Archive for the ‘Gesellschaftliches’ Category

China: Widerstand gegen Entnahme von Bärengalle steigt

Freitag, April 27th, 2012

In der traditionellen chinesischen Medizin gilt die Galle von Bären als Heilmittel. Um an das “flüssige Gold” zu gelangen, werden die Bären grausam gequält. Jetzt allerdings regt sich laut einer Studie Kritik an der schmerzhafte Prozedur.

In China werden etwa 10.000 Bären für die traditionelle chinesische Medizin gequält. Zahlreiche Menschen halten die flüssige Bärengalle für ein wahres Wundermittel, doch nun rege sich Widerstand gegen die brutalen Praktiken an den Bären. wie ein Forscher-Team um Qiang Weng von der Universität für Forstwirtschaft in Peking im Fachblatt “Nature” schreibt.

Mit einer Nadel ziehen die Mitarbeiter spezieller Bären-Farmen die Gallenflüssigkeit aus der Gallenblase der lebendigen Bären. “Eine schmerzhafte und erschreckende Prozedur”, schreiben die Forscher in dem Artikel. Die begehrte Substanz kann mittlerweile auch künstlich im Labor produziert werden – zahlreiche Reiche wollen dennoch das echte “flüssige Gold”. Für einige Hersteller sei das Motivation genug, die Tierquälerei weiterhin aufrecht zu erhalten.

Die Tierschutzorganisation Animal Asia Foundation kämpft den Wissenschaftlern zufolge seit zehn Jahren gegen das Geschäft mit dem Gallensaft der Bären und bekommt jetzt starke öffentliche Rückendeckung. Das Forscher-Team verlangt in seinem Artikel, China müsse Ersatzprodukte stärker bewerben und die Bevölkerung besser aufklären. Außerdem solle ein Tierschutzgesetz erlassen werden, das eventuell sogar die Bären-Farmen untersage.

Quelle:

http://www.n-tv.de/wissen/Chinas-Baeren-leiden-Hoellenqualen-article6117816.html

Kommentar & Ergänzung:

Bärengalle zählt zur ursprünglichen traditionellen chinesischen Medizin. Man muss sich klarmachen, dass die Traditionelle Chinesische Medizin, wie wir sie im Westen kennen, ein ziemlich junges Exportprodukt ist, das auf westliche Bedürfnisse hin zugeschnitten wurde. Die originale chinesische Medizin  hat zum Beispiel auch über zwei Jahrtausende ein sehr kriegerisches Vokabular verwendet, das im Exportprodukt TCM fehlt, in China jedoch durchaus noch im Gebrauch ist.

Ich bin selber häufig in China unterwegs und immer wieder erstaunt über die sehr unterschiedliche Sichtweise auf die traditionelle chinesische Medizin in China und im Westen.

Dass in China nun der Widerstand gegen diese Tierquälerei mit der Bärengalle zunimmt, ist sehr zu begrüssen.

Auch Tradition muss sich in Frage stellen lassen. Tradition hat nicht fraglos Recht. Das gilt natürlich für alle Arten und Methoden der Heilkunde.

Siehe auch:

China: Kritik an geplantem Börsengang einer Bärengalle-Produktionsfirma

Vietnam gegen Geschäft mit Bärengalle

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Medikalisierung der Trauer

Dienstag, April 17th, 2012

Früher auf dem Dorf wurde von einer Witwe erwartet, dass sie für mindestens ein Jahr schwarze Kleidung trug.

Inzwischen hat sich diese Konvention stark gelockert, doch wie lange dauert eine Trauerzeit jenseits der Konvention?

Wann wird aus einer Trauer, die zum Leben gehört, eine Depression, die ärztlicher Behandlung bedarf?

Um diese Fragen wird in den USA eine heftige Debatte geführt.

Auslöser ist die Neufassung des Krankheitskataloges der American Psychiatric Association, der ab dem nächsten Jahr in Kraft treten soll. Gemäss diesem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, kurz DSM 5, ist bereits nach zwei Trauerwochen eine Grenze erreicht, bei der man an eine Depression denken muss : Wenn Traurigkeit, Apathie, Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit und Appetitmangel dann noch andauern, könnten sie Symptome einer Depression sein. Der Vorläufer, das DSM 4, gab den Trauernden nach dem Tod eines nahen Angehörigen noch mindestens zwei Monate Zeit. In der vorangegangenen Fassung war es sogar ein ganzes Trauerjahr. In der medizinischen Fachzeitchrift „Lancet“ wurden angesichts der nochmals verkürzten Zeitspanne Einwände geäussert: „Trauer ist keine Krankheit; sie sollte als Teil des menschlichen Leben und als normale Antwort auf den Tod eines geliebten Menschen betrachtet werden“. Für diese natürliche Reaktion enge zeitliche Grenzziehungen vorzusehen sei unangemessen, heisst es in „Lancet“: „Die meisten, die einen Menschen verlieren, den sie lieben, brauchen keine Behandlung durch einen Psychiater oder einen anderen Arzt.“ Eine echte Hilfe in solchen Situationen sei mitmenschliche Empathie, nicht Pillen.

Parallel zu der Neufassung des DSM überlegen sich auch Fachleute bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die International Classification of Disorders ICD 11 um eine Störung mit der Bezeichnung „verlängerte Trauer“ zu erweitern.

Der Psychiater Allen Frances von der amerikanischen Duke University warnte auf der Tagung „Graduelle Annäherungen an Gesundheit und Krankheit“ in Berlin vor derart tief angesetzten Krankheitsschwellen: Werde Trauer zu schnell pathologisiert, dann sei das „ein Angriff auf die Würde von etwas, das zur Liebe gehört“. Das gelte auch für andere schwerwiegende Lebensereignisse wie eine Trennung oder den Verlust des langjährigen Arbeitsplatzes, hielt der Psychiater fest und kritisierte die neuen Grenzziehungen in dem Bewusstsein, dass Grenzen zwischen gesund und krank in zahlreichen Fällen schwer zu ziehen sind – nicht nur in der Psychiatrie.

Quelle:

http://www.tagesspiegel.de/wissen/medizin-eine-krankheit-namens-diagnose/6444260.html

Kommentar & Ergänzung:

Die zunehmende Pathologisierung der Trauer ist ausgesprochen fragwürdig und ich teile die Einwände aus „Lancet“ und von dieser Tagung in Berlin voll und ganz. Das heisst nicht, dass es in Trauerphasen nicht auch Situationen geben kann, in denen ärztliche Behandlung und gegebenenfalls medikamentöse Therapie angemessen ist. Das sollte aber nicht zum Standard werden.

Trauer ist in erster Linie eine menschliche Reaktion, die Zeit braucht und mitmenschliche Unterstützung.

Das hat auch Konsequenzen für die Behandlung mit Johanniskraut. Die vorschnelle Empfehlung von Johanniskrautextrakt in Trauerphasen halte ich nicht für angebracht. Auch bei temporären, kürzeren Verstimmungen braucht es wohl in den seltensten Fällen schon ein Johanniskraut-Präparat oder ein synthetisches Antidepressivum.

Die Anwendung von Johanniskraut bei temporären, kürzeren Verstimmungen ist auch deshalb unsinnig, weil es bis zum Wirkungseintritt etwas 14 Tage dauert.

Es gehört auch zum Leben, dass man gelegentlich für ein paar Tage nicht so gut „drauf“ ist. Für solche Situationen ist es sinnvoll, wenn man ein paar passende nichtmedikamentöse Bewältigungsstrategien zur Verfügung hat (Spazierengehen, eine Massage, ein Gespräch…).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Abstrus: Russland will öffentliches Reden über Homosexualität verbieten

Montag, April 9th, 2012

Mit der Begründung des Kinderschutzes und Jugendschutzes stellt Russland in Zukunft das öffentliche Reden über Homosexualität unter Strafe. Auch die Aufklärung über Homosexualität, Bisexualität und Transsexualität soll mit einer hohen Geldstrafe gebüsst werden. International gibt es Proteste gegen Russlands “mittelalterliche” Rechtsauffassung.

Nach umstrittenen Modellversuchen in einigen Großstädten brachten Politiker aus Nowosibirsk im Parlament in Moskau eine entsprechende Gesetzesvorlage ein. Trotz internationaler Proteste war das “Gesetz gegen die Propaganda von Homosexualität” zuvor unter anderem in der Touristenmetropole St. Petersburg erlassen worden.

Putin-Partei begrüßt Gesetzesvorlage

Menschenrechtler kritisieren, dass mit dem Gesetz indirekt auch zur Gewalt gegen Homosexuelle aufgerufen werde. Die Politiker der Regierungspartei Geeintes Russland dagegen begründen die Gesetzesvorlage mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen. Die einflussreiche russisch-orthodoxe Kirche und prominente Vertreter der von Regierungschef Wladimir Putin geführten Partei hatten eine mögliche landesweite Annahme eines solchen Gesetzes begrüßt.

Gesetz verbietet auch Aufklärung

Außenminister Sergej Lawrow sagte, dass Russland unabhängig von europäischen Werten das Recht haben müsse, die Gesellschaft vor Homosexuellen-Propaganda zu schützen. Gemäss dem Gesetz wird auch die Aufklärung über Homosexualität, Bisexualität und Transsexualität mit Geldstrafen bebüsst. Kritiker warnen, dass damit beispielsweise die Aids-Vorsorge erschwert werde.

Wer gegen das Gesetz verstößt, muss bis zu 500.000 Rubel (12.800 Euro) Busse zahlen – mehr als ein durchschnittliches Jahresgehalt. Neben St. Petersburg hatten Städte wie etwa Archangelsk und Rjasan ähnliche Regelungen eingeführt. 1993 hatte Russland das Verbot der Homosexualität aus dem Strafgesetzbuch genommen.

Quelle:

http://www.n-tv.de/politik/Reden-ueber-Schwule-verboten-article5903521.html

Kommentar & Ergänzung:

Wovor haben diese Herren eigentlich Angst??

Glauben die wirklich, man könne durch darüber reden, bzw. durch „Propaganda“ die geschlechtliche Orientierung Richtung Homosexualität umpolen?

Und glauben die wirklich, dass man Kinder durch Nicht-darüber-reden schützen kann??

Das ist vollkommen ignorant.

Es zeigt aber auch, wie fragile grundlegende Menschenrechte und die Werte der Aufklärung auch in Europa dastehen.

Nicht nur im Bereich der sexuellen Orientierung, sondern in verschiedensten Bereichen, zum Beispiel bezüglich Medienfreiheit in Ungarn.

Solche bedenklichen Entwicklungen machen es meiner Ansicht nach nötig,  dass Bürgerinnen und Bürger sich zugunsten dieser Werte äussern sollten, weil wir ihnen viel verdanken. Das scheint vielen Menschen nicht mehr sehr bewusst zu sein, weil es zu selbstverständlich ist.

Die Homophobie der russisch-orthodoxen Kirche ist notorisch, aber dass auch auf den ersten Blick „weltliche“ Organisationen wie die Putin-Partei derart abstruse Vorstellungen toll finden, gibt sehr zu denken.

Homophobie ist in Osteuropa ein virulentes und zunehmend bedrohliches Phänomen.

Siehe auch:

Angriff auf die Pride-Parade in Split (Kroatien)

Amnesty International Schweiz / Sexuelle Orientierung

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Pflegeberufe aufwerten

Montag, April 9th, 2012

Wer den Fachkräftemangel in der Krankenpflege angehen will, muss die Pflegeberufe aufwerten, und zwar auch finanziell, fordert ein Gesundheitsökonom in Deutschland.

Um den drohenden Fachkräftemangel in der Pflege abzufedern, muss das Image der Pflegeberufe aufgewertet werden, fordert der Gesundheitsökonom Professor Peter Oberender aus Bayreuth beim Rhein-Main-Zukunftskongress in Offenbach.

Dazu sei es auch nötig, die Pflegenden besser in die Hierarchie der Ärzte zu integrieren.

“Pflegepersonal ist nicht nur Hilfspersonal”, kritisierte Professor Oberender. Ein gutes Beispiel für eine Erweiterung des Tätigkeitsspektrums sei das Modellprojekt der Schwester Agnes in Mecklenburg-Vorpommern, sagte der Referent.

Um die Pflegeberufe attraktiver zu machen, braucht es auch höhere Gehälter, fordert der Ökonom, denn damit schaffe man Motivationsanreize.

Oberender geht davon aus, dass bis 2020 bundesweit bis zu 140 000 Pflegekräfte fehlen werden. Derzeit werde zwar versucht, Pflegefachkräfte aus Osteuropa zu rekrutieren.

Allerdings sei dies keine dauerhafte Lösung. Im Osten würden die Löhne ebenfalls steigen und die Fachkräfte dann wieder in ihre Heimatländer zurückgehen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/pflege/article/806018/pflege-hilfspersonal.html

Kommentar & Ergänzung:

Eine Aufwertung der Pflegeberufe braucht es auch in der Schweiz. Ich denke da insbesondere an die anspruchsvolle Langzeitpflege, die in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen wird. Es braucht lohnmässige Verbesserungen und erweiterte Kompetenzen (Erweiterung des Tätigkeitsspektrums).

Wenn es um eine sinnvolle Erweiterung von Kompetenzen geht, dann ist die Phytotherapie-Ausbildung speziell für die Bereiche Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klink, Palliative Care eine gute Option.

Siehe dazu:

Dokument Phytotherapie in der Pflege

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Phytotherapie-Ausbildung für Pflegeberufe

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Peter Singer: Dicke sollen für Extrakilos zahlen

Samstag, April 7th, 2012

Im Flugzeug verbrauchen Übergewichtige mehr Platz und Treibstoff als dünne Reisende und es wäre daher nur fair, sie dafür zur Kasse zu bitten. Das schreibt der Bioethiker Peter Singer:

„Ist das Gewicht einer Person deren Privatangelegenheit? Sollten wir einfach toleranter sein in Bezug auf unterschiedliche Körperformen? Meiner Meinung nach nicht. Fettleibigkeit ist ein ethisches Thema, denn die Gewichtszunahme der einen bedeutet höhere Kosten für andere.“

Singer beschreibt dann verschiedene Varianten, wie man Übergewichtigen ihre zusätzlichen Kilos auf Flugreisen verrechnen könnte.

Freunde, mit denen er diesen Vorschlag diskutiere, würden oft sagen, dass viele übergewichtige Menschen keinen Einfluss auf ihr Gewicht hätten – sie hätten einfach einen anderen Stoffwechsel als die anderen, schreibt Singer Aber der Zweck einer Gebühr für Übergewicht sei ja nicht, eine Sünde zu bestrafen, sei es wegen zu viel Gepäck oder zu viel Körpergewicht. Es gehe darum, dass jeder Einzelne das zahle, was es koste, ihn oder sie ans Ziel zu fliegen. Fliegen sei etwas anderes als zum Beispiel das Gesundheitswesen. Fliegen sei kein Menschenrecht.

Das tönt so, als wolle Singer diese „Übergewichts-Kompensationszahlungen“ auf die Flugpreise begrenzen und nicht auf alle Bereiche ausweiten. Doch dann erweitert er die Thematik genau auf heikle Gebiete wie das Gesundheitswesen:

„Wenn die Menschen größer und schwerer werden, passen weniger in einen Bus oder einen Zug, was die Kosten für den öffentlichen Transport in die Höhe treibt. Krankenhäuser müssen jetzt stärkere Betten und OP-Tische bestellen, extra große Toiletten bauen und sogar extra große Kühlfächer in ihren Leichenhallen installieren – all dies sind zusätzliche Kosten für sie. Das bedeutet für Steuerzahler und privat Versicherte zusätzliche Gesundheitsausgaben….“

Diese Tatsachen reichen nach Ansicht von Peter Singer, um eine Politik zu rechtfertigen, die einer Gewichtszunahme entgegenwirkt: „Helfen würde eine Besteuerung von Lebensmitteln, die disproportional für Fettleibigkeit indiziert sind – besonders Lebensmittel ohne Nährwert, wie süße Getränke.

Diese Mittel könnten dann dazu verwendet werden, die zusätzlichen Kosten auszugleichen, die fettleibige Menschen anderen verursachen. Die Verteuerung dieser Lebensmittel würde auch ihren Konsum durch Menschen, die das Risiko der Fettleibigkeit haben, verringern.“

Quelle:

http://www.welt.de/debatte/die-welt-in-worten/article13927646/Die-Dicken-sollten-fuer-ihre-Extrakilos-zahlen.html

Kommentar & Ergänzung:

Das Verursacherprinzip ist mir in manchen Bereichen durchaus sympathisch.

Die Forderungen Peter Singer’s werfen aber einige Fragen auf:

Adipositas ist nicht immer selbstverschuldet.

Es gibt zum Beispiel deutliche Hinweise dafür, dass Adipositas teilweise genetisch bedingt ist:

„ Zwillingsstudien deuten darauf hin, dass Übergewicht auch eine genetische Komponente hat. Sie wird in dieser Betrachtung mit 70 % angegeben. Außerdem fand man bei Adoptivkindern einen starken Zusammenhang zwischen ihrem BMI und dem ihrer leiblichen Eltern, aber keinen Zusammenhang zwischen ihrem Gewicht und dem ihrer Adoptiveltern.“

(Quelle: Wikipedia)

Nicht direkt mit Genetik erklären lässt sich allerdings die Zunahme der Adipositas in den letzen Jahrzehnten. Indirekt besteht möglicherweise aber ein Zusammenhang: Unsere genetische Ausstattung ist wohl nicht eingestellt auf einen solchen Überfluss an Nahrung kombiniert mit so wenig Bewegung. Das gab es im Verlaufe der menschlichen Evolution nur ausnahmsweise.

Es gibt auch Stoffwechselerkrankungen, die Adipositas verursachen können, beispielsweise Schilddrüsenunterfunktion (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis), Störungen des Kortisolhaushaltes (Cushing-Syndrom) oder Glucosestoffwechselstörungen mit Hyperinsulinismus.

Und es gibt sozio-kulturelle Einflüsse:

Je niedriger der soziale Status (bestimmt durch die drei Faktoren Höhe der Ausbildung, Haushaltseinkommen und berufliche Stellung), desto häufiger trifft man auf das Problem Übergewicht: Je höher der Schulabschluss, desto tiefer – und damit günstiger – liegt der Body-Mass-Index.

Ausgehend von diesen verschiedenen Einflüssen dürfte klar werden, dass das Mass an Eigenverantwortung für eine Adipositas von Mensch zu Mensch durchaus unterschiedlich ist. Peter Singer macht aber nicht den Eindruck, dass er bei seinen „Übergewichts-Kompensationszahlungen“ einen Unterschied macht zwischen selbstverschuldeter und unverschuldeter Adipositas (abgesehen davon, dass diese Differenzierung sehr schwierig sein dürfte).

Es würde also auch eine wesentlich genetisch oder durch eine Stoffwechselkrankheit bedingte Adipositas mit einer Strafzahlung belegt.

Dann fragt sich allerdings, weshalb ausgerechnet und nur die Übergewichtigen zur Kasse gebeten werden sollen. Wenn das Verursacherprinzip auf die Genetik ausgeweitet wird – wenn ich also für Kosten, die aus meiner Genetik entstehen, haftbar gemacht werde, dann stehen wir vor einer brisanten Entwicklung.

Wikipedia führt als Krankheiten mit genetisch bedingter Disposition auf:

Adipositas

Allergien, diverse

Alzheimer-Krankheit

Autoimmunerkrankungen

Bluthochdruck

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit

Depression

Diabetes mellitus

Großzehenabweichung (Hallux valgus)

Haarausfall

Herzfehler

Herzinfarkt

Krebserkrankungen diverse

Laktoseintoleranz

maligne Hyperthermie

Migräne

Multiple Sklerose (MS)

Osteoporose

Parkinson-Krankheit

Psoriasis

Rheuma

Schizophrenie

Schlaganfall

Taubheit

Formen der Trisomie

Vitiligo

Machen wir diese Patienten auch verantwortlich für Kosten, die der Allgemeinheit aufgrund ihrer genetischen Disposition entstehen? So wie es Peter Singer für Übergewichtige (auch) mit genetischer Disposition fordert?

Wo hört das auf?

Und auch wenn man kontrafaktisch davon ausgeht, dass Übergewicht in jedem Fall zu 100% selbstverschuldet ist, stellen sich brisante Fragen:

Herz-Kreislauferkrankungen verursachen viele Gesundheitskosten. Wer sich wenig bewegt, leidet eher an Herz-Kreislauferkrankungen. Warum nicht ein Strafzuschlag für Leute, die sich zuwenig bewegen? Das wäre doch motivierend….

Zuviel oder falsche Bewegung ist aber auch nicht optimal. Sportunfälle sind schliesslich oft sehr kostspielig.

Wenn wir also das Verursacherprinzip generell anwenden, und nicht nur bei den Übergewichtigen, dann sehe ich nicht ein, weshalb ich für die tausenden von Beinbrüchen, die jeden Winter beim Skifahren passieren, mit bezahlen soll. Skifahren ist schliesslich genauso wie Fliegen kein Menschenrecht. Entsprechend dem Vorschlag von Peter Singer zur Besteuerung von Adipositas-fördernden Nahrungsmitteln könnte man ja die Kosten der Skiunfälle auf die Tickets der Bergbahnen und Skilifte draufschlagen. Allerdings bestraft man dann auch die sorgfältigen Skifahrer, die keine Unfälle bauen.

Genauso bestraft Peter Singer mit seinem Vorschlag, Adipositas-fördernde Nahrungmittel zu besteuern auch diejenigen, die solche Nahrungsmittel in vernünftigem Mass essen und damit nicht dick werden. Teurer wird dann auch mein Vermicelle (Foto auf Wikipedia), womit ich meines Erachtens unverdienterweise eine „Busse“ bezahlen muss.

Und wenn das Vermicelle einen Franken teurer wird, tut das der Verkäuferin aus dem Supermarkt mehr weh als dem Rechtsanwalt oder dem Banker. Ist das gerecht?

Nicht ganz einfach wäre wohl auch die Entscheidung, welche Nahrungsmittel nun konkret als Dickmacher besteuert werden sollen. Schliesslich kann ich von fast allem dick werden, wenn ich genug davon esse.

Und wenn wir schon vom Verursacherprinzip reden: Gemäss US-Studien verlieren adipöse Personen 6-7 Lebensjahre, extrem Fettleibige (BMI ab 40) sogar 5 bis 20 Jahre. Sollte man also bei adipösen Menschen nicht die Rente erhöhen? Sie beziehen ja weniger lange Geld.

Bei Herz-Kreislauferkrankungen spielt zudem nicht nur das Gewicht, sondern auch die Fettverteilung im Körper eine wichtige Rolle („inneres Bauchfett“). Sollte man – wenn man gen Ansatz von Peter Singer verfolgt, dieses unterschiedliche Risiko nicht berücksichtigen?

Ich halte den Vorschlag von Peter Singer für populistisch. Er nutzt Ressentiments gegen die „Dicken“ aus, bietet einfache Scheinlösungen und unterschlägt die komplexen Fragen, die mit dem Verursacherprinzip im Zusammenhang mit Gesundheit und Krankheit verbunden sind.

Damit will ich keineswegs negieren, dass die Zunahme der Adipositas in unserer Gesellschaft ein Problem darstellt.

Und die Gesundheitsbehörden sollen sich durchaus Gedanken machen, wie man dieser Entwicklung entgegen steuern kann.

Einfache Lösungen wird es für dieses Problem aber nicht geben.

Genauso wenig wie für die Zunahme der Kosten im Gesundheitswesen. Nur gerade auf die „Dicken“ einzuhacken, ist mir etwas zu billig.

Bezüglich Adipositas halte ich nichtdiskriminierendes Vorgehen für adäquater. Ein guter Beitrag zu einer sinnvollen Prävention wäre zum Beispiel fundierte Bildung im Bereich Ernährungslehre / Kochen. Damit läst sich eine allfällige genetische Disposition nicht wegzaubern, aber der Umgang mit ihr kann möglicherweise optimiert werden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Remember Sarajevo – Belagerung 1992 – 1996

Freitag, April 6th, 2012

Am 6. April 2012 jährt sich der Kriegsbeginn in Sarajevo zum 20. Mal. Die ungeheuerliche Belagerung von Sarajevo von 1992 – 1996 droht mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten. In Sarajevo wurden dazu Gedenkveranstaltungen abgehalten.

„Die Belagerung von Sarajevo im Bosnienkrieg begann mit der Einnahme des internationalen Flughafens im Vorort Ilidža durch die Jugoslawische Volksarmee in der Nacht vom 4. auf den 5. April 1992 und endete am 29. Februar 1996. Sie ist mit 1.425 Tagen die längste Belagerung im 20. Jahrhundert. Auch die Luftbrücke zur Versorgung von Hunderttausenden eingeschlossenen Menschen wurde länger aufrechterhalten als die Berliner Luftbrücke. Während der Belagerung wurden insgesamt etwa 11.500 Menschen aller Ethnien (unter ihnen 1600 Kinder) getötet und 50.000 teilweise schwer verletzt.“

Quelle: Wikipedia

Auf Wikipedia gibt es eine eindrückliche Schilderung dieser Belagerungszeit von 1992 – 1996.

Sie zeigt, wie lange und wie oft sich die internationale Gemeinschaft von den serbischen Belagerern an der Nase herumführen liess und wie lange es dauerte, bis schlussendlich eine entschlossenere militärische Intervention der NATO im Auftrag der UNO die Massaker und das Blutvergiessen stoppte (Operation Deliberate Force).

Der Bosnienkrieg zeigt aber auch, wie schwierig und heikel solche Interventionen in multiethnischen Konflikten sind.

Manchmal verschlimmern sie die Situation auch.

Vor diesem Dilemma steht die internationale Gemeinschaft nun in Syrien. Die systematische Beschiessung von Städten wie Duma, Homs, Rastan und Daraa ist fürchterlich und erinnert an Sarajevo, auch wenn es sich in Syrien nicht um eine Belagerung handelt.

Aber auch in diesem Fall wird die internationale Gemeinschaft vom notorischen Lügner und Killer Baschar al-Assad an der Nase herumgeführt.  So kommt verständlicherweise der Ruf nach einer starken Intervention oder nach Bewaffnung der Rebellen, obwohl das Risiko gross ist, dass sich die Lage dadurch nur weiter verschlimmert. Eine ohnmächtige Situation ist das, weil es keine eindeutig „saubere“ Lösung gibt. Vielleicht müsste man 1000 Städtepartnerschaften machen mit den beschossenen syrischen Städten. Und natürlich jeden möglichen diplomatischen und wirtschaftlichen Druck aufbauen, das diese staatlichen Mörderbanden stoppt.

Zu Sarajevo noch eine abschliessende Bemerkung.

Obwohl ich schon seit meiner Jugend das politische Geschehen interessiert mitverfolge, habe ich damals dieses Drama in Sarajevo am Rande Europas zwar verfolgt, aber in seiner Wucht nicht angemessen  wahrgenommen.

Und ich denke, das geht nicht nur mir so.

Ich finde, Europa ist Sarajevo noch etwas schuldig. Zumindestens mehr Aufmerksamkeit. Wir fliegen zwar noch Rom, London, Prag, Berlin, Barcelona für einen Wochenendtrip.

Warum nicht einmal ein Besuch in Sarajevo? Die Stadt ist kulturell sehr interessant.

Und es gibt in der Liste der Städtepartnerschaften mit Sarajevo noch keine Stadt aus der Schweiz. Das wäre noch zu ändern.

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Linktipp: Museum für Verhütung & Schwangerschaftsabbruch

Freitag, März 30th, 2012

Das Museum für Verhütung & Schwangerschaftsabbruch (MUVS) ist weltweit das einzige Museum, das sich ausschließlich den Schwerpunkten Empfängnisverhütung, Schwangerschaftstests und Schwangerschaftsabbruch widmet.

Das Museum befindet sich in Wien, ist aber auch mit einer informativen Website im Internet präsent.

Seine Zielsetzung beschreibt das MUVS so:

„ Aufgabe ist es, jederfrau / jedermann wissenschaftlich korrekte Informationen über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Verhütung, Schwangerschaftstests und Schwangerschaftsabbruch anzubieten. Damit soll die ‚Wucht der Fruchtbarkeit’ greifbar gemacht werden: Durchschnittlich 15 Schwangerschaften pro Frauenleben sind ‚natürlich’, ‚naturgewollt’. Von den etwa 10 Geburten haben früher rund sieben Kinder überlebt. Das ist den meisten Menschen aus wirtschaftlichen, sozialen oder anderen Gründen aber zu viel, früher wie heute. Die Beschränkung der Kinderzahl war und ist daher für alle Generationen und die meisten Kulturen ein wichtiges Thema.“

Im Abschnitt „Kräutergarten der Natur“ werden Pflanzen beschrieben, die als Abtreibungsmittel gebraucht wurden und zum Teil mit grossen Risiken verbunden waren (das sind aber keine Anleitungen für Experimente):

Aloe vera

Alraune

Beifuss

Eibe

Haselwurz

Lorbeer

Mutterkorn

Mutterkraut

Petersilie

Poleiminze

Rainfarn

Römische Kamille

Rosmarin

Safran

Tollkirsche

Sadebaum

Weinraute

Wermut

Die historischen Beschreibungen zu diesen Abtreibungs-Pflanzen sind interessant, wobei ich noch nicht alle im Detail gelesen habe. Ein Irrtum ist mir allerdings aufgefallen: Wacholder und Sadebaum werden quasi gleichgesetzt. Wacholder (Juniperus communis) und Sadebaum (Sefi, Juniperus sabina) gehören zwar der gleichen Gattung Juniperus an, doch unterscheiden sie sich in ihren Inhaltsstoffen sehr deutlich.

Der Sadebaum enthält ein ätherisches Öl mit Sabinen, Sabinylacetat, Thujon und weiteren Monoterpenen, ferner das zytotoxische Podophyllotoxin, ein Lignan, das als Mitosehemmer wirkt.

Wacholder dagegen enthält vor allem Wacholderöl mit alpha-Pinen, beta-Pinen, beta-Myrcen, Sabinen, Limonen, Terpinen-4-ol.

Mit Wacholderöl muss man selbstverständlich auch sorgfältig umgehen. Wacholder hat aber nicht im Ansatz das gleiche Giftpotenzial wie die Inhaltsstoffe des Sadebaums. Mir ist bisher auch kein Hinweis unter die Augen gekommen, dass Wacholder als Abtreibungsmittel Bedeutung gehabt hätte.

Link zum Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch: http://de.muvs.org/

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Fernsehtipp: Kinder des Tsunami

Freitag, März 16th, 2012

Seit dem Erdbeben, dem Tsunami und der Atomkatastrophe vom 11. März 2011 ist in Japan nichts mehr wie vorher – der nächsten Generation steht eine ungewisse Zukunft bevor. In diesem berührenden DOK-Film erzählen Kinder, welche die Katastrophe vom 11. März 2011 überlebt haben, wie sie ihre Zukunft sehen – in einer zerstörten Umgebung und im verstrahlten Gebiet um Fukushima. Vom Kind, das seit der Katastrophe nicht mehr sprechen kann, bis zum achtjährigen Knaben, der Nuklearforscher werden will, um ein solches Szenario in Zukunft zu verhindern. Der Film «Kinder des Tsunami» gibt den jüngsten Betroffenen eine Stimme.

Entstanden ist ein beeindruckender Film über den Alltag und die berechtigten Ängste dieser Generation – mit ergreifenden Aussagen von Mädchen und Buben, die viel zu früh im Leben mit existenziellen Themen konfrontiert worden sind. Und dafür Worte finden, die unter die Haut gehen.

Sehen können Sie den Film im videoportal.sf.tv

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Weltuntergang dreimal verschoben und nun endgültig abgesagt!

Sonntag, März 11th, 2012

Schlimme Nachricht für alle Weltuntergangs-Junkies. Der Weltuntergang am 21. Mai 2011 blieb bekanntlich aus. Das hat nun auch der amerikanische Prediger Harold Camping eingesehen, der die Apokalypse letztes Jahr auf dieses Datum vorausgesagt hatte. In einem Brief an seine Gemeinde auf seiner Website erklärte der 90-jährige nun, es gebe auch keine Hinweise auf ein Ende der Welt in nächster Zeit und er werde keine weiteren Daten prüfen.

Der Mann scheint tatsächlich lernfähig.

Allerdings sollte die Welt laut seiner ursprünglichen Berechnung nach bereits 1988 ihren Betrieb einstellen, schreibt Spiegel online. Und Florian Freistetter erzählt die Geschichte weiter auf scienceblogs.de:

„Harold Camping hat übrigens im Jahr 1992 ein Buch geschrieben. Es trägt den Titel “1994?”. Darin erklärt er, dass im Jahr 1994 die “Entrückung” stattfinden wird und die Gläubigen direkt in den Himmel auffahren während der Rest der Menschheit sterben muss. Klingt bekannt, oder? Camping hat das damals ganz genau “berechnet” (unter anderem aus der Anzahl der Fische die die Jünger am See Genezareth gefangen haben).“

Als dann seine nächste Weltuntergangs-Prophezeihung auf den 21. Mai 2011 auch wieder in die Hosen ging, hatte der Mann eine plausible Erklärung parat:

„Das Ausbleiben der Entrückung zum angekündigten Datum erklärte er mit einer Fehlinterpretation: Am 21. Mai habe nicht die Entrückung stattgefunden, sondern Jesus habe an diesem Tag sein endgültiges Urteil über alle Menschen gefällt. Am zuvor ebenfalls angekündigten Weltuntergang am 21. Oktober 2011 hielt er fest.“ (Quelle: Wikipedia)

Erschreckend an dieser Geschichte ist ja nicht dieser Spinner, der sich in eine Propheten-Position fantasiert, sondern der Umstand, dass er nach all diesen Fehlprognosen immer noch Gläubige findet, die angesichts des Weltuntergangs ihren Job aufgeben und ihr Vermögen dieser Sekte überweisen, damit sie in grossen Plakaten die Welt vor der bevorstehenden Katastrophe warnen kann.

Für diejenigen, die regelmässig einen Weltuntergangskick brauchen und jetzt von Harold Camping schmählich im Stich gelassen wurden, gibt es ja nun inzwischen Gottseidank ein Ersatzprogramm mit dem Weltuntergang nach dem Maya-Kalender auf den 21. Dezember 2012.

Ich sehe hier im Übrigen durchaus ähnliche Phänomene in den Bereichen Komplementärmedizin / Alternativmedizin. Auch hier gibt es eine ganze Reihe von durchgeknallten Heilerinnen und Heiler, die sich in eine egomanische Retterposition fantasieren und überzeugt sind, jede Krankheit heilen zu können. Und es gibt viel zu viel kritiklose Anhängerschaft, die dankbar an solche Rettungsphantasien glaubt.

Ich finde es wirklich erschütternd, dass vor allem in esoterisch eingefärbten Bereichen von Komplementärmedizin und Alternativmedizin eine Theorie umso glaubwürdiger zu sein scheint, je absurder sie ist.

Hier scheint zu gelten: „Credo quia absurdum est!“, zu übersetzen etwa mit: „Ich glaube, gerade weil es widersinnig ist“, ein Satz, der auf den Kirchenvater Tertullian zurück gehen soll, und der später zum Motto von Martin Luther wurde.

P.S. Wer Kritik an solchen Fragwürdigkeiten im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin äussert, wird von sich betroffen fühlenden Kreisen sofort verdächtigt, im Solde der bösen Pharmaindustrie zu stehen. Ich erkläre hiermit feierlich, keinerlei Zahlungen zu erhalten von Novartis, Hoffmann-La Roche, Pfizer, Merck, Bayer, Boehringer, GlaxoSmithKline……

Mir liegt eine engagierte, aber auch kritische Pflanzenheilkunde am Herzen, und nicht blinde Gläubigkeit.

Siehe dazu:

Esoterikfreie Pflanzenheilkunde – warum?

Zum Thema Weltuntergang / Apokalypse gibt es im Übrigen ein sehenswertes Video von Jörg Wipplinger auf diewahrheit.at

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Fernsehtipp: Milliardengeschäfte mit Hokuspokus

Montag, Februar 27th, 2012

Am Dienstag, 28. Februar 2012, 21:45 Uhr in der ARD kommt FAKT mit Jo Hüssner, dem Autor des Buchs “Ein Weg hinters Licht“.

„Produkthaftung und Verbraucherschutz werden in Deutschland eigentlich groß geschrieben – umso erstaunlicher ist es, dass es ausgerechnet für einen Markt, auf dem in Deutschland bis zu 30 Milliarden Euro umgesetzt werden, offensichtlich keinen politischen Willen gibt, irgendwie regulierend einzugreifen.“

Quelle: http://www.mdr.de/fakt/faktvorschau108.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Hokuspokus-Abzockerei ist natürlich auch in der Schweiz ein Ärgernis und mehr Konsumentenschutz wäre sehr zu begrüssen.

Einer, der mit seiner Show verzweifelten Menschen am raffiniertesten das Geld aus der Tasche zieht, ist der „Hellseher“ Mike Shiva:

„Wegen seiner Geschäftspraxis wird Mike Shiva unter anderem von der Stiftung für Konsumentenschutz, dem Konsumentenmagazin K-Tipp und der Fernsehsendung Kassensturz vorgeworfen, Geld mit verzweifelten Personen zu machen. Vom Zürcher Sektenexperten Hugo Stamm wird er der «Abzockerei» bezichtigt, er gebe «Binsenwahrheiten und psychologisches Pseudowissen ab, die auf jeden zutreffen können», es gehe ihm vor allem um Geld und Erfolg.

Bereits 2005 äusserte sich Fernsehmoderator und TV-Satiriker Frank Baumann in einem Artikel in der Zeitschrift Tele satirisch über Mike Shiva und warf ihm «Abzockerei» vor.“

(Quelle: Wikipedia)

Neben Mike Shiva müsste diese Kritik allerdings auch dem Fernsehsender gelten, der solche Eso-Abzocke verbreitet und damit unsaubere Geschäfte macht.

Siehe auch:

Esoterikfreie Pflanzenheilkunde – warum?

Eine ausführliche Diskussion um Konsumentenschutz & Eso-Abzocke sowie zum Buch „Ein Weg hinters Licht“ von Jo Hüssner  findet sich hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch