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Heilpflanzen-Anwendungen bei Neandertalern?

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Die Neandertaler (Homo neanderthalensis) starben vor etwa 40.000 Jahren aus – etwa zur selben Zeit, als sich der moderne Mensch (Homo sapiens) in Europa ausbreitete.

Forscher um Laura Weyrich und Alan Cooper von der australischen University of Adelaide untersuchten Neandertaler-Zähne aus zwei Höhlen im heutigen Belgien und Spanien.

Insgesamt analysierte die Wissenschaftler Erbgut aus dem Zahnstein von vier Neandertalern, wovon zwei aus der Höhle El Sidrón in der nordspanischen Region Asturien stammten.

Der Neandertaler „El Sidrón 1“ aus Spanien wurde wegen seines guten Erhaltungszustands besonders eingehend analysiert.

Den Forschern zufolge war er ziemlich krank. Sein Verdauungstrakt war von Parasiten befallen, er hatte Durchfall und litt an einem Zahnabszess. Gegen letzteres wusste sich der Neandertaler aber offenbar zu helfen. In seinem Zahnstein fanden die Forscher DNA-Reste der Westlichen Balsam-Pappel (Populus trichocarpa). „Er aß Pappel, die das Schmerzmittel Salicylsäure enthält“, erläutert dazu Studienleiter Cooper. Auf Abkömmlingen der Salicylsäure basiert das Arzneimittel Acetylsalicylsäure (ASS) – besser bekannt unter dem Handelsnamen Aspirin. „Offenbar kannten sich die Neandertaler gut mit medizinischen Pflanzen aus und kannten ihre entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung“, kommentiert Cooper.

Jean-Jacques Hublin, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, der an der Studie nicht beteiligt war, hält die Schlussfolgerung, dass der Neandertaler gezielt schmerzstillende Pappel aß für „ziemlich überzeugend“. Die Hauptschwäche der Studie liege aber darin, dass nur vier Neandertaler von zwei Fundstellen untersucht wurden.

http://www.n-tv.de/wissen/Neandertaler-assen-natuerliche-Schmerzmittel-article19740070.html

Kommentar und Ergänzung:

Da nur vier Skelette untersucht wurden und nur bei „El Sidrón 1“ diese Kombination von Zahnabszess und Pappelkonsum gefunden wurde, lässt sich daraus natürlich noch nicht schliessen, dass die Pappel bei den Neandertalern als Schmerzmittel quasi zur „Höhlenapotheke“ gehörte. Allerdings ist Pappel weder besonders schmackhaft noch nährstoffreich und darum ist schwer vorstellbar, wozu „El Sidrón 1“ über längere Zeit Pappel gekaut haben soll.

In der heutigen Phytotherapie wird als Salicylat-Pflanze vor allem die Weidenrinde verwendet. Ihr Gesamtsalicylgehalt sollte mindestens 1 % sein, wird jedoch von vielen Arten nicht erreicht. Hohe Gehalte findet man in Salix purpurea (6-8,5 %), Salix daphnoides (4,9-5,6 %) und Salix fragilis (3,9-10,2 %).

Im Unterschied zu Acetylsalicylsäure (Aspirin) beeinflussen Weidenrindenextrakte die Thrombozytenfunktion nicht. Die Salicinverbindungen der Weidenrinde bewirken im Unterschied zu Aspirin keine Verzögerung der Blutgerinnung, weshalb sie auch zur Schmerzbehandlung nach Operationen verwendet werden können.

Leider wurde das am besten wissenschaftlich geprüfte Weitenrindenextrakt-Präparat „Assalix“ vom Hersteller Bionorica aus dem Markt genommen – aus „portfoliostrategischen Gründen“ (was auch immer das bedeuten mag).

Pappelblätter und Pappelrinde aus der Zitterpappel (Espe) sind Bestandteil der „Phytodolor Tinktur“ (neben Goldrutenkraut und Eschenrinde). Das Präparat wird zur Linderung leichter Gelenkschmerzen bei Arthrose eingesetzt. Phytodolor ist in Deutschland und Österreich im Handel, nicht jedoch in der Schweiz.

Da haben wir also wieder einmal diesen schönen grossen Bogen von den Heilpflanzen-Anwendungen aus den Anfängen der Menschheit bis zur modernen Phytotherapie.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

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DGS-Praxisleitlinien Schmerzmedizin: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

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Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin hat die Anwendung von Pfefferminzöl in die Praxisleitlinien aufgenommen.

Zitat:

Kopfschmerzen vom Spannungstyp

Die kutane Applikation von Pfefferminzöl (Oleum menthae piperitae) in 10%-iger ethanolischer Lösung ist wirksam zur Behandlung des episodischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp. Die Wirkung ist der Einnahme von Paracetamol 1000 mg oder Acetylsalicylsäure 1000 mg ebenbürtig“

Pfefferminzöl in 10-prozentiger Lösung wird schon seit längerem bei leichten und mittelschweren Kopfschmerzen vom Spannungstyp lokal angewendet direkt über die Haut und aktiviert die körpereigenen Systeme der Schmerzabwehr. Die lokale Anwendung hat durch die Stimulation der Kälterezeptoren zudem einen lang anhaltenden, kühlenden Effekt.

Spannungskopfschmerzen werden meist durch Selbstmedikation behandelt, insbesondere mit nicht steroidalen Antirheumatika, Acetylsalicylsäure (Aspirin) und Paracetamol. Eine häufige und regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln bei chronischen Kopfschmerzen kann aber zur Intensivierung der Anzahl und Stärke der Attacken sowie zu Nebenwirkungen führen, die den Magen, die Nieren oder die Leber belasten können.

Quellen:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=62522

http://dgs-praxisleitlinien.de/files/7114/4784/3077/PLL_PrimKopf_fk_online.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Die 10-prozentige Pfefferminzöl-Lösung ist eine gute Option bei Spannungskopfschmerzen – von der Wirksamkeit her, aber auch weil dadurch Magen, Nieren und Leber geschont werden.

Darum ist es sehr erfreulich, dass die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin Pfefferminzöl in ihre Praxisleitlinien aufgenommen hat. Das wurde möglich, weil es gute Studien gibt, die eine Wirksamkeit des Pfefferminzöls in diesem Anwendungsbereich belegen.

Siehe auch:

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen

Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerz

 

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Weidenrinde enthält keine Acetylsalicylsäure!

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Der „Standard“ in Österreich publiziert gerade eine durchaus interessante Sommer-Serie über Heilpflanzen.

Den Auftakt macht ein Interview mit dem Mediziner Lukas Huber, Leiter des Instituts für Zellbiologie an der Med-Uni Innsbruck.

Zitat:

„Es gibt viele unerforschte Pflanzen. Da ist tatsächlich ein Schatz zu heben.“

Schön. Aufs Ganze gesehen bringt das Interview jedoch kaum konkrete Informationen.

Eine Aussage der Interviewerin ist mir allerdings aufgefallen:

„Der bekannteste Wirkstoff ist Acetylsalicylsäure aus der Weidenrinde, bekannt als Aspirin …“

Quelle:

http://derstandard.at/2000018540731/Heilpflanzen-Da-ist-tatsaechlich-ein-Schatz-zu-heben?ref=rec

 

Kommentar & Ergänzung:

Das ist Unsinn, der leider nicht selten zu hören ist.

Weidenrinde enthält keine Acetylsalicylsäure (Aspirin).

Weidenrinde enthält Salicin, ein Glykosid, das im Organismus zu Salicylsäure umgebaut wird, und wie die Acetylsalicylsäure fiebersenkend, schmerzstillend und entzündungswidrig wirkt.

Acetylsalicylsäure verbessert zudem über eine Thrombozytenaggregationshemmung die Blutfliesseigenschaften („Aspirin cardio“). Dieser Effekt hängt an der Acetylgruppe. Er tritt daher bei Salicin weder als therapeutische Wirkung noch als unerwünschte Nebenwirkung auf.

Acetylsalicylsäure und Salicin sind zwar verwandt, aber in der Wirkung nicht gleich.

Und weil das therapeutisch relevant werden kann, ist es nicht nur Haarspalterei, wenn man die zwei Stoffe sauber auseinander hält.

Dass einer Journalistin eine solche Fehlaussage passiert, ist zwar ärgerlich, aber irgendwo noch verzeihlich. Medienmenschen können nicht in allen Fachbereichen sattelfest sein. Dass dem interviewten Heilpflanzenforscher der Fehler offenbar nicht auffällt und er ihn nicht korrigiert, wiegt allerdings schwerer.

 

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Aspirin zur Vorbeugung von Krebs und Herzinfarkt?

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Täglich eingenommenes Aspirin (Acetylsalicylsäure, ASS) kann das Risiko für Herzinfarkt und manche Krebsarten reduzieren – wobei aber als Nachteil Blutungen auftreten können. Forscher haben nun Nutzen und Risiken neu bewertet und empfehlen die vorbeugende Einnahme.

Vielleicht lohnt sich aber auch hier der bewährte Grundsatz: Nachdenken vor Schlucken.

Denn die ASS-Tabletten müssen über viele Jahre regelmässig eingenommen werden, um vorbeugende Effekte zu erzielen.

Die Risikoverminderung lässt sich als relatives oder absolutes Risiko darstellen und das hinterlässt bei Leserinnen und Lesern sehr unterschiedliche Eindrücke.

 

Relatives Risiko:

„Die Hauptergebnisse: Wer täglich 75 bis 100 Milligramm ASS einnimmt, hat – statistisch gesehen – nach zehn Jahren ein um 35 Prozent reduziertes Darmkrebsrisiko (minus 40 Mortalität durch diese Krankheiten), die Gefährdung, an Speiseröhren- oder Magenkrebs zu erkranken sinkt um 30 Prozent. Die Sterblichkeit dadurch sinkt um 35 bis 50 Prozent.“

Quelle:

http://science.orf.at/stories/1743702/

 

Das sieht nach einem dramatisch grossen Schutzeffekt aus.

Stellt man die Zahlen als absolutes Risiko dar, erscheint der Schutzeffekt plötzlich kleiner:

 

Absolutes Risiko:

„Auf 1.000 Personen, die bis zum 60. Lebensjahr täglich ASS einnehmen, würden 16 Todesfälle an Krebs, einer an Herzinfarkt vermieden. Dem stünden zwei zusätzliche Todesfälle durch Blutungskomplikationen gegenüber.“

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59655/ASS-Reduktion-des-Krebsrisikos-macht-Primaerpraevention-vorteilhaft

Absolutes Risiko:

„Am Beispiel von 100 Männern und 100 Frauen zeigen die Mediziner, was die ASS-Einnahme beginnend mit 55 Jahren – statistisch gesehen – für die nächsten 20 Jahre für Folgen hätte: Von 100 Männern würden 11,5 an Krebs sterben, Aspirin hin oder her. Allerdings könnten 1,5 der 100 Männer mithilfe des Medikaments vor dem Krebs gerettet werden. Der Schutz vor dem Herztod fällt geringer aus und liegt bei weniger als 0,25 verhinderten Todesfällen unter 100 Männern. In einer ähnlich niedrigen Größenordnung liegen die Risiken durch Aspirin, hauptsächlich bedingt durch die erhöhte Blutungsneigung, die zu Schlaganfällen und Magenblutungen führen kann. Diese Risiken steigen besonders bei Menschen jenseits der 70 an.“

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/arzneimittel-asprin-gegen-krebs-und-infarkt-1.2079032

 

Also: Wenn 100 Männer über 20 Jahre täglich Aspirin schlucken könnten von 11,5 Männern, die an Krebs sterben, 1,5 Männer dank Aspirin gerettet werden. Das ist nicht nichts und schon gar nicht für die 1,5 Männer, die davon profitieren. Aber es ist auch nicht gerade ein grosser Durchbruch.

 

Festzuhalten ist dazu noch, dass es bei diesen Zahlen um Primärprävention geht. Die Studienteilnehmer haben also noch keine Krebserkrankung bzw. keinen Herzinfarkt erlitten. Beim Herzinfarkt scheint die Sekundärprävention – also die Vorbeugung eines Zweitinfarktes nach einem Herzinfarkt, von der Studienlage her nicht umstritten. Für die Primärprävention mit ASS kam allerdings die Metaanalyse einer Forschergruppe an der St. George’s Universität in London 2012 zum Schluss, dass das Risiko den Nutzen überwiegt, und dass 120 Personen über sechs Jahre ASS einnehmen müssen, um ein Herz-Kreislauf-Ereignis zu vermeiden.

Siehe dazu:

Aspirin (ASS) für die Primärprävention von Herzinfarkt – mehr Risiko als Nutzen

 

Das „Ärzteblatt“ schreibt:

„Der Vorteil von ASS in der Primärprävention ist demnach denkbar gering, und einzelne Risikofaktoren, die das Blutungsrisiko erhöhen, könnten schnell zu einer negativen Bilanz führen. Dazu gehören beispielsweise Rauchen und der Konsum von Alkohol oder auch eine Infektion mit H. pylori. Wer ASS einnimmt, sollte deshalb tunlichst auf einen übermäßigen Alkoholkonsum und auf das Rauchen verzichten, rät Cuzick.“

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59655/ASS-Reduktion-des-Krebsrisikos-macht-Primaerpraevention-vorteilhaft

 

Und Werner Bartens stellt zu diesem Thema abschliessend fest:

„Allerdings muss erwähnt werden, dass die Tabletten viele Jahre regelmäßig genommen werden müssen, um den beschriebenen Effekt zu erreichen. Und dass die Euphorie der Autoren vielleicht eine Spur heftiger ausfällt, weil etliche von ihnen beratend für Bayer tätig sind.“

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/arzneimittel-asprin-gegen-krebs-und-infarkt-1.2079032

 

Originalstudie:

http://annonc.oxfordjournals.org/content/early/2014/07/30/annonc.mdu225.full?sid=2d2f4b88-d17a-4313-97ae-e4c7a26d3353

 

 

Wikipedia-Artikel zum Thema:

Relative und absolute Risikoreduktion

 

Kommentar & Ergänzungen:

Dass die Euphorie der Autoren vielleicht eine Spur heftiger ausfällt, weil etliche von ihnen mit dem Aspirin-Hersteller Bayer verbunden sind, passt gut zu diesem Beitrag:

Forschungsberichte oft übertrieben optimistisch formuliert

Es stellen sich aber noch ein paar andere Fragen:

Warum eigentlich gerade Aspirin zur Krebsprävention?

Da gibt es doch beispielsweise den Spruch „An apple a day keeps the doctor away“. Und es gibt ein paar Hinweise aus Tieruntersuchungen und Beobachtungsstudien, die zwar nicht beweisen, aber doch nahelegen, dass auch Äpfel einen krebspräventiven Effekt haben könnten:

„Was Epidemiologen bereits wissen: Menschen, die häufig Äpfel essen, erkranken seltener an Darm- und Lungenkrebs. Das haben zwei Forschungsstudien in Finnland und den USA vor einigen Jahren gezeigt. Ein deutlich vermindertes Krebsrisiko fanden die Forscher zwar nur, wenn sie die Teilnehmer, die von allen Untersuchten die meisten Äpfel verzehrten, mit totalen Apfel-Abstinenten verglichen. Außerdem beobachteten sie den schützenden Effekt bisher nur bei Frauen……….

Einen weiteren Hinweis darauf, dass Apfelesser seltener Krebs bekommen, liefern Tierversuche. Wissenschaftler haben gezeigt, dass Mäuse oder Ratten, die neben ihrem normalen Futter mit Extrakten aus Äpfeln, Apfelschalen oder Apfelsaft verköstigt werden, seltener Tumoren entwickeln. Die Tiere waren zuvor entweder mit krebserregenden Substanzen in Berührung gebracht worden oder es handelte sich um genetisch vorbelastete Arten, die ein höheres Krebsrisiko tragen. Bei den Tieren, die eine Nahrungsergänzung aus Äpfeln bekommen hatten, fanden die Forscher bis zu fünfzig Prozent weniger Tumoren als bei den Tieren mit gewöhnlicher Verköstigung. In anderen Versuchen hatten die Tiere mit der Apfeldiät zumindest deutlich kleinere Geschwülste als ihre normal fressenden Artgenossen. Ein japanisches Forscherteam fand zudem deutlich weniger Metastasen in Lunge und Lymphknoten, wenn den Tieren Apfelsaft zum Essen gereicht wurde. Der Effekt war bei trübem Apfelsaft deutlicher ausgeprägt als bei klarem. Die Forscher vermuten, dass dafür die Procyanidine verantwortlich sind – denn die sind im trüben Apfelsaft in viel größeren Mengen enthalten.“

Diese Sätze stehen nicht etwa in der „Glückspost“, sondern immerhin in der Zeitschrift des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Würde man ein paar Millionen in die Apfelforschung stecken, könnte man vielleicht auch fundiert zeigen, dass „an apple a day“ ein bisschen krebsprophylaktisch wirkt. Aber da investiert niemand ein paar Millionen.

Oder wie wärs mit Radieschen? – Die hab ich gern. Enthalten Glukosinolate (Senfölglykoside) ähnlich wie Brokkoli, und die könnten auch positive Effekte zeigen gegen Krebserkrankungen:

Brokkoli-Wirkstoffe unterstützen Krebstherapie

 

Ich glaub, ich probiers mal mit einem Radischen oder Apfel täglich als Prophylaxe (ohne Blutungsrisiko) – und verzichte bis auf weiteres auch in Zukunft auf Aspirin…..

Siehe auch:

Aspirin (ASS): Vorteil zur Krebsprävention unklar

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Aspirin (ASS) : Vorteil zur Krebsprävention unklar

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„Die regelmässige Einnahme von Aspirin über längere Zeit senkt das Risiko für verschiedene Arten von Krebs – für Darmkrebs sogar um 40 Prozent.“ – Das schreibt die Zeitung „Schweizerbauer“.

Quelle:

http://www.schweizerbauer.ch/vermischtes/allerlei/erbgut-aspirin-bremst-alterung-16952.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Schlagzeilen und Meldungen dieser Art sind mir in letzter Zeit häufiger aufgefallen.

Was nun? – Ab in die Apotheke und Aspirin-Grosspackungen kaufen für die Langzeit-Krebsprophylaxe?

So eindeutig ist die Sache nicht.

Das Portal „medizin-transparent“ stellt den Stand des Wissens differenziert dar:

Die tägliche Einnahme von Aspirin (ASS, Acetylsalicylsäure) über mehrere Jahre scheint das Risiko, an Krebs zu sterben, tatsächlich etwas vermindern zu können. Allerdings erhöht sich dabei das Risiko für starke innere Blutungen und Magenbeschwerden.

Die Risikoreduktion besteht allerdings nur für sogenannte Adenocarcinome, bestimmte Krebswucherungen, die sich aus Drüsengewebe entwickelt haben. Hauptsächlich Todesfälle durch Dickdarmkrebs und Speiseröhrenkrebs scheinen durch die Einnahme von ASS etwas seltener aufzutreten.

Allerdings muss die Einnahme von ASS täglich über mindestens vier bis fünf Jahre geschehen, damit sich ein solcher Schutzeffekt zeigt. Wird das Arzneimittel nur jeden zweiten Tag eingenommen, scheint es möglicherweise zu keiner Reduktion des Krebsrisikos mehr zu kommen.

Die Langzeiteinnahme von Aspirin kann bekanntlich ernsthafte Nebenwirkungen verursachen. ASS greift den Magen an, was Magenirritationen und Magenblutungen zur Folge haben kann. Zudem vergrössert der Wirkstoff das Risiko für schwere innere Blutungen wie etwa im Darm oder im Gehirn. Ob der geringe Vorteil, den die langfristige Aspirin-Einnahme für die Krebsvorbeugung hat, die Nachteile bezüglich Risiken und Nebenwirkungen überwiegt, ist gemäss „medizin-transparent“ fraglich.

Medizinische Wissenschaftler des britischen Nationalen Gesundheits-Service NHS raten deshalb von einer täglichen Einnahme von Aspirin bzw. Acetylsalicylsäure selbst in geringer Dosierung ab, wenn dies nicht ausdrücklich von einem Arzt verschrieben wurde.

Quelle & weitere Infos zum Thema:

http://www.medizin-transparent.at/vorteil-von-aspirin-ass-im-kampf-gegen-krebs-unklar#more-2117

Der Text im „Schweizerbauer“ basiert auf einer Pressemitteilung der Universität Basel. Dort erforscht eine Arbeitsgruppe, wie die krebshemmende Wirkung von ASS genau zustande kommt. Einer der beteiligten Forscher betont ebenfalls, noch sei es zu früh, um Aspirin ohne Rücksprache mit dem Hausarzt nur zum Zweck der Krebsprävention einzunehmen, weil Aspirin auch zu schweren Nebenwirkungen wie etwa Magen-Darm-Blutungen führen könne.

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Verstärken Fieber-Medikamente Grippewellen?

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Fiebersenkende Medikamente werden in grosser Menge konsumiert. Beispiele sind Acetylsalicylsäure (Aspirin®) und Paracetamol (z. B. Dafalgan®). Sie sind häufig auch in Kombinationspräparaten enthalten, die bei Erkältungen eingesetzt werden (z. B. NeoCitran®, Pretuval®, Vicks MediNait®). Solche Kombinationspräparate enthalten mehrere sich ergänzende Wirkstoffe und werden von Fachleuten unter anderem aufgrund des erhöhten Risikos für unerwünschte Wirkungen und für Interaktionen mit anderen Medikamenten umstritten, während sie bei den Patienten sehr beliebt sind. Eine Studie aus Kanada nimmt nun unerwünschte Folgen dieser Medikamente auf die Grippe-Ausbreitung unter die Lupe.

Eine Grippe zwingt Patientinnen und Patienten meist ins Bett – es sei denn, die Betroffenen unterdrücken ihre Symptome mit fiebersenkenden Medikamenten. Für die Ausbreitung der Infektion könnte das allerdings problematische Folgen haben, schreiben Forscher aus Kanada.

Fieber-Medikamente verstärken laut Wissenschaftlern aus Kanada möglicherweise die jährlichen Grippe-Epidemien.

Weil durch sie mehr Viren überleben und der Kontakt der Erkrankten zu Mitmenschen verlängert wird, können sie möglicherweise die Zahl der Infektionen um rund fünf Prozent erhöhen und zu Tausenden von Toten führen. Zu diesem Schluss kommen kanadische Mathematiker in den „Proceedings B“ der britischen Royal Society.

Die Wissenschaftler um David Earn von der McMaster University in Hamilton berücksichtigten für die Analyse Daten vergangener Influenza-Epidemien sowie Resultate medizinischer Studien zur Grippe.

Für ihre Berechnungen gingen die Forscher davon aus, dass die in zahlreichen Grippe-Medikamenten enthaltenen fiebersenkenden Substanzen auch unerwünschte Folgen haben:

Sie hemmen die natürliche Funktion des Fiebers, das Wachstum von Bakterien und Viren zu verlangsamen und das Immunsystem wirksamer arbeiten zu lassen. Zudem dämpfen Erkrankte ihre Symptome mit Fiebersenkern und kehren dadurch oft früher an ihren Arbeitsplatz, in die Schule oder allgemein in die Öffentlichkeit zurück.

Die Fieber-Medikamente steigern so die Wahrscheinlichkeit, dass die Grippekranken aktive Viren an andere weitergeben und die Epidemie so verstärken. Das Team um David Earn kommt zum Schluss,  dass Fiebersenker (Antipyretika) jährlich möglicherweise fünf Prozent mehr Infizierte zur Folge haben. Was allein in Nordamerika mehr als 1000 zusätzliche Todesfälle bedeute.

Die Wissenschaftler geben aber zu bedenken, dass die Statistik noch sehr ungenau sei und möglicherweise nur einen Mindestwert zeige.

Um die tatsächlichen Folgen von Fieber-Medikamenten herauszufinden, seien gezielte epidemiologische Studien nötig.

Quelle:

http://www.n-tv.de/wissen/Fieber-Medikamente-verstaerken-Grippewellen-article12116481.html

http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/281/1778/20132570

Kommentar & Ergänzung:

Zwar handelt es sich bei dieser Studie nur um mathematische Berechnungen. Die Grundannahmen sind aber durchaus plausibel.

Fieber-Medikamente können in manchen Situationen zweifellos ihren Nutzen haben. Die Ergebnisse dieser Studie weisen aber deutlich auf die wunden Punkte dieser Präparate hin.

Daraus folgt meines Erachtens ein weiterer Hinweis darauf, dass alte Hausmittel wie Essigsocken und Lindenblütentee eben sehr wohl ihren Sinn haben, auch wenn es dazu mangels Sponsoren keine relevanten Studien gibt.

Unabhängig von ihrer Wirksamkeit handelt es sich bei ihnen jedenfalls um eine risikofreie Bewältigungsstrategie.

Siehe auch:

Lindenblüten aktivieren Immunsystem

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Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ (DA) geht in Nummer 4 / 2012 auf das Thema Kopfschmerzen ein.

Zur Differenzierung verschiedener Kopfschmerztypen schreibt DA:

„Von den mehr als 160 verschiedenen Kopfschmerztypen kommen in den Apotheken zu 90% nur 3 ins Gespräch: Spannungskopfschmerz, Migräne und durch Fehlgebrauch von Medikamenten induzierte Kopfschmerzen. Der Spannungskopfschmerz ist am einfachsten zu behandeln. Betroffene beschreiben ihn als leichten bis mittelschweren Kopfschmerz, der im gesamten Kopfbereich auftritt und ziehend-drückenden, nicht-pulsierenden Charakter hat. (Migräne ist pulsierend-hämmernd). Während bei Erwachsenen wenig gegen den Gebrauch von Kopfschmerzmitteln spricht, sind bei Kindern, Schwangeren und Stillenden besondere Sicherheitsmaßstäbe anzulegen. Bei älteren Menschen kommen noch Verträglichkeitsprobleme und Wechselwirkungen mit den täglich benötigten sonstigen Medikamenten dazu.“

Dann wendet sich DA der pflanzlichen Behandlungsalternative Pfefferminzöl zu:

„Vielversprechend erscheint der Einsatz von 10%igem Pfefferminzöl, von dem an beiden Schläfen einige Tropfen verteilt werden. In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie an 104 Patienten mit episodischem oder chronischem Spannungskopfschmerz erhielten die Patienten Pfefferminzöl, Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Placebo (Scheinmedikament). Eine Besserung ihrer Kopfschmerzen berichteten innerhalb von 4 Stunden bei

– Placebo 30,5%

– Paracetamol 54,3%

– Pfefferminzöl 56,2%

– Pfefferminzöl + Paracetamol 66,7%

– Acetylsalicylsäure 86,4%

Die dämpfende Wirkung auf den Kopfschmerz trat innerhalb von 30 Minuten ein und erreichte ein Niveau, das sich mit den üblichen Kopfschmerzmitteln durchaus messen kann. Aus anderen Quellen weiß man, dass der Eintritt der Schmerzlinderung unter Pfefferminzöl nach 15, 30, 45 und 60 Minuten mit Paracetamol Schritt halten kann!“

Kommentar & Ergänzung:

Die Wirksamkeit von Pfefferminzöl wurde vor allem bei Spannungskopfschmerzen untersucht und belegt.

In diesem Bereich ist Pfefferminzöl eine ernstzunehmende Behandlungsoption, die bezüglich Wirksamkeit mit Paracetamol (Präparate wie Dafalgan, Kafa, Contra Schmerz, Ben-u-ron, Acetalgin, Panadol) mithalten kann, gegenüber Acetylsalicylsäure (Aspirin) allerdings etwas abfällt.

Für Pfefferminzöl spricht die Verträglichkeit. Im Gegensatz zu den synthetischen Schmerzmitteln belastet Pfefferminzöl weder die Leber (Paracetamol) noch den Magen (Aspirin).

Bei Migräne ist Pfefferminzöl nur schlecht untersucht und die Wirksamkeit ungenügend dokumentiert.

Siehe auch:

Phytotherapie: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen

Naturheilmittel gegen Kopfschmerzen

Bei Migräne kommen als Option aus der Phytotherapie noch Mutterkraut und Pestwurz in Frage. Siehe dazu:

Heilpflanzen gegen Kopfschmerzen

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Weidenrinde kann Kopfschmerzen reduzieren

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Bereits der griechische Arzt Hippokrates setzte auf die Kraft der Weidenrinde bei Schmerzen aller Art – und das nicht ohne Grund: Weidenrinde enthalte Salicin, eine Vorstufe der im Schmerzmittel Aspirin verwendeten Acetylsalicylsäure und habe deshalb entzündungshemmende, schmerzlösende und fiebersenkende Eigenschaften, sagt Miriam Ortiz, Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren an der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Allerdings warnt sie wegen der ungewissen Wirkstoffmenge davor, Weidenrinde aus dem eigenen Garten zu verwenden.

Sie rät bei leichten Schmerzen bekannter Ursache unter anderem zu Weidenrindentee oder zu Weidenrinden-Präparaten aus der Apotheke: Erwachsene dürfen bei akuten Beschwerden bis zu fünfmal täglich eine Tasse als Aufguss von einem Teelöffel Weidenrinde (ca. 1,5 g) zu sich nehmen, sagt die Expertin Die Tagesdosis bei Fertigpräparaten liege bei 60 bis 120 Milligramm. Bei akuten Beschwerden sei kurzfristig eine Steigerung auf bis zu 240 Milligramm pro Tag möglich.

Dauerhaft solle man Weidenrinde – wie alle Arzneipflanzen – nicht einnehmen, betont die Allgemeinmedizinerin: Weidenrindentee und Weidenrinden-Präparate empfiehlt sie auch nicht für Kinder bis zwölf Jahren und bei einer bekannten Salicylsäureüberempfindlichkeit. Gerinnungsstörungen wie beim Aspirin werden in Untersuchungen zur Weidenrinde zwar nicht beschrieben. Trotzdem sollte die Einnahme bei zusätzlicher Therapie mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/weidenrinde-kann-kopfschmerzen-lindern-054147039.html

Kommentar & Ergänzung:

Erwähnenswert ist meines Erachtens noch, dass die Wirkung von Weidenrinde im Vergleich zu Aspirin langsamer einsetzt und dafür länger anhält.

Salicin ist keine Vorstufe von Acetylsalicylsäure (ASS), sondern eine verwandte Substanz, die im Organismus ebenfalls zu Salicylsäure umgewandelt wird, die ihrerseits entzündungswidrig, fiebersenkend und schmerzlindernd wirkt.

Salicin beeinflusst aber die Thrombozytenaggregation nicht. Weidenrinde ist deshalb ungeeignet als Ersatz für Aspirin Cardio.

Salicin ist im übrigen wohl nicht der einzige Wirkstoff in der Weidenrinde. An der Wirkung dürften Polyphenole mitbeteiligt sein.

Weidenrinden-Extrakt wird auch eingesetzt bei leichteren Gelenkschmerzen, zum Beispiel bei Arthrose.

Siehe auch:

Weidenrinde lindert Kopfschmerzen und Rheumabeschwerden

Phytotherapie bei Spannungskopfschmerzen, Migräne, Pfefferminzöl, Weidenrinde, Pestwurz

Weidenrinde und Aspirin nicht in einen Topf werfen

Naturheilmittel: Weidenrinde in der Schmerztherapie

Phytotherapie & Arthrose: Weidenrinde, Teufelskralle & Co.

Phytotherapie: Weidenrinde gegen Kopfschmerzen, Fieber, Rheumabeschwerden

Rheuma-Behandlung: Teufelskrallenwurzel und Weidenrinde empfohlen

Weidenrinden-Extrakte lindern Arthritis

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Weidenrinde lindert Kopfschmerzen und Rheumabeschwerden

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Weidenrinde kann gegen Kopfschmerzen und Rheumabeschwerden angewendet werden.

Genau wie viele synthetische Schmerzmittel enthalte die Rinde Salizylsäure, die die Bildung von Schmerz-, Entzündungs- und Fieberbotenstoffen im Körper hemme, erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg.

Im Gegensatz zur synthetisch produzierten Acetyl-Salizylsäure (ASS) greife die Weidenrinde nicht die Magenschleimhaut an. Sie kann gemäss Mayer deshalb über längere Zeit eingenommen werden. Allerdings wirke Weidenrinde nicht so rasch wie ihr chemisches Pendant ASS. Außerdem könne ASS vor Herzinfarkten und Schlaganfall schützen, weil sie die Verklumpung der Blutplättchen verhindere, sagt Mayer. Diese Wirkung habe Weidenrinde nicht.

Quelle:

http://www.aachener-zeitung.de/news/gesundheit-detail-az/2287258

Forschergruppe Klostermedizin

Kommentar & Ergänzung:

Das Glykosid Salicin aus der Weidenrinde ist chemisch zwar ähnlich aufgebaut wie die Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin), aber eben nicht identisch. Deshalb sind auch die Wirkungen der beiden Substanzen nicht deckungsgleich.

Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin macht eine wichtige Differenzierung, die sonst oft in Artikeln über die Weidenrinde nicht klar dargestellt wird:

Acetylsalicylsäure (Aspirin Cardio®) hemmt die Verklumpung der Bluttplättchen (Hemmung der Thrombozytenaggregation).

Salicin und damit die Weidenrinde hat diesen Effekt weder als therapeutische Wirkung noch als unerwünschte Nebenwirkung.

Siehe auch:

Weidenrinde und Aspirin nicht in einen Topf werfen

Weidenrinde – Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin)

Naturheilmittel: Weidenrinde in der Schmerztherapie

Heilpflanzen gegen Kopfschmerzen

Phytotherapie bei Arthrose: Weidenrinde & Teufelskralle

Phytotherapie: Heilpflanzen zur Schmerzbehandlung

Phytotherapie: Weidenrinde gegen Kopfschmerzen, Fieber, Rheumabeschwerden

Rheuma-Behandlung: Teufelskrallenwurzel und Weidenrinde empfohlen

Weidenrindenextrakte lindern Arthritis

Aspirin schützt offenbar nicht vor (erstem) Herzinfarkt

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Koffein verstärkt Wirkung von Schmerzmitteln

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Schmerzmittel mit Koffein-Zusatz waren lange Zeit umstritten. Wissenschaftler der Cochrane Collaboration haben sich nun aufgrund einer Metastudie für solche Kombiarzneien ausgesprochen.

Durch den Zusatz von 100 mg Koffein zu einem Analgetikum in Standarddosierung erhöht sich der Anteil an Patienten, deren akute Schmerzen deutlich nachlassen, um 5 bis 10 Prozent.

Cochrane-Forscher um Dr. Christopher J. Derry von der Uniklinik Oxford haben alle verfügbaren Daten zum Nutzen eines solchen Koffein-Zusatzes zusammengesucht und ausgewertet.

Sie werteten 19 randomisierte Doppelblindstudien mit 7238 Patienten aus, in denen eine Einzeldosis eines Analgetikums ( = Schmerzmittel) und eine Einzeldosis desselben Analgetikums plus Koffein bei akuten Schmerzen direkt verglichen wurden.

In der Mehrzahl der Studien wurde Paracetamol oder Ibuprofen verwendet, in zwei Studien ASS (= Acetylsalicylsäure, Aspirin), in einer ASS plus Paracetamol.

Koffein wurde mehrheitlich in Dosierungen von 100 bis 200 mg zugesetzt.

Anlass für die Therapie waren Kopfschmerzen, postoperative Zahnschmerzen, Schmerzen nach Entbindung, Dysmenorrhoe (Regelschmerzen, Periodenschmerzen, Menstruationskrämpfe) oder Halsschmerzen.

Mit Ausnahme von drei Vergleichspaaren waren die koffeinhaltigen Schmerzmittel den Monopräparaten numerisch überlegen.

Keine schmerzvermindernde Wirkung durch Koffein-Zusatz bei Menstruationsbeschwerden

Die Resultate aller Studien zeigten einen kleinen, jedoch signifikanten Vorteil für die Kombipräparate: Die Chance, dass mindestens die Hälfte der maximal möglichen Schmerzlinderung erreicht wurde, erhöhte sich um 10 Prozent.

Etwa 15 Patienten müssen ein Schmerzmittel plus Koffein bekommen, damit die Schmerzen bei einem Patienten mehr deutlich gemildert werden als mit dem Schmerzmittel allein.

Die schmerzvermindernde Wirkung des Koffeins war sowohl bei Kopfschmerzen wie auch nach Zahn-Operationen und Entbindungen festzustellen, jedoch nicht bei Menstruationsbeschwerden.

Die nötige Mindestmenge an Koffein lag bei 100 mg – ungefähr die Menge, die mit einer Tasse Kaffee zugeführt wird. Schwere unerwünschte Wirkungen in Zusammenhang mit der Behandlung wurden nicht registriert.

Quellen:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schmerz/article/809895/koffein-verstaerkt-schmerzmittel.html?sh=6&h=2139941732

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD009281.pub2/abstract;jsessionid=428E1290193A3DF3391D56CA2632CAF4.d01t02

Kommentar & Ergänzung:

Am Koffein-Zusatz in Analgetika wird kritisiert, dass die belebende Wirkung des Koffeins dazu führen könne, dass das Mittel länger als nötig eingenommen wird.

Pharmawiki schreibt dazu: „Die Kombination von Schmerzmitteln mit Coffein oder Beruhigungsmitteln kann die Wirksamkeit erhöhen. Diese Präparate sollen aber zurückhaltend eingesetzt werden, da sie eine Abhängigkeit vom Schmerzmittel und einen Schmerzmittel-Kopfschmerz begünstigen können.“

Der Nutzen des Koffein-Zusatzes in diesen Studien war ja offenbar nicht sehr gross, aber messbar.

Vielleicht liesse sich ja, wenn man ein Analgetika ohne Koffein-Zusatz einnimmt, mit einer Tasse Kaffee ausprobieren, ob man zu denjenigen Personen gehört, die vom Koffein-Zusatz profitieren.

Interessant ist, dass Patientinnen mit Dysmenorrhoe vom Koffein-Zusatz nicht profitierten. Beim Prämenstruellen Syndrom (PMS), was natürlich nicht das selbe ist wie Dysmenorrhoe, wird im allgemeinen empfohlen, auf Koffein zu verzichten, weil es die PMS-Symptome verstärken soll.

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