Beiträge

Teebaumöl bei Akne

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Das ätherische Öl aus den Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) gilt als Geheimtipp gegen Pickel / Akne.

Das Portal „Medizin transparent“ hat recherchiert, ob die Studienlage die Wirksamkeit von Teebaumöl gegen Akne bestätigt.

Ein chinesisch-australisches Wissenschaftsteam konnte in einer umfangreichen Recherche nur eine einzige Studie zu diesem Thema finden.

Diese allerdings kleine Studie liefert zwar vorsichtige Hinweise, dass Teebaumöl gegen Pickel helfen könnte. Für wissenschaftliche Gewissheit wären jedoch weitere, gutgemachte Studien mit positivem Resultat nötig.

In dieser Untersuchung hatten die Versuchspersonen per Losentscheid entweder ein Gel mit Teebaumöl in einer 5-prozentigen Konzentration oder aber ein vergleichbares Gel ohne Wirkstoff ( = Scheinpräparat, Placebo) zugeteilt bekommen, das sie sich zweimal täglich auf die betroffenen Stellen im Gesicht auftragen sollten.

Welche der insgesamt 60 Versuchspersonen das Teebaumöl-Präparat und welche das Placebo bekamen, wurde vor den Probanden und dem Studienpersonal geheim gehalten. Durch diese „doppelte Verblindung“, wie das Geheimhalten der Zuteilung vor sowohl Teilnehmern als auch Studienpersonal genannt wird, wird sichergestellt, dass Erwartungen der an der Studie beteiligten Personen das Resultat nicht beeinflussen können. Allerdings ist nicht sicher, dass bei dieser Studie die Verblindung auch bis zum Ende der Studie aufrecht blieb, da die Wirkstoff-freien Salben eine andere Beschriftung hatten als jene mit Teebaumöl.

Nach sechs Wochen zeigten sich bei den Versuchpersonen, welche das Gel mit Teebaumöl verwendeten, durchschnittlich sieben bis acht Hautunreinheiten wie Pickel, Mitesser oder Pusteln weniger als bei jenen, die das wirkstofflose Gel aufgetragen hatten. Mit nur 60 Probanden sind diese Resultate dieser Studie allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig. Finanziert wurde die Untersuchung durch ein Unternehmen, das Kosmetika mit Teebaumöl produziert.

Aus den Resultaten ihrer Untersuchung schlussfolgern die Studienautoren, dass ihr Teebaumöl-Präparat kaum mehr Nebenwirkungen hat als das Gel ohne Wirkstoff. „Medizin transparent“ weißt jedoch darauf hin, dass Teebaumöl nicht immer harmlos ist, und bei empfindlichen Personen zu Hautreizungen und allergischen Hautausschlägen führen kann. Das Scientific Commitee on Consumer Safety (SCCS), das auf EU-Ebene berät, warne daher vor Produkten, die über fünf Prozent Teebaumöl enthalten, und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung rate bei Kosmetika überhaupt zu einer Begrenzung auf eine Konzentration von einem Prozent.

Quelle:

https://www.medizin-transparent.at/teebaumoel-gegen-pickel

Kommentar & Ergänzung:

Teebaumöl hat eine gute antibakterielle Wirkung und da Bakterien bei Akne eine Rolle spielen, erscheint eine Wirksamkeit plausibel.

Teebaumöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) gewonnen.

Es besteht aus einem Gemisch von etwa 100 Substanzen, insbesondere (+)-Terpinen-4-ol (rund 40 %), α-Terpinen (rund 20 %), Terpinolen, Terpineol (jeweils 3 bis 4 %), Pinen, Myrcen, Phellandren, p-Cymen, Limonen, 1,8-Cineol.

Während die chinesisch-australische Forschergruppe nur eine einzige Studie fand, die ihren Qualitätsansprüchen genügte, geht Dr. Rainer C. Görne in der ÄrzteZeitung von fünf randomisierten Studien aus, welche die Wirksamkeit von Teebaumöl bei der Behandlung von Akne belegen sollen. Allerdings fehlen dort Quellenangaben zu diesen Studien.

Siehe: Teebaumöl gegen Akne

 

Die Verträglichkeit des Teebaumöls hängt wesentlich von den Aufbewahrungsbedingungen ab, die möglischst geschützt vor Sauerstoff sein sollten:

Teebaumöl: Korrekte Aufbewahrung reduziert Nebenwirkungen

Grundsätzlich stellt sich jedoch die Frage, ob es unbedingt Teebaumöl sein muss.

Viele ätherische Öle wirken antibakteriell. Und viele ätherische Öle sind besser hautverträglich als Teebaumöl und geruchlich angenehmer.

Besser verträgliche und geruchlich angenehmere ätherische Öle mit antibakterieller Wirkung sind zum Beispiel Korianderöl und Lavendelöl.

Siehe dazu:

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Zur Wirkung von Korianderöl

Phytotherapie: Zur Wirkung von Koriander / Korianderöl

 

 

 

Wer typverwandte ätherische Öle als geruchliche Alternativen zu Teebaumöl sucht probiert es manchmal mit Manukaöl, Kanukaöl, Niaouliöl, Cajeputöl oder Eukalyptusöl.

Manukaöl ( aus der Südseemyrte, Leptospermum scoparium) wirkt ähnlich antibakteriell wie Teebaumöl, ist aber ebenfalls haut- und augenreizend.

Kanukaöl stammt von Leptospermum ericoides (= Kunzea ericoides) und fällt bezüglich antibakterieller Wirkung ab.

Niaouliöl wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen aus Melaleuca viridiflora (Myrtaceae) und gleicht in seiner Zusammensetzung dem Cajeputöl: Hauptbestandteil ist 1,8-Cineol (bis ca. 60 %), weiters Pinen und Limonen. Im Labor zeigte es antimikrobielle Wirkung.

Siehe: Was ist Niaouliöl?

Cajeputöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und kleineren Zweigen des Cajeputbaumes (Melaleuca leucadendra) gewonnen. Es hat einen an Eukalyptus erinnernden Duft, wirkt stark antimikrobiell, enthält in hohem Maße Terpene und ist ein Hauptbestandteil des Olbasöls.

Siehe:

Olbastropfen – ein Gemisch von ätherischen Ölen getestet auf antimikrobielle Wirkung

Eukalyptusöl stammt von Eucalyptus globulus und besteht hauptsächlich aus 1,8-Cineol (über 70 %), ausserdem 1-Pinen (Spuren bis maximal 9 %), 2-Pinen (0-1,5 %), Limonen (0-12 %), und Phellandren (0-1,5 %). Es zeigt breite antimikrobielle Aktivität, ist dabei aber in seiner Wirksamkeit dem Teebaumöl unterlegen.

Verglichen mit dem relativ giftigen Phenol ist das Teebaumöl 11 bis 13 Mal wirksamer und damit viel stärker bakterizid als Eukalyptusöl, das nur etwa 3,5mal stärker als Phenol wirkt. In der Phytotherapie wird Eukalyptusöl in Kapselform auch innerlich angwendet als schleimlösendes Mittel gegen Husten (Sibrovita N).

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Teebaumöl: Korrekte Aufbewahrung reduziert Nebenwirkungen

Diesen Artikel teilen:

Teebaumöl wird seit über 30 Jahren in Europa angewendet bei Insektenstichen, kleinen Wunden, Akne, Fußpilz und leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Dabei wird immer wieder über allergische Hautreaktionen an den behandelten Stellen berichtet.

Reinhard Länger schreibt dazu in der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (Nr. 1 / 2015):

„Verantwortlich für diese Effekte sind in erster Linie Oxidationsprodukte, die bei nicht sachgemäßer Lagerung des Öls entstehen. Daher ist es für die sichere Anwendung unbedingt notwendig, Teebaumöl nur in gut verschlossenen, möglichst vollgefüllten Gefäßen, vor Licht und Wärme geschützt zu lagern. Nach dem ersten Öffnen eines Gefäßes ist der Inhalt möglichst rasch zu verbrauchen. Damit kann das Risiko allergischer Hautreaktionen minimiert werden.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0115.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Sauerstoff wirkt sich negativ auf Teebaumöl aus. Die Oxidation beginnt bereits kurz nach der Destillation. Dadurch kann sich der Geruch des Teebaumöls in Richtung „terpentinartig“ verändern. Das ist dann ein deutlicher Hinweis dafür, dass dieses Teebaumöl nicht mehr verwendet werden sollte.

Teebaumöl vor Luft geschützt aufzubewahren ist deshalb sehr wichtig.

Und es ist sinnvoll nicht aus den Augen zu verlieren, dass es eine ganze Reihe von ätherischen Ölen gibt, die in vielen Fällen verträglicher und ebenso wirksam sind wie Teebaumöl – zum Beispiel Lavendelöl oder Korianderöl. Teebaumöl ist nicht so einzigartig, wie es oft dargestellt wird.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Diesen Artikel teilen:

Weihrauch als Tee gegen Rheuma?

Diesen Artikel teilen:

Kürzlich wurde ich an einem Kurs gefragt, ob Weihrauch gegen Rheuma als Tee verwendet werden könne. Das geht nicht, aber Weihrauchharz lässt sich sehr unterschiedlich einsetzen. Daher hier ein Blick ins Weihrauch-Thema:

In der indischen Medizin (Ayurveda) wird Weihrauch als „Salai gugal“ seit langem bei vielen Beschwerden eingesetzt.

Die Phytotherapie-Forschung hat diese Tradition aufgenommen und im Labor und mit klinischen Studien überprüft.

Es gibt Studien mit positiven Ergebnissen bei Arthritis, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale, Morbus Crohn, Arthrose. Allerdings sind die Ergebnisse nicht eindeutig genug für eine abschliessende Beurteilung.

Am besten abgesichert ist offenbar, dass Weihrauchkapseln Bewegungseinschränkungen bei altersbedingter Abnützung (Arthrose) der Kniegelenke lindern können. Der Effekt ist nicht besonders groß, jedoch merkbar und gut abgesichert.

Quelle: http://www.medizin-transparent.at/weihrauch-heilig-und-heilsam

Dieser Hinweis von „Medizin Transparent“ auf eine Wirksamkeit von Weihrauch bei Arthrose ist vor allem deshalb interessant, weil die Phytotherapie-Fachliteratur bisher Weihrauch eher im Bereich Arthritis ansiedelt.

Alle diese Studien haben Weihrauch peroral untersucht – also die Einnahme von Weihrauchpulver oder Weihrauchextrakt. Inzwischen gibt es auch Weihrauchsalbe und Weihrauchbäder, doch gibt es keine plausiblen Hinweise darauf, dass die Wirkstoffe durch die Haut aufgenommen werden.

Weihrauchharz ist aber selbstverständlich auch seit Urzeiten ein Räuchermittel.

Weihrauchharz (in Tränenform) kann pur gekaut werden bei Schleimhautentzündungen des Mundes (Quelle: Teedrogen und Phytopharmaka, Max Wichtl, 2009, Seite 472, anzuschauen im Buchshop).

Dann gibt es noch das ätherische Weihrauchöl. Seine Zusammensetzung unterscheidet sich sehr von derjenigen des Weihrauchharzes. So muss auch von einer unterschiedlichen Wirkung ausgegangen werden.

Über die Wirkung von ätherischem Weihrauchöl zirkulieren sehr unterschiedliche und vor allem sehr spekulative Angaben.

So zählt zum Beispiel Christian Wabner im „Lexikon der Aromatherapie“ folgende „Körperliche Indikationen“ auf:

„Akne, Asthma, Blutungen, (chronische) Bronchitis, chronischer Durchfall, Geschwüre, Gonorrhoe, Grippe, Harnblasenentzündung, reife, trockene oder faltige Haut, Hautpflege, Husten, Immunschwäche, Karbunkel, Katarrh, Kehlkopfentzündung, Krampfadergeschwür, Menstruationsschmerzen, Narben, Nasennebenhöhlenentzündung, Pickel, Rachenentzündung, Rheumatismus, Schnupfen, Schwangerschaftsstreifen (auch vorbeugend), Skrofulose, Spermatorrhoe, Verdauungsstörungen, Verletzungen, Weissfluss, Wunden, Zwischenblutungen.“

Das ist eine sehr weitläufige Aufzählung. Wie kommt sie zustande?

In der Einleitung schreibt Wabner, dass die Indikationen „der zum Teil jahrhundertealten Literatur entnommen und um eigene Erfahrungen ergänzt“ wurden.

Nun sind Tradition und jahrhundertelange Anwendung noch keine Garanten für Wirksamkeit. Tradition kann sich auch jahrhundertelang täuschen und die Medizingeschichte zeigt, dass Irrtümer sich sehr zäh über lange Zeit halten können.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

Auch die eigene Erfahrung, auf die sich Wabner beruft, ist täuschungsanfällig.

Siehe:

Pflanzenheilkunde -Erfahrung allein genügt nicht zur Begründung

In der Einleitung schreibt Wabner, dass die aufgeführten Eigenschaften und Indikationen „allgemeine Hinweise“ darstellen und „keinesfalls als Rezepturvorschläge zu verstehen“ sind.

Gut, aber was nützen denn „allgemeine Hinweise“, die offenbar nicht als Empfehlung aufgefasst werden sollen? Was fängt der Leser oder die Leserin damit an, vor allem wenn Fachkenntnisse fehlen, die eine eigene Einschätzung möglich machen würden?

Und die Aufzählung steht unter dem Titel „Körperliche Indikationen“.

„Indikationen“ sind aber nicht einfach „allgemeine Hinweise“!

Wikipedia definiert „Indikationen“ so:

„Der medizinische Begriff Indikation (von lateinisch indicare „anzeigen“), Synonym: Heilanzeige, steht grundsätzlich dafür, welche medizinische Maßnahme bei einem bestimmten Krankheitsbild angebracht ist und zum Einsatz kommen soll: Bei Krankheitsbild „X“ ist das Heilverfahren „Y“ indiziert, also angebracht.“

Stutzig macht auch ein weiterer Hinweis in der Einleitung:

„Es ist zu beachten, dass eine Anzahl von Eigenschaften und Indikationen aus der Phytotherapie übernommen wurden, wo sie meist für die Anwendung der ganzen Pflanze geschrieben sind.“

Das ist ein sehr problematischer Fehler, der in Aromatherapie-Büchern nicht selten anzutreffen ist. Indikationen (Anwendungsbereiche) oder Wirkungen aus der Phytotherapie, die sich auf die ganze Pflanze zum Beispiel als Tee oder Extrakt beziehen, auf die Anwendung von ätherischen Ölen in der Aromatherapie zu übertragen, führt meistens zu irreführenden Angaben.

Die ganze Pflanze – zum Beispiel als Kräutertee oder Pflanzenextrakt verwendet, enthält in der Regel eine ganze Reihe von Wirkstoffen, die nicht flüchtig und daher im ätherischen Öl nicht vorhanden sind – zum Beispiel Gerbstoffe, Schleimstoffe, Glykoside.

Daher kann man die Wirkungen und Indikationen nicht gleichsetzen!

Bei der oben aufgeführten Indikationsliste für Weihrauch sind also offenbar Angaben aus Phytotherapie (die sich in der Regel auf Weihrauchharz beziehen) und Angaben für Weihrauchöl vermischt. Es ist unklar, auf welche Anwendungsform sich die Angaben beziehen, doch werden die meisten Leserinnen und Leser wohl davon ausgehen, dass es sich um Angaben für das ätherische Öl handelt. Denn schliesslich stehen sie ja im „Taschenlexikon der Aromatherapie“.

Dazu kommt noch:

Keiner der Anwendungsbereiche in der Indikationsliste für Weihrauch ist auch nur einigermassen glaubwürdig belegt.

Und viele der Angaben sind vollkommen fragwürdig – zum Beispiel die Indikation (Heilanzeige!) Gonorrhoe (Tripper) für Weihrauch.

Wie genau soll ich mir das vorstellen? Ätherisches Weihrauchöl einatmen oder einreiben? Weichrauchharz einnehmen? Räuchern? – Auf keinem dieser Wege ist eine Wirksamkeit von Weihrauchöl gegen Tripper auch nur ansatzweise plausibel.

Und dann ist Gonorrhoe eine ernste Erkrankung, die antibiotische Behandlung genötigt. Meiner Ansicht nach müsste das erwähnt werden.

Solche Fragen könnte man fast zu jeder Indikation auf der Liste stellen.

Die Liste ist besonders deshalb irritierend, weil das Buch einen wissenschaftlichen Anspruch erhebt und der Autor einen Professorentitel führt.

Daraus kann man lernen, dass ein Professorentitel noch keine Qualitätsgarantie ist.

Auf dem Cover des „Taschenlexikons der Aromatherapie“ wird Aromatherapie als eigenständiger „Bereich der Phytotherapie“ bezeichnet. Aber die Qualitätssicherungssysteme der Phytotherapie (z. B. Monografien von Kommission E und ESCOP) spielen in dem Buch keine Rolle. Fundierte Phytotherapie würde sich auf die Indikationen Arthritis, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale, Morbus Crohn und Arthrose beschränken – Bereiche, für die es zu mindestens Hinweise auf eine Wirksamkeit gibt – wenn Weihrauchharz eingenommen wird.

Aber die Liste der Indikationen im „Taschenlexikon der Aromatherapie“ kommt sehr viel eindrücklicher daher (Gonorrhoe! Krampfadergeschwür!…).

Es braucht sehr viel mehr kritische Auseinandersetzung mit solchen Aussagen (was ich hiermit versucht habe…).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Naturheilmittel Teebaumöl

Diesen Artikel teilen:

Die „B. Z.- Berlin“ stellt Teebaumöl als Naturheilmittel vor – mit einer Mischung von Fakten und Fiktion.

Nachfolgend einige Zitate (kursiv) mit Kommentar (M.K.):

„Bekannt ist das beliebte ätherische Öl schon seit der Entdeckung Australiens.“

M.K.: Das stimmt nicht. Die einheimischen Aborigines verwendeten Teebaumblätter als Tee. Erstmals für die westliche Welt beschreiben wurde diese Anwendung von Crew-Mitgliedern des englischen Entdeckers James Cook (1728 – 1779). Erst in den 20/30er-Jahren des 20. Jahrhunderts setzte sich das europäisch kolonialisierte Australien mit Teebaumöl auseinander und erst 1925 wurde erstmals das ätherische Öl destilliert.

Die Anwendung von isoliertem Teebaumöl ist also keine Arborigines-Medizin und auch noch nicht sehr alt.

„So wurde bereits nachgewiesen, dass mit Teebaumöl das Bakterienwachstum auf der Haut gestoppt werden kann und Viren gänzlich abgetötet werden. Entsprechend gestreut sind die Hauptanwendungsgebiete: So wird Teebaumöl als Zusatz bei der Bekämpfung von Fußpilz, Akne, Herpes und anderen Auffälligkeiten mit gutem Erfolg angewandt.“

M.K.: Die Wirksamkeit von Teebaumöl gegen Bakterien, Pilze und Viren ist recht gut belegt.

Ergänzen müsste man aber dazu noch, dass viele ätherische Öle solche antimikrobiellen Wirkungen haben – zum Beispiel Korianderöl, Lavendelöl, Kümmelöl, Thymianöl. Und manche dieser anderen ätherischen Öle sind zudem besser verträglich und im Duft angenehmer. Die einzigartige Stellung, die dem Teebaumöl zuweilen zugeschrieben wird, dürfte also weitgehend marketingbedingt sein.

„In der normalen Fußpflege spielen Produkte mit Teebaumöl inzwischen eine große Rolle. Ebenso bei der Behandlung von Kopfhautschuppen, bei Abgespanntheit und als Massageöl. Allerdings kann die unverdünnte Anwendung zu Hautreizungen führen und allergische Reaktionen auslösen.“

M.K.: Die Anwendung von Teebaumöl zur normalen Fusspflege und als Massageöl ist meiner Erachtens unsinnig. Ein Nutzen ist nicht ersichtlich und Teebaumöl kann nicht nur bei unverdünnter Anwendung allergisierend wirken. Und wenn schon der Nutzen nicht klar ist, dann ist auch jedes Allergierisiko zu vermeiden.

Bei Kopfschuppen wäre eine Differenzierung nötig. Kopfschuppen gibt es in einer trockenen und einer fettigen Variante. Bei der trockenen Variante dürfte Teebaumöl nutzlos bis falsch sein. Bei der fettigen Variante spielt häufig ein Hefepilz namens Pityrosporum ovale eine Rolle, und weil Teebaumöl pilzhemmend wirkt, ist in diesen Fällen ein günstiger Effekt nicht ausgeschlossen. Über die passende Konzentration müsste man dann noch reden.

Für „Abgespanntheit“ als Anwendungsbereich gibt es meines Wissens keinerlei fundierte Begründung. Und wie sollte das eingesetzt werden? Einatmen?

„In den letzten Jahren sind weitere Anwendungen des ätherischen Öls hinzugekommen.“

M.K.: Das geschieht oft so. Hat ein Mittel einen gewissen Kultstatus erreicht, wie das beim Teebaumöl der Fall ist, werden die Anwendungsbereich laufend erweitert (dieses Phänomen wird auch Indikationslyrik genannt).

Ob all die Anwendungsbereiche dann auch sinnvoll und plausibel sind, müsste immer wieder kritisch überprüft werden.

„So sind Entzündungsbehandlungen im Mund- und Rachenbereich wohl ebenso erfolgversprechend…..“

M.K.: Vielleicht dann, wenn es auf eine antimikrobielle Wirkung ankommt. Das ist aber lange nicht immer der Fall. Bei Entzündungen im Bereich von Mund und Rachen sind oft Gerbstoffe wirksamer – vor allem in akuteren Fällen über ein paar Tage – oder längerfristig schützende und reizlindernde Schleimstoffe.

„…..erfolgsversprechend wie die psychische Wirkung. Diese soll stärkend und ausgleichend sein, vor allem bei Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit und Erschöpfungszuständen.“

M.K.: Diese Angaben sind meines Erachtens aus der Luft gegriffen. Es gibt keine auch nur ansatzweise fundierten Begründungen dafür. „Stärkend und ausgleichend“ – das ist eine sehr wolkige Aussage. Wer kann Stärkung und Ausgleich nicht brauchen. Und Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit und Erschöpfungszustände? Kennt das in unterschiedlichem Mass nicht jeder Mensch gelegentlich. So wird ein Mittel kreiert, das für fast jede Lebenslage gut ist.

Damit kein Missverständnis entsteht: Mir geht es nicht darum, das Teebaumöl „runterzumachen“. Es ist nur immer wieder wichtig zu klären, was die „Kernkompetenz“ eines Naturheilmittels ist, und was „Ausschmückung“.

Quelle:

http://www.bz-berlin.de/ratgeber/gesundheit/naturheilmittel-teebaumoel

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Diesen Artikel teilen:

Heilerde bei Durchfall, Reflux, Sodbrennen

Diesen Artikel teilen:

Der Pharmavista-Newsletter hat einen informativen Text publiziert zu Wirkungen und Anwendungsbereiche von Heilerde. Die wichtigsten Punkte daraus hier:

Der Begriff Heilerde umfasst verschiedene Sedimentarten und besteht zum grössten Teil aus Silikat, enthält zahlreiche Mineral- und Spurenelemente und zeichnet sich durch ein hohes Bindungsvermögen aus.

Heilerde wird seit langem zur Behandlung von Reflux und Sodbrennen eingesetzt. Weniger bekannt ist die Anwendung bei Durchfall.

Die leicht basische Heilerde kann säure im Magen binden und ist zudem bei gleichzeitig vorhandenen Magenbeschwerden beziehungsweise bei Brechreiz von Vorteil.

Die natürliche Heilerde besitzt ausgeprägte, abdeckende Eigenschaften. Silikate bestehen aus feinsten Blättchen, die durch schwache Kohäsionskräfte leicht übereinander gleiten und dadurch auf Schleimhäuten einen Schutzfilm ausbilden können.

Heilerde ist in der Lage, über Kapillarkräfte Flüssigkeiten und Gase zu absorbieren.

Durch Kationenaustausch können an der Substanzoberfläche der Heilerde verschiedene Stoffe wie zum Beispiel Toxine im Darmlumen adsorbiert werden. Darum kann Heilerde wie Medizinalkohle bei Durchfall angewendet werden. Darüber hinaus vermindert der Schutzfilm die Flüssigkeitssekretion ins Darmlumen und der Mineralgehalt der Heilerde kann den durchfallbedingten Elektrolytverlust reduzieren.

Heilerde zur innerlichen Anwendung ist in verschiedenen galenischen Formen wie Pulver, Granulat oder Kapseln im Handel.

Das Heilerde-Pulver wird für die Einnahme in ein Glas Wasser eingerührt.

Der etwas erdige Geschmack lässt sich mit Kräutertee etwas vermindern.

Saure Getränke wie Fruchtsäfte sollten bei der Einnahme von Heilerde vermieden werden, da dies zu einer unerwünschten Neutralisationsreaktion und einer Aufhebung der Säurebindungsfähigkeit führen kann.

Die empfohlene Dosis liegt je nach Literaturquelle zwischen 500 und 1‘000 mg 2-3-mal täglich, oder 1-2 Teelöffel ein- bis mehrmals täglich.

Wegen der hohen Bindungskapazität der Heilerde sollen andere Medikamente nicht gleichzeitig, das heisst im Abstand von etwa zwei Stunden eingenommen werden. Bei Patienten mit schwerer, chronischer Verstopfung in der Anamnese ist Vorsicht geboten.

Quellen:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=5141&NMID=5141&LANGID=2

Kommentar & Ergänzung:

Heilerde ist ein traditionelles Naturheilmittel. In der klassischen Naturheilkunde wurde Heilerde unter anderem von Sebastian Kneipp, dem „Lehmpfarrer“ Emanuel Felke und Adolf Just propagiert.

Neben der innerlichen Anwendung bei Verdauungsstörungen wird die Heilerde auch äusserlich eingesetzt, zum Beispiel bei Akne.

Allerdings kann die äusserliche Anwendung die Haut austrocknen, was bei Akne jedoch eher erwünscht sein kann.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Homöopathie-Forschung: Arzneimittelprüfung mit Okoubaka

Diesen Artikel teilen:

Die sogenannte „Arzneimittelprüfung“ ist die Basis der Homöopathie.

Sie gründet auf der Überzeugung, dass Krankheiten durch ein Mittel geheilt werden sollen, das bei Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen, wie sie bei dem Kranken beobachtet werden (Simile-Prinzip).

Um die mit einem bestimmten Mittel verbundenen Symptome festzustellen werden „homöopathische Arzneimittelprüfungen“ durchgeführt. Dabei nehmen gesunde Personen ein Mittel ein und notieren alle Veränderungen und Reaktionen, die sie an sich feststellen. Die aufgezeichneten Symptome mehrerer solcher Prüfungen werden zu einem sogenannten homöopathischen Arzneimittelbild für das geprüfte Mittel zusammengefasst. Kommt nun ein kranker Mensch in die Praxis, muss ihm laut Homöopathie dasjenige Mittel gegeben werden, dessen Arzneimittelbild den Symptomen des Kranken weit möglichst entspricht.

Die homöopathischen Arzneimittelprüfungen werden allerdings sehr unterschiedlich gehandhabt und bis heute gibt es zur Durchführung keine Vorschriften, sondern nur Empfehlungen.

Völlig unklar ist beim herkömmlichen Vorgehen zudem, wie bei auftretenden Veränderungen und Symptomen in der Prüfphase unterschieden werden soll zwischen solchen, die auf das Mittel zurückgehen und damit relevant sind, und solchen, die zufällig, durch andere Einflüsse oder durch Nocebo-Effekte auftreten.

Der Homöopathie-Gründer Samuel Hahnemann hatte dazu eine klare Meinung:

„Alle Beschwerden, Zufälle und Veränderungen des Befindens der Versuchsperson während der Wirkungsdauer einer Arznei rühren bloß von dieser her und müssen als deren eigentümlich zugehörig, als ihre Symptome angesehen werden und aufgezeichnet werden..“ (Organon der Heilkunst, § 143)

Mit anderen Worten: Hahnemann umgeht die Schwierigkeit der Unterscheidung, indem er die Existenz unterschiedlicher Möglichkeiten negiert.

Um die homöopathische Arzneimittelprüfung auf eine seriösere Basis zu stellen, werden heute vereinzelt auch Prüfungen mit hohen Standards durchgeführt:

– Placebokontrolliert: Es gibt eine Vergleichsgruppe, die unbehandelte Globuli einnimmt.

– Randomisiert: Es wird per Zufall entschieden, wer das homöopathisch hergestellte Globuli bekommt und wer das unbehandelte Placebo-Präparat.

– Doppelblind: Weder Prüfling noch Prüfer wissen während der Prüfung, wer homöopathische Globuli bekommt und wer unbehandelte Globuli.

 

Moderne Arzneimittelprüfung mit Okoubaka 

Eine solche moderne Arzneimittelprüfung mit hohen Standards wurde mit dem homöopathischen Mittel Okoubaka durchgeführt, für das bisher keine fundierten Prüfungsresultate vorlagen.

Okoubaka, Okoubaka aubrevillei (Santalaceae), ist ein westafrikanischer Urwaldbaum, der hauptsächlich an der Elfenbeinküste und in Ghana heimisch ist.

In der Homöopathie erfreuen sich Präparate aus Okoubaka aubrevillei grosser Beliebtheit, vor allem bei Magenbeschwerden und Darmerkrankungen.

Die nun publizierte moderne Arzneimittelprüfung mit Okoubaka aubrevillei wurde von Autoren publiziert, die der Carstens-Stiftung nahestehen, welche die Förderung der Homöopathie zum Ziel hat:

–        Dr. Michael Teut: Oberarzt und Leiter der naturheilkundlichen Ambulanz an der Charité Berlin;

–        Prof. Dr. Claudia Witt: (inzwischen ehemalige) Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie an der Charité Berlin, die dort eine von der Carstens-                               Stiftung finanzierte Stiftungsprofessur inne hatte und auf dem Lehrstuhl für Komplementärmedizin an der Universität Zürich sitzt,

–        Rainer Lüdtke, mittlerweile ehemaliger Statistiker der Carstens-Stiftung;

–        Jörn Dahler: Arzt, Homöopath und Autor homöopathischer Fachbücher;

–        Dr. Henning Albrecht, Biologe und Geschäftsführer der Carstens-Stiftung;

–        Ute Hirschberg, Doktorandin an der Charité.

In die doppelblinde und randomisierte Arzneimittelprüfung wurden 31 Testpersonen eingeschlossen, wovon letztlich von 29 Probanden Daten zur Auswertung vorlagen. 19 Probanden bekamen das Verum (O. aubrevillei C12), 12 Testpersonen prüften unwissentlich Placebopräparate, also unbehandelte Globuli. Das zu prüfende Präparat wurde an 5 Tagen eingenommen, und die Nachbeobachtungszeit betrug 16 Tage. Die Testpersonen notierten die auftretenden Symptome, die anschließend statistisch ausgewertet wurden.

Jeweils eine Testperson aus der Verum- und Placebogruppe schieden aus der Auswertung aus. Beim Vergleich der Symptome der verbliebenen 18 Testpersonen aus der Verumgruppe mit den Symptomen der verbliebenen 11 Testpersonen aus der Placebogruppe wurde kein statistisch signifikanter Unterschied in der Anzahl der als charakteristisch eingestuften Symptome festgestellt. Die Übereinstimmung der beiden Gutachter bei der Bewertung der typischen Symptome war hoch. In der Gesamtheit der auftretenden Symptome, also nicht nur bezogen auf die als charakteristisch eingestuften Symptome, war die Überlappung zwischen Placebo- und Verumgruppe ebenfalls sehr groß, wenn sich auch durchaus Symptome zeigten, die nur in einer von beiden Gruppen auftraten.

 

Die Autoren verweisen zur Erklärung der beobachteten Symptome auf den Nocebo-Effekt:

„The nocebo effect might be a plausible explanation for most of the phenomena observed in this trial)

Quelle / Originalpublikation:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23561008

 

Die Carstens-Stiftung schreibt in ihrer Einschätzung:

„Das Ergebnis ist ernüchternd für Homöopathieanwender und wird sicher Fragen nach sich ziehen.“

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/moderne-arzneimittelpruefung-mit-okoubaka.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Resultat ist tatsächlich ernüchternd für Homöopathie-Anwender. Nimmt man die Studie ernst, so fehlt dem häufig eingesetzten Präparat Okoubaka nämlich ein homöopathisches Arzneimittelbild – und damit die homöopathische Basis. Okoubaka kann dadurch nicht als Homöopathika eingesetzt werden.

Davon, dass dieses Ergebnis „sicher Fragen nach sich ziehen wird“, ist meinem Eindruck nach allerdings nichts zu spüren.

Okoubaka wird ganz offensichtlich weiter propagiert, verkauft und verschrieben, beispielsweise vom Homöopathika-Hersteller Similasan.

Die Firma propagiert Okoubaka für folgende Krankheiten:

Wirkt bevorzugt auf 
Verdauungsorgane (Magen, Därme, Leber, Gallenblase, Pankreasdrüse), Immunsystem.

Hauptindikationen 
Müdigkeit, Schwäche. Kinderkrankheiten. Bluthochdruck (Hypertonie)*. Vergiftungen durch Lebensmittel*, chemische Arzneimittel, Tabak, chemische Zusätze in Nahrungsmitteln. Folgen von Chemotherapien. Toxoplasmose* (während und danach). Tropenkrankheiten* (Nachbehandlung und vorbeugend). Leber- und Gallebeschwerden. Pankreasschwäche. Heuschnupfen, Allergien. Akne. Herpes (Lippen). Hautausschläge.

* = Selbstbehandlung nur in Absprache mit der Ärztin, mit dem Arzt und als erste Hilfe.“

Quelle:

http://www.similasan.ch/de/einzel-mittel?id=22

(Stand 20. Juli 2014)

 

Nimmt man die beschriebene Arzneimittelprüfung ernst, so fehlt den Angaben der Firma Similasan eine fundierte Basis.

Warum also wird das Mittel noch verkauft?

Homöopathika wie Okoubaka sind durch die Arzneimittelbehörden von der Pflicht befreit, für beanspruchte Wirkungen und Anwendungsbereiche (Indikationen) Wirksamkeitsnachweise zu liefern. Sie können in dieser Hinsicht also fast alles behaupten. Okoubaka aber hat offensichtlich nicht einmal eine homöopathische Basis.

Abschliessend zu der beschriebenen Arzneimittelprüfung ist lobend festzuhalten, dass die Studie in einer Fachzeitschrift und auf der Website der Carstens-Stiftung publiziert wurde. Das ist leider nicht selbstverständlich. In der „normalen“ Pharmaindustrie wie auch in der „komplementären“ Pharmaindustrie verschwinden Studien nicht selten in einer Schublade, wenn die Resultate den Geldgebern nicht passen (Siehe publication bias auf Wikipedia).

Das negative Resultat für die Homöopathie wird von den Autoren auch nicht schöngeredet, obwohl es sie wohl kaum gefreut haben dürfte.

Das ist anerkennenswert und ebenfalls nicht selbstverständlich.

Okoubaka ist allerdings kein Einzelfall. Auch bei Belladonna C30 / Belladonna D60 fanden placebokontrollierte Arzneimittelprüfungen keinen Unterschied zwischen dem homöopathischen Präparat und Placebo.

Siehe dazu:

Arzneimittelprüfung Belladonna C30 / Belladonna D60

Nimmt man diese Arzneimittelprüfungen ernst, so ist klar, dass auch Belladonna C30 / Belladonna D60 keine homöopathische Basis hat.

Und obwohl diese Prüfungen schon einige Jahre her sind, hat das offenbar keinen Einfluss gehabt auf die Verschreibungspraxis. Belladonna C30 / Belladonna D60 wird weiterhin als homöopathisches Präparat verschrieben und verkauft.

Erstmals im grösseren Stil mit einer Placebokontrolle durchgeführt wurden die homöopathischen Arzneimittelprüfungen offenbar im „Dritten Reich“. Sie sind deshalb auch Thema im sogenannten „Donner Bericht“. Der Internist und Homöopath Fritz Donner (1886 – 1979) war in den Jahren 1936 bis 1939 an Überprüfungen homöopathischer Arzneimittel beteiligt, die vom damaligen Reichsgesundheitsamt zwecks Förderung der Homöopathie angeordnet worden waren.

Interessant zur Geschichte der homöopathischen Arzneimittelprüfung ist auch der Brief Fritz Donners an den Kollegen Erich Unseld.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Teebaumöl gegen Akne

Diesen Artikel teilen:

Im Phyto-Forum der AerzteZeitung geht Dr. Rainer C. Görne auf das Thema Teebaumöl bei Akne ein.

„In der internationalen Literatur finden sich fünf randomisierte Studien, die die Wirksamkeit von Teebaumöl bei der Behandlung von Akne belegen. In diesem Zusammenhang muss jedoch auf das Risiko der Entwicklung von Kontaktallergien hingewiesen werden.“

Auslöser dieser Kontaktallergien seien unterschiedliche Bestandteile des ätherischen Öls, wie beispielsweise α-Terpinen und dessen Oxidationsprodukt 1,2,4-Trihydroxymenthan, das nach längerer Lagerung durch Licht oder Luftsauerstoff entsteht. Deshalb können nach der örtlichen Anwendung von Teebaumöl allergische Hautreaktionen auftreten.

Die Hautausschläge können mild und lediglich juckend sein, doch wurde auch schon über schwere Blasenbildung berichtet.

Personen mit bekannten Allergien gegenüber anderen Arten der Myrte (Myrtaceae), wie Eukalyptus, Guave, Nelken oder Piment haben ein höheres Allergie-Risiko gegenüber Teebaumöl. Das gilt vergleichbar auch für Menschen, die gegenüber Zubereitungen aus Bestandteilen von Koniferen oder Terpentin allergisch sind.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/default.aspx?sid=857127&sh=8&h=913370612&ticket=ST-8427-5tWREdY0ZIvfkvkggSIgnEGLy1yXQ3e6DyQ-20

Kommentar & Ergänzung:

Teebaumöl oxidiert an der Luft schnell. Daher ist es wichtig, dass Teebaumöl nur in gut gefüllten Flaschen aufbewahrt wird und wenn es seinen Geruch Richtung „Terpentin“ verändert, sollte es nicht mehr verwendet werden.

Teebaumöl besitzt zweifellos gute antimikrobielle Eigenschaften, was eine nützliche Wirkung ist bei Akne.

Allerdings gibt es eine ganze Reihe von ätherischen Ölen, die für diesen Zweck in Frage kommen und für die haut in der Regel verträglicher sind – zum Beispiel Lavendelöl und Korianderöl.

Siehe dazu:

Aromatherapie / Phytotherapie: Zur Wirkung von Teebaumöl

Zur Wirkung von Korianderöl

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Phytotherapie zur Wirkung von Koriander / Korianderöl

Lavendelöl gegen Hautpilze

Teebaumöl – ein Naturheilmittel macht Karriere

Teebaumöl als Naturheilmittel

Lavendelöl – grosse Qualitätsunterschiede

Phytotherapie: Von welcher Lavendelart stammen Lavendelöl und Lavendelblüten

Zum Thema Akne und Ernährung:

Akne & Ernährung: Neue Erkenntnisse

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Thromboembolie-Risiko: Frankreich nimmt Diane®-35 vom Markt

Diesen Artikel teilen:

Die französische Arzneimittelaufsicht (ANSM) hat entschieden, die Zulassung des oft als Verhütungsmittel verschriebenen Akne-Medikaments „Diane®-35“ (Bayer) zu sistieren. Die ANSM liess dazu verlauten, dass neue Daten ein vierfach erhöhtes Risiko von Thromboembolien zeigten. Zur Behandlung von Akne gebe es auch Alternativen. Die Behörde sieht allerdings eine Übergangszeit von drei Monaten vor, um den Patientinnen den Umstieg zu erleichtern.

Das Bayer-Medikament enthält eine Wirkstoffkombination aus Ethinylestradiol und Cyproteron und besitzt eine Zulassung zur Anwendung bei Frauen mit Akne, leicht verstärkter Körperbehaarung und bei Haarausfall. Weil Diane®-35 wegen der enthaltenen Hormone zudem eine empfängnisverhütende Wirkung hat, wird es aber auch als Antibabypille eingenommen. Damit einher geht allerdings das erhöhte Risiko von Thrombosen.

Die ANSM hatte ein Neubewertungsverfahren eingeleitet, nachdem in Frankreich vier Todesfälle mit der Einnahme des Medikaments in Zusammenhang gebracht wurden. Nun verkündete die Behörde als Resultat ihrer Überprüfung, dass das  Risiko den Nutzen überwiege. Sie beschloss deshalb die Aussetzung der Genehmigungen für das Inverkehrbringen des Akne-Mittels sowie seiner Nachahmerpräparate (Generika) nach Ablauf von drei Monaten.

Patientinnen sollten die Behandlung mit Diane®-35 nicht abrupt abbrechen, empfiehlt die Behörde, sondern die nächsten Schritte mit ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin besprechen. Bis zum nächsten Konsultation könnten sie weiterhin ihre gewohnte Behandlung fortsetzen.

Hersteller Bayer hatte am Sonntagabend in einer Erklärung betont, dass Diane 35 nur zur Behandlung von Akne verschrieben werden dürfe. Als Mittel zur Empfängnisverhütung werde das Präparat nicht empfohlen. Der Beipackzettel von Diane 35 weise zudem deutlich auf das Risiko einer Thrombose hin. Bei Thrombosen handelt es sich um Blutgerinnsel, die Lungenembolien und Schlaganfälle verursachen können.

Diane 35 ist weltweit in 135 Ländern zugelassen – auch in der Schweiz. Dass die Einnahme von Antibabypillen das Thromboserisiko steigern kann, ist grundsätzlich bekannt.

Quelle:

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2013/01/30/dianeR-35-wird-in-frankreich-vom-markt-genommen/9311.html

http://bazonline.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Frankreich-verbietet-Antibabypille-Diane-35/story/30593041

Kommentar & Ergänzung:

Dass Medikamente, die stark in den Organismus eingreifen, auch ein grösseres Risiko für ernsthafte Nebenwirkungen mit sich bringen, geht manchmal etwas vergessen.

Dieses Risiko spricht nicht grundsätzlich und fundamental gegen stark eingreifende Medikamente, aber jeder gravierende Zwischenfall verdeutlicht, dass Nutzen und Risiko sorgfältig abgewogen und wenn möglich risikoärmere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden müssen.

Dazu gehören in vielen Fällen auch Phytopharmaka.

Allerdings sollte man bezüglich „Naturmedizin“ nicht in Naivität schwelgen. Auch Pflanzenmedizin kann Nebenwirkungen auslösen, wenn auch bei fachlich sorgfältiger Anwendung selten in schwerem Ausmass.

Sehr kritisch betrachten würde ich komplementärmedizinische Präparate, die als gänzlich nebenwirkungsfrei angepriesen werden. Es spricht nämlich sehr viel dafür, dass auch keinerlei therapeutische Wirkung hat, was grundsätzlich und absolut frei von Nebenwirkungen sein soll.

Diese Einsicht hat es allerdings nicht leicht, den der Wunsch nach einem hochwirksamen, aber zugleich gänzlich sanften, risikofreien Heilmittel scheint sehr stark und weit verbreitet.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Durchfallmittel Perenterol® von UCB an Medice verkauft

Diesen Artikel teilen:

Die Pharmafirma Medice kaufte vor kurzem die Lizenzrechte am Durchfallmittel Perenterol vom belgischen Pharmaunternehmen UCB.

Perenterol® enthält die Hefeart Saccharomyces boulardii und wird zur Anwendung gegen Durchfall und Akne beworben.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/unternehmen/article/830318/antidiarrhoika-medice-erwirbt-hefepraeparat-ucb.html?sh=13&h=-73577342

Kommentar & Ergänzung:

Dass Perenterol gegen Akne wirksam ist, scheint mir fraglich. Gegen Durchfall ist Saccharomyces boulardii besser fundiert.

Was ist Saccharomyces boulardii?

Saccharomyces boulardii ist ein Hefepilz, der als Präparat zur Vorbeugung und Behandlung von Durchfallerkrankungen verschiedener Ursachen zugelassen ist. Der Pilz ist ein naher Verwandter der Backhefe und zeigt antitoxische, entzündungshemmende, antimikrobielle und immunmodulierende Eigenschaften. Unerwünschte Wirkungen treten nur  selten auf. Saccharomyces boulardii kann im Gegensatz zu anderen Probiotika (z. B. Bioflorin®) mit Antibiotika kombiniert eingenommen werden.

In der Schweiz ist Saccharomyces boulardii seit 1990 unter dem Namen Perenterol® zugelassen. In Europa kommt der Hefe-Pilz seit den 1950er Jahren als Probiotikum zur Anwendung. Im Jahr 2012 wurde in der Schweiz das Analogpräparat Mephenterol® registriert.

Saccharomyces boulardii ist zur Vorbeugung und Therapie von Durchfallerkrankungen verschiedener Ursachen zugelassen. Die Präparate können beispielsweise beim Reisedurchfall oder Durchfall infolge einer Antibiotikabehandlung eingesetzt werden.

Antimykotika können die Hefe-Pilze abtöten und so die Wirksamkeit des Arzneimittels vermindern.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Kalorienbomben Cola, Fanta, Sprite….

Diesen Artikel teilen:

Zuckerhaltige Softdrinks tragen erheblich zur globalen Fettsucht bei. Dies zeigen mehrere aktuelle Studien.

Zuckerhaltige Softdrinks machen in manchen Bevölkerungsgruppen beinahe 15 % der täglichen Kalorienaufnahme aus. So nehmen männliche amerikanische Teenager durchschnittlich 357 kcal pro Tag in Form von Getränken zu sich. Diese flüssigen Kalorien sättigen jedoch nicht und werden beim Essen nicht wieder eingespart, erläutert Sonia Caprio vom Department of Pediatrics der Yale School of Medicine, New Haven, im „New England Journal of Medicine“.

Wie stark zuckerhaltige Softdrinks die Entwicklung einer Adipositas (Fettsucht) bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen fördern, zeigen drei aktuell veröffentlichte Studien. So kam die Arbeitsgruppe um Quibin Qi von der Harvard Medical School in Boston zum Schluss, dass Menschen mit einem genetisch erhöhten Adipositasrisiko für die „Limo-Fettsucht“ anfälliger sind.

Vor allem für diese Personengruppe könnte der Verzicht auf zuckrige Softdrinks besonders effektiv sein.

Die anderen beiden Studien kamen zum Schluss, dass sich die Gewichtssteigerung bei Kindern und Jugendlichen bremsen lässt, wenn die gewohnten Getränke durch zuckerfreie ersetzt werden. In einer niederländischen Doppelblindstudie, die unter der Leitung von Janne C. de Ruyter, Universität Amsterdam, durchgeführt wurde, erhielten 641 normalgewichtige Kinder im Kindergarten- und Schulalter täglich entweder einen Viertelliter eines zuckerfreien Getränks oder einen zuckerhaltigen Drink, der 104 kcal enthielt.

Kinder, die in dieser Studie das zuckerfreie Getränk bekamen, nahmen weniger rasch an Gewicht und Fett zu als ihre Altersgenossen, die den täglichen Zucker-Kick konsumierten. Dass diese „Gewichtsbremse“ auch bei dicken Teenagern funktioniert, konnte das Team um Cara B. Ebbeling vom Boston Children’s Hospital in ihrer Studie mit 224 übergewichtigen und adipösen Jugendlichen zeigen.

Die experimentelle Gruppe erhielt ein Jahr lang regelmäßig kalorienfreie Getränke nach Hause geliefert, während die Kontrollgruppe unverändert zuckerhaltige Drinks zu sich nahm. Nach einem Jahr fiel die BMI-Zunahme in der experimentellen Gruppe kleiner aus als in der Kontrollgruppe.

Diese Studien zeigen, dass Zucker in Getränken das Adipositas-Problem drastisch verschlimmert. Allerdings genügen Anti-Limo-Kampagnen nicht, Es braucht weitere Strategien – beispielsweise mehr Bewegung –  um die Adipositas-Epidemie in den Griff zu bekommen.

Quelle:

http://www.medical-tribune.de/home/news/artikeldetail/cola-und-fanta-den-kampf-ansagen.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Kalorienzufuhr durch Süssgetränke wird tatsächlich oft unterschätzt. Dazu kommt noch, dass der Zucker aus Softdrinks sehr rasch ins Blut übergeht und der Blutzuckerspiegel dadurch rasant ansteigt. Das führt zu einer starken Insulinausschüttung, wodurch der Blutzuckerspiegel wieder absackt, was Hungergefühle verstärken kann.

Cola, Fanta, Sprite & Co. sind aus gesundheitlicher Sicht also tatsächlich problematisch.

Der hohe Zuckerkonsum – beziehungsweise ein hoher glykämischer Index – spielt aber auch eine wichtige Rolle bei der Akne.

Siehe dazu:

Akne & Ernährung – neue Erkenntnisse

Akne -spielt die Ernährung doch eine Rolle?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen: