Astrologie: Zur Planetenkonstellation des Bombenanschlags in Boston

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Auf den Astrologie-Portalen häufen sich gerade die Analysen über die Planetenkonstellation, die zum Bombenanschlag von Boston geführt haben soll.

Dabei fällt auf, dass die Planetenkonstellationen im Horoskop des Bombenanschlags nach Ansicht der involvierten Astrodiensten eindeutig auf ein solche Ereignis hinweisen – wobei sich die Erklärungen im Detail allerdings stark unterscheiden und die „Astrologie-Szene“  offenbar nicht sehr einig ist über die Interpretation der Ursachen dieses Ereignisses.

Nur dass es in den Sternen steht, das scheint den Sterndeutern offenbar klar.

Florian Freistetter hat auf Sciensblogs zu diesem Punkt eine wertvolle Anregung für die Astrologinnen und Astrologen veröffentlicht:

„Sagt doch das nächste Mal vorher Bescheid! Dann wird vermutlich auch niemand auf euch hören. Aber danach könnt ihr dann sagen: “Wir haben es vorhergesagt! Hättet ihr mal auf uns gehört!”. Und wenn ihr dann das nächste Mal eine Warnung habt, dann hört man euch vielleicht aufmerksamer zu. Und wenn auch diese Vorhersage stimmt, dann wird das Vertrauen in das “astrologische Zeitmodell” immer größer werden. Man vertraut der Astrologie deswegen nicht, weil ihr immer nur hinterher wisst, was ihr vorher angeblich vorhersagen hättet können! Leistet doch einmal das, was ihr behauptet zu können. Dann klappt es auch mit dem Vertrauen!“

Und weiter:

„….man stelle sich nur vor, was man damit für die Astrologie leisten könnte! Dumme Leute wie ich, die andauernd über Astrologie meckern, müssten sich eingestehen, dass sie sich geirrt hätten! Die Astrologie könnte endlich ihren rechtmäßigen Platz unter den Wissenschaften einnehmen! Astrologen würden nicht mehr in die Esoterikecke gestellt und ausgelacht! Und Menschenleben könnte man auch noch retten…

Aber dazu müsste man sich erstmal einig sein, was die Dinge am Himmel zu bedeuten haben.“

So ganz traut Florian Freistetter den Astrologinnen und Astrologen das jedoch offenbar nicht zu:

„ Die exakte Position der Planeten für den 15. April 2013 war am 15. März 2013 genauso bekannt wie am 15. April 2012 oder am 15. April 2002. Zu jedem dieser Zeitpunkte hätte man genau das gleiche Horoskop ausdrucken können, das jetzt alle Astrologen vor sich liegen haben und “analysieren”. Aber vor dem 15. April 2013 hätte kein Astrologe darin irgendetwas über einen Anschlag in Boston herauslesen können. Im Horoskop findet sich immer nur das, was der Astrologe finden möchte. Und das ist immer nur das, was der Astrologe schon vorher weiß.“

Quelle:

http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2013/04/20/astrologie-und-katastrophen-der-bombenanschlag-von-boston/

Kommentar & Ergänzung:

Die jeweils zahlreichen, sehr von einander abweichenden, aber penibel genauen astrologischen Erklärungen von Katastrophen und Attentaten im Nachhinein,  schlagen mir schon ein bisschen auf die Aura…..

Dank also an Florian Freistetter dafür, dass er mit viel Engagement versucht, hier ein bisschen Ordnung zu schaffen.

Für ein vertieftes Verständnis der Astrologie muss man allerdings deren Grundlagen verstehen, wozu ganz zentral der sogenannte Barnum-Effekt gehört.

Mehr dazu hier:

Astrologie: Gegenwind für Monica Kissling alias Madame Etoile im Schweizer Radio

P. S.: Astrologie & Medizin waren historisch betrachtet über lange Zeiträume eng verbunden, wobei auch Verbindungen zwischen Pflanzen und Planeten postuliert wurden. In Alternativmedizin und Komplementärmedizin findet man solche Theorien zum Beispiel in der Anthroposophischen Medizin sowie unter der Bezeichnung Astromedizin.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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