Echte und „falsche“ Akupunktur reduzieren Wechseljahrbeschwerden in Studie

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Die Behandlung eines „Nieren-Yin-Mangels“ durch Akupunktur hat in einer randomisierten klinischen Studie mit Frauen die Wechseljahrbeschwerden deutlich reduziert. Den gleichen Effekt erzielte gemäss einer Veröffentlichung in den Annals of Internal Medicine (2016; doi: 10.7326/M15-1380) auch eine Schein­akupunktur.

An der Studie beteiligten sich 327 postmenopausale Frauen, die wenigstens sieben Mal am Tag unter Wechseljahrbeschwerden litten. Sie bekamen über acht Wochen total zehn Behandlungen, die auf den Nieren-Meridian zielten und deren Punkte nach den Prinzipien der traditionellen chinesischen Medizin festgelegt worden waren.

Nur bei jeder zweiten Frau wurden die Nadeln jedoch in die Haut gestochen. Bei den anderen wurden stumpfe Nadeln eingesetzt, die die Haut nicht durchdringen. Der Unterschied soll für die Testpersonen nicht erkennbar sein.

Beide Behandlungen erzielten eine gleich gute Wirkung. Ein „Hot Flash“-Index besserte sich in beiden Gruppen unter der Therapie um 40 Prozent und die Linderung hielt über den Abschluss der Behandlung an. Auch bei zwei Nachuntersuchungen, drei und sechs Monate nach dem Ende der Behandlung, ging es den Teilnehmerinnen noch besser als beim Start der Studie.

Auch wenn die echte Akupunktur der Scheinbehandlung nicht überlegen war, ist Carolyn Ee, eine Allgemeinärztin mit Fortbildung in traditioneller chinesischer Medizin vom guten Effekt der Therapie überrascht. Bei der Behandlung kam eine vereinfachte Variante der Akupunktur zur Anwendung, bei der nur drei Nadeln eingesetzt wurden.

Ein Teil der Wirkung lässt sich möglicherweise damit erklären, dass die Frauen in der Studie intensiv betreut wurden und ihre Beschwerden ernst genommen wurden.

Auch eine spontane Verbesserung der Wechseljahrbeschwerden während der Studiendauer könnte einen Beitrag geleistet haben.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/65505/Echte-und-falsche-Akupunktur-lindern-klimakterische-Beschwerden-in-Studie

http://annals.org/article.aspx?articleid=2481811

Kommentar & Ergänzung:

Seit einiger Zeit werden zunehmend Studien publiziert, die der Akupunktur in verschiedenen Bereichen eine Wirksamkeit bescheinigen, zugleich aber zeigen, dass eine Scheinakupunktur oft vergleichbar wirkt. Für die Scheinakupunktur werden entweder wie in der vorliegenden Studie Nadeln verwendet, die nicht in die Haut eindringen, oder es werden mit korrekt funktionierenden Nadeln falsche Punkte gestochen, die ausserhalb der Meridiane liegen.

Das legt die Vermutung nahe, dass die Meridiane und die Akupunkturpunkte für die Wirkung der Akupunktur möglicherweise weniger bis gar nicht relevant sind. Aus dieser Ausgangslage eröffnet sich ein weites und interessantes Feld für Diskussionen darüber, wie die beobachtete Wirksamkeit des Verfahrens zustande kommt.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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