Archive for the ‘Gesundheitliches’ Category
Mittwoch, Februar 1st, 2012
Maisgriffel werden im Internet für die verschiedensten Anwendungsbereiche propagiert: Nierenbeschwerden, Blasenbeschwerden, Cellulite, Fettleibigkeit, Nierensteine, Ödeme, Bluthochdruck, Rheuma, Gicht, Arthritis, Schmerzen……
Immer wieder taucht auch die Empfehlung von Maisgriffel als Schlankheitsmittel auf.
Die Empfehlungen im Internet überborden und sind zum Teil ziemlich abenteuerlich. Dem entgegen steht eine ausgesprochen magere Datenlage. Als glaubwürdig dokumentiert gilt in der Phytotherapie-Fachliteratur nur gerade eine leichte harntreibende Wirkung, wahrscheinlich aufgrund des hohen Kaliumgehalts. That’s it. Davon wird jedenfalls niemand schlank.
Aber mit grossartigen Versprechungen lassen sich gute Geschäfte machen.
Immer wenn es um Heilungsanpreisungen geht, scheint mir ein Rat von Erich Fromm bedenkenswert:
„Da das meiste, was wir hören oder in den Zeitungen lesen, zu Tatsachen verdrehte Interpretationen sind, ist es weitaus am besten, äusserst skeptisch zu sein und von der Annahme auszugehen, dass der grösste Teil von dem, was wir hören, wahrscheinlich eine Lüge oder Verzerrung ist. Wenn dies zu hart und zynisch klingt, so möchte ich beifügen, dass ich dies nicht ganz wörtlich meine. Dennoch möchte ich betonen, dass diese Einstellung viel gesünder ist, als vom Gegenteil auszugehen, nämlich zu meinen, die Leute sagen die Wahrheit, ausser man kann das Gegenteil beweisen. Vielleicht klingt meine Empfehlung weniger menschenfeindlich, wenn ich betone, dass es um den Wahrheitsgehalt von Aussagen geht und nicht um die Frage, ob jemand lügt oder nicht. Aber erwiesenermassen glauben die meisten Menschen, deren Aussagen unwahr oder halbwahr sind, dass sie wirklich die Wahrheit sagen – oder zumindest überreden sie sich selbst dazu.“
Zitat aus: Erich Fromm, Vom Haben zum Sein, Beltz 1989
Hinweise darauf, dass Maisgriffel schädlich wäre, gibt es allerdings keine.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: 1989, Arthritis, Beltz, Blasenbeschwerden, Bluthochdruck, Cellulite, Erich Fromm, Fettleibigkeit, Gesundheitsberufe, Gicht, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Internet, Interpretationen, Kaliumgehalt, Klinik, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Lüge, Maisbart, Maisbarthaare, Maisgrannen, Maisgriffel, Naturheilkunde, Nierenbeschwerden, Nierensteine, Ödeme, Palliative Care, Pflanzenheilkunde, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Phytotherapie-Fachliteratur, Rheuma, Schlankheitsmittel, Schmerzen, Schweiz, Spitex, Wahrheit, Weiterbildung, Winterthur, Wirkung, Zeitungen, Zitat, Zürich
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Dienstag, Januar 31st, 2012
Bei einer Apfelallergie im Zusammenhang mit einer Birkenpollen-Allergie lässt sich durch allmählich erhöhten Konsum von Äpfeln eine Toleranz erzeugen. Zu diesem Schluss kommt eine Schweizer Studie, die in der Fachzeitschrift Allergy (2012; 67: 280-285) publiziert wurde.
Von 40 Birkenpollen-Allergikern mit Apfelallergie verzehrten 27 täglich 1 bis 128 g Apfel – wobei der Konsum alle zwei bis drei Wochen verdoppelt wurde. Die anderen Probanden blieben unbehandelt.
Nach acht Monaten konnten 17 der 27 Patienten in der Interventionsgruppe eine Apfelmenge von mindestens 128 g vertragen, ohne Symptome zu entwickeln, jedoch keiner der Patienten in der unbehandelten Kontrollgruppe.
Quellen:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/allergien/article/803205/apfel-taeglich-allergie-bessert.html?sh=2&h=-299409981
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1398-9995.2011.02744.x/abstract
Kommentar & Ergänzung:
Das kombinierte Auftreten einer Birkenpollen-Allergie mit einer Apfelallergie ist eine Kreuzallergie, die nicht selten auftritt.
Von einer Kreuzallergie (Kreuzreaktion) ist die Rede, wenn Immunglobulin E-Antikörper, die gegen ein bestimmtes Allergen in einer bestimmten Allergenquelle gerichtet sind, auch andere Allergene in anderen Allergenquellen erkennen und somit auch bei Kontakt mit diesen anderen Allergenquellen eine allergische Reaktion auslösen können.
„Ein Beispiel ist das oral allergy syndrome (OAS) bei Birkenallergikern. Hier können IgE-Antikörper, die gegen das Hauptallergen im Birkenpollen, Bet v 1, gerichtet sind, ein ähnliches Protein im Apfel, Mal d 1, erkennen. Das führt dazu, dass Birkenpollenallergiker beim Verzehr von Äpfeln allergische Symptome, wie Anschwellen, Rötung und Juckreiz der Mundschleimhaut, erfahren können, obwohl sich ihre ursprüngliche überschießende Immunantwort nicht gegen das Apfel-Antigen richtet, sondern gegen das Hauptallergen Bet v 1 in Birkenpollen.“
(Quelle: Wikipedia)
Bei der Birkenpollen-Allergie gibt es bekannte Kreuzreaktionen mit
- Pollen von Hasel, Erle, Eiche, Buche, Esche, Sellerie / Beifuß;
- Nahrungsmittel wie Mandeln, Karotten, Nüsse (v.a. Haselnüsse; Walnüsse; Paranuss);
- Frischobst wie Kernobst und Steinobst: Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Aprikosen, Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Zwetschgen / Pflaume, Kirschen, Mirabelle, Nektarine, Jack Frucht;
- selten ausserdem: Tomaten (roh), Kartoffeln (roh), Kräuter / Gewürze, Kiwi, Litschi und Avocado, Sellerie;
- vielen verschiedenen Gewürzen.
(Quelle: Wikipedia)
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Dienstag, Januar 24th, 2012
Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland leiden an Veränderungen der Venen, erklärt Lutz Schimmelpfennig, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie. Ein Risikofaktor, der Krampfadern fördere, sei mangelnde Bewegung. Er rät deshalb, die Venen durch möglichst wenig Sitzen und viel Bewegung zu unterstützen.
Entlastung für die Venen bringe zudem das Hochlagern der Beine, weil dadurch der Rückfluss des Blutes zum Herzen hin gefördert wird.
Wann immer sich im Laufe des Tages die Möglichkeit biete, sollte man die Füße für ein paar Minuten auf einen Stuhl oder eine Tischkante legen, empfiehlt der Experte. Bewegungsübungen wie Radfahren in der Luft könne man auch gut zwischendurch in den Alltag integrieren
Quelle:
http://de.nachrichten.yahoo.com/das-hochlegen-der-beine-entlastet-die-venen-072428443.html
Kommentar & Ergänzung:
Dass bei Venenbeschwerden das Hochlagern der Beine positiv wirken kann, ist eine ziemlich bekannte Empfehlung.
Entscheidend scheint mir eher, ob man im Alltag genügend oft daran denkt.
Vielleicht wäre es da nützlich, passende Möbelstücke im Umfeld zu platzieren.
Und dass Bewegung wichtig ist für die Vorbeugung und Behandlung von Venenbeschwerden, steht ausser Frage.
In der Phytotherapie werden bei Venenbeschwerden (Krampfadern, venöse Ödeme) zum Beispiel Rosskastanien-Extrake, Buchweizenkrauttee, Mäusedorn und Rotes Weinlaub verwendet.
Siehe auch:
Pharmawiki: Rosskastanien-Extrakt bei Venenleiden
Phytotherapie bei chronisch-venöser Insuffizienz
Heilpflanzen-Präparate lindern Venenbeschwerden
Heilpflanzen bei Venenbeschwerden
Weinlaub-Extrakt gegen schwere Beine
Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Donnerstag, Januar 19th, 2012
Dass man Medikamente nicht mit alkoholischen Getränken wie Bier oder Wein hinunterspülen soll, dürfte ziemlich bekannt sein. Dass Milch oder Fruchtsaft ebenfalls problematisch sein können, ist aber wohl vielen Konsumentinnen und Konsumenten nicht klar Kaum jemand weiß, dass manche Medikamente in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden, wenn man sie zusammen mit bestimmten Nahrungs- und Genussmitteln einnimmt.
Beispielsweise wirken einige Antibiotika überhaupt nicht oder nur eingeschränkt, wenn man sie zusammen mit Milch einnimmt. Wer die Antibabypille schluckt, sollte auf Johanniskraut-Präparate verzichten, da diese ebenfalls die Wirkung aufheben können. Menschen, die Medikamente zur Blutverdünnung anwenden, sollten bei Nahrungsmitteln, die verhältnismäßig viel Vitamin K enthalten, vorsichtig sein. Dazu gehören beispielsweise Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Kopfsalat, Leber, Spargel und Spinat.
Grundsätzlich ist davon abzuraten, Arzneimittel mit Grapefruit oder Grapefruitsaft einzunehmen, da diese auf verschiedene Arten die Wirkungsweise beeinflussen.
Quelle:
Pressemitteilung Hessischer Apothekerverband e. V.
http://gesundheit-adhoc.de/index.php?m=1&showPage=1&id=11686
Kommentar & Ergänzung:
Wechselwirkungen von Grapefruitsaft mit Medikamenten sind gut untersucht. Weniger bekannt ist aber, dass auch andere Fruchtsäfte wie Orangensaft und Apfelsaft diesbezüglich Probleme machen können.
Siehe dazu:
Grapefruitsaft und andere Fruchtsäfte können Medikamenten-Wirkungen beeinflussen
Zu Wechselwirkungen von Johanniskraut:
Wechselwirkungen von Johanniskraut
Johanniskraut: Wechselwirkung mit Kontrazeptiva
Phytotherapie: Wechselwirkungen von Johanniskraut
Phytotherapie: Johanniskraut-Wechselwirkungen
Johanniskraut und Antibaby-Pille – Warnungen gerechtfertigt?
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Montag, Januar 9th, 2012
Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) steigern das Risiko für bestimmte Herz-Rhythmus-Störungen – hauptsächlich zu Behandlungsbeginn. Zu diesem Resultat kommen dänische Wissenschaftler in einer aktuell im «British Medical Journal» veröffentlichten Studie. Die Forscher der Universität Aarhus werteten die Daten von mehr als 32000 Patienten aus, die zwischen 1999 und 2008 zum ersten Mal die Diagnose «Vorhofflimmern» oder «Vorhofflattern» bekommen hatten. Als Vergleichsgruppe dienten rund zehnmal so viele Personen ohne Herz-Rhythmus-Störungen.
Speziell die erstmalige Einnahme von nicht selektiven NSAR oder selektiven Hemmstoffen der Cyclooxygenase 2 (COX-2-Hemmer, Coxibe) steigerte das Risiko für Vorhofflimmern oder Vorhofflattern. Patienten, welche erstmalig ein Rezept über ein anderes NSAR als Acetylsalicylsäure eingelöst hatten, erkrankten um mehr als 40 Prozent häufiger an einer dieser Herz-Rhythmus-Störungen als die Vergleichspersonen. Der Start einer Behandlung mit Coxiben steigerte die Anzahl der Neuerkrankungen (Inzidenz) sogar um etwa 70 Prozent. Das höchste Erkrankungsrisiko zeigten ältere Personen sowie Patienten mit chronischen Nierenleiden oder rheumatoider Arthritis. Patienten mit Vorhofflimmern oder Vorhofflattern sollten Ärzte NSAR oder COX-2-Hemmer deshalb nicht leichtfertig verordnen, folgern die Autoren der Studie.
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=38527&Nachricht_Title=Nachrichten_Schmerzmittel+erh%F6hen+Risiko+f%FCr+Herz-Rhythmus-St%F6rung&type=0
Kommentar & Ergänzung:
Was genau sind Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)?
Im Pharmawiki wird diese Arzneimittelgruppe so beschrieben:
„Nicht-steroidale Entzündungshemmer sind Schmerzmittel mit vielfältigen Wirkungen. Sie wirken schmerzstillend, fiebersenkend, entzündungshemmend und können die Blutgerinnung hemmen. Dementsprechend werden sie bei Schmerzen verschiedener Ursache, bei Fieber, entzündlichen Erkrankungen und zur Blutverdünnung verwendet. Eine längerfristige Einnahme der Medikamente ist problematisch und kann unter anderem zu Kopfschmerzen, Geschwüren im Magen und im Darm und zu Nierenerkrankungen führen. Deshalb sollen sie kurzfristig und wenn möglich in tiefer Dosis angewandt werden.“
Beispiele für NSAR (auch NSAID genannt) in der Schweiz:
Mefenaminsäure (Ponstan®, Mefenacid)
Flufenaminsäure (Assan®)
Etofenamat (Rheumon®, Traumalix®)
Acemetacin (Tilur®)
Bufexamac (Parfenac®)
Diclofenac, Diclofenac-Gel (Voltaren®)
Indometacin (Indocid®)
Nepafenac (Nevanac®)
Phenazon
Aminophenazon
Propyphenazon
Metamizol (Novalgin®)
Phenylbutazon
Ich bin kein fundamentalistischer Gegner „chemischer“ Medikamente. Dieses einseitige Schwarz-Weiss-Denken – hier die böse „Chemie“, dort die sanfte „Naturmedizin“ – in Komplementärmedizin und Alternativmedizin leider verbreitet – halte ich für bescheuert. Es braucht anstelle dieses unseligen „Lagerdenkens“ eine optionale Grundhaltung. Das heisst: Alle Wahlmöglichkeiten (Optionen) sollen dargelegt und geprüft werden, um die jeweils beste zu wählen. So können auch NSAR in manchen Situationen wichtig und richtig sein, beispielsweise im hoch entzündlichen Polyarthritisschub, bei Hexenschuss (Lumbago, Ischias-Syndrom) oder starken Zahnschmerzen.
Aber es braucht auch mildere Mittel für leichtere Entzündungen und leichtere Schmerzen, bei denen der Einsatz von NSAR nicht notwendig ist. Vor allem der langfristige Einsatz von NSAR ist nicht risikolos, wie unter anderem die oben beschriebene Studie gezeigt hat.
In diesem milderen Segment können Naturheilmittel (Wickel, Heilpflanzen-Anwendungen) eine wichtige Rolle spielen.
„Pharmawiki“ erwähnt übrigens unter der Rubrik „Pflanzliche NSAID“ die Weidenrinde (Salix spec.) und die Spierblume (Spierstaude, Mädesüss, Wiesen-Geissbart, Filipendula ulmaria).
Vor allen Weidenrinden-Extrakt ist als leichtes Schmerzmittel gut dokumentiert und wird zum Beispiel bei Arthrose eingesetzt.
Siehe auch:
Heilpflanzen-Präparate bei Rheuma
Heilpflanzen gegen Kopfschmerzen
Phytotherapie bei Arthrose: Weidenrinde, Teufelskralle
Phytotherapie bei Schmerzen
Phytotherapie: Heilpflanzen zur Schmerzbehandlung
Phytotherapie: Weidenrinde gegen Kopfschmerzen, Fieber, Rheumabeschwerden
Weidenrinden-Extrakte lindern Arthritis
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Pflanzenheilkunde
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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: 1999, 2008, Aarhus, Acemetacin, Acetylsalicylsäure, Alternativmedizin, Aminophenazon, Antirheumatika, Arthritis, Arthrose, Assan, Assan®, Blutgerinnung, Blutverdünnung, Bufexamac, COX-2, COX-2-Hemmer, Coxibe, Cyclooxygenase, Cyclooxygenase 2, Darm, Diagnose, Diclofenac, Diclofenac-Gel, Dosis, Entzündungshemmer, Etofenamat, Fieber, Filipendula ulmaria, Flufenaminsäure, Geschwüre, Gesundheitsberufe, Heilpflanzen, Heilpflanzen-Präparate, Heilpflanzen-Seminar, Herz, Herz-Rhythmus-Störung, Hexenschuss, Indocid, Indocid®, Indometacin, Ischias, Ischias-Syndrom, Klinik, Komplementärmedizin, Kopfschmerzen, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Lumbago, Mädesuss, Magen, Mefenacid, Mefenaminsäure, Metamizol, Naturheilmittel, Naturmedizin, Nepafenac, Nevanac®, nicht steroidale Antirheumatika, Nicht-steroideale-Antirheumatika, Nierenerkrankungen, Nierenleiden, Novalgin, Novalgin®, NSAID, NSAR, Palliative Care, Parfenac, Parfenac®, Pflanzenheilkunde, Pflege, Pflegeheim, Pharmawiki, Phenazon, Phenylbutazon, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Polyarthritis, Polyarthritisschub, Ponstan, Ponstan®, Propyphenazon, Rheuma, Rheumabeschwerden, rheumatoide Arthritis, Rheumon, Rheumon®, Risiko, Salix, Schmerzbehandlung, Schmerzen, Schmerzmittel, Schweiz, Spierblume, Spierstaude, Spitex, Studie, Teufelskralle, Tilur, Tilur®, Traumalix, Traumalix®, Universität, Voltaren, Voltaren®, Vorhofflattern, Vorhofflimmern, Weidenrinde, Weidenrinden-Extrakt, Weiterbildung, Wickel, Wiesen-Geissbart, Winterthur, Wirkungen, Zahnschmerzen, Zürich
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Donnerstag, Januar 5th, 2012
Sie suchen eine fundierte Weiterbildung im Bereich „komplementäre Pflege“ für die Palliative Care (bzw. für Spitex, Pflegeheim, Klinik)?
In Winterthur am Seminar für Integrative Phytotherapie gibt es den Speziallehrgang für professionelle Heilpflanzen-Anwendungen in der Pflege. Phytotherapie verbindet die traditionelle Pflanzenheilkunde mit den Erkenntnissen moderner Arzneipflanzenforschung.
Phytotherapie ist kompatibel mit medizinischem Denken und Handeln, was eine Voraussetzung ist für eine Integration in Pflegeheime, Spitex-Dienste oder Kliniken.
Komplementäre Pflege bzw. komplementärmedizinische Pflege ist ein Thema, das zunehmend auf Interesse stösst, doch genau wie beim Begriff „Komplementärmedizin“ ist nirgendwo definiert, was genau damit gemeint ist. Das hat zur Folge, dass in Ausbildungen und Weiterbildungen in „Komplementärer Pflege“ meistens eine ganze Reihe von Methoden vermittelt werden, von denen nicht wenige zu „exotisch“ sind, um in „normalen“ Pflegeinstitutionen umgesetzt zu werden. Sie eignen sich allenfalls für naturheilkundlich orientierte Spezialkliniken (werden dort aber dann hautsächlich von Ärzten angewendet).
Heilpflanzen-Anwendungen sind dagegen so breit in der Bevölkerung verankert, dass sie auch in vielen „normalen“ Pflegeheimen, Palliativ Care Abteilungen, Spitex-Diensten und Kliniken akzeptiert werden, wenn sie in einem professioneller Rahmen zur Anwendung kommen.
Weil „Komplementärmedizinische Pflege“ ein undefinierter Sammelbegriff ist, werden unter dieser Bezeichnung auch Lehrgänge angeboten, in denen verschiedenste (und sehr unterschiedliche) Methoden gemischt sind. Das tönt auf den ersten Blick immer verlockend, weil es den Eindruck macht, umfassend zu sein. Der Haken daran ist aber erfahrungsgemäss, dass man am Schluss von vielem eine Ahnung hat, aber in keinem Bereich ein tragfähiges Fundament bekommt.
Phytotherapie erweitert Handlungsmöglichkeiten in der Palliative Care
Sinnvoller ist es jedenfalls, eine Methode fundiert zu lernen. Und wenn es um die Umsetzung in die Pflege geht, sollte die Methode zudem medizinkompatibel und pflegekompatibel sein. Integrative Phytotherapie bietet dazu optimale Voraussetzungen.
Phytotherapie auf der Grundlage professioneller Krankenpflege ist eine ideale Brücke zwischen Medizin und Naturheilkunde. Pflegende als medizinische Fachpersonen bringen zudem ausgezeichnete Voraussetzungen mit, um im Sinne der Gesundheitsförderung fundiertes Heilpflanzenwissen an die Bevölkerung weiterzugeben.
Heilpflanzen-Anwendungen sind bewährt in der Palliative Care
Heilpflanzen-Anwendungen ermöglichen es zudem den Pflegenden in Situationen, in denen sie bei der Betreuung von schwerkranken Personen wenig zur Linderung des Leidens beitragen können, oft noch positive Veränderungen zu bewirken. Sie können zudem den Angehörigen sinnvolle Instrumente in die Hand geben, womit diese im täglichen Umgang mit ihren Verwandten ebenfalls handlungsfähiger werden. Auch unter diesen Gesichtspunkten haben sich Heilpflanzen-Anwendungen in der Palliativ-Pflege sehr bewährt.
Informationen zum Thema „Phytotherapie in der Pflege“:
Phytotherapie-Ausbildung für Pflegepersonen
(medizinkompatibler, pflegekompatibler Lehrgang)
Argumente für Phytotherapie in der Pflege
(zum Beispiel für Gespräche mit Pflegedienstleitungen)
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege
(Presse-Berichte zu Beispielen erfolgreicher Integration von Heilpflanzen-Anwendungen in Spitex, Pflegeheime und Kliniken, Angebot für Teamweiterbildung)
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care:
Tags: Arzneipflanzenforschung, Gesundheitsförderung, Heilpflanzen, Heilpflanzenwissen, Klinik, Kliniken, komplementäre Pflege, Komplementärmedizinische Pflege, Krankenpflege, Medizin, Naturheilkunde, Palliative Care, Pflanzenheilkunde, Pflege, Pflegeheim, Pflegeheime, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Spitex, Spitex-Dienste, Teamweiterbildung, Weiterbildung, Winterthur
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Montag, Januar 2nd, 2012
Rechtzeitig zur Nach-Feiertagszeit bringt der österreichische „Standard“ ein Interview mit dem Ernährungsmediziner Kurt Moosburger zum Thema Heilfasten und Entschlacken.
Zitat:
„STANDARD: Heilfasten und Entschlackungskuren stehen schon seit Jahren hoch im Kurs. Sie sollen den Körper entgiften. Aber welchen gesundheitlichen Nutzen haben solche Kuren tatsächlich?
Moosburger: Gar keinen. Sie haben sogar eher gesundheitliche Nachteile. Fasten ist Raubbau am eigenen Körper. Sie induzieren damit einen Hungerstoffwechsel, bei dem nicht nur Fett, sondern auch Muskelprotein abgebaut wird. Dieser Muskelmasse-Abbau ist vor allem in der ersten Woche des Fastens enorm. Man frisst sich also quasi selbst auf. Das ist völlig grotesk. Und was die Schlackenstoffe betrifft: Solche gibt es in Hochöfen, aber nicht im menschlichen Körper. Wenn die Nieren des Menschen und seine Leber in Ordnung sind, werden wir täglich von selbst entgiftet. Darüber braucht man sich keine Gedanken zu machen.“
Quelle:
http://derstandard.at/1324501618894/Nahrungsverzicht-Fasten-Raubbau-am-eigenen-Koerper
Kommentar & Ergänzung:
Unumstritten scheint mir, dass Fasten bei manchen Menschen das Wohlbefinden verbessern kann. Dafür verantwortlich ist aber wohl nicht die Ausscheidung ominöser „Schlacken“, sondern die Ausschüttung von „Glückshormonen“:
„Fasten tut wohl, meinen viele, die es praktizieren, und berichten von Entspannung und Euphorie. Physiologisch lässt sich das leicht erklären. Der Körper schaltet beim Hungern auf Notfallprogramm um. Er schüttet verstärkt Endorphine, Glückshormone, aus. Christliche Asketen und andere tiefreligiöse Menschen konnten sich so vermutlich gar in ekstatische Zustände versetzen – Erscheinungen inklusive. Dem modernen Fasten-Fan dagegen geht es meist um “Wellness” irdischer Prägung. Leib und Seele sollen gestärkt und gereinigt werden. Und das lässt man sich mitunter auch gerne etwas kosten.“
Quelle: http://derstandard.at/1324501596187/Fastenkuren-Jetzt-mal-wieder-halblang
Gesunden Menschen, die solche Erfahrungen machen wollen, würde ich nicht davon abraten.
Allerdings sehe ich auch kaum Argumente dafür, dass solche Fastenkuren für die Gesundheit gut oder gar wichtig wären.
Von Heilfasten zu reden, ist jedenfalls sehr gewagt.
Und wer mit Fasten eine nachhaltige Gewichtsabnahme anstrebt, ist sowieso auf dem Holzweg.
Heikel können sich Fastenkuren auswirken bei älteren Personen, die sich auch sonst mangelhaft ernähren, und bei Menschen mit chronischen Krankheiten. In solchen Situationen würde ich empfehlen, eine geplante Fastenkur mit dem Hausarzt oder der Hausärztin vorgängig zu besprechen.
Problematisch an diesem ganzen Entschlackungskult scheint mir, dass uns damit mehr oder weniger subtil vermittelt wird, unser Körper sei „vermüllt“ und dadurch behandlungsbedürftig. Das unterminiert das Vertrauen in die „Entsorgungs-Kompetenz“ unseres Körpers. Ist dieses Vertrauen weg, übernimmt eine ganze Armada von Fastengurus mit einem Arsenal von Entschlackungsmitteln sehr gerne und immer wiederkehrend diese „Müllabfuhr“. Das ist meines Erachtens eine komplementärmedizinische Variante der Medikalisierung. Menschen werden per Theorie für behandlungsbedürftig erklärt und dann mit entsprechenden Therapien versorgt.
Dass der Begriff „Schlacken“ ausgesprochen fragwürdig ist, habe ich an anderer Stelle schon thematisiert:
Darmreinigung: Mehr Schaden als Nutzen durch Entgiftungkur
Darmreinigung ist überflüssig bis gefährlich
Schlechte Schlankheitsmethoden: Heilfasten
Entschlackung – was ist das?
Fasten – Entschlacken
Schlackenstoffe – ein Phantom macht Karriere
Entgiften und Entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen
Ist Heilfasten gesund?
Entschlackung – illusionäre Hoffnung auf Gewichtsabnahme
Wenn Ihnen jemand mit dem Begriff „Schlacken“ daher kommt und eine „Entschlackungskur“ anpreist, dann fragen Sie doch genau nach, um welche Stoffe es sich bei diesen „Schlacken“ handelt, wo sie im Körper abgelagert sind und wie genau sie durch das Entschlackungsmittel ausgeschieden werden sollen.
Aber lassen sie sich bei der Erklärung nicht abspeisen mit Begriffen, die genauso nebulös sind wie die zu erklärenden „Schlacken“. Meistens dreht sich die Erklärung nämlich im Nebel.
Die beiden Artikel im „Standard“ sind übrigens lohnenswert – auch die Diskussion in der Kommentarspalte. Immer wieder erstaunlich ist, welch heftige Reaktionen kritische Fragen zu den Themen Heilfasten und Entschlacken auslösen. Verteidiger dieser Verfahren gehen kaum je auf Argumente ein. Vielmehr werden Kritiker als Knechte der „Schulmedizin“ oder der „Pharmaindustrie“ in die Ecke gestellt. Mit dieser Art der Reaktion macht man es sich aber sehr einfach. Ähnliche Reaktionen sieht man oft bei Leuten, die ihre religiösen Überzeugungen in Frage gestellt sehen. Das ist nicht ganz erstaunlich. Viele Ernährungslehren scheinen zunehmend den Status von Ersatzreligionen zu erlangen.
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Tags: 2012, Ausscheidung, Darmreinigung, Endorphine, Entgiftungskur, Entschlacken, Entschlackung, Entschlackungskur, Entschlackungskuren, Entschlackungsmittel, Entspannung, Ernährungslehren, Ersatzreligion, Erscheinungen, Euphorie, Fasten, Fastenkur, Fastenkuren, Fett, Gesundheit, Gesundheitsberufe, Gewichtsabnahme, Gewichtsreduktion, Glückshormone, Hausarzt, Heilfasten, Heilpflanzen, Hungern, Hungerstoffwechsel, Klinik, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Kurt Moosburger, Leber, Medikalisierung, Müllabfuhr, Muskelmasse, Muskelmasse-Abbau, Muskelprotein, Naturheilkunde, Niere, Nieren, Palliative Care, Pflanzenheilkunde, Pflege, Pflegeheim, Pharmaindustrie, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Raubbau, Schlacken, Schlackenstoffe, Schlankheitsmethoden, Schmerzen, Schulmedizin, Schweiz, Spitex, Vorkenntnisse, Weiterbildung, Wellness, Winterthur, wohbefinden, Zitat, Zürich
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Donnerstag, Dezember 29th, 2011
..verkauft eine Apotheke in St. Gallen.
Angepriesen wird das Wundermittel so:
„Bei übermässigem Hungergefühl. Wirken leicht appetithemmend und hungerstillend. Enthalten Tinkturen von Topinambur, Mate, Petersilienkraut, Faulbaum und in homöopathischer Form Blasentang (Fucus).“
Kommentar:
Topinambur:
Topinambur (Helianthus tuberosus) soll durch seinen Gehalt an Inulin den Appetit hemmen. Inulin als Reservepolysaccharid auf Fructose-Basis wird aus dem Verdauungstrakt kaum aufgenommen und steigert dadurch nach einer Mahlzeit den Blutzucker nicht, soll aber als Ballaststoff einen gewissen Sättigungseffekt haben.
Das könnte bei der Verwendung von Topinambur-Knollen als Nahrungsmittel noch Sinn machen, ist in einer Pflanzentinktur aber höchst fragwürdig, weil Ballaststoffe darin nicht enthalten sind. Inulin ist zudem in einem Alkohol-Wassergemisch (also in einer Pflanzentinktur) sehr schlecht löslich!
Mate:
Im „Lehrbuch der Lebensmittelchemie“ von Belitz, Grosch, Schieberle (2001, S. 946) steht: „Mate regt den Appetit an…..“
Aber lassen wir das mal so stehen: Mate enthält Koffein, ein Wirkstoff der glykogenolytisch und lipogenolytisch wirkt.
Glykogenolytisch heisst, dass aus dem Reservepolysaccharid Glykogen Glukose (Traubenzucker) freigesetzt wird. Das soll ein Absinken des Blutzuckerspiegels verhindern und dadurch vor einem Hungeranfall schützen. Nur: Das müsste mit Kaffee, Grüntee, Schwarztee oder Matetee sehr viel stärker spürbar sein. Die Zufuhr von Wirkstoffen ist via Pflanzentinktur in der Regel sehr viel geringer als via Kräutertee. Jedenfalls bei wasserlöslichen Wirkstoffen.
Das selbe gilt für die lipolytische Wirkung von Koffein. Lipolytisch heisst fettspaltend – das tönt jedenfalls gut für Schlankheitstropfen, ist aber für diese Pflanzentinktur-Mischung mit allergrösster Wahrscheinlichkeit völlig irrelevant.
Petersilienkraut
Petersilie fördert die Wasserausscheidung über die Nieren. Dadurch wird aber niemand schlank und niemand wird Fett abbauen. Die Dosierung dürfte allerdings so tief sein, dass auch eine wassertreibende Wirkung nicht zu erwarten ist.
Faulbaum
Faulbaumrinde wirkt abführend. Dadurch wird aber niemand schlank und niemand wird Fett abbauen.
Blasentang (homöopathisch)
Blasentang ist eine Alge mit hohem Gehalt an Jod, welches den Grundumsatz steigert. Der dadurch vorgenommene Eingriff in die Schilddrüsenfunktion könnte aber unter Umständen auch heikel werden.
Da hier der Blasentang in homöopathischer Verdünnung vorliegt, dürfte Jod allerdings nur (wenn überhaupt) in Spuren vorliegen, so dass Nebenwirkungen nicht zu befürchten sind (Wirkungen allerdings auch nicht).
Fazit: Der Markt und die Nachfrage nach Schlankheitsmitteln ist beinahe unbegrenzt. Offenbar kaufen viele Leute jedes Produkt, das mit schönen Versprechungen angepriesen wird. Solche Hausspezialitäten dürfen von Apotheken und Drogerien verkauft werden, ohne dass ihre Wirksamkeit belegt oder auch nur plausibel gemacht werden muss. Sie können wirksam sein, aber auch total unwirksam.
Bei diesen Schlankheitstropfen weist jedenfalls nichts in der Zusammensetzung auf einen sinnvollen Effekt zur Gewichtsabnahme hin. Konsumentinnen und Konsumenten werden hier ganz einfach abgezockt. Von einer Apotheke würde man ja eigentlich mehr Seriosität erwarten. Das ist aber eine Täuschung. Viele Apotheken und Drogerien verkaufen gerade im Bereich Komplementärmedizin fast jeden „Schrott“. Bös auf’s Korn genommen hat diese Krämerhaltung Jörg Wipplinger auf seinem Blog „Die Wahrheit“.
Quelle für das Rezept:
http://www.hausmann.ch/apotheke/tinkturen.html
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Donnerstag, Dezember 29th, 2011
Der Konsum von Lebensmitteln mit Mohnsamen könne für manche Menschen, zum Beispiel Kinder, aufgrund von Opiumalkaloiden gesundheitlich bedenklich sein. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren eines Gutachtens der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Eindeutige Verzehrempfehlungen gibt die Behörde jedoch nicht. Mohnsamen selbst enthalten gemäss Mitteilung der EFSA keine Opiumalkaloide. Sie können aber durch Schädlinge oder Kontakt mit dem Saft der Pflanze während der Ernte kontaminiert sein. Die Verarbeitung wie Waschen, Einweichen, Mahlen und Kochen reduziert den Alkaloidgehalt um bis zu 90 Prozent.
Nach Einschätzung der Behörde liegt die akute Referenzdosis, ab der gesundheitliche Wirkungen auftreten können, bei 10 Mikrogramm Morphin pro Kilogramm Körpergewicht. Dieser Wert kann beim Konsum von Lebensmitteln mit großen Mengen kontaminierter Mohnsamen erreicht werden. In geringen Mengen, beispielsweise als Verzierung auf Brot und Gebäck, seien Effekte vor allem bei kleinen Kindern möglich, jedoch selten.
Das Gremium für Kontaminanten in der Lebensmittelkette (CONTAM), welches das Gutachten erarbeitet hat, gibt zu bedenken, dass nur begrenzt Daten zum Konsum und zu den in Lebensmitteln enthaltenen Mengen zur Verfügung stehen. Klare Empfehlungen gibt die EFSA deshalb nicht.
doi: 10.2903/j.efsa.2011.2405
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=40359&Nachricht_Title=Nachrichten_Wie+stark+wirken+Lebensmittel+mit+Mohn%3F&type=0
Kommentar & Ergänzung:
Diese Meldung hat mich erstaunt, da ich bisher davon ausging, dass Alkaloide wie Morphin, Codein oder Papaverin in Mohnsamen allenfalls in irrelevanten Spuren vorkommen.
Aber auch bei Wikipedia ist ein möglicher Morphingehalt der Mohnsamen ein Thema:
„ Opiate
Da in Schlafmohnsamen geringe Mengen an Opiaten enthalten sind, wurde der Verzehr von mohnsamenhaltigen Nahrungsmitteln in deutschen Gefängnissen untersagt, da dieser bei Urinproben auf Opiate zu positiven Resultaten führen kann und nicht unterschieden werden kann, ob die Alkaloide durch Rauschgiftkonsum oder den Verzehr der genannten Nahrungsmittel aufgenommen wurden.
In Deutschland sind nur zwei Sorten (‘Zeno morphex’ und ‘Mieszko’) mit einem sehr niedrigen Morphingehalt zum genehmigungspflichtigen Anbau zugelassen. In Österreich ist der Anbau von Schlafmohn völlig legal und blickt auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Bekannt ist der Waldviertler Grau- und Blaumohn der sich in vielen Rezepten der österreichischen Mehlspeisküche, aber auch in unzähligen Regalen von Lebensmittelmärkten wiederfindet. Es wird heute aber auch verstärkt Mohn aus anderen Ländern im Handel angeboten, dessen Morphingehalt aufgrund zum Beispiel unsauberer Erntemethoden stark erhöht sein kann. Aus diesem Grund sollte auf Verwendung von Mohn in Babynahrung verzichtet werden. Bei Mohnkuchen und Mohnbrötchen können die Opiate durch die Erhitzung im Ofen unschädlich gemacht werden.“
(Quelle: Wikipedia)
Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich ausgiebig mit Mohnsamen befasst:
“Bei ‚Mohnsamen’ handelt es sich um die reifen Samen des Schlafmohns (Papaver somnife-
rum L.). Wegen ihres Gehaltes an fettem Öl und Protein werden sie im Lebensmittelbereich
zur Herstellung von Backwaren und Speiseöl verwendet. Aus den gleichen Pflanzen, aus
deren Kapseln die Samen geerntet werden, können Opium und seine Alkaloide gewonnen
werden. Als Opium bezeichnet man den eingetrockneten Milchsaft, der aus den unreifen
Kapseln gewonnen wird. Das bekannteste und bedeutendste Opiumalkaloid ist das Morphin.
Auch die Mohnsamen können Alkaloide enthalten, allerdings nur in Spuren.“
Das BfR beschreibt einen eindrücklichen Fall einer Vergiftung bei einem Säugling:
„Im April 2005 warnte das BfR in einer Pressemitteilung vor gesundheitlichen Schäden durch Backmohn: Eine Mutter hatte ein altes Hausmittel angewandt und ihrem sechs Wochen alten Säugling gegen seine Schlafstörungen die abgeseihte Milch von Backmohn gegeben. Das Kind wurde mit Atem- und Bewusstseinsstörungen in eine Klinik eingeliefert und dort wegen des Verdachts auf eine Opiat-Vergiftung behandelt. Im Urin wurden hohe Mengen der Alkaloide Morphin und Codein nachgewiesen. Das BfR wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass Backmohn aufgrund qualitativer Schwankungen unterschiedliche Mengen an Morphin und Codein enthalten kann. Vor diesem Hintergrund und nach Hinweisen auf die missbräuchliche Anwendung von Speisemohn zur Drogenherstellung hat das BfR zum Vorkommen von Morphin in Speisemohn eine gesundheitliche Bewertung durchgeführt und zu möglichen gesundheitlichen Risiken für den Verbraucher Stellung genommen.“
Alte Hausmittel sind nicht in allen Fällen harmlos…..!
Weitere Informationen des BfR hier.
http://www.bfr.bund.de/cm/343/bfr_empfiehlt_vorlaeufige_maximale_taegliche_aufnahmemenge_und_einen_richtwert_fuer_morphin_in_mohnsamen.pdf
Dramatisieren würde ich die Sache trotzdem nicht. Ich jedenfalls esse weiterhin gerne Mohnbrötchen und Mohnkuchen….
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