Nostalgie fürs Ohr: Ein Museum für aussterbende Geräusche

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Es gibt typische Geräusche, die sang- und klanglos verschwinden, vor allem durch den technologischen Wandel.

Schön, dass sich jemand für die Erhaltung solcher Töne einsetzt. Wir sind eine in weiten Bereichen visuell dominierte Kultur, die gleichzeitig aber Lärm in grossem Mass freisetzt.

Bewusster mit Geräuschen umzugehen, das wäre keine schlechte Idee.

Anregungen dazu bietet das „Conserve the Sound“-Projekt, ein Online-Archiv für verschwindende Geräusche.

Mit vielen akustischen Beispielen und vertiefenden Texten und Interviews.

Hinhören lohnt sich:

http://www.conservethesound.de

Martin Koradi

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Heilpflanzen gegen Blähungen

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Das „Bayerische Fernsehen“ kümmert sich um unsere Verdauungsbeschwerden:

„Blähungen entstehen, wenn sich im Darm zu viele Gase bilden. Der sogenannte „3-Winde-Tee“ hilft, dass die Gase den Darm möglichst schnell wieder verlassen. Er besteht aus Kümmel, Fenchel- und Anissamen. Kümmel löst Krämpfe und fördert die Verdauung. Deswegen wird er auch häufig blähenden Speisen, wie z. B. Krautsalat, zugesetzt. Fenchel hilft ebenfalls gegen Blähungen und Krämpfe. Deshalb wird er schon Säuglingen gegeben. Und auch Anis hilft, indem er den Magen anregt, mehr Magensaft zu produzieren, was wiederum die Verdauung fördert.“

Kommentar:

Kümmel, Fenchel und Anis sind bewährte Heilpflanzen bei Völlegefühl und Blähungen. Sie können auch gut gemischt werden. Fenchel und vor allem auch Anis haben über den Verdauungstrakt hinaus noch eine schleimlösende Wirkung bei Husten.

Den Ausdruck „3-Winde-Tee“ habe ich noch nie gehört. Bekannter ist ein „Vier-Winde-Tee“, eine Mischung von Kamille, Pfefferminze, Kümmel und Fenchel.

Zur Zubereitung des „3-Winde-Tees“ schreibt der BR:

„Zubereitung: Kümmel, Fenchel- und Anissamen zu gleichen Teilen mischen. Einen gestrichenen Teelöffel pro Tasse mit heißem Wasser übergießen. 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen.

Anwendung: Bei auftretenden Blähungen in kleinen Schlucken trinken. Falls Sie regelmäßig an Blähungen leiden, können Sie auch täglich ein bis zwei Tassen zur Vorbeugung trinken.“

Kommentar:

Sinnvoll wäre es, Kümmelfrüchte, Anisfrüchte und Fenchelfrüchte vor der Teezubereitung in einem Mörser zu zerstossen. Das heisse Teewasser kann dadurch die Wirkstoffe besser lösen. Es handelt sich dabei um ätherische Öle, die allerdings nur schlecht wasserlöslich sind. Die Löslichkeit dürfte sich verbessern lassen, wenn zur Teezubereitung dem Wasser etwas Vollmilch zugesetzt wird.

Quelle der Zitate:

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/wir-in-bayern/service/adelheid-lingg-service-kraeuter-gegen-magenprobleme-100.html

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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2014: Gute Vorsätze erfolgreich umsetzen – wie klappt das?

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Neujahr – die Zeit der guten Vorsätze. Die Erfolgsquote ihrer letztjährigen Vorsätze werden wohl die meisten Menschen mit gutem Grund nicht allzu genau evaluieren wollen. Schliesslich heisst es ja, der Weg zur Hölle sei mit guten Vorsätzen gepflastert.

Aber Rettung naht: Dieter Frey, Professor für Sozialpsychologie an der Ludwig-Maximillians-Universität München, beschreibt sieben Tipps, die bei der Umsetzung von guten Vorsätzen helfen können:

– Erstens soll man sich fragen, ob der Vorsatz Priorität hat im Sinne von: „Ist er mir wichtig? Ist man mit Herzblut dabei?“

– Zweitens muss der Vorsatz konkretisiert werden. Dazu sind Aktionspläne nötig: Wann, wo und wie setzt man den Vorsatz um?

– Drittens werden Vorsätze eher umgesetzt, wenn man sie mit hinderlichen Bedingungen kontrastiert: Was spricht alles dagegen, dass es mit dem Vorsatz klappt, und wie lassen sich diese hinderlichen Bedingungen überwinden?

– Viertens können Visualisierungen helfen: Ein Zettel am Telefon oder am Schrank erinnert daran, was man umsetzen wollte.

– Fünftens müssen Vorsätze müssen in Ziele umformuliert werden. Diese Ziele müssen spezifisch, vereinbart, erreichbar und messbar sein.

– Sechstens hilft es, wenn man seine Vorsätze öffentlich macht, weil dadurch ein gewisser Druck entsteht.

– Siebtens braucht man immer Geduld und man sollte stets vor Augen halten, dass jeder Tag ist eine neue Chance bringt.

Quelle:

http://www.uni-muenchen.de/aktuelles/spotlight/2013_meldungen/vorsaetze.html

Kommentar & Ergänzung:

Nicht dass ich an der fachlichen Qualität dieser Vorschläge zweifeln würde – aber das ist ja schon viel Müh und Arbeit, bis der Vorsatz nur schon effizient zusammengebaut ist.

Da muss man sich direkt vornehmen, einen wirksamen Vorsatz zu schaffen!

Das läuft auf eine glatte Duplizierung der ganzen Vorsatzproduktion hinaus und vervielfacht die Pannenanfälligkeit des ganzen Geschehens.

Die einfachere und garantiert erfolgreichere Variante der Vorsatzbildung hat Johann Wolfgang von Goethe kurz und prägnant beschrieben:

„Die Hindus der Wüste geloben, keine Fische zu essen“

(Maximen und Reflexionen, Nr. 145, Insel Taschenbuch)

Ein gutes neues Jahr allerseits.

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Zitat des Tages von Erasmus von Rotterdam

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„Doch sich täuschen zu lassen, gilt nach landläufiger Auffassung als elend.

Ich behaupte dagegen, daß es das größte Unglück ist,

über alle Täuschungen erhaben zu sein.

Der Geist des Menschen ist nun einmal so angelegt, daß der Schein

ihn mehr fesselt als die Wahrheit.“

Erasmus von Rotterdam

Quelle:

http://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/fachbereich_physik/didaktik_physik/publikationen/267_zaubern_entzaubern_wieder_verzaubern.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Meiner Ansicht nach ist es nicht „das grösste Unglück“, über alle Täuschungen erhaben zu sein – weil das gar nicht erreichbar ist.

Zu glauben, man sei über alle Täuschungen erhaben, scheint mir dagegen sehr problematisch. Diese Überzeugung macht uns unkritisch gegenüber den eigenen Interpretationen.

Im Bereich der Heilkunde braucht es beispielsweise ein Bewusstsein um die Irrtumsanfälligkeit bei der Interpretation eigener Erfahrungen.

Siehe dazu:

Naturheilkunde: Vom sorgfältigen Umgang mit Erfahrung

Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung

Spannend finde ich die Aussage des Erasmus, dass der Geist des Menschen so angelegt sei, dass der Schein ihn mehr fesselt als die Wahrheit. Das ist stark der Fall, wenn der Schein sehr unseren Bedürfnissen entgegenkommt – beispielsweise dem Bedürfnis nach Heilung.

An diesem Punkt sind Menschen anfällig für grandiose Heilungsversprechungen.

Darum ist es empfehlenswert, immer dann genauer kritisch nachzufragen, wenn medizinische, komplementärmedizinische , alternativmedizinische (oder was auch immer…) Angebote sehr unseren Bedürfnissen zu entsprechen scheinen.

Siehe:

Komplementärmedizin: Woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?

Komplementärmedizin: Qualität und Quacksalberei

P. S. zu Erasmus von Rotterdam:

Erasmus von Rottterdam war ein bedeutender niederländischer Gelehrter des europäischen Humanismus. Er war Theologe, Philosoph, Philologe und Autor zahlreicher Bücher. Er starb 1536 in Basel und ist im Basler Münster begraben.

Eindrücklich an Erasmus von Rotterdam finde ich, dass er sich angesichts der Reformationskonflikte nicht einfach in ein Lager pressen liess.

Als katholischer Theologe hat er die katholische Kirche rigoros kritisiert – den Ablasshandel, die Prunksucht der Kirchenoberen, die Kriegswut des Papstes. Gleichzeitig hat sich Erasmus deutlich von den deutschen Reformatoren und vor allem von ihrem fanatischen Anführer aus Wittenberg – Martin Luther – distanziert. Er forderte unbedingte Dialogbereitschaft. Über alles muss geredet werden können, weil niemand absolute Gewissheit haben kann, dass er Recht hat. Wer die Durchsetzung der eigenen Glaubenssätze für wichtiger hält als eine friedliche Gemeinschaft, muss einsehen, dass nichts im Leben „wertvoller ist als das Leben selbst“.

Erasmus kannte nicht nur beissende Kritik, die auf Veränderung gesellschaftlicher oder kirchlicher Verhältnisse abzielt. Die Schwächen der Menschen entlockten ihm oftmals auch einfach ein versöhnliches Schmunzeln. Es ist immer dann angebracht, wenn durch das törichte Verhalten niemand zu Schaden kommt, ja, wenn es die Menschen subjektiv sogar glücklicher macht. Alles, was der Freundschaft und dem friedlichen Zusammenleben der Menschen zuträglich ist, verdient nach Erasmus unsere Anerkennung – oder zumindest unsere Nachsicht.

(Quelle: Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, Ausstellungstext „Lob der Torheit“, Ausstellung über Erasmus von Rotterdam, 2009)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ausbildung zum Geistheiler mit Diplom

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Vor kurzem bin ich auf eine Ausbildung zum Geistheiler mit Diplom gestossen.

Den Markennamen lasse ich weg, weil ich für diesen Schwachsinn nicht noch Werbung machen möchte. Jedenfalls handelt es sich um ein geschütztes, eingetragenes Markenzeichen ®, nennen wir die Methode Mystery®.

Diese Ausbildung „diplomierter Geistheiler Mystery®“ scheint mir sehr fragwürdig.

Erstens:

Diplomierter Geistheiler Mystery® können Sie werden in nur 18 Tagen. Ein Grundkurs von fünf Tagen, zwei Aufbaublöcke von acht und fünf Tagen. Fix geht das. In dieser Zeit haben Sie nicht nur Ihre eigenen Blockierungen und Charakterschwächen gelöscht – so steht es in der Ausschreibung. Sie sind nun auch in der Lage, diese tiefgreifenden Heilungsprozesse bei Ihren Kundinnen und Kunden durchzuführen.

Ich gehe nicht davon aus, dass diese grandiosen Versprechungen wahr sind. Aber nehmen wir mal quasi übungshalber an, das wäre tatsächlich der Fall. Dann würden Sie innert sehr kurzer Zeit einen radikalen Umbau Ihrer Persönlichkeit durchmachen – dank Löschung von Blockierungen und Charakterschwächen. Da stellen sich einige Fragen:

– Wer entscheidet aufgrund welcher Kriterien, welche „Blockierungen“ und „Charakterschwächen“ zu löschen sind?

– Was als „Blockierung“ oder „Charakterschwäche“ bezeichnet wird, hat oftmals nicht nur negative Auswirkungen, sondern nicht selten zugleich in gewissen Bereichen eine positive Funktion. Kann eine solche Löschung nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen führen?

–  Was bedeutet es für Ihre langjährigen Beziehungen, Ihre Freundschaften und Ihr Arbeitsumfeld, wenn Sie sich in so kurzer Zeit derart fundamental verändern? Kommen Ihre Mitmenschen da noch mit oder kommt es zum Bruch?

Zweitens:

Wer von Geistheilung redet, müsste zuerst einmal auf den Tisch legen, was er oder sie unter „Geist“ versteht, weil wir es hier mit einem sehr vieldeutigen Begriff zu tun haben.

Gemäss dem „Lexikon der philosophischen Begriffe“ (Alexander Ulfig, Fourier Verlag 1999) kann der Begriff „Geist“ bedeuten:

„  1.) Gegensatz zu Materie und Körper (ähnlich wie Seele);

2.) Vernunft, Verstand als Erkenntnisvermögen;

3.) Göttliches Prinzip („Heiliger Geist“);

4.) Geistige Lebenseinstellung (geistiger Mensch, geistige Entfaltung; Gegensatz: Banause);

5.) Inbegriff der in einer Epoche bzw. Zeit oder einer Gruppe bzw. Gemeinschaft herrschenden Ideen, Gesinnungen, Wertmassstäbe usw. („Zeitgeist“);

6.) Geistige Begabung, Intelligenz („geistreich“);

7.) Numinoses Wesen in primitiven Religionen und im Volksglauben.“

Die Punkte 2, 4, 5, 6 und 7 scheinen mir für „Geistheilung“ nicht zu passen.

Bleiben also die Punkte 1 und 3.

Punkt 1: Geist als Gegensatz zu Materie und Körper (ähnlich wie Seele).

Da sind wir also im Leib-Seele-Geist-Problem gelandet, eine philosophisch hoch komplexe Diskussion seit mehreren tausend Jahren.

Da stellt sich grundsätzlich die Frage, ob man das monistisch, dualistisch oder gar trialistisch sieht. Also ob das alles ein Bereich, zwei oder gar drei getrennte Bereiche sind. Geist – Seele – Körper.

Schon der Begriff „Geistheilung“ isoliert Geist als Methode des Heilens. Das legt ein dualistische oder trialistisches  Verständnis nahe. Geist / Seele steht Körper / Materie gegenüber.

Dann stellt sich sehr zentral die Frage, wie genau „Geist“ auf „Körper“ wirkt, wenn es um Heilung geht. Oder wird der Körper ganz ausgeklammert und hat gar keine Bedeutung?

Fragen Sie doch Ihren Geistheiler, Ihre Geistheilerin vor der nächsten Behandlung. Es geht schliesslich um den Informed Consent, die informierte Einwilligung vor einem Eingriff.

Vielleicht geht es bei der Ausbildung zum diplomierten Geistheiler Mystery® (oder bei der praktizierten Geistheilerei Mystery®) eher um

Punkt 3: Geist als göttliches Prinzip („Heiliger Geist“);

Dann handelt es sich bei dieser 18-Tage-Geistheiler-mit-Diplom-Ausbildung® vielleicht um so etwas wie eine stark abgekürzte Priesterausbildung – ein Turbo-Priesterseminar quasi? In unserer Fast-Food- und Instant-Epoche allerdings sehr zeitgemäss.

Auch in diesem Fall müsste nun genauer geklärt werden, welche Vorstellung von „Geist“ und welche Vorstellung von „Heilen“ dem „Geistheilen“ zugrunde liegen. Nur schon die Vorstellungen von „Geist“ unterscheiden sich doch erheblich in Christentum, Islam und Buddhismus. Und in jeder dieser Religionen gibt es darüber hinaus noch einige Dutzend Varianten von „Geist-Vorstellungen“.

Wenn Ihr Geistheiler oder Ihre Geistheilerin zu diesem religiösen Konzept neigt, dann fragen Sie ihn oder sie doch nach den zugrundeliegenden Überzeugungen.

Drittens:

Wenn Sie ein Medikament einnehmen, lesen Sie ja hoffentlich auch den Beipackzettel zu Risiken und Nebenwirkung. Wie bei jedem angepriesenen Heilmittel, müsste eigentlich auch bei der Geistheilung ein Beipackzettel vorliegen:

„Zu Risiken und Nebenwirkungen:

Geistheilung kann zu psychischer Abhängigkeit führen. Es besteht die Gefahr, dass notwendige psychotherapeutische oder medizinische Abklärungen und Behandlungen verpasst werden. Wiederholte Inanspruchnahme von Geistheilung kann zudem den Kontostand negativ beeinflussen.“

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Veranstaltungstipp 4. November 2013: Literaturhaus Zürich zum 100. Geburtstag von Albert Camus

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Am 7. November 2013 ist der 100. Geburtstag von Albert Camus (1913 – 1960). Das Literaturhaus Zürich veranstaltet zu diesem Anlass am 4. November einen Camus-Abend.

Von 18.00 Uhr bis 19.00 Uhr wird ein Artefilm gezeigt: «Albert Camus, Lektüre fürs Leben» (ARTE France 2013; 54 Minuten).

Der Film arbeitet anlässlich des Jubiläums die heutige Rezeption und Wirkung von Albert Camus heraus.

Um 19.30 Uhr laden die Philosophin Ursula Pia Jauch und der Kulturwissenschaftler Johannes Binotto zum Café Philo – in leicht veränderter Form – zum Café Camus. Dabei werden – ausgehend von einem Text Albert Camus‘ –  Thesen, Gedankensplitter aufgeworfen und diskutiert, in offener, freischweifender Form.

Der Eintritt ist frei.

Ort: Literaturhaus Zürich, Limmatquai 62, 8001 Zürich

Info: www.literaturhaus.ch

(dort kann man Karten reservieren)

Kommentar & Ergänzung:

Ich schicke diesem Veranstaltungshinweis ein paar Sätze nach, mit denen ich auszudrücken versuche, was mich an Albert Camus anspricht – womit ich aber nicht sagen will, dass ich ihn verstanden hätte……..

Mich spricht Albert Camus auf verschiedenen Ebenen an. Viele seiner Gedanken sind einfach philosophisch anregend. Seine Auseinandersetzung mit der Sinnfrage ist auch für den Umgang mit Krankheit relevant.

Darüber hinaus war er als Mensch politisch sehr engagiert, aber gleichzeitig offenbar erfreulich resistent gegen Dogmatismus. Er hat sowohl den Nationalsozialismus als auch den Stalinismus bekämpft – im Gegensatz zu Jean-Paul Sartre, welcher den Stalinismus zeitweise verteidigte.

Die antidogmatische Haltung zeigt sich beispielsweise in folgendem Camus-Zitat:

„Gibt es eine Partei der Leute,

die nicht sicher sind, recht zu haben?

Bei der bin ich Mitglied.“

Albert Camus war ein Denker, aber er ist nicht aus der Welt in die Abstraktion geflohen. Er hat sich mit allen Sinnen auf die Welt bzw. auf die Natur eingelassen – auf Sonne, Licht & Schatten, Meer, Steine, Wind. Denken und Sinnlichkeit unter einen Hut zu bringen, ist keine selbstverständliche Leistung.

Seine Naturmetaphorik vermenschlicht die Natur nie. Damit hebt sie sich angenehm ab von einem anthromorphisierenden, esoterischen Naturmystizismus der Gegenwart. Bei Camus existiert immer ein Erzähler, der diese Wahrnehmungen mit seinem Seelenleben verbindet und umformt und somit die Naturwahrnehmung interpretiert. Die Natur wird dadurch nicht „an sich“ beschrieben, sondern immer durch den „Wahrnehmungsapparat“ des Erzählers.

Mehr zu Leben und Werk von Albert Camus auf Wikipedia.

Radiobeitrag auf NDR zu Albert Camus:

http://media.ndr.de/progressive/2013/1018/AU-20131018-1452-0242.mp3

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Zitat des Tages von Georg Christoph Lichtenberg

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„Widerwärtigkeiten sind Pillen, die man schlucken muss und nicht kauen.“

Georg Christoph Lichtenberg (1742- 1799)

Zu Georg Christoph Lichtenberg:

Lichtenberg wuchs als 17. und jüngstes Kind eines protestantischen Pfarrers auf.

Er war Mathematiker, Professor für Physik, ein begnadeter Schriftsteller und für seine Zeit einfach ein unkonventioneller Geist.

Wenn Georg Christoph Lichtenberg in diesem Zitat vom Umgang mit Widerwärtigkeiten schreibt, dann hat er aus eigener Erfahrung gewusst, wovon er schreibt.

Er litt sein ganzes Leben an einer zunehmenden Kyphoskoliose (Wirbelsäulenverkrümmung), die nicht nur zu einem ausgeprägten Buckel und geringer Körpergröße führte, sondern auch das Atmen immer mehr erschwerte.

Seine körperliche Behinderung und seine hohe Anfälligkeit für Krankheiten waren seine ständigen Begleiter.

Widerwärtigkeiten wie chronische Krankheiten und chronische Schmerzen sind eine grosse Herausforderung für Betroffene.

Bei uns herrscht überwiegend ein Gesundheitsideal, welches chronische Beschwerden bzw. chronische Schmerzen nicht vorsieht. Und natürlich ist es jedem Menschen zu gönnen, der lebenslang von solchen Widerfahrnissen verschont bleibt. Realistisch ist ein solches Gesundheitsideal aber nicht. Viel wahrscheinlicher ist es, dass Beschwerden oder Schmerzen phasenweise oder auch über längere Zeit zum Leben gehören.

Dann stellt sich die Frage, wie wir mit solch einem ungebetenen Begleiter im Leben umgehen können.

Zu diesem Thema habe ich im Herbst 2013 zwei Tagesseminare im Programm:

3. November: Schmerz als Herausforderung

17. November: Chronisch krank – was nun?

In beiden Tagesseminaren stehen philosophische und medizingeschichtliche Aspekte der Bewältigung von chronischen Krankheiten oder Schmerzen im Vordergrund.

Die detaillierten Informationen zu diesen Kursen finden Sie im Kurskalender.

Ich begleite auch Menschen einzeln in ihrer Auseinandersetzung mit chronischen Krankheiten oder Schmerzen auf den „Eidberger Gedankengängen“.

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/23/eidberger-gedankengange.html

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Positives Denken mit negativen Folgen

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Dass Positives Denken negative Folgen haben kann, vor allem wenn es zwanghaft wird,  dafür gibt es inzwischen viele Hinweise aus Psychotherapie und psychologischer Forschung.

Das Magazin „Focus“ hat sich diesem Thema angenommen mit einem Artikel unter dem Titel „Problematische Einstellung: Verdrängen, vergessen, verlieren: Wenn positives Denken zur Gefahr wird“.

Als Alternative empfiehlt uns die Autorin den „Lösungsdreiklang“:

„1. Jede Situation von verschiedenen Perspektiven betrachten, wahrnehmen was wirklich gerade passiert, anstatt zu interpretieren und optimistisch das Beste daraus zu machen.
2. Sich nicht länger mit einem Problem befassen, auf das wir keinen Einfluss haben.
3. Nach einer Lösung suchen, wenn wir Einfluss haben oder zumindest die negativen wie positiven Aspekte einer Situation sehen.“

Quelle:
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/gastkolumnen/buergel/mehr-realismus-zulassen-verdraengen-vergessen-verlieren-wenn-positives-denken-zur-gefahr-wird_aid_1082100.html

Kommentar & Ergänzung:

Es lohnt sich, diese drei Punkte genauer anzuschauen:

Zu 1.: „Jede Situation von verschiedenen Perspektiven betrachten“, das ist sinnvoll, aber nicht immer einfach. Je schwieriger die Lage, desto schwieriger ist es dummerweise oft auch, sie aus verschiedenen Perspektiven zu sehen. Irgendwie scheint das zusammen zu hängen.

„…wahrnehmen, was wirklich gerade passiert, anstatt zu interpretieren und optimistisch das Beste daraus zu machen.“

Hier scheint mir fraglich, ob wir überhaupt in der Lage sind wahrzunehmen, was gerade passiert, ohne zu interpretieren.  Es spricht jedenfalls viel dafür, dass wir aus dem Interpretieren gar nicht aussteigen können und die Welt letztlich daher nicht genau so wahrnehmen, wie sie wirklich ist. Wenn das stimmt, wäre es vor allem wichtig sich immer wieder bewusst zu machen, dass unsere Wahrnehmung immer einen mehr oder weniger grossen Anteil Interpretation enthält.

Zu 2 und 3.:  Das ist nachvollziehbar, hat aber den Haken, dass es in vielen Situationen nicht einfach ist, klar zu entscheiden, was zu Punkt 2 und was zu Punkt 3 gehört.

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Rüdiger Safranski: Kulturelles Immunsystem

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Rüdiger Safranski hat eine Biografie über Goethe vorgelegt. Im „Tages-Anzeiger“ interviewt Guido Kalberer den Autor.

Hier ein Abschnitt aus dem Interview, der mich besonders angesprochen hat:

„Ich sehe Goethe als einen grossen Immunologen. Er hatte schon damals etwas begriffen, was heute besonders wichtig ist. Hätte unser Körper kein Immunsystem, würden wir kollabieren. Als Kulturwesen brauchen wir etwas Ähnliches, eine Art kulturelles Immunsystem: Man muss wissen, was man in sich hineinlässt und was draussen bleiben soll: Was kann ich produktiv in mein Leben integrieren? Und wozu sollte ich auf Distanz gehen und mich nicht unter das vermeintliche Ideal der vollständigen Information und des Teilnehmens an allem und jedem stellen? Dieses Bewusstsein hatte Goethe in hohem Mass. Sein Ausdruck und Anspruch war: Die Sache, um die es geht, muss mich fördern! Da die Lebenszeit beschränkt ist, ist es wichtig, herauszufinden, was einen weiterbringt. Bloss keine Zeit verschwenden mit den Kritikern! «Widersacher kommen nicht in Betracht», pflegte er zu sagen.“

Quelle und vollständiges Interview:

http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Grosse-Kunst-hat-stets-etwas-Triviales/story/19176264

Kommentar & Ergänzung:

Genau. Heute wichtiger denn je:

„Was kann ich produktiv in mein Leben integrieren? Und wozu sollte ich auf Distanz gehen und mich nicht unter das vermeintliche Ideal der vollständigen Information und des Teilnehmens an allem und jedem stellen?“

Einzig den Punkt mit den Kritikern würde ich etwas differenzierter handhaben wollen. Hier kommt es auf die Qualität der Kritik an. Qualitativ gute Kritik kann uns weiterbringen und es wäre eine verpasste Chance, sie zu negieren. Qualitativ schwache Kritik braucht uns aber tatsächlich nicht gross zu kümmern. Nur: Wie erkenne ich denn, was qualitativ gute oder qualitativ schlechte Kritik ist?

Dazu muss ich mich mit Kritik halt doch zu mindestens ein Stück weit auseinandersetzen.

Rüdiger Safranski ist einer meiner philosophischen Lieblingsautoren. Ich schätze an ihm, dass er philosophische Themen spannend und gut verständlich darstellen kann, ohne oberflächlich zu werden. Bisher habe ich beim Lesen seiner Bücher immer die Erfahrung gemacht, dass ich mit ihnen für mein Leben etwas anfangen kann.

Rüdiger Safranski: „Goethe – Kunstwerk des Lebens“, Hanser, 748 Seiten, ISBN 978-3-446-23581-6, CHF 41.90

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Esoterische Allmachtsphantasien in der Alternativmedizin

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In Alternativmedizin bzw. Komplementärmedizin ist gerne die Rede von den Allmachtsvorstellungen der „Schulmedizin“.

Kaum je zum Thema gemacht werden die grassierenden Allmachtsphantasien in den eigenen Reihen.

Beispiele dafür gibt es zuhauf. So schreibt zum Beispiel die Heilerin R. v. B. in einem Inserat:

„Unsere Krankheiten kommen alle von ungelösten unbewussten Blockaden. Diese Blockaden kann ich innert kürzester Zeit auflösen und habe sehr gute Erfolge damit!“

Man muss sich das einmal konkret vorstellen: Die Frau verspricht die Heilung von allen Krankheiten und das „innert kürzester Zeit“.

Dass Menschen verletzliche, fragile Wesen sind, dass Krankheit genauso wie Gesundheit zum Leben gehört – diese Zumutungen sind damit abgeschafft.

Ich treffe ganz und gar nicht selten Leute mit solch grandiosen Selbstüberschätzungen in Alternativmedizin bzw. Komplementärmedizin.

Es sind quasi-göttliche Positionen, in die sich solche Heilerinnen und Heiler hineinphantasieren.

Und wenn die Heilung ausbleibt, ist in aller Regel die Kranke Person selber schuld, weil sie einfach noch nicht bereit war, um gesund zu werden…….

Gemäss den Angaben auf ihrer Website hat die Kaufmännische Angestellte R. v. B. vor zwei Jahren ihre wahre Berufung gefunden, nämlich Menschen zu heilen. Anschliessend hat sie ein paar esoterische Seminare besucht (z. B. Quantenheilung, Kinesiologie, russische Heilmethoden) und dann noch ein paar spezielle, direkte, persönliche Tipps bekommen aus der höheren geistigen Welt.

Dadurch konnte sie ihre Effizienz erheblich steigern. Während sie vorher in einer Sitzung von 50 – 55 Minuten Dauer nur 15 Blockaden „im Unterbewusstsein und im Mentalen“ lösen konnte, sind es nun dank Hilfe von oben 60 – 70 Blockaden!

Behandeln könne sie damit „alle Krankheiten, Schmerzen, Unfallfolgen, Süchte, psychische Probleme, Hormonstörungen“, schreibt R. v. B. auf ihrer Website.

Auf die Grenzenlosigkeit solcher Allmachtsphantasien will ich gar nicht mehr eingehen. Auf die simple Verengung aller Krankheitsursachen auf „Blockaden“ auch nicht.

Mich erschütttert eher noch mehr der Machtanspruch gegenüber der Patientin oder dem Patienten.

Auflösung von 60 – 70 Blockaden „im Unterbewusstsein und im Mentalen“!

Würde das tatsächlich so geschehen (wovon ich allerdings nicht ausgehe), dann wäre das ein Totalumbau der Persönlichkeit innert einer Stunde,

Nimmt man diese Aussage ernst, so stellt sich die Frage, ob die Patienten informiert wurden, was da mit ihnen gemacht wird.

Vor einer Operation ist der Chirurg verpflichtet, den Patienten über den Eingriff und seine möglichen Folgen aufzuklären.

Die Heilerin R. v. B. hat keinerlei psychotherapeutische oder medizinische Ausbildung, verspricht aber effiziente Behandlung „bei jeder Art Krankheit, Unfallfolgen, Süchten, psychischen Krankheiten, Aengsten, Gewichtsproblemen, Allergien, Hormonproblemen, Burnout“, und sie betont, „dass es 100% funktioniert“.

Wo bleibt da der informierte, einwilligende Patient? Blockaden – was immer genau damit gemeint sein mag – kann man nicht so ohne weiteres wegmachen. Vielleicht haben sie ja eine Funktion. In einer sorgfältigen Psychotherapie würde man Schritte gemeinsam mit dem Patienten ausloten und nicht in einem quasichirurgischen Eingriff in die Psyche Blockaden wegmachen.

Und dann noch die 100% Garantie:  Solche Garantien gibt es bei der Autoreparatur. Ist das defekte Teil ersetzt, kann man eine Garantie geben.

Der menschliche Organismus ist aber viel komplexer als eine Maschine.

Ich würde einen weiten Bogen machen, sollte mir ein Heiler oder eine Heilerin gleich welcher Richtung eine solche Garantie geben. Das ist ein starkes Indiz für Scharlatanerie.

Wenn ich mir all die Aussagen von R. v. B. anschaue, dann bekomme ich den Eindruck, dass sich da jemand eine Phantasiewelt zusammengezimmert hat, die vor allem den eigenen Bedürfnissen nach Sinngebung entspricht.

Für Patientinnen und Patienten sind solche Heilerinnen und Heiler nicht selten eine Gefahr (Abhängigkeit, Fehlbehandlung, verpassen von nötigen Behandlungen und Diagnosen).

Werden in diesen Sitzungen keine Blockaden aufgelöst (wovon ich ausgehe), dann handelt es sich um Betrug und Irreführung.

Falls aber trotzdem Blockaden in diesem rasanten Tempo und in diesem Ausmass aufgelöst werden sollten, dann wäre das ein ethisch und psychologisch hoch problematisches Vorgehen.

Da R. v. B. leider keine Ausnahme ist in der „Alternativmedizin-Szene“, wäre es meiner Ansicht nach sehr nötig, dass solche Macht- und Grössenphantasien vermehrt thematisiert und in Frage gestellt werden.

Und falls Sie zu den Konsumentinnen oder Konsumenten in diesem Bereich gehören, dann kann ich nur raten, kritisch zu bleiben gegenüber derart überzogenen und abgehobenen Versprechungen.

Siehe auch:

Komplementärmedizin – Woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen

Esoterikfreie Pflanzenheilkunde – warum?

Am 24. November 2013 leite ich in Winterthur ein Tagesseminar zum Thema:

Komplementärmedizin und Naturheilkunde – wie erkennt man seriöse und unseriöse Angebote?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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