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Bessere Wissenschaft gefordert

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Der Gesundheitswissenschaftler Josef Kuhn berichtet auf scienceblogs.de über einen aktuellen Artikel von John Ioannidis mit dem Titel “How to Make More Published Research True”. Ioannidis weist auf die mangelnde Belastbarkeit vieler wissenschaftlicher Publikationen hin. Er argumentiert, dass es zwar bewährte Strategien zur Verbesserung der Qualität wissenschaftlicher Veröffentlichungen gibt, die jedoch nicht einfach umzusetzen sind, weil die am Forschungs- und Publikationsprozess Beteiligten ganz unterschiedliche, nicht einfach zusammenzuführende Interessen verfolgen. Seinen alten Befund, dass der größte Teil der veröffentlichten Resultate falsch sei, hält er aufrecht: „Currently, many published research findings are false or exaggerated, and an estimated 85% of research resources are wasted.“

Einen wesentlichen Grund dafür sieht Ioannidis im gegenwärtigen wissenschaftlichen Gratifikationssystem mit seinen Anreizen, auch schlechte Wissenschaft zu publizieren.

Quelle:

http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2014/10/22/bessere-wissenschaft-ist-moeglich/

http://www.plosmedicine.org/article/info:doi/10.1371/journal.pmed.1001747

 

Kommentar & Ergänzung:

Wissenschaft und wissenschaftliche Resultate aus Studien sind wichtig für die Medizin und auch für die Phytotherapie.

Genauso wichtig ist es allerdings zu wissen, dass es bessere und schlechtere Wissenschaft gibt. Darum sollte man nicht blindlings dem vertrauen, was als „wissenschaftlich“ präsentiert wird. Wir sollten lernen und es uns angewöhnen, kritische Fragen zu stellen, egal ob eine Aussage wissenschaftlich oder nichtwissenschaftlich daher kommt.

Siehe auch:

Medizinische Forschung: Petition fordert volle Transparenz

Kann man Studien noch trauen?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

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Fussreflexzonenmassage bei Schlafstörungen

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Wissenschaftler aus Taiwan untersuchten mit Hilfe von 65 Frauen, die nach einer Geburt unter Schlafstörungen litten, ob eine tägliche Fußreflexzonenmassage den Schlaf verbessern kann.

Die Forscher aus Taiwan teilten 65 Frauen, die nach einer Geburt über Schlafstörungen litten, nach dem Zufallsprinzip ( = Randomisierung) in zwei Gruppen ein. Die eine Gruppe erhielt fünf Tage lang täglich eine 30-minütige Fußreflexzonenmassage (FRZM), die andere erhielt keine derartige  Behandlung.

Am Ende der Therapie gaben die mit Fussreflexzonen-Behandelten an, besser zu schlafen als die Patientinnen der unbehandelten Kontrollgruppe. Der Unterschied war statistisch signifikant. Die Forscher ziehen daraus den Schluss, dass die Fussreflexzonenmassage eine bei dieser Indikation effektive Behandlung sei.

Dass eine sanfte Fußmassage angenehm sei, entspanne und so den Schlaf in stressvollen Lebenssituationen fördere, werde wohl kaum jemand bezweifeln, schreibt Prof. Edzard Ernst (Lehrstuhl für Alternativmedizin, Universität Exter) in einem Kommentar zu der Studie: „Anhänger der FRZM gehen jedoch sehr viel weiter. Sie glauben, dass sich auf der Fußsohle Reflexzonen befinden, die direkt mit Organsystemen in Verbindung stehen. So wurde dann auch von den Therapeuten in dieser Studie versucht, durch Druck auf „spezifische“ Punkte, das Schlafzentrum zu beeinflussen.“

Da es keine anatomischen Bahnen gebe, die solche Verbindungen herstellen, zähle die Fussreflexzonenmassage zu den wenig plausiblen Methoden der Alternativmedizin, schreibt Ernst weiter.

Studien hierzu seien Mangelware:

„Daher ist die vorliegende Arbeit es Wert, beachtet zu werden. Leider erlaubt das Studiendesign jedoch keine Aussage über eine spezifische Wirksamkeit der FRZM. Es fehlt jeglicher Versuch, auf unspezifische Therapieeffekte zu kontrollieren. Somit sind die beobachteten Effekte wohl eher durch die wohltuende Entspannung einer Fußmassage zu erklären. Manche werden meinen, das sei letztlich egal, Hauptsache es hilft. Diesem Argument mag ich mich nur teilweise anschließen – denn wenn dem so ist, dann brauchen wir weder den Hokuspokus der Reflexzonen noch speziell ausgebildete FRZM-Therapeuten.“

Quelle:

http://www.springermedizin.de/fussreflexzonenmassage-mehr-als-ein-placebo/882994.html

MMW – Fortschritte der Medizin 2011/41

Kommentar & Ergänzung:

Dass Fussreflexzonenmassage wirksam sein kann, zeigt diese Studie gut. Fraglich ist nur, ob es für dieses Resultat die Behandlung ganz spezifischer Punkte braucht, welche die Fussreflexzonen-Theorie vorsieht.

Ähnliche Phänomene sind bekannt aus Akupunktur-Studien, die zeigten: Akupunktur ist in manchen Fällen eine wirksame Methode, doch ebenso wirksam ist Scheinakupunktur, bei der an falschen Stellen gestochen wird:

Kopfschmerzen & Migräne: Akupunktur und Scheinakupunktur wirksamer als Medikamente

Akupunktur wirkt gegen Übelkeit nach Bestrahlung – Scheinakupunktur aber auch

In-vitro-Fertilisation: Scheinakupunktur besser als echte Akupunktur

Ähnlich auch eine Studie zur Homöopathie bei Rheuma, die zum Schluss kommt, dass Rheumapatienten von einer homöopathischen Behandlung (zusätzlich zur medizinischen Therapie) profitieren, dass es aber nicht die Globuli sind, die wirken:

Wirkt Homöopathie, und wenn ja, wie?

Offenbar ist es nicht selten, dass eine Therapie zwar wirkt, aber nicht aufgrund derjenigen Faktoren, von deren Wirksamkeit ihre VertreterInnen überzeugt sind.

Siehe dazu auch:

Warum wir gesund werden?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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