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Teebaumöl bei Akne

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Das ätherische Öl aus den Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) gilt als Geheimtipp gegen Pickel / Akne.

Das Portal „Medizin transparent“ hat recherchiert, ob die Studienlage die Wirksamkeit von Teebaumöl gegen Akne bestätigt.

Ein chinesisch-australisches Wissenschaftsteam konnte in einer umfangreichen Recherche nur eine einzige Studie zu diesem Thema finden.

Diese allerdings kleine Studie liefert zwar vorsichtige Hinweise, dass Teebaumöl gegen Pickel helfen könnte. Für wissenschaftliche Gewissheit wären jedoch weitere, gutgemachte Studien mit positivem Resultat nötig.

In dieser Untersuchung hatten die Versuchspersonen per Losentscheid entweder ein Gel mit Teebaumöl in einer 5-prozentigen Konzentration oder aber ein vergleichbares Gel ohne Wirkstoff ( = Scheinpräparat, Placebo) zugeteilt bekommen, das sie sich zweimal täglich auf die betroffenen Stellen im Gesicht auftragen sollten.

Welche der insgesamt 60 Versuchspersonen das Teebaumöl-Präparat und welche das Placebo bekamen, wurde vor den Probanden und dem Studienpersonal geheim gehalten. Durch diese „doppelte Verblindung“, wie das Geheimhalten der Zuteilung vor sowohl Teilnehmern als auch Studienpersonal genannt wird, wird sichergestellt, dass Erwartungen der an der Studie beteiligten Personen das Resultat nicht beeinflussen können. Allerdings ist nicht sicher, dass bei dieser Studie die Verblindung auch bis zum Ende der Studie aufrecht blieb, da die Wirkstoff-freien Salben eine andere Beschriftung hatten als jene mit Teebaumöl.

Nach sechs Wochen zeigten sich bei den Versuchpersonen, welche das Gel mit Teebaumöl verwendeten, durchschnittlich sieben bis acht Hautunreinheiten wie Pickel, Mitesser oder Pusteln weniger als bei jenen, die das wirkstofflose Gel aufgetragen hatten. Mit nur 60 Probanden sind diese Resultate dieser Studie allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig. Finanziert wurde die Untersuchung durch ein Unternehmen, das Kosmetika mit Teebaumöl produziert.

Aus den Resultaten ihrer Untersuchung schlussfolgern die Studienautoren, dass ihr Teebaumöl-Präparat kaum mehr Nebenwirkungen hat als das Gel ohne Wirkstoff. „Medizin transparent“ weißt jedoch darauf hin, dass Teebaumöl nicht immer harmlos ist, und bei empfindlichen Personen zu Hautreizungen und allergischen Hautausschlägen führen kann. Das Scientific Commitee on Consumer Safety (SCCS), das auf EU-Ebene berät, warne daher vor Produkten, die über fünf Prozent Teebaumöl enthalten, und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung rate bei Kosmetika überhaupt zu einer Begrenzung auf eine Konzentration von einem Prozent.

Quelle:

https://www.medizin-transparent.at/teebaumoel-gegen-pickel

Kommentar & Ergänzung:

Teebaumöl hat eine gute antibakterielle Wirkung und da Bakterien bei Akne eine Rolle spielen, erscheint eine Wirksamkeit plausibel.

Teebaumöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) gewonnen.

Es besteht aus einem Gemisch von etwa 100 Substanzen, insbesondere (+)-Terpinen-4-ol (rund 40 %), α-Terpinen (rund 20 %), Terpinolen, Terpineol (jeweils 3 bis 4 %), Pinen, Myrcen, Phellandren, p-Cymen, Limonen, 1,8-Cineol.

Während die chinesisch-australische Forschergruppe nur eine einzige Studie fand, die ihren Qualitätsansprüchen genügte, geht Dr. Rainer C. Görne in der ÄrzteZeitung von fünf randomisierten Studien aus, welche die Wirksamkeit von Teebaumöl bei der Behandlung von Akne belegen sollen. Allerdings fehlen dort Quellenangaben zu diesen Studien.

Siehe: Teebaumöl gegen Akne

 

Die Verträglichkeit des Teebaumöls hängt wesentlich von den Aufbewahrungsbedingungen ab, die möglischst geschützt vor Sauerstoff sein sollten:

Teebaumöl: Korrekte Aufbewahrung reduziert Nebenwirkungen

Grundsätzlich stellt sich jedoch die Frage, ob es unbedingt Teebaumöl sein muss.

Viele ätherische Öle wirken antibakteriell. Und viele ätherische Öle sind besser hautverträglich als Teebaumöl und geruchlich angenehmer.

Besser verträgliche und geruchlich angenehmere ätherische Öle mit antibakterieller Wirkung sind zum Beispiel Korianderöl und Lavendelöl.

Siehe dazu:

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Zur Wirkung von Korianderöl

Phytotherapie: Zur Wirkung von Koriander / Korianderöl

 

 

 

Wer typverwandte ätherische Öle als geruchliche Alternativen zu Teebaumöl sucht probiert es manchmal mit Manukaöl, Kanukaöl, Niaouliöl, Cajeputöl oder Eukalyptusöl.

Manukaöl ( aus der Südseemyrte, Leptospermum scoparium) wirkt ähnlich antibakteriell wie Teebaumöl, ist aber ebenfalls haut- und augenreizend.

Kanukaöl stammt von Leptospermum ericoides (= Kunzea ericoides) und fällt bezüglich antibakterieller Wirkung ab.

Niaouliöl wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen aus Melaleuca viridiflora (Myrtaceae) und gleicht in seiner Zusammensetzung dem Cajeputöl: Hauptbestandteil ist 1,8-Cineol (bis ca. 60 %), weiters Pinen und Limonen. Im Labor zeigte es antimikrobielle Wirkung.

Siehe: Was ist Niaouliöl?

Cajeputöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und kleineren Zweigen des Cajeputbaumes (Melaleuca leucadendra) gewonnen. Es hat einen an Eukalyptus erinnernden Duft, wirkt stark antimikrobiell, enthält in hohem Maße Terpene und ist ein Hauptbestandteil des Olbasöls.

Siehe:

Olbastropfen – ein Gemisch von ätherischen Ölen getestet auf antimikrobielle Wirkung

Eukalyptusöl stammt von Eucalyptus globulus und besteht hauptsächlich aus 1,8-Cineol (über 70 %), ausserdem 1-Pinen (Spuren bis maximal 9 %), 2-Pinen (0-1,5 %), Limonen (0-12 %), und Phellandren (0-1,5 %). Es zeigt breite antimikrobielle Aktivität, ist dabei aber in seiner Wirksamkeit dem Teebaumöl unterlegen.

Verglichen mit dem relativ giftigen Phenol ist das Teebaumöl 11 bis 13 Mal wirksamer und damit viel stärker bakterizid als Eukalyptusöl, das nur etwa 3,5mal stärker als Phenol wirkt. In der Phytotherapie wird Eukalyptusöl in Kapselform auch innerlich angwendet als schleimlösendes Mittel gegen Husten (Sibrovita N).

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Kardamom als Gewürz und Heilpflanze

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Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zur Pflanzenfamilie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) und verfeinert vor allem asiatische und arabische Speisen. Kardamompulver wird in Curry-Mischungen verwendet und im Orient auch als Kaffeegewürz. Zudem ist es Bestandteil von Lebkuchengewürz-Mischungen.

„Spiegel online“ hat vor kurzem die Wirkungen von Kardamom als Heilpflanze beschrieben:

„Wie Zimt hat auch Kardamom einen hohen Anteil ätherischer Öle. Ein wichtiger Inhaltsstoff des Kardamomöls ist Cineol, das in größeren Mengen auch in Eukalyptus vorkommt. Es wirkt stark antibakteriell und schleimlösend. Daher empfiehlt sich Kardamom auch zur Behandlung von Erkältungs- und Lungenerkrankungen.

Daneben blockiert der im Kardamomöl enthaltene Wirkstoff Gingerol einen Rezeptor im Magen-Darm-Trakt, der den Brechreiz auslöst. Kardamom kann deshalb die Verdauung unterstützen und gegen Übelkeit helfen.“

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/zimt-nelken-weihrauch-weihnachtsgewuerze-fuer-die-gesundheit-a-936932.html

Kommentar & Ergänzung:

Kardamomöl enthält 20 – 40 % 1,8-Cineol und ist an diesem Punkt tatsächlich mit dem Eukalyptusöl verwandt. Daraus lässt sich eine antibakterielle und schleimlösende Wirkung ableiten. Kardamom gilt auch als Mittel zur Linderung von Verdauungsstörungen.

Dass Gingerol ein Bestandteil von Kardamomöl ist, halte ich aber für einen Irrtum. Nirgends in der mir zugänglichen Fachliteratur taucht Gingerol als Inhaltsstoff von Kardamom oder Kardamomöl auf. Gingerole sind nicht flüchtig und können daher nicht Bestandteil des Kardamomöls sein.

Gingerole sind die Scharfstoffe im Ingwer (Zingiber officinale). Und beim Ingwerwurzelstock gibt es tatsächlich diese Wirkung gegen Übelkeit und Erbrechen, die auf einer Blockade des 5-HT3-Rezeptors beruht.

Siehe dazu:

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Lavendelblüten und Lavendelöl als Sedativum

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In der Zeitschrift „PHYTOTherapie (Nr. 4 / 2013) der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie geht Reinhard Länger auch die Wirkungen von Lavendel ein:

„Lavendelblüten und Lavendelöl gelten in der Phytotherapie als mildes Sedativum, auch die Anwendung zur Linderung der Symptome von Stress und mentaler Erschöpfung ist traditionell belegt. Neue klinische Studien zeigen nach oraler Anwendung von Lavendelöl Wirksamkeit bei bestimmten Angstformen. Äußerlich angewendet fördert Lavendelöl wie viele andere ätherische Öle lokal die Durchblutung, daher die Verwendung in diversen Salben zur Behandlung von Muskelverspannungen und rheumatischen Beschwerden. Spiköl wird bei Rhinosinusitis und Husten zur Schleimlösung eingesetzt.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0413.pdf

Kommentar und Ergänzung:

Lavendelblüten und Lavendelöl, die in der Phytotherapie eingesetzt werden, stammen üblicherweise von Lavandula angustifolium (Echter Lavendel).

Spiköl stammt dagegen von Lavandula latifolia (Grosser Speik, Narde, Breitblättriger Lavendel). Spiköl enthält eine relevante Menge an 1,8-Cineol und Kampfer. Diese Inhaltsstoffe dürften für die schleimlösende Wirkung bei Rhinusinusitis (Nebenhöhlenentzündung) und Husten verantwortlich sein. Spiköl wird auch für Einreibungen eingesetzt und ist in Rheumasalben enthalten.

Lavendelblüten und Lavendelöl aus Lavandula angustifolia sind dagegen charakterisiert durch die Hauptkomponenten Linalylacetat (30-50) und Linalool (20-50 %), die sedierend wirken.

Die orale Anwendung von Lavendelöl bei bestimmten Angstformen erfolgt in Kapselform (Lasea).

Siehe dazu:

Lavendelöl reduziert Angst und bessert Schlaf

Lavendel ist eine Gattung in der Pflanzenfamilie der Lamiaceen (Lippenblütler).

Siehe:

Phytotherapie: Von welcher Lavendelart stammen Lavendelöl und Lavendelblüten?

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Erkältungen: Honig hilft gegen Husten

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Bei akutem Erkältungshusten werden zahlreiche Arzneimittel angewendet, aber nur wenige sind wirklich indiziert und hilfreich. Antibiotika werden zwar sehr oft verordnet, aber der Husten klinge durch sie nicht früher ab, erklärte Dr. Peter Kardos, Frankfurt, beim Pharmacon in Meran.

Ansonsten gesunde Patienten mit akutem Husten nach einem bakteriellen Infekt hätten ebenfalls keinen Nutzen von Antibiotika, sagte Kardos. Anders verhalte es sich bei bakteriellen Sekundärinfekten, doch trete auch hier der Effekt nicht unmittelbar ein.

Positive Studiendaten für Honig, Efeu / Thymian, Umckaloabo und Cineol

Für das Hausmittel Honig liege eine Studie vor, die für einen Nutzen bei nächtlichem Husten von Kindern zeigt, sagte der Experte, der federführend an der Ausarbeitung der aktuellen Husten-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie 2010 beteiligt war. Auch für einige Phytopharmaka, beispielsweise Zubereitungen aus Thymian & Efeu (ein Kombinationspräparat), Pelargonium sidoides (Umckaloabo) oder Cineol, lägen positive Studiendaten vor. Der Arzt bedauerte allerdings auch, dass es viele Vorurteile gegenüber Phytopräparaten gebe. Sie würden trotz Studien oft nicht in Leitlinien aufgenommen.

Bei einem akuten Erkältungshusten, der definitionsgemäss bis zu acht Wochen anhalten kann, sind Sekretolytika und Antitussiva wie Codein laut Kardos kaum wirksam.

Codein sei in der 60-mg-Dosierung als Arzneimittel aber nützlich bei nicht-erkältungsbedingtem Husten.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=46625&Nachricht_Title=Nachrichten_Erk%E4ltungshusten%3A+Honig+hilft&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Beim Erkältungshusten gibt es einige Phytopharmaka, die mit Studien gut belegt sind, und es diesbezüglich mit synthetischen Wirkstoffen aufnehmen können.

Siehe dazu auch:

Wirkstoffkunde: Was ist Cineol / 1,8-Cineol?

Myrtol / Gelomyrtol® bei Husten und Bronchitis

Phytopharmaka: Gelomyrtol / Gelodurant und Sibrovita – Unterschied?

Myrtol bei Bronchitis & Sinusitis

Akute Bronchitis: Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika

Phytotherapie: Eukalytusöl / Myrtol bei Husten

Phytotherapie: Umckaloabo-Studien

Phytotherapie: Umckaloabo (Pelargonium sidoides) bei Erkältungen

Phytotherapie bei Husten: Wirksamkeit in Studien nachgewiesen

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Aromatherapie / Phytotherapie: Zur Wirkung von Teebaumöl

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Teebaumöl wird durch Wasserdampfdestillation aus verschiedenen Arten der Gattung Melaleuca gewonnen, die in Australien beheimatet sind. Von der Zusammensetzung her ist Teebaumöl nichts Spezielles. Es enthält ein Gemisch aus ca. 100 Substanzen. Hervorzuheben sind Terpinen-4-ol (etwa 40 %), α-Terpinen (etwa 20 %), Terpinolen, Terpineol (jeweils 3 bis 4 %), Pinen, Myrcen, Phellandren, p-Cymen, Limonen, 1,8-Cineol.

Typverwandte ätherische Öle sind: Manukaöl, Kanukaöl, Eukalyptusöl und Cajeputöl.

Teebaumöl hat eine starke antimikrobielle Wirkung, vor allem gegen Bakterien und Pilze. Diese Effekte kann man aber auch mit anderen ätherischen Ölen erreichen – auch aus einheimischen Pflanzen – beispielsweise mit Thymianöl.

Teebaumöl birgt zudem ein Risiko vor allem bei unsachgemässer Lagerung. Durch Einwirkung von Licht und Luftsauerstoff entstehen Umbauprodukte, die allergische Reaktionen auslösen können.

Weil die Wirkung von Teebaumöl auch durch andere ätherische Öle mit geringerem Risiko von Nebenwirkungen erreicht werden kann, lohnt es sich, jeweils über passende Alternativen nachzudenken.

Wenn es um eine antimikrobielle Wirkung geht, sind zum Beispiel Lavendelöl und Korianderöl oft verträglichere Varianten.

Siehe auch:

Phytotherapie: Zur Wirkung von Koriander / Korianderöl

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Zur Wirkung von Korianderöl

Verbessert Korianderöl die Wirkung von Antibiotika?

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

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Aromatherapie / Phytotherapie: Spiköl – was ist das?

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Spiköl wird gewonnen mittels Wasserdampfdestillation aus Lavandula latifolia.

Der Spiklavendel ist im Mittelmeergebiet heimisch und zählt zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Die Zusammensetzung des Spiköls unterscheidet sich deutlich vom Lavendelöl aus Lavandula angustifolia, obwohl auch Spiköl aus einer Lavendelart gewonnen wird.

Spiköl enthält als Hauptbestandteile Linalool (30 – 50 %), 1,8-Cineol (20 – 35%), Kampfer (1 – 20%).

Es wirkt nicht beruhigend, wie das Lavendelöl aus Lavandula angustifolia, sondern fördert den Auswurf von Schleim bei produktivem Husten.

Dafür dürfte wesentlich der Inhaltsstoff Cineol verantwortlich sein.

Zur Wirkung von Cineol siehe auch:

Wirkstoffkunde: Was ist Cineol / 1,8-Cineol?

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Ersatz für Inhalationsmittel Perubare? – Nasobol oder Pulmex

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Perubare-Tabletten wurden zur Inhalation bei Erkältungskrankheiten wie Husten und Schnupfen eingesetzt, sind aber ausser Handel. Ich werde manchmal gefragt, was ich als Ersatz empfehlen könnte.

Perubare enthielt Perubalsam, Lavendelöl, Rosmarinöl, Thymianöl und Thymol.

Ein ähnliches Produkt ist Nasobol Inhalo Brausetabletten (Sanofi SA)

In Nasobol sind enthalten Cineol (8.5 mg), Levomenthol (9.2 mg), Rosmarinöl (7.9 mg), Thymianöl (4.2 mg).

Mit etwas anderer Zusammensetzung, aber gleichem Indikationsbereich:

Pulmex Inhalation (Novartis).

Die Kapseln enthalten als Wirkstoffe:

30 mg künstlichen Perubalsam (mit Vanillinaroma), 70 mg racemischen Kampfer, 80 mg ätherisches Eukalyptusöl, 120 mg ätherisches Rosmarinöl.

Siehe auch:

Phytotherapie: Was ist Perubalsam?

Wirkstoffkunde: Was ist Cineol / 1,8-Cineol?

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Wirkstoffkunde: Was ist Cineol / 1,8-Cineol?

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1,8-Cineol ist ein wichtiger Bestandteil verschiedener ätherischer Öle. In hoher Konzentration kommt es vor in Eukalyptusöl, das ungefähr 85% Cineol enthält, und im ätherischen Lorbeeröl (45%). In tieferen Konzentrationen ist Cineol vorhanden in Minzöl, Salbeiöl, Thymianöl, Basilikumöl und im Teebaumöl.

Cineol lässt sich in großen Mengen gewinnen durch fraktionierte Destillation aus Eukalyptusöl.

Cineol wirkt auswurffördernd, antiseptisch und antiparasitär.

1,8-Cineol wird eingesetzt bei Atemwegserkrankungen in der Humanmedizin, aber auch in der Veterinärmedizin. Parfümindustrie nutzt Cineol als Aromastoff, die Zahnmedizin  bei der Revision von Wurzelfüllungen.

In der Lunge und den Nebenhöhlen wirkt Cineol beim Menschen schleimlösend und bakterizid.

Es hemmt zudem bestimmte Neurotransmitter, die für die Verengung der Bronchien verantwortlich sind. Bei Asthmatikern kann reines Cineol unter ärztlicher Kontrolle die Lungenfunktion verbessern, wobei es allerdings nur in Ausnahmefällen eine Alternative zu Corticosteroiden darstellt, die als Inhalation lokal und nebenwirkungsarm angewandt werden können. Auch bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD kann reines Cineol als Zusatzmedikation zur Standardbehandlung unter Umständen die Lungenfunktion verbessern und auf diese Weise Exazerbationen vermindern.

(Exazerbation = deutliche Verschlechterung des Krankheitsbildes bei chronisch verlaufenden Erkrankungen)

Die Hauptanwendungsbereiche von Cineol beim Menschen sind Bronchitis, Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung), Husten, Schnupfen.

Cineol kann angewendet werden in Form von Teeaufgüssen cineolhaltiger Heilpflanzen, wobei aber die Konzentration im Teewasser sehr beschränkt bleibt.

Meistens kommt Cineol daher via Inhalation, via Haut als Bestandteil von Erkältungssalben oder innerlich in Form von dünndarmlöslichen Kapseln zur Anwendung.

In der Schweiz ist Cineol Bestandteil zahlreicher Kombinationspräparate, zum Beispiel Inhalant®, Nasobol®, Olbas®, Parapic®, Rectoseptal®, Transpulmin®, Pulmex Inhalation, Gelomyrtol® Kapseln.

In Deutschland gibt es das Monopräparat Soledum Kapseln mit reinem Cineol.

Interaktionen (Wechselwirkungen): Cineol kann nach der Einnahme die Entgiftungsgeschwindigkeit der Leber für einige Arzneistoffe beschleunigen, so dass deren Wirkung angeschwächt wird.

Cineol und cineolhaltige Präparate nicht ohne ärztliche Konsultation länger als eine Woche einnehmen. Atemwegserkrankungen, die länger als 7 Tage anhalten, sollten ärztlich abgeklärt werden.

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Gewürze: Kardamom fördert Verdauung und aromatisiert den Kaffee

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Bohnenkaffee werde durch eine winzige Prise Kardamom verträglicher. Darüber hinaus sollen die Samen, die man wegen ihrer Empfindlichkeit immer in den Kapseln kaufen sollte, Appetit und Verdauung anregen. Kardamom eigne sich besonders zum Würzen von Gebäck, Kompott und Süßspeisen, aber auch für Blutwurst oder Kochschinken.

Quelle: http://derstandard.at/1350260941875/Gewuerze-und-ihre-Wirkung

Kommentar & Ergänzung:

Zwischen Gewürzen und Heilpflanzen gibt es oft fliessende Übergänge.

Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zur Familie der Zingiberaceae (Ingwergewächse).

Die Gewürzpflanze stammt ursprünglich aus Südindien, Sri Lanka, Irak und Thailand. Ein wichtiges Exportland ist heute auch Guatemala, weitere Anbauländer sind Tansania, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Vietnam.

Hauptwirkstoff in den Kardamomsamen ist ein ätherisches Öl mit 1,8-Cineol (20-40 %), außerdem (+)-alpha-Terpineolacetat, Limonen (2-14 %) und Sabinen (3-5 %).

Ausserdem enthält der Samen Fettes Öl mit Linolensäure, Ölsäure, Palmitinsäure.
Weitere Inhaltsstoffe sind: Kohlenhydrate (Stärke 20-40 %, Zucker 5 %), Protein (etwa. 10 %), Gummi, reichlich Mangan und Eisen.

Zur Wirkung und Anwendung von Kardamomsamen bzw. Kardamomöl

Das Kardamom als Gewürz verdauungsfördernd wirkt, liegt irgendwie auf der Hand. Die Wirkung genauer zu fassen ist aber nicht so einfach.

Kardamom soll die Gallensekretion steigern. Das wurde jedoch mit relativ hohen Dosen eines acetonischen Extraktes bei Ratten festgestellt. Ob sich dieses Ergebnis auf den Menschen übertragen lässt, ist damit nicht belegt.

Wikipedia schreibt:

„ Ihr ätherisches Öl wirkt fördernd auf die Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion. In der Regel werden alkoholische Auszüge verwendet, bisweilen mit Kümmel und Fenchel kombiniert und in Fertigpräparaten gegen Verdauungsbeschwerden, Blähungen und zur Anregung des Appetits eingesetzt.“

Allerdings widerspricht dem, dass bei In-vivo-Versuchen an Kaninchen sowohl ein Wasser- als auch ein Methanolextrakt der Kardamomsamen die Säure- und Pepsinsekretion des Magens vermindert hat.

In arabischen Ländern wird dem Kardamom eine Wirkung als Aphrodisiakum nachgesagt, ohne dass diesbezüglich etwas geklärt wäre.

Kardamom als Gewürz

„Kardamomsamen sind ein verbreitetes Gewürz in der asiatischen und arabischen Küche. Sie sind ein Hauptbestandteil indischer Masalas, des bekannten Chai-Tee und des ihnen nachempfundenen Currypulvers. Das berühmte ayurvedische Konfekt Laddu, welches aus Ghee-Butter hergestellt wird, enthält auch Kardamom. In der europäischen Küche findet das Gewürz hauptsächlich Verwendung in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius, aber auch in Wurstwaren, Likören, Schokolade und als Bestandteil von Gewürzmischungen. In Schweden ist Kardamom außerdem ein typischer Bestandteil süßer Backwaren (z. B. Kanelbulle) und im Glühwein (Glögg). Bei der Zubereitung von arabischem Mokka wird dem Kaffeemehl häufig Kardamom zugegeben. Trotz desselben Namens wird der sogenannte schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ausschließlich für pikante Gerichte verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

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Australischer Riesen-Eukalyptus profitiert von Buschbränden

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Der australische Riesen-Eukalyptus (Foto auf Wikipedia) benötigt für seine Fortentwicklung Feuer.

Das tönt zuerst einmal paradox, hat jedoch Wissenschaftlern der Tasmanischen Schule für Pflanzenwissenschaft zufolge mehrere Gründe. Im Fachblatt „New Phytologist“ schreiben die Forscher, durch einen Buschbrand stürben zwar die Bäume, ihre Samen jedoch blieben in kleinen Kapseln geschützt. Auf dem nährstoffreichen verbrannten Boden könnten sie sich daraufhin speziell gut entwickeln. zudem gäbe es infolge der Brände weniger Tiere, die sich von den Eukalyptus-Samen ernährten.
Der australische Riesen-Eukalyptus kann über 100 Meter hoch werden.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=153688

Kommentar & Ergänzung:

Der Riesen-Eukalyptus (Eucalyptus regnans) wird auch Königs-Eukalyptus genannt und ist eine in Australien beheimatete Laubbaumart aus der Gattung Eukalyptus (Eucalyptus) in der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Er kann bis zu 400 Jahre alt werden.

Sein Holz wird unter anderem für die Papierherstellung genutzt. Der Riesen-Eukalyptus wird in starkem Mass forstwirtschaftlich angebaut; die Bestände an verbliebenen Urwaldgebieten mit alten Baumriesen schwinden durch Abholzung mehr und mehr.

Die Gattung Eukalyptus umfasst über 700 Arten und hat ihre Heimat in Australien, inklusive Tasmanien, und der Osthälfte Indonesiens. Heute jedoch wachsen manche Arten auch in zahlreichen anderen subtropischen Gebieten der Welt. In Australien machen die Eukalyptus-Arten 70 % des Baumbestandes aus. In keinem anderen Kontinent wird der Baumbestand so stark von einer einzelnen Gattung dominiert.

Die Phytotherapie verwendet als Heilpflanze Eukalyptus globulus (Blauer Eukalyptus, auch Gewöhnlicher Eukalyptus oder Tasmanischer Blaugummibaum genannt).

Aus den Eukalyptusblättern wird Eukalyptusöl hergestellt. Dieses ätherische Öl enthält als wichtigsten Bestandteil 1,8-Cineol und als weitere Wirkstoffe Phellandren und Piperiton. Eukalyptusöl wird beispielsweise angewendet in der Behandlung der Virus-Grippe (Influenza) und des Hustens.

Innerlich wird Eukalyptusöl bei Husten und Bronchitis in Kapselform eingesetzt (z. B. im Gelomyrtol®). Es eignet sich aber auch zur Inhalation, für Erkältungsbäder und als Bestandteil von Erkältungssalben.

Eukalyptusöl zeigt im Labor gute Wirkung gegen Bakterien und Pilze.

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