet.<br />
Für meine Rückenbeschwerden haben sich Spiraldynamik und Pilates als sehr wirksam erwiesen. Physiotherapie und Chiropraktik, die von der Grundversicherung übernommen werden, haben nur begrenzt geholfen.</p>
<p>Ich könnte meinen Hausarzt mit guten Argumenten überzeugen, mir Spiraldynamik oder Pilates zu verschreiben.<br />
Warum werden diese Methoden nicht auch in die Grundversicherung aufgenommen?</p>
<p>Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, dass Physiotherapie, Homöopathie, Anthroposophische Medizin etc. von der Grundversicherung bezahlt werden soll, Spiraldynamik und Pilates aber nicht? Ich nehme ja nicht an, das Sie einfach alles in die Grundversicherung nehmen wollen, was Arzt und Patient sinnvoll finden. Ihre Kriterien würden mich sehr interessieren.</p>
<p>Heilmittel aus der Phytotherapie müssen in Studien zeigen, dass sie über den Placebo-Effekt, die natürliche Selbstheilung und das natürliche Auf- und Ab der Beschwerden bei chronischen Verläufen hinaus eine Wirkung haben, wenn sie als Heilmittel zugelassen werden wollen. Einer ganzen Anzahl von Phytotherapeutika ist dieser Qualitätsnachweis auch gelungen. Sie werden heute schon von der Grundversicherung bezahlt.</p>
<p>Homöopathische und Anthroposophische Heilmittel werden von den Behörden bevorzugt, indem sie von jedem Wirkungsnachweis befreit sind.<br />
Wie begründen Sie, Herr Büttiker, diese Ungleichbehandlung?</p>
<p>Wenn man einen Teil der komplementärmedizinischen Pharma-Industrie vom Wirksamkeitsnachweis befreit, warum nicht auch die “normale” Pharma-Industrie? Zur Klarstellung: Es ist nicht meine Position, dass man Novartis, Roche und Co. vom Wirkungsnachweis befreien soll. Bei dem hübschen Sümmchen, das Herr Vasella sich nimmt, braucht er nicht noch zusätzliche Geschenke.</p>
<p>Aber mich würden die Kriterien interessieren, mit denen Sie diese Ungleichbehandlung begründen. Als Liberaler müssten Sie doch für Gleichbehandlung aller Marktteilnehmer sein?</p>
<p>Ich bin dafür, dass alle Heilmittel, ob komplementärmedizinische oder “schulmedizinische”, die über die Grundversicherung abgerechnet werden sollen, überzeugend aufzeigen müssen, dass sie einen Effekt haben über den Placebo-Effekt, die natürlichen Selbstheilungsvorgänge und das natürliche Auf- und Ab- chronischer Verläufe hinaus.<br />
Nun werden Sie wohl sagen, dass man das bei komplementärmedizinischen Heilmitteln mit wissenschaftlichen Methoden eben nicht kann. Ganz abgesehen davon, dass diese Vorstellung meistens nicht stimmt und eine Schutzbehauptung zur Immunisierung gegen Kritik ist:<br />
Mich interessiert, nach welchen Kriterien Sie diese Unterscheidung dann machen wollen.</p>
<p>Freundliche Grüsse</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Abstimmung Komplementärmedizin am 17. Mai: Nein oder Ja?</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 21:14:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Abstimmung Komplementärmedizin am 17. Mai: Nein oder Ja?
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kommentar zur Medienkonferenz von BR Couchepin:</p>
<p>Bundesrat Pascal Couchepin überlässt es ganz dem Parlament, was es aus einem Ja am 17. Mai machen will.<br />
Vor den Medien machte der Gesundheitsminister in Bern keinen Hehl daraus, dass er den Gegenvorschlag zur zurückgezogenen Volksinitiative &#8220;Ja zur Komplementärmedizin&#8221; unnötig findet. Pflichtgetreu vertrat er jedoch die Ja-Parole des Bundesrates, welcher dem Parlament vor Urnengängen nicht widersprechen darf.<br />
Wie bereits schon bei früherer Gelegenheit dämpfte der Gesundheitsminister die Hoffnung und Erwartung der Befürworter, die von ihm 2005 aus der Grundversicherung gekippten fünf ärztlichen Methoden Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Phytotherapie, Traditionelle Chinesische Medizin und Neuraltherapie würden erneut kassenpflichtig.<br />
Bedenken äusserte der Gesundheitsminister wegen der Mehrkosten, die eine stärkere Berücksichtigung der Komplementärmedizin seiner Ansicht nach bringen könnte. Die fünf provisorisch aufgenommenen Methoden Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Phytotherapie, Traditionelle Chinesische Medizin und Neuraltherapie hätten die Krankenversicherung 2004 zwar nur 25 Millionen Franken gekostet. Nun jedoch wendeten die Zusatzversicherungen über 200 Millionen für die Komplementärmedizin auf.</p>
<p>Quelle: sda / www.sonntagszeitung.ch, 9. April 2009</p>
<p>Kommentar:</p>
<p>Dass Bundesrat Couchepin weder von der Initiative noch vom Gegenvorschlag viel hält, ist schon lange klar. Meine eigene Begeisterung darüber hält sich ebenfalls in engen Grenzen. Für mich steht noch gar nicht fest, dass die Naturheilkunde bzw. Komplementärmedizin dadurch eine guten Schritt vorwärts macht. Mich stört im Vorfeld dieser Abstimmung, dass es kaum zu einer inhaltlichen Diskussion kommt und kritische Einwände allenfalls aus einer Finanz-Perspektive heraus erhoben werden. So auch hier wieder. Wenn Bundesrat Couchepin sagt, die fünf Methoden hätten 2004 nur 25 Millionen Franken gekostet, die Zusatzversicherungen nun aber bereits 200 Millionen Franken, so vergleicht er zudem meiner Ansicht nach Äpfel mit Birnen.<br />
Während es sich bei den 25 Millionen Franken um fünf begrenzte Methoden handelt, umfasst die Zusatzversicherung ein fast grenzenloses Sammelsurium von Methoden, ist kaum eingegrenzt.</p>
<p>Im Bereich der Zusatzversicherungen werden zudem zahlreiche Verfahren via Krankenkasse abgerechnet, deren Bezug zur Heilkunde fraglich ist, und die wohl eher zum Thema Wellness, Lebensbewältigung, Sinnsuche etc. gerechnet werden müssten (“Partnerschaftsprobleme? Kinesiologie hilft! EMR-Anerkannt”). Im Bereich der Zusatzversicherungen fehlen engere Grenzen und vor allem existiert nicht im Ansatz eine überzeugende Qualitätskontrolle.</p>
<p>Daher lassen sich die 25 Millionen Franken von 2004 (Grundversicherung mit fünf Methoden) und die heutigen 200 Millionen (Zusatzversicherung incl. nichtärztlicher Bereich und mit unzähligen Methoden) nie und nimmer vergleichen.<br />
Mir fehlt aber die inhaltliche Auseinandersetzung im Vorfeld dieser Abstimmung (und auch generell vorher und nachher):</p>
<p>Welche Komplementärmedizin ist sinnvoll und welche nicht?</p>
<p>Welche Komplementärmedizin ist wirksam und welche nicht?</p>
<p>Wie lässt sich eine glaubwürdige Qualitätssicherung aufbauen im Bereich von Komplementärmedizin bzw. Naturheilkunde? Bisher wird nämlich den Konsumentinnen und Konsumenten mit “Labels” wie dem EMR eine Qualitätssicherung nur vorgegaukelt.</p>
<p>An dieser Konsumententäuschung sind auch Krankenkassen sowie Kantone wie Graubünden und Luzern beteiligt, die sich auf solche leeren “Labels” abstützen.</p>
<p>Das “Erfahrungsmedizinische Register” (EMR) beispielsweise ist eine Abteilung der Privatfirma Eskamed, einer Kommunikationsagentur in Basel. Hier wird angeblich die Qualität von nichtärztlichen Therapeutinnen und Therapeuten im Bereich Komplementärmedizin / Naturheilkunde beurteilt. Aber genau genommen werden vor allem Ausbildungsstunden und Weiterbildungsstunden zusammengezählt. Was in diesen Ausbildungsstunden für Inhalte vermittelt wird, ob hier Bullshit erzählt wird oder fundiertes Wissen, ist dem EMR und offenbar auch den Krankenkassen ziemlich egal (sonst gäbe es nicht so viel Bullshit in diesem Bereich).</p>
<p>Inhaltliche Qualität zählt nichts im Bereich von Komplementärmedizin / Naturheilkunde. Das halte ich für verheerend.<br />
Hier müsste meines Erachtens die Diskussion geführt werden und nicht nur beim Punkt der Finanzen. Die Befürworter dieses Verfassungsartikels müssten genau aufzeigen, wie sie sich eine (auch inhaltliche) Qualitätssicherung vorstellen.<br />
Die Fragestellung “Komplementärmedizin Ja oder Nein?” bleibt undifferenziert im Lagerdenken stecken. Es müsste mindestens so gründlich diskutiert werden darüber, welche Komplementärmedizin wir wollen / brauchen &#8211; und welche nicht.</p>
<p>Zur Abstimmung über den Verfassungsartikel zur Förderung der Kommplementärmedizin siehe auch folgenden Beitrag:<br />
<a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/03/volksabstimmung-zur-foerderung-der-komplementaermedizin-ja-oder-nein.html">http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/03/volksabstimmung-zur-foerderung-der-komplementaermedizin-ja-oder-nein.html</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
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		<title>Komplementärmedizin: Nein oder Ja? &#8211; Abstimmung vom 17. Mai</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/03/volksabstimmung-zur-foerderung-der-komplementaermedizin-ja-oder-nein.html</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 22:17:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Komplementärmedizin: Nein oder Ja? - Abstimmung vom 17. Mai
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 17. Mai kommt in der Schweiz der Verfassungsartikel zu Förderung der Komplementärmedizin an die Urne. Die “NZZ am Sonntag” vom 22. März schreibt dazu:</p>
<p>“Eigentlich ist der Fall klar. Der Komplementärmedizin ist der wissenschaftliche Nachweis ihrer Wirksamkeit bisher nicht gelungen. Also gehören diese Behandlungsmethoden nicht in den Leistungskatalog der solidarischen Grundversicherung. Wer an die Wirkkraft homöopathischer Tropfen und Globuli glaubt, kann bei den Krankenkassen für wenig Geld eine Zusatzversicherung abschliessen.”</p>
<p>Hier wird wieder einmal pauschal von “der Komplementärmedizin” geschrieben, wie wenn es sich dabei um ein einheitliches Gebilde handeln würde. Immerhin findet sich dann weiter unten im Text eine Differenzierung:</p>
<p>“Kaum bestritten ist hingegen, dass die Pflanzenheilkunde und die chinesische Medizin in Teilbereichen wirksam sind.”</p>
<p>Das haben auch die Behörden anerkannt. Im Bereich Phytotherapie beispielsweise gibt es eine ganze Reihe von Heilmitteln, deren Wirksamkeit so gut belegt ist, dass sie auf ärztliche Verordnung hin von den Krankenkassen aus der Grundversicherung bezhalt werden.</p>
<p>Die “NZZ am Sonntag” geht in ihrem Artikel noch detaillierter auf die bevorstehende Volksabstimmung ein. Auf die einleitenden Sätze, in denen der fehlende Nachweis der Wirksamkeit bemängelt wird, folgt die Aussage:</p>
<p>“Und doch zweifelt niemand daran, dass die Schweizer Stimmberechtigten am 17. Mai den Verfassungsartikel zur Komplementärmedizin annehmen. Die Frage ist nur, ob die Zustimmung bei 60, 70 oder 80 Prozent liegt.”</p>
<p>Diesen Eindruck teile ich, allerdings nicht einfach nur mit dem Gefühl reinster Freude.<br />
Mir fehlt jede ernsthafte Debatte über die Komplementärmedizin.</p>
<p>In den Kreisen von Komplementärmedizin bzw. Naturheilkunde scheint zum vorneherein klar zu sein, dass man diese gute Sache in der Volksabstimmung unterstützen muss. Ein “Ja” ist offenbar über jeden Einwand erhaben. Nur schon über ein “Nein” nachzudenken scheint tabu.<br />
Und die meisten politischen Parteien haben &#8211; soweit ich das sehen konnte &#8211; die Vorlage ohne vertiefte Diskussion durchgewinkt (einzig die SVP sagt “nein” &#8211; ebenfalls ohne vertiefte Diskussion). Man geht bei den Befürwortern wohl ziemlich populistisch von einem Bedürfnis im Volk aus. Das entbindet von jeder ernsthaften Auseinandersetzung.</p>
<p>Mir selber ist noch nicht klar, ob ich der Vorlage zustimmen soll oder nicht. Die Befürworter der Vorlage müssten mir vorgängig noch einige Fragen beantworten.</p>
<p>Meines Erachtens müssten beispielsweise Fragen der Qualitätssicherung gestellt werden. Hier hat die Komplementärmedizin in vielen Bereichen ein fundamentales Problem.<br />
Das lässt sich am Beispiel der “Anthroposophischen Medizin” zeigen.<br />
Ein zentraler Punkt in der Anthroposophischen Medizin ist die Überzeugung, dass Krankheiten und Behinderung wesentlich von Karma aus früheren Leben ausgelöst werden. Wer eine Lungenentzündung bekommt, hat im früheren Leben ausschweifend gelebt und muss jetzt gegen Luzifer kämpfen, behauptet Rudolf Steiner, auf dessen Anregungen sich die Anthroposophische Medizin durch und durch gründet. Moralische Verfehlungen und Charaktermängel in früheren Leben führen zu Krankheit und Behinderung in diesem Leben.</p>
<p>Auch wenn mir diese Theorien hoch fragwürdig scheinen steht ausser Frage, dass sie vertreten werden dürfen. Allerdings: Solche moralischen Unterstellungen bestimmten Krankheiten und damit bestimmten Menschen zuzuschreiben, diese Kompetenz steht in der Anthroposophischen Medizin letztlich exklusiv Rudolf Steiner und dem Goetheanum zu. Da stellt sich die Frage, ob der Staat, wenn er die Anthroposophische Medizin fördert und unterstützt, diese Deutungshoheit und Beurteilungsberechtigung an eine demokratisch völlig unlegitimierte, intransparente Instanz am Goetheanum abtreten darf.</p>
<p>Ganz abgesehen davon, dass solche Karmatheorien bezüglich Entstehung von Behinderung und Krankheit den Betroffenen Schuld zuschieben (wenn auch im vorherigen Leben) und meines Erachtens zutiefst behindertenfeindlich sind.</p>
<p>Von diesem Aspekt her müssten sich vor allem politische Parteien mit christlichem oder sozialem Anspruch die Frage stellen lassen, warum sie mit dieser Abstimmungsvorlage eine Anthroposophische Medizin fördern wollen, die derart behindertenfeindliche Grundlagen besitzt.<br />
Zudem steht ausser Frage, dass Anthroposophische Medizin Anthroposophie ist.<br />
Anthroposophie aber vertritt eine Wurzelrassenlehre, in welcher die Arier als höchstentwickelte Rasse fungieren. Indianer dagegen waren für Steiner eine dekadente Abzweigung in der Entwicklung der Menschheit, ein Zwischending zwischen Menschen und Affen. Steiner wertet in unzähligen Stellen seines Werkes asiatische, afrikanische und europäische Völker ab und idealisiert die Germanen. Blondhaarige und blauäugige Menschen hielt er für besonders intelligent.</p>
<p>Wenn Arier, Germanen, Blonde und Blauäugige als besonders wertvoll und hoch entwickelt dargestellt werden, wird mir etwa mulmig.  Das erinnert mich zu stark ans “Dritte Reich”.</p>
<p>Soll der Staat die Anthroposophische Medizin fördern, müsste meines Erachtens im Gegenzug von den Anthroposophinnen und Anthroposophen gefordert werden, dass sie sich von der Wurzelrassenlehre und von den Karmatheorien zur Entstehung von Krankheit und Behinderung distanzieren. Aber ist dann Anthroposophie noch Anthroposophie? Auch hier stellt sich zudem die Frage, warum politische Parteien &#8211; gerade auch linke und grüne &#8211; eine Heilmethode auf derart rassistischer Grundlage staatlich fördern wollen.</p>
<p>Mir sind zur Zeit noch zu viele Fragen offen, als dass ich mich schon heute vorbehaltlos für ein “Ja” entscheiden könnte bezüglich der Volksabstimmung vom 17. Mai.</p>
<p>Für genauere Infos zum ziemlich ungemütlichen Thema <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=a89b601d2327&amp;file=1030"></a><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=a89b601d2327&amp;file=1030">&#8220;Naturheilkunde &amp; Nationalsozialismus&#8221; führe ich jedes Jahr ein Tagesseminar durch. Darin geht es unter anderem auch um die Verbindungen zwischen Anthroposophie und Nationalsozialismus.</a></p>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=a89b601d2327&amp;file=1030"> Kursausschreibung: </a><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch/index.php</a></p>
<p>Zur Abstimmung über den Verfassungsartikel zur Förderung der Komplementärmedizin siehe auch folgenden Beitrag:<br />
<a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/09/abstimmung-komplementaermedizin-am-17-mai-nein-oder-ja.html">http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/09/abstimmung-komplementaermedizin-am-17-mai-nein-oder-ja.html</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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