Beiträge

Kräuterwanderungen – Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die zu meinen Kräuterwanderungen oft gestellt werden. also die sogenannten „Frequently Asked Questions“ (FAQ):

Werden die Kräuterwanderungen bei jedem Wetter durchgeführt?

Ja. Ich behalte mir aber vor, die Route der Witterung anzupassen, insbesondere wenn die Sicherheit es erfordert. Nehmen Sie daher wetterfeste Kleidung mit.

Es wäre organisatorisch kaum möglich, kurzfristig eine solche Veranstaltung abzusagen und längerfristig sind die Prognosen zu ungenau.

Darüber hinaus bin ich auch der Meinung, dass das Wetter zur Natur gehört. Uns heutigen Menschen ist die Auseinandersetzung mit dem Wetter grossenteils abhanden gekommen. Ich selber bin natürlich gerne bei schönem Wetter unterwegs. Die Stimmungen in der Natur sind bei wechselhaftem Wetter aber oft eindrücklicher. Zudem kommt es nur selten vor, dass ein Tag durchgängig nass ist und oft ist das Wetter vor Ort besser, als es vom Wetterbericht her zu erwarten war. Nur weil die Wetterprognose ein Wölkchen zeigt, muss der Tag noch nicht schlecht werden – so ist jedenfalls meine Erfahrung.

Wie fit muss ich körperlich sein?

Das ist unterschiedlich bei den verschiedenen Touren. Klar ist, das wir in der Regel den ganzen Tag wandernd unterwegs sind, allerdings mit Unterbrüchen, weil wir ja immer wieder Pflanzen anschauen.

Es gibt flachere Touren und solche mit Auf- und/oder Abstiegen. Wenn Ihnen das aus der Kursbeschreibung zu wenig klar wird und sie unsicher sind, ob Sie der Tour körperlich gewachsen sind, dann rufen Sie mich am besten vor der Anmeldung an. Am Telefon lassen sich diese Fragen am besten klären (052 202 20 29).

Als grobe Richtlinie könnte man noch sagen: Wenn in der Kursausschreibung „Wanderfähigkeit“ vorausgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, eine Strecke etwa in derjenigen Zeit zu wandern, die auf den gelben Wanderwegweisern angegeben ist. Wenn in der Kursausschreibung „Bergwanderfähigkeit“ vorausgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, eine Strecke etwa in der Zeit zu wandern, die auf den weiss-rot-weiss markierten Wanderwegweisern angegeben ist. Bergwanderfähigkeit setzt zudem eine normale Trittsicherheit voraus,

Braucht es botanische oder phytotherapeutische Vorkenntnisse?

Nein, botanische oder phytotherapeutische Vorkenntnisse sind nicht nötig, aber auch kein Hindernis.

Sammeln wir auch Pflanzen auf den Kräuterwanderungen?

Nein, wir sammeln keine Pflanzen. Ich halte es für unsinnig, mit einer ganzen Gruppe Heilkräuter zu sammeln. Dadurch wird an einem Ort oft viel zu viel gepflückt, was den Beständen schaden könnte. Sie können auf meinen Kräuterwanderungen Erkennungsmerkmale und Verwechslungsmöglichkeiten kennenlernen – und danach selber mit dem nötigen Respekt sammeln, was Sie brauchen können.

Was kann ich genau lernen auf den Kräuterwanderungen?

Im Zentrum der Kräuterwanderungen stehen natürlich die Heilpflanzen und da geht es in erster Linie um das genaue Wahrnehmen. Wir laufen ja oft ziemlich blind durch die Welt, auch wenn unsere Augen vollkommen intakt sind. Nicht selten sagen mir Teilnehmende nach dem Kurs, dass sie nun viel mehr Blumen sehen. Dann ist ein Ziel erreicht, denn die (wahrgenommene) Welt wird so bunter, lebendiger und reichhaltiger. Ich erzähle auf den Kräuterwanderungen aber auch gerne Geschichten zu den Heilpflanzen, über ihre Wirkungen, Erkennungsmerkmale, Lebensweisen und über ihre frühere Bedeutung im Volks- und Aberglauben.

Ich finde es allerdings nicht sehr sinnvoll, auf einer Kräuterwanderung nur Pflanzen zu beachten, die uns unmittelbaren Nutzen bringen, also als Heilpflanzen oder als Wildgemüse gebraucht werden können. Wir werden darum auch Pflanzen anschauen und kennenlernen, die „nur“ das Auge oder das Herz erfreuen. Und ich werde gerne vielleicht auch einmal etwas sagen, wenn ein interessanter Vogel zu hören ist oder ein schöner Schmetterling vorbeigaukelt. Wir versuchen also, neben den Heilkräutern auch die Natur als Ganzes wahrzunehmen und ich habe mir seit den ersten geleiteten Exkursionen im Jahr 1986 ein vielfältiges Wissen erwerben können.

Kann ich meinen Hund mitnehmen?

Nein, ich habe entschieden, keine Hunde mitlaufen zu lassen. Wir machen nicht einfach eine Wanderung. Es gibt dazwischen immer wieder Unterrichtssequenzen. Und im Unterricht – so meine Erfahrung – hat auch ein ganz netter Hund durchaus Störungspotential. Das ist nicht hundefeindlich gemeint.

Ab welchem Alter können Kinder mitkommen?

Meine Kurse richten sich von Stil und Inhalt her an Erwachsene. Kindern müsste man didaktisch etwas ganz anderes anbieten. Für Kinder sind meine Kräuterwanderungen daher ungeeignet. Gute Erfahrungen habe ich aber schon mit Jugendlichen gemacht, falls sie speziell an Biologie und Botanik interessiert sind. Fragen Sie mich im Zweifelsfall.

Gibt es Geschenkgutscheine?

Wir haben keine vorgedruckten Geschenkgutscheine, finden es aber eine gute Idee, Kräuterwanderungen zu verschenken an Leute, die an Pflanzen interessiert sind und sich gerne in der Natur bewegen. Ich würde allerdings empfehlen, ein solches Geschenk nicht „blind“ zu machen, sondern mit der beschenkten Person zusammen entscheiden, für welche Tour und welches Datum sie sich am meisten interessiert.

Es ist auch unumgänglich, dass die beschenkte Person vor der Anmeldung die Kursausschreibung gelesen, hat, damit sie die körperlichen Voraussetzungen kennt und einschätzen kann, ob die Tour für sie geeignet ist.

Bei der Anmeldung können Sie meiner Mitarbeiterin mitteilen, wem die Rechnung und wem die Kursinformationen zu schicken sind.

Habe ich Zeit zum Fotografieren auf den Kräuterwanderungen?

Grundsätzlich schon. Ich habe immer wieder Teilnehmende auf Kräuterwanderungen, die tolle Fotos machen (und sie mir manchmal für die Flickr-Fotoplattform zur Verfügung stellen). Sie müssen sich beim Fotografieren allerdings dem Tempo der Gruppe anpassen. Die Wanderungen sind in der Regel zeitlich so berechnet, dass wir zu einer bestimmten Zeit zum Beispiel an einer Busstation sein müssen. Wir können also nur sehr ausnahmsweise warten, bis die Sonne optimal steht……

Was heisst „hohe Wanderschuhe“?

Bei manchen Kräuterwanderungen steht unter „Mitnehmen“: Hohe Wanderschuhe.

Das bedeutet: Über den Knöchel reichend und mit Profilgummisohle.

Wenn ich schreibe „Mitnehmen: Hohe Wanderschuhe“, dann ist das nicht nur eine Empfehlung – dann meine ich das auch so – und behalte mir vor, Leute mit ungenügendem Schuhwerk nicht mitzunehmen. Das ist eine Sicherheits- und Haftungsfrage, die nicht verhandelbar ist. Steht nur „Wanderschuhe“, dann empfehle ich zwar ebenfalls hohe Wanderschuhe, doch können sie auch mit anderen wandertauglichen Schuhen teilnehmen.

Trifft man auf den verschiedenen Kräuterwanderungen unterschiedliche Pflanzen oder dieselben?

Es gibt Pflanzen, die kommen sehr weit verbreitet vor, und die trifft man daher fast auf jeder Kräuterwanderung. Dann gibt es aber immer auch Unterschiede zwischen den einzelnen Kräuterwanderungen. Das hängt vom Boden ab (trocken oder feucht, sauer oder basisch), von der Lage (schattig oder sonnig), von der Höhe über Meer (Flachland oder Alpenregion) und von der Jahreszeit (Frühling oder Sommer).

Wenn Sie möglichst verschiedene Pflanzen kennenlernen möchten, empfehle ich die Exkursionen zu variieren bezüglich Jahreszeit, Region und Höhenlage. Manchmal lassen sich auch aus der Ausschreibung Unterschiede herauslesen. Eine Exkursion im Auenwald im Flachland (zum Beispiel „Petite Camargue“) bietet andere Pflanzen als eine Exkursion an einem trockenen Südhang in höheren Lagen (z, B. Rigi).

Unterstreichen möchte ich aber, dass es beim Kennenlernen von Pflanzen auch wichtig ist, dieselbe Pflanze mehrfach anzuschauen. Wiederholung macht auch hier den Meister oder die Meisterin. Sie können mit mir also quasi Lehr-Gänge machen, wenn Sie über einen gewissen Zeitraum immer wieder einmal eine Kräuterwanderung mitmachen – und dabei Schritt für Schritt vertrauter werden mit der Pflanzenwelt und mit der Natur überhaupt.

Sind die Kräuterwanderungen EMR-anerkannt?

Keine Ausbildungsinstitution hat vom EMR eine schriftliche Anerkennung. Schon seit vielen Jahren reichen aber Naturheilpraktikerinnen und Naturheilpraktiker Teilnahmebescheinigungen meiner Weiterbildungskurse und Lehrgänge beim EMR ein. Dass dabei Schwierigkeiten aufgetreten wären, ist mir nicht bekannt. So gehe ich davon aus, dass das auch in Zukunft klappen sollte. Für einen Tag Kräuterwanderung können Sie mit der Bescheinigung von 6 mal 60 Minuten rechnen.

(Erklärung für „Uneingeweihte“: Das EMR = Erfahrungsmedizinische Register ist einer Firma, die Entscheidet, wer als Naturheilpraktiker / Naturheilpraktikerin über Zusatzversicherungen abrechnen darf. Dazu zählt das EMR eingerechte Ausbildungsstunden und Weiterbildungsstunden zusammen).

Gibt es eine maximale Zahl an Teilnehmenden?

Ja, pro Kräuterwanderung hat es maximal 16 Plätze.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Kräuterwanderwochen 2013 in Lenk und Mürren

Diesen Artikel teilen:

Wer gerne auf Bergwanderungen Heilpflanzen und Alpenblumen kennenlernen möchte, kann das in den Kräuterwanderwochen in Lenk im Simmental und in Mürren bei Lauterbrunnen.

Die Kräuterwanderwoche in Lenk findet 2013 statt vom 29. Juni bis 4. Juli.

Lenk hat eine vielfältige Alpenflora, eindrückliche Berglandschaften und abwechslungsreiche Wanderungen.

In Mürren sind wir vom 6. – 11. Juli. Die Berglandschaft hier wird dominiert von den berühmten Berggipfeln des Berner Oberlandes wie Eiger, Mönch, Jungfrau, Grosshorn, Breithorn. Wir erkunden hier das wildromantische Sefinental, das Hintere Lauterbrunnental und das Engetal mit seiner wunderbaren Felsenflora. Wie schaffen es diese Alpenpflanzen nur, in dieser Höhe und in dieser Steinwelt zu überleben.

Selbstverständlich werden wir in beiden Kursen den Heilpflanzen spezielle Beachtung schenken. Sie hören dazu interessante Geschichten über die Verwendung der Heilpflanzen im Volks- und Aberglauben, aber auch die neueren Erkenntnisse der der modernen Arzneipflanzenforschung.

Gönnen Sie sich 2013 naturnahe Aktivferien in den Bergen.

Die Details zu den Kursen finden Sie via Kurskalender.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Unkritisches Porträt des Homöopathie-Gründers Samuel Hahnemann

Diesen Artikel teilen:

RadioWissen auf Bayern 2 bringt oft informative Sendungen. Das kürzlich ausgestrahlte Porträt Samuel Hahnemanns strotzt aber vor unkritischer Naivität und Einseitigkeit.

Samuel Hahnemann kommt das Verdienst zu, dass er die grösstenteils unwirksamen und zugleich belastenden Behandlungsmethoden der Medizin seiner Zeit (z. B. Aderlass, Quecksilberbehandlungen) weggelassen und durch ebenfalls unwirksame, aber unschädliche Interventionen ersetzt hat. Davon haben seine Patientinnen und Patienten profitiert. Er hat aber auch mit ausgesprochen missionarischem Gestus ein hoch dogmatisches System aufgebaut, das viele seiner Anhängerinnen und Anhänger bis heute unkritisch nachbeten.

Dass RadioWissen die doch ziemlich weit hergeholten Überzeugungen Hahnemanns ohne jedes Fragezeichen und ohne jede Distanz als Fakt wiedergibt, ist schon sehr bemerkenswert.

Auch im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin zeigt sich eine Tendenz im Journalismus, dem Publikum einfach zu liefern, was es zu hören, zu sehen oder zu lesen wünscht. Das mag gut sein für Quoten und Verkaufszahlen, nicht aber für die notwendige sorgfältig-kritische Auseinandersetzung mit solchen Themen.

Hier finden Sie die Radiosendung zum Nachhören.

Und hier ein Aufzählung Samuel Hahnemanns mit all den Faktoren und Einflüssen,  die eine homöopathische Behandlung unwirksam machen (aus dem Organon der Heilkunst):

„Kaffee, feiner chinesischer und anderer Kräuterthee; Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht, sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure, alle Arten Punsch, gewürzte Schokolade, Riechwasser und Parfümerieen mancher Art, stark duftende Blumen im Zimmer, aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus. Riechkißchen, hochgewürzte Speisen und Saucen, gewürztes Backwerk und Gefrornes mit arzneilichen Stoffen, z.B. Kaffee, Vanille u.s.w. bereitet, rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen, Gemüße von Kräutern, Wurzeln und Keim-Stengeln (wie Spargel mit langen, grünen Spitzen), Hopfenkeime und alle Vegetabilien, welche Arzneikraft besitzen, Selerie, Petersilie, Sauerampfer, Dragun, alle Zwiebel-Arten, u.s.w.; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, (Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzu junges Kalbfleisch und saure Speisen; Salate aller Art), welche arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen als jedes Uebermaß, selbst das des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige, nicht mit viel Wasser verdünnte Getränke; Stubenhitze, schafwollene Haut-Bekleidung, sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft, oder öftere, bloß negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln), übermäßiges Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten), Lesen in wagerechter Lage, Nachtleben, Unreinlichkeit, unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften, Onanism oder, sei es aus Aberglauben, sei es um Kinder-Erzeugung in der Ehe zu verhüten, unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf; Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses, leidenschaftliches Spiel, übertriebene Anstrengung des Geistes und Körpers, vorzüglich gleich nach der Mahlzeit; sumpfige Wohngegend und dumpfige Zimmer; karges Darben~ u.s.w. Alle diese Dinge müssen möglichst vermieden oder entfernt werden, wenn die Heilung nicht gehindert oder gar unmöglich gemacht werden soll.“

Da fragt es sich doch, wie Homöopathie überhaupt möglich ist, wenn man die Aussagen Samuel Hahnemanns ernst nimmt. Aber RadioWissen blendet aus, was nicht ins harmonische Hahnemann-Bild passt. Eine derart schlagseitige, geglättete Darstellung trägt zur Verdummung bei und passt nicht so recht in ein Sendegefäss mit dem Namen RadioWissen. Meine Erwartung an ein solches Porträt wäre, dass ein Menschen auch in seinen Widersprüchen fassbar gemacht wird. Bei Politikern, Kaisern, Philosophen, Schriftstellern etc. gelingt das der Redaktion von RadioWissen doch auch – warum nicht bei Hahnemann?

Quellenangabe siehe:

Menthol & Kampfer – warum nicht zusammen mit Homöopathie?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Kräuterexkursion 15. – 17. Juni 2012: Heilpflanzen und Wildblumen kennen lernen auf der Rigi

Diesen Artikel teilen:

Noch nichts vor nächstes Wochenende?

Am 15. – 17. Juni findet auf der Rigi ein Wochenendkurs zum Kennenlernen von Heilpflanzen und Wildblumen statt. Der Wetterbericht verspricht ideale Bedingungen und beste Aussicht auf den Vierwaldstättersee und die Alpenkette.

Hier die wichtigsten Infos:

Hoch über dem Vierwaldstättersee und gegenüber der Alpenkette ist der Rigi-Südhang ein ganz spezieller Ort für unsere botanischen Streifzüge. Wir starten am Freitag mit dem Abendessen und nutzen die Zeit bis zur Dämmerung für erste Entdeckungen in der Pflanzenwelt. Für Samstag und Sonntag sind zwei Tageswanderungen am Rigi-Südhang vorgesehen. Wir entdecken dabei zauberhafte Orte und Wege, die vom Touristenstrom unberührt sind. Sie lernen dabei zahlreiche Heilkräuter, Wildblumen und Alpenpflanzen kennen, hören unterwegs spannende Geschichten über ihre Bedeutung im Volksglauben und Aberglauben sowie Wissenswertes über ihre Lebensweise.

Bei den Heilpflanzen erfahren Sie zudem ihre Wirkungen entsprechend dem gegenwärtigen Stand des Wissens.

Kursleiter:

Martin Koradi, Winterthur, Schweiz

ursprünglich dipl. Drogist, seit 1983 Lehrer für Heilpflanzenkunde und Dozent für Phytotherapie, leitet Heilkräuterexkursionen seit 1986 und bildet am „Seminar für Integrative Phytotherapie“ Pflegefachleute aus für Heilpflanzen-Anwendungen in Pflegeheimen, Spitex, Palliative Care und Kliniken.

Unterkunft / Verpflegung:

Hotel Edelweiss, Rigi Staffelhöhe

Das Hotel Edelweiss, ein traditionsreicher Familienbetrieb, der mit frischem Wind geführt wird, passt perfekt zu unserem Kräuterkurs. Und die Staffelhöhe ist einer der schönsten Plätze auf der faszinierenden Rigi.

Mitnehmen: Regenschutz, Sonnenschutz, hohe Wanderschuhe, Tagesrucksack, Feldflasche, Notizblöckchen.

Falls vorhanden: Lupe, Feldstecher, Pflanzenbestimmungsbücher.

Voraussetzungen: Bergwanderfähigkeit, normale Trittsicherheit.

Anzahl Teilnehmer/innen: Maximal 16 Personen.

Kurskosten: Fr. 250.-

Kosten für Unterkunft & Verpflegung (Halbpension) im Hotel Edelweiss:

Im Doppelzimmer Fr. 200.- / Person

Doppelzimmer von einer Person genutzt: Fr. 300.-

Dieser Preis beinhaltet:

– Zwei Übernachtungen im Hotel Edelweiss

– Grosses Frühstücksbuffet

– Halbpension (4-Gang) an beiden Abenden.

Auf Wunsch gibt das Hotel Edelweiss für das Mittagessen unterwegs Lunchpakete mit, die separat verrechnet werden.

Kursbeginn: Freitag 15. Juni 2012, 18.30 im Hotel Edelweiss, Rigi Staffelhöhe

Kursende: Sonntag, 17. Juni, etwa 17.00 Uhr.

Anmeldung: Hotel Edelweiss, Staffelhöhe, Rigi Kaltbad, http://www.edelweiss-rigi.ch/, Tel. 041 399 88 00.

Weitere Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare finden Sie hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Kinder & Naturerlebnis

Diesen Artikel teilen:

Der „Tages-Anzeiger“ stellte in der Ausgabe vom 31. 12. 2010 die Umweltwissenschaftlerin Petra Lindemann-Matthies vor. Sie erforscht, wie sich Biodiversität auf die Menschen auswirkt.

Zitat:

„Pokemons bekannter als Käfer

Petra Lindemann-Matthies erzählt davon, wie achtjährige Kinder mit Leichtigkeit jede Menge Pokemon-Figuren unterscheiden, sich aber bei einheimischen Wildpflanzen oder Tieren schwertun. Wenns gut geht, wird der Marienkäfer als Käfer bezeichnet, während die Kinder bei den Pokemons virtuos komplexe Namen wie Porygon oder Nidoqueen aufzählen. ‚Offensichtlich gelingt es den Pokemon-Herstellern erheblich besser, Interesse an Arten zu wecken, als unser Erziehungssystem’, sagt Lindemann-Matthies…..

Buschwindröschen, Sumpfdotterblume, Männertreu. Erinnerungen an furchtbar langweilige Schulstunden kommen hoch. Pressen, zeichnen, auswendig lernen. Vergessen. Wollen Sie das den Kindern wieder antun, Frau Lindemann-Matthies?

‚Um Gottes Willen, nein! Man muss mit ihnen raus.’“

Es ist tatsächlich sehr beunruhigend, dass viele Kinder offenbar vollkommen an der Natur vorbei leben. Nicht nur, dass ihnen dadurch viele ästhetische Erlebnisse mit den kleinen Wundern am Wegrand entgehen. Kontakt zur Natur ist auch eine wichtige Ressource in persönlichen Krisenzeiten.

Man muss mit ihnen rausgehen, fordert Lindemann-Matthies. Der kritische Punkt dabei ist allerdings, dass viele Eltern, Grosseltern oder Lehrpersonen auch nicht gerade viel Ahnung von der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt besitzen, weil sie das selber nicht mehr mitbekommen haben. Wie soll man da als Kontaktvermittler zu Pflanzen und Tieren wirken können?

Wenn Sie also als (angehende) Eltern, (angehende) Grosseltern oder als Lehrperson diese Verbindung zu Pflanzen und Tieren vermitteln wollen, dann suchen Sie am besten selbst den Kontakt zur Natur. Es reicht nämlich auch nicht, die Kinder einmal im Jahr in ein Naturerlebnis-Wochenende zu schicken. Kontakt zur Natur und Freude oder Interesse an Pflanzen und Tieren wird Kindern wohl am besten im Alltag häppchenweise bei passenden Gelegenheiten vermittelt.

Für Eltern, Grosseltern, Lehrpersonen und andere Naturinteressierte biete ich jeden Frühling und Sommer ein vielfältiges Exkursionsprogramm an. Sie können dabei Ihre Naturkenntnisse erweitern und Ihre Wahrnehmung schärfen für Pflanzen und Tiere. Zudem hören Sie spannende Geschichten und Phänomene aus dem Leben von Pflanzen und Tieren, die Sie Kindern weiter erzählen können. Dabei werden wir uns nicht in komplexe Details verlieren, die nur für Spezialisten interessant sind. Meine Kompetenz ist es, die ersten Schritte zu vermitteln im Kontakt zu Wildblumen, Alpenpflanzen, Heuschrecken, Schmetterlingen, Spinnen, Käfern, Libellen, Vögeln etc.

Sie werden auch Interessantes hören über die Bedeutung von Pflanzen im sogenannten Volks- und Aberglauben und über ihre frühere und heutige Verwendung. Beim Thema „Heilpflanzen“ bin ich Spezialist und vermittle Wissen über ihre Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten.

Pflanzen und Tiere quasi gleichberechtigt stehen im Zentrum der Natur-Seminare in Trin / Flims. Sie eignen sich daher besonders gut für Eltern, Grosseltern und Lehrpersonen, welche Kindern Zugang zur Natur vermitteln möchten. Natürlich sind Sie aber genauso willkommen, wenn Sie einfach nur für sich selbst mehr über die Pflanzen und Tiere wissen möchten.

Auf meinen Heilkräuter-Exkursionen und Alpenblumenkursen steht naturgemäss  die Pflanzenwelt im Zentrum. Doch werden wir immer auch die dazugehörige Tierwelt im Auge behalten, so dass Sie auch in diesem Bereich neue Entdeckungen machen können.

Infos:

Natur-Seminare Trin / Flims

Exkursionen zu Heilpflanzen & Alpenblumen (verschiedene Angebote im Kurskalender)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Menthol & Kampfer – warum nicht zusammen mit Homöopathie?

Diesen Artikel teilen:

Ich werde immer wieder gefragt ob es richtig ist, dass Menthol & Kampfer nicht zusammen mit Präparaten der Homöopathie eingenommen werden dürfen. Menthol & Kampfer sollen – so die in der Homöopathie offenbar verbreitete Überzeugung – die Wirksamkeit der Homöopathie stören.

Diese Frage kommt in Heilpflanzen-Kursen auf, weil Menthol als Bestandteil von Pfefferminzöl und Kampfer als Bestandteil von Erkältungskrankheiten in der Phytotherapie eine Rolle spielen.

Als Vertreter der Phytotherapie kann ich diese Frage nicht wirklich beantworten, weil sie eigentlich an Vertreterinnen oder Vertreter der Homöopathie gerichtet werden müsste.

Ich selber habe allerdings beim Versuch,  von Homöopathinnen und Homöopathen  eine Antwort auf diese Frage und ein Begründung für die angebliche Störwirkung von Menthol & Kampfer zu bekommen, sehr widersprüchliche Antworten erhalten.

Und ich kann mir aus Sicht der Phytotherapie nicht vorstellen, weshalb ausgerechnet Menthol & Kampfer problematisch sein sollen, die Vielzahl von verwandten Stoffen in Heilpflanzen,  Gemüsen oder Gewürzen jedoch  nicht.

Darum bin ich dieser Frage nachgegangen.

Samuel Hahnemann (1755 – 1843), der Begründer der Homöopathie, hat 1810 ein Buch veröffentlicht: Das Organon der Heilkunst. In dieser „Bibel der Homöopathie“ die noch heute das Mass aller Dinge in der Homöopathie ist, steht genau beschrieben wie Homöopathie nach Ansicht Hahnemanns funktioniert und wie man sie anwendet.

Aufschlussreich ist vor allem eine Anmerkung Hahnemanns zu §284 des Organons (3. Auflage von 1824). Dort listet Samuel Hahnemann alles auf, was einer effektiven Behandlung der Homöopathie entgegenwirkt:

„ Kaffee, feiner chinesischer und anderer Kräuterthee; Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht, sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure, alle Arten Punsch, gewürzte Schokolade, Riechwasser und Parfümerieen mancher Art, stark duftende Blumen im Zimmer, aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus. Riechkißchen, hochgewürzte Speisen und Saucen, gewürztes Backwerk und Gefrornes mit arzneilichen Stoffen, z.B. Kaffee, Vanille u.s.w. bereitet, rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen, Gemüße von Kräutern, Wurzeln und Keim-Stengeln (wie Spargel mit langen, grünen Spitzen), Hopfenkeime und alle Vegetabilien, welche Arzneikraft besitzen, Selerie, Petersilie, Sauerampfer, Dragun, alle Zwiebel-Arten, u.s.w.; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, (Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzu junges Kalbfleisch und saure Speisen; Salate aller Art), welche arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen als jedes Uebermaß, selbst das des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige, nicht mit viel Wasser verdünnte Getränke; Stubenhitze, schafwollene Haut-Bekleidung, sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft, oder öftere, bloß negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln), übermäßiges Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten), Lesen in wagerechter Lage, Nachtleben, Unreinlichkeit, unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften, Onanism oder, sei es aus Aberglauben, sei es um Kinder-Erzeugung in der Ehe zu verhüten, unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf; Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses, leidenschaftliches Spiel, übertriebene Anstrengung des Geistes und Körpers, vorzüglich gleich nach der Mahlzeit; sumpfige Wohngegend und dumpfige Zimmer; karges Darben~ u.s.w. Alle diese Dinge müssen möglichst vermieden oder entfernt werden, wenn die Heilung nicht gehindert oder gar unmöglich gemacht werden soll.“

Da steht jedenfalls nichts Konkretes von Menthol oder Kampfer, dafür eine ganze Reihe von Einschränkungen, bei denen man sich fragt, ob diese Regeln irgendjemand einhalten kann.

Meinem Eindruck nach handelt es sich bei diesen Einschränkungen – und wohl auch bei Menthol & Kampfer – um eine Immunisierung gegen Misserfolg.

Damit ist gemeint:

Wenn für den Erfolg einer Theorie – hier also für das Eintreten einer Heilwirkung – sehr viele komplexe Bedingungen erfüllt sein müssen, dann lässt sich beim Ausbleiben dieser Wirkung immer ein Faktor finden, der für das Scheitern verantwortlich gemacht werden kann. Irgend ein angenommener Regelverstoss erlaubt es, den Misserfolg zu erklären.  Eine ausbleibende Heilwirkung  weist dann nicht auf fehlende Wirksamkeit hin, sondern nur auf einen der zahlreichen Störfaktoren. So wird eine Theorie vor Misserfolgen geschützt bzw. eben „immunisiert“.

Falls Sie in homöopathischer Behandlung sind und kein Menthol bzw. Kampfer verwenden dürfen, dann fragen Sie doch nach genauen Begründungen für diese Regeln. Meiner Ansicht nach werden in der Komplementärmedizin allzuoft Regeln fraglos hingenommen, was jeder Idee eines mündigen Patienten widerspricht.

Wir sollten uns meiner Ansicht nach nicht daran gewöhnen, Regeln und Vorschriften einfach blind zu befolgen. Ich erwarte auch von meinem Hausarzt selbstverständlich Begründungen und bekomme sie auch. Ich will überzeugt werden und mich nicht schön brav  verhalten wie ein folgsames Schaf (…wobei das vielleicht ein Vorurteil ist gegenüber „Pullover-Kühen“).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Universität Bern: Sehr fragwürdige Aussagen zur Anthroposophischen Medizin

Diesen Artikel teilen:

Unter dem Titel „Hauptsache irrational“ druckt „Das Magazin“ (Nr. 41 / 2010, PDF hier) ein Gespräch mit Peter Brugger, dem Leiter der Abteilung für Neuropsychologie am Universitätsspital Zürich und Erforscher des Aberglaubens. Der informative und fundierte Text befasst sich unter anderem mit Esoterik, Wissenschaftsfeindlichkeit und Homöopathie.

Auf die Frage von Finn Canonica und Birgit Schmid, ob der Wettstreit zwischen Wissenschaft und unwissenschaftlichem Denken nicht vielleicht einfach zu einer offenen und liberalen Gesellschaft gehöre, antwortet Peter Brugger:

„Das ist eine gefährliche Tendenz. Schauen Sie nur, wie an deutschen Universitäten mit Alternativmethoden gearbeitet wird und die Paramedizin Einzug hält. Sobald das Volk sagt, Schulmedizin und Alternativmedizin sind gleichwertig, entstehen ganze Universitäten, die sich alternativem Unsinn widmen. Nach geduldigem Schürfen gelangt dann irgendein erstaunlicher Befund an die Öffentlichkeit, und schon glauben die Leute, dieser sei nun rational, da er an einer Universität erhoben wurde. Das nimmt eine Eigendynamik an und ist bedenklich.“

Dazu vier Anmerkungen:

1. Meiner Ansicht nach gehört die Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und unwissenschaftlichem Denken fraglos zu einer offenen und liberalen Gesellschaft. Schulen aller Stufen und die Wissenschaft selber sind an diesem Punkt stark gefordert und haben zum Teil grossen Nachholbedarf. Sehr viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen meines Erachtens noch lernen, diesen Diskurs mit der Öffentlichkeit überzeugend zu führen.

2. Es gibt meines Erachtens an Universitäten auch sinnvolle Forschung zu Themen aus der Komplementärmedizin, aber auch Anpassungen an einen esoterischen Zeitgeist, die zu den fragwürdigen pseudowissenschaftlichen Aktivitäten führen, welche Peter Brugger in seiner Antwort beschreibt.

3. Das „Volk“ habe gesagt, Schulmedizin und Alternativmedizin seien gleichwertig oder zu mindestens gleichwertig zu behandeln. Diese Schlussfolgerung wird von vielen Protagonisten der Komplementärmedizin aus dem Resultat der Abstimmung vom 17. Mai 2009 gezogen. Mit diesem „Volkswillen“ werden dann die verschiedensten Forderungen nach Privilegierung begründet, beispielsweise dass Präparate aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin auch weiterhin ohne Wirksamkeitsnachweis von der Grundversicherung bezahlt werden. Auch wenn ein pauschaler „Volkswille“ postuliert wird, sind solche „Privilegierungsforderungen“ genau zu prüfen. Der populistische Druck mit einem vagen „Volkswillen“ ist hoch problematisch. Peter Brugger spricht hier einen Punkt an, der kritischer Aufmerksamkeit bedarf.

4. Peter Brugger kritisiert den Einzug von Paramedizin und  Alternativmethoden an deutschen Universitäten. Ergänzend könnte man dazu sagen: „Warum denn in die Ferne schweifen, sieh das Schlechte liegt so nah.“ (Goethe umgedreht).

Zum Beispiel an der ehrwürdigen Universität Bern:

Aufgrund eines bereits einige Jahre zurückliegenden kantonalen Volksentscheides gibt es an der Universität Bern eine „Kollegiale Instanz Komplementärmedizin“ (KIKOM).

Anthroposophische Medizin ist ein Schwerpunkt der KIKOM.

Die Darstellung der Anthroposophischen Medizin auf der Website der Universität Bern ist allerdings total irreführend.  Keine Spur von auch nur einigermassen neutraler Information. Statt dessen pure Propaganda und eine Täuschung der Öffentlichkeit mit absurden Formulierungen. Zitat:

„Die moderne Anthroposophie wurde von Dr. Rudolf Steiner (1861-1925) begründet als eine Geisteswissenschaft, die sich mit dem Immateriellen in Mensch und Natur auf eine vergleichbare Art wissenschaftlich beschäftigt, wie die Naturwissenschaft mit dem Materiellen.“

http://www.kikom.unibe.ch/content/fachbereiche/bla/index_ger.html, 20. 10. 2010


Dieser Satz enthält meiner Ansicht nach eine geballte Ladung an Bullshit und wirft mindestens zwei Fragen auf:

1. Was ist modern an der Anthroposophie?

Meiner Ansicht nach ist es eine der wichtigen Errungenschaften der Moderne, dass Krankheit und Behinderung nicht mehr mit Sünde und moralischen Verfehlungen verknüpft werden. Wer nur schon eine Ahnung hat von Medizingeschichte weiss, wie viel Unglück mit solchen moralisierenden Unterstellungen verbunden war – und immer noch ist.

Anthroposophische Medizin aber besteht in ihrem Kern aus der Überzeugung, dass Krankheit und Behinderung Folge moralischer Verfehlungen in einem früheren Leben sind.

Lügenhaftigkeit zum Beispiel führt in einem späteren Leben zu geistiger Behinderung.

Siehe:

Komplementärmedizin-Abstimmung: Kritische Anmerkungen zur Anthroposophischen Medizin

Kritische Fragen an Simonetta Sommaruga zur Förderung der Anthroposophie

Anthroposophische Medizin ins Medizinstudium – offene Fragen

Anthroposophische Medizin dreht an diesem Punkt das Rad zurück und betreibt eine Remoralisierung der Heilkunde.  Sie unterstellt kranken und behinderten Menschen moralisches Versagen in einem früheren Leben und arbeitet dann engagiert an einer Verbesserung dieses angeblich desolaten Karmas. Über diesen Kern der Lehre reden Anthroposophen allerdings mit Uneingeweihten – die noch nicht so weit sind – nur ungern.

Doch der lupenreine Anthroposoph Adolf Baumann nennt die Karmaidee in seinem “ABC der Anthroposophie” gar das Herzstück der anthroposophischen Weltanschauung (Bern 1986). Und Michaela Glöckner, die langjährige Leiterin der Medizinischen Sektion am Goetheanum schreibt im von ihr herausgegebenen Buch “Anthroposophische Medizin” (Verlag Freies Geistesleben, 1993, S. 27/28):

“Rudolf Steiners bedeutendste Leistung war es, zu der blossen Annahme von wiederholten Erdenleben, wie sie von vielen Menschen geteilt wird (z. B. Goethe, Lessing, Friedrich der Grosse, Stefan Zweig, Wilhelm Busch), mit Hilfe seiner Geistesforschung zu einer umfassenden Darstellung der Gesetzmässigkeit zu kommen, nach denen sich die wiederholten Erdenleben vollziehen.
Erst die Kenntnis dieser Gesetzmässigkeiten macht ein vollbewusstes Mitarbeiten am Krankheitsschicksal möglich.”

Anthroposophische Medizin  – eine Geisterheilkunde

Im Krankheitsverständnis der Anthroposophischen Medizin spielen Ahriman und Luzifer eine zentrale Rolle,  die beiden Widersachermächte der Anthroposophie. Eine Lungenentzündung bekommt, wer sich  in einem früheren Leben  sinnliche Ausschweifungen zuschulden kommen liess, und daher nun mit  Luzifer im Krieg steht. Im Falle von Lungentuberkulose dagegen geht es um eine Auseinandersetzung mit Ahriman.

Siehe:

Anthroposophische Pflege – offenen Fragen

Anthroposophische Medizin steht im Kampf gegen die Widersachermächte Ahriman und Luzifer.  Da stellt sich doch die Frage, warum nicht auch der katholische Exorzismus in die KIKOM der Universität Bern  integriert wird. Hier zeigt sich ein eklatantes Versagen der Katholischen Kirche in Sachen Lobbying.

Es fragt sich aber auch sonst, was denn die Universität Bern modern findet an der Anthroposophie.

Die Wurzelrassenlehre, wonach zum Beispiel Indianer genauso wie die Affen eine  dekadente Abzweigung sind in der Entwicklung der Menschheit hin zum Europäer bzw. zum Arier?

(GA 100, Vortrag vom 22. 11. 1907)

Oder die Vorstellung, dass Indianer nicht etwa ausgerottet wurden, sondern aussterben mussten aufgrund ihres schlechten Karmas?

(GA 121, Vortrag vom 10. 6. 1910)

Dass eine remoralisierende Geistermedizin an der Universität Bern  Platz gefunden hat, scheint mir mehr als fragwürdig. Die Universität Bern kann dafür aber wohl nicht letztendlich verantwortlich gemacht werden. So kommt es nämlich heraus, wenn Politik und clevere Lobby-Gruppen bestimmen, was an Universitäten gelehrt werden soll – wobei allerdings das „Volk“ kaum etwas weiss vom Geisterleben in der Anthroposophischen Medizin und von der diskriminierenden Unterstellung moralischen Versagens gegenüber von Kranken und Behinderten.

2. Sind anthroposophische „Geisteswissenschaft“ und Naturwissenschaft wirklich so vergleichbar – wie das die Universität Bern behauptet?

Da steht doch auf der Website der Universität Bern tatsächlich die Behauptung, dass sich die Anthroposophie „mit dem Immateriellen in Mensch und Natur auf eine vergleichbare Art wissenschaftlich beschäftigt, wie die Naturwissenschaft mit dem Materiellen.“

Diese Behauptung ist so absurd, dass sich ernsthaft die Frage stellt, was den die Universität Bern unter Wissenschaft versteht. Es ist mir schon fast peinlich, als Nichtakademiker die Universität Bern ausgerechnet an diesem Punkt kritisieren zu müssen. Eine solche Desinformation sollte meines Erachtens aber nicht einfach so unkommentiert stehen gelassen werden.

Prägnant formulierte der amerikanische Philosoph John Dewey (1859-1952) „das erste Erfordernis des wissenschaftlichen Verfahrens – nämlich volle Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse“.

(in: Erfahrung, Erkenntnis und Wert, S. 314, Suhrkamp 2004)

Rudolf Steiner hat seine angeblichen „Erkenntnisse aus höheren Welten“ aus der Akasha-Chronik. Wikipedia schreibt im Beitrag zur Akasha-Chronik:

„ Akasha-Chronik bezeichnet in Teilen der Esoterik, vor allem in der ‚modernen’ (anglo-indischen) Theosophie und in der Anthroposophie, die Vorstellung eines übersinnlichen „Buchs des Lebens“, das in immaterieller Form ein allumfassendes Weltgedächtnis enthält“

Und ausserdem:

„Nach der Auffassung des Religionswissenschaftlers Hartmut Zinser sind vermeintliche Erkenntnisse über die und aus der Akasha-Chronik Glaubensaussagen im religiösen Sinn, deren Glaubenscharakter aber geleugnet werde, indem diese als objektive Tatsachen ausgegeben werden. Damit unterlägen Esoteriker wie Rudolf Steiner ‚einem der erkenntnistheoretischen Grundfehler des modernen Okkultismus: nicht, jedenfalls nicht hinreichend zwischen Wahrnehmung (hier: den Seelenerlebnissen) und Deutung (als übersinnliche Welt) zu unterscheiden.’“

Wo also ist hier die Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse, die Dewey als erstes Erfordernis wissenschaftlicher Verfahren beschreibt?

Wer hat denn an der Universität Bern Zugang zu dieser Akasha-Chronik, um die angeblichen dort gefundenen „Forschungsergebnisse“ Rudolf Steiner’s zu überprüfen? – Intersubjektive Überprüfbarkeit der Erkenntnisse ist schliesslich ein weiterer Kernpunkt wissenschaftlicher Vorgehensweise.

Wie stellt sich die Universität Bern eine Überprüfung des schlechten Karmas von Behinderten vor? Wie die Beteiligung der Widersachermächte Ahriman und Luzifer bei Lungenkrankheiten und Tumoren?

Die Universität Bern „verarscht“ – Verzeihung für den „unanständigen“, aber direkten Ausdruck –  meines Erachtens mit dieser absurden Formulierung auf ihrer Website die Öffentlichkeit.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Heilkräuter-Exkursionen zu Blumen, Gräsern, Schmetterlingen….

Diesen Artikel teilen:

Von Friedrich Nietzsche gibt es ein schönes Zitat, das meines Erachtens gut ausdrückt, worum es bei Heilkräuter-Exkursionen (auch) gehen könnte:

„KLEIN SEIN KÖNNEN. – Man muss den Blumen, Gräsern und Schmetterlingen auch noch so nahe sein wie ein Kind, das nicht viel über sie hinwegreicht. Wir Aelteren dagegen sind über sie hinausgewachsen und müssen uns zu ihnen herablassen (….) – Wer an a l l e m Guten Theil haben will, muss auch zu Stunden klein zu sein verstehen.“
(Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches, II, 2 /575f.)

Bei Heilkräuter-Exkursionen steht das Kennenlernen der Pflanzen im Zentrum. Darüber hinaus geht es um ihre Heilwirkungen, um ihre Bedeutung im Volks- und Aberglauben und um Interessantes zu ihrer Lebensweise.
Wichtig scheint mir aber auch, was Friedrich Nietzsche empfielt: Wir müssen uns zu den Blumen, Gräsern und Schmetterlingen herablassen. Das heisst, wir müssen sie aus der Nähe betrachten, sie anfassen, an ihnen riechen. Es geht um Kontakt zu den Pflanzen.
Wer interessiert ist an Heilkräuter-Exkursionen, findet jetzt das neue Jahresprogramm auf
www.phytotherapie-seminare.ch via “Kurskalender”.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen: