Unnötige Operationen vermeiden

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In der „NZZ am Sonntag“ von heute findet sich ein interessantes Interview mit Bernhard Christen, dem Präsidenten der Schweizerischen Gesellschaft für Orthopädie.

Er sorgt sich wegen den Risiken und Kosten unnötiger Operationen und stellt Massnahmen vor, mit denen dem entgegen gewirkt werden soll.

Zitat:

„Es ist nicht abzustreiten, dass manchmal zu rasch eine Operation empfohlen wird. Es gibt keine genauen Zahlen, aber der Gesellschaft für Orthopädie werden immer wieder Fälle zugetragen, bei denen eine Operation nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Zudem scheinen gewisse Operationen mit der Anzahl Orthopäden zusammenzuhängen. Mit medizinischen Argumenten lässt sich jedenfalls nicht erklären, warum im Kanton Bern mehr Knieprothesen eingesetzt werden als etwa in der Ostschweiz. Vergessen wir nicht: Selbstständig tätige Chirurgen verdienen mehr Geld, wenn sie mehr operieren.“

(NZZ am Sonntag,  25. August 2013)

Dieses Problem ist schon sehr alt und es ist sehr sinnvoll, wenn die Medizin und hier die Schweizerische Gesellschaft für Orthopädie Massnahmen ergreift, um es soweit möglich einzudämmen. Die moderne Medizin ist eine sehr wertvolle Errungenschaft. Die Operationstechniken und Operationsmöglichkeiten haben grosse Fortschritte gemacht. Zudem ist diese Medizin aber auch immer wieder in Gefahr, durch finanzielle Einflusse korrumpiert zu werden.

Man muss das aber trennen. Die Kritik an finanziellen Missbräuchen soll hart und präzis sein. Sie betrifft jedoch nicht die medizinischen Methoden an sich und damit auch nicht die Medizin als Ganzes.

Dazu kommt dann aber auch noch die Kritik an medizinischen Methoden selber, in dem deren Wirksamkeit immer wieder überprüft wird.

Konkrete Kritik bringt die Medizin weiter. Ganz im Unterschied zu pauschalen Feindbildern.

Daher halte ich auch das Interview mit Bernhard Christen in der NZZ am Sonntag für sehr begrüssenswert.

Offenheit, Transparenz und Kritik schaffen letztlich Vertrauen.

Davon könnten im übrigen meiner Ansicht nach auch Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin mehr brauchen – Offenheit, Transparenz und Kritik meine ich. Vor allem interne Kritik, wie sie Bernhard Christen in der NZZ an der Orthopädie äussert, wird in Alternativmedizin und Komplementärmedizin allzu oft als Verrat empfunden. Dem Kritiker oder der Kritikerin wird sehr rasch unterstellt, eigentlich zum anderen Lager zu gehören und „schulmedizinisch“ zu denken.

Siehe dazu:

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung

Komplementärmedizin – Mehr Argumente, weniger fraglose Gläubigkeit

Naturheilkunde – kritische Fragen unerwünscht?

Mehr Kontroverse in Komplementärmedizin, Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde

Und betreffend unnötige Operationen muss wieder einmal auch die Möglichkeit hingewiesen werden, sich als Patientin oder Patient  vorgängig eine Zweitmeinung einzuholen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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