Übersinnliche Fähigkeiten im Test

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Die Skeptiker-Vereinigung  überprüft jedes Jahr Kandidaten, die sich selbst übersinnliche Fähigkeiten zuschreiben. Begabte Hellseher, Astrologen, Wünschelrutengänger können eine Million Euro gewinnen.

Hellseher sind davon überzeugt, in die Zukunft sehen zu können, Astrologen wollen das Schicksal der Menschen aus den Sternen erkennen können.

Und manche suchen mit Pendeln oder Wünschelruten nach Wasseradern oder Erdstrahlen.

Andererseits gibt es aber auch Zweifel daran, dass es solche Fähigkeiten überhaupt gibt. In vielen europäischen Ländern haben sich Skeptiker in Verbänden organisiert, um sich für kritisches Denken und eine wissenschaftliche Herangehensweise an solche Phänomene einzusetzen. Skeptiker in Deutschland haben sich in der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)“ zusammengeschlossen.

Die GWUP testet jedes Jahr Kandidaten darauf, ob ihre paranormale Fähigkeiten einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten.

Seit 2005 haben viele Wünschelrutengänger, Pendler und Hellseher sich für diese Tests gemeldet und versucht, ihr Können unter Beweis zu stellen und die von der GWUP ausgesetzten 10 000 Euro abzuholen – ohne den geringsten Erfolg.

Dank eines anonymen Spenders setzt die belgische Skeptiker-Vereinigung SKEPP nun sogar ein Preisgeld von 1 Million Euro für einen bestandenen Test aus – allerdings nur bis zum 30. September 2013.

Yvonne Koch hat für dRadio Wissen einen Mann begleitet, der in einem solchen Test seine übersinnlichen Fähigkeiten nachweisen wollte und überzeugt davon war, dank einer schamanistischen Ausbildung in der Lage zu sein, ein mit Insektenspray vergiftetes Apfelstück unter unvergifteten Apfelstücken mit seinen Händen heraus spüren zu können.

In der sorgfältig aufgebauten Überprüfung versagte der Mann allerdings vollständig.

Quelle:

Die Radiosendung lässt sich hier nachhören:

http://wissen.dradio.de/uebersinnlich-voll-normal.35.de.html?dram:article_id=239720

Kommentar & Ergänzung:

Am eindrücklichsten bei diesen Tests ist für mich das Ausmass an Selbsttäuschung, dem die Kandidatinnen und Kandidaten unterliegen. Praktisch immer handelt es sich um Menschen, die zutiefst von ihren heilerischen und/oder hellseherischen Fähigkeiten überzeugt sind.  Ihre Erfahrungen scheinen ihnen diese Fähigkeiten zu bestätigen, aber es sind sehr selektiv aufgenommene und interpretierte Erfahrungen. Erfahrung täuscht uns auch oft. Darum kommt es darauf an, wie sorgfältig wir mit unseren Erfahrungen umgehen. Dazu im Folgenden zwei Texte zum Umgang mit Erfahrung in der Naturheilkunde, wobei das aber für alle anderen Themenbereiche genauso gilt:

Naturheilkunde: Erfahrung genügt nicht als Begründung

Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung

Jedenfalls scheitern diese Überzeugungen regelmässig, wenn sie in kontrollierten Tests überprüft werden, mit denen die Kandidatinnen und Kandidaten sich vorher einverstanden erklärt haben.

Mit eingebildeten übersinnlichen Fähigkeiten geht oft ein Risiko für Machtmissbrauch einher. Wer angeblich mehr weiss als alle anderen, kann dieses „Wissen“ leicht zu Manipulationszwecken verwenden.  Vor allem wenn es um angeblich übersinnliche heilerische Fähigkeiten geht, sind verzweifelte Patientinnen und  Patienten oft eine leichte Beute. Allerdings bin ich überzeugt davon, dass die überwiegende Mehrheit dieser angeblichen Heilerinnen und Heiler nicht bewusst betrügt, sondern höchst überzeugt vom Wert ihrer Arbeit ist. Die Vorstellung, mit besonderen, aussergewöhnlichen Heilkräften ausgestattet zu sein, gibt allerdings einen grossen Sinngewinn, einen nicht geringen Schub für’s Selbstwertgefühl und manchmal gar ein veritables Auserwähltheitsfeeling. Dieser Bonus macht es schwierig, die Selbsttäuschung zu durchschauen.

Meinem Eindruck nach trieft diese Szene vor Selbstüberschätzung und die Tests der GWUP bestätigen diese Ansicht durchgängig.

Es scheint mir sehr ratsam, dass Patientinnen und Patienten sich von grossartigen übersinnlich-medialen Heilungsversprechungen nicht beeindrucken lassen, sondern die Selbstüberschätzung und Selbstinszenierung erkennen, die sehr oft in solchen Auftritten steckt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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