Zimt & Cumarin: Ceylon-Zimt unproblematischer als Cassia-Zimt

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Wer gern ausgiebig Zimt beim Kochen und Backen einsetzt, sollte möglichst Ceylon-Zimt bevorzugen. Sein Gehalt an Cumarin ist deutlich tiefer als bei Cassia-Zimt.

Immer wiederkehrend geistern Warnungen durch die Medien, wonach Zimtguetzli bzw. Zimtsterne wegen ihrem Cumaringehalt schädlich seien. Oft wird dabei nicht unterschieden zwischen Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin hat nun in einer aktualisierten Stellungnahme diesen Unterschied betont und weitere Informationen zu diesem Thema geliefert.

Cumarin kann bei empfindlichen Personen bereits in verhältnismässig kleinen Mengen die Leber schädigen.

Seit dem Jahr 2011 gelten nach Bestimmungen der Europäischen Union 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag als tolerierbare Dosis. Kleinkinder mit einem Gewicht von 15 Kilogramm nehmen die für sie akzeptable Menge Cumarin zu sich, wenn sie circa sechs kleine Zimtsterne (etwa 30 Gramm) oder 100 Gramm mit Zimt gewürzte Lebkuchen konsumieren.

Wer für ein bis zwei Wochen die vertretbare Höchstmenge überschreitet, braucht sich laut dem BfR noch keine Sorgen zu machen. Bedenklich könnte es allerdings werden, wenn kleine Kinder mit einem Gewicht von 15 Kilogramm über längere Zeit täglich eine Menge von mehr als 0,5 Gramm Cassia-Zimt mit durchschnittlichen Cumaringehalten einnehmen. Bei 60 Kilogramm schweren Erwachsenen ist die tolerierbare Menge bei 2 Gramm erreicht.

Das BfR kommt aufgrund einer neuen Studie zum Schluss, dass Cumarin aus Cassia-Zimt fast genauso gut vom menschlichen Organismus aufgenommen wird wie als isolierte Substanz. Der Wert für die tolerierbare tägliche Aufnahmedosis gilt deshalb auch für Cumarin in Zimt.

Quelle:

http://www.ruhrnachrichten.de/leben/gesundheit_und_wellness/gesundheit/Zimtliebhaber-verwenden-besser-Ceylon-Variante;art364,1779747

Vollständige Stellungnahme:

http://www.bfr.bund.de/cm/343/neue-erkenntnisse-zu-cumarin-in-zimt.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Das Bfr geht in seiner Stellungnahme speziell auf die Anwendung von Zimt gegen Diabetes ein:

„Eine spezielle Expositions-Situation entsteht darüber hinaus für Diabetiker, die Zimtkapseln zur Senkung ihres Blutzuckers einnehmen. Die entsprechende Vermarktung von Zimt als Nahrungsergänzungsmittel bzw. als Diätetisches Lebensmittel wurde in den letzten Jahren betrieben, nachdem in einer pakistanischen Studie u.a. ein Blutzucker- und Blutfett-senkender Effekt bei Typ-II-Diabetikern publiziert wurde (Khan et al. 2003). Die Patienten erhielten Cassia-Zimt bis zu 6 g täglich. Auch auf dem deutschen Markt befinden sich zahlreiche Produkte, die nicht auf wirkungsrelevante Inhaltsstoffe standardisiert sind (teils als verkapseltes Zimtpulver, teils als wässrige Zimt-Extrakte). Das BfR hatte in seinen Stellungnahmen (BfR 2006a, b) auf die Überschreitung des TDI-Wertes hingewiesen, wenn Cassia-Zimt in Dosierungen von mehreren Gramm täglich als Dauer-Anwendung verzehrt wird. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass weder die Wirksamkeit noch die Unbedenklichkeit von Zimtpräparaten nachgewiesen ist und eine Zulassung als Arzneimittel, entsprechend den Anforderungen des Arzneimittelgesetzes, erfolgen sollte. Diese Position wird auch vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft geteilt (Ammon 2008). In den letzten Jahren sind weitere Studien zur möglichen blutzuckersenkenden Wirkung von Zimt durchgeführt worden, die widersprüchliche Ergebnisse gezeigt haben. Das BfR hat sich im Rahmen dieser Stellungnahme nicht erneut mit der aktuellen Erkenntnislage auf diesem Gebiet befasst.“

So ist das also mit Zimt & Cumarinen. Aber ein paar Zimtsterne in der Weihnachtszeit – vorzugsweise aus Ceylon-Zimt – sollte man sich jedenfalls nicht vermiesen lassen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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