Bockshornklee in der Diabetesbehandlung

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Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) führt zur Reduktion des Blutzuckerspiegels und wirkt somit antidiabetisch. Grund dafür ist eine spezielle Aminosäure (4-Hydoxy-Isoleucin), die bislang nur im Bockshornklee gefunden wurde. Dies zeigten jetzt Untersuchungen an Ratten mit Diabetes Typ I.

Die an Diabetes erkrankten Ratten wurden während 4 Wochen entweder mit der besonderen Aminosäure aus dem Bockshornklee oder mit einer Kontrolllösung behandelt. Darüber hinaus wurden gesunde Ratten mit der Kontrolllösung behandelt.

In der Behandlungsgruppe konnte der Blutzuckerwert fast um die Hälfte reduziert werden, während er in der diabetischen und in der gesunden Kontrollgruppe beinahe unverändert blieb. Überraschenderweise ging diese Senkung nicht einher mit einem Anstieg der Insulinkonzentration im Blut. Daher postulieren die Wissenschaftler eine von Insulin unabhängige, antidiabetische Wirkung des 4-Hydoxy-Isoleucins. Neben der Blutzuckerwertsenkung konnten die charakteristischerweise krankhaft veränderten Blutfettwerte in den diabetischen Ratten, mit Ausnahme für Cholesterin, wieder beinahe auf die Normalwerte reduziert werden.

Die mit 4-Hydoxy-Isoleucin gefundenen Unterschiede seien statistisch signifikant, schreibt die Carstens-Stiftung in einer Einschätzung. Allerdings seien pro Gruppe nur bis zu sechs Ratten untersucht worden, und die Werte innerhalb einer Gruppe unterschieden sich sehr stark. Die Stiftung kommt zum Schluss: „Vor diesem Hintergrund können die präsentierten Ergebnisse allein nur als Hinweis gedeutet werden. Einige kleine klinische Studien legen aber ebenfalls einen Nutzen von Bockshornklee bei Diabetes nahe.“

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/bockshornklee-hat-antidiabetische-eigenschaften.html

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22397995

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12611558

Kommentar & Ergänzung:

Ob die Resultate dieses Ratten-Versuchs sich auf Diabetes-kranke Menschen übertragen lassen, bleibt allerdings noch offen.

Bockshornkleesamen werden in der Phytotherapie schon bisher wegen ihrer günstigen Wirkung bei Diabetes geschätzt. Die Wirkung wird aber vor allem den Galactomannanen zugeschrieben und den Pektinen. Diese Stoffe gehören zu den Polysacchariden. Es wird angenommen, dass die Blutzuckersenkung durch Galactomannan und Pektin aus einer Resorptionsverminderung der Glucose resultiert.

Das ist eine ähnliche Wirkung, wie sie von Guar und Johannisbrotkernmehl bekannt ist.

Bockhornkleesamen sind auch Bestandteil der Curry-Mischung.

Siehe auch:

Bockshornklee – interessant als Heilpflanze und Gewürz

Was ist Guar?

Was ist Johannisbrotkernmehl?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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