Verdacht auf Wucherpreise bei Krebsmedikamenten: EU-Kommission ermittelt

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Wegen des Verdachts überhöhter Preise für fünf lebenswichtige Krebsmedikamente hat die EU-Kommission eine offizielle Untersuchung gegen den südafrikanischen Hersteller Aspen Pharma eröffnet. Man habe Hinweise auf plötzliche Preissteigerungen von zum Teil mehreren 100 Prozent, teilte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager mit. Um die Aufschläge durchzusetzen, soll Aspen in einigen EU-Ländern gedroht haben, die Medikamente vom Markt zu nehmen. In bestimmten Fällen habe die Aspen Pharma dies sogar getan.

Es geht um die Wirkstoffe Chlorambucil, Melphalan, Mercaptopurin, Tioguanin und Busulfan, die zur Therapie bestimmter Krebsarten wie Blutkrebs zur Anwendung kommen.

Verschwänden diese Arzneimittel tatsächlich zeitweise vom Markt, hätten Mediziner weniger Therapieoptionen für die häufig tödlichen Krankheiten.

Die Firma Aspen hat ihren Sitz in Südafrika, verfügt jedoch über Tochterfirmen in mehreren europäischen Ländern, auch in Deutschland. Die EU-Kommission hat den Verdacht, dass eine marktbeherrschende Stellung missbraucht worden sein könnte und prüft den Fall auf der Grundlage des EU-Kartellrechts.

Es handelt sich hier um das erste derartige EU-Verfahren wegen möglicherweise zu hoher Preise in der Pharmaindustrie. Preisvorschriften und Erstattungsvorgaben für die Krankenversicherung unterstehen normalerweise den Regelungen der Mitgliedstaaten. Italien hatte schon im September 2016 kartellrechtliche Sanktionen in dieser Angelegenheit verhängt.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=69335

Kommentar & Ergänzung:

Es gibt Praktiken in der Pharmaindustrie, die ausgesprochen kritikwürdig sind.

Kritik ist wichtig. Sie muss aber konkret sein. Sie benennt Handlungen, Vorgänge, beteiligte Personen und Gründe, weshalb etwas nach Ansicht des Kritikers falsch läuft. Eine Untersuchung, wie sie die EU-Kommission nun aufgleist, kann genau das leisten, wenn sie gut gemacht wird.

Etwas völlig anderes als Kritik sind die Verschwörungstheorien, die zum Thema Pharmaindustrie herumgeistern. Sie sind pauschal, nennen kaum je konkrete Fakten. Die Pharmaindustrie ist in diesen Hirngespinsten einfach das Böse an sich.

Das ist bequem. Es braucht dazu kein Nachdenken, keine Recherche, keine Argumentation, keine Differenzierung. Wie alle Verschwörungstheorien bietet auch die pauschale „Pharma-Mafia-Phantasie“ scheinbare Gewissheit darüber, wo das Böse hockt und damit auch, dass man selber auf der guten Seite steht.

Kritik ist Voraussetzung für die Verbesserung von Zuständen. Verschwörungstheorien dienen dagegen nur der eigenen Stabilisierung und der Lagerbildung.

Ein Anzeichen für Lagerbildung ist zum Beispiel, wenn Kritik nur am Gegenlager geäussert wird, während den eigenen Lager gegenüber völlige Kritiklosigkeit herrscht.

Im „Biotop“ Alternativmedizin ist mehr oder weniger fundierte Kritik an „Pharmaindustrie“ und „Schulmedizin“ beispielsweise fast flächendeckend verbreitet, Kritik an fragwürdigen Praktiken im eigenen Lager aber äusserst selten.

Siehe dazu:

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung

 

Pflanzenheilkunde: Kritische Reflexion statt Missionarismus

Komplementärmedizin: Mehr Argumente – weniger fraglose Gläubigkeit

 

Mehr Kontroverse in Komplementärmedizin, Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde

 

Pflanzenheilkunde / Komplementärmedizin: Vom Wert des Zweifels

Fundierte, differenzierte Kritik formulieren zu können ist eine Fähigkeit, die gelernt und geübt werden muss.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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Medikamentenverkauf: Migros versus Apotheken & Drogerien

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Ab 2019 werden in der Schweiz gewisse Medikamente auch im Detailhandel erhältlich sein. Dabei geht es auch um Heilpflanzen-Präparate.

Gegenwärtig prüft die Heilmittelbehörde Swissmedic, welche Arzneimittel in Zukunft von dieser Liberalisierung betroffen sind. Damit setzt Swissmedic die im revidierten Heilmittelgesetz angestrebte Förderung der Selbstmedikation um.

Grossverteiler wie Migros und COOP begrüssen diese Entwicklung selbstverständlich und möchten möglichst viele Präparate verkaufen dürfen.

Die Branchenvertreter der Apotheken und Drogerien sind ebenso selbstverständlich dagegen und warnen vor Gefahren.

Beide Seiten operieren mit fragwürdigen Argumenten.

Bisher sind in der Schweiz die meisten Medikamente nur in Apotheken und Drogerien erhältlich. Die Migros strebt aber deutsche Verhältnisse an. In Deutschland werden viel mehr Arzneimittel im Detailhandel verkauft.

Martin Bangerter, Zentralpräsident des Schweizerischen Drogistenverbandes, macht auf die Gefahren aufmerksam, wenn man sich unbesehen an den Verkaufsvorschriften anderer Länder orientiere, etwa wenn in Deutschland Johanniskraut-Dragées im Supermarkt verkauft werden. Diese gegen Depressionen und Stimmungsschwankungen eingesetzten pflanzlichen Mittel könnten im Zusammenhang mit anderen Medikamenten unerwünschte Nebenwirkungen haben, sagt Bangeter. Er weist darauf hin, dass Johanniskraut die Wirkung der Pille zur Schwangerschaftsverhütung abschwächen könne und dass dieses Beispiel zeige, weshalb eben auch bei scheinbar unproblematischen Heilmitteln eine Fachberatung nötig sei.

Diese Argumentation ist grundsätzlich nachvollziehbar. Johanniskraut-Extrakte mit ihren möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten taugen nicht für den Verkauf im Supermarkt.

Aber was sagt dazu die Migros?

Jürg Maurer, bei Migros stellvertretender Leiter der Direktion Wirtschaftspolitik, kontert: «Wir fordern keine Höchstdosierungen, sondern moderat dosierte Präparate, die in Deutschland in jedem Supermarkt seit Jahren erhältlich und absolut selbstbedienungstauglich sind.»

Der Migros sei kein einziger Fall bekannt, bei welchem es mit einem frei verkäuflichen Johanniskrautpräparat zu den genannten Interaktionen gekommen sei, betont Maurer.

Damit hat er höchstwahrscheinlich Recht. Mit den niedrig dosierten Johanniskraut-Präparaten, wie sie die Supermärkte in Deutschland verkaufen, sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kaum zu erwarten.

Was Maurer nicht sagt: Von diesen niedrig dosierten Johanniskraut-Präparaten sind auch keine Wirkungen zu erwarten.

Effekte in diesem tiefen Dosisbereich sind weder plausibel noch durch Studien belegt (im Gegensatz zu den hochdosierten Extrakten).

Das scheint für die Migros aber kein Kriterium zu sein. Hauptsache, sie kann mehr Medikamente verkaufen…….

Ins Regal stellen will die Migros künftig auch Schmerzmittel auf pflanzlicher Basis mit Weidenrinde-Pulver. Das Präparat wird sich bestimmt gut verkaufen, aber auch hier fällt ein wesentlicher Punkt unter den Tisch: Studien mit positiven Ergebnissen gibt es nur für Weidenrindenextrakt-Präparate, die wesentlich konzentrierter sind und dadurch einen deutlich höheren Gehalt an schmerzstillendem Salicin haben. Wirksamkeit scheint auch hier für die Migros kein Kriterium.

Die Vertreter der Apotheken und Drogerien argumentieren aber auch nicht überzeugend.

Der Apothekerverband Pharmasuisse weist darauf hin, dass die Kundschaft im Detailhandel vermehrt durch «Pseudomedikamente» getäuscht werden könnte, speziell verpackte Medizinprodukte, Ernährungsergänzungsmittel oder Nahrungsmittel, die eine unrealistische Wirkung versprächen.

Pharmasuisse-Generalsekretär Marcel Mesnil sagt:

«Im Selbstbedienungsladen gibt es an der Kasse niemanden, der die Leute berät.»

Dort müssten sich die Patienten auf ihre eigene Einschätzung verlassen, die auch falsch sein könne. In der Apotheke oder Drogerie dagegen könne eine falsche Selbsteinschätzung im Beratungsgespräch korrigiert werden.

Das ist zumindestens schönfärberisch. Apotheken und Drogerien verkaufen selber aktiv und passiv (auf Verlangen) sehr viele „Pseudomedikamente“, ohne dass ihnen das grossen Kummer bereitet, solange es zum Umsatz beiträgt.

Für Bachblüten, Schüssler-Salze, Homöopathika und Spagyrika gibt es keine überzeugenden Belege. Unrealistische Wirkungsversprechungen dazu präsentieren die Schaufenstern von Apotheken und Drogerien aber noch und noch, ganz abgesehen von den Beratungen in den Geschäften.

Bei den Phytopharmaka ist nur eine Minderheit fundiert durch Studien belegt und viele Heilpflanzen-Präparate fallen durch unsinnige Zusammensetzung oder ungenügende Dosierung auf. Und auch eine ganze Reihe von synthetischen Medikamenten hat ihre Zulassung vor einigen Jahrzehnten bekommen auf der Grundlage von Studien, die heutigen Qualitätskriterien bei weitem nicht genügen.

Dass Mitarbeitende in Apotheken und Drogerien die Kundschaft hier kritisch beraten ist meiner Erfachrung nach eher die Ausnahme als die Regel. Wer mit fundiertem Heilpflanzen-Wissen in Apotheken und Drogerien fachliche Fragen stellt, bekommt oft falsche oder nichtssagende Antworten. Und Testkäufe von Konsumentenorganisationen zeigen immer wieder lückenhafte und falsche Beratungen.

Hier ein Beispiel für skrupellose Kundentäuschung aus der Apotheke:

Entschlackung – illusionäre Hoffnung auf Gewichtsreduktion

Apotheken und Drogerien sollten also den Mund nicht zu voll nehmen, was ihre überragende Beratungskompetenz gegenüber den Grossverteilern angeht.

Die Migros ist jedoch genauso wenig überzeugend. Sie begründet ihren Druck zugunsten einer Liberalisierung des Medikamentenverkaufs natürlich nicht mit dem zusätzlichen Markt und dem Umsatz, den sie damit machen kann. Sie präsentiert sich als Preisbrecherin zugunsten der Konsumenten.

In Drogeriemärkten in Deutschland seien frei verkäufliche Arzneimittel zum Teil erheblich günstiger, sagt Martin Schläpfer, Leiter der Direktion Wirtschaftspolitik bei der Migros. Einen Grund für die hohen Preise in der Schweiz sieht er im fehlenden Preiswettbewerb. Schläpfer ist überzeugt, dass die Konkurrenz durch die Detailhändler die Preise in der Schweiz endlich ins Rutschen bringen werde.

Das kann sein. Die Preise werden sinken, aber die Wirksamkeit der Präparate auch. Wandert ein grosser Teil des Umsatzes mit Heilpflanzen-Präparaten zu den Grossverteilern, werden die Hersteller weniger Geld in die Entwicklung hochwertiger Extrakte und in die klinische Forschung zum Nachweis der Wirksamkeit investieren.

Um beim Beispiel Johanniskraut zu bleiben: Hersteller, die ihr niedrig dosiertes Johanniskraut-Präparat im Supermarkt verkaufen, brauchen keine Forschung, weil kein Wirksamkeitsnachweis gefordert wird. Darum wird es in diesem Bereich auch keine Forschung geben.

Hersteller, die ihr hochkonzentriertes, aber teureres Johanniskraut-Präparat als Arzneimittel in Apotheken und Drogerien verkaufen, werden weniger Umsatz machen und daher weniger in Forschung investieren können. Das schadet der Phytotherapie.

Ich selber bin bereit, einen höheren Preis für ein Heilpflanzen-Präparat zu bezahlen, wenn ich weiss, dass der Hersteller in Forschung und Entwicklung investiert hat. Trittbrettfahrer, die ein billiges, aber wirkungsloses Präparat in den Supermarkt werfen und vom Forschungs-, Entwicklungs- und Marketingaufwand anderer Hersteller profitieren, gehen bei mir leer aus.

Quelle der Zitate und Stellungnahmen:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/streit-um-medikamente-im-supermarkt/story/25388132

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Bern: Cannabis bald legal aus der Apotheke

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Bis zu 500 Kiffer in Bern sollen Cannabis bald ganz legal in der Apotheke erwerben können. Der Start des zunächst auf drei Jahre begrenzten Modellversuchs steht laut einem Bericht der SonntagsZeitung nun kurz bevor. Bewährt sich die kontrollierte Abgabe, könnte der Weg für eine Legalisierung von Verkauf und Konsum in der Schweiz frei werden.

Die Vorbereitungen für diese Studie laufen schon seit über einem Jahr. Verantwortlich dafür sind Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) und des klinischen Studienzentrums (CTU) der Universität Bern. Im März erteilte die Ethikkommission des Kantons grünes Licht und mit der Zustimmung des Bundesamts für Gesundheit wird bald gerechnet.

An der Studie können nur Kiffer ab 18 Jahren teilnehmen, die keine psychoaktiven Medikamente einnehmen und nicht in psychiatrischer Therapie sind. Sie müssen mit einer Haarprobe belegen, dass sie regelmäßig Cannabis konsumieren, einen Fragebogen ausfüllen und eine Schulung besuchen.

Der Modellversuch wird von Medizinern begleitet, die bei problematischem Konsum die Notbremse ziehen sollen.

Nach der Zulassung sollen die Studienteilnehmer in ausgewählten Berner Apotheken Cannabis mit einem THC-Gehalt von voraussichtlich 12 Prozent beziehen können. Pro Besuch sind 8 Gramm geststtet, maximal darf ein Konsument 24 Gramm im Monat erwerben.

Die Preise sollen laufend angepasst werden, damit der Stoff nicht zu höheren Preisen auf dem Schwarzmarkt landet. Der Konsum des Cannabis ist nur in privaten vier Wänden gestattet.

Die für den Modellversuch benötigten 600 Kilogramm Cannabis sollen in Bauernbetrieben oder Gärtnereien des Kantons Bern produziert werden.

Mit dem Experiment wollen die Forscher herausfinden, ob Konsumenten nach einer möglichen Freigabe mehr oder weniger Cannabis konsumieren, ob sie häufiger straffällig werden, weil sie den Verkehr gefährden oder wie sich ihre Einstellung zu Drogen verändert. Die Wissenschaftler gehen von keinen nennenswerten Folgen für Konsumenten und Gesellschaft aus. Stimmt diese Annahme, lässt sich nach Ansicht der Forscher die Kriminalisierung von Cannabisverkauf, Cannabisbesitz und Cannabiskonsum kaum mehr rechtfertigen.

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/internationales/nachricht-detail-internationales/bern-cannabis-legal-apotheker-schweiz/

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessantes Experiment. Allerdings wäre es stossend, wenn Kiffern der legale Bezug von Cannabis ermöglicht würde, während er Patienten, die Cannabis zu medizinischen Zwecken brauchen, verwehrt bleibt.

Cannabis kann in manchen Situationen die Lebensqualität von Patienten entscheidend verbessern, zum Beispiel bei Spastik und Schmerzen, aber auch bei Übelkeit und Appetitlosigkeit als Begleiterscheinung einer Krebstherapie.

Siehe dazu auch:

Cannabis-Medikamente bereichern Schmerztherapie und Palliativmedizin / Palliative Care

Welche Bedeutung hat Cannabis für die Medizin?

Cannabis-Wirkstoffe: Neben THC zunehmend auch Cannabidiol (CBD) im Fokus

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Was ist Populismus? Und was nicht? – Abendveranstaltung am 19. April 2017 in Winterthur

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Im „Forum Zeitgeschehen“ im „Anhaltspunkt“ am Eulachpark in Winterthur befassen wir uns am Mittwoch 19. April 19.30 Uhr mit dem Thema:

Was ist Populismus?  Und was nicht?

Wo wird Populismus gefährlich für die Demokratie? Was hilft dagegen?

Populismus wird oft oberflächlich als Schlagwort verwendet und als politischer Kampfbegriff eingesetzt. Erfasst man jedoch das dahinter steckende Konzept, werden gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen verständlicher, die demokratiegefährdenden Aspekte des Populismus werden erkennbar und die nötigen Gegenmittel auch. Ich werde das gut nachvollziehbare und erhellende Populismus-Konzept des Politologen Jan-Werner Müller vorstellen und wir können zusammen darüber nachdenken, wie sich dieser Populismuswelle etwas entgegensetzen lässt.

Info: http://phytotherapie-seminare.ch/produkt/forum-zeitgeschehen-populismus/

Das „Forum Zeitgeschehen“ ist eine Reaktion auf die besorgniserregende gesellschaftspolitische Entwicklung und soll Raum bieten für Reflexion und Aktion, die dadurch zunehmend nötig werden.

Vorankündigung:

Montag 8. Mai:

Thema Hasspropaganda

Mittwoch 17. Mai:

Zweiter Termin zum Thema „Trump – was nun?“. Wir stellen die Kampagne vor, die wir inzwischen in Kooperation mit Campax gestartet haben.

 

 

 

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„Trump – und nun? Was über Empörung hinaus möglich ist….“ – Startveranstaltung am 31. März in Winterthur

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Donald Trump als mächtigster Mann der Welt im Weissen Haus – ein Rassist, Sexist, Lügenbold, Egomane, Antidemokrat, Folterfan, Behinderten-Nachäffer, Demagoge und Klimaerwärmung-Leugner. Das löst bei vielen Menschen gesunde Irritation, Abscheu, Wut und Angst aus. Und jetzt? Empörung alleine reicht nicht.

Im Rahmen der Reihe „Forum Zeitgeschehen“ im „Anhaltspunkt“ am Eulachpark in Winterthur führen wir am 31. März 2017 eine Startveranstaltung durch zum Thema

„Trump – und nun? Was über Empörung hinaus möglich ist…“.

Wir wollen dabei Ideen und Strategien entwickeln, um dieser besorgniserregenden Entwicklung online und offline etwas entgegen zu setzen. Weil die gegenwärtige gesellschaftliche Lage uns Weltbürgerinnen und Weltbürger etwas angeht und wachsame Aufmerksamkeit erfordert.

Online denken wir zum Beispiel an Aktionen via Twitter, Facebook, Tumblr. Aber auch die Produktion von YouTube-Videos wäre interessant., wenn sich dafür eine Gruppe Interessierter findet.

Die Online-Aktionen sollen so gestaltet werden, dass man sich schon mit sehr rudimentären Englischkenntnissen beteiligen kann, doch ist es natürlich sehr nützlich, wenn auch viele Leute mit guten Englischkenntnissen mitmachen.

Offline denken wir zum Beispiel an Flashmobs oder andere Strassenaktionen, aber auch an Recherchen, Networking und Einflussnahme auf US-Firmen in der Schweiz. Das geht auch ohne Englischkenntnisse.

Unterschiedliche Ressourcen sollen eingebracht werden können und Ideen sind gefragt.

Wir werden unterstützt durch eine Dozentin der Yale-Universität, die zurzeit amerikanische Politik an der Uni Zürich unterrichtet, und durch die Kampagnen-Organisation Campax.

Weitere Infos zur Veranstaltung:

http://anhaltspunkt-neuhegi.ch/neuhegi/forum-zeitgeschehen/556

Martin Koradi

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Ärger über Burka-Plakate an den Bahnhöfen?

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Die Burka-Plakat-Kampagne des Komitees um SVP-Nationalrat Andreas Glarner zur Abstimmung über die erleichterte Einbürgerung von Ausländerinnen und Ausländern der 3. Generation erreicht punkto Faktenverdreherei Trump’sche Ausmasse. Auf diese voll unschweizerische Demagogie braucht es eine kräftige Gegenreaktion.
Die Operation Libero hat innert weniger Tage 117 000 Franken gesammelt und wird ab Montag in den grösseren Bahnhöfen mit einer Gegenkampagne präsent sein. Das neue Ziel sind 200 000 Franken. Damit könnte die Kampagne bis zum Abstimmungstag präsent sein.
Falls Sie sich also auch über die unsäglich dummen und irreführenden Burka-Plakate aufgeregt haben:
Hier gibts dazu Infos und die Möglichkeit, die Sammlung zu unterstützen…

https://www.operation-libero.ch/de/schweizer/plakat-spende

…..und nicht vergessen: Am 12. Februar ist Abstimmungssonntag. Ja zur erleichterten Einbürgerung der dritten Generation.

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Social Media: Alle sind sich fremd

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Die Fremdheit zwischen Menschen trotz intensiver Vernetzung übers Internet ist Thema einer Videoarbeit der drei Pädagogikstudentinnen Sabine Bauer, Ronja Klein und Larissa Wenderlein von der Universität Würzburg.

Wir sollten meines Erachtens als Gesellschaft mehr darüber nachdenken, was sogenannt soziale Medien wie Facebook und Twitter mit uns machen. Dafür ist der Videoclip eine gute Anregung.

Hier gibt es mehr Informationen zu diesem Projekt:

https://www.journalmed.de/news/anzeigen/Social_Media_Alle_fremd

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Hörenswerter Radiobeitrag: Gesellschaft von Kranken? Umstrittene Grenzwerte in der Medizin

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Radio Bayern 2 hat einen sehr interessanten Beitrag von Daniela Remus ausgestrahlt zum Thema „Grenzwerte in der Medizin“, der 2015 nach der Erstausstrahlung mit dem Journalistenpreis EbM ausgezeichnet wurde.

Es gibt in der Medizin unverkennbar einen Trend zur Pathologisierung und Medikalisierung aller Lebenslagen.

Ob Cholesterinspiegel, Blutdruck, Gewicht oder Diabetes, in der Medizin haben sich in den letzten Jahrzehnten die Grenzwerte dafür, was als gesund gilt, laufend verschoben. Tiefere Grenzwerte führen dazu, dass sehr viele Menschen, die sich bis anhin als gesund betrachtet haben, nun als krank und behandlungsbedürftig gelten. Auch Vorsorgeuntersuchungen – so nützlich sie in manchen Fällen auch sein mögen – können manchmal zu unnötigen und riskanten Überbehandlungen führen.

Je mehr Menschen man untersucht und je intensiver man sie untersucht, desto mehr findet man. Alle Menschen haben an irgendeinem Punkt eine Abweichung von der Norm und gelten dann als krank. Wer noch keine Diagnose hat, wurde noch nicht gründlich genug untersucht.

Auch Lebensphänomene wie Trauer oder Schüchternheit werden zunehmend durch entsprechend zu recht geschusterte Krankheitsdefinitionen pathologisiert. Nicht jeder ungewöhnliche Seelenzustand ist aber behandlungsbedürftig.

Hier können Sie den spannenden und informativen Beitrag hören:

 

 

Den Trend zur Pathologisierung und Medikalisierung aller Lebenslagen kann man im übrigen auch in Alternativmedizin, Komplementärmedizin und Naturheilkunde häufig beobachten. In diesen Bereichen läuft das aber nicht über veränderte Grenzwerte und Normen, sondern eher über vage, ausufernde und oft willkürliche Diagnosen wie „Leberschwäche“, „Pilz im Darm“, „Verschlackung“, „Übersäuerung“.

Für jede kleinste Unpässlichkeit auf körperlicher, psychischer und geistiger Ebene wird eine ganze Batterie von Globuli, Pflanzentröpfli oder Schüssler Tabletten angeboten.

Und weil die Mittel ja als unschädlich gelten, kann man sie wild kombinieren und 7mal 24 Stunden in der Woche schlucken.

Manchmal braucht ein kranker Mensch Behandlung. Weniger wäre aber manchmal gesünder – in Medizin und Komplementärmedizin. Denn wir verlieren mit den permanenten Überbehandlungen mit der Zeit das Vertrauen in die Kompetenz des eigenen Organismus, mit einfacheren Störungen selber fertig zu werden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Postkarte senden an Schriftstellerin Asli Erdogan ins Frauengefängnis Istanbul

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Am 16. August 2016 wurde die bekannte türkische Schriftstellerin Asli Erdogan in Istanbul verhaftet. Auf Twitter ruft der Verlag von Asli Erdogan (Unionsverlag Zürich) dazu auf, als Zeichen der Solidarität privat gehaltene Postkarten an die Schriftstellerin im Istanbuler Frauengefängnis Bakirköy zu schicken.
Amnesty International (Schweizer Sektion) unterstützt diesen Aufruf.

Die Verhaftung von Asli Erdogan hängt zusammen mit der Schliessung der kurdischen Zeitung «Özgür Gündem» am 16. August 2016. Dabei verhaftete die Polizei 24 Mitarbeitende der Zeitung auf der Redaktion. Zeitgleich stürmte ein grosses Polizeiaufgebot die Wohnung von Asli Erdogan in Istanbul und nahm auch sie fest. Die Schriftstellerin wirkte für «Özgür Gündem» als Kolumnistin. Asli Erdogan arbeitete 2012/2013 als Gastautorin in Zürich.

Gegen sie ist Anklage wegen Gefährdung der Einheit des türkischen Staates sowie «Verbreitung terroristischer Propaganda» (gemeint ist die PKK) erhoben worden. Das sind Standardvorwürfe, wenn es um die Einschränkung der Meinungsfreiheit kurdischer Medien sowie um Äusserungen zum Konflikt im Südosten der Türkei geht. Inzwischen ist Asli Erdogan im Istanbuler Frauengefängnis Bakirköy inhaftiert. In einem aus der Haftanstalt geschmuggelten und dem Schweizer Fernsehen SRF zugespielten Brief wendet sie sich an die Öffentlichkeit: «Vergesst mich nicht. Und meine Bücher. Es sind meine Kinder».

Quelle:
Amnesty International Schweiz

Postadresse für privat gehaltene Postkarten:

Mrs Asli Erdogan
Bakirköy Kapali Kadin
Cezaevi C 9
TR Bakirköy-Istanbul
TURKEY

Weitere Informationen und ein PDF mit dem englischsprachigen Originalbrief von Asli Erdogan mit deutschsprachiger Übersetzung:
www.srf.ch

Online-Petition für die Freilassung von Asli Erdogan auf change.org.

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Operation Libero fordert Anstand & Argumente statt Hass – auch von SVP-Nationalrat Andreas Glarner

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SVP-Nationalrat Andreas Glarner hat auf seiner Facebook-Seite zwei Frauen öffentlich blossgestellt, sie heruntergemacht und seine Freunde eingeladen, ihre Boshaftigkeit auszuschütten. Die Kommentare dazu sind unter aller Sau und reichen von «Vogelscheuchen» über «Zombies» bis «Hexen». Unterstes Niveau und eines Schweizer Politikers unwürdig, findet Operation Libero:

„Wir fordern ein Mindestmass an Anstand in der Schweizer Politik. Wir wollen keine Hassbeförderer. Und wir wünschen uns, dass sich Politiker ihrer Verantwortung bewusst sind. Man soll sich in der Politik immer streiten dürfen. Aber mittels Argumenten und nicht mit Hass.“

Hier geht’s zur Online-Petition: Online-Pranger und Hetze? Ohne uns.

Jetzt unterzeichnen und weiterverbreiten.

https://www.operation-libero.ch/de/nohatespeech

Hasspropaganda ist Gift für die demokratische Gesellschaft.

Siehe auch: hasspropaganda.tumblr.com

 

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