Weihrauch als Heilpflanze bei Rheuma und Darmentzündungen

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Die „Welt“ publizierte einen informativen Beitrag über Weihrauch.

Dabei kam auch die medizinische Wirkung zur Sprache:

„Sogar eine kleine medizinische Renaissance könnte das Weihrauchharz erleben, nachdem es als Arzneimittel weitgehend durch wirksamere synthetische Stoffe ersetzt worden war. In den 90er-Jahren fanden Pharmakologen im Harz eine Reihe von Substanzen, unter anderem die Boswellia-Säuren, die eine entzündungshemmende Wirkung haben sollen. So könnten sie möglicherweise Rheuma, chronische Darmentzündungen, Multiple Sklerose, Schuppenflechte, Asthma und die Beschwerden von Hirntumoren lindern

Die Forschung, in Deutschland vor allem an den Unis in Tübingen und Saarland, ist aber noch nicht abgeschlossen, es gibt erst wenige Studien mit Patienten. Eine Arzneimittelzulassung gibt es nicht.“

Quelle:

http://www.welt.de/wissenschaft/article13771012/Weihrauch-ist-eine-Wissenschaft-fuer-sich.html

Kommentar & Ergänzung:

In der Schweiz ist ein Weihrauchpräparat (H 15 Gufic) im Kanton Appenzell als Heilmittel zugelassen. Bei Rheuma (Arthritis) und Darmentzündungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) kommt Weihrauch in Tablettenform innerlich zur Anwendung. Weihrauchsalben, die seit einiger Zeit ebenfalls im Handel sind, eignen sich allenfalls bei Hautentzündungen (Neurodermitis, Psoriasis), aber nicht bei Rheuma. Es ist nämlich völlig ungeklärt, ob die Wirkstoffe durch die Haut aufgenommen werden können und auf diesem Weg eine Wirkung entfalten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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2 Antworten
  1. Annegret
    Annegret says:

    Vielleicht sollten wir auch einmal darüber nachdenken woher und unter welchen Umständen pflanzliche Arzneien gewonnen werden. In „Bild der Wissenschaft“ Nr. 3/2012 erschien folgender Artikel:
    Weihrauch wird knapp
    Forscher um Frans Bongers von der Universität Wageningen warnen davor, dass in 15 Jahren in Afrika nur noch halb so viel Weihrauch produziert werden wird wie jetzt. Weihrauch wird aus dem Harz von Bäumen der Gattung Boswellia gewonnen, die vor allem am Horn von Afrika und auf der arabischen Halbinsel vorkommen. Um das Räucherharz zu „ernten“, werden die Bäume angezapft.
    Bongers untersuchte zwei Jahre lang 12 Populationen mit insgesamt rund 6000 Bäumen einer Boswellia-Art in Nordäthiopien. Die Hälfte davon diente der Weihrauchgewinnung. Es zeigte sich, dass alle Populationen während des Zeitraums der Studie schrumpften. Etwa 7 Prozent der Bäume starben ab und es wuchsen zu wenige nach. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass für den Rückgang die Zunahme von Bränden und eine Intensivierung der Beweidung verantwortlich sind. Ein weiteres Problem ist offenbar eine Käferart, die ihre Eier unter die Rinde der Bäume legt.
    Um den Baumschwund zu stoppen, müssen laut Bongers der Käferbefall und die Brände unverzüglich bekämpft werden. Ausserdem sei es nötig, die Bäume mindestens 5 Jahre lang vor Weidevieh zu schützen. Da diese Massnahmen in der armen Region aber kaum durchsetzbar sind, ist der Weihrauch wohl „dem Untergang geweiht“, befürchtet der Forscher.

  2. Martin Koradi
    Martin Koradi says:

    @ Annegret

    Ich bin sehr mit Dir einverstanden, dass beim Gebrauch von Heilpflanzen die Frage nach der Nachhaltigkeit der Gewinnung nicht ausser Acht gelassen werden sollte.
    Bei medizinisch verwendeten Weihrauch im H 15 Gufic handelt es sich allerdings um indischen Weihrauch, während die Forschungen von Frans Bongers sich auf Afrika beziehen.
    Ich habe bis heute allerdings noch nie Konkreteres gehört darüber, wie nachhaltig der indische Weihrauch gewonnen wird.

    Bei den Pflanzen, aus denen Weihrauchharz gewonnen wird, handelt es sich um
    mehrere Arten der Gattung Boswelia, hauptsächlich um B. sacra (= Boswellia carteri, Somalischer Weihrauch), der wegen seiner langsam verbrennenden
    Eigenschaften vorwiegend zum zeremoniellen Räuchern verwendet wird, und
    Boswellia glabra (= Boswellia serrata, Indischer Weihrauch) mit medizinischem
    Anwendungsschwerpunkt.

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