Naturkunde: Was blüht gerade? – Buschwindröschen

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Im Wald blüht jetzt das Buschwindröschen (Anemone nemorosa), eine Pflanzenart aus der Gattung der Windröschen (Anemone) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Fotos auf Wikipedia hier und hier.

Buschwindröschen ist ein Frühblüher in krautreichen Wäldern und Bergwiesen, vor allem in Buchenwäldern. Mancherorts bedeckt die Pflanze den Waldboden im Frühling fast völlig. Die Pflanze kann sich auch vegetativ vermehren durch Verzweigung des Rhizoms (=Wurzelstock). Nicht selten gehören über 100 Blütentriebe zu einer Buschwindröschen-Pflanze. Das würde man gar nicht vermuten, wenn man die Pflanze einfach von oben sieht.

Buschwindröschen ist in allen Pflanzenteilen gering giftig (Protoanemonin).

Die Pflanze ist auch giftig für Tiere (Pferde, Hunde und Katzen sowie für Nager, wie Hasen und Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster).

Alle Hahnenfuß-Arten sollen für Landschildkröten giftig sein.

Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) kommt als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vor.

Die Substanz wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme beeinflusst Protoanemonin das Nervensystem: Es kann zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen kommen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.

Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin umgewandelt.

In intensiv durch Erholungssuchende genutzten Waldgebieten sind beim Buschwindröschen Wachstum, Blütenbildung und Samenproduktion vermindert. Die Buschwindröschen reagieren auf die durch Trittbelastung und Bodenverdichtung ausgelöste Stresssituation, indem sie sich fast nur noch über Wurzelbildung vermehren. Diese Umstellung von geschlechtlicher auf ungeschlechtliche Vermehrung kann tiefgreifende Folgen auf das längerfristige Überleben der Buschwindröschen-Bestände in unseren Wäldern haben. Das haben Untersuchungen am Institut für Natur-, Landschafts- und Umweltschutz der Universität Basel gezeigt. Deshalb sollte man nicht wie ein Elefant in Buschwindröschen-Beständen herumtrampeln.

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