Tipp: Sommerwanderung Klöntalersee (Kanton Glarus)

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Da meine Saison mit den Kräuterwanderungen 2017 nun beendet ist, bin ich zurzeit intensiv am rekognoszieren von Touren für 2018.

Und heute war ich zu diesem Zweck am Klöntalersee im Kanton Glarus.  Es hat dort einen schönen Hirschzungen – Bergahorn – Schluchtwald, einen imposanten Wasserfall, schönen Rittersporn (Delphinium elatum) und eine spezielle Glockenblume mit einer Höhe von 150 cm und 6 cm langen Blüten (Breitblättrige Glockenblume, Campanula latifolia), Mondviole und an den Kalkfelswänden das Vielstenglige Fingerkraut (Potentilla caulescens).  Trotzdem war es mir von der Pflanzenvielfalt her zuwenig ergiebig für eine Kräuterexkursion, Ich möchte diese Gegend aber gerne als Tipp weitergeben für eine Sommerwanderung: Schattig, flach und landschaftlich vor allem im oberen Teil sehr schön (Auenlandschaft Hinteres Klöntal). Viele idyllische Bademöglichkeiten im Bergsee und Plätze zum Grillieren.

Von der Postautohaltestelle Klöntal Plätz hinten im Tal bis zur Postautohaltestelle Klöntal Rhodannenberg vorne bei der Staumauer braucht es als reine Wanderzeit berechnet eine Stunde und 45 Minuten.

Ich war in den letzten Tagen zwecks Rekognoszierung auch in Arosa im Kanton Graubünden. Das waren mir wohl jahreszeitlich bedingt zu viele von den Pflanzen, die ich für eine Kräuterwanderung brauche, von den Kühen abgefressen…..

Ausserdem war ich in Andermatt (Kanton Uri) im Gebiet Gemsstock / Gurschmatt. Das war landschaftlich schön, hat mich aber bezüglich Flora für eine Kräuterwanderung nicht überzeugt.

Sehr gefallen haben mir landschaftlich und von dem Pflanzen her die Region Kiental / Griesalp und das Stockhorn bei Erlenbach im Simmental. Diese beiden Gegenden im Berner Oberland habe ich ins Auge gefasst für das Programm Sommer 2018.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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Natur-Museum und Historisches Museum Luzern von Schliessung bedroht – Petition unterzeichnen

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Der Kanton Luzern droht aufgrund seiner prekären finanziellen Lage mit der Schliessung des Natur-Museums und des Historischen Museums.

Beide Museen sind wertvolle Institutionen und über den Kanton hinaus bekannt. Ihre Schliessung wäre eine Schande für den Kanton Luzern und ein bildungspolitischer und kultureller Verlust.

Eine Online-Petition fordert Regierung und Parlament des Kantons Luzern auf, für die Zukunft ihrer Museen und kulturellen Einrichtungen zu sorgen.

Sie wird getragen vom folgenden Organisationen:

Freunde Historisches Museum Luzern

Verein Freunde des Natur-Museums Luzern

Archäologischer Verein Luzern

BirdLife Luzern

Historischer Verein Zentralschweiz

IG Kultur Luzern

Naturforschende Gesellschaft Luzern

Deutsche Naturwissenschaftliche Forschungssammlungen

Pro Natura Luzern

Schweizer Heimatschutz

UNESCO Biosphäre Entlebuch

Verband Museen Schweiz (VMS)

Verein Museen Luzern

 

Die Petition können Sie hier unterstützen:

http://www.sos-museen.ch

Ich selber bin dem Natur-Museum Luzern sehr verbunden und kenne auch das Historische Museum Luzern.

Ergänzt werden müsste noch, dass Regierung und Parlament des Kantons Luzern sich diese prekäre finanzielle Lage selber eingebrockt haben. Im Jahr 2011 hat der Kantonsrat die schon im Jahr 2010 um 25% gesenkte Gewinnsteuer für Unternehmen nochmals halbiert. Seither fehlen Millionen in der Kasse. Diese Löcher sollen nun gestopft werden durch Kürzungen bei Schulen, Familien, Behinderten und Asylbewerber.

Diese miserable Politik können nur die Wahlberechtigten des Kantons Luzern ändern, in dem sie nur Politikerinnen und Politiker wählen, die diesen unverantwortliichen Crashkurs ablehnen. Informieren Sie sich, wenn Sie im Kanton Luzern wahlberechtigt sind.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Bartgeier gesichtet auf Kräuterwanderung in Mürren (Berner Oberland)

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In der Kräuterwanderwoche vom 9. – 14. Juli 2017 in Mürren konnten wir am Freitag im Engetal (Schilthornregion) einen Bartgeier beobachten. Es lohnt sich also, auf Kräuterwanderungen nicht nur zu den Pflanzen am Boden, sondern auch gelegentlich in die Luft zu schauen….

Der Bartgeier wurde lange Zeit als gefährlicher Beutegreifer angefeindet und intensiv verfolgt. In einem Lehrbuch für Naturgeschichte aus dem 19. Jahrhundert  schreibt der Gelehrte Gotthilf Heinrich Von Schubert über den Bartgeier: „ … er besitzt eine ungeheure Muskel-Stärke, so dass er mit Leichtigkeit Lämmer, Ziegen, selbst Kinder in den Krallen von einem Berge zum anderen trägt.“

Inzwischen ist dieses falsche Bild korrigiert. In Wirklichkeit ist der Bartgeier ist nämlich ein harmloser Aasverwerter. Er ernährt sich von toten Tieren.

Nachdem der imposante Vogel im 18. Jahrhundert in den Alpen noch weit verbreitet war, verschwand er zu Beginn des 20. Jahrhunderts  vollständig aus dem Alpenraum.

 

Nun wird der Bartgeier dank einem Wiederansiedlungsprojekt bei uns wieder heimisch. Obwohl das Bartgeier-Projekt inzwischen grosse Fortschritte gemacht hat, ist die Wiederansiedlung noch nicht abgeschlossen.

Infos hier: Bartgeier-Projekt der Stiftung Pro Bartgeier

Einen Bartgeier hätte ich eher in Graubünden und im Wallis erwartet, aber nicht unbedingt in Mürren. Allerdings ist es für einen Bartgeier vom Wallis ins Berner Oberland eine kurze Reise. Auf der Kräuterwanderung in Jeizinen im Wallis konnten wir schon mal einen Bartgeier im Vorbeiflug sehen. Das Tier im Engetal bei Mürren liess sich aber während gut einer halben Stunde beobachten, flog den Felswänden entlang und setzte sich auch mehrmals für Minuten ins Gelände.

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BOTANICA 2017: Über 100 Veranstaltungen in Botanischen Gärten zu bedrohten Wildpflanzen

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Die BOTANICA 2017 präsentiert vom 17. Juni bis 16. Juli ein spannendes Programm rund um das Thema «Die Letzten ihrer Art». Die Vorträge, Ausstellungen, Führungen, und Workshops befassen sich mit der Erhaltung bedrohter Wildpflanzen.

In der Schweiz ist beinahe die Hälfte aller Lebensraumtypen bedroht und knapp ein Drittel der Schweizer Flora gefährdet. In den letzten 100 Jahren hat die Biodiversität Verluste erlitten und intakte, naturnahe, reich strukturierte Flächen sind stark zurückgegangen.

Um die Biodiversität langfristig zu sichern und zu fördern, müssen unterschiedliche Massnahmen umgesetzt werden. Die Förderung von gefährdeten Arten an ihren natürlichen Wuchsorten, das Ausbringen von Pflanzen in ursprüngliche Habitate und die Erhaltung ausserhalb der natürlichen Lebensräume sind heute unvermeidliche Massnahmen, um die Biodiversität langfristig zu erhalten. Die Wahrung und Förderung noch bestehender Bestände gefährdeter Arten durch die Schaffung von Schutzgebieten und die nachhaltige Nutzung der übrigen Landesfläche hat dabei oberste Priorität.

Auch die Botanischen Gärten spielen dabei eine wichtige Rolle, zum Beispiel indem sie gefährdete Wildpflanzen konservieren und wieder ansiedeln, damit sie nicht für immer von der Erde verschwinden.

Am Veranstaltungsprogramm der BOTANICA 2017 beteiligen sich neun botanische Gärten in der Deutschschweiz, zwölf in der Westschweiz und die Isole di Brissago im Tessin. Beispiele:

Botanischer Alpengarten Meyrin
Botanischer Garten Genf
Isole di Brissago Parco botanico del Canton Ticino
Botanischer Garten der Universität Basel
Sukkulenten-Sammlung Zürich
Sortengarten Erschmatt (Wallis)
Botanischer Garten der Universität Freiburg
Botanischer Garten St. Gallen
Botanischer Garten Grüningen
Botanischer Garten der Universität Bern
Botanischer Garten Neuenburg
Alpengarten Schynige Platte (Berner Oberland)
Botanischer Garten Jurassica Pruntrut
Botanischer Garten der Universität Zürich
Botanischer Alpengarten La Linnaea, Bourg-St-Pierre
Botanischer Alpengarten Flore–Alpe, Champex-Lac
Botanischer Garten Alpinum Schatzalp Davos (Graubünden)
Pont-de-Nant Botanischer Alpengarten La Thomasia

Detailinformationen:

http://botanica-suisse.org

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Auf Kräuterwanderung angetroffen: Das Barbarakraut (Barbarea vulgaris)

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Auf der Kräuterwanderung im Dättnauertal bei Winterthur angetroffen:

Echtes Barbarakraut (Winterkresse).

Foto auf Wikipedia hier.

 

Barbarakraut gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Es enthält viel Vitamin C und Glukosinolate (Senfölglykoside), eine Wirkstoffgruppe, die für diese Pflanzenfamilie charakteristisch ist.

Barbarakraut kann als Salat oder Gemüse verwendet werden (in Butter gedünstet spinatähnlich). Fischgerichte bekommen dadurch eine scharfe und würzige Note.

Im 16. Jahrhundert wurde Barbarakraut in den Bauerngärten als Salatpflanze kultiviert.

Schon damals war die Pflanze der Heiligen Barbara gewidmet. Die Blattrosetten des Barbarakrauts überwintern und können daher auch um den Barbaratag (4. Dezember) sowie im zeitigen Frühling geerntet werden.

Es gab Versuche, das Samenöl des Barbarakrauts zu nutzen. Früher wurde die Pflanze auch zu Heilzwecken genutzt – als Wundbalsam. Das ist nicht unplausibel, weil Senfölglykoside für antimikrobielle Wirkungen bekannt sind. Allerdings gibt es keine sicheren Erkenntnisse über therapeutische Wirkungen des Barbarakrauts, weil kein Untersuchungen und Studien dazu vorhanden sind.

Von den Senfölglykosiden ist aber bekannt, dass sie nach der Einnahme durch eine Reizwirkung auf die Magenschleimhaut die Magensaftproduktion anregen und vielleicht auch die Magenperistaltik beschleunigen, wodurch verdauungsfördernde und appetitsteigernde Effekte zu erwarten sind.

Senfölglykoside sind auch charakteristische Inhaltsstoffe in vielen Gemüsen wie beispielsweise Radieschen, Rettich, Meerrettich, Brunnenkresse, Gartenkresse, Rucola und alle Kohl-Arten. In Laborexperimenten zeigen Senfölglykoside Eigenschaften, die auf die auf eine Hemmung der Krebsentstehung hindeuten. Ob das beim Menschen auch so läuft wie im Reagenzglas, wieviel von diesen Gemüsen täglich gegessen werden müsste und wie realistisch das ist, lässt sich aber noch nicht konkret aussagen. Senfölglykoside sind aber gewiss ein wertvoller Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung.

Siehe auch:

Wirkstoffkunde: Was sind Senfölglykoside und welche Wirkung haben sie?

Eine weitere Wildpflanze mit Senfölglykosiden, die sich als Zugabe in Salat eignet, ist das Wiesen-Schaumkraut:

Naturkunde: Was blüht gerade? Wiesen-Schaumkraut

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Arzneimittel-Rückstände reduzieren Phytoplankton im Seewasser

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Rückstände von Medikamenten und Kosmetika tragen dazu bei, dass die Lebenswelt in Gewässern an Vielfalt verliert. Einen Beleg für diese These liefert die schweizerische Forschungsanstalt Eawag mit einer Studie, die nun in der Zeitschrift «PLOSone» publiziert wurde. Die Forscher wollten untersuchen, wie sich die Vielfalt des Phytoplanktons in einem See verändert, wenn dem Wasser Stoffgemische zugesetzt werden, wie sie charakteristischerweise durch den Gebrauch und die Entsorgung von Medikamenten und Kosmetika entstehen.

Die Wissenschaftler entnahmen zu diesem Zweck Seewasser, füllten es in Plastikbeutel ab und setzten ihm Gemische zu, die zwölf Wirkstoffe in unterschiedlicher Konzentration enthielten: Den Blutdrucksenker Atenolol, das Antiepileptikum Carbamazepin, den Cholesterinsenker Bezafibrat, die Antibiotika Clarithromycin und Sulfamethoxazol, die Schmerzmittel Diclofenac und Ibuprofen, die Diuretika Furosemid und Hydrochlorothiazid, den Säurehemmer Ranitidin, das Desinfektionsmittel Triclosan sowie Sulisobenzon, einen Inhaltsstoff von Kosmetika.

Die Wissenschaftler betonen, dass es sich um Konzentrationen handelte, wie sie auch in der Realität in der Umwelt gefunden werden können. Die höchste getestete Konzentration entsprach etwa derjenigen, die unterhalb von Kläranlagen festgestellt werden kann.

Die Beutel wurden danach in Tiefen von einem, drei und sechs Metern im See versenkt, um realistische Umweltfaktoren wie Licht, Temperatur und Strömung einzubeziehen. Als Kontrolle wurde unverändertes Seewasser verwendet. Nach einer Woche prüften die Wissenschaftler, wie sich die Zusammensetzung des Planktons verändert hatte. Sie konnten dabei zeigen, dass sowohl die einzelnen Organismen als auch die ganze Gemeinschaft immer mehr an Vielfalt verlor, je höher die Konzentration der zugesetzten Wirkstoffe war.
Die Lebewesen entwickelten sich beispielsweise kleiner und weniger farbenreich oder bildeten weniger Kolonien. Je monotoner eine solche Lebensgemeinschaft jedoch werde, desto schlechter könne sie sich fortpflanzen und auf Umweltveränderungen reagieren, erklären die Wissenschaftler um den Gewässerökologen Francesco Pomati.

Plankton spielt eine wichtige Rolle in der Nahrungskette und ist Hauptnahrung zahlreicher Lebewesen in Seen, Flüssen und Meeren. Um zu vermeiden, dass Rückstände von Medikamenten und Kosmetika in Gewässer gelangen, sollten Verbraucher diese Produkte niemals in Waschbecken oder Toilette entsorgen, sondern sie in den Hausmüll geben.

Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=68850

DOI: 10.1371/journal.pone.0174207

Kommentar & Ergänzung:
Ich bin kein fundamentalistischer Gegner synthetischer Medikamente. Solche Präparate können wertvoll oder gar lebensrettend sein. Trotzdem ist es aber wichtig, die kritischen Punkte dieser Pharmaka anzusprechen. Dazu gehören unter anderem die ökotoxikologischen Folgen für die Lebewesen in Gewässern. Viele dieser Medikamente sind sehr stabil und bauen sich in der Umwelt nur langsam ab.
Siehe auch:

Psychopharmaka-Rückstände beeinflussen Fische

Problematische Medikamente im Abwasser

Virustatika & Psychopharmaka als Arzneimittelrückstände in Flüssen

Das Bewusstsein für diese Problematik ist noch zuwenig entwickelt.
Phytopharmaka (Heilpflanzen-Präparate) stehen in dieser Hinsicht sehr gut da. Eine Substanz, die von der Natur selber hergestellt worden ist, kann die Natur auch wieder abbauen.
Das ist sehr wohl ein Argument für Phytopharmaka, auch wenn sie die synthetischen Medikamente in manchen Bereichen nicht ersetzen können.

Wo aber ein Phytopharmakon anstelle eines synthetischen Medikaments zur Anwendung kommen kann, spricht viel dafür, dass diese Option für die Umwelt verträglicher ist.
Entgegen dem Rat am Schluss des Artikels würde ich übriggebliebene Medikamente allerdings nicht in den Hausmüll werfen, sondern in die Apotheke zurückbringen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Kräuterwanderungen 2017

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Das Programm mit meinen Kräuterwanderungen 2017 ist fertig erstellt. Wenn Sie Lust haben, Heilpflanzen, Wildkräuter, Alpenblumen und wilde Orchideen in der Natur kennenzulernen, dann schauen Sie sich das Programm doch mal genauer an:

Tagesexkursionen

1. 5. 2017: Kräuterwanderung in Quinten am Walensee

7. 5. 2017: Kräuterwanderung Dättnauertal & Rumstal bei Winterthur.

14. 5. 2017: Kräuterwanderung von Trin in die faszinierende Rheinschlucht (Graubünden).

20. 5. 2017: Kräuterwanderung in die Auenlandschaft „Petite Camargue“ bei Basel.

21. 5. 2017: Kräuterwanderung zum wildromantischen Sihlsprung.

25. 5. 2017: Kräuterwanderung im Randen bei Schaffhausen.

27. 5. 2017: Kräuterwanderung ins Naturschutzgebiet Chilpen bei Diegten (Baselbiet).

28. 5. 2017: Kräuterwanderung durch die „Toskana des Aargaus“ über den Bözberg.

3. 6. 2017: Kräuterwanderung auf der Rigi – botanische Entdeckungen am Südhang.

4. 6. 2017: Kräuterwanderung ist wunderschöne Eriztal bei Thun.

5. 6. 2017: Kräuterwanderung in Hemberg im Toggenburg (Kanton St. Gallen).

24. 6. 2017: Kräuterwanderung Höhenweg in Amden (Kanton St. Gallen).

25. 6. 2017: Kräuterwanderung Lötschentaler Höhenweg (Wallis).

16. 7. 2017: Kräuterwanderung im Hoch-Ybrig bei Einsiedeln (Kanton Schwyz).

23. 7. 2017: Kräuterwanderung in die Alpenflora auf Melchsee-Frutt (Obwalden).

Wochenendkurs:

  1. – 11. Juni 2017: Kräuterwanderungen in Trin / Flims (Graubünden).

Wochenkurse im Berner Oberland:

  1. – 7. Juli 2017: Kräuterwanderungen an der Lenk im Simmental.
  2. – 14. Juli 2017: Kräuterwanderungen in Mürren im Lauterbrunnental.

Die Detailprogramm finden Sie im Kurskalender auf Phytotherapie-Seminare.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Internationale Fledermausnacht (Batnight 2016)

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Am 27. / 28. August 2016 findet zum 20. Mal die Internationale Fledermausnacht statt.

Als nachtaktive Tiere lassen sich Fledermäuse nicht so einfach beobachten und darum ist das Wissen über diese faszinierenden Lebewesen in der Bevölkerung gering.

Die Internationale Fledermausnacht will die Tiere bekannter machen und für ihren Schutz werben.

Fledermäuse sind vor allem bedroht durch Pestizide, Windräder und Lichtverschmutzung.

Hier gibt’s einen Artikel zur Internationalen Fledermausnacht auf n-tv.de.

Weitere Infos:

Eurobats – Übereinkommen zum Schutz der Europäischen Fledermäuse (englisch)

NABU Deutschland zur Batnight 2016

Stiftung Fledermausschutz Schweiz zur Batnight 2016

Kommentar & Ergänzung:

Den Fledermäusen als Nachttieren wurde oft etwas Unheimliches, Teuflisches. Dämonisches zugeschrieben. Sie wurden früher aber auch in der Heilkunde verwendet. Beispiel:

„Hildegard von Bingen (1098 – 1179) behandelt in ihrem Naturkundebuch (Physica) auch Tiere (De animalibus), wobei ihr Interesse v. a. ihrer medizinischen Brauchbarkeit gilt. So verschreibt sie z. B. bei Gelbsucht eine lebende Fledermaus, die auf den Leib gebunden werden muss, bis sie tot ist….“

(Quelle: Peter Dinzelbacher, Mensch und Tier in der Geschichte Europas, Kröner 2000, S. 259).

Ein gutes Beispiel dafür, dass nicht alles, was traditionell als Heilmittel überliefert wurde, auch heute noch eins zu eins umgesetzt werden sollte…..

Siehe dazu:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

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moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6

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Nützlich, aber riskant: Fluorchemikalien in Outdoor-Kleidung

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Fluorchemikalien (PFC) kommen in vielen Industrie- und Alltagsprodukten vor und zeigen dabei zahlreiche nützliche Eigenschaften. Sie sind allerdings in der Umwelt kaum abbaubar. Einige dieser Chemikalien können Krebs auslösen, ungeborenen Kindern schaden oder das Immunsystem beeinträchtigen. Mediziner befürchten daher massive Gesundheitsschäden und verlangen strengere Grenzwerte.

In der „Süddeutschen“ ist zu diesem Thema gerade ein informativer Beitrag publiziert worden.

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Heilpflanze des Jahres 2017: Das Gänseblümchen

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Das Gänseblümchen (Bellis perennis) ist zur Heilpflanze des Jahres 2017 gewählt worden. Fast jeder kenne das Spiel „Liebt mich – liebt mich nicht“ mit dessen Blättern, doch über die Heilwirkungen der heimischen Blume sei wenig bekannt, schreibt der Naturheilverein NHV Theophrastus. Der Verein will aus diesem Grund stärker über die Heilkraft der Gänseblümchen informieren.

Eine Prise Gänseblümchen im Tee habe sich besonders in der Kinderheilkunde bewährt schreibt der NHV Theophrastus. Das helfe bei Schwächezuständen, Erkältung und Durchfall, heisst es in der Pressemitteilung. Zudem werde das Gänseblümchen bei Hautausschlägen, Verletzungen und als Hustenmittel genutzt.

Die Wahl zur „Heilpflanze des Jahres“ wird jeweils vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, durchgeführt.

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/pharmazie/nachricht-detail-pharmazie/gaensebluemchen-ist-heilpflanze-2017-heilwirkung-naturheilverein-erkaeltung-hustenmittel/

 

Kommentar & Ergänzung:

Nichts gegen das Gänseblümchen! Gar nichts!

Aber die Angaben zu den Anwendungsbereichen des Gänseblümchens als Heilpflanze sind in diesem Pressetext schwach.

Über allfällige Wirkungen des Gänseblümchens als Heilpflanze gibt es so gut wie gar keine gesicherten Erkenntnisse. Es fehlen experimentelle Untersuchungen und gut dokumentierte Erfahrungsberichte. Klinische Studien mit Patienten existieren erst recht keine. Einzig Angaben zu den Inhaltsstoffen sind zu finden. Danach enthalten die Blütenköpfchen zirka 2,7 % Saponine und etwas Flavonoide.

Keine gute Ausgangslage, wenn man das Gänseblümchen als Heilpflanze des Jahres 2017 präsentieren will.

Nun – man könnte die schwache Datenlage darlegen und für mehr Aufmerksamkeit für das Gänseblümchen und für mehr Forschung plädieren.

Oder man kann aus irgendwelchen Kräuterbüchern oder aus dem Internet Angaben zu den Anwendungsbereichen des Gänseblümchens zusammentragen und ungeprüft übernehmen. Das sieht dann zwar auf den ersten Blick besser aus, lässt aber eine fundierte Auseinandersetzung vermissen. Die Angaben zu Wirkungen und Anwendungsbereichen des Gänseblümchens im Pressetext des NHV Theophrastus machen den Eindruck, dass sie auf derart willkürliche Weise entstanden sind.

Der Gehalt an Saponinen lässt allenfalls die Anwendung als schleimlösendes Mittel bei produktivem Husten plausibel erscheinen. Eine Empfehlung als „Hustenmittel“ ist aber auf jeden Fall zu ungenau.

Und wenn Gänseblümchen in der Kinderheilkunde bei „Schwächezuständen“ helfen soll, dann stellt sich zuerst die Frage nach den Ursachen der zu behandelnden Schwächezustände. Denn Gänseblümchen – sollte es wirklich helfen – wird das ja wohl nicht in jedem Fall und unabhängig von der jeweiligen Ursache tun.

Und „Erkältungen“ als Indikation, das wirft ebenfalls Fragen auf:

Welche Art von Erkältung? Was genau soll das Gänseblümchen da bewirken?

Eine Wirksamkeit gegen „Durchfall“ ist sehr unwahrscheinlich, dazu müsste das Gänseblümchen Gerbstoffe in relevanten Mengen enthalten, was nicht der Fall ist.

Auch „Hautausschläge“ ist als Anwendungsbereich viel zu verschwommen, weil damit ganz unterschiedlich verursachte Erkrankungen bezeichnet werden können.

Kurz gesagt: Ich vermisse im Text des NHV Theophrastus kritische Auseinandersetzung und sorgfältige Urteilsbildung.

Siehe dazu auch:

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung

P.S.:

Sehr viel fundierter begründet jeweils der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg seine Wahl der „Arzneipflanze des Jahres“.

Siehe dazu: Welterbe Klostermedizin / Arzneipflanze des Jahres

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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