Experimente stärken Zweifel am Nutzen von Antioxidantien

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Antioxidantien galten einmal als Wundermittel gegen Hautalterung, Krebs und alle möglichen Leiden.
Denn sie wirken als „Radikalfänger“ und machen sogenannte reaktive Sauerstoffspezies unschädlich. Zu denen gehören auch die früher als „freie Radikale“ bezeichneten Sauerstoffradikalen. Diese wurden als eine der Ursachen für Alterung und Krankheiten aufgefasst.

Wissenschaftler der Universität von Manchester berichten in der aktuellen Ausgabe von „Nature Cell Biology“ von neuen Hinweisen , dass reaktive Sauerstoffspezies auch eine positive Funktion bei der Wundheilung haben – zumindest bei Kaulquappen. Nur wenn diese Sauerstoffmoleküle in der Wunde vorhanden waren, wuchs den Tieren nach dem Verlust des Schwanzes ein neuer. Bei Tests mit Antioxidantien, die diese Sauerstoffspezies einfangen und unschädlich machen, entwickelten die Kaulquappen dagegen keinen neuen Schwanz. In diesem Experiment erwiesen sich die Antioxidantien also als schädlich für die Wundheilung.

Auch andere Wissenschaftler hatten zuvor bereits davor gewarnt, den Nutzen von Antioxidantien zu überschätzen.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=179561

Originalbeitrag in „Nature Cell Biology“:

http://www.nature.com/ncb/journal/vaop/ncurrent/full/ncb2659.html

Kommentar & Ergänzung:

Man darf natürlich auch die Aussagekraft solcher Experimente mit Kaulquappen nicht überbewerten. Ob und allenfalls wie sich solche Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, bleibt offen.

Allerdings mehren sich seit einigen Jahren die deutlichen Hinweise dafür, dass die einfache Schwarz-Weisss-Sicht mit den guten Antioxidantien und den bösen „freien Radikalen“ so nicht stimmt. Damit wird das darauf basierende Geschäftsmodell vieler Hersteller von Nahrungsergängzungsmitteln (wie z. B. Burgerstein) in Frage gestellt. Aber auch Apotheken, Drogerien, Internethändler und Grossverteiler wie Migros und Coop machen fragwürdige Geschäfte mit Antioxidantien.

Antioxidantien sind in der Natur weit verbreitet. Sie werden in grosser Vielfalt von tierischen und pflanzlichen Organismen hergestellt oder sind beispielsweise Spurenelemente.

Wikipedia schreib zu den natürlichen Antioxidantien:

„Viele Antioxidantien sind natürlich und endogen vorkommende Stoffe. Im Säugetierorganismus stellt das Glutathion ein sehr wichtiges Antioxidans dar, auch eine antioxidative Aktivität von Harnsäure und Melatonin ist bekannt. Ferner sind Proteine wie Transferrin, Albumin, Coeruloplasmin, Hämopexin und Haptoglobin antioxidativ wirksam. Antioxidative Enzyme, unter denen die wichtigsten die Superoxiddismutase (SOD), die Glutathionperoxidase (GPX) und die Katalase darstellen, sind zur Entgiftung freier Radikale in den Körperzellen ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Für ihre enzymatische Aktivität sind Spurenelemente wie Selen, Kupfer, Mangan und Zink wichtig. Als antioxidativ wirksames Coenzym ist Ubichinon-10 zu nennen. Für den menschlichen Organismus essentiell notwendige und antioxidativ wirksame Stoffe wie Ascorbinsäure (Vitamin C), Tocopherol (Vitamin E) und Betacarotin (Provitamin A) können nicht bedarfsdeckend synthetisiert werden und müssen mit der Nahrung zugeführt werden (exogene Antioxidantien). Eine Reihe von Antioxidantien werden als Bestandteil der Muttermilch an den Säugling weitergegeben um dort ihre Wirkung zu entfalten.

Als sekundäre Pflanzenstoffe kommen Antioxidantien wie Carotinoide und verschiedenste polyphenolische Verbindungen (Flavonoide, Anthocyane, Phytoöstrogene und andere) in zahlreichen Gemüse- und Obstarten, Kräutern, Früchten, Samen etc. vor und auch in daraus hergestellten Lebensmitteln. Ebenfalls pflanzlichen Ursprungs sind Vitamin C und Vitamin E, die aber auch synthetisch oder teilsynthetisch hergestellt werden können.“

Unter den antioxidativ wirkenden sekundären Pflanzenstoffen gibt es einige, die auch für die Phytotherapie relevant sind, beispielsweise Flavonoide (z . B. Silymarin aus Mariendistel, Rutin aus dem Buchweizenkraut), Anthocyane (blaue Farbstoffe bspw. aus Heidelbeeren), Phytoöstrogene (aus Soja, Leinsamen), Epigallocatechingallat (EGCG) aus Grüntee.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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