Ärger über Burka-Plakate an den Bahnhöfen?

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Die Burka-Plakat-Kampagne des Komitees um SVP-Nationalrat Andreas Glarner zur Abstimmung über die erleichterte Einbürgerung von Ausländerinnen und Ausländern der 3. Generation erreicht punkto Faktenverdreherei Trump’sche Ausmasse. Auf diese voll unschweizerische Demagogie braucht es eine kräftige Gegenreaktion.
Die Operation Libero hat innert weniger Tage 117 000 Franken gesammelt und wird ab Montag in den grösseren Bahnhöfen mit einer Gegenkampagne präsent sein. Das neue Ziel sind 200 000 Franken. Damit könnte die Kampagne bis zum Abstimmungstag präsent sein.
Falls Sie sich also auch über die unsäglich dummen und irreführenden Burka-Plakate aufgeregt haben:
Hier gibts dazu Infos und die Möglichkeit, die Sammlung zu unterstützen…

https://www.operation-libero.ch/de/schweizer/plakat-spende

…..und nicht vergessen: Am 12. Februar ist Abstimmungssonntag. Ja zur erleichterten Einbürgerung der dritten Generation.

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Social Media: Alle sind sich fremd

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Die Fremdheit zwischen Menschen trotz intensiver Vernetzung übers Internet ist Thema einer Videoarbeit der drei Pädagogikstudentinnen Sabine Bauer, Ronja Klein und Larissa Wenderlein von der Universität Würzburg.

Wir sollten meines Erachtens als Gesellschaft mehr darüber nachdenken, was sogenannt soziale Medien wie Facebook und Twitter mit uns machen. Dafür ist der Videoclip eine gute Anregung.

Hier gibt es mehr Informationen zu diesem Projekt:

https://www.journalmed.de/news/anzeigen/Social_Media_Alle_fremd

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Hörenswerter Radiobeitrag: Gesellschaft von Kranken? Umstrittene Grenzwerte in der Medizin

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Radio Bayern 2 hat einen sehr interessanten Beitrag von Daniela Remus ausgestrahlt zum Thema „Grenzwerte in der Medizin“, der 2015 nach der Erstausstrahlung mit dem Journalistenpreis EbM ausgezeichnet wurde.

Es gibt in der Medizin unverkennbar einen Trend zur Pathologisierung und Medikalisierung aller Lebenslagen.

Ob Cholesterinspiegel, Blutdruck, Gewicht oder Diabetes, in der Medizin haben sich in den letzten Jahrzehnten die Grenzwerte dafür, was als gesund gilt, laufend verschoben. Tiefere Grenzwerte führen dazu, dass sehr viele Menschen, die sich bis anhin als gesund betrachtet haben, nun als krank und behandlungsbedürftig gelten. Auch Vorsorgeuntersuchungen – so nützlich sie in manchen Fällen auch sein mögen – können manchmal zu unnötigen und riskanten Überbehandlungen führen.

Je mehr Menschen man untersucht und je intensiver man sie untersucht, desto mehr findet man. Alle Menschen haben an irgendeinem Punkt eine Abweichung von der Norm und gelten dann als krank. Wer noch keine Diagnose hat, wurde noch nicht gründlich genug untersucht.

Auch Lebensphänomene wie Trauer oder Schüchternheit werden zunehmend durch entsprechend zu recht geschusterte Krankheitsdefinitionen pathologisiert. Nicht jeder ungewöhnliche Seelenzustand ist aber behandlungsbedürftig.

Hier können Sie den spannenden und informativen Beitrag hören:

 

 

Den Trend zur Pathologisierung und Medikalisierung aller Lebenslagen kann man im übrigen auch in Alternativmedizin, Komplementärmedizin und Naturheilkunde häufig beobachten. In diesen Bereichen läuft das aber nicht über veränderte Grenzwerte und Normen, sondern eher über vage, ausufernde und oft willkürliche Diagnosen wie „Leberschwäche“, „Pilz im Darm“, „Verschlackung“, „Übersäuerung“.

Für jede kleinste Unpässlichkeit auf körperlicher, psychischer und geistiger Ebene wird eine ganze Batterie von Globuli, Pflanzentröpfli oder Schüssler Tabletten angeboten.

Und weil die Mittel ja als unschädlich gelten, kann man sie wild kombinieren und 7mal 24 Stunden in der Woche schlucken.

Manchmal braucht ein kranker Mensch Behandlung. Weniger wäre aber manchmal gesünder – in Medizin und Komplementärmedizin. Denn wir verlieren mit den permanenten Überbehandlungen mit der Zeit das Vertrauen in die Kompetenz des eigenen Organismus, mit einfacheren Störungen selber fertig zu werden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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Postkarte senden an Schriftstellerin Asli Erdogan ins Frauengefängnis Istanbul

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Am 16. August 2016 wurde die bekannte türkische Schriftstellerin Asli Erdogan in Istanbul verhaftet. Auf Twitter ruft der Verlag von Asli Erdogan (Unionsverlag Zürich) dazu auf, als Zeichen der Solidarität privat gehaltene Postkarten an die Schriftstellerin im Istanbuler Frauengefängnis Bakirköy zu schicken.
Amnesty International (Schweizer Sektion) unterstützt diesen Aufruf.

Die Verhaftung von Asli Erdogan hängt zusammen mit der Schliessung der kurdischen Zeitung «Özgür Gündem» am 16. August 2016. Dabei verhaftete die Polizei 24 Mitarbeitende der Zeitung auf der Redaktion. Zeitgleich stürmte ein grosses Polizeiaufgebot die Wohnung von Asli Erdogan in Istanbul und nahm auch sie fest. Die Schriftstellerin wirkte für «Özgür Gündem» als Kolumnistin. Asli Erdogan arbeitete 2012/2013 als Gastautorin in Zürich.

Gegen sie ist Anklage wegen Gefährdung der Einheit des türkischen Staates sowie «Verbreitung terroristischer Propaganda» (gemeint ist die PKK) erhoben worden. Das sind Standardvorwürfe, wenn es um die Einschränkung der Meinungsfreiheit kurdischer Medien sowie um Äusserungen zum Konflikt im Südosten der Türkei geht. Inzwischen ist Asli Erdogan im Istanbuler Frauengefängnis Bakirköy inhaftiert. In einem aus der Haftanstalt geschmuggelten und dem Schweizer Fernsehen SRF zugespielten Brief wendet sie sich an die Öffentlichkeit: «Vergesst mich nicht. Und meine Bücher. Es sind meine Kinder».

Quelle:
Amnesty International Schweiz

Postadresse für privat gehaltene Postkarten:

Mrs Asli Erdogan
Bakirköy Kapali Kadin
Cezaevi C 9
TR Bakirköy-Istanbul
TURKEY

Weitere Informationen und ein PDF mit dem englischsprachigen Originalbrief von Asli Erdogan mit deutschsprachiger Übersetzung:
www.srf.ch

Online-Petition für die Freilassung von Asli Erdogan auf change.org.

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Operation Libero fordert Anstand & Argumente statt Hass – auch von SVP-Nationalrat Andreas Glarner

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SVP-Nationalrat Andreas Glarner hat auf seiner Facebook-Seite zwei Frauen öffentlich blossgestellt, sie heruntergemacht und seine Freunde eingeladen, ihre Boshaftigkeit auszuschütten. Die Kommentare dazu sind unter aller Sau und reichen von «Vogelscheuchen» über «Zombies» bis «Hexen». Unterstes Niveau und eines Schweizer Politikers unwürdig, findet Operation Libero:

„Wir fordern ein Mindestmass an Anstand in der Schweizer Politik. Wir wollen keine Hassbeförderer. Und wir wünschen uns, dass sich Politiker ihrer Verantwortung bewusst sind. Man soll sich in der Politik immer streiten dürfen. Aber mittels Argumenten und nicht mit Hass.“

Hier geht’s zur Online-Petition: Online-Pranger und Hetze? Ohne uns.

Jetzt unterzeichnen und weiterverbreiten.

https://www.operation-libero.ch/de/nohatespeech

Hasspropaganda ist Gift für die demokratische Gesellschaft.

Siehe auch: hasspropaganda.tumblr.com

 

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Tödlicher Hass: Zum Attentat auf die britische Labour-Abgeordnete Jo Cox

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Heute wurde die britische Labour-Abgeordnete Jo Cox durch ein Attentat getötet. Die Politikerin hatte sich für den Verbleib Grossbritanniens in der EU eingesetzt. Sie hinterlässt einen Ehemann und zwei Kinder.

Diesem Hass, der sich vor allem via Internet ausbreitet, und der solchen Attentaten den Boden bereitet, muss entschiedener entgegen getreten werden.

Hier eine erste Stellungnahme von Brendan Cox, dem Ehemann der ermordeten Jo Cox.

 

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Petition: Keine Kleidervorschriften in die Verfassung – NEIN zum Burkaverbot

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Man kann Burkas – so wie ich – grässlich in jeder Hinsicht finden.

Aber wer gegen Burkas ist, muss meines Erachtens konsequenterweise gegen ein Burkaverbot sein.

Denn wer ein Burkaverbot ausspricht, macht eine Kleidervorschrift für Frauen – und agiert damit auf der gleichen Ebene wie die Taliban in Afghanistan – nur spiegelverkehrt.

Es ist die Wahlfreiheit, die die Taliban den Frauen vorenthalten. Wir sollten es diesen finsteren Gestalten nicht gleich tun.

Die überzeugendere Reaktion aus unserer demokratisch-liberalen Gesellschaft wäre:

Bei uns kann man zwar nicht gerade nackt herumlaufen, aber man kann in einem breiten Bereich frei wählen, wie man sich anzieht.

Verhüllen oder nicht verhüllen. Die Freiheit geben. Das könnte Eindruck machen. Vielleicht auch einer Burkaträgerin.

Die Wahlfreiheit ist die stärkste Provokation, die wir den Taliban und anderen Fundamentalisten entgegen setzen können.In der Auseinandersetzung mit Fundamentalisten besteht die grösste Gefahr darin, dass man gleich enggeistig wird wie sie und sich ebenfalls ein Brett vor den Kopf montiert.

Ein Burkaverbot ist genauso entmündigend wie ein Burkazwang.

Und der Zwang zum Tragen einer Burka ist bei uns schon heute verboten. Dazu braucht es kein Burkaverbot.

Der Nationalrat wird in der Sommer- oder Herbstsession über ein Burkaverbot abstimmen. Diese parlamentarische Initiative ist genau wie die lancierte Volksinitiative reine Symbolpolitik, aber deswegen nicht harmlos.

Die Operation Libero (OL) hat eine Petition gestartet gegen diese Kleidervorschrift in der Bundesverfassung.

OL weist zu Recht daraus hin, dass eine Kleiderordnung nicht in die Schweizer Verfassung gehört und diese entwürdigen würde. Dazu kommt noch, dass es in der Schweiz kaum Burka-Trägerinnen gibt.

Ein grosser Teil der Frauen in der Schweiz, die tatsächlich eine Burka tragen, sind reiche Touristinnen aus der Golfregion, die nur kurze Zeit in der Schweiz verbringen und eine lukrative Einnahmequelle für die Tourismusindustrie sind.

Mit diesen Vorstössen für ein Burkaverbot werden Probleme beackert, die nicht existieren. Die Politik soll sich um wichtigere und reale Probleme kümmern, die es zur genüge gibt – und nicht um künstlich hochgeschaukelte Scheinprobleme.

Hier geht’s’ zur Petition der Operation Libero und zu einem ausführlichen, differenzierten Argumentarium:

Petition gegen Burkaverbot

P. S. : Falls Sie sich wundern, einen solchen Artikel in einem Heilpflanzen-Blog zu finden…….

Meiner Ansicht nach ist es an der Zeit, dass wir vermehrt über den eigenen engeren Kreis hinausschauen und diesen offenen, liberalen, demokratischen Gesellschaften in Westeuropa, die uns selbstverständlich geworden sind, aktiv Sorge tragen, da sie von verschiedenen Seiten her gefährdet sind.

Dazu braucht es Aufmerksamkeit und sorgfältige Einflussnahme auch aus der sogenannten Zivilgesellschaft heraus – und das wären dann eben auch Sie und ich, beziehungsweise wir alle.

Mehr ausgewählte Infos & Links von mir dazu hier: Info-Selection

Wer hier nur Beiträge zur „Phytotherapie“ lesen will, kann im übrigen in der rechten Spalte unter „Kategorien“ auf „Phytotherapie“ klicken oder diese Kategorie per RSS abonnieren. Auch auf Info-Phytotherapie werden nur die Heilpflanzen-Beiträge aus diesem Blog veröffentlicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Deutschland: Bundesgericht erlaubt erstmals Cannabis-Anbau für Schmerzpatienten

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Cannabis als Medikament ist umstritten und der Eigenbau war bislang untersagt. Nun erging ein richtungsweisendes Urteil zu diesem Thema:

Ein schwerkranker Patient darf zu Hause Cannabis zu Behandlungszwecken kultivieren.

Diesen Entscheid fällte nun das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (BVerwG 3 C 10.14).

Die Klage eines an Multipler Sklerose (MS) erkrankten Mannes war damit in dritter und letzter Instanz erfolgreich.

Der 52-Jährige Mann aus Mannheim ist seit 1985 an MS erkrankt und reduziert die Symptome seiner Krankheit seit vielen Jahren mit Cannabis. Die Cannabis-Pflanzen baut er selber zu Hause an. Weil das nicht legal ist, kämpfte er auf dem Rechtsweg für eine Ausnahmegenehmigung.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte eine Ausnahmegenehmigung abgelehnt. Zwar leben in Deutschland mehr als 600 Patienten, die Cannabis als Medikament einsetzen dürfen. Sie müssen es jedoch in der Apotheke kaufen und dürfen es nicht selbst kultivieren. Die Kosten für den Medizinalhanf tragen die gesetzlichen Krankenkassen nicht.

Das Bundesverwaltungsgericht verpflichtete mit seinem Urteil nun das BfArM, „dem Kläger zu erlauben, Cannabis anzubauen, zu ernten und zum medizinischen Zweck seiner Behandlung zu verwenden“. Cannabis helfe dem 52-Jährigen, der wegen seiner Krankheit unter anderem an spastischen Lähmungen, Sprachstörungen und depressiven Störungen leidet.

Damit bestätigt das Bundesgericht Feststellungen, die bereits das Oberverwaltungsgericht Münster in der Vorinstanz getroffen hatte. Ein anderes, gleich wirksames Medikament stehe dem Kläger nicht zur Verfügung und Medizinalhanf aus der Apotheke könne er sich aus Kostengründen nicht leisten.

Kläger-Anwalt Oliver Tolmein bezeichnete das Urteil als großen Erfolg.

Diese Einzelfallentscheidung werde sich auf gleichgelagerte Fälle auswirken. Chronisch kranke Patienten, die keine andere Chance als eine Cannabis-Behandlung hätten, würden nun nicht mehr in die Kriminalität abgedrängt. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz liess verlauten, das Urteil könne eine Hilfe für den Einzelfall sein. Grundsätzlich sei die private Hanf-Plantage aber keine Lösung für Schmerzpatienten. Vielmehr müsse endlich eine gesetzliche Regelung kommen.

Das Bundesgesundheitsministerium hat im Januar einen Gesetzentwurf vorgelegt, der bestimmten Patienten den Zugang zu Cannabis erleichtern soll und auch die Kostenübernahme durch die Krankenkassen regelt.

Quelle:

http://www.focus.de/finanzen/recht/bundesgericht-erlaubt-cannabis-anbau-fuer-schmerzpatienten_id_5412801.html

Kommentar & Ergänzung:

Cannabis als Medikament ist nicht ohne Risiko – wie grundsätzlich alle anderen wirksamen Arzneimittel auch. Dass aber schwerkranken MS- oder Krebspatienten, die ihre Beschwerden mit Cannabis markant lindern können, derart Steine in den Weg gelegt werden bis hin zur Kriminalisierung, ist einfach nicht akzeptabel.

Seit Jahren gibt es Bestrebungen, diesen unwürdigen Zustand zu verbessern. Das Bundesgericht hat mit diesem Entscheid einen wichtigen Schritt zur Verbesserung getan.

Es gibt bereits legale Möglichkeiten zur Anwendung von Cannabis-Wirkstoffen als Arzneimittel – zum Beispiel Dronabinol (= isoliertes THC, nicht aus Cannabis). Damit sind allerdings nicht alle Patientinnen und Patienten optimal bedient, weil manchmal die Anwendung von Cannabis-Wirkstoffen „als Team“ wirksamer ist als die Verabreichung von THC isoliert.

Auch braucht es für Dronabinol in der Schweiz immer noch eine Bewilligung des Bundesamts für Gesundheit (BAG), was eine administrative Hürde ist. Und bei Langzeitanwendungen wird Dronabinol für die Kranken teuer, weil das Präparat nicht von der Krankenkasse bezahlt wird.

Legalisierter Eigenanbau wäre daher durchaus eine interessante Option. Mir scheint allerdings, dass dazu auch eine fachlich versierte Beratung angeboten werden sollte (Anbau, Ernte, Zubereitung, Dosierung), damit Wirksamkeit und Sicherheit gewährleistet sind.

Siehe auch:

Neues Cannabis-Medikament in der Schweiz

Cannabis für Patienten in der Schweiz legal erhältlich?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

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Satire-Song über Erdogan – teilen, weiterverbreiten, jetzt erst recht

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Wegen einer NDR-Satieresendung, die den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aufs Korn nimmt, wurde der deutsche Botschafter in der Türkei ins Aussenministerium zitiert. Die türkische Regierung soll verlangt haben, dass das Video gelöscht wird. Darauf gibt es nur eine passende Antwort: teilen, weiterverbreiten…..

Das Video wirft nämlich Kritikpunkte an, die sehr relevant sind – zum Beispiel die Abschaffung der Pressefreiheit durch Erdogan.

In der Türkei würden die Urheber eines solchen Videos mit grosser Wahrscheinlichkeit vom Präsidenten persönlich vor Gericht gezogen und langjährige Gefängnisstrafen riskieren.

Englische und türkische Untertitel lassen sich im YouTube-Video einstellen.

Bitte teilen, damit ein möglichst grosser Streisand-Effekt entsteht (Erklärung dazu auf Wikipedia).

Bericht auf Spiegel online.

 

 

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Studien: Widerlegungen landen oft in der Schublade

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Hypothesen aufstellen, überprüfen und über das Resultat berichten – aus diesen Schritten besteht laut Lehrbuch empirische Sozialforschung. Wie US-Wissenschaftler nun jedoch berichten, wird der letzte Schritt gerne weggelassen, wenn das Resultat negativ ausfällt. Das sei zum Nachteil der Wissenschaft, betonen die Forscher.

Nur ein Fünftel aller nicht bestätigten Hypothesen wird überhaupt publiziert, 65 Prozent der Wissenschaftler schreiben Versuchsverlauf und Resultat in Fällen mit negativem Ergebnis gleich gar nicht adäquat auf, berichten die Politikwissenschaftlerin Annie Franco von der Stanford University und ihre Kollegen. Der Grund: Wissenschaftler rechnen damit, dass zumindestens die wichtigen Journals, in denen sie veröffentlichen möchten, an nicht-bestätigten Zusammenhängen nicht interessiert sind.

Die Studie wurde veröffentlicht im Fachjournal Science (19. September 2014)

Um das graue Feld der in Schubladen verschwundenen Studien erfassen zu können, nutzten die Wissenschaftler die US-amerikanische Plattform „TESS“, auf der Sozialwissenschaftler Untersuchungen mit dem Anspruch einer landesweiten Auswertung anmelden.

Die Gruppe um Annie Franco zog für ihre Auswertung 221 Studien heran, die zwischen 2002 und 2012 von TESS akzeptiert wurden. 41 Prozent der Studien bestätigten die Eingangshypothese, 37 Prozent zeigten gemischte Ergebnisse und in 22 Prozent der Fälle konnte ein vermuteter Zusammenhang nicht belegt werden.

Franco und ihr Team kontaktierten jene Wissenschaftler, zu deren Versuchen sie keinerlei Publikationen finden konnten, und fragten sie, was mit ihren Studien geschehen sei.

Die Auswertung ergab einen starken Zusammenhang zwischen den Resultaten einer Studie und der Wahrscheinlichkeit, dass sie veröffentlicht wird. Während 60 Prozent der bekräftigten Hypothesen und immerhin noch 50 Prozent der Studien mit gemischten Resultaten publiziert werden, dringt von den Untersuchungen mit negativem Zusammenhang nur mehr ein Fünftel an die Öffentlichkeit.

Annie Franco schreibt, sie sei nicht überrascht darüber, dass es diesen Zusammenhang gibt, wohl aber über das Ausmass:

Endet eine Studie ohne Bestätigung der Hypothese, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht publiziert wird, um 40 Prozent. Und immerhin 65 Prozent der Wissenschaftler dokumentieren diese Analysen nicht einmal.

Auf Nachfrage gaben die Forscher als Gründe an, dass ein Nullresultat ihrer Einschätzung nach keine Chance auf Veröffentlichung in einem angesehen Journal hätte oder dass sie das Forschungsprojekt im Gesamten aufgegeben und ihre Zeit anderen Fragen gewidmet hätten.

Auch Falsifikation ist eine wertvolle Information.

Diesen hohen Prozentsatz an verlorenem Wissen halten Franco und ihr Team für besonders problematisch. Denn auch die Falsifikation (Widerlegung) einer These sei eine wichtige Information. Dringt sie nicht an die Öffentlichkeit, werden unnötigerweise immer wieder neue Anläufe zur Überprüfung genommen. Zudem entstehe daraus ein „Publikationsbias“, weil dadurch unberechtigterweise Bestätigungen von Hypothesen in der Öffentlichkeit mehr Bedeutung zukomme als im Forscheralltag.

Annie Franco und ihre Kollegen schlagen zwei Punkte vor, um die Situation zu verbessern:

– Werden Förderungen für eine Studie vergeben, sollten die Unterlagen zur Dokumentation ausdrücklich auch nach nicht bestätigten Thesen fragen.

– Es sollten Fachjournale etabliert werden, die auch von nicht bestätigten Hypothesen berichten.

Quelle:

http://science.orf.at/stories/1745091/

Die Studie:

„Publication bias in the social sciences: Unlocking the file drawer“

http://science.sciencemag.org/content/345/6203/1502

 

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Problem gibt es nicht nur in der Wissenschaft, sondern sehr ähnlich auch in der „normalen“ Öffentlichkeit. Bestätigende Aussagen werden als wertvoller empfunden als widerlegende Aussagen.

Beispiel:

Wenn jemand behauptet:

„Karde heilt Borreliose“, dann fressen ihm viele Leute aus der Hand, weil die Aussage ihre Hoffnungen bedient, auch wenn sie völlig haltlos ist. Mit diesen Hoffnungen lassen sich leicht Säle füllen und Bücher verkaufen. Und man kann sich als grosser Heiler darstellen.

Die Aussage:

„Es gibt keinerlei ernsthafte Hinweise darauf, dass Karde Borreliose heilt“, stösst vergleichsweise auf wenig Interesse, auch wenn sie gut begründet ist.

So funktionieren die meisten Menschen offenbar.

Darum soll wieder einmal festgehalten werden, dass auch Widerlegungen einen Informationswert haben. Ohne Widerlegungen gibt es keine Auseinandersetzung, keine Meinungsbildung und keine Orientierung.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

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