[Buchtipp] Verbesserte Körper – gutes Leben? Bioethik, Enhancement und die Disability Studies, von Miriam Eilers, Katrin Grüber, Christoph Rehmann-Sutter

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verbesserte_koerper_gutes_lebenVerlagsbeschreibung:

Enhancement (= „Verbesserung“) – Behinderung – gutes Leben.

Der Band verknüpft diese drei Themen und entwickelt einen breiten Zugang zur Debatte um die biotechnologischen Möglichkeiten zur Verbesserung des menschlichen Körpers. Die Beiträge gehen von der Arbeitshypothese aus, dass die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen wichtig sind, um ethische Fragen, die sich bei Enhancement-Projekten stellen, konkreter – und so besser – zu verstehen.

Eine zweite Hypothese ist, dass die Sprache der Rechte, Pflichten und Verbote nicht ausreicht, um zu erfassen, worum es im Kern der Fragen zum Enhancement in ethischer Hinsicht geht. Stattdessen muss geklärt werden, inwieweit mit einer möglichen Verbesserung auch eine Steigerung des menschlichen Wohls verbunden ist und welche Veränderungen im Kontext eines guten Lebens wünschenswert sind.  Zum Shop

Inhaltsverzeichnis:

Inhalt:

Miriam Eilers / Katrin Grüber / Christoph Rehmann-Sutter: Einleitung.

Alfred Nordmann: Die unheimliche Wirklichkeit des Möglichen: Kritik der zukunftsverliebten Technikbewertung.

Christina Schües: Menschliche Natur, glückliche Leben und zukünftige Ethik. Anthropologische und ethische Hinterfragungen.

Christoph Rehmann-Sutter: Können und wünschen können.

Katrin Grüber: Bedingungen für ein gutes Leben mit Behinderung.

Stuart Blume: Ethikdebatte und gesellschaftlicher Prozess: Lehren aus der Geschichte des Cochlea-Implantats.

Sigrid Bosteels / Stuart Blume: Über Konstruktion und Dekonstruktion von Gehörlosigkeit bei Kindern.

Jackie Leach Scully: Auf moralisch unsicherem Terrain: Über Embodiment, Enhancement, und Normativität.

Miriam Eilers: «Fünfundzwanzigstündiger Arbeitstag – denn ne Prothese wird nie müde.» Normative und selektive Implikationen der Prothetik nach dem Ersten Weltkrieg.

Birgit Stammberger: Posthumane Verkörperungen in einer Post-Gender Welt? Kulturelle Dimensionen der kosmetischen Chirurgie.

Trijsje Franssen: Prometheus steigt herab: Beeinträchtigung oder Enhancement?

Lisa Forsberg: Mood-Enhancement und die Authentizität der Erfahrung: Ethische Überlegungen.

Annika den Dikken: Die ethische Relevanz von Körperbildern für die Enhancement-Debatte.

Morten Hillgaard Bülow: Das gute alte Hirn. Wie die Sorgen um eine alternde Gesellschaft und die Ideen zum kognitiven Enhancement in den Neurowissenschaften interagieren.

Nicolai Münch: Körperverachtung oder Phänomenologie der Leiblichkeit? Eine Kritik am Transhumanismus.

Natasha Burns: Nootropika, Smart Drugs und das Problem der Governance.

Kommentar von Martin Koradi zu diesem Buch:

– Gentechnik und Stammzellentherapie

– Nanotechnologie, Prothetik, Implantate (z. B. Hirnschrittmacher)

– Künstliche Intelligenz (z. B. Gehirn-Computer-Schnittstellen)

– Pharma-Enhacement (Leitungssteigernde und moralfördernde Substanzen)

– Upload aller Daten vom Gehirn auf einen Computer zwecks “Unsterblichkeit”.

Mit solchen Verfahren und Technologien propagiert der sogenannte Transhumanismus die Optimierung und schlussendlich Überwindung des Menschen.

Dabei stellen sich aber eine ganze Reihe von kritischen Fragen, die bisher nur unzureichend thematisiert wurden. Das Buch „Verbesserte Körper – gutes Leben?“ stellt solche Fragen und beleuchtet zum Beispiel die gesellschaftlichen Folgen der transhumanistischen Optimierungsstrategien.

Weitere Informationen zu diesen Themen im Blog Transhumanismus & Kritik.

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[Buchtipp] Giftpflanzen, Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte, Toxikologen und Biologen — von Dietrich Frohne, Hans Jürgen Pfänder, Hans Pfänder

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Verlagsbeschreibung

Nach Arzneimitteln und Haushaltschemikalien nehmen Pflanzen oder Pflanzenteile bei Kindern den dritten Platz in der Statistiken der Giftinformationszentralen ein. Jedoch erst nach sicherer Identifizierung der betreffenden Pflanzen und richtiger Abschätzung ihrer “Giftigkeit” können wirksame Gegenmaßnahmen getroffen oder aber überflüssige therapeutische Eingriffe vermieden werden.

Seit ihrem ersten Erscheinen im Jahre 1982 sind die “Giftpflanzen” für Apotheker, Ärzte, Toxikologen und Biologen zum unverzichtbaren Handbuch auf wissenschaftlicher Basis geworden. Neben Farbabbildungen von vermeintlich oder tatsächlich für Menschen und Tiere giftigen Pflanzen, werden Pflanzenbeschreibungen, eine Fruchtbestimmungstabelle, Blattmerkmale,  Baumsilhouetten sowie mikroskopische Merkmale zur Identifizierung herangezogen.

Um einen schnelleren Zugriff auf die Literatur zu ermöglichen, wurden sie den jeweiligen Kapiteln, Familien oder Pflanzen zugeordnet.

Für die Neuauflage wurden die neusten Erkenntnisse über die Toxizität von Pflanzen, die dafür verantwortlichen Inhaltsstoffen und mögliche Wirkmechanismen ausgewertet. 37 Pflanzenfamilien wurden neu aufgenommen, bei bereits vertretenen Familien kamen zahlreiche Arten hinzu. Stärkere Berücksichtigung von veterinärmedizinisch bedeutsamen Giftpflanzen. Zum Shop

Kommentar

Giftpflanzen

In den letzten Jahren sind Wildsalate und Wildgemüse zunehmend populärer geworden. Das kann eine Chance sein, mit der Pflanzenwelt stärker in Kontakt zu kommen und den Ablauf der Jahreszeiten bewusster zu erleben. Andererseits lässt sich aber immer wieder beobachten, dass Leute Wildsalate, Wildgemüse oder Heilpflanzen sammeln, die fast keine Ahnung haben von der Pflanzenwelt. Und oft fehlt gleichzeitig jedes Bewusstsein dafür, dass Pflanzen auch schaden könnten. Das Buch von Frohne / Pfändler stellt die in Mitteleuropa bedeutsamen Giftpflanzen fundiert vor, Wildpflanzen genauso wie Zier- und Gartenpflanzen. In detailscharfen Fotos werden die wichtigen Bestimmungsmerkmale der Giftpflanzen gezeigt, damit diese sicher erkannt werden können. Die Vergiftungserscheinungen werden präzis geschildert und auch die notwendigen therapeutischen Massnahmen. Eine Stärke dieses Buches liegt darin, dass die Autoren auf die Erfahrungen von Toxikologischen Informationszentren zurückgreifen. Sie wissen daher, welche Pflanzen in der Praxis wirklich zu Vergiftungsfällen geführt haben und bei welchen diese Gefahr eher theoretischer Natur ist. Der Verlag empfiehlt das Buch als „Handbuch für Apotheker, Ärzte, Toxikologen und Biologen“, doch dürften auch interessierte Laien davon profitieren, wenn für medizinische Fachausdrücke ein entsprechendes Wörterbuch zugezogen wird.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch



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[Buchtipp] Was ist Medizin? – Westliche und östliche Wege der Heilkunst

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Der Medizinhistoriker und Sinologe Paul U. Unschuld ist ein profunder Kenner der alten westlichen und chinesischen Heilsysteme. Dieses Buch ist aber nicht einfach ein medizinhistorisches Nachschlagewerk mit Jahreszahlen und Namen berühmter Ärzte. Unschuld schildert detailliert, wie das medizinische Denken in China entstand und die antike Viersäftelehre in Griechenland als Ursprung der abendländischen Medizintheorie. Unschuld zeigt, dass sowohl die westliche als auch die chinesische Medizintheorie aus den gesellschaftlichen und ökonomischen Lebensbedingungen  und den Lebensentwürfen der Menschen entstanden sind. Also nicht durch Beobachtungen am menschlichen Körper. Beide Theorien sind soziomorph. Das heisst, sie bilden gesellschaftliche Strukturen ab., nicht Körperstrukturen. Unschuld ist daran interessiert, was diesen Theorien den „Wahrschein“ verleiht, sie als wahr erscheinen lässt. Und er findet die Gründe dafür in den gesellschaftlichen Strukturen. Aus der griechischen Polis, dem Stadtstaat, stammt beispielsweise das Harmonieprinzip der Viersäftelehre. Die chinesische Medizintheorie ist abgeleitet aus den Hierarchien, Verkehrswegen und Güterströmen im Kaiserreich. Unschuld zeigt nicht nur die Unterschiede, sondern auch verblüffende Parallelen auf zwischen der westlichen und der chinesischen Medizintradition.

Ein sehr spannendes, interessantes und gehaltvolles Buch.  Zum Shop

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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[Buchtipp] Arzneien für das „schöne Geschlecht“

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Wer sich für die Geschichte der Pflanzenheilkunde und/oder der Gynäkologie interessiert, wird an diesem Buch wohl Interesse haben. Es versammelt 11 Aufsätze rund um das Thema Heilpflanzen für Frauen. Einige Beispiele aus dem Inhaltsverzeichnis dürften den spannenden Inhalt gut illustrieren:

– Heilpflanzen in der Gynäkologie. Darstellung und Indikation einiger exemplarischer Frauenkräuter in einer spätmittelalterlichen Handschrift.

– Der Kampf gegen die Unfruchtbarkeit. Zeugungs-Theorien und therapeutische Massnahmen von den Anfängen bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts.

– „Es mehret die Milch“ – Zum Kräuterwissen in Hebammenbüchern.

– Das Hirtentäschel 1550 – 1850 und die Pharmacia selecta.

– Geschichte pflanzlicher Arzneimittel für Frauen am Beispiel Salbei.

– Pflanzliche Drogen in Gynäkologie und Geburtshilfe („Drogen“ hier im ursprünglichen Sinne von „Heilpflanzen“, M.K.). Wirkstoffbezogene Untersuchung traditioneller Heilpflanzen der Gynäkologie und Geburtshilfe.

– Pharmazeutische Literatur für Frauen von Brunfels bis zu den Damen-Konversationslexika.

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– ….(adelige) Frauen als Laboranten und ihre Rezeptbücher.

– Geschlechtsspezifische Therapie bei Samuel Hahnemann in der Frühzeit der Homöopathie.

– Frauenmedizin im Visier der medizinischen Polizei.

Diese Publikation bietet kein vollständiges, geschlossenes Bild von der Pflanzenheilkunde im Bereich der Gynäkologie, aber eine Fülle an interessanten Einblicken. Teilweise werden die Angaben aus der alten Literatur verglichen mit dem gegenwärtigen Stand der Phytotherapie. Wertvoll ist vor allem die Einbettung der geschichtlichen Angaben in den historischen Kontext. Diese Einbettung fehlt heute oft, wenn Angaben aus alten Kräuterbüchern einfach isoliert und ohne näheres Verständnis der Zeitumstände in die Gegenwart übertragen werden.

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[Buchtipp] Aromatherapie von Dietrich Wabner und Christine Beier (Hrsg.)

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Das Buch “Aromatherapie” von Dietrich Wabner und Christiane Beier (Hrsg.) – soviel gleich vorneweg – ist von allen mir bekannten Aromatherapie-Büchern am Fundiertesten.

Das Buch enthält unter anderem:

– Eine Einführung in die Grundlagen der Aromatherapie, zum Beispiel:

Herstellung von ätherischen Ölen, Qualitätsrichtlinien, Standards und Reinheit. Chemische Stoffklassen, Toxikologie und Nebenwirkungen von ätherischen Ölen, Wirkungen und Wirkprinzipien, Riechen und Geruchssinn. Anwendungsformen der ätherischen Öle (Innerlich, nasal, über die Haut). Handhabung, Aufbewahrung und Haltbarkeit von ätherischen Ölen.

– Auf 148 Seiten werden anschliessend die wichtigen ätherischen Öle, Hydrolate und fetten Öle detailliert vorgestellt mit ihren Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten.

– Ausführlich behandelt werden dann die wichtigen Indikationen und Anwendungsgebiete von ätherischen Ölen wie:

Erkrankungen des Verdauungstraktes

HNO-Erkrankungen und Erkrankungen der Atemwege

Herz-Kreislauf- und Gefässerkrankungen

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Erkrankungen der Harnblase und Harnwege

Orthopädie und Rheumatologie

Gynäkologie

Hauterkrankungen

Schmerzen

Psychosomatische Störungen und psychische Erkrankungen

In allen Bereichen werden die relevanten ätherischen Öle genannt und zahlreiche Mischungen vorgestellt.

– Es folgt die Anwendung von Aromatherapie in verschiedenen speziellen Terrains:

Aromatherapie in der Pädiatrie

Aromatherapie in der Geriatrie und bei schwerkranken Patienten

Aromatherapie im Hospiz und in der Palliativmedizin

Aromatherapie in der Onkologie

Aromatherapie im Krankenhaus und in der Hebammenarbeit

Das Buch bietet eine Fülle von guten, nützlichen und fundierten Informationen, hat aber auch ein paar Schwächen:

– An einigen Stellen werden Wirkungen, die von Heilpflanzen-Präparaten wie Kräutertee oder Extrakten her bekannt sind, unbesehen auf die entsprechenden ätherischen Öle übertragen. Das geht so nicht, weil in einer Heilpflanze meistens neben den ätherischen Ölen noch weitere Wirkstoffe vorhanden sind wie Flavonoide, Gerbstoffe oder Bitterstoffe.

– Immer wieder findet man sehr vage Ausdrücke wie “stärkend”, “stabilisierend”, “leberwirksam”. Das ist unbefriedigend. Eine stabilisierende Wirkung, wer kann das nicht schon brauchen? Leberwirksam, das sagt nichts Konkretes aus.

– Die angegebenen Wirkeigenschaften sind nur zum Teil durch Studien gestützt und zum Teil schlicht unglaubwürdig, so zum Beispiel die Angabe “lipolytisch” (“fettauflösend”) bei Grapefruitöl und die daraus abgeleitete Indikation Zellulite.

– Die Quellenangaben sind oft nicht aufgeführt, was es schwieriger macht, die Angaben auf ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen.

Alle drei Schwach-Punkte findet man allerdings regelmässig bei den meisten Aromatherapie-Büchern.

Das Buch verspricht auf dem rückseitigen Klappentext “fundierte und studiengestützte Informationen”. Diesen Anspruch erfüllt es nur zum Teil.

Aber wie schon am Anfang erwähnt: Alles in allem das fundierteste mir bekannte Aromatherapie-Fachbuch.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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[Buchtipp] Gesund ohne Pillen – was kann die Alternativmedizin? Von Simon Singh, Edzard Ernst

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Verlagsbeschreibung

Die Alternativmedizin boomt. Immer mehr Menschen verlassen sich auf die Kräfte sanfter Therapien: sei es klassische Homöopathie oder Traditionelle Chinesische Medizin, seien es heilkräftige Steine oder Sauerstofftherapien. Mit diesem Standardwerk, das Bestsellerautor Simon Singh gemeinsam mit dem weltweit ersten Professor für Alternativmedizin, Edzard Ernst, geschrieben hat, können sich endlich auch Laien ein Urteil über die verschiedenen Wege der Naturheilkunde bilden. Singh und Ernst zeigen auf, welche Behandlungsmethoden helfen, welche nicht helfen und welche schaden. Ein Serviceteil am Ende des Buches präsentiert alle wichtigen Informationen über 37 alternative Heilverfahren. Zum Shop

Gesund ohne Pillen – Was kann die Alternativmedizin?

Kommentar:

Edzard Ernst ist Professor für Alternativmedizin an der Universität Exeter und für viele Leute aus der Komplementärmedizin ein rotes Tuch. Aber mir scheint, dass eine offenere Auseinandersetzung mit Kritik der Komplementärmedizin gut tun würde.
Im Buch „Gesund ohne Pillen – was kann die Alternativmedizin“ befasst sich Edzard Ernst vor allem mit Akupunktur, Homöopathie, Chiropraktik und  Phytotherapie.  Ernst hat vorliegende Studien zu diesen Bereichen ausgewertet und kommentiert sie. Unangemessen finde ich die Kapitelüberschriften „Die Wahrheit über Akupunktur“, „Die Wahrheit über Homöopathie“ etc.
Die endgültige und ewiggültige Wahrheit können auch Studien und Metastudien nicht bieten. Der Wissenschaftsphilosoph Karl Popper (1902 – 1994) hat zum Stichwort Wahrheit immer wieder auf  den Ausspruch von Xenophanes  (etwa 570 v. u. Z. bis etwa 470 v .u. Z) hingewiesen:

„Sichere Wahrheit erkannte kein Mensch und wird keiner erkennen

Über die Götter und alle die Dinge, von denen ich spreche.

Sollte einer auch einst die vollkommenste Wahrheit verkünden,

Wissen könnt’ er das nicht: Es ist alles durchwebt von Vermutung.“

Das gilt meines Erachtens auch für das Buch von Edzard Ernst und Simon Singh. Aber wie schon erwähnt, halte ich es für empfehlenswert, sich mit dieser Kritik und den vorgebrachten Argumenten ernsthaft auseinanderzusetzen. Ernst wurde vor allem von Exponenten der Homöopathie, die er sehr kritisch beurteilt hat, ziemlich bös persönlich diffamiert. Diese Reaktion findet man leider in der Komplementärmedizin immer wieder: Statt sich mit kritischen Argumenten auseinanderzusetzen wird der Kritiker als Person attackiert.

Als Dozent für Phytotherapie habe ich es mit dem Buch von Ernst und Singh aber wohl auch einfacher. Der Phytotherapie nämlich gesteht Ernst bei aller Kritik durchaus Wirkungen zu.

Jenseits aller Methodenstreitereien interessant sind das erst und das letzte Kapitel dieses Buches:

Wie findet man die Wahrheit heraus?

Warum nach der Wahrheit fragen?

Diese Themen werden informativ dargestellt und sind lohnenswert. Denn solche Fragen stellen sich auch für die Bereiche Naturheilkunde &  Komplementärmedizin.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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[Buchtipp] Die Wissenschaftslüge, Die pseudo-wissenschaftlichen Versprechungen von Medizin, Homöopathie, Pharma- und Kosmetikindustrie von Ben Goldacre

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Verlagsbeschreibung:

Der große Sachbuch-Bestseller aus Großbritannien: Endlich wird entlarvt, wie uns Pseudo-Wissenschaftler belügen, um uns Medizin- und Kosmetikprodukte zu verkaufen „Von Zahnärzten empfohlen“.“Von Dermatologen getestet“. Doch mit welchem Ergebnis? Woher wissen wir, ob uns eine medizinische Behandlung hilft? Wie können wir überprüfen, was uns alternative Heilmethoden wie zum Beispiel die Homöopathie versprechen? Und warum glauben kluge, kritische Menschen hanebüchene Dinge, nur weil „die Wissenschaft“ sie angeblich bewiesen hat? Ben Goldacre entlarvt mit so viel Witz wie Wissen die zweifelhafte Wissenschaft hinter vermeintlich geprüften und bewiesenen Fakten und zeigt uns, wie wir mit eigenen Mitteln schlechte von guter Wissenschaft unterscheiden können. Zum Shop

Die Wissenschaftslüge

Kommentar:

Keine Frage: Wir werden nach Strich und Faden durch „Pseudowissenschaft“ über’s Ohr gehauen. „Von Wissenschaftlern bewiesen“, das ist ein Verkaufsslogan, der fast immer zieht, auch wenn er oft nicht wahr ist.

Wie unterscheidet man seriöse von schlechter Wissenschaft? Und wie merkt man, wenn angeblich bewiesene und geprüfte Fakten nicht halten, was sie versprechen?

Ben Goldacre zeigt die Tricks mit den pseudowissenschaftlichen Versprechen an Beispielen aus Medizin, Kosmetik, Pharmaindustrie, aber auch aus Methoden und Verfahren der Komplementärmedizin wie Brain Gym und Homöopathie. Er beschreibt, wie die Medien Ergebnisse aus der Wissenschaft oft verzerrt darstellen und wie Umfragen und Statistiken so durchgeführt werden, dass erwünschte Resultate heraus kommen.

Selbstverständlich wird auch wer dieses Buch gelesen hat nicht jeden Trick durchschauen. Aber eine Sensibilisierung für pseudowissenschaftliche Täuschung kann das Buch bewirken und das ist schon etwas wert.

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[Buchtipp] Die Seelenpfuscher – Pseudo-Therapien, die krank machen, von Heike Dierbach

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Verlagsbeschreibung:

Würden Sie Ihren Körper bei jemandem unters Messer legen, der nicht Medizin studiert hat, sondern aus spiritueller Eingebung zu wissen glaubt, wo er schneiden muss? Wohl kaum. Aber viele Menschen tun dies mit ihrer Seele: Sie suchen Hilfe bei selbsternannten Psychoheilern. Heike Dierbach hat neun populäre „Pseudo-Therapien“, die die Patienten schwer schädigen können, genauer untersucht: die Atemtechnik Rebirthing, das Familienstellen nach Hellinger, die Festhaltetherapie, das Channeln/Engeltherapie, die Reinkarnationstherapie, den Hoffman-Quadrinity-Prozess, Fernheilung sowie die Techniken „The Work“ und „The Secret“. Sie warnt vor den Risiken dieser Methoden und zeigt auch, wie sinnvolle therapeutische Hilfe aussehen kann und wo man sie findet. Zum Shop

Die Seelenpfuscher

Kommentar:

Im weiten Feld zwischen Psychotherapie, Esoterik / Spiritualität und Naturheilkunde / Komplementärmedizin gibt es eine grosse Vielfalt von angebotenen Verfahren. Darunter sind auch viele ausgesprochen fragwürdige Methoden. Für Interessentinnen und Interessenten ist es oftmals sehr schwierig, sich über die Qualität und Seriosität der Angebote ein fundiertes Urteil zu bilden. Das Buch von Heike Dierbach kann hier eine wertvolle Hilfe sein.

In eigenen Abschnitten werden vorgestellt:

Rebirthing, Festhaltetherapie nach Jirina Prekop, Familienaufstellung nach Bert Hellinger, The Secret, Hoffman-Quadrinity-Prozess, Reinkarnationstherapie, The Work, Channeln / Engeltherapie, Fernheilung.

Wichtig sind aber auch die Kapitel über „Typische Eigenschaften von Pseudo-Therapien“ und „Die häufigsten Argumente der Anhänger von Pseudotherapien“. Aus diesen Kapiteln kann man nämlich Schlüsse ziehen, die sich auch auf andere Pseudo-Therapien übertragen lassen.

Ich habe mich selber einige Jahre im „Psychokuchen“ bewegt und auch Psychotherapie-Ausbildungen absolviert. In dieser Zeit habe ich Wertvolles gesehen und erlebt, aber auch viel „Schrott“ und grandiose Selbstüberschätzung. von Trainern und Therapeuten.

Darum kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Schau genau hin, worauf du dich einlässt.

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[Buchtipp] Irrt die Physik? Über alternative Medizin und Esoterik, Beck Reihe, Band 1540, von Martin Lambeck

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Verlagsbeschreibung:

Viele Überzeugungen der alternativen Medizin und Esoterik stellen eine extreme Herausforderung der heutigen Wissenschaft dar. Wenn ihre zentralen Aussagen, insbesondere die der Homöopathie und der anthroposophischen Medizin, zutreffen, muß die heutige Physik in wichtigen Aspekten falsch oder doch zumindest grob unvollständig sein. Dies gilt um so mehr für streng esoterische Verfahren, wie z.B. die der Geistfernheilung oder des Pendelns.
Martin Lambeck erläutert die wichtigsten Aspekte und Phänomene, aus denen sich das besondere Spannungsverhältnis von moderner Physik einerseits und alternativer Medizin und Esoterik andererseits speist, und beschreibt Möglichkeiten, wie der Streit vernünftig ausgetragen und entschieden werden könnte. Ein spannend-provokatives Buch über eine ebenso lange wie heftige Kontroverse, in der es keineswegs nur um wissenschaftliche Wahrheit, sondern auch um die Gültigkeit von Weltbildern geht. Zum Shop

Kommentar:

Irrt die Physik? – Über alternative Medizin und Esoterik

Martin Lambeck sieht sich als Physiker herausgefordert durch Verfahren wie Homöopathie oder Anthroposophische Medizin, die in vielen Bereichen wissenschaftlichen Erkenntnissen zuwider laufen. Stimmen die Theorien von Homöopathie und Anthroposophischer Medizin, muss die heutige Physik in wesentlichen Teilen falsch sein. Lambeck ortet hier eine Spannung, die nach einer Klärung ruft, denn beide Seiten können nicht recht haben. Er lehnt die im Buch beschriebenen Verfahren nun aber nicht einfach ab, sondern sinnt nach Möglichkeiten, wie sich die offenen Fragen klären liessen. Dabei vermittelt er auf gut verständliche Art grundlegende Informationen über Homöopathie, Anthroposophische Medizin, die Kosmologie von Rudolf Steiner, aber auch über Parapsychologie, Erdstrahlen, Wünschelruten, Pendel, Feng Shui usw. Das Wissen um die grundlegenden Theorien von Verfahren der Komplementärmedizin wie Homöopathie und Anthroposophischer Medizin ist auch bei den Anwendern dieser Methoden häufig sehr schwach. Aber aufgepasst, Lambeck ist ein kritischer Geist. Er schreibt jedoch mit Humor und ohne Verbissenheit. Für engdenkende Anhänger der beschriebenen Verfahren enthält das Buch aber wohl durchaus einen gewissen Provokationsfaktor.

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[Buchtipp] Der Pillendreh. Eine Apotheker packt aus, von Edmund Berndt

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Verlagsbeschreibung

Voodo-Medizin und Junk-Pharmazie sind im Vormarsch. Alle ihre Vertreter, aber auch deren Anhänger sind „so gut“ und wollen nur „das Beste“. Aber: Sind und wollen sie das auch wirklich? Nun haben auch der vielgepriesene Markt und der demokratische Staat diese „vielversprechenden“ Bereiche entdeckt. Der Markt treibt via offizieller Gesundheitspolitik die Behörden vor sich her. Diese geben den schwarzen Peter des Unwissenschaftlichen dem ahnungslosen Wähler (und Käufer) weiter, und der darf nun über Qualität von Mitteln und Therapien abstimmen, von denen er keine Ahnung hat. Ein skeptischer Blick hinter die Kulissen zeigt, daß dieses Spiel ein Uraltrenner ist und der Spruch „Wer heilt, hat recht“ ein ebenso oft bemühter Kalauer, der mit Wissenschaftlichkeit aber auch gar nichts am Hut hat. Der Geschädigte ist nämlich immer der Nicht-Geheilte, weil nach wie vor Kranke … Denn: Glaube mag vielleicht Berge zu versetzen, aber nicht Kranke – klinisch – gesund zu machen! Wem allerdings der bloße Glaube an seine „Gesundheit“ genügt, soll sich ruhig weiterhin in eingebildeter Sicherheit wiegen und sich das Geld aus der Tasche ziehen lassen … Zum Shop

Kommentar:

Der Pillendreh

Dass Naturheilmittel, die via Internet gekauft werden, oft von sehr fragwürdiger Qualität sind, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Wie sieht es aber aus, wenn Naturheilmittel oder Präparate der Komplementärmedizin in Apotheken und Drogerien erstanden werden?

Viele Konsumentinnen und Konsumenten glauben, dass diese Fachgeschäfte nur Naturheilmittel  von geprüfter Qualität anbieten.

Das aber ist eine grosse Täuschung. Ein grosser Teil der Naturheilmittel in Apotheken und Drogerien wird verkauft, ohne dass dafür auch nur ansatzweise Belege für ihre Wirksamkeit vorliegen. Konsumentinnen und Konsumenten müssen dies wissen und Transparenz an diesem Punkt wäre sehr wünschenswert. Es sollte klar deklariert werden, welche Naturheilmittel in ihrer Wirksamkeit belegt sind und welche nur von rein spekulativen Versprechungen getragen werden. Aber leider sind wir von einer solchen Transparenz meilenweit entfernt.

Konsumentinnen und Konsumenten, welche sich nicht durch leere Versprechungen an der Nase herum führen lassen wollen, kommen daher nicht darum herum, sich selber schlau zu machen.

Das Buch von Apotheker Edmund Berndt schärft die Wahrnehmung für diese Fragen und ist deshalb wertvoll, auch wenn es von dogmatischen Vertreterinnen und Vertretern aus dem Lager der Komplementärmedizin zweifellos als Provokation empfunden werden wird.

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