China: Kritik an geplantem Börsengang einer Bärengalle-Produktionsfirma

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Der geplante Börsengang einer Firma, die Heilmittel aus Bärengalle produziert, ist in China bei Tierschützern, Prominenten und auch bei zahlreichen Bürgern auf heftige Kritik gestoßen. Bei der Börsenaufsicht wurde gemäss Medienberichten eine Petition eingereicht mit der Forderung, eine Notierung des Unternehmens Guizhentang an der Börse nicht zuzulassen. Auf Kurzmitteilungsdiensten im Internet wurde die Firma kritisiert, weil sie den Bären Gallenflüssigkeit entnimmt.

Tierschützer werfen der Firma vor, dass die Bären in sogenannten Bärengalle-Farmen in Käfigen gehalten werden und dass den Tieren die Flüssigkeit über Katheter entnommen wird, die in permanente Wunden in der Gallenblase eingeführt werden. Zudem würden Antibiotika angewendet, um chronischen Entzündungen vorzubeugen. Dadurch komme es auch zu Verunreinigungen in der Gallenflüssigkeit, die gefährlich für Menschen sein könnten.

Die staatliche Zeitung „China Business News“ publizierte auf der Titelseite eine satirische Montage von einem Bären in einem Käfig mit einem Bild des Vorsitzenden der Vereinigung für Traditionelle Chinesische Medizin, Fang Shuting. Dazu wird Fang im Text mit den Aussage zitiert, den Bären gehe es sehr gut, während die Gallenflüssigkeit entnommen werde.

In den Medien wurde Fang Shuting damit zitiert, dass es in China 68 lizenzierte Bärenfarmen mit über 10 000 Bären gebe. Bärengalle kostet in China pro Kilogramm bis zu 4 000 Yuan (480 Euro).

Der Tierschutz bekommt in China zunehmend Unterstützung, hauptsächlich weil sich auch Stars wie der Basketballspieler Yao Ming und Schauspieler Jackie Chan dafür einsetzen. Dieser Sinneswandel ist nur ein Teil einer sich allmählich ändernden Einstellung zum Umweltschutz und Naturschutz allgemein. Tierschutzaktivisten haben in den vergangenen Jahren tausende Katzen und Hunde befreit, die für Restaurants und Märkte vorgesehen waren.

Der Hauptwirkstoff in der Gallenflüssigkeit ist Ursodeoxycholsäure (UDCA), das als entzündungshemmend gilt und zur Behandlungen von Gallensteinen und Lebererkrankungen verwendet wird. Die Gallenflüssigkeit wird dem Asiatischen Schwarzbär entnommen, der in China als geschützte, aber nicht gefährdete Tierart gilt.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/kritik-geplantem-börsengang-von-bärengalle-unternehmen-125825660.html

Kommentar & Ergänzungen:

Ich bin viel in China unterwegs und in chinesischen Läden und Apotheken werden zahlreiche tierische Heilmittel der traditionellen chinesischen Medizin verkauft.

Das Thema mit der Bärengalle ist aber besonders stossend und es ist erfreulich, dass es in der chinesischen Öffentlichkeit kritische Reaktionen dazu gibt.

Siehe auch:

Vietnam gegen Geschäft mit Bärengalle

China hat fraglos grosse Probleme im Bereich Tierschutz und Umweltschutz. Wer in China unterwegs ist kann aber auch sehen, dass das Land in vielen Gebieten grosse Anstrengungen unternimmt und in manchen Bereichen der Schweiz gar voraus ist.

So wird beispielsweise in vielen Gegenden – zum Beispiel in Yunnan – praktisch flächendeckend Sonnenenergie zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Auch Energiesparlampen sind in China praktisch Standard. Und in der Wüste östlich von Dunhuang stehen riesige Windparks (aber auch an vielen Stadträndern Atomkraftwerke). China ist in vielem vielfacettiger, als das von Europa aus aussieht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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