Esoterik: Pascal Voggenhuber – fragwürdige Geschäfte mit Trostbedürftigen

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Esoterik-Unternehmer Pascal Voggenhuber steht im Gegenwind, weil er Kritiker mit der Androhung von rechtlichen Schritten einzuschüchtern versucht.

Der Mann ist gegenwärtig ein Star in der boomenden Branche der Trost- und Hoffnungsverkäufer.

In seinen Shows praktiziert er Cold Reading und weckt beim Publikum gegen entsprechendes Entgelt den Glauben, dass er mit toten Angehörigen rede.

Das ist ein erfolgreiches Businessmodell. Es spricht allerdings viel dafür, dass Pascal Voggenhuber selber daran glaubt, dass er mit Toten redet. Schliesslich ist es für jeden Menschen nicht einfach durchschaubar, was genau in ihm abläuft. Dass die Botschaften, die Pascal Voggenhuber angeblich von den Toten empfängt, in seinem eigenen Kopf entstehen könnten, ist als Interpretation weniger einträglich und auch weniger erhebend als die Interpretation, dass es sich um Mitteilungen von Verstorbenen handelt.

Interessanter noch als die Figur Pascal Voggenhuber sind die Bedürfnisse, die sein Businessmodell schafft und deckt, sowie die Personen, die dieses Angebot kaufen.

Wer vorgibt, gegen Entgelt den Kontakt mit verstorbenen Angehörigen herstellen zu können, hilft mit bei der Vermeidung von Abschied. Man kann ja, so das Angebot, gegen Gebühr immer wieder in Kontakt treten. Das hat natürlich etwas Tröstliches. Ein lebendiger und sinnvoller Trauerprozess sieht meinem Eindruck nach anders aus.

Da Abschied und Trauer in unserer Gesellschaft generell eher marginalisiert werden, findet ein solches Angebot offensichtlich grosse Nachfrage.

Ich habe eine solide gestaltpsychotherapeutische Ausbildung absolviert und grossen Respekt vor den Themen Abschied und Trauer. Mich schaudert, wenn ich diesen oberflächlichen, showhaften, dilettantischen Umgang mit diesen sensiblen, existenziellen Bereichen sehe.

Aber gehen wir einmal davon aus, dass Pascal Voggenhuber tatsächlich den Kontakt mit Verstorbenen vermitteln kann (was ich nicht glaube).

Warum melden sich die Toten über die gebührenpflichtige Agentur Voggenhuber.

Das Modell erinnert mich an die Geldtransfer-Firma Western Union, die Geldüberweisungen gegen Gebühr ermöglicht. Im Businessmodell der Firma Voggenhuber geht es um den Transfer von Fragen und (eingebildeten) Antworten gegen Gebühr.

Sollten die Toten tatsächlich noch existieren und sollten sie mit uns kommunizieren wollen, warum melden sie sich nicht direkt bei den Angehörigen? Warum wählen sie den Weg über eine Agentur?  Und manchmal sogar an öffentlichen Veranstaltungen!

Wo bleibt die Privatsphäre der Toten, wenn man ihnen an einem Seminar persönliche Fragen stellt? Western Union jedenfalls ist viel diskreter.

Interessant wäre auch ein umfassender Vergleich des Trost-Produkts der Marke Voggenhuber mit dem Angebot etablierter Kirchen, die sich schon seit langem als Trostspender betätigen.

Bei der Kirche zahlt man Kirchensteuern und bekommt dafür ein Rund-um-Paket von der Taufe über die Heirat bis zur Bestattung – auf Wunsch verbunden mit seelsorgerischer Betreuung im Alltag. Dafür muss man sich allerdings ein Stück weit einlassen und binden.

Die Kunden der Trostagentur Voggenhuber wählen punktueller und bezahlen nur, was sie auch konsumieren. Während von der Kirchensteuer noch ein Teil für soziale Aufgaben eingesetzt wird.

 

Das unverbindliche Instant-Trostangebot der Agentur Voggenhuber liegt sehr im Zeitgeist und es übertrumpft die kirchlichen Angebote mit dem Versprechen eines direkten Kontaktes mit den verstorbenen Angehörigen. Unschlagbar auf dem Hintergrund des heutigen Zeitgeistes.

Informationen:

Wenn ein „Medium“ zu weltlichen Mittteln greift: Pascal Voggenhuber droht mit rechtlichen Schritten.

Cold Reading auf Wikipedia

Pascal Voggenhuber auf Psiram

Kritische Fragen an Pascal Voggenhuber auf skeptiker.ch.

Es gibt Künstlerinnen und Künstler, die als Mentalisten Cold Reading offen, transparent und damit ehrbar praktizieren.

Beispiel: http://mentaldave.de/index.php

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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