Nierenkranke können von Kakao-Flavanolen profitieren

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Kakao-Flavanole, die beispielsweise in dunkler Schokolade und Grüntee enthalten sind, schützen die Gefäße von Dialyse-Patienten, meldet die Universitätsklinik (UK) Essen.

Professor Tienush Rassaf vom UK Essen hat zusammen mit Kollegen am UK Düsseldorf untersucht, welche Effekte Kakao-Flavanole auf die Gefäßfunktion schwer kranker Nierenpatienten hat:

Bei hoher Flavanol-Zufuhr (820 mg/Tag) besserte sich die Gefäßfunktion sowohl kurz- wie auch langfristig.

Die durch die Dialyse bewirkte Gefäßschädigung konnte sogar zum Teil rückgängig gemacht werden. Wurde das Flavanol-Präparat längere Zeit eingenommen, zeigten sich zudem positive Wirkungen auf den Blutdruck.

Die Placebo-kontrollierte Studie wurde im Clinical Journal of the American Society of Nephrology publiziert.

Quellen:

Universitätsklinikum Essen

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=47215

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/urologische-krankheiten/article/901993/kakao-flavanole-nierenkranke-profitieren.html

http://cjasn.asnjournals.org/content/early/2015/12/17/CJN.05560515.abstract?sid=1d359c29-acbf-4ed6-9bcd-3481a135df70

Kommentar und Ergänzung:

Kakao-Flavanole werden seit geraumer Zeit intensiv erforscht. Da dürften nicht zuletzt handfeste Interessen der entsprechenden Industrie im Spiel sein. Die Ergebnisse vor allem hinsichtlich der Wirkungen auf die Gefässe sind sehr interessant, werden aber auch nicht selten etwas gar optimistisch dargestellt.

Flavanole sind im Pflanzenreich weit verbreitet – im Grüntee zum Beispiel EGCG (Epigallocatechingallat), im Schwarztee Theaflavine und Thearubigine. Aber auch Erdbeeren und Äpfel enthalten Flavanole. Deshalb würde ich nicht einfach nur auf Kakao setzen, sondern auf eine abwechslungsreiche Ernährung.

Flavanole gehören zu den Flavonoiden – das ist eine wichtige Wirkstoffgruppe in der Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Die Wirkung zahlreicher wichtiger Heilpflanzen gründet auf den Flavonoiden.

Beispiele sind:

Ginkgo-biloba-Extrakte bei Demenz und peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK);

Buchweizenkraut mit dem Flavonoid Rutin gegen Beschwerden bei Venenerkrankungen (z. B. Chronisch-venöse Insuffizienz, venöse Ödeme)

Mariendistel mit dem Flavonoid-Gemisch Silymarin, als Leberschutz bei Zufuhr leberbelastender Stoffe und bei chronischen Lebererkrankungen;

Weissdorn-Extrakte bei leichten Formen von Herzschwäche und leichten Formen von Angina pectoris.

Flavonoide kommen auch vor in vielen harntreibenden Heilpflanzen wie Goldrutenkraut (Solidago virgaurea) oder Birkenblätter.

Es ist bei allen Flavonoid-Heilpflanzen sehr wichtig, in welcher Form sie angewendet werden und in welcher Dosierung, damit eine Wirkung erzielt werden kann. Sehr häufig werden ungenügende Wirkstoffmengen zugeführt, zum Beispiel mit Pflanzentinkturen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

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