Psyche und Krebsentstehung hängen nicht zusammen

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In den 1980er Jahren wurde noch ein Zusammenhang zwischen Krebs und Psyche postuliert. Heute sagt aber der Großteil der Wissenschaft: Nein, diesen Zusammenhang gibt es nicht.

Patricia Göttersdorfer, Vorstandsmitglied der österreichischen Plattform für Psychoonkologie, begleitet seit 15 Jahren als Psychologin Männer und Frauen mit der Diagnose Krebs. Fast immer tauche im Erstgespräch mit Krebskranken die Frage auf: Warum ich? Was habe ich falsch gemacht? Ihre Aufgabe sei dann klar zu stellen, dass Krebs zwar durch Lebensstil-Faktoren beeinflusst werden kann, also zum Beispiel ob jemand raucht oder nicht. Krebs habe aber keine rein psychischen Ursachen.

Göttersdorfer stellt klar: „Die Psyche ist nicht daran schuld, wenn Sie Krebs bekommen. Manche Krebserkrankungen sind allerdings schwer zu erklären, sind schwer greifbar zu machen. Menschen neigen in solchen Fällen dazu, sich Konstrukte zu basteln, um doch ein Erklärungsmodell für ihre Erkrankung zu finden. So unter dem Motto: Es gibt doch einen Zusammenhang zwischen Seele und Krebs! Und da muss man dann klar sagen: Nein, es ist nicht so!“

Die Suche nach einer Erklärung für die Krankheit öffne leider Tür und Tor für abstruse Behandlungsmethoden, bedauert Göttersdorfer.

Alles, was wir uns nicht erklären können, mache uns extrem hilflos. Das sei auch der Grund, warum Wunderheiler und Esoterikpraktiken so boomen oder weshalb Menschen immer wieder in Heilsversprechungen flüchten. Menschen nehmen manchmal sogar sehr weite Reisen auf sich – wie etwa nach Lourdes – um genau dieses Bedürfnis nach dem Sinn hinter der Krankheit zu befriedigen, sagt die Psychoonkkologin.

Einen Sinn für die Krebserkrankung gebe es jedoch wissenschaftlich betrachtet nicht, deshalb sei die Begleitung von Krebspatienten durch geschulte Mediziner so wichtig, allen voran durch Onkologen und durch Psychologen und Psychotherapeuten.

Psychoonkologie bietet Unterstützung

In Spitälern soll es geschultes Personal geben, das den Krebspatientinnen und -patienten hilft, die Krebserkrankung anzuerkennen als das, was sie ist. Dieses Anliegen vertritt die Psychoonkologie.

Patricia Göttersdorfer beschreibt das so:

„Wenn Menschen mit ihren Gedanken alleine gelassen werden und die Zeit des Grübelns beginnt, dann kommt der oder die Betroffene oftmals auf ganz unmögliche Zusammenhänge, also etwa dass der Brustkrebs durch eine schlechte Ehe verursacht sei, oder der Tumor durch eine schlechte Vaterbeziehung entstanden sei. Mit Hilfe von guten Gesprächen, das zeigt die Erfahrung, wird die Krebserkrankung für die Patienten erträglicher und klarer, und in Folge können sie besser damit umgehen.“

Aus den Köpfen der Menschen verschwinden müsse zudem endlich die Annahme einer „Krebspersönlichkeit“, sagt Göttersdorfer. Die Idee der „Krebspersönlichkeit“ wurde noch in den 1980iger Jahren postuliert. Sie nimmt an, dass bestimmte Menschen besonders anfällig für Krebs sind, doch gilt sie in der Wissenschaft inzwischen als widerlegt.

Patricia Göttersdorfer sagt dazu:

„Es gab und gibt ganz viele Studien, die zeigen, dass es keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und einer Krebserkrankung gibt. Es gibt maximal einen Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie ich lebe, und ob ich Krebs bekomme oder nicht. Aber auch das stimmt nicht immer: So gibt es Menschen, die ihr Leben lang rauchen und keinen Krebs bekommen, andere wiederum haben nie geraucht und bekommen ein Karzinom. Krebs ist nicht fair.“

Quelle:

http://science.orf.at/stories/1751043/

Kommentar & Ergänzung:

Wissenschaftlich ist die Vorstellung einer „Krebspersönlichkeit“ schon seit längerem vom Tisch.

In Esoterik und Alternativmedizin tauchen ähnliche Theorien aber immer wieder auf und führen nicht selten zu Schuldzuweisungen an Patientinnen und Patienten. Solche willkürlichen Ursachenunterstellungen können möglicherweise zwar ein Sinnangebot vermitteln, das aber hoch spekulativ ist und oft sehr destruktiv wirkt.

Eine konstruktive Begleitung bei Krebserkrankungen fokussiert sich dagegen darauf, die Lebensqualität der Kranken in der Gegenwart zu verbessern und einen möglichst guten Umgang mit der Krankheit zu finden – so wie es eine fundierte Psychoonkologie anstrebt.

„Krebs ist nicht fair“, sagt die Psychoonkologin, und spricht damit einen Aspekt an, der auch philosophisch ausserordentlich bedeutsam ist.

Es gibt diese Idee und diese Sehnsucht danach, dass Gesundheit und Krankheit, Glück und Unglück gerecht und fair verteilt sind.

Die Guten werden belohnt, die Schlechten bestraft – und wer sich richtig verhält, ist auf der sicheren Seite.

Nun ist es ja schon so, dass wir in mancherlei Bereichen Einfluss auf unsere Gesundheit nehmen können. Aber nicht vollständig. Auch mit dem gesündesten, besten Verhalten bleibt ein Risiko für Krankheit und Tod. Sochen möglichen Widerfahrnissen gegenüber sind wir immer auch mehr oder weniger ohnmächtig – ohne Macht also.

Das ist manchmal schwer auszuhalten und die Vorstellung, dass alles fair und gerecht zu und her geht, gibt uns scheinbar Einfluss zurück. Ich muss mich nur richtig verhalten, dann bin und bleibe ich geschützt vor Krankheiten und anderem Unbill.

Ohnmachtsgefühle werden dadurch gelindert, aber es kommen Schuld- und Versagensgefühle auf, wenn ich trotzdem krank werde oder bleibe.

Wir haben es also nicht selten mit einem Tauschhandel zu tun: Ohnmachtsgefühle werden getauscht gegen Schuld- und Versagensgefühle.

Schlimm wird es aber vor allem, wenn aussen stehende Personen kranken Menschen die Vorstellung überstülpen, dass Krankheit immer durch irgendwelche „Fehler“ ausgelöst und damit quasi „verdient“ sei. Das sind anmassende Unterstellungen – und sie kommen insbesondere in esoterischen Kreisen nicht selten vor. Das nennt sich dann oft absurderweise noch „ganzheitlich“……..

Mag sein, dass dieser Kommentar etwas hart tönt, aber ich bin wirklich entsetzt darüber, was ich an solchen Unterstellungen gegenüber von Patientinnen und Patienten immer wieder zu hören bekomme.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

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Was unterscheidet Wissenschaft von Esoterik?

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Servan Grüninger hat auf campus.nzz.ch gerade einen interessanten Text veröffentlicht zu Unterscheidungsmerkmalen zwischen Wissenschaft und Esoterik.

Wissenschaftliche Aussagen müssen möglichst so formuliert werden, dass sie grundsätzlich widerlegbar sind, also an der Erfahrung scheitern können.

 

Wissenschaft soll danach streben, Theorien zu widerlegen und damit Fehler zu entdecken, was zu besseren Theorien führt.

Grüninger beschreibt dieses sogenannte Falsifikationsprinzip, das auf den Philosophen Karl Popper (1902 – 1994) zurückgeht, anhand der Beispiele Lichtnahrung, Homöopathie und Akupunktur.

Wie auch immer man zu diesen Methoden steht – das Falsifikationsprinzip ist ein interessantes Unterscheidungskriterium. Esoterische Theorien werden nämlich tatsächlich oft so formuliert, dass sie grundsätzlich unwiderlegbar sind. Theorien zu widerlegen und durch Aufdeckung von Fehlern zu verbessern ist kein Anliegen der Esoterik.

Theoriegebäude enthalten oft zugleich widerlegbare und unwiderlegbare Elemente.

Das lässt sich gut am Theoriegebäude der Homöopathie zeigen.

Die „geistartige Kraft“, durch welche nach Samuel Hahnemann die Wirkung der Homöopathie zustande kommen soll, lässt sich weder belegen, noch widerlegen. Damit das möglich würde, müsste der Ausdruck „geistartige Kraft“ mit konkreteren Eigenschaften beschrieben werden.

Die homöopathischen Arzneimittelprüfung dagegen sind so formulieret, dass sie sich gut widerlegen lassen.

Siehe dazu:

Arzneimittelprüfung Belladonna C30 / Belladonna D60

Homöopathie-Forschung: Arzneimittelprüfung mit Okoubaka

Ausserdem:

Ein weiterer Beitrag zum gleichen Thema:

Was Wissenschaft von Esoterik unterscheidet

Zum Lichtnahrungsprozess:

Tod durch Lichtnahrungsprozess

Qualitätsmerkmale für Wissen zu kennen ist wichtiger denn je, weil immer mehr Menschen ihre Informationen überwiegend im Internet suchen und finden, wo es keinerlei Qualitätskontrolle gibt. Relevante von unrelevanter Information unterscheiden zu lernen wird daher immer entscheidender werden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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[Buchtipp] Verbesserte Körper – gutes Leben? Bioethik, Enhancement und die Disability Studies, von Miriam Eilers, Katrin Grüber, Christoph Rehmann-Sutter

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verbesserte_koerper_gutes_lebenVerlagsbeschreibung:

Enhancement (= „Verbesserung“) – Behinderung – gutes Leben.

Der Band verknüpft diese drei Themen und entwickelt einen breiten Zugang zur Debatte um die biotechnologischen Möglichkeiten zur Verbesserung des menschlichen Körpers. Die Beiträge gehen von der Arbeitshypothese aus, dass die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen wichtig sind, um ethische Fragen, die sich bei Enhancement-Projekten stellen, konkreter – und so besser – zu verstehen.

Eine zweite Hypothese ist, dass die Sprache der Rechte, Pflichten und Verbote nicht ausreicht, um zu erfassen, worum es im Kern der Fragen zum Enhancement in ethischer Hinsicht geht. Stattdessen muss geklärt werden, inwieweit mit einer möglichen Verbesserung auch eine Steigerung des menschlichen Wohls verbunden ist und welche Veränderungen im Kontext eines guten Lebens wünschenswert sind.  Zum Shop

Inhaltsverzeichnis:

Inhalt:

Miriam Eilers / Katrin Grüber / Christoph Rehmann-Sutter: Einleitung.

Alfred Nordmann: Die unheimliche Wirklichkeit des Möglichen: Kritik der zukunftsverliebten Technikbewertung.

Christina Schües: Menschliche Natur, glückliche Leben und zukünftige Ethik. Anthropologische und ethische Hinterfragungen.

Christoph Rehmann-Sutter: Können und wünschen können.

Katrin Grüber: Bedingungen für ein gutes Leben mit Behinderung.

Stuart Blume: Ethikdebatte und gesellschaftlicher Prozess: Lehren aus der Geschichte des Cochlea-Implantats.

Sigrid Bosteels / Stuart Blume: Über Konstruktion und Dekonstruktion von Gehörlosigkeit bei Kindern.

Jackie Leach Scully: Auf moralisch unsicherem Terrain: Über Embodiment, Enhancement, und Normativität.

Miriam Eilers: «Fünfundzwanzigstündiger Arbeitstag – denn ne Prothese wird nie müde.» Normative und selektive Implikationen der Prothetik nach dem Ersten Weltkrieg.

Birgit Stammberger: Posthumane Verkörperungen in einer Post-Gender Welt? Kulturelle Dimensionen der kosmetischen Chirurgie.

Trijsje Franssen: Prometheus steigt herab: Beeinträchtigung oder Enhancement?

Lisa Forsberg: Mood-Enhancement und die Authentizität der Erfahrung: Ethische Überlegungen.

Annika den Dikken: Die ethische Relevanz von Körperbildern für die Enhancement-Debatte.

Morten Hillgaard Bülow: Das gute alte Hirn. Wie die Sorgen um eine alternde Gesellschaft und die Ideen zum kognitiven Enhancement in den Neurowissenschaften interagieren.

Nicolai Münch: Körperverachtung oder Phänomenologie der Leiblichkeit? Eine Kritik am Transhumanismus.

Natasha Burns: Nootropika, Smart Drugs und das Problem der Governance.

Kommentar von Martin Koradi zu diesem Buch:

– Gentechnik und Stammzellentherapie

– Nanotechnologie, Prothetik, Implantate (z. B. Hirnschrittmacher)

– Künstliche Intelligenz (z. B. Gehirn-Computer-Schnittstellen)

– Pharma-Enhacement (Leitungssteigernde und moralfördernde Substanzen)

– Upload aller Daten vom Gehirn auf einen Computer zwecks “Unsterblichkeit”.

Mit solchen Verfahren und Technologien propagiert der sogenannte Transhumanismus die Optimierung und schlussendlich Überwindung des Menschen.

Dabei stellen sich aber eine ganze Reihe von kritischen Fragen, die bisher nur unzureichend thematisiert wurden. Das Buch „Verbesserte Körper – gutes Leben?“ stellt solche Fragen und beleuchtet zum Beispiel die gesellschaftlichen Folgen der transhumanistischen Optimierungsstrategien.

Weitere Informationen zu diesen Themen im Blog Transhumanismus & Kritik.

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Placebo-Effekt bei Tieren? Kommt selbstverständlich vor!

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Dieses Argument kommt häufig auf den Tisch in Diskussionen rund um Alternativmedizin und Komplementärmedizin:

„Präparat X wirkt auch bei Tieren. Das beweist, dass es nicht nur ein Placebo ist.“

So beispielsweise hier in einem Artikel der „Südwest Presse“ über Homöopathie bei Tieren:

„Einem Vorurteil sieht sich die Homöopathie immer wieder ausgesetzt: Die vermeintliche Heilung sei eingebildet, ein reiner Placebo-Effekt. Über die Wirkung bei Tieren lässt sich in diesem Fall jedoch kaum streiten: Sie können keinem Placebo-Effekt unterliegen.“

Quelle:

http://www.swp.de/ehingen/lokales/ehingen/Print-Homoeopathie-Tieraerztin-Heilung-Placebo-Konservative-Medizin-versus-Homoeopathie-bei-Tieren-Sanfte-Heilung-durch-Natur;art4295,2836442

Kommentar & Ergänzung:

Unabhängig davon, ob das „Präparat X.“ tatsächlich wirksam ist oder nicht: Als Argument ist diese Aussage sehr schwach und zeugt zudem von mangelndem Wissen bezüglich dem Placebo-Phänomen:

1. Der Placebo-Effekt ist nicht gleichzusetzen mit „Einbildung“, wie es die Formulierung der „Südwest Presse“ suggeriert. Der Placebo-Effekt ist viel vielschichtiger und komplexer.

2. Placebo-Effekte gibt es auch bei Tieren und sie sind schon seit vielen Jahren gut dokumentiert.

Alexandra Freismuth schreibt dazu in ihrer Dissertation zum Thema „Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie zur Wirkung von Vitamin E und Selen auf die Muskulatur von Sportpferden (München 2004):

„Der Placeboeffekt spielt in der Tierarztpraxis eine große Rolle, obwohl sich dessen viele Tierärzte nicht bewusst sind.

Als PESUT 1983 einen Artikel über Placebos in der Tiermedizin verfasste, stellte er fest, dass es eigentlich keine Literatur darüber gab. Er war sich jedoch sicher, dass die meisten Tierärzte über den Gebrauch des Placebos in der Humanmedizin Bescheid wussten, selbst Placebos einnahmen oder sogar Patienten damit behandelten, bewusst oder unbewusst (PESUT, 1983).

In der Tiermedizin existiert jedoch häufig die Ansicht, dass es den Placeboeffekt beim Tier überhaupt nicht geben würde, da bei Tieren im Gegensatz zum Menschen keine subjektive Beeinflussung durch den Therapeuten möglich wäre, und Tiere damit auch keine Erwartungshaltung an die Verabreichung eines Placebos knüpfen könnten. Tiere sind jedoch sehr wohl in der Lage, durch Maßnahmen des Menschen im Sinne einer Placebowirkung zu reagieren, was durch zahlreiche experimentelle und klinische Untersuchungen gezeigt werden konnte. Tiere reagieren auf jede Veränderung in ihrer gewohnten Umgebung oft sehr viel empfindlicher als der Mensch. Das Fixieren von Versuchstieren für Applikationen führt zu Stress- bedingten Veränderungen zahlreicher Transmitter-, Hormon- und Mediatorsysteme, was Arzneimittelwirkungen simulieren, potenzieren oder auch maskieren kann. In der experimentellen Pharmakologie muss deshalb jede Arzneimitteluntersuchung placebokontrolliert durchgeführt werden, das heißt die Versuchstiere müssen den Arzneiträger in der gleichen Menge und mit der gleichen Applikationsart bekommen wie die mit Arzneimittel behandelte Gruppe, um Rückschlüsse auf die Wirkung des Arzneimittels zu bekommen. Im klinischen Bereich muss zwischen einer direkten Placebowirkung auf das Tier durch die Handlungen des Tierarztes und die damit verbunden Reaktionsänderung und Erwartung des Tieres und dem Einfluss des Besitzers unterschieden werden.

Jede mit Angst, Schmerz oder Stress verbundene Maßnahme am Tier führt zu einer unspezifischen Aktivierung endogener Prozesse, was den natürlichen Verlauf einer Erkrankung beeinflussen kann. Der Einfluss des Besitzers auf den Behandlungserfolg hat objektive und subjektive Aspekte. Der Besitzer wird oft dem kranken Tier mehr Aufmerksamkeit widmen als dem gesunden Tier, was die Wirkung beeinflussen kann (LÖSCHER und RICHTER, 1999).

Nach PESUT stellt sich hier die Frage, wer nun behandelt wird das Tier oder der Besitzer. Oft erwarten die Tierbesitzer auch, dass das Tier eine Injektion, Tabletten oder eine Salbe zum Auftragen erhält. Tierärzte, die in dieser Situation nichts spritzen oder keine Medikamente zur Behandlung abgeben, laufen Gefahr einen Kunden zu verlieren.

In der Humanmedizin hat der Kinderarzt ein ähnliches Problem. Er behandelt einen viralen Infekt eines Kindes auf das Drängen der Eltern mit Antibiotika, obwohl keine Sekundärinfektionen vorliegen.

Diese Problematik entsteht hauptsächlich dadurch, dass Patienten für jedes Symptom eine Behandlung erwarten (WEISS, 1990).

Es ist jedoch die Frage, ob die Tiere wirklich auf das Placebo oder auf die Veränderung im Verhalten des Menschen reagieren. Hat ein Tier eine sehr enge Beziehung zu seinem Besitzer wird es ihm sicherlich gut tun, wenn der Besitzer ihm mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Auch werden, sobald ein Tier erkrankt ist, oft schlechte Haltungsbedingungen verbessert, die vielleicht die Krankheit mit verursacht haben.

Seit den Versuchen von Pawlov an Hunden ist bekannt, dass sich Placeboeffekte beim Tier auch durch Konditionierung über bedingte Reflexe erreichen lassen. Dieselben Beobachtungen wurden bei Versuchen an Ratten gemacht, die durch eine Reihe von Scopalamin Injektionen konditioniert wurden und anschließend nach der Injektion von Kochsalz ähnliche Reaktionen zeigten (HERRNSTEIN, 1962; PESUT und KOWALCZYK, 1983).“

Quelle: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/3248/1/Freismuth_Alexandra.pdf

 

Der Placeboeffekt bei Tieren belegt ja gerade, dass Tiere auf Massnahmen reagieren und keine Maschinen sind. Wie also, ums Himmels Willen, kann man das ausblenden?

Im Übrigen kann ein Placebo-Effekt nicht nur bei den behandelten Tieren auftreten, sondern auch bei den Halterinnen und Haltern. Und die sind es ja hauptsächlich, die einen Behandlungserfolg beurteilen.

Weitere Infos zum Thema Placeboeffekt bei Tieren in der „Zeit“, im „Spiegel“ und auf „Scienceblogs“.

3. Tiere haben Selbstheilungskräfte, genauso wie auch Menschen. Wer krank ist, ein Heilmittel einnimmt und dann gesund wird, kann noch nicht daraus schliessen, dass die Besserung durch das Heilmittel bewirkt wurde. Die meisten Krankheiten und Beschwerden, das ist eine altbekannte Tatsache, bessern nämlich auch von selbst.

Und bei chronischen Erkrankungen gibt es oft einen schwankenden Verlauf, was dazu verleiten kann, natürlicherweise vorkommende Besserungen der Therapie zuzuschreiben.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin: Der Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss als häufige Irrtumsquelle

 

Täuschende Erfahrungen

Aus diesen Gründen täuscht uns unsere Erfahrung oft.

Das hat schon der Philosoph und Psychiater Karl Jaspers (1883 – 1969) beschrieben:

„Man weiss, wie schwer in vielen Fällen der Beweis des Heilerfolgs ist. Aus einem einzelnen Fall ist nur ein Eindruck, kein Beweis möglich. Der Fehlschluss: post hoc ergo propter hoc täuscht nur allzu leicht.

Der objektive Beweis dagegen ist zu führen aus physiologischer Erkenntnis des Kausalzusammenhangs und durch Statistik, nicht aber durch das allgemeine: Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht. Jeder Arzt weiss, welche Rolle Suggestionen, Besserungen von Beschwerden durch ermutigende Stimmung, Schwankungen des Krankheitsverlaufs, periodische Veränderungen des Gesamtzustandes, die Cyclothymien u. a. spielen.

Wir sind in der Medizin oft Täuschungen erlegen infolge allgemein herrschender wissenschaftlicher Auffassungen und verbreiteter Meinungen. Es scheint zuweilen dem Strom solchen Meinens gegenüber das einfache, durchschlagende Gegenargument machtlos, das dann doch im Laufe der Zeit zur Geltung kommt.“

(Aufsatz „Arzt und Patient“, in: Karl Jaspers, Wahrheit und Bewährung, Serie Piper 1983).

Es braucht sehr viel Sorgfalt, um aus „Erfahrungen“ fundierte Schlüsse zu ziehen.

Siehe:

Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung 

Pflanzenheilkunde: Erfahrung allein genügt nicht zur Begründung 

„Präparat X. wirkt auch bei meiner Katze, daher ist es wirksam und nicht nur ein Placebo“ – solche Aussagen sind nicht überzeugend:

Sie blenden aus, dass auch in der Tierheilkunde Placeboeffekte auftreten und auch Tiere Selbstheilungskräfte haben.

Erst wenn diese beiden Aspekte mitberücksichtigt werden, können fundiertere Schlüsse aus Erfahrungen gezogen werden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Zitat des Tages von Johann Wolfgang Goethe

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„Ein Phänomen, Ein Versuch kann nichts beweisen, es ist das Glied einer grossen Kette, das erst im Zusammenhange gilt. Wer eine Perlenschnur verdecken und nur die schönste einzelne vorzeigen wollte, verlangend, wir sollten ihm glauben, die übrigen seien alle so: schwerlich würde sich jemand auf den Handel einlassen.“

(Goethe, Maximen und Reflexionen, Insel Taschenbuch 1976, S. 43, Abschnitt 156)

Kommentar & Ergänzung:

Goethe spricht hier eine sehr wichtige Erkenntnis an – auch für die Heilkunde.

Um die Wirksamkeit einer bestimmten Heilmethode oder eines Heilmittels zu demonstrieren, werden immer wieder Anekdoten erzählt, basierend auf einzelnen Erfahrungen.

Erfahrungen – auch viele Erfahrungen – können allerdings täuschen.

Millionen von Männern in Asien schwören aufgrund ihrer Erfahrungen auf Nashornpulver als Potenzmittel, obwohl Fingernägel aus der gleichen Substanz bestehen. Und in Europa schwörten vom 18. bis 20. Jahrhundert unzählige Menschen auf Schluckbildchen (siehe dazu Artikel auf Wikipedia) und waren – offenbar aufgrund ihrer Erfahrungen – von deren Wirksamkeit überzeugt.

Erfahrungen als solche sagen wenig aus, man muss sie interpretieren – und dieser Vorgang ist irrtumsanfällig. Darum ist es entscheidend, wie sorgfältig und fundiert man sich mit Erfahrungen auseinandersetzt.

Siehe dazu:

Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung

Pflanzenheilkunde: Erfahrung genügt nicht als Begründung

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung

Das Zitat von Goethe betrifft aber selbstverständlich genau so die Medizin wie die Bereiche Naturheilkunde und Komplementärmedizin. Zum Beispiel im Umgang mit Studien. Da wird gegenwärtig diskutiert über das sogenannte „Single-Study-Syndrom“.

Darunter versteht man zum einen das Phänomen, dass eine Studie, die konträr zu bisherigen Studien zeigen soll, dass es doch anders ist, in den Medien übertrieben gehypt wird, bevor die Bedeutung und der Wert dieser Studie überhaupt geklärt sind.

Zum anderen ist damit aber auch das Phänomen gemeint, dass über jede einzelne kleine Studie berichtet wird, als wäre sie wichtig oder gar entscheidend, obwohl sie nur ein Mosaiksteinchen in einem grossen Bild ist. Mehr zu dieser Diskussion steht bei Marcus Anhäuser auf sienceblogs.de.

In den Medien findet man immer wieder Formulierungen wie: „Eine neue Studie hat bewiesen, dass….“.

Solche Formulierungen mahnen eher zu Vorsicht. Eine einzelne Studie beweist oft noch wenig oder gar nichts. Man muss die Ergebnisse im Kontext von anderen Studien zum selben Thema interpretieren.

Rosinenpickerei ist in diesem Zusammenhang ein verbreitetes Phänomen – in der klassischen Pharmaindustrie, aber auch bei Präparaten aus Komplementärmedizin und Phytotherapie: Man pickt aus dem ganzen Kuchen der vorliegenden Studien genau diejenigen heraus, die ein positives Ergebnis zeigen – und „übersieht“ alle anderen diskret.

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Umfrage zeigt: Für Homöopathie-AnwenderInnen ist Erfahrung wichtiger als Studien

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Eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag eines Herstellers von Homöopathika – der Deutschen Homöopathie Union (DHU) – ergab:

„Für Homöopathie-Anwenderinnen zählen die eigenen Erfahrungen mehr als wissenschaftliche Studien: 72 Prozent der Frauen sind der Meinung, dass positive Erfahrungen ein ausreichender Beleg für die Wirksamkeit eines Arzneimittels sind…..

Demnach findet nur eine Minderheit von 24 Prozent der Frauen, die bereits Erfahrung mit Homöopathie gesammelt haben, dass wissenschaftliche Untersuchungen die Wirksamkeit eines Arzneimittels beweisen müssten. Auch in der Gesamtbevölkerung toppt laut der DHU-Umfrage die Erfahrung wissenschaftliche Studien: 52 Prozent der 1000 befragten Erwachsenen genügt sie als Wirksamkeitsbeleg, 39 Prozent wollen wissenschaftliche Untersuchungen sehen.“

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/nachricht-detail-markt/umfrage-homoeopathie-erfahrung-wichtiger-als-studien/

Kommentar & Ergänzung:

Die Täuschungsanfälligkeit der eigenen Erfahrung wird im Allgemeinen stark unterschätzt. Das führt zu gravierenden Fehleinschätzungen bei der Beurteilung der Wirksamkeit therapeutischer Massnahmen. Daher ist es entscheidend, die wichtigsten Irrtumsquellen zu kennen. Aber selbst das schützt nicht vor Fehleinschätzungen und Trugschlüssen. Wer die fundamentale Pannenanfälligkeit im Umgang mit eigenen Erfahrungen kennt, wird jedoch nicht mehr so fraglos die eigene Erfahrung als letztgültige Beurteilungsinstanz setzen.

Erfahrungen führen jedenfalls nicht direkt zu verlässlichen Erkenntnissen. Sie müssen sorgfältig dokumentiert, zusammengefasst, mit anderen Menschen ausgetauscht und verglichen werden. Und sie müssen kritischen Auseinandersetzungen standhalten. Wer solche Klärungsprozesse unterlässt und sich nur auf “Erfahrung” beruft, macht es sich zu einfach.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin: Der Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss als häufige Irrtumsquelle

Pflanzenheilkunde: Erfahrung allein genügt nicht zur Begründung 

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung 

Naturheilkunde: Warum werden unsere kranken eigentlich wieder gesund? 

Warum wir gesund werden (Artikel in der Zeitschrift „Natürlich“)

Naturheilkunde: Vom sorgfältigen Umgang mit Erfahrung 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Tipp: Ausstellung zum Thema „Entscheiden“ im Stapferhaus Lenzburg bis 25. April 2014

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Das „Stapferhaus“ in Lenzburg hat schon eine ganze Reihe von interessanten Ausstellungen durchgeführt. Noch bis zum 25. April 2014 dauert die Ausstellung zum Thema „ENTSCHEIDEN“.

Die Ausstellung blickt hinter die Kulissen der Entscheidungsfindung und fragt nach dem Zusammenspiel von persönlicher Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung, Zufall und Schicksal.

Das Stapferhaus ist eine Art Labor für Lebenskunst, macht das Schwierige zugänglich und führt Zusammenhänge vor Augen, ohne vorgefertigte Antworten zu liefern.

Liebe, Karriere, Konsum, Politik, Gesundheit – die aktuelle Ausstellung im Stapferhaus bietet Denkanstösse und Informationen zu den Entscheidungen, die in den verschiedenen Lebensbereichen immer wieder anstehen.

Empfehlenswert.

http://www.stapferhaus.ch

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Nostalgie fürs Ohr: Ein Museum für aussterbende Geräusche

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Es gibt typische Geräusche, die sang- und klanglos verschwinden, vor allem durch den technologischen Wandel.

Schön, dass sich jemand für die Erhaltung solcher Töne einsetzt. Wir sind eine in weiten Bereichen visuell dominierte Kultur, die gleichzeitig aber Lärm in grossem Mass freisetzt.

Bewusster mit Geräuschen umzugehen, das wäre keine schlechte Idee.

Anregungen dazu bietet das „Conserve the Sound“-Projekt, ein Online-Archiv für verschwindende Geräusche.

Mit vielen akustischen Beispielen und vertiefenden Texten und Interviews.

Hinhören lohnt sich:

http://www.conservethesound.de

Martin Koradi

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Heilpflanzen gegen Blähungen

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Das „Bayerische Fernsehen“ kümmert sich um unsere Verdauungsbeschwerden:

„Blähungen entstehen, wenn sich im Darm zu viele Gase bilden. Der sogenannte „3-Winde-Tee“ hilft, dass die Gase den Darm möglichst schnell wieder verlassen. Er besteht aus Kümmel, Fenchel- und Anissamen. Kümmel löst Krämpfe und fördert die Verdauung. Deswegen wird er auch häufig blähenden Speisen, wie z. B. Krautsalat, zugesetzt. Fenchel hilft ebenfalls gegen Blähungen und Krämpfe. Deshalb wird er schon Säuglingen gegeben. Und auch Anis hilft, indem er den Magen anregt, mehr Magensaft zu produzieren, was wiederum die Verdauung fördert.“

Kommentar:

Kümmel, Fenchel und Anis sind bewährte Heilpflanzen bei Völlegefühl und Blähungen. Sie können auch gut gemischt werden. Fenchel und vor allem auch Anis haben über den Verdauungstrakt hinaus noch eine schleimlösende Wirkung bei Husten.

Den Ausdruck „3-Winde-Tee“ habe ich noch nie gehört. Bekannter ist ein „Vier-Winde-Tee“, eine Mischung von Kamille, Pfefferminze, Kümmel und Fenchel.

Zur Zubereitung des „3-Winde-Tees“ schreibt der BR:

„Zubereitung: Kümmel, Fenchel- und Anissamen zu gleichen Teilen mischen. Einen gestrichenen Teelöffel pro Tasse mit heißem Wasser übergießen. 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen.

Anwendung: Bei auftretenden Blähungen in kleinen Schlucken trinken. Falls Sie regelmäßig an Blähungen leiden, können Sie auch täglich ein bis zwei Tassen zur Vorbeugung trinken.“

Kommentar:

Sinnvoll wäre es, Kümmelfrüchte, Anisfrüchte und Fenchelfrüchte vor der Teezubereitung in einem Mörser zu zerstossen. Das heisse Teewasser kann dadurch die Wirkstoffe besser lösen. Es handelt sich dabei um ätherische Öle, die allerdings nur schlecht wasserlöslich sind. Die Löslichkeit dürfte sich verbessern lassen, wenn zur Teezubereitung dem Wasser etwas Vollmilch zugesetzt wird.

Quelle der Zitate:

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/wir-in-bayern/service/adelheid-lingg-service-kraeuter-gegen-magenprobleme-100.html

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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2014: Gute Vorsätze erfolgreich umsetzen – wie klappt das?

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Neujahr – die Zeit der guten Vorsätze. Die Erfolgsquote ihrer letztjährigen Vorsätze werden wohl die meisten Menschen mit gutem Grund nicht allzu genau evaluieren wollen. Schliesslich heisst es ja, der Weg zur Hölle sei mit guten Vorsätzen gepflastert.

Aber Rettung naht: Dieter Frey, Professor für Sozialpsychologie an der Ludwig-Maximillians-Universität München, beschreibt sieben Tipps, die bei der Umsetzung von guten Vorsätzen helfen können:

– Erstens soll man sich fragen, ob der Vorsatz Priorität hat im Sinne von: „Ist er mir wichtig? Ist man mit Herzblut dabei?“

– Zweitens muss der Vorsatz konkretisiert werden. Dazu sind Aktionspläne nötig: Wann, wo und wie setzt man den Vorsatz um?

– Drittens werden Vorsätze eher umgesetzt, wenn man sie mit hinderlichen Bedingungen kontrastiert: Was spricht alles dagegen, dass es mit dem Vorsatz klappt, und wie lassen sich diese hinderlichen Bedingungen überwinden?

– Viertens können Visualisierungen helfen: Ein Zettel am Telefon oder am Schrank erinnert daran, was man umsetzen wollte.

– Fünftens müssen Vorsätze müssen in Ziele umformuliert werden. Diese Ziele müssen spezifisch, vereinbart, erreichbar und messbar sein.

– Sechstens hilft es, wenn man seine Vorsätze öffentlich macht, weil dadurch ein gewisser Druck entsteht.

– Siebtens braucht man immer Geduld und man sollte stets vor Augen halten, dass jeder Tag ist eine neue Chance bringt.

Quelle:

http://www.uni-muenchen.de/aktuelles/spotlight/2013_meldungen/vorsaetze.html

Kommentar & Ergänzung:

Nicht dass ich an der fachlichen Qualität dieser Vorschläge zweifeln würde – aber das ist ja schon viel Müh und Arbeit, bis der Vorsatz nur schon effizient zusammengebaut ist.

Da muss man sich direkt vornehmen, einen wirksamen Vorsatz zu schaffen!

Das läuft auf eine glatte Duplizierung der ganzen Vorsatzproduktion hinaus und vervielfacht die Pannenanfälligkeit des ganzen Geschehens.

Die einfachere und garantiert erfolgreichere Variante der Vorsatzbildung hat Johann Wolfgang von Goethe kurz und prägnant beschrieben:

„Die Hindus der Wüste geloben, keine Fische zu essen“

(Maximen und Reflexionen, Nr. 145, Insel Taschenbuch)

Ein gutes neues Jahr allerseits.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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