Archive for the ‘Buchshop’ Category

[Buchtipp] Teedrogen und Phytopharmaka, Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage von Rudolf Bauer, Wolfgang Blaschek, Wolfram Buff, Karl Hiller, Josef Johannes Lichius, Dieter Loew

Freitag, Oktober 1st, 2010

Verlagsbeschreibung

Arzneidrogen bewährt und brandaktuell
Die Erkenntnisse über arzneilich verwendete Pflanzen und Drogen nehmen rasant zu und zwar sowohl hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe als auch ihrer Wirkungen. Herausgeber und Autoren tragen diesem Umstand Rechnung und haben ihr weltweit bekanntes Nachschlagewerk vollständig überarbeitet. 22 der insgesamt 234 Arzneidrogen sind neu hinzu gekommen, darunter Traubensilberkerzen-Wurzelstock, Sägepalmenfrüchte und Pelargoniumwurzel. Die Angaben zu den Indikationen werden nunmehr in Wirkungen, Wirksamkeit, Anwendungsgebiete sowie Neben- und Wechselwirkungen untergliedert. 700 neu ausgewertete Literaturstellen zeugen vom Wissenszuwachs bei den Arzneipflanzen.
Längst ist der Wichtl als Klassiker in Apotheken, Industrie, Behörden und Instituten und nicht zuletzt in Ausbildung und Studium ein unverzichtbarer Begleiter. Der Wichtl ist mehr als ein Standard-Nachschlagewerk, das … für alle, die mit Teedrogen und den daraus hergestellten Phytopharmaka befasst sind, unentbehrlich ist.
Arzneimittelforschung/Drug Research. Zum Shop

Kommentar:

Teedrogen und Phytopharmaka

Der „Wichtl“ ist ein Klassiker unter den Phytotherapie-Fachbüchern, ein umfangreiches und schwergewichtiges Nachschlagewerk auf wissenschaftlicher Grundlage. Es werden 234 Heilpflanzen detailliert und auf dem neusten Stand des Wissens beschrieben.
Weil der Begriff Teedrogen immer wieder zu Missverständnissen führt, sei hier festgehalten, dass damit einfach getrocknete Heilkräuter gemeint sind. Zu Drogen im Sinne von „Betäubungsmitteln“ besteht kein Zusammenhang. Der „Wichtl“ beschreibt Heilpflanzen, die als Kräutertee oder als Bestandteil von Teemischungen verwendet werden, oder als Bestandteil von Heilpflanzen-Präparaten (Phytopharmaka).
Beschrieben werden unter anderem die Inhaltsstoffe der Pflanzen, ihre Wirkungen und ihre Indikationen (Anwendungsbereiche), allfällige unerwünschte Nebenwirkungen, Angaben zur Teezubereitung und zur Aufbewahrung der Heilpflanzen.
Der „Wichtl“ stellt die Heilpflanzen in alphabetischer Reihenfolge als Monografien (Einzelpflanzenbeschreibung) vor. Das Buch enthält keinen Organsystemteil, also keine Kapitel, welche von den Krankheitsbereichen her  zu den einzelnen Pflanzen kommt.
Das Werk enthält zu jeder besprochen Heilpflanze Fotos der lebenden Pflanze in „Natura“, der getrockneten Pflanzenteile sowie oft auch noch mikroskopische Aufnahmen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

[Buchtipp] Phytotherapie in der Kinderheilkunde, Ein Handbuch für Ärzte und Apotheker. 110 Original-Monographien d. Kommission E beim BfAM u. 52 Monographien der European Cooperative on Phytotherapy von Heinz Schilcher,Walter Dorsch,

Donnerstag, September 30th, 2010

Verlagsbeschreibung

Aufgrund des guten Nutzen-Risikoverhältnisses und weiterer guter Argumente eignet sich die Phytotherapie in besonderem Maße zur Anwendung in der Kinderheilkunde. Da nur ein Teil der zahlreichen Säuglings- und Kinderkrankheiten mit Phytopharmaka erfolgreich therapiert werden kann, versteht sich das Buch nicht als eine Alternative, sondern als eine Ergänzung der üblichen chemotherapeutischen Behandlungsmaßnahmen. In sorgfältiger Abwägung der Möglichkeiten und Grenzen und unter Berücksichtigung der Erfahrung einiger Pädiater werden 15 Anwendungsgebiete zur äußeren Applikation und 30 Indikationen zur inneren Anwendung besprochen. Der Arzt findet dabei nicht nur viele kassen- bzw. erstattungsfähige Rezepturvorschläge, sondern am Ende jedes Kapitels eine Auswahl bewährter Fertigarzneimittel. Ein besonderer Wert wird auch auf Hinweise zur pharmazeutischen Qualität der Arzneipflanzenzubereitungen gelegt.
Eine arzneimittelrechtliche und zugleich wissenschaftliche Rückendeckung erhält das Buch durch seine Bezugnahme der Vorschläge auf die Drogenmonographien der Sachverständigen-Kommision E beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Berlin (BfArM). Im Anhang werden 110 Original-Monographien abgedruckt. Diese Monographien liefern nicht nur wertvolle Detailinformationen, sondern sie machen das Buch zu einem über die Kinderheilkunde hinausgehenden Handbuch der Phytotherapie mit der zusätzlichen Besprechung zahlreicher Anwendungsgebiete für Erwachsene. Zum Shop

Kommentar:

Phytotherapie in der Kinderheilkunde

Für ein fundiertes Buch über Phytotherapie in der Kinderheilkunde bietet dieses Autorenteam beste Voraussetzungen: Prof. Heinz Schilcher ist bekannt als langjähriger Fachbuchautor im Bereich Phytotherapie. Prof. Walter Dorsch bringt als Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin die pädiatrische Erfahrung mit. Das Buch beschreibt, welche Phytopharmaka (Heilpflanzen-Präparate) sich für Kinder besonders eignen und welches die jeweils richtige, altersgerechte Dosierung ist.

Bei den äusseren Anwendungen von Heilpflanzen-Präparaten geht es zum Beispiel um Windeldermatitis, Milchschorf, Gneis, Neurodermitis, um Wundbehandlung Verbrennungen, Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen, Herpes-Erkrankungen Augenerkrankungen, Candidose der Mundschleimhaut, Ohrenentzündungen.

Im Bereich der innerlichen Heilpflanzen-Anwendungen werden u. a. beschrieben:

- Erkrankungen der Atemorgane wie Katarrhe der oberen Luftwege, Trockener Husten, Husten mit zähflüssigem Schleim, Keuchhusten Schnupfen, Stirnhöhlenentzündung, Erkältungskrankheiten, Immunstimulation.

- Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie Appetitlosigkeit, Magenbeschwerden, Dyspepsien, Flatulenz, Meteorismus, „Dreimonatskoliken“, Durchfall, Verstopfung, Reiseübelkeit,.

- Erkrankungen von Nieren & Blase wie Harnwegsinfekte Reizblase.

- Psychosomatische Störungen: Nervenberuhigungsmittel bei Unruhe, Angstzuständen, Schlafstörungen).

- Schmerzbekämpfung: Spannungskopfschmerz, Wundschmerz, Zahnschmerzen und Zahnungshilfe, Gliederschmerzen, psychisch bedingte Kopfschmerzen, Migräne-Anfälle.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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[Buchtipp] “Niemand kann seinem Schicksal entgehen..” Kritik an Weltbild und Methode des Bert Hellinger. Hrsg. v. Student. Sprecherrat d. Univ. München

Donnerstag, September 30th, 2010

Verlagsbeschreibung

Bert Hellinger gilt mit seiner besonderen Form der “systemischen Familienaufstellung” als absoluter “Superstar” der Therapieszene – jedenfalls sofern die Anzahl seiner Veröffentlichungen sowie die Zahl der nach seiner Methode arbeitenden “TherapeutInnen” zugrunde gelegt wird. Für die PatientInnen birgt die Behandlung “nach Hellinger” jedoch unwägbare Risiken: der ehemalige Missionar hat (ebenso wie die meisten seiner praktizierenden Anhänger) keine solide therapeutische Ausbildung und verstößt gegen einfachste Regeln der Psychotherapie. Stattdessen propagiert er ein erzreaktionäres Familienbild, in dem die Frau dem Mann untergeordnet ist, Konflikte nicht ausgesprochen werden dürfen und die eigene Situation als Schicksal “angenommen” werden muß. Selbst sexueller Mißbrauch und Vergewaltigung werden auf diese Weise als “Schicksalsereignis” dargestellt, für das der Täter letztlich nicht selbst verantwortlich sei. Seine “Erkenntnisse”, zu denen er nicht aufgrund wissenschaftlichen Studiums gelangt, sondern durch “höhere Eingebungen”, wendet Hellinger nicht nur auf zwischenmenschliche Beziehungen an. Auch die Geschichte interpretiert er nach diesem Strickmuster neu. Insbesondere dienen seine “Erkenntnisse” zur Relativierung der Verbrechen des Nationalsozialismus.

Der Band stellt die zentralen Kritikpunkte an Hellingers Menschen- und Geschichtsbild kompakt dar, unterzieht seine Vorstellung von systemischer Therapie einer kritischen Betrachtung und wirft einen Blick auf das Netzwerk seiner Anhänger.

Die dritte, um drei Beiträge erweiterte und stark überarbeitete Auflage stellt die aktuelle Entwicklung bis November 2004 dar: den Prozeß Ruppert/Weber et al., Hellingers vorübergehenden Aufenthalt in Hitlers “Kleiner Reichskanzlei”, die zunehmende Distanzierung bekannter Aufsteller aus dem akademischen Bereich von Bert Hellinger usw. Mit Beiträgen von Claudia Barth, Colin Goldner, Ingo Heinemann, Heiner Keupp, Sabine Pankofer, Wolfram Pfreundschuh, Klaus Weber u.a. Zum Shop

Kommentar:

Niemand kann seinem Schicksal entgehen

In den letzten Jahren hat sich die „Familienaufstellung“ nach Hellinger rasant verbreitet, auch in der Naturheilkunde-Szene. So gibt es zum Beispiel Homöopathinnen und Homöopathen, die mittels Aufstellungen das passende Mittel für ihre Patientinnen und Patienten herausfinden wollen.

Das hinter dieser Methode steckende Weltbild des Bert Hellingen wird in diesen Kreisen kaum in Frage gestellt. Dabei gibt es hier eine ganze Menge von Fragwürdigkeiten.

Hellinger vertritt ein erzkonservativ-patriarchalisches Familienbild, in dem der Mann wieder an der Spitze steht. Und er weiss, wie es richtig zu und her gehen muss in der Familie. Das nimmt vielen verunsicherten Menschen Verantwortung ab. Doch der ehemalige katholische Missionar rechtfertigt in seinen Schriften auch Hitler. Die von den Nazis wegen ihres Widerstandes hingerichteten Geschwister Scholl stellt er moralisch auf die gleiche Stufe wie Hitler. Dass seine AnhängerInnen solche Ungeheuerlichkeiten fraglos schlucken, ist erschütternd und lässt tief blicken. Dass Hellinger mit seinem dogmatischen Anspruch alle Grundregeln einer partnerschaftlichen und dialogischen Psychotherapie verletzt, scheint nicht gross zu stören. Dass weiblichen Opfern von Inzest eine Heilung versprochen wird wenn sie einem Stellvertreter ihres Vaters sagen: „Papi, für dich habe ich es gern getan“, scheint mit zutiefst verantwortungslos. Deshalb ist fundierte Kritik am System Hellinger meines Erachtens sehr nötig.

Das kleine Buch aus dem Alibri-Verlag vereinigt kritische Stellungnahmen verschiedener Autorinnen und Autoren. Passend ist dazu noch, dass es ausgerechnet vom Studentischen Sprecherrat der Geschwister-Scholl-Universität in München herausgegeben wird.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzenkurse & Heilkräuter-Exkursionen

Ausbildungen in Gestaltpsychotherapie, Beziehungstherapie und Gruppendynamik

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Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

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[Buchtipp] Philosophie der Lebenskunst, Eine Grundlegung — von Wilhelm Schmid

Donnerstag, September 30th, 2010

Verlagsbeschreibung

Nach Lebenskunst fragen diejenigen, für die sich das Leben nicht mehr von selbst versteht. Der Autor versucht vor allem die grundlegenden Aspekte der Lebenskunst herauszuarbeiten. Die Lebenskunst soll nicht inhaltlich festgelegt, sondern ihre Grundbestandteile thematisiert werden, die im jeweiligen historischen und kulturellen Kontext die Bedingungen ihrer Möglichkeit darstellen und deren konkrete Ausgestaltung den Individuen überlassen bleiben muss.

Portraits Wilhelm Schmid:

Wilhelm Schmid, freier Philosoph, außerplanmäßiger Professor an der Universität Erfurt und Gastdozent an der Staatlichen Universität Tiflis (Georgien). Lebt seit 1980 in Berlin. Geboren 1953 in Billenhausen (Bayerisch-Schwaben). Studium von Philosophie und Geschichte in Berlin (FU), Paris (Sorbonne) und Tübingen. Regelmäßige Tätigkeit als “philosophischer Seelsorger” am Spital Affoltern am Albis bei Zürich. Wöchentliche Kolumne “Lebenskunst” in der Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag. Monatliche Kolumne “Lebenskunst” im Filosofie Magazine, Amsterdam
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Kommentar:

Philosophie der Lebenskunst

Dieses Buch von Wilhelm Schmid hat mich sehr angesprochen. Schmid schreibt gut und es ist nicht abgehobene Philosophie, die er ausbreitet. Schmid hat uns heutigen Menschen etwas zu sagen. Das Buch ist dicht geschrieben und ohne BlaBla. Für philosophieferne Menschen ist es vielleicht nicht in allen Passagen leicht verständlich, aber die Lektüre lohnt sich trotzdem. Schwerer verständliche Passagen kann man auch überspringen und von anderen Stellen wieder profitieren. Am einfachsten zu lesen und zu nutzen ist meines Erachtens das Kapitel „Asketik: Übungen und Techniken der Lebenskunst“. Hier geht es zum Beispiel um Themen wie: Das Netz der Gewohnheiten knüpfen. Die Lüste geniessen. Vom Sinn der Schmerzen. Vom Leben mit dem Tod. Die Zeit gebrauchen. Auf den Versuch hin leben. Kunst des Zorns. Kunst der Ironie. Negativ denken. Melancholie. Gelassenheit.

Ein weiteres spannendes Kapitel stellt „Die Frage der Wahl“ ins Zentrum. Es geht um Themen wie:

Haben wir eine Wahl? Vorbereitung der Wahl. Heranreifen der Wahl. Die verschiedenen Arten der Wahl.

Mir persönlich erscheint dieses frühe Buch von Wilhelm Schmid ergiebiger als seine später publizierten Werke. Und wenn Sie mich fragen würden, was ein solches Buch mit dem Thema „Heilpflanzen“ zu tun hat, dann würde ich antworten: Es gibt sehr viele unterschiedliche Aussagen, Ansichten und Behauptungen über Heilpflanzen. Philosophie hilft dabei, sie einzuordnen und zu bewerten, sich eine fundierte Meinung zu bilden, seine eigene Position und Interpretation zu reflektieren, um nicht blind und naiv im grossen Strom mitzuschwimmen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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[Buchtipp] Kleines Lexikon esoterischer Irrtümer, Von Astrologie bis Zen — von Wolf Schneider

Freitag, September 24th, 2010

Verlagsbeschreibung

Was unterscheidet Esoterik von Spiritualität und was hat das mit Religiosität und Mystik zu tun? Warum importieren Europäer Weisheit lieber aus dem Osten? Mit profunder Sachkenntnis und unerschütterlichem Humor erklärt Wolf Schneider Geheimnisse, Irrtümer und Wahrheiten der Esoterik. Ein unentbehrlicher Ratgeber für alle, die sich auf der Suche nach Sinn verirrt haben. Zum Shop

Kommentar:

Kleines Lexikon esoterischer Irrtümer

Wolf Schneider war 23 Jahre lang Redakteur der esoterischen Monatszeitschrift „connection“. Er kennt sich in dieser Szene also bestens aus. Zu seiner Motivation, ein Lexikon über esoterische Irrtümer zu schreiben, sagt er im Vorwort:

„Hintergrund meines Hochmutes, über einen solch delikaten Bereich zu schreiben, sind 23 Jahre Redaktion einer Zeitschrift, die die esoterische Szene Monat für Monat beobachtet und beschreibt. Diese 23 Jahre sind auch Jahre der Übersättigung mit spirituellen Phrasen und Halbwahrheiten, mit Unverdautem und Missverstandenem. Der typische Esoteriker ist nett, mitfühlend, optimistisch, neugierig und aufgeschlossen, aber leider auch sehr leichtgläubig. Vertrauen, Herzlichkeit und Hingabe werden in dieser Szene so hoch gehandelt, dass sie oft in Leichtsinn und Blauäugigkeit kippen. Währenddessen werden Intellekt und Unterscheidungsvermögen diskreditiert, so dass Phrasendrescher und somit die Verkäufer des Halbwahren bei ihren Anhängern allzu oft ein leichtes Spiel haben.“

Schneider kommentiert knapp 300 esoterische Begriffe von A – Z, die „leicht noch um weitere 100 und mehr ergänzt werden können. Irrtümer gibt es genug. Doch ich wollte hier nur die gängigsten und typischsten aufführen – und die, die mir am meisten auf die Nerven gehen.“

Einer dieser Eso-Begriffe ist das Wort „Energie“. Schneider schreibt dazu:

„ So schwammig und diffus das Wort ‚Energie’ unter Esoterikern ist, so beliebt ist es. Dass alles Energie ist, hat man bei Einstein gelernt. Man ist damit also sehr modern und eng mit der Wissenschaft verbunden. Das wendet man nun an auf Ahnungen, Gefühle, Spekulationen, die Verquickung von Traum und Wirklichkeit und das Einschmelzen aller Grenzen, mit dem Ergebnis, dass kaum ein Satz, in dem das Wort ‚Energie’ vorkommt, wirklich richtig, aber auch keiner völlig falsch ist. Deshalb kann man sich solche Sätze auch sparen.“

Natürlich ist nicht jeder der 300 Kommentare gleich ergiebig. Schneider trifft aber meines Erachtens mit seiner Kritik oft einen zentralen Punkt und er bringt kluge Argumente. Dass er dazu noch mit einer Prise Humor schreibt, macht das kleine Buch angenehm lesbar.

Esoterische Theorien sind in den letzten Jahren zunehmend auch in die Bereiche Naturheilkunde & Pflanzenheilkunde eingedrungen. Sie beeinflussen damit auch die Vorstellungen über Heilpflanzen. Erschütternd ist dabei allerdings, wieviel Leichtgläubigkeit und Naivität sich damit auch ausbreitet. Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass mit dem „Kleinen Lexikon esoterischer Irrtümer“ ein Insider der Esoterik-Szene kritische Fragen stellt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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[Buchtipp] Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine, Eine Einführung ins skeptische Denken — von Christoph Bördlein

Freitag, September 24th, 2010

Verlagsbeschreibung

Christoph Bördlein führt uns anhand vieler Beispiele aus Wissenschaft und Alltag ins skeptische, wissenschaftliche Denken ein. Allgemeinverständlich und unterhaltsam erklärt er, wie Wissenschaft als Methode, Thesen zu überprüfen, funktioniert. Ausführlich werden Möglichkeiten, sich zu täuschen, vorgestellt und Strategien, nicht in solche Fallen zu tappen, aufgezeigt. Auch die (relativistische) Kritik an Wissenschaft wird erörtert; letztlich plädiert der Autor jedoch für skeptisches Denken als brauchbare Grundlage, um richtige Entscheidungen zu treffen. Zum Shop

Kommentar

Das sockenfressende Monster aus der Waschmaschine

Wir werden überschwemmt mit Behauptungen und Versprechungen, auch in den Bereichen Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde / Komplementärmedizin. In dieser Situation ist es ausserordentlich wichtig zu wissen, wie man Behauptungen und Versprechungen auf ihre Richtigkeit überprüfen kann. Nur: Wo lernen wir eigentlich so etwas? Es scheint, als ob die wichtigsten Instanzen in unserer Sozialisation mehr Interesse daran haben, dass wir fraglos glauben, was uns aufgetischt wird, als dass wir es kritisch hinterfragen. Christoph Bördlein zeigt, an welchen Punkten wir anfällig sind für Täuschungen und wie man Vermutungen, Versprechungen und Behauptungen prüft – auch solche über Heilpflanzen. Ein sehr nützliches und empfehlenswertes Buch.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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[Buchtipp] Kräuter, Kröpfe, Höhenkuren. Die Alpen in der Medizin – Die Medizin in den Alpen. Texte aus zehn Jahrhunderten — von Margrit Wyder

Freitag, September 24th, 2010

Verlagsbeschreibung

Ein originelles, reich illustrierte Lesebuch

für alle, die an Geschichte und Kultur der

Schweizer Alpen interessiert sind, und für die Liebhaber der Medizin Zum Shop

Kommentar:

Kräuter, Kröpfe Höhenkuren – Die Alpen in der Medizin – Die Medizin in den Alpen

Dieses ansprechende Buch beschreibt die Entwicklung der Alpen zur Therapielandschaft, wie sie ab dem 18. Jahrhundert stattfand.

Das erste Kapitel schildert die Aufwertung der Alpen durch die Berichte von Gelehrten wie Konrad Gessner, Johann Jacob Scheuchzer und Albrecht von Haller. Weil diese Gelehrten alle zugleich praktizierende Ärzte waren, richteten sie ihre Aufmerksamkeit auch auf die gesundheitsfördernden Aspekte der Bergwelt.

Die Entdeckung der Alpenwelt zu Beginn des 18. Jahrhunderts förderte gleichzeitig die Erforschung und Nutzung der einheimischen Pflanzenwelt als Arzneimittel. Die vorher beliebten exotischen Produkte gerieten dagegen in den Hintergrund. Heilpflanzen aus dem Alpenraum wurden in ganz Europa populär. Auch Alpentiere wurden zunehmend als Arznei verarbeitet, allen voran Bären, Gämsen, Steinböcke und Murmeltiere. In der „Bergapotheke“ fanden auch mineralische Produkte Verwendung, allem voran der Bergkristall. Er wurde meist pulverisiert und als Mittel gegen Ruhr und Magenschmerzen eingenommen.

Das zweite Kapitel beschreibt eindrücklich den Aufstieg der Bergquellen und Badekuren am Beispiel von St. Moritz, Pfäfers, Leukerbad und Disentis.

Die höchstgelegene Heilquelle der Schweiz in St. Moritz (1770 Meter ü. M.) wurde von Paracelsus in seinem 1537 erschienenen Werk von den „Steinkrankheiten“ zur Trinkkur empfohlen. Die Kranken mussten auf dem Höhepunkt der Kur damals bis zu 10 Liter Quellwasser pro Tag trinken.

Das dritte Kapitel schildert die Verwendung von Milch und Milchprodukten in der Therapie. Die Alpenmilch galt immer mehr als besonders gesund – eine Ansicht, die in der Gegenwart ihre wissenschaftliche Bestätigung gefunden hat. Molkekuren und Kuhstallduft galten als heilsam.

Das vierte Kapitel handelt von den gesunden Reizen von Höhenluft und Höhensonne. Im 19. Jahrhundert galt die Alpenluft als besonders heilsam. Die Blütezeit der Luftkuren kam erst nach den Bade- und Molkekuren. Noch während langer Zeit galt „ozonreiche Luft“ dabei als Wettbewerbsvorteil. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam die Sonnentherapie im Hochgebirge auf. Eingeführt wurde sie von Oscar Bernhard. Als Chefarzt am Kreisspital Samedan im Oberengadin beobachtete er, wie die einheimischen Bauern Fleisch an Luft und Sonne trockneten und so vor Fäulnis bewahren konnten. Dies führte ihn zur Idee, die schlecht heilende Wunde eines Patienten der Sonnenbestrahlung auszusetzen.

Das fünfte Kapitel beschreibt die medizinische Diskussion um die „Schweizer Krankheit“. So wurde das Heimweh genannt, das unter der wissenschaftlichen Bezeichnung „Nostalgia“ im Jahre 1688 Eingang in die medizinische Diskussion fand. Es soll Schweizer befallen, die weit ab von ihrer Heimat leben müssen. Die medizinischen Autoritäten des 18. Jahrhunderts entwickelten jeweils eigene Erklärungen für dieses Phänomen. Johann Jacob Scheuchzer zum Beispiel sah den Grund für das Heimweh in der dicken Luft im Unterland, die den Bergbewohnern die Adern zusammen presse und das Herz beschwere.

Das sechste Kapitel dreht sich um die alpinen Therapien in der Literatur. Die medizinische Bedeutung der Schweizer Berge schlägt sich auch in der Literatur nieder. Das wird im Buch „Kräuter, Kröpfe, Höhenkuren“ an drei Beispielen aufgezeigt: Johanna Spyris „Heidi“ (1880/81), „Der Zauberberg“ von Thomas Mann (1924) und „Die Künstliche Mutter“ von Hermann Burger (1982).

Das siebente Kapitel schildert die gesundheitlichen Probleme der Alpenbewohner (z.B. Unfälle, Kropfbildung, schwierige Geburten, Infektionskrankheiten wie Pest und Pocken).

Das achte Kapitel beschreibt die Geschichte der Hilfe am Berg, der Rettung für Reisende und Alpinisten.

Alle diese spannenden Themen stellt das Buch mit Originaltexten aus der damaligen Zeit und mit alten Fotos, Zeichnungen und Plakaten vor. Wer sich für die Alpen und ihre Nutzung als Quelle der Gesundheit interessiert, wird dieses anregende Werk mit viel Gewinn lesen. Mich selber hat das Kapitel über Heilpflanzen aus der Bergapotheke sehr angesprochen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

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[Buchtipp] Phänomen Haut, Die Haut im Wandel der Zeit – Martin Koradi

Freitag, September 24th, 2010

Verlagsbeschreibung

Unsere Haut ist ein faszinierendes Phänomen. Robert Musil nannte sie im „Mann ohne Eigenschaften“ den „Reisesack des Lebens“. In diesem kleinen Werk zum Thema „Phänomen Haut“ stehen nicht die anatomischen und physiologischen Aspekte der Haut im Zentrum. Dazu gibt es eine grosse Fülle exzellenter Fachliteratur. Viel weniger bekannt, aber mindestens so faszinierend, sind die geschichtlichen, philosophischen und psychologischen Facetten der Haut.

Anregend und nützlich ist die Auseinandersetzung mit diesen weniger bekannten Seiten unserer Haut für alle Heil- und Pflegeberufe, sei es aus Medizin oder Naturheilkunde.

Menschen mit Hauterkrankungen ergibt sich dadurch vielleicht die Gelegenheit, ihre Haut aus ganz anderer Perspektive zu betrachten.

Aber schlussendlich tragen wir ja alle unsere Haut mit uns – oder sind unsere Haut, wie Sie im Teil A von „Phänomen Haut“ erfahren können.

Lernen Sie Ihre Haut kennen!

Teil A beschreibt die lange Geschichte der Haut als Grenze.

Teil B stellt Zusammenhänge zwischen Haut und Psyche vor.

Teil C ist ganz dem faszinierenden Thema „Berührung“ gewidmet.

Martin Koradi leitet in Winterthur am „Seminar für Integrative Phytotherapie“ Lehrgänge für Berufsleute aus Krankenpflege, Naturheilkunde, Medizin, Pharmazie und Drogerie.

Er führt offene Exkursionen und Kurse für alle am Thema „Heilpflanzenkunde“ interessierten Personen durch und leitet das „Forum Naturheilkunde und Philosophie“. Zum Shop

[Buchtipp] Phänomen Frau im Wandel der Zeit, Eine kleine Einführung in die Kulturgeschichte der Frauenheilkunde – Martin Koradi

Freitag, September 24th, 2010

Verlagsbeschreibung

„Phänomen Frau“ im Wandel der Zeit bietet faszinierende, oft überraschende, an manchen Stellen auch ungemütliche oder gar ärgerliche Einblicke. Erzählt wird hier die Geschichte der Deutung des „Phänomens Frau“ durch die abendländliche Heilkunde und Philosophie. Vor allem am Beispiel der Menstruation lässt sich zeigen, wie natürliche Körpervorgänge dazu dienten, Frauen generell als krank oder gar defekt hinzustellen. Das geschah über die Jahrhunderte hinweg auf sehr unterschiedliche Weise – immer aber schön passend zum jeweiligen „Zeitgeist“. Martin Koradi schildert diese Zusammenhänge von der Antike bis in die Gegenwart. Medikalisierung als Krankerklärung der normalen Frau ist auch heute noch (und wieder zunehmend) ein wichtiges Thema.

Ans Herz gelegt werden soll diese kleine Einführung in die Kulturgeschichte der Frauenheilkunde besonders Fachleuten aus Medizin, Krankenpflege und Naturheilkunde. Profitieren von der Auseinandersetzung mit diesem Thema werden aber auch alle Männer und Frauen, die am Verhältnis von Mann und Frau in Vergangenheit und Gegenwart interessiert sind. Und wer ist davon nicht schon in irgendeiner Form betroffen?

Martin Koradi leitet in Winterthur am „Seminar für Integrative Phytotherapie“ Lehrgänge für Berufsleute aus Krankenpflege, Naturheilkunde und Medizin. Er führt offene Exkursionen und Kurse für alle am Thema „Heilpflanzenkunde“ interessierten Personen durch und leitet das „Forum für Naturheilkunde und Philosophie“.

Kursinfo: www.phytotherapie-seminare.ch

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[Buchtipp] Was ist Medizin? Westliche und östliche Wege der Heilkunst — von Paul U. Unschuld

Freitag, September 24th, 2010

Verlagsbeschreibung

Paul U. Unschuld bietet in diesem Buch erstmals eine vergleichende Darstellung der Grundideen europäischer und chinesischer Heilkunst von der Antike bisin die Gegenwart. Das Buch vertritt die provozierende These, daß die grundlegendenmedizinischen Theorien nicht aus der medizinischen Beobachtung des menschlichenKörpers erwachsen konnten und stellt die Frage, welche anderen Faktorenzur Entstehung dieser Theorien beigetragen haben könnten. Das Bild, dassich der Mensch von seinem Körper macht, bedurfte stets eines Vorbildsaußerhalb dieses Körpers. Die Anregungen zur Deutung des menschlichen Organismusentstammen immer der Lebensumwelt und den Lebenserfahrungen der Menschen.Eine medizinische Theorie gilt als “wahr”, wenn sie die Lebensumwelt unddie Lebenserfahrung der Menschen widerspiegelt und gleichzeitig die Kenntnissevon den realen Strukturen des Körpers mit einbezieht. Wenn die “Wahrheit”medizinischer Theorien eng mit den verschiedenen Lebenswelten zusammenhängt,in denen sie entworfen werden, stellen sich Fragen: Darf dann die Gesundheitspolitik der gesamten Bevölkerung ein einziges medizinisches Ideensystem vorschreiben? Wird die “chinesische Medizin” in China und in der westlichen Welt langfristigeine Bedeutung als eigenständige Therapieform erlangen können? Welche Auswirkungenhat die Globalisierung auf das medizinische Denken? Zum Shop

Kommentar:

Was ist Medizin? – Westliche und östliche Wege der Heilkunst

Der Medizinhistoriker und Sinologe Paul U. Unschuld ist ein profunder Kenner der alten westlichen und chinesischen Heilsysteme. Dieses Buch ist aber nicht einfach ein medizinhistorisches Nachschlagewerk mit Jahreszahlen und Namen berühmter Ärzte. Unschuld schildert detailliert, wie das medizinische Denken in China entstand und die antike Viersäftelehre in Griechenland als Ursprung der abendländischen Medizintheorie. Unschuld zeigt, dass sowohl die westliche als auch die chinesische Medizintheorie aus den gesellschaftlichen und ökonomischen Lebensbedingungen und den Lebensentwürfen der Menschen entstanden sind. Also nicht durch Beobachtungen am menschlichen Körper. Beide Theorien sind soziomorph. Das heisst, sie bilden gesellschaftliche Strukturen ab., nicht Körperstrukturen. Unschuld ist daran interessiert, was diesen Theorien den „Wahrschein“ verleiht, sie als wahr erscheinen lässt. Und er findet die Gründe dafür in den gesellschaftlichen Strukturen. Aus der griechischen Polis, dem Stadtstaat, stammt beispielsweise das Harmonieprinzip der Viersäftelehre. Die chinesische Medizintheorie ist abgeleitet aus den Hierarchien, Verkehrswegen und Güterströmen im Kaiserreich. Unschuld zeigt nicht nur die Unterschiede, sondern auch verblüffende Parallelen auf zwischen der westlichen und der chinesischen Medizintradition.

Ein sehr spannendes, interessantes und gehaltvolles Buch.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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