Archive for the ‘Natur’ Category

Blick ins Pflanzenlexikon: Wolfsmilch

Montag, Mai 21st, 2012

Wolfsmilch (Euphorbia) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae).

Weltweit betrachtet ist die Mehrheit der krautigen Euphorbia-Arten ist in den gemäßigten bis tropischen Zonen verbreitet. Strauchige, baumförmige und sukkulente Arten sind dagegen fast ausschließlich in den Tropen und Subtropen beheimatet.

Bei uns ist wohl am häufigsten anzutreffen die Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias). Foto auf Wikipedia.

Als Frassschutz und Wundverschluss enthalten Euphorbia-Arten  einen weissen  Milchsaft, der unter Druck steht und schon bei kleinsten Verletzungen austritt. Bei Luftkontakt gerinnt er innerhalb weniger Minuten.

Unter den Inhaltsstoffen des Milchsaftes befinden sich eine Vielzahl von Diterpenestern und Triterpenestern. Sie machen den Milchsaft je nach Art gering bis sehr stark ätzend und hautreizend und können insbesondere an den Schleimhäuten (Augen, Nase, Mund) Entzündungen hervorrufen, die stärkste Schmerzen verursachen. Im Umgang mit Wolfsmilch-Arten ist deshalb erhöhte Vorsicht geboten. Auf die Haut gelangter Milchsaft sollte sofort und gründlich abgewaschen werden.

Der Milchsaft darf nicht mit dem Auge in Berührung kommen! Er ist daraus nur schwer zu entfernen und kann Bindehautentzündung und Hornhautentzündung verursachen.

Kleinkinder und Haustiere sollten grundsätzlich keinen Kontakt zu Euphorbia-Arten bekommen.

Einige Wolfsmilch-Arten sind beliebte Zierpflanzen. Am bekanntesten sind Christusdorn (Euphorbia milii) und  Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima).

Die Blüten der Zypressen-Wolfsmilch werden gerne besucht von Honigbienen, Wildbienen, Fliegen, Schwebfliegen und Blattkäfern. Das Blatt bietet Nahrung für die Raupen von Wolfsmilchschwärmer, Graue Moderholzeule, Ampfereule, Wolfsmilchwanze, Erdwanze.

Ingenol, ein Wirkstoff aus der Garten-Wolfsmilch Euphorbia peplus, ist Gegenstand von Forschungen zur Behandlung von aktinischer Keratose. Siehe:

Wirkstoff aus Gerten-Wolfsmilch gegen aktinische Keratose getestet

Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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Pfingstmontag: Tagesexkursion Jeizinen (Oberwallis) – Heilpflanzen, Wildblumen, Schmetterlinge

Donnerstag, Mai 17th, 2012

Am Pfingstmontag 28. Mai noch nichts vor?

Dann kommen Sie doch mit in die aussergewöhnliche, faszinierende Landschaft zwischen Jeizinen und Gampel (Oberwallis).

Wir fahren mit der Luftseilbahn nach Jeizinen erkunden die blumenreiche Sonnenterrasse und wandern auf einem schönen, spannenden Weg nach Gampel zurück. Dabei treffen wir auf ausserordentlich blumenreiche Wiesen. Unzählige Wacholder- und Sefisträucher sorgen mit ihren ätherischen Ölen für „Out-door-Aromatherapie“ und ein südländisches Ambiente. Anschliessend durchqueren wir die einmalige „Walliser Felsensteppe“. Hier treffen wir die absoluten Spezialisten für trocken-warme Standorte, zum Beispiel die wunderschön blühenden Hauswurze und das elegante Federgras.

Jeizinen ist durch den Lötschberg-Basistunnel von Bern aus verhältnismässig rasch erreichbar und ist doch eine andere, mediterranere Welt – und aussergewöhnlich reich an Wildpflanzen, Schmetterlingen und Vögeln.

Detailinformationen hier.

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Naturkunde: Was ist eine Butterblume?

Mittwoch, Mai 16th, 2012

Als Butterblumen werden gelbblühende krautige Pflanze bezeichnet, vor allem wenn die Blüten fettig-glänzig-gelb sind wie bei manchen Hahnenfussarten.

Was genau als Butterblume gilt, ist aber durchaus regional verschieden.

Im Allgemeinen wird diese Bezeichnung folgende Pflanzenarten zugeordnet:

Im nördlichen Teil Deutschlands ist mit dieser Bezeichnung zumeist blühender Gewöhnlicher Löwenzahn (Taraxacum officinale) gemeint.

Im mittleren und südlichen Teil Deutschlands und auch in der Schweiz wird in der Regel Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris) so bezeichnet.

Auch die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) und das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), die ebenfalls zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) zählen, werden manchmal als Butterblume bezeichnet.

Die Trollblume (Trollius europaeus) gehört ebenfalls zu den Hahnenfussgewächsen. In der Schweiz heisst sie mancherorts Ankebälleli (“Butterbällchen”) oder Butterrolle.

Gelbe Blüten wie diejenigen der Sumpfdotterblume (schweiz. Mundart „Bachbummele“) wurden früher zum Gelbfärben von Butter verwendet.

Von den erwähnten Hahnenfussarten wird Scharbockskraut im Frühjahr als Wildsalat verwendet. Grundsätzlich enthalten Ranunculus-Arten und zum Teil auch andere Hahnenfussgewächse den reizenden Giftstoff Protoanemonin. Scharbockskraut und Sumpfdotterblume scheinen aber wenig davon zu enthalten, Scharfer Hahnenfuss dagegen viel.

Beim Scharbockskraut sind zudem nur etwa 3% des in der Pflanze enthaltenen Protoanemonin in den  (vor der Blüte) als Wildsalat verwendeten Blättern. Den grössten Anteil enthalten Stängel und Blüten.

Ich selber bin mit den Hahnenfussarten sehr vorsichtig und empfehle sie nicht als Wildsalat oder Wildgemüse.

Butterblumen sind für mich einfach schön für’s Auge. Man muss ja nicht unbedingt alles nur irgendwie mögliche essen, was da in Wald und Flur wächst.

Jedenfalls gibt es gutmütigere Wildsalate als ausgerechnet Hahnenfussgewächse, eine Pflanzenfamilie, die übrigens auch sehr gefährliche Giftpflanzen umfasst (z. B. Eisenhut, Aconitum).

Löwenzahn dagegen gehört zu den Korbblütlern (Asteraceen). Seine jungen Blätter können gut als Wildsalat verwendet werden.

In der Phytotherapie wird die Pflanze zum Beispiel eingesetzt bei Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und mangelndem Gallenfluss.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Was blüht gerade? – Ährige Teufelskralle

Sonntag, Mai 13th, 2012

In Wäldern und Hochstaudenfluren blüht zur Zeit die Ährige Teufelskralle ( = Ährige Rapunzel, Phyteuma spicatum).

Foto auf Wikipedia

Die Pflanze ist unverwechselbar. Ihre Blüten werden gerne von Schwebfliegen bestäubt. In den Bergen gibt es mehrere blaue Teufelskrallenarten.

Die Phyteuma-Arten gehören zur Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae).

In der Pflanzenheilkunde hat die Ährige Teufelskralle heute keine Bedeutung.

Die Blätter eignen sich aber gut als Wildgemüse („Waldspinat“). Ebenso ist der Wurzelstock essbar und die Blütenknospen.

Die jungen Triebe und Blätter werden von April bis Mai als Brotbelag, zu Salaten oder Gemüsegerichten genutzt. Die Blüten von Mai bis Juni für Wildsalate und Gemüsegerichte. Phyteuma-Wurzeln von September bis in den Winter für Gemüsegerichte. Die noch geschlossenen Blütentriebe nutzt man im Mai zu Spargelgemüse.

Der Name Teufelskralle kommt von den krallenförmig gebogenen Einzelblüten bzw. Griffel. Unsere einheimische Ährige Teufelskralle hat nichts zu tun mit der Teufelskralle Harpagophytum procumbens, die in Südafrika und Namibia in der Wüste wächst und in der Phytotherapie als Heilpflanzen-Präparat bei Arthrose eingesetzt wird.

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Wozu sind Glockenblumen gut?

Freitag, Mai 11th, 2012

Das fragte mich vor kurzem eine Zuhörerin an einem Vortrag. Gemeint hat sie damit: Kann man Glockenblumen als Heilpflanzen brauchen oder kann man sie essen?

In der heutigen Phytotherapie spielen Glockenblumen (Campanula) keine Rolle und auch in den alten Kräuterbüchern tauchen sie selten auf.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird eine Pflanze aus der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae) verwendet:

Die Ballonblume (Platycodon grandiflorus, Syn.: Campanula glauca, Campanula grandiflora, Platycodon glaucus, Platycodon grandiflorum), auch Großblütige Ballonblume oder Chinesische Glockenblume genannt.

Foto bei Wikipedia.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Kikyo_06c1347s.jpg&filetimestamp=20060704111637

Die Ballonblume wird verwendet bei Husten, Schmerzen, Entzündungen, Fieber, Nervenleiden, Krebs und zur Immunstimulation. Verwendet wird die Wurzel. Die Wurzeln werden zudem gegart in Suppen als kräftigendes Gemüse gegessen. Hauptsächlich in der Koreanischen Küche kommen die Wurzeln als „bellflower roots“ vor.

Die Wurzeln gelten aber auch als giftig.

Es gibt Laborexperimente und Tierversuche mit der Ballonblume:

„Im Tierversuch verstärken Extrakte aus der Pflanze die Aktivität von B-Zellen und die Zytokin-Produktion. Saponine aus der Wurzel (Platycodin A-E) zeigen im Labor entzündungshemmende Wirkung.“

(Quelle: Wikipedia)

Fundierte Studien mit Patienten, die relevanter für die Beurteilung einer allfälligen Wirksamkeit wären, liegen offenbar nicht vor.

Die Heimat der Ballonblume liegt in Nordostasien in China, in Ostsibirien, Mongolei, Korea und Japan. Sie wird auch als Zierpflanze angebaut.

Alle Campanula-Arten in Mitteleuropa sind essbar. Die Blüten werden unmittelbar nach dem Aufblühen als essbare Dekoration verwendet, die jungen Sprosse im Frühling zu Spargelgemüse, die Blätter im Frühjahr als Zugabe in Salaten.

Und natürlich gibt es eine Vielfalt an gärtnerischen Kulturformen der Glockenblumen.

Unsere einheimischen Glockenblumenarten sind auch für den Wildpflanzengarten zu empfehlen.

Die Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) beispielsweise ist Pollenspender für Wildbienen (Sandbienen, Scherenbienen, Glanzbienen, Sägehornbienen, Mauerbienen, Keulhornbienen, Maskenbienen, Furchenbienen, Blattschneiderbienen), Tagfalter und Hummeln.

So gibt es zum Beispiel die Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi), deren Weibchen beim Pollensammeln streng auf Campanula-Arten spezialisiert sind. Die Männchen übernachten oft in Glockenblumenblüten – schön trocken und windgeschützt – und sind damit praktischerweise schon an einem Ort mit hoher Weibchenfrequenz.

Wenn Sie Glockenblumen sowie viele andere Wildpflanzen und Heilkräuter in der Natur kennenlernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilpflanzenexkursionen und Naturseminare.

http://heilpflanzen-info.ch/cms/kurse

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Blick ins Pflanzenlexikon: Schafgarben

Sonntag, April 22nd, 2012

Die Schafgarben (Achillea) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihr botanischer Name Achillea leitet sich von dem griechischen Helden Achilles ab, von welchem behauptet wird, dass er mit dieser Pflanze Wunden behandelt habe. Pflanzenarten aus der Gattung „Schafgarben“ finden als Heilpflanzen Verwendung. In China wurden Schafgarbenstängel zu Orakelzwecken verwendet, um Hexagramme zu bestimmen (I Ging).

Die Gattung Schafgarbe umfasst etwa 115 – 200 Arten. In der Schweiz sind es 9 Arten.

Wichtige Beispiele:

Gemeine Schafgarbe (= Gewöhnliche Schafgarbe, Achillea millefolium)

Achillea millefolium ist diejenige Schafgarbenart, die bei uns als Heilpflanze verwendet wird (Foto auf Wikipedia)

Nimmt man es botanisch genauer, kann man noch 6 Kleinarten unterscheiden, die sich auch im Wirkstoffgehalt unterscheiden können.

Schafgarbenkraut enthält Sesquiterpenlacone (Bitterstoffe), ätherisches Öl (je nach Kleinart mit Proazulenen, wie sie auch im Kamillenöl vorkommen) und Flavonoide.

Schafgarbe ist ein pflanzliches Bittermittel, das hauptsächlich innerlich bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen angewendet wird, vor allem als Schafgarbentee oder Schafgarbentinktur.

In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird Schafgarbentee auch angewendet bei Menstruationskrämpfen (Dysmenorrhoe).

Mit den Schafgarbenblättern lässt sich Wolle gelb oder braun färben. Junge Blätter sind als Wildsalat oder Wildgemüse verwendbar.

In früheren Zeiten dienten Schafgarbenblätter ausserdem als Ersatz für Muskat, Zimt, Tabak oder sogar Hopfen.

Schafgarbe ist für Wildpflanzengärten geeignet. Sie ist für Insekten bis in den Herbst hinein eine gute Nahrungsquelle.

Grossblättrige Schafgarbe (Achillea macrophylla)

Die Großblättrige Schafgarbe wächst in sickerfrischen Hochstaudenfluren und Gebüschen der subalpinen Stufe. Die Art ist nährstoffanspruchsvoll und meidet Kalkböden.

Schwarzrandige Schafgarbe ( = Hallers Schafgarbe, Achillea atrata)

Die Schwarzrandige Schafgarbe gehört zu den Alpenblumen und wächst auf Kalk.

Moschus-Schafgarbe (Achillea erba-rotta)

Sie bevorzugt steinige, saure Böden zwischen 1500 und 3400 m ü.M. Moschus-Schafgarbe enthält Bitterstoffe wie Ivain, Moschatin, Achillein, Harzsäure und das stark aromatische, pfefferminzähnliche Ivaöl.

In der Volksheilkunde der Bergregionen wird die Pflanze bei Appetitlosigkeit, Erkrankungen von Magen, Darm und Leber, bei Nervenschwäche und äußerlich als Wundmittel verwendet. „Iva“, der romanische Volksname der Moschus-Schafgarbe, leitet sich vom lat. abigere = abtreiben her und deutet auf eine Verwendung als Abortivum (Abtreibungsmittel). In der Schweiz wird daraus seit über 100 Jahren ein Alpen-Kräuterlikör, der sogenannte „Ivabitter“ oder Iva-Schnaps hergestellt.

Sumpf-Schafgarbe (Bertram-Schafgarbe, Achillea ptarmica)

Sie wächst auf feuchten Wiesen, an Gräben und Ufern.

Eine gefüllte Form mit weissen Blüten ist in manchen Gegenden charakteristisch für alte Bauerngärten.

Gelbe Schafgarbe (Achillea tomentosa)

Sie wächst auf Trockenrasen und in Felsensteppen (z. B. Lötschberg Südrampe).

Wenn Sie Pflanzen (natürlich auch Schafgarbenarten) und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.

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Botanica – Woche der Botanischen Gärten der Schweiz – 16. – 24. Juni 2012

Sonntag, April 22nd, 2012

23 Botanische Gärten aus allen Regionen der Schweiz laden vom 16. bis 24. Juni 2012 zum sechsten Mal ein zur Botanica – der Woche der Botanischen Gärten.

Sie umfasst mehr als hundert Veranstaltungen der verschiedensten Art: Workshops, Begegnungen mit Gärtnern und Botanikern, Führungen, Brunchs, Konzerte, Pflanzenmärkte, nächtliche Führungen, Kurse, Vorträge.

Die Botanica 2012 steht unter dem Motto «Zurück zur Natur». Dieses Thema verstehen die Veranstalter als Hommage an Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) anlässlich seines 300. Geburtstags:

„Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau und die botanischen Gärten der Schweiz haben eines gemeinsam: eine grosse Liebe zur Botanik. Mit BOTANICA möchten die Gärten diese Liebe zur Natur mit dem Publikum teilen und Ihnen zeigen, dass ein «zurück zur Natur» ganz einfach ist. Besuchen Sie uns also – vielleicht barfuss, mit einem Lächeln!“

Quelle und weitere Infos: http://www.botanica-week.org/page.php?p=accueil

Die Veranstaltungen finden in fast allen Regionen der Schweiz statt. Auf untenstehender Liste können Sie nachschauen, ob auch ein Botanischer Garten in Ihrer Nähe mitmacht.

Deutschschweiz:

Basel

Bern

Brüglingen

Davos

Freiburg

Grüningen

Schynige Platte

St. Gallen

Wädenswil

Zürich

Westschweiz:

Aubonne

Bourg-Saint-Pierre

Champex-Lac

Freiburg

Genf

Lausanne

Leysin

Meyrin

Neuenburg

Pont de Nant

Porrentruy

Prangins

Tessin:

Isole di Brissago

Kommentar & Ergänzung:

Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) war tatsächlich ein grosser Pflanzenfreund. Je schwieriger seine Beziehungen zu Menschen wurden, desto intensiver widmete er sich seinen botanischen Studien. Den ihm oft zugeschriebenen Ausspruch „Zurück zur Natur“ findet man so allerdings nicht in seinen Schriften.

„Natur“ ist bei Rousseau jedoch klar ein positiver Bezugspunkt:

„Lernen wir, zwischen uns und ihr zu verweilen und uns von der Müssigkeit und von der Langeweile zu heilen. Verschaffen wir uns leichte, unschuldige und liebenswerte Vergnügungen, die uns davon abhalten, verderbliche, verbrecherische und unsinnige zu suchen. Das Studium der Pflanzen reinigt mir die Seele. Das ist mir genug, ich will gar keine andere Arznei.“

(Zitat aus: Fragmente zur Botanik)

Schön gesagt, Monsieur Rousseau.

Im Einklang mit Jean-Jacques Rousseau kann ich daher nur raten:

Wenn Sie sich von verderblichen, verbrecherischen und unsinnigen Vergnügungen abhalten wollen, dann kommen Sie doch einfach mit auf meine Pflanzenexkursionen……Und als Zugabe reinigt das Pflanzenstudium auch noch die Seele. Was will man mehr.

Ich würde natürlich niemals wagen, meine Pflanzenexkursionen mit so grossen Versprechungen anzupreisen. Aber wenn Meister Rousseau das sagt, dann bitte:

Die Daten und Orte finden Sie hier.

Im Ernst: Ein guter Naturkontakt kann durchaus eine Quelle für Lebensqualität sein und eine Ressource für unsere physische und psychische Gesundheit.

Zu Rousseau wäre allerdings noch anzumerken, dass er, wenn er von „Natur“ spricht, meistens die menschliche Natur meint, den Naturzustand des Menschen.

Darum ist es irreführend, wenn der ihm untergeschobene Ausspruch „Zurück zur Natur“ nur im Sinne einer Rückkehr zu Ökologie, Umweltschutz und Naturschutz verwendet wird.

Und ein Programm zur Rückkehr zum Naturzustand des Menschen wäre eine ziemlich schwierige Angelegenheit, weil nur schon geklärt werden müsste, was mit der Natur des Menschen genau gemeint ist.

Wenn auf der „Botanica“-Website erwähnt wird, dass ein „Zurück zur Natur“ ganz einfach sei, dann mag das vielleicht stimmen, wenn damit der Besuch in einem Botanischen Garten gemeint ist. Das ist natürlich ganz einfach und empfehlenswert.

Nimmt man die Forderung „Zurück zur Natur“ aber umfassender ernst in dem Sinne, wie Rousseau es gemeint haben könnte, dann tut sich ein ganzer Katalog von Fragen auf.

Naturphilosophische Fragen sind im Übrigen auch ein Element im Kurs „Naturerlebnis Oberengadin“ vom 13. – 17. August 2012.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Frühlingsexkursion: Heilpflanzen & Wildblumen in der Rheinschlucht / Surselva (Flims / Trin), 4. – 6. Mai 2012

Dienstag, April 17th, 2012

Die Rheinschlucht zwischen Versam und Castrisch (Graubünden) gehört zu den eindrücklichsten Landschaften der Schweiz. Wir werden von Trin über blumenreiche Wiesen in die Rheinschlucht wandern. Die Rheinschlucht besteht nicht nur aus faszinierenden Felsformationen. Wir finden hier auch pflanzenreichen Auenwald, ausgedehnte Nadelwälder, Orchideen und eine grosse Vielfalt an anderen Wildblumen und Heilkräutern. Am Sonntag erkunden wir die Südhänge oberhalb von Trin und den wertvollen, grossen Hochstamm-Obstgarten unterhalb von Trin-Digg.

Wir achten an diesem Naturseminar auch auf die Tierwelt. Die Surselva ist reich an Schmetterlingsarten und interessanten Vögeln. Manchmal kann man hier auch einen Wiedehopf antreffen oder einen Wendehals.

Details zur Frühlingsexkursion in die Rheinschlucht hier.

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Heilpflanzen & Wildblumen im Schaffhauser Randen – Tagesexkursion 20. Mai 2012

Donnerstag, April 12th, 2012

Ich bin im Kanton Schaffhausen aufgewachsen und der Randen ist in dieser Region ein wichtiges Naherholungsgebiet.

In anderen Gegenden der Schweiz ist der Randen aber vielen Menschen kaum bekannt. Wer den Randen nicht kennt, verpasst aber etwas sehenswertes.

Der Randen bei Schaffhausen ist ein botanisches Bijou, wie es sie in den tieferen Lagen unseres Landes nur noch selten gibt.

Details zur Kräuterexkursion im Randen via Kurskalender.

Hier eine kurze Einführung in die Fauna & Flora des Randens:

Geologisch ist der Randen ein nordöstlicher Ausläufer des Tafeljuras.

Charakteristisch für den Randen sind die weitgehend unbesiedelten land- und forstwirtschaftlich genutzten Hochflächen. Waldföhrenstreifen, die Ende des neunzehnten Jahrhunderts auf stillgelegtem Ackerland angelegt wurden, geben diesen ein parkähnliches Aussehen.

Grosse Blütenvielfalt – viele Wildbienen- und Schmetterlingsarten

Auf den flachgründigen steinigen Böden der Randenhochflächen und der Randenhänge
sind zahlreiche naturnahe Lebensräume bis heute erhalten geblieben. Entsprechend reichhaltig sind Flora und Fauna des Randens. Zahlreiche Arten, die im schweizerischen Mittelland gefährdet
oder schon ausgestorben sind, sind im Randen noch verhältnismässig weit verbreitet.

Unter anderem wurden 70 Tagfalterarten, 160 Wildbienenarten und 30 Heuschreckenarten nachgewiesen.
Auf den Randenhochflächen hat auch die seltene Heidelerche Brutreviere.

In den ausgedehnten Wäldern lebt ein sehr guter Wildbestand, wobei Reh, Schwarzwild, Feldhase, Fuchs und Dachs gut vertreten sind. Vereinzelt kommen auch Gämsen vor.

Der Randen ist bekannt für seine einzigartig grosse Vielfalt an Blütenpflanzen, wie sie ausserhalb des Alpenraums in der Schweiz nicht mehr an vielen Orten vorkommt.

Der Randen ein Orchideenparadies

Neben wärmeliebenden und trockenheitsresistenten Pflanzenarten aus der Mittelmeerregion und den Steppengebieten Osteuropas kommen im Randen Arten aus den Alpen und der Atlantikregion vor. Im Randengebiet wurden 33 Orchideenarten nachgewiesen. Das ist mehr als die Hälfte der in der Schweiz heimischen Orchideenarten.

Speziell wertvolle Lebensräume sind die grossflächigen Halbtrockenrasen des Randens. Hier wachsen mehr als 60 Pflanzenarten pro Are, darunter grosse Bestände an Knabenkräutern (v.a. Orchis morio, Orchis militaris, Orchis pallens und Anacamptis pyramidalis) sowie vier verschiedene Ragwurzarten (Ophrys apifera, Ophrys insectifera, Ophrys holosericea und Ophrys araneola).

An Hecken, gut besonnten Waldrändern und hauptsächlich im Bereich von Lesesteinhaufen,
die im Randengebiet geschützt sind, lebt die Schlingnatter (Coronella austriaca), eine harmlose kleine Schlange, die Eidechsen und Blindschleichen frisst.

Quelle:  http://www.kura-randen.ch/index.htm

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Naturkunde: Was blüht gerade? – Gundelrebe / Gundermann

Dienstag, April 10th, 2012

Gundermann (Glechoma hederacea,  Gundelrebe), ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Gundelrebe ist in Europa weit verbreitet und sehr häufig.

Foto auf Wikipedia

Gundelrebe wächst hauptsächlich in frischen, nährstoffreichen Säumen, Wäldern und Wiesen. Er entwickelt lange, niedrige Ausläufer, von denen aufrechte Blütensprosse aufsteigen. Die Bestäubung der Blüten geschieht meist durch Hummeln.

Als häufige Blütenbesucher kommen auch Schwebfliegen vorbei, die nur Pollen aufnehmen, da ihr Rüssel für den Nektar zu kurz ist, ausserdem Wollschweber der Gattung Bombylius, Käfer, Ameisen, sowie einige Schmetterlinge (Aurorafalter, Zitronenfalter, Rapsweißling).

Wegen der ätherischen Öle und der Bitterstoffe wurde der Gundermann früher als Gewürzpflanze genutzt. Diese Inhaltsstoffe bedingen jedoch auch seine Giftigkeit für viele Säugetiere, besonders Pferde und etliche Nagetiere. Vergiftungen beim Menschen sind unbekannt.

Gundelrebe als Heilpflanze

Die Pflanze enthält Flavonoide, Triterpenoide und Rosmarinsäure, denen eine entzündungswidrige Wirkung zugeschrieben wird. Genauere Untersuchungen fehlen jedoch.

Der Teeaufguss wirkt durch Gerbstoffe leicht stopfend bei Durchfall. Saponine und das ätherische Öl könnten schleimlösend wirken bei Husten.

Es gibt allerdings keine geklärten und belegten Wirkungen der Gundelrebe.

Bei den Germanen soll sie aber eine Zauberpflanze gewesen sein und ihr Auftreten an alten Gemäuern verband man mit dem Sitz von guten Hausgeistern. Im Althochdeutschen bezieht sich der Wortstamm „Gund“ auf Eiter, faulriechenden Ausfluss und Geschwür, wogegen der Gundermann angewendet wurde.

In der Volksmedizin wird die Pflanze innerlich empfohlen bei Durchfall, Magenkatarrh, Darmkatarrh leichten Erkrankungen der oberen Bronchien und zur symptomatischen Behandlung von Husten sowie als Diuretikum bei Blasensteinen und Nierensteinen.

In den alten Kräuterbüchern findet man darüber hinaus aber noch zahlreiche andere Anwendungsbereiche wie Keuchhusten, Ohrensausen, Halsbeschwerden, Heiserkeit, Lungenkatarrh, Kopfschmerzen, Stirnhöhenentzündung, Stress, Hysterie, Lungenkatarrh, Hämorrhoiden, Blasenentzündung, Gallensteine, Milzstörungen, Verstopfung, Bisswunden, Bluterguss, Muskelquetschungen….

Wir haben es hier mit einer Indikationslyrik zu tun, wie sie in der Volksmedizin oft vorkommt – und diese Auswahlsendung hätte es wie bei jeder Indikationslyrik nötig, gründlich überprüft zu werden.

Äusserlich wurde die Gundelrebe in der Volksmedizin vor allem angewendet zum Waschen von schlecht heilenden Wunden und Geschwüren und anderen Hautkrankheiten sowie bei Arthritis und Rheuma (in Italien).

In der chinesischen Medizin wird Gundelrebe zum Beispiel eingesetzt bei Karbunkel, Erysipel, Unterleibsschmerzen, Krätze, Skrofulose, ungleichmässiger Menstruation, Husten, Dysenterie, Gelbsucht.

Alle diese Anwendungsbereiche der Gundelrebe sind in ihrer Wirksamkeit nicht belegt und für viele Bereiche gibt es andere Heilpflanzen, deren Wirksamkeit besser dokumentiert ist. Daher wird die Gundelrebe heute seltener verwendet.

Gundelrebe als Gewürz

Vor allem die jungen Blätter der Gundelrebe sind aromatisch-würzig und können als Gemüse gekocht werden. Sie sind auch Bestandteil der traditionellen Gründonnerstagsuppe zusammen mit beispielsweise: Guter Heinrich, Sauerampfer, Gänseblümchen, Brennnessel, Spitzwegerich, Vogel-Sternmiere (die Rezepte varieren).

Auf die Verwendung als Gewürzpflanze weißt auch der Volksname „Soldatenpetersilie“ hin. Gundelrebenblätter werden auch Salaten, Kräutersaucen und Kräuterbutter zugesetzt.

Bevor zu diesem Zweck der Gebrauch des Hopfens aufkam, wurde Gundelrebe in England zum Aromatisieren des Biers verwendet.

Und zu guter letzt: Schauen Sie sich die Gundelrebenblüte mal von der Nähe an. Die ist nämlich wirklich ein Bijou.

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