Archive for the ‘Natur’ Category
Donnerstag, November 24th, 2011
Naturnahe Gärten bieten dem Igel für den Winterschlaf Unterschlupf
Jedes Jahr im Herbst und beim Winterbeginn gehen vermehrt Anrufe besorgter Bürger bei Naturschutzverbänden und Tierheimen ein, die vermeintlich zu kleine, herumirrende Igel im Garten gefunden haben und nun wissen wollen, wie man die Tierchen am besten über den Winter bringt. Doch die Sorge um das beliebte Stacheltier ist oft unbegründet. Erst mit dem Wintereinbruch besteht für untergewichtige oder kranke Igel die Gefahr, dass sie für den Winterschlaf nicht genügend gerüstet sind. Der NABU NRW rät deshalb von einem vorsorglichen Einsammeln der Tiere ab. Wer Jungtiere unterstützen wolle, der könne regelmäßig ein Schälchen Katzenfutter bereitstellen und Unterschlupfmöglichkeiten im Garten anbieten.
Während Altigel Ende Oktober bereits ihr Winterquartier vorbereiten, sind viele Jungigel je nach Witterung noch bis weit in den November hinein unterwegs, um sich die nötigen Fettreserven anzufressen. Entgegen ihren sonstigen Gepflogenheiten sind sie dabei auch tagsüber aktiv. Auch im nahrungsärmeren Spätherbst finden die jungen Igel in einem naturnahen Garten meist noch ausreichend Regenwürmer, Schmetterlingslarven oder Schnecken, um den Winter aus eigener Kraft unbeschadet zu überstehen.
Ihre Winterquartiere beziehen Igel erst bei anhaltenden Bodentemperaturen um null Grad. Erst ab diesem Zeitpunkt sollten noch herumirrende Igel, die einen kranken oder unterernährten Eindruck machen, aufgenommen werden.
Einen solchen Pflegling sollte man einem Tierarzt oder einer Igelstation vorstellen. Wird dort festgestellt, dass der Igel keiner menschlichen Unterstützung bedarf, so muss er unverzüglich wieder am Fundort freigelassen werden, denn gesunde, kräftige Igel überleben den Winter ohne menschliche Hilfe. Im Haus überwinterte Igel haben nämlich im Frühjahr oft erhebliche Anpassungsschwierigkeiten, wenn sie wieder in die Natur entlassen werden.
Wer einen Garten besitzt, der kann Igeln am besten über den Winter helfen, in dem er den Garten igelfreundlich herrichtet. Gärten sind für die stacheligen Tiere nämlich wichtige Lebensräume. Ein naturnah gestalteter und bewirtschafteter Garten mit Hecken, Teichen, Obstbäumen, Steinmauern oder Wiesen bietet dem Igel ganzjährig einen attraktiven Lebensraum. Der Verzicht auf Mineraldünger und chemische Bekämpfungsmittel sowie eine Bepflanzung mit heimischen Gewächsen sorgen dafür, dass das Stacheltier auch reichlich Nahrung vorfindet. Das ideale Winterquartier lässt sich dann rasch bereitstellen: Es besteht aus einem Haufen totem Holz, Reisig und Laub. Der NABU rät daher, die häufig üblichen herbstlichen Aufräumaktionen in Gärten lieber auf das Frühjahr zu verschieben. Neben den natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten könne man darüber hinaus ein Igelhäuschen aufstellen.
Quelle:
http://nrw.nabu.de/presse/pressemitteilungen/index.php?popup=true&show=651&db=presseservice_nrw
Kommentar & Ergänzung:
Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) setzt sich für Pflanzen, Tiere und Lebensräume ein. Auf der Website www.nabu.de findet man zu diesen Themen reichhaltige Informationen.
Zum Thema Igelschutz gibt es fundierte Informationen bei www.pro-igel.ch.
Wer die Natur in der Natur und nicht nur im Internet kennen lernen möchte, kann das auf erlebnisreichen Naturbeobachtungen an meinen Naturseminaren.
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Mittwoch, November 23rd, 2011
Einheimische Sträucher im Garten vorziehen
Wer in seinen Garten Tiere locken und sie beobachten möchte, sollte auf jeden Fall auch einheimische Sträucher pflanzen. Oft werden bevorzugt fremdländische Ziergehölze und Nadelbäume gepflanzt, die für die einheimische Tierwelt nur von bescheidenem ökologischem Nutzen sind. Zwar werden zum Beispiel auch die Blüten der Zwergmispel (Cotoneaster) von Bienen umschwärmt und die Beeren der Mahonie von Amseln gefressen. Das ist aber kein Vergleich zu dem überaus reichen Tierleben in einer Hecke aus heimischen Wildsträuchern.
Sie bieten unseren Wildvögeln einen wichtigen Lebensraum.
Die Früchte des heimischen Weißdorns (Crataegus spec.) werden zum Beispiel von 32 Vogelarten gefressen, die des nahverwandten nordamerikanischen Scharlachdorns dagegen nur von zwei Arten. Der heimische Wacholder ernährt sogar 43 Vogelarten, der oft in Gärten gepflanzte Chinesische Wacholder jedoch nur eine einzige Art.
Ähnlich verhält es sich mit Insekten, deren Larven oftmals auf wenige oder gar nur eine einzige Nahrungspflanze spezialisiert sind. Während heimische Wildsträucher ein schier unerschöpfliches Nahrungsangebot für viele Insekten in allen Entwicklungsstadien bieten, wird man an exotischen Gehölzen in unseren Gärten kaum jemals Fraßspuren von Raupen entdecken. Ein gutes Beispiel hierfür ist der beliebte, aber nichtheimische Sommerflieder (Buddleja) oder Schmetterlingsstrauch – für erwachsene Falter zwar eine sehr begehrte Nektarquelle, als Raupenfutterpflanze jedoch absolut wertlos. Ohne Raupen fehlt aber die Nahrungsgrundlage für Meisen und andere Vögel. Auch ein wohlmeinend aufgehängter Nistkasten nützt dann nicht mehr viel.
Dagegen nisten im schützenden Dickicht von Sträuchern wie Holunder, Weißdorn oder Pfaffenhütchen gerne zahlreiche Vögel wie Heckenbraunelle und Nachtigall. Im Herbst bieten die bunten Beeren den Vögeln einen reich gedeckten Tisch: Von Vogelbeere und Schwarzem Holunder ernähren sich zum Beispiel jeweils über 60 Vogelarten. Aber auch zahlreiche Säugetiere wie Mäuse und selbst Fleischfresser wie Fuchs und Marder naschen gerne an den leckeren Früchten.
Zahlreiche gute Gründe also, im Herbst einige einzelne Sträucher zu setzen oder eine ganze Hecke aus mehreren Arten anzulegen. Im übrigen sind einheimische Sträucher anspruchsloser und widerstandsfähiger, auch gegen witterungsbedingte Einflüsse und gegen Schädlinge. Zudem ist für jeden Gartenstandort etwas dabei: Weißdorn und Wildrosen lieben es sonnig, Haselnuss und Pfaffenhütchen genügt ein halbschattiger Standort und die Heckenkirsche gibt sich sogar mit einem schattigen Plätzchen zufrieden. Einheimische Sträucher sind jedoch nicht nur nützlich, sondern sehen auch hübsch aus. Und sie bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Naturbeobachtung.
Quelle:
http://hamburg.nabu.de/projekte/garten/gartentipps/05228.html
www.nabu.de
Kommentar & Ergänzung:
Für Naturbeobachtungen empfehle ich Ihnen meine Naturseminare
- Weissdorn, Holunder und Wacholder sind im Übrigen auch wichtige Heilpflanzen:
Weissdorn ist die wichtigste Herzpflanze der Phytotherapie, Schwarzer Holunder wirkt gegen Erkältungskrankheiten und Wacholderbeeren lindern Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl.
- Aus der Mahonie (Mahonia aquifolium, Zierberberitze) werden Salben hergestellt, die unterstützend eingesetzt werden bei Psoriasis, also bei Schuppenflechte.
- Beim Weissdorn-Strauch ist ein Problem im Auge zu behalten: Weissdorn überträgt – wie z. B. Cotoneaster, Loorbeermispel (Photinia davidiana), Vogelbeere – die Pflanzenkrankheit Feuerbrand, die durch Bakterien (Erwinia amylovora) verursacht wird.
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Sonntag, November 13th, 2011
Die Lärche (Larix decidua) ist nicht nur der einzige einheimische Nadelbaum, der im Herbst seine Nadeln verliert, sondern auch ein Baum, der die Luft in Städten sauber hält. Nun wurde die Lärche als Baum des Jahres 2012 ausgerufen.
Sie ist im Hochgebirge beheimatet, in über 2000 Metern Höhe kann sie an der Baumgrenze Lawinen trotzen: Die Europäische Lärche wurde zum “Baum des Jahres 2012″ gewählt. Das gab vor kurzem Silvius Wodarz, Präsident der “Baum des Jahres Stiftung”, im Zoologischen Garten Berlin bekannt.
Die Europäische Lärche gibt der Forschung bis heute Rätsel auf: Als einziger heimischer Nadelbaum wirft sie die Nadeln im Herbst ab und grünt erst im Frühjahr wieder – genauso wie ein Laubbaum. Warum das so geschieht, ist nach Angaben der “Baum des Jahres Stiftung” bis heute nicht vollständig geklärt. Möglicherweise erleichtern die kahlen Äste das Überwintern, Lärchen überstehen Frost bis -40 Grad ohne Schaden zu nehmen. Im Hochgebirge kommen solche Temperaturen oft vor.
Anspruchslose Lärche
Nicht nur ans Wetter hat die Europäische Lärche keine speziellen Ansprüche. Als sogenannte “Pionierbaumart” zählt sie zu den ersten Bäumen, die Kahlflächen und unwirtliche Rohböden besiedeln. Dafür benötigt sie jedoch viel Licht – Baumarten, die mehr Schatten vertragen, gelingt es leicht, die Lärche zu verdrängen.
Dem Mensch nutzt die Lärche auf ganz verschiedene Art: Ihr Holz hat einen hohen Harzgehalt und ist dadurch besonders hart und schwer – Lärchenholz, das im Außenbereich verbaut wird, braucht keine Imprägnierung. Außerdem ist die Lärche nach neuesten Untersuchungen diejenige Baumart, mit der sich am besten die Luftqualität in Städten verbessern lässt, schreibt die Stiftung. Sie macht mit der Wahl eines Baumes seit 1989 jedes Jahr auf eine einheimische Baumart aufmerksam. Als “Baum des Jahres 2011″ „amtete“ die Elsbeere (Sorbus torminalis).
Quelle:
http://www.n-tv.de/wissen/Die-Laerche-macht-die-Luft-sauber-article4572906.html
Kommentar & Ergänzung:
In der „Volksmedizin“ wird „Lärchenharz“ als lokales Antiseptikum in Salben („Zugsalbe“) und Pflastern angewendet zur Bekämpfung von Eiterungen, Entzündungen, Furunkeln u. ä.
Verwendet wird auch Lärchenterpentin, der durch Anbohren der Stämme von Larix decidua gewonnene Balsam. Lärchenterpentin zeigt durchblutungsfördernde, antiseptische und auswurffördernde Wirkungen. Es wird bei Husten als Inhalation eingesetzt und äusserlich als wärmendes Rheumamittel in flüssigen oder halbfesten Zubereitungen (10 – 20%ig). Als unerwünschte Nebenwirkung kann es bei äussserlicher Anwendung zu Hautreizungen kommen und bei Inhalation zu entzündlichen Reaktionen in den Atemwegen. Wer Lärchenterpentin anwenden will, soll vor allem beim ersten Mal die Verträglichkeit vorsichtig testen und nicht gleich voll damit „einfahren“.
In der Holzbehandlung wird „Lärchenöl“ verwendet als Schutz- und Pflegemittel für Lärchenholz, andere einheimische Holzarten sowie Edelhölzer wie Teak, Bangkirai, Iroko, Zeder oder Massaranduba. Hier haben wir es also nicht mit einem Öl aus der Lärche zu tun – wie man leicht denken könnte -sondern um ein Pflegeprodukt für Lärchenholz.
Im System von Edward Bach kommt die Lärche als Bach-Blütentropfen unter der Bezeichnung „Larch“ zur Anwendung. Larch wird unter anderem empfohlen bei / für:
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Freitag, Oktober 28th, 2011
An Kursen werde ich immer wieder einmal gefragt, ob andere Minzen genauso wirken wie die Pfefferminze (Mentha piperita).
Das ist keine einfache Frage, denn als Heilpflanze gilt in der Phytotherapie und auch im Arzneibuch die Pfefferminze (Mentha piperita). Die Wirkung anderer Minzenarten ist nur ungenügend dokumentiert.
Pfefferminze gehört also zur Gattung der Minzen (Mentha) und das ist eine interessante Pflanzengruppe in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Je nach Quelle umfasst die Gattung der Minzen 20 bis über 30 Pflanzenarten.
Einen guten Überblick über die Verwendung der Minzen gibt Wikipedia:
„ Minzen werden schon sehr lange in Gärten angebaut. 812 schrieb Karl der Große bereits vier Minzearten für den Anbau in Gärten in seinem Reich vor (siehe Karlsgarten): Polei-Minze (Mentha pulegium), Wasser-Minze (Mentha aquatica), Ähren-Minze (Mentha spicata) und Ross-Minze (Mentha longifolia).
Walahfrid Strabo schreibt schon im 9. Jahrhundert in seinem Buch Liber de cultura hortorum (kurz Hortulus) zum Thema Minze-Sorten:
‚Wenn aber einer die Kräfte und Arten und Namen der Minze / samt und sonders zu nennen vermöchte, so müsste er gleich auch / wissen, wie viele Fische im Roten Meere wohl schwimmen, / oder wie viele Funken Vulkanus, der Schmelzgott aus Lemnos, / schickt in die Lüfte empor aus den riesigen Essen des Aetna.’
Als Gewürz und Teekraut relevante Minze-Sorten tragen oft Namen, die auf die Geschmacksähnlichkeit mit anderen Pflanzen hinweisen:
- Apfel-Minze (Mentha suaveolens) – (Apfelkuchen-Duft): Bei der Apfelminze besteht die Ähnlichkeit darin, dass sie gut zu Apfel passt, beispielsweise als Apfelkuchengewürz anstelle von Zimt.
- Basilikum-Minze – (Basilikum-Duft)
- Bergamotte-Minze (Mentha × piperita var. citrata) – (Bergamotte)
- Orangen-Minze (Mentha × piperita var. citrata) – (Orange)
- Zitronen-Minze (Mentha × piperita var. citrata) – (Zitrone) (Beachte Zitronenmelisse hört sich ähnlich an, aber gehört nicht zu den Minzen und ist mit Zitronenminze auch nicht gemeint.)
- Schoko-Minze (Mentha × piperita var. piperita) – (Minz-Schokolade-Geruch)
Als Nanaminze werden mehrere Sorten bezeichnet.
Braune Minze oder Nudel-Minze (Mentha ×gracilis = M. arvensis × M. spicata, Syn.: Mentha ×cardiaca J.Gerard ex Baker, Mentha ×gentilis auct.) wird zur Zubereitung der Kärntner Nudel verwendet.“
(Quelle: Wikipedia)
Ergänzt werden müsste hier noch als wichtige Minze die Grüne Minze (Mentha viridis), auch Ährige Minze, Speer-Minze oder Krauseminze (Mentha spicata). Sie enthält im ätherischen Öl vor allem Carvon (im Gegensatz zu Pfefferminzöl mit dem Hauptbestandteil Menthol).
„ Die Grüne Minze ist als Spearmint eine der bekanntesten Minz-Arten überhaupt und Grundlage für zahlreiche industrielle Produkte, wie zum Beispiel Zahnpasten, Kaugummis und Süßigkeiten. Die getrockneten Spitzen und Blätter werden medizinisch als Stimulanzien sowie als windtreibende und nervenstärkende Mittel angewendet. Die Grüne Minze enthält Carvone aus der Stoffgruppe der monocyclischen Monoterpene, die als Bestandteil von ätherischen Ölen genutzt werden.“
(Quelle: Wikipedia)
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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Sonntag, Oktober 16th, 2011
Die „Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von bekannten Heilpflanzen und ihren Wirkungen. Hier der Abschnitt zur Hustenpflanze Quendel:
„Quendel ist der wilde Bruder des bekannten Küchengewürzes Thymian. Er wächst vor allem auf steinigen, sonnigen Hängen und man erkennt ihn an seinen rosafarbenen Blüten. Ganz wie der Thymian kann Quendel vor allem im Bereich der Bronchien eingesetzt werden. Neben dem schmackhaften Tee helfen auch Inhalationen besonders gut, um festsitzenden Schleim zu lösen.“
Quelle:
http://www.kleinezeitung.at/magazin/wellness/multimedia.do?action=showEntry_detail&project=38495&_vl_backlink=/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story
Kommentar & Ergänzung:
Quendel (Thymus serpyllum) heisst auch Bergthymian, Feldthymian oder Sand-Thymian. Quendel zeigt die selben Wirkungen wie der Arzneithymian ( = Garten-Thymian, Thymus vulgaris):
- antimikrobiell
- krampflösend auf die Bronchien
- auswurffördernd bei produktivem Husten
Insgesamt ist die Wirkung aber schwächer als bei Thymus vulgaris, wahrscheinlich wegen dem tieferen Gehalt an ätherischem Öl. Quendelöl enthält wie Thymianöl Carvacrol und Thymol.
Quendelkraut wird in der Kinderheilkunde trotz schwächerer Wirkung dem Thymian oft aus geschmacklichen Gründen vorgezogen.
Quendel / Bergthymian kommt in den Alpen an vielen Stellen vor. Sie können ihn auf dem meisten von meinen Heilkräuterkursen in den Bergen kennenlernen.
Wer Quendel / Bergthymian selber sammelt soll darauf achten, dass die Pflanzen aromatisch riechen, also reich an ätherischen Ölen sind. Es gibt nämlich an vielen Orten auch Varianten, denen das ätherische Öl praktisch fehlt, und die dann auch nicht wirksam sind.
Quendel ist eine verhältnismässig gute Bienenweide und Raupenfutterpflanze für eine ganze Reihe von Schmetterlingsarten (vor allem Bläulinge, Spanner, Eulenfalter).
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Montag, Oktober 3rd, 2011
So viele Anlässe wie noch nie erwarteten am vergangenen Wochenende die interessierten Besucher am Internationalen Zugvogeltag EuroBirdwatch 2011. Das Angebot der lokalen Sektionen des Schweizer Vogelschutzes SVS / BirdLife Schweiz wurde ausgiebig genutzt: An den insgesamt 65 Beobachtungs- und Informationsständen in der ganzen Schweiz fanden sich insgesamt 5’382 Personen ein, um sich vom Phänomen Vogelzug begeistern zu lassen.
Die Fachleute der lokalen Sektionen des SVS / BirdLife Schweiz zählten am Wochenende insgesamt 59’555 Zugvögel, darunter zahlreiche Schwarmzieher wie der Buchfink oder der Star (20’328 bzw. 4’817 beobachtete Vögel). Aber auch Einzelzieher wie der Gartenrotschwanz wurden beobachtet. Er zählt zu den Vogelarten, die vom SVS / BirdLife Schweiz mit spezifischen Projekten gefördert werden. Sein Bestandesrückgang seit Anfang des letzten Jahrhunderts steht symbolhaft für den anhaltenden Biodiversitätsverlust in der Schweiz.
Die Anlässe in der Schweiz sind Teil des in ganz Europa und neu auch in Zentralasien durchgeführten EuroBirdwatch, an dem sich dieses Jahr BirdLife-Organisationen aus total 38 Ländern beteiligten. Sie schufen für diesen Anlass ein beeindruckendes Netz von über 1’000 Beobachtungs- und Informationsständen. Zehntausende teilnehmende Personen beobachteten mehr als eine Million Zugvögel. Der SVS / BirdLife Schweiz fungierte dieses Jahr als Europa-Zentrale, in der die Daten aller Anlässe zusammengetragen wurden. „Der EuroBirdwatch ist ein gemeinsamer Appell der BirdLife-Organistionen aus Europa und Zentralasien für sichere Zugwege und für einen Stopp des Biodiversitätsverlustes“, sagt Fritz Hirt, Koordinator des EuroBirdwatch.
Die Zugvögel sind neben dem Lebensraumverlust in den Brutgebieten auch auf dem Zug stark gefährdet. Zu schaffen machen ihnen vor allem Trockenlegungen von Feuchtgebieten, Stromleitungen, Windräder, starke Nachtbeleuchtung sowie illegale Jagd. In den Überwinterungsgebieten in Afrika liegt ein grosses Gefährdungspotenzial beim Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie beim Verlust von Rastplätzen und Winterquartieren.
Der SVS / BirdLife Schweiz setzt sich für die Zugvögel in den Brutgebieten, auf dem Zugweg und in den Winterquartieren in Afrika ein.
Quelle: SVS / BirdLife Schweiz, www.birdlife.ch
Kommentar & Ergänzung:
Der Internationale Zugvogeltag gilt auch als „grösste Flugschau Europas“.
Wobei die Zugvögel es aber wirklich nicht leicht haben.
Zu den Zugvögeln werden Vogelarten gezählt, die verschiedene Jahreszeiten an unterschiedlichen Orten verbringen. Dabei legen die Vögel zum Teil beeindruckende Strecken zurück.
Hier ein paar weitere Informationen zu diesem faszinierenden Phänomen.
Naturerscheinungen waren und sind für Menschen aller Kulturkreise stets eine Herausforderung. Das Verschwinden der Vögel im Herbst und ihr Auftauchen im Frühling war besonders auffällig. Die Verbindung mit dem Frühling weckte positive Gefühle. Die Auguren (Vogelschauer) der Antike haben aus dem Flug der Vögel die Zukunft herausgelesen. Masseneinflüge, sogenannte Invasionen gewisser Vogelarten, wurden im Mittelalter als Vorzeichen für Krieg oder Pest gedeutet. Noch im 18. Jahrhundert glaubte mit andern Wissenschaftern auch Carl von Linne, dass Schwalben den Winter im Schlamm von Weihern und Seen verbrächten. Noch bis zur Mitte unseres Jahrhunderts wurde im Volksmund weitergegeben, dass sich der Kuckuck im Herbst in einen Sperber verwandle.“
Man unterscheidet Kurzstreckenzieher, Langstreckenzieher und Teilzieher.
Kurzstreckenzieher:
„ Im Gegensatz zu den Langstreckenziehern überwintern die Kurzstreckenzieher in einer Klimazone, die jener ähnlich ist, in der sie brüten.
In Europa sind dies für viele Arten das südliche Mitteleuropa und der Mittelmeerraum. Natürlich gibt es viele Übergänge zwischen Kurz- und Langstreckenziehern; so sind in Asien viele Arten Langstreckenzieher, die in Europa nur bis nach Südfrankreich ziehen. Viele Kurzstreckenzieher gehören auch zu den Teilziehern. Die meisten Kurzstreckenzieher wandern nach Südwesten in milde, vom Golfstrom beeinflusste Gebiete. Andere, wie der Hausrotschwanz und die Mönchsgrasmücke, suchen Winterquartiere sowohl im Südwesten als auch im Südosten auf. Viele Arten ziehen am Morgen, wie z. B. die Finken, andere, wie Rotkehlchen und Singdrossel, vornehmlich nachts oder, wie die Feldlerche, tags und nachts. In der Regel brechen die Kurzstreckenzieher im Herbst später nach Süden auf und kehren im Frühling früher zurück als die Langstreckenzieher. Manche Arten ziehen sogar erst dann weg, wenn sie durch Schnee dazu gezwungen werden.“
Langstreckenzieher:
„ Die Langstreckenzieher räumen im Herbst ihr Brutgebiet vollständig und überwintern in einer gänzlich anderen Klimazone der Erde.
Die meisten Langstreckenzieher wechseln von Europa in die Tropen Afrikas südlich der Sahara. Nur einzelne Arten Osteuropas überwintern im tropischen und subtropischen Asien, z.B. Rosenstar, Karmingimpel, Waldammer und Kappenammer. Die Langstreckenzieher leben somit das ganze Jahr in warmen Klimaten und kennen keinen Winter in unserem Sinne. Die meisten Insektenfresser gehören zu den Langstreckenziehern, da im Winter bei uns in Europa diese Nahrung nicht mehr ausreichend vorhanden ist. Langstreckenzieher verlassen das Sommerquartier im allgemeinen kurz nach Beendigung des Brutgeschäftes im Spätsommer, wenn Wetter und Nahrungsangebot noch günstig sind. Die meisten wandern nachts und innerhalb Europas in südwestlicher Richtung (s. Gartenrotschwanz). Damit die Vögel ihre Winterquartiere in Afrika erreichen, müssen sie die Zugrichtung im Mittelmeerraum nach Süden oder Südosten drehen. Eine ganz andere Zugrichtung schlagen der Neuntöter, der Sumpfrohrsänger und die Klappergrasmücke ein. Sie ziehen in östlicher oder südöstlicher Richtung nach Griechenland oder in den Nahen Osten, um auf diesem Weg die ostafrikanischen Winterquartiere zu erreichen. Schwalben und Segler ziehen hauptsächlich tagsüber. Diese Flugjäger fressen oft während des Zuges.
Die Langstreckenzieher ziehen aber auch in Afrika umher, was erst in den letzten Jahren entdeckt wurde. So wurde in Kenia in den Monaten November und Dezember ein starker Zug gewisser Arten nach Süden beobachtet. Es scheint, dass diese Arten nach der Überquerung der Sahara zuerst einige Wochen im Sudan und in Äthiopien verbringen, bevor sie noch weiter nach Süden ziehen. Vieles über die Wanderungen der Zugvögel aus Europa und Asien innerhalb Afrikas ist aber noch unbekannt.“
Teilzieher:
„ Unter dem Begriff Teilzug werden ganz verschiedene Erscheinungen zusammengefasst.
- Bei vielen Kurzstreckenziehern räumen die im Norden beheimateten Populationen im Winter das Brutgebiet vollständig und ziehen nach Südeuropa, während mitteleuropäische Vögel teils ziehen, teils Standvögel sind und südeuropäische Artgenossen im Brutgebiet überwintern. Beispiele dafür sind Rotkehlchen und Buchfink. Es können im Winterquartier somit verschiedene Populationen zusammen überwintern, oder die nördlichen Artgenossen überfliegen die Winterquartiere der südlichen Populationen.
- Bei vielen Teilziehern überwintert der Grossteil der Altvögel im Brutgebiet, während die Jungvögel meist nach Süden ziehen (z.B. Amsel).
- Bei Grossvögeln, die frühestens am Ende des 2. Lebensjahres brüten, können die Jungvögel die Zeit bis zur Brutreife im Winterquartier oder südlich des Brutgebietes verbringen (z.B. Fischadler, Weissstorch).
- Bei manchen Arten sind in derselben Population Zug- und Standvögel vorhanden. Wie in den letzten Jahren nachgewiesen wurde, können sogar in derselben Brut ein Teil der Geschwister Zugvögel, der andere Teil Standvögel sein (z.B. Amsel, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen), wenn die Eltern entsprechend verschiedenes Erbgut an ihre Nachkommen weitergegeben haben.
Das Teilzugverhalten, so kompliziert es uns im einzelnen auch erscheint, kann folgendermassen verstanden werden: Wenn ein strenger Winter vielen der im Brutgebiet verbleibenden Individuen das Leben kostet, sind die ziehenden Artgenossen im Vorteil. Wenn der Winter mild ist, überleben die Standvögel besser und haben bei Ankunft der Zugvögel die besten Territorien schon besetzt; in diesem Fall sind die Standvögel im Vorteil. Mit dem Teilzugverhalten reagieren die Vögel somit nicht nur auf die jahreszeitlich wechselnden Lebensbedingungen, wie die typischen Zugvögel, sondern auch auf die von Jahr zu Jahr unterschiedlichen Überwinterungsbedingungen – eine ganz erstaunliche und fein differenzierte Anpassung an die wechselnden Bedingungen in den gemässigten Klimazonen.“
(Quelle: www.vogelwarte.ch)
Falls Sie mehr über die Natur erfahren möchten, schauen Sie sich doch mal die Termine meiner Natur-Seminare an.
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Sonntag, Oktober 2nd, 2011
Eine Umfrage unter Bienen, Wespen, Fliegen und Schmetterlingen würde dem Efeu sicher allerbeste Beliebtheitswerte bringen. Die Kletterpflanze blüht nämlich erst, wenn sonst nur noch wenige Nektarquellen zur Verfügung stehen; meist ab Ende August und dann bis in den November oder sogar Dezember hinein. Die in einer Halbkugel angeordneten, unscheinbar gelbgrünen Blüten sind völlig offen, so dass Insekten aller Art einen offen gedeckten Tisch vorfinden. Praktisch alles, was sechs Beine hat, kommt im Herbst hier zu Besuch vorbei, von Ameisen über Fliegen, Schwebfliegen aller Art, Wespen, Bienen und Falter. Selbst Marienkäfer weichen nun mangels Blattläusen gerne auf energiereichen Efeu-Blütennektar um.
Und nach dem Verblühen ist der Efeu eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Die im Winter blauschwarz heranreifenden Früchte werden hauptsächlich von Staren, Amseln und anderen Drosseln gerne gefressen.
Quelle:
http://www.nabu.de/nabu/nh/2009/4/11635.html
Kommentar & Ergänzung:
Extrakte aus Efeublättern zeigen schleimlösende und krampflösende Wirkung gegen Husten. Efeu eignet sich aber nicht als Kräutertee. Extraktpräparate mit standardisiertem Wirkstoffgehalt verwenden.
Achten Sie jetzt im Herbst doch einmal auf den Efeu mit seinen vielen Besuchern und schneiden Sie den Efeu nicht ausgerechnet jetzt in der Blütezeit zurück.
Wenn Sie mehr über die Wunder der Natur lernen möchten, dann kommen Sie einfach in eines meiner Natur-Seminare, wenn Sie an Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie oben über den Menüpunkt „Kurse“ die aktuellen Lehrgänge und Kurse.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Dienstag, August 23rd, 2011
Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia, Aufrechtes Traubenkraut) ist eine eingeschleppte Pflanze, die für Allergikerinnen und Allergiker zum Problem werden kann. Daher sollte sie spätestens jetzt, wenn ihr Pollenflug beginnt, bekämpft werden.
Was hat es denn auch sich mit der Ambrosia-Allergie?
Ambrosia enthält hochallergene Pollen. Mehr als 10 Ambrosiapollen pro Kubikmeter Luft gelten als starke Belastung und können bei Allergikern zu schweren Heuschnupfensymptomen oder gar zu Asthma führen. Allergische Reaktionen treten bei den Betroffenen nur während der Blütezeit der Ambrosia auf, die von Mitte Juli bis Anfang Oktober dauern kann. Ambrosiapollen verlängern damit die Allergiesaison um mehrere Wochen. Es bestehen Kreuzreaktionen zwischen Ambrosia und anderen Korbblütlern wie beispielsweise Beifusspollen. Auch mit Gräserpollen, Melone und Banane könnten Kreuzreaktionen auftreten.
In Europa haben die Allergien auf Ambrosiapollen in Regionen mit hohen Pollenwerten in den letzten 15 Jahren deutlich zugenommen. In Ungarn sollen 60 – 90 % der Allergiker auf Ambrosia sensibilisiert sein, in Lyon 14 %. Und in der Nähe von Mailand leiden 13 – 18 % der Menschen unter einer Ambrosiaallergie. In Wien wurde festgestellt, dass die Zunahme der Allergien parallel mit der Zunahme der Pollenmenge verläuft. Die Sensibilisierungsrate in der Schweiz ist, aufgrund der geringeren Pollenmengen, noch vergleichsweise gering: Eine Untersuchung von 787 Allergikern in Basel zeigte 2006 eine Ambrosia-Sensibilisierungsrate von 8 %. Wenn die Pollenmengen in der Schweiz steigen, ist davon auszugehen, dass die Sensibilisierungsrate zunehmen und ein immer grösserer Anteil der sensibilisierten Personen unter Heuschnupfensymptomen leiden wird.
Eine stärkere Ausbreitung von Ambrosia würde deshalb hohe Kosten im Gesundheitswesen nach sich ziehen und Allergikerinnen und Allergiker stark belasten.
(Quelle: http://www.ambrosia.ch/gesundheit-und-ambroisapollen/ambrosia-allergie/)
Umfassendere Informationen zu Ambrosia und zur Ambrosia-Bekämpfung auf:
www.ambrosia.ch
Kommentar & Ergänzung:
Ambrosiapollen sind sehr aggressiv. Speziell Kinder zeigen starke Reaktionen bis hin zum Asthma. Fünf bis zehn Ambrosiapollen pro Kubikmeter Luft reichen schon, um eine schwere Allergie auszulösen. Bei Birkenpollen oder Gräserpollen soll dies erst bei zehnfacher Konzentration erfolgen.
Die Ausbreitung dieses Neophyten zu begrenzen ist daher sehr sinnvoll und eine wichtige Präventionsmassnahme zum Gesundheitsschutz.
Dieser Eingriff in die Natur ist auch deshalb gut vertretbar, weil für die rasante Ausbreitung der Ambrosia hauptsächlich der Mensch verantwortlich ist.
Ambrosia gehört zu den Neophyten. Was ist darunter zu verstehen?
Neophyten sind Pflanzenarten, die (in)direkt durch Menschen in Gebiete eingeführt werden, in denen sie natürlicherweise nicht vorkommen. Beispiele sind neben Ambrosia vor allem:
Drüsiges Springkraut
Riesen-Bärenklau
Goldruten
Greiskraut
Staudenknöterich
Essigbaum
Sommerflieder
Robinie
Götterbaum
Kirschlorbeer
Riesenaronstab
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Dienstag, August 23rd, 2011
Am 20. August 2011 eröffnete Bundesrätin Doris Leuthard zusammen mit dem Zürcher Regierungsrat Markus Kägi in Flaach (ZH) das Naturzentrum Thurauen. Zugleich wurde der Abschluss der ersten Etappe des Thurauenprojekts gefeiert. Doris Leuthard würdigte das Auen-Projekt als «Musterbeispiel für Konsenspolitik».
Alle Beteiligten hätten sich zusammengerauft und nach einer Lösung gesucht, «die für Mensch und Natur stimmt», erklärte Bundesrätin Doris Leuthard an der Feier und hielt fest, das Projekt «Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung» vereine beispielhaft die Anforderungen an den Hochwasserschutz mit den Bedürfnissen der Natur und der Nutzung der Thurauen als Erholungsgebiet.
Durch die Renaturierung der Thur kann der Fluss seinen Lauf auf den untersten Kilometern bis zur Einmündung in den Rhein mehr oder weniger selber bestimmen. Ökologische Aufwertungen haben zudem dafür gesorgt, dass seltene Tierarten in das grösste Auengebiet des Mittellandes zurückgekehrt sind. Zum Beispiel wurden Ausbuchtungen und Kiesbänke geschaffen.
Mit dem Abschluss der ersten Etappe seien die wichtigsten Massnahmen realisiert worden, sagte Regierungsrat Markus Kägi. Die Natur kann jetzt das Werk fortsetzen. Das heisst jedoch nicht, dass sich Mensch und Natur in den Thurauen hemmungslos austoben können. Ranger sorgen zum Beispiel dafür, dass Besucher die Verhaltensregeln in den Schutzgebieten einhalten.
Mit der Renaturierung der Thurmündung wurde 2008 gestartet. Die Gesamtkosten des Renaturierungsprojekts belaufen sich auf 53,6 Millionen Franken. Mit der Realisierung der zweiten Etappe bis im Jahr 2020 sollen unter anderem weitere Landwirtschaftsflächen vor Hochwasser geschützt und ein Badestrand gebaut werden.
Quelle:
http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/08/20/Schweiz/Doris-Leuthard-feiert-Renaturierung-der-Thur
Kommentar & Ergänzung:
Die Thurauen zwischen Eggrank und Thurmündung seien das grösste Auengebiet des Schweizer Mittellandes, schreibt das Naturzentrum Thurauen. Doch nicht die Grösse allein mache dieses Gebiet einzigartig, sondern vor allem die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt – und die Revitalisierung.
In den Thurauen leben über 50 Vogelarten und über 50 Schmetterlingsarten. Laubfrosch und Springfrosch finden hier wichtige Laichgebiete und mehrere Biberfamilien ein Zuhause. Bei den Pflanzen stechen hauptsächlich die imposanten Silberweiden, die verschiedenen Orchideen oder der gefranste Enzian ins Auge. Dieser Artenreichtum ist einer Vielzahl von unterschiedlichsten Lebensräumen auf engstem Raum zu verdanken, was charakteristisch ist für Flussauenlandschaften.
Das Naturzentrum Thurauen schreibt:
„Durch die Revitalisierung wurde die Dynamik der Thur im Mündungsbereich wieder hergestellt. Das heisst, dass der Fluss mit seiner eigenen Kraft die Landschaft gestalten kann und den Auenwald wieder regelmässig überschwemmt. Zusätzlich wurden neue Tümpel angelegt und Altarme ausgebaggert. Ein Teil des Waldes wurde als Waldreservat ausgeschieden und wird nun sich selbst überlassen. Im Lichten Wald hingegen wird die offene Struktur sorgfältig gepflegt. Dank diesen Massnahmen werden die seltenen Arten gezielt gefördert, so dass sie stabile Populationen aufbauen können. Es kehren aber auch Arten in die Thurauen zurück, die bereits verschwunden waren, zum Beispiel der Flussregenpfeifer.“
Auch der Mensch profitiere von der Revitalisierung. Ellikon am Rhein und das Flaacherfeld seien nun besser vor Hochwassern geschützt und den Besucher erwarte ein kleines Stück Wildnis mitten im Weinland. Attraktive Einrichtungen wie der Aussichtsturm oder das Naturzentrum bieten zudem ganz neue Möglichkeiten, die Thurauen zu entdecken.
Quelle: http://www.thurauenzentrum.ch/content-n181-sD.html
Weitere Infos: www.thurauenzentrum.ch
Auenlandschaften sind sehr bedroht. Sie wurden durch Kanalisierung der Flüsse stark zurückgedrängt. Es ist sehr erfreulich, dass nun die wichtige Funktion von Auen im Hochwasserschutz zunehmend erkannt wird. Das eröffnet Möglichkeiten, Hochwasserschutz und Auenschutz unter einen Hut zu bringen.
Auenlandschaften sind nämlich nicht nur eine Augenweide, sie beherbergen zudem eine grosse Vielfalt an Tierarten und Pflanzenarten.
Falls Sie Wildtiere und Wildpflanzen kennen lernen möchten, schauen Sie sich doch einmal die nächsten Termine meiner Naturseminare an.
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Dienstag, August 23rd, 2011
Anlässlich des Jahres der Fledermaus präsentiert die Stiftung Fledermausschutz am letzten Augustwochenende an der 15. Ausgabe der Europäischen Nacht der Fledermaus über 30 Veranstaltungen in der ganzen Schweiz. Insgesamt finden 33 Exkursionen, Ausstellungen und Standaktionen mit vielen flatterhaften Aktivitäten statt, hauptsächlich am Samstag.
Das sind gute Gelegenheiten, einige der 30 in der Schweiz lebenden Fledermausarten kennen zu lernen. Die Exkursionen eignen sich auch für Familien. Kinder reagieren oft sehr fasziniert auf Fledermäuse.
Fledermäuse können mehr als 30 Jahre alt werden. Sie vermehren sich aber nur langsam, da sie meist nur jeweils ein Junges aufs mal haben.
Einen Überblick der Veranstaltungen in der Schweiz finden Sie hier:
http://www.fledermausschutz.ch/NEWS/ebn_ind.htm
Anlässe zur Europäischen Nacht der Fledermäuse in anderen Ländern sind zu finden auf der Website von Eurobat:
http://www.eurobats.org/news_events/european_bat_night.htm
Fledermäuse sind durch vielfältige Einflüsse bedroht. Deshalb ist es wichtig, das Wissen über diese interessanten Tiere in der Bevölkerung zu vermehren.
Wer sich nicht schon intensiver mit Fledermäusen befasst hat, wird jedenfalls wohl ziemlich erstaunt sein darüber, dass es in der Schweiz dreissig verschiedene Fledermausarten gibt, mit ganz unterschiedlichen Lebensweisen.
Hier eine Liste der Fledermausarten der Schweiz:
Grosse Hufeisennase Rhinolophus ferrumequinum (Schreber, 1774)
Kleine Hufeisennase Rhinolophus hipposideros (Bechstein, 1800)
Mittelmeer Hufeisennase Rhinolophus euryale (Blasius, 1853)
Bartfledermaus Myotis mystacinus (Kuhl, 1817)
Brandtfledermaus Myotis brandtii (Eversmann, 1845)
Wimperfledermaus Myotis emarginatus (E. Geoffroy, 1806)
Fransenfledermaus Myotis nattereri (Kuhl, 1817)
Bechsteinfledermaus Myotis bechsteinii (Kuhl, 1817)
Grosses Mausohr Myotis myotis (Borkhausen, 1797)
Kleines Mausohr Myotis blythii (Tomes, 1857)
Wasserfledermaus Myotis daubentonii (Kuhl, 1817)
Langfussfledermaus Myotis capaccinii (Bonaparte, 1837)
Nymphenfledermaus Myotis alcathoe (Helversen & Heller 2001)
Zwergfledermaus Pipistrellus pipistrellus (Schreber, 1774)
Rauhautfledermaus Pipistrellus nathusii (Keyserling & Blasius, 1839)
Weissrandfledermaus Pipistrellus kuhlii (Kuhl, 1817)
Mückenfledermaus Pipistrellus pygmaeus (Leach, 1825)
Kleiner Abendsegler Nyctalus leisleri (Kuhl, 1817)
Grosser Abendsegler Nyctalus noctula (Schreber, 1774)
Riesenabendsegler Nyctalus lasiopterus (Schreber, 1780)
Nordfledermaus Eptesicus nilssonii (Keyserling & Blasius, 1839)
Breitflügelfledermaus Eptesicus serotinus (Schreber, 1774)
Alpenfledermaus Hypsugo savii (Bonaparte, 1837)
Zweifarbenfledermaus Vespertilio murinus (Linnaeus, 1758)
Mopsfledermaus Barbastella barbastellus (Schreber, 1774)
Braunes Langohr Plecotus auritus (Linnaeus, 1758)
Graues Langohr Plecotus austriacus (J. Fischer, 1829)
Alpenlangohr Plecotus macrobullaris (Kuzyakin, 1965)
Langflügelfledermaus Miniopterus schreibersii (Kuhl, 1817)
Bulldoggfledermaus Tadarida teniotis (Rafinesque, 1814)
Bilder und Informationen zu den einzelnen Fledermausarten auf der Website der Stiftung Fledermausschutz:
www.fledermausschutz.ch
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