USA: Lebensmittelbehörde FDA für Verbot von Trans-Fettsäuren

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Transfette stehen im dringenden Verdacht, den LDL-Cholesterolspiegel und damit das Risiko für Atherosklerose und Herzinfarkt zu erhöhen. Sie werden vor allem industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln wie Blätterteig, Tiefkühlpizza, Mikrowellen-Popcorn, Pommes frites, Keksen und Kartoffelchips zugesetzt.

Naturbelassene pflanzliche Öle und Fette sind praktisch frei von Trans-Fetten.  Bei industriellen Prozessen wie beim Härten von Pflanzenöl entstehen Transfettsäuren als Nebenprodukt.

Durch die Fetthärtung soll die Konsistenz und die Stabilität von Ölen erhöht werden. Sie sollen dadurch länger haltbar und leichter verarbeitbar werden. Aus flüssigen Ölen entstehen so streichfähige Produkte wie z.B. Margarine hergestellt.

Bei der Margarineherstellung betrug früher infolge unvollständiger Fetthärtung der Anteil von trans-Fettsäureester in den Glyceriden bis zu 20 Prozent; inzwischen sind durch verbesserte Herstellungstechniken vollständiger hydrierte Produkte mit weit tieferem Anteil (ca. zwei Prozent) erhältlich.

Die Fetthersteller haben in den vergangenen Jahren ihre lebensmitteltechnologischen Prozesse umgestellt und damit den Anteil von Transfettsäuren gesenkt.

In der Schweiz darf seit April 2008 die Summe der Trans-Fettsäuren 2 g pro 100 g pflanzliches Speiseöl bzw. pflanzliches Speisefett nicht übersteigen.

Die USA gehen jetzt offenbar noch einen Schritt weiter. In ihrer Eigenschaft als oberste Lebensmittelbehörde des Landes hat die US-amerikanische FDA ein Verbot von teilweise gehärteten Fetten (partially hydrogenated oils, PHO) auf den Weg gebracht. Man betrachte PHO nicht mehr als «anerkannt sicher», erklärt die FDA in einer Pressemitteilung. Lebensmittelzusätze ohne das Attribut «anerkannt sicher» müssen von der FDA genehmigt werden, bevor ein Hersteller sie in einem Produkt verwenden darf. Die FDA startete vor kurzem eine 60-tägige Phase für Stellungnahmen – danach soll das Verbot endgültig werden.

Worauf gesundheitsbewusste Konsumentinnen und Konsumenten achten sollen, hat der österreichische „Kurier“ zusammengefasst:

„Künstliche ungesättigte Fette sind (innerhalb der Grenzwerte) vor allem in Backwaren, Fertigprodukten wie Fertigteigen, Fast Food, in frittierten Speisen, süßen Brotaufstrichen, Mikrowellenpopcorn und in fettigen Knabbereien wie Chips enthalten.

Laut AGES müssen bei verpackten Lebensmitteln auf der Zutatenliste gehärtete Fette und Öle mit der Angabe ‚gehärtet’ ausgewiesen werden – so findet man Angaben wie ‚enthält gehärtete Fette’ oder ‚pflanzliches Fett, z. T. gehärtet’.“

Quelle:

http://kurier.at/lebensart/gesundheit/aus-fuer-transfette-in-den-usa/34.692.737

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=46922&Nachricht_ID=49549&Nachricht_Title=Nachrichten_USA:%20trans-Fetts%E4uren%20werden%20verboten&type=0

Trans-Fettsäuren auf Wikipedia

Kommentar & Ergänzung:

Das Thema „Transfette“ ist ein Beispiel dafür, wie bei einem industriellen Herstellungsprozess, der vor allem den Nahrungsmittelherstellern zugute kommt, einfach drauflos produziert wird, während die Risiken erst Jahrzehnte später klar werden.

Ich bin keineswegs ein fundamentalistischer Technologiegegner, aber dieses Beispiel zeigt halt einfach wieder einmal, dass eine gesunde Portion Skepsis gegenüber solchen Verarbeitungsprozessen durchaus angebracht ist.

Durch die Vorschriften zur Begrenzung der Trans-Fettsäuren ist das Problem zwar ein Stück weit entschärft worden. Das Risiko bei den Transfetten liegt vor allem in einer hohen täglichen Zufuhr. Das Vorgehen der FDA zeigt aber, dass es auch ohne Transfettsäuren geht. Dann ist ohne zweifellos vorzuziehen.

Bis die Lebensmittelbehörden hierzulande das auch so sehen, empfiehlt sich für Konsumentinnen und Konsumenten Produkte mit gehärteten Fetten und Ölen wo möglich zu meiden. Vielleicht ersparen wir uns dadurch in der Zukunft ein paar Packungen Cholesterinsenker.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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