Süssholzwurzel im Verdauungstrakt

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Die „Österreichische Apothekerzeitung“ (Nr. 17 / 3013) hat einen informativen Artikel veröffentlicht zum Thema Phytotherapie bei Erkrankungen im Gastrointestinaltrakt.

Interessant daraus ist unter anderem der Abschnitt über die Süssholzwurzel:

„Glycyrrhizin, der Hauptinhaltsstoff der Süßholzwurzel (Liquiritiae radix), wirkt antiulzerogen und zwar über eine Hemmung der Leukozytenwanderung und eine Thrombininhibition. Zusätzlich kommt es zu einer verminderten Magensaftsekretion, einer verringerten Pepsinaktivität und zu einer erhöhten Viskosität der Magenschleimhaut. In den letzten Jahren wurde zudem ein keimhemmender Effekt der Glycyrrhetinsäure gegenüber Heliobacter pylori entdeckt. Dabei konnten diese Effekte sogar bei Claritromycin- bzw. Metronidazol-Resistenz beobachtet werden.

Laut ESCOP wird Süßholzwurzel daher zur unterstützenden Therapie bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren und bei Magenschleimhautentzündungen empfohlen.

Da Glycyrrhizin neben Corticoiden den Abbau von Aldosteron hemmt, kommt es bei längerem Gebrauch zu einem Überschuss an Mineralkortikoiden, der zu einem Kaliumverlust, Ödemen und Herzbeschwerden führen kann. Daher sollte eine Therapie mit Süssholzwurzel nicht länger als 4 Wochen andauern. In der Schwangerschaft, bei Bluthochdruck sowie bei Leber- und Nierenerkrankungen ist die Süssholzwurzel kontraindiziert.

Tagesdosis: 5 – 15 g Süssholzwurzel bzw. 200 – 600 mg Glycyrrhizin oder 0,5 bis 1 g Succus liquiritiae.“

Quelle:

http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2013/OAZ-2013-17.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Süssholzwurzel ist ein häufiger Bestandteil von Brustteemischungen gegen Husten, weil sie neben einem leicht schleimlösenden Effekt auch noch das Aroma versüsst.

Die meinem Eindruck nach weniger geläufige Anwendung bei Magenschleimhautentzündungen ist aber genauso interessant.

Die erwähnten Nebenwirkungen brauchen noch eine Erläuterung: Heikel könnte es vor allem werden, wenn über längere Zeit in grösseren Mengen Lakritze ( = Bärendreck) konsumiert wird, welche eingedickten Süssholzsaft enthält. In solchen Situationen sind Elektrolytstörungen nicht ausgeschlossen.

Einige Studien geben Hinweise auf ein mögliches Risiko durch Lakritzekonsum während der Schwangerschaft:

In der Schwangerschaft Lakritze besser meiden

Lakritze schädlich in der Schwangerschaft?

Ausserdem:

Süssholzwurzeltee schützt Magenschleimhaut

Amorfructine aus Süssholz gegen Diabetes?

Süssholz zur Arzneipflanze des Jahres 2012 gewählt

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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