Verstopfung: Anwendungshinweise für Leinsamen und Flohsamen

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Die Zeitschrift für Phytotherapie (Nr. 6 / 2011) publizierte einen Beitrag von Prof. Karin Kraft (Lehrstuhl für Naturheilkunde, Universität Rostock) zum Thema Obstipation (Verstopfung).

Interessant sind darin unter anderem die Anwendungshinweise für Leinsamen und Flohsamen:

„Die Einnahme der nicht vorgequollenen Quellstoffdrogen erfolgt im Sitzen oder Stehen mit reichlich Wasser (mindestens 1 :10), sie sollten nicht zusammen mit Milch und nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen eingenommen werden. Die Wirkung setzt allerdings oft erst nach einer Woche konsequenter Anwendung ein. Patienten mit Normal-Transit-Obstipation sprechen am besten an.“

Der Ausdruck „Quellstoffdrogen“ soll nicht zu irrigen Vorstellungen führen. Unter „Drogen“ versteht die Phytotherapie getrocknete Heilpflanzen.

Milch ist ungeeignet beim Einnehmen von Flohsamen und Leinsamen, weil die Schleimstoffe mit Milch weniger gut quellen.

Wann sollen Flohsamen und Leinsamen nicht eingesetzt werden?

„Kontraindikationen sind Ileus, stenosierende oder akut entzündliche Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts, anorektale Obstipation, schwer einstellbarer Diabetes mellitus und Palliativsituation, wegen Einnahmeproblemen evtl. auch hochaltrige Patienten.“

Flohsamen und Leinsamen sind aber nach Karin Kraft „…Mittel der ersten Wahl, da sie sich als alleinige medikamentöse Maßnahme zur Langzeitanwendung eignen.“

Zu beachten sind jedoch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten:

„Da sie die Resorption anderer Medikamente beeinträchtigen können, sollten diese erst mindestens 30 min später eingenommen werden.“

Und zu den Inhaltsstoffen von Flohsamen:

„Flohsamen und Indische Flohsamen(-schalen) enthalten ein komplexes Polysaccharidgemisch, das im Kolon bakteriell partiell zu Butyrat abgebaut wird. (Indische) Flohsamen quellen in Wasser bis auf das 10- bis 15-Fache auf und beeinflussen die Darmflora günstig. Indische Flohsamenschalen haben eine Quellungszahl von 40.“

Flohsamen quellen deutlich stärker als Leinsamen.

Quelle:

Zeitschrift für Phytotherapie 2011; 32(6): 275-277

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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