Auf Kräuterwanderung angetroffen: Das Barbarakraut (Barbarea vulgaris)

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Auf der Kräuterwanderung im Dättnauertal bei Winterthur angetroffen:

Echtes Barbarakraut (Winterkresse).

Foto auf Wikipedia hier.

 

Barbarakraut gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Es enthält viel Vitamin C und Glukosinolate (Senfölglykoside), eine Wirkstoffgruppe, die für diese Pflanzenfamilie charakteristisch ist.

Barbarakraut kann als Salat oder Gemüse verwendet werden (in Butter gedünstet spinatähnlich). Fischgerichte bekommen dadurch eine scharfe und würzige Note.

Im 16. Jahrhundert wurde Barbarakraut in den Bauerngärten als Salatpflanze kultiviert.

Schon damals war die Pflanze der Heiligen Barbara gewidmet. Die Blattrosetten des Barbarakrauts überwintern und können daher auch um den Barbaratag (4. Dezember) sowie im zeitigen Frühling geerntet werden.

Es gab Versuche, das Samenöl des Barbarakrauts zu nutzen. Früher wurde die Pflanze auch zu Heilzwecken genutzt – als Wundbalsam. Das ist nicht unplausibel, weil Senfölglykoside für antimikrobielle Wirkungen bekannt sind. Allerdings gibt es keine sicheren Erkenntnisse über therapeutische Wirkungen des Barbarakrauts, weil kein Untersuchungen und Studien dazu vorhanden sind.

Von den Senfölglykosiden ist aber bekannt, dass sie nach der Einnahme durch eine Reizwirkung auf die Magenschleimhaut die Magensaftproduktion anregen und vielleicht auch die Magenperistaltik beschleunigen, wodurch verdauungsfördernde und appetitsteigernde Effekte zu erwarten sind.

Senfölglykoside sind auch charakteristische Inhaltsstoffe in vielen Gemüsen wie beispielsweise Radieschen, Rettich, Meerrettich, Brunnenkresse, Gartenkresse, Rucola und alle Kohl-Arten. In Laborexperimenten zeigen Senfölglykoside Eigenschaften, die auf die auf eine Hemmung der Krebsentstehung hindeuten. Ob das beim Menschen auch so läuft wie im Reagenzglas, wieviel von diesen Gemüsen täglich gegessen werden müsste und wie realistisch das ist, lässt sich aber noch nicht konkret aussagen. Senfölglykoside sind aber gewiss ein wertvoller Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung.

Siehe auch:

Wirkstoffkunde: Was sind Senfölglykoside und welche Wirkung haben sie?

Eine weitere Wildpflanze mit Senfölglykosiden, die sich als Zugabe in Salat eignet, ist das Wiesen-Schaumkraut:

Naturkunde: Was blüht gerade? Wiesen-Schaumkraut

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Diesen Artikel teilen:

Arzneimittel-Rückstände reduzieren Phytoplankton im Seewasser

Diesen Artikel teilen:

Rückstände von Medikamenten und Kosmetika tragen dazu bei, dass die Lebenswelt in Gewässern an Vielfalt verliert. Einen Beleg für diese These liefert die schweizerische Forschungsanstalt Eawag mit einer Studie, die nun in der Zeitschrift «PLOSone» publiziert wurde. Die Forscher wollten untersuchen, wie sich die Vielfalt des Phytoplanktons in einem See verändert, wenn dem Wasser Stoffgemische zugesetzt werden, wie sie charakteristischerweise durch den Gebrauch und die Entsorgung von Medikamenten und Kosmetika entstehen.

Die Wissenschaftler entnahmen zu diesem Zweck Seewasser, füllten es in Plastikbeutel ab und setzten ihm Gemische zu, die zwölf Wirkstoffe in unterschiedlicher Konzentration enthielten: Den Blutdrucksenker Atenolol, das Antiepileptikum Carbamazepin, den Cholesterinsenker Bezafibrat, die Antibiotika Clarithromycin und Sulfamethoxazol, die Schmerzmittel Diclofenac und Ibuprofen, die Diuretika Furosemid und Hydrochlorothiazid, den Säurehemmer Ranitidin, das Desinfektionsmittel Triclosan sowie Sulisobenzon, einen Inhaltsstoff von Kosmetika.

Die Wissenschaftler betonen, dass es sich um Konzentrationen handelte, wie sie auch in der Realität in der Umwelt gefunden werden können. Die höchste getestete Konzentration entsprach etwa derjenigen, die unterhalb von Kläranlagen festgestellt werden kann.

Die Beutel wurden danach in Tiefen von einem, drei und sechs Metern im See versenkt, um realistische Umweltfaktoren wie Licht, Temperatur und Strömung einzubeziehen. Als Kontrolle wurde unverändertes Seewasser verwendet. Nach einer Woche prüften die Wissenschaftler, wie sich die Zusammensetzung des Planktons verändert hatte. Sie konnten dabei zeigen, dass sowohl die einzelnen Organismen als auch die ganze Gemeinschaft immer mehr an Vielfalt verlor, je höher die Konzentration der zugesetzten Wirkstoffe war.
Die Lebewesen entwickelten sich beispielsweise kleiner und weniger farbenreich oder bildeten weniger Kolonien. Je monotoner eine solche Lebensgemeinschaft jedoch werde, desto schlechter könne sie sich fortpflanzen und auf Umweltveränderungen reagieren, erklären die Wissenschaftler um den Gewässerökologen Francesco Pomati.

Plankton spielt eine wichtige Rolle in der Nahrungskette und ist Hauptnahrung zahlreicher Lebewesen in Seen, Flüssen und Meeren. Um zu vermeiden, dass Rückstände von Medikamenten und Kosmetika in Gewässer gelangen, sollten Verbraucher diese Produkte niemals in Waschbecken oder Toilette entsorgen, sondern sie in den Hausmüll geben.

Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=68850

DOI: 10.1371/journal.pone.0174207

Kommentar & Ergänzung:
Ich bin kein fundamentalistischer Gegner synthetischer Medikamente. Solche Präparate können wertvoll oder gar lebensrettend sein. Trotzdem ist es aber wichtig, die kritischen Punkte dieser Pharmaka anzusprechen. Dazu gehören unter anderem die ökotoxikologischen Folgen für die Lebewesen in Gewässern. Viele dieser Medikamente sind sehr stabil und bauen sich in der Umwelt nur langsam ab.
Siehe auch:

Psychopharmaka-Rückstände beeinflussen Fische

Problematische Medikamente im Abwasser

Virustatika & Psychopharmaka als Arzneimittelrückstände in Flüssen

Das Bewusstsein für diese Problematik ist noch zuwenig entwickelt.
Phytopharmaka (Heilpflanzen-Präparate) stehen in dieser Hinsicht sehr gut da. Eine Substanz, die von der Natur selber hergestellt worden ist, kann die Natur auch wieder abbauen.
Das ist sehr wohl ein Argument für Phytopharmaka, auch wenn sie die synthetischen Medikamente in manchen Bereichen nicht ersetzen können.

Wo aber ein Phytopharmakon anstelle eines synthetischen Medikaments zur Anwendung kommen kann, spricht viel dafür, dass diese Option für die Umwelt verträglicher ist.
Entgegen dem Rat am Schluss des Artikels würde ich übriggebliebene Medikamente allerdings nicht in den Hausmüll werfen, sondern in die Apotheke zurückbringen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Kräuterwanderungen 2017

Diesen Artikel teilen:

Das Programm mit meinen Kräuterwanderungen 2017 ist fertig erstellt. Wenn Sie Lust haben, Heilpflanzen, Wildkräuter, Alpenblumen und wilde Orchideen in der Natur kennenzulernen, dann schauen Sie sich das Programm doch mal genauer an:

Tagesexkursionen

1. 5. 2017: Kräuterwanderung in Quinten am Walensee

7. 5. 2017: Kräuterwanderung Dättnauertal & Rumstal bei Winterthur.

14. 5. 2017: Kräuterwanderung von Trin in die faszinierende Rheinschlucht (Graubünden).

20. 5. 2017: Kräuterwanderung in die Auenlandschaft „Petite Camargue“ bei Basel.

21. 5. 2017: Kräuterwanderung zum wildromantischen Sihlsprung.

25. 5. 2017: Kräuterwanderung im Randen bei Schaffhausen.

27. 5. 2017: Kräuterwanderung ins Naturschutzgebiet Chilpen bei Diegten (Baselbiet).

28. 5. 2017: Kräuterwanderung durch die „Toskana des Aargaus“ über den Bözberg.

3. 6. 2017: Kräuterwanderung auf der Rigi – botanische Entdeckungen am Südhang.

4. 6. 2017: Kräuterwanderung ist wunderschöne Eriztal bei Thun.

5. 6. 2017: Kräuterwanderung in Hemberg im Toggenburg (Kanton St. Gallen).

24. 6. 2017: Kräuterwanderung Höhenweg in Amden (Kanton St. Gallen).

25. 6. 2017: Kräuterwanderung Lötschentaler Höhenweg (Wallis).

16. 7. 2017: Kräuterwanderung im Hoch-Ybrig bei Einsiedeln (Kanton Schwyz).

23. 7. 2017: Kräuterwanderung in die Alpenflora auf Melchsee-Frutt (Obwalden).

Wochenendkurs:

  1. – 11. Juni 2017: Kräuterwanderungen in Trin / Flims (Graubünden).

Wochenkurse im Berner Oberland:

  1. – 7. Juli 2017: Kräuterwanderungen an der Lenk im Simmental.
  2. – 14. Juli 2017: Kräuterwanderungen in Mürren im Lauterbrunnental.

Die Detailprogramm finden Sie im Kurskalender auf Phytotherapie-Seminare.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Diesen Artikel teilen:

Internationale Fledermausnacht (Batnight 2016)

Diesen Artikel teilen:

Am 27. / 28. August 2016 findet zum 20. Mal die Internationale Fledermausnacht statt.

Als nachtaktive Tiere lassen sich Fledermäuse nicht so einfach beobachten und darum ist das Wissen über diese faszinierenden Lebewesen in der Bevölkerung gering.

Die Internationale Fledermausnacht will die Tiere bekannter machen und für ihren Schutz werben.

Fledermäuse sind vor allem bedroht durch Pestizide, Windräder und Lichtverschmutzung.

Hier gibt’s einen Artikel zur Internationalen Fledermausnacht auf n-tv.de.

Weitere Infos:

Eurobats – Übereinkommen zum Schutz der Europäischen Fledermäuse (englisch)

NABU Deutschland zur Batnight 2016

Stiftung Fledermausschutz Schweiz zur Batnight 2016

Kommentar & Ergänzung:

Den Fledermäusen als Nachttieren wurde oft etwas Unheimliches, Teuflisches. Dämonisches zugeschrieben. Sie wurden früher aber auch in der Heilkunde verwendet. Beispiel:

„Hildegard von Bingen (1098 – 1179) behandelt in ihrem Naturkundebuch (Physica) auch Tiere (De animalibus), wobei ihr Interesse v. a. ihrer medizinischen Brauchbarkeit gilt. So verschreibt sie z. B. bei Gelbsucht eine lebende Fledermaus, die auf den Leib gebunden werden muss, bis sie tot ist….“

(Quelle: Peter Dinzelbacher, Mensch und Tier in der Geschichte Europas, Kröner 2000, S. 259).

Ein gutes Beispiel dafür, dass nicht alles, was traditionell als Heilmittel überliefert wurde, auch heute noch eins zu eins umgesetzt werden sollte…..

Siehe dazu:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Nützlich, aber riskant: Fluorchemikalien in Outdoor-Kleidung

Diesen Artikel teilen:

Fluorchemikalien (PFC) kommen in vielen Industrie- und Alltagsprodukten vor und zeigen dabei zahlreiche nützliche Eigenschaften. Sie sind allerdings in der Umwelt kaum abbaubar. Einige dieser Chemikalien können Krebs auslösen, ungeborenen Kindern schaden oder das Immunsystem beeinträchtigen. Mediziner befürchten daher massive Gesundheitsschäden und verlangen strengere Grenzwerte.

In der „Süddeutschen“ ist zu diesem Thema gerade ein informativer Beitrag publiziert worden.

Diesen Artikel teilen:

Heilpflanze des Jahres 2017: Das Gänseblümchen

Diesen Artikel teilen:

Das Gänseblümchen (Bellis perennis) ist zur Heilpflanze des Jahres 2017 gewählt worden. Fast jeder kenne das Spiel „Liebt mich – liebt mich nicht“ mit dessen Blättern, doch über die Heilwirkungen der heimischen Blume sei wenig bekannt, schreibt der Naturheilverein NHV Theophrastus. Der Verein will aus diesem Grund stärker über die Heilkraft der Gänseblümchen informieren.

Eine Prise Gänseblümchen im Tee habe sich besonders in der Kinderheilkunde bewährt schreibt der NHV Theophrastus. Das helfe bei Schwächezuständen, Erkältung und Durchfall, heisst es in der Pressemitteilung. Zudem werde das Gänseblümchen bei Hautausschlägen, Verletzungen und als Hustenmittel genutzt.

Die Wahl zur „Heilpflanze des Jahres“ wird jeweils vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, durchgeführt.

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/pharmazie/nachricht-detail-pharmazie/gaensebluemchen-ist-heilpflanze-2017-heilwirkung-naturheilverein-erkaeltung-hustenmittel/

 

Kommentar & Ergänzung:

Nichts gegen das Gänseblümchen! Gar nichts!

Aber die Angaben zu den Anwendungsbereichen des Gänseblümchens als Heilpflanze sind in diesem Pressetext schwach.

Über allfällige Wirkungen des Gänseblümchens als Heilpflanze gibt es so gut wie gar keine gesicherten Erkenntnisse. Es fehlen experimentelle Untersuchungen und gut dokumentierte Erfahrungsberichte. Klinische Studien mit Patienten existieren erst recht keine. Einzig Angaben zu den Inhaltsstoffen sind zu finden. Danach enthalten die Blütenköpfchen zirka 2,7 % Saponine und etwas Flavonoide.

Keine gute Ausgangslage, wenn man das Gänseblümchen als Heilpflanze des Jahres 2017 präsentieren will.

Nun – man könnte die schwache Datenlage darlegen und für mehr Aufmerksamkeit für das Gänseblümchen und für mehr Forschung plädieren.

Oder man kann aus irgendwelchen Kräuterbüchern oder aus dem Internet Angaben zu den Anwendungsbereichen des Gänseblümchens zusammentragen und ungeprüft übernehmen. Das sieht dann zwar auf den ersten Blick besser aus, lässt aber eine fundierte Auseinandersetzung vermissen. Die Angaben zu Wirkungen und Anwendungsbereichen des Gänseblümchens im Pressetext des NHV Theophrastus machen den Eindruck, dass sie auf derart willkürliche Weise entstanden sind.

Der Gehalt an Saponinen lässt allenfalls die Anwendung als schleimlösendes Mittel bei produktivem Husten plausibel erscheinen. Eine Empfehlung als „Hustenmittel“ ist aber auf jeden Fall zu ungenau.

Und wenn Gänseblümchen in der Kinderheilkunde bei „Schwächezuständen“ helfen soll, dann stellt sich zuerst die Frage nach den Ursachen der zu behandelnden Schwächezustände. Denn Gänseblümchen – sollte es wirklich helfen – wird das ja wohl nicht in jedem Fall und unabhängig von der jeweiligen Ursache tun.

Und „Erkältungen“ als Indikation, das wirft ebenfalls Fragen auf:

Welche Art von Erkältung? Was genau soll das Gänseblümchen da bewirken?

Eine Wirksamkeit gegen „Durchfall“ ist sehr unwahrscheinlich, dazu müsste das Gänseblümchen Gerbstoffe in relevanten Mengen enthalten, was nicht der Fall ist.

Auch „Hautausschläge“ ist als Anwendungsbereich viel zu verschwommen, weil damit ganz unterschiedlich verursachte Erkrankungen bezeichnet werden können.

Kurz gesagt: Ich vermisse im Text des NHV Theophrastus kritische Auseinandersetzung und sorgfältige Urteilsbildung.

Siehe dazu auch:

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung

P.S.:

Sehr viel fundierter begründet jeweils der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg seine Wahl der „Arzneipflanze des Jahres“.

Siehe dazu: Welterbe Klostermedizin / Arzneipflanze des Jahres

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Diesen Artikel teilen:

Metastudie kommt zum Schluss: Bio-Milch und Bio-Fleisch sind gesünder

Diesen Artikel teilen:

Milch und Fleisch aus ökologischer Tierhaltung enthalten mehr gesunde Inhaltsstoffe als konventionell produzierte Nahrungsmittel. Zu diesem Schluss kommt eine Metastudie britischer Wissenschaftler der Universität Newcastle. Sie verglichen die Resultate von mehr als 190 Milch- und mehr als 60 Fleisch-Studien.

Das Fazit: Bio-Milch und Bio-Fleisch enthalten etwa 50 Prozent mehr gesunde ungesättigte Fettsäuren. Ein halber Liter Bio-Milch liefert rund 39 Milligramm Omega-3-Fettsäuren, konventionell produzierte Milch nur 25 Milligramm. Außerdem enthält Bio-Milch rund 40 Prozent mehr konjugierte Linolsäure. Auch bei Vitaminen und Spurenelementen fanden die Forscher Unterschiede: Bio-Milch hat demnach einen höheren Gehalt an fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin E und Karotinoide sowie an Eisen.

In Bio-Fleisch fanden die Forscher bei Analysen weniger von den gesättigten Fettsäuren Myristinsäure und Palmitinsäure gefunden worden, was sie positiv werten.

Wie erklären sich die Wissenschaftler diese Unterschiede?

Sie führen das hauptsächlich auf die Haltung der Rinder zurück:

Bio-Rinder verbringen mehr Zeit im Freien auf der Weide und fressen daher mehr Gras und Heu als Kraftfutter oder Silage. Das hat wohl Auswirkungen auf ihren Stoffwechsel und damit auch auf die Inhaltsstoffe von Milch und Fleisch. Weniger Kraftfutter hat zur Folge, dass die Rinder langsamer wachsen und weniger Milch produzieren. Das Zusammenspiel aus Grünfutter und Entschleunigung könnte eine gesündere Fettbilanz zur Folge haben.

Quelle:

http://www.dw.com/de/warum-bio-milch-gesünder-ist/a-19152084

http://www.ncl.ac.uk/press/news/2016/02/organicandnon-organicmilkandmeat/

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass Bio-Produkte tendenziell gesünder sind, davon würde ich auch ausgehen, auch wenn es nicht in jedem Fall so ist.

Das entscheidendere Argument für die Bevorzugung von Lebensmitteln aus Bio-Anbau ist für mich aber, dass diese Art der Landwirtschaft weniger Pestizide in die Umwelt freisetzt und sich positiv auf die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere auswirkt.

Bei Weidetieren wirkt sich zudem die Zusammensetzung der Pflanzendecke auf die Qualität der Milchprodukte aus. Alpkäse enthält zum Beispiel gössere Mengen an Alphalinolensäure, die günstige Effekte im Herz-Kreislauf-Bereich zeigt. Das lässt sich unter anderem zurückführen auf den höheren Alphalinolensäure-Gehalt der Alpenflora.

Alphalinolensäure ist im übrigen auch enthalten in Chiaöl (ca. 60 %), Perillaöl (31–42 %), Leinöl (56–71 %), Hanföl (28 %), Walnussöl (ca. 15 %), Rapsöl (5–16 %) und Sojaöl (4–11 %). Direkt aus Leinsamen wird Alphalinolensäure nur aufgenommen, wenn sie geschrotet werden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Palmöl in Lebensmitteln und Kosmetika – nur nachhaltige Produktion schont Regenwälder

Diesen Artikel teilen:

Palmöl ist wegen seiner vorteilhaften Eigenschaften Bestandteil zahlreicher verarbeiteter Lebensmittel und auch in Körperpflegeprodukten und Kosmetika enthalten. Jährlich werden insbesondere in Malaysia und Indonesien Millionen von Tonnen hergestellt. Palmöl ist aus ökologischen Gründen problematisch, weil für den Anbau der Palmen massiv Regenwald zerstört wird. Daher ist nur Palmöl aus nachhaltigem Anbau vertretbar.

 

Raffiniertes Palmöl ist unter anderem in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten, beispielsweise in Margarine (z.B. Becel®), Biscuits (z.B. Prinzenrolle®), Chips (z.B. Pringles®), Brotaufstrichen (z.B. Nutella®), Eiscreme und Süssigkeiten (z.B. KitKat®, Toffifee®).

Gewonnen wird Palmöl aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme Elaeis guineensis (Familie der Palmengewächse) , die ursprünglich aus Westafrika stammt.

 

Palmöl enthält Triglyceride mit je etwa zur Hälfte gesättigten und ungesättigten Fettsäuren, sowie einen hohen Anteil an Palmitinsäure.

Es hat mehrere vorteilhafte Eigenschaften, verleiht den Produkten eine weiche Textur und eine hohe Produktestabilität, ist geruchs- und geschmacksneutral sowie hitze- und oxidationsbeständig. Deshalb kann es zum Kochen, Braten, Frittieren und Backen verwendet werden.

 

Palmöl wird in riesigen Plantagen in Monokulturen angebaut, für die wertvoller Regenwald gerodet wird. Dadurch werden Pflanzen und Tiere bedroht und die Klimaerwärmung gefördert.

 

Um die nachhaltige Palmöl-Produktion zu stärken wurde im Jahr 2004 der Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) gegründet. In der Schweiz setzen inzwischen zahlreiche Hersteller auf zertifiziertes Palmöl – aber leider noch lange nicht alle.

 

Darum ist es wichtig, wenn Konsumentinnen und Konsumenten zertifiziertes Palmöl vorziehen und auch bei Verkäufern und Herstellern danach fragen.

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Palmoel

Weitere Informationen:

Beitrag WWF zum Thema „Nachhaltige Palmöl-Produktion“.

Roundtable on Sustainable Palm Oil

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Kräuterwanderungen in der Schweiz – Programm 2016 online

Diesen Artikel teilen:

Wie jeden Sommer seit 1986 biete ich auch 2016 eine vielfältige Auswahl an Kräuterwanderungen in landschaftlich schönen und botanisch reichhaltigen Gegenden der Schweiz an.

Soeben ist das vollständige Programm dazu online gestellt worden – mit den Daten und Orten.

Im Sommer 2016 erkunden wir die Pflanzenwelt in folgenden Regionen:

1. Mai: Quinten am Walensee (Kanton St. Gallen)

5. Mai: Dättnauertal & Rumstal bei Winterthur

8. Mai: Trin – Versam (Rheinschlucht, Graubünden)

14. Mai: Sihltal / Sihlsprung

16. Mai: Randen im Kanton Schaffhausen

22. Mai: Petite Camargue bei Basel

29. Mai: Jeizinen – Leuk (Wallis)

11. Juni: Wildhaus – Voralpsee (Toggenburg / St. Gallen)

12. Juni: Gasterntal bei Kandersteg (Berner Oberland)

2. Juli: Feldis (Domleschg, Graubünden)

17. Juli: Gumen ob Braunwald (Glarnerland)

23. Juli: Thurauen & Alter Rhein (Grenzgebiet zwischen den Kantonen Zürich & Schaffhausen)

24. Juli: Chäserugg & Schwendiseen (Toggenburg, Kanton St. Gallen)

Dazu kommen noch die Kräuterwanderwochen im Berner Oberland):

3. – 8. Juli 2016: Lenk im Simmental

10. – 15. Juli 2016: Mürren im Lauterbrunnental

Die vollständigen Ausschreibungen finden Sie im Kursprogramm:

Kräuterwanderungen in der Schweiz

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

Diesen Artikel teilen:

Die Eiche ist Baum des Jahres 2016

Diesen Artikel teilen:

Die Eiche gilt seit der Antike als Symbol der Standhaftigkeit – näher an die Härte von Stein und Eisen schien ein Lebewesen nicht heranrücken zu können. Die Eiche ist jedoch zugleich ein durchaus flexibler Organismus. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist die Eiche (Quercus) vom Kuratorium Wald als Nachfolgerin der Weißtanne zum Baum des Jahres 2016 erkoren worden. Wegen ihrer charakteristischen ökologischen und physiologischen Eigenschaften zeige die Eiche „ein besonders hohes Anpassungs- und Regenerationspotenzial“, hieß es in der Erklärung zur Wahl. Im Zuge des Klimawandels komme der Eiche ein hohes Maß an Aufmerksamkeit zu, da sie in der Lage ist, flexibel auf sich verändernde Umweltbedingungen und extreme Trockenperioden zu reagieren und diese gut zu überstehen. Am Internationalen Tag des Waldes am 21. März wird der Baum des Jahres noch einmal ausführlich der Öffentlichkeit vorgestellt.

Quelle:

www.derstandard.at/2000027752095/Keineswegs-unflexibel-Die-Eiche-ist-Baum-des-Jahres

Kommentar & Ergänzung:

In der Phytotherapie wird die Eichenrinde wegen ihres hohen Gehalts an Gerbstoffen eingesetzt.

Charakteristische Anwendungsbereiche sind zum Beispiel nässende Ekzeme, nässende Wunden, entzündete Hämorrhoiden.

Die Eichenrinde wird gewonnen von Quercus robur (Stieleiche) oder Quercus petraea (Traubeneiche).

Eichen sind sehr wertvoll für die Artenvielfalt in der Tierwelt. Sie können sehr viele Insektenarten beherbergen und ernähren (bis zu 1000 verschiedene Arten in einer Baumkrone, wovon über 100 Schmetterlingsraupen-Arten). Nur die Salweide ernährt in Mitteleuropa mehr Raupenarten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

Diesen Artikel teilen: