Zwiebeltee als Hausmittel gegen Erkältungen

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Ein altes Hausmittel gegen Erkältungen ist der Zwiebeltee.

Und wie es bei Hausmitteln oft der Fall ist, gibt es dazu kaum Forschungsergebnisse, so dass sich wenig Gesichertes darüber sagen lässt, wie die Wirkung zustande kommt.

Die Zwiebel gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Als erstes züchteten die Menschen wahrscheinlich in Pakistan, Afghanistan und dem Iran die Zwiebel. In China wurde sie schon vor etwa 5.000 Jahren angebaut. Auch im alten Ägypten wurde das Gemüse geschätzt.

Selbst der jung verstorbene Pharao Tutanchamun bekam für seine Reise ins Jenseits eine Portion Zwiebeln mit ins Grab.

Inhaltsstoffe der Zwiebel

In den letzten Jahrzehnten wurden die Inhaltsstoffe der Zwiebel erforscht. Sie enthalten wie ihre Verwandten, beispielsweise der Knoblauch, viele schwefelhaltige Verbindungen, die für den charakteristischen Geruch verantwortlich sind.

Was die alten Ägypter über die Wirkung der Zwiebel nur vermuten konnten, lässt sich heute im Labor genau analysieren. Zwiebeln und ihre Verwandten im Gemüsegarten, zum  Beispiel der Knoblauch, enthalten viele schwefelhaltige Verbindungen. Das sagt Claus Jacob, der als Professor für Bioorganische Chemie an der Universität des Saarlandes die Wirkung von pflanzlichen Inhaltsstoffen auf die Gesundheit erforscht.

Zwiebel-Inhaltsstoffe töten Bakterien

Die schwefelhaltigen Verbindungen sind es, welche für den charakteristischen Zwiebelgeruch verantwortlich sind, und auch für die antibakterielle Wirkung Die Pflanzen hätten diese Stoffe über Jahrmillionen als Abwehr gegen Krankheitserreger entwickelt, erklärt Jacob. Sie rüsteten sich mit solchen In- haltsstoffen dafür, gewisse Bakterien, Mikroben und Viren zu zerstören.

Mittlerweile ist es möglich, die Zwiebel-Verbindungen im Labor konzentriert herzustellen. Auch konnten Wissenschaftler bei Versuchen mit Bakterienkulturen zeigen, dass die Substanzen manche Erreger effektiv bekämpfen.

Das Potential der Zwiebel als Hausmittel gegen Erkältungen lässt sich daraus jedoch nicht direkt ableiten. Möglicherweise werden die Inhaltsstoffe nach dem Zwiebelgenuss so rasch abgebaut, dass sie nicht wirken können. Oder sie erreichen nicht an jene Stellen im Körper, an denen die Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger sitzen.

In dieser Hinsicht hat die Zwiebel – zumindest was Erkältungen angeht – allerdings einen Vorteil: Der Mensch scheidet ihre schwefelhaltigen Inhaltsstoffe nicht über die Verdauungsorgane aus, sondern über den Atem. Auf diesem Weg passieren die Abbauprodukte Lunge und Bronchien. Es sei gut möglich, dass dann auch das ein oder andere Bakterium stirbt und die Schleimhäute ein wenig abschwellen, sagt Jacob.

Knoblauch hat eine vergleichbare Wirkung

Den Zwiebeltee (einfach hergestellt aus in Wasser gekochten Küchenzwiebeln) möchte Jakob trotzdem nicht in größeren Mengen empfehlen. Wer gerne ab und zu ein oder zwei Tassen davon trinken möchte, könne das ohne Bedenken tun. Ein paar Studien hätten jedoch gezeigt, dass der stetige Konsum von größeren Mengen an rohen Zwiebeln die Speiseröhre und Magenschleimhaut reizen könne.

Wer nur auf die Atemwirkung aus sei, müsse auch nicht den grauslichen Tee herunterspülen. Eine rohe Zwiebel im Salat schmecke nicht nur besser, sondern erziele auch einen vergleichbaren Effekt, sagt Jacob – der seinerseits eher ein Knoblauchfan ist. Knoblauch sei nicht so wässrig und seine Inhaltsstoffe seien viel facettenreicher.

Um die Wirkung zu optimieren, empfiehlt der Wissenschaftler, die Mahlzeit mit ein wenig Fett zu verbinden. Das sauge die Wirkstoffe auf und transportiere sie besser in den Körper.

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/zwiebeltee-hilft-gegen-erkaeltung-a-818606.html

Kommentar & Ergänzung:

Tatsächlich ist die antibakterielle Wirkung von Zwiebeln (und von Knoblauch) gut dokumentiert.  Allerdings geht es bei Erkältungskrankheiten in erster Linie um Viren und für eine antivirale Wirkung sind mir keine Belege bekannt.

Die Wirkung der Zwiebel bei Husten und Schnupfen könnte aber auch durch einen Reizeffekt auf die Schleimhäute zustande kommen.

Neben dem Zwiebeltee werden als Hausmittel auch Zwiebelsirup und Zwiebelwickel eingesetzt.

Siehe dazu:

Zwiebelsirup gegen Husten

Zwiebelsirup gegen Husten 2

Pflanzenheilkunde: Zwiebelsirup löst Schleim bei Husten

Zwiebelwickel & Ohrenschmerzen

Ausserdem:

Zwiebel als wirksames Konservierungsmittel

Zu den Inhaltstoffen der Zwiebel schreibt Wikipedia:

„Charakteristisch ist die in der Zellenwand enthaltene schwefelhaltige Aminosäure Isoalliin, die bereits bei der Zubereitung zersetzt wird. Menschen müssen beim Schneiden der Zwiebel „weinen“, weil das im Inneren der Zelle befindliche Enzym Alliinase die Aminosäure Isoalliin unter anderem in das die Schleimhäute reizende Propanthial-S-Oxid spaltet, welches dann durch Verdunstung und Spritzer die Schleimhäute reizt; infolgedessen tränen die Augen.

Ein weiterer Bestandteil ist der auch geschmacksprägende Zucker Rhamnose, der im menschlichen Dünndarm nicht resorbiert wird und somit den Bakterien der natürlichen Dickdarmflora ungeschmälert zur Verfügung steht. Dadurch kommt es nach dem Verzehr von Zwiebeln zur verstärkten Gasbildung, die sich in Flatulenz äußern kann, für deren Geruch neben den Abbauprodukten der Rhamnose auch die der schwefelhaltigen Inhaltsstoffe verantwortlich sind.“

Und was bitte sehr ist eine Flatulenz?

Voilà:

„ Flatulenz (von lateinisch flatus = ‚Wind‘, ‚Blähung‘) bezeichnet die verstärkte Entwicklung von Gasen (beispielsweise Methan, Kohlenstoffdioxid, Schwefelwasserstoff und anderen Gär- bzw. Faulgasen), im Magen und/oder Darm, wonach es zum rektalen Entweichen (Flatus) von Darmgasen kommt. Sitzen diese Darmgase fest (Flatus incarceratus), kann es zu schmerzhaften Bauchkrämpfen kommen. Es werden je nach Region unterschiedliche volkstümliche Bezeichnungen für die Flatulenz verwendet, z. B. Furz, Pfurz, Pups, Fahrn etc., in Österreich auch Schas (auch Schaas geschrieben), die zum Teil als vulgär empfunden werden. Als neutral, aber veraltet, gilt die deutsche Bezeichnung Leibwind.“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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