Zur Begriffsverwirrung betreffend Homöopathie / Phytotherapie

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Bei Laien und sogar auch bei manchen Fachleuten kommt es immer wieder zu eklatanten Begriffsverwirrungen rund um Homöopathie und Phytotherapie.

„Ich nehme jetzt etwas Homöopathisches und trinke Kamillentee.“

Solche Äusserungen sind nicht selten und sie zeugen von einem grundlegenden Unverständnis betreffend den sehr unterschiedlichen Konzepten von Homöopathie und Phytotherapie.

Ein aktuelles Beispiel liefert die Zeitung „Neues Deutschland“ in einem Beitrag über die Passionsblume (Passiflora):

„In der Homöopathie und Heilpraxis können Blätter und Blüten der Passiflora incarnata als Tee gegen Depression, Ängste und Schlaflosigkeit hilfreich sein.“

Quelle:

http://www.neues-deutschland.de/artikel/821780.blaues-bluetenwunder-an-langen-ranken.html

Das ist vollkommener Unsinn: Ein Tee ist nie etwas Homöopathisches.

In der Homöopathie werden die Ausgangsstoffe (Pflanzen, Tiere, Metalle, aber auch Mondlicht, Vakuum, Röntgenstrahlen, Hundekot. Plutonium etc. ) schrittweise so stark verdünnt, bis nur noch Spuren oder bei hohen Verdünnungen keine Wirkstoffe mehr in dem Präparat vorhanden sind.

Dazu wird noch bei jedem Verdünnungsschritt rituell verschüttelt.

Für Passionsblumenextrakt – also eine phytotherapeutische Zubereitungform – gibt es einige Hinweise aus Patientenstudien, die eine beruhigende und leicht angstlösende Wirkung nahelegen. Zweifelsfrei gesichert ist dies zwar nicht, doch empfiehlt die ESCOP-Kommission auf der Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen die Anwendung von Passionsblumenkraut bei Angespanntheit, Unruhezuständen und Erregbarkeit mit Einschlafstörungen.

Globuli werden nun unter der Bezeichnung Passiflora bequemerweise für ähnliche Anwendungsbereiche verkauft. Obwohl sie aufgrund ihrer hohen Verdünnung keine Passionsblume enthalten (oder allenfalls marginale Spuren). Und obwohl es keinerlei glaubwürdige Dokumention bezüglich ihrer Wirksamkeit gibt.

Die Verwischung und Verwechslung von Anwendungsformen der Homöopathie und der Phytotherapie ist sehr fragwürdig und sie passiert auch in Apotheken und Drogerien immer wieder.

Anwenderinnen und Anwender brauchen aber ein klares Bild der beiden höchst unterschiedlichen Konzepte, um eine informierte Entscheidung zu treffen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

k

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