Archive for Februar, 2012

Tag der Seltenen Krankheiten ( Orphan Diseases)

Mittwoch, Februar 29th, 2012

Heute am 29. Februar 2012 ist der 5. Internationale Tag der seltenen Krankheiten. Unter dem Motto “Rare but strong together” (Selten, doch gemeinsam stark) werden in über 40 Ländern weltweit Veranstaltungen durchgeführt, um Menschen mit Seltenen Erkrankungen in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Bis zu 36 Millionen Europäer leiden an Seltenen Krankheiten.

Von einer Seltenen Krankheit (Orphan Disease) spricht man, wenn höchstens fünf von 10.000 Menschen davon betroffen sind.

4 von 5 seltenen Krankheiten sind genetisch bedingt und sie machen sich häufig schon kurz nach der Geburt oder in früher Kindheit bemerkbar.

Etwa 30.000 Krankheiten sind weltweit bekannt, davon gehören mehr als 5.000 zu den Orphan Diseases.

Die Erforschung Seltener Erkrankungen wird wegen der geringen Anzahl Betroffener von der Pharmaindustrie, aber auch von der Wissenschaft, oft als nicht lohnend oder vordringlich genug angesehen.

Und weil von jeder der Orphan Diseases im Vergleich zu anderen Krankheiten nur wenige Menschen betroffen sind, ist die Basis für Support und Lobbying zugunsten der Betroffenen schmal.

Daher haben sich von Seltenen Krankheiten betroffene Menschen zu einer Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) zusammengeschlossen.

Info:

Deutschland: http://www.achse-online.de/index.php

Schweiz: http://www.orphanet.ch/

Beispiele für Seltene Chronische Erkrankungen (Quelle: Wikipedia):

Aicardi-Syndrom

Amyotrophe Lateralsklerose

CADASIL

Dubowitz-Syndrom

Epidermolysis bullosa

Erdheim-Chester-Erkrankung

Glutarazidurie

Hereditäres Angioödem (HAE)

Hypophosphatasie

kongenitale Ichthyose

Kartagener-Syndrom

kongenitales QT-Syndrom

Kostmann-Syndrom

Marfan-Syndrom

Morbus Fabry

Osteogenesis imperfecta (Glasknochen)

Pallister-Killian-Syndrom

Idiopathische pulmonararterielle Hypertonie (IPAH) (früher: Primäre pulmonale Hypertonie (PPH))

Peters-Plus-Syndrom

Progerie

Silver-Russell-Syndrom

Thanatophore Dysplasie

Erythropoetische Protoporphyrie

Morbus Pompe

Syringomyelie

Chiari-Malformation

Fibrodysplasia ossificans progressiva

CIPA-Syndrom

Wiskott-Aldrich-Syndrom

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Glucosamin gegen Arthrose – die Kritik wächst

Dienstag, Februar 28th, 2012

Glucosamin ist Bestandteil von Medikamenten gegen Arthrose und es wird auch verkauft  als Nahrungsergänzung sowohl in den Gesundheitsabteilungen von Grossverteilern wie COOP und Migros als auch von einschlägigen Firmen wie Burgerstein.

Die Wirksamkeit von Glucosamin ist sehr fraglich und die Einnahme in manchen Fällen mit gewissen Risiken verbunden. Im Gegensatz zu den meisten Medikamenten müssen Nahrungsergänzungsmittel ihre Wirksamkeit nicht belegen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schreibt nun, dass Glucosamin in Nahrungsergänzungsmitteln riskant sei für Patienten, die Cumarin-Antikoagulanzien einnehmen (z. B. Phenprocoumon, Präp. Marcoumar).

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigt die Risikobewertung des BfR.

Nahrungsergänzungsmittel mit dem Inhaltsstoff Glucosamin werden mit verschiedenen gesundheitsbezogenen Angaben („Health Claims“) propagiert. So sollen die Präparate nach Angaben der Hersteller zum Beispiel zur Erhaltung der Beweglichkeit der Gelenke beitragen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat darauf hingewiesen, dass Glucosamin-Präparate für Menschen, die Cumarin-Antikoagulanzien zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen müssen, gesundheitliche Risiken bergen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigte diese Einschätzung des BfR nun. „Glucosamin-haltige Nahrungsergänzungsmittel bergen auch für Patienten, die Cumarin-Antikoagulanzien einnehmen, ein Gesundheitsrisiko“, erklärt der Präsident des BfR, Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Glucosamin kann die blutgerinnungshemmende Wirkung der Medikamente verstärken und zu Blutungen führen.“

Glucosamin ist ein Aminozucker, der als Medikament bei Arthrosen im Knie verwendet wird. In Mengen, die unterhalb der pharmakologischen Wirkung liegen, wird Glucosamin zudem in Nahrungsergänzungsmitteln verkauft. Nahrungsergänzungsmittel sind  gesehen Lebensmittel. Schon in den Jahren 2007 und 2010 hatte das BfR auf das gesundheitliche Risiko hingewiesen, das mit Glucosamin-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln verbunden ist. In seinen Stellungnahmen benannte das BfR Patienten, die Cumarin-Antikoagulanzien zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen als Risikogruppe.

Die EFSA hat sich erneut mit dem Risiko von Glucosamin als Lebensmittelinhaltsstoff befasst und kürzlich die Einschätzung des BfR bestätigt: Die Behörde gelangte übereinstimmend mit der Bewertung des BfR, zum Fazit, dass Belege für das Risiko von Wechselwirkungen zwischen Glucosamin und Cumarin-Antikoagulanzien vorliegen. Glucosamin kann zu einer Verstärkung der blutgerinnungshemmenden Wirkung der Cumarin-Antikoagulanzien führen, d.h. diese kann unversehens stärker als erwartet ausfallen. Eine mögliche Konsequenz aus dieser Wechselwirkung ist das Auftreten von Blutungen. In den meisten der berichteten Fälle handelte es sich um symptomlose Veränderungen von Laborwerten. In einigen Fällen kam es aber zu Blutungen in verschiedenen Organen. In einem Fall sogar mit der Folge einer schweren Hirnblutung.

Die EFSA hatte sich zudem in den vergangenen Jahren mit den Wirksamkeitsbehauptungen von Glucosamin nach der sogenannten Health-Claims-Verordnung der EU befasst. In den bisher publizierten Gutachten zu mehreren eingereichten gesundheitsbezogenen Angaben für Glucosamin als Lebensmittelinhaltsstoff hat die Behörde festgestellt, dass keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit im Hinblick auf die gesunde Allgemeinbevölkerung vorgelegt wurden. Mit irreführenden Angaben dürfen jedoch Lebensmittel gemäss den deutschen und europäischen Rechtsvorschriften nicht vertrieben werden.

Quelle:

http://idw-online.de/pages/de/news464773

Kommentar & Ergänzung:

Firmen wie COOP, Migros und Burgerstein machen gute Geschäfte mit  Produkten, die höchstwahrscheinlich die damit verbundenen Versprechungen nicht halten und möglicherweise sogar ein Risiko bergen.

Als Hintergrund-Info hier ein paar Auszüge zum Glucosamin aus Wikipedia.

- Zur Verwendung von Glucosamin:

„Glucosamin ist ein Aminozucker, der im menschlichen Körper natürlich vorkommt. Er ist Bestandteil des Bindegewebes, des Knorpels und der Gelenkflüssigkeit. Es werden auf dem Markt zahlreiche Glucosaminpräparate als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Dem Nahrungsergänzungsmittel liegt die Vorstellung zugrunde, dass das zugeführte Glucosamin in den Knorpel „eingebaut“ wird. In vitro (d. h. außerhalb eines lebenden Organismus) weist Glucosamin eine antiinflammatorische Wirkung auf. Oral wird Glucosamin üblicherweise in Dosierungen von 700–1250 mg pro Tag eingesetzt. Häufig wird Glucosamin kombiniert mit Chondroitin. Chondroitin oral eingenommen ist aber nicht bioverfügbar, sondern wird im Verdauungsprozess größtenteils in Glucosamin und Glucoronsäure umgewandelt.“

(Quelle: Wikipedia)

- Zur Wirksamkeit von Glucosamin als Knorpelschutz bei Arthrose:

„Glucosaminpräparate werden mit dem Wirkungsversprechen angeboten, die Gelenke zu schützen und die Beweglichkeit zu erhalten. Weiter werden sie als Nahrungsergänzungsmittel empfohlen bei degenerativen Erkrankungen (Arthrosen), zur Verbesserung der Symptome bei Osteoarthritis, Gelenkschmerzen, eingeschränkter Gelenksfunktion oder z. B. zum Gelenksaufbau bzw. als Baustein für Knorpel und Gelenke.

Diverse Studien stellten einen knorpelschützenden Effekt fest. Eine schmerzlindernde Wirkung konnte nicht bewiesen werden: Eine von den National Institutes of Health (NIH) der USA initiierte multizentrische, placebokontrollierte, sechs Monate dauernde Blindstudie zur Wirksamkeit von Chondroitin und Glucosamin bei Arthrose des Knies ergab keinen statistisch signifikanten Effekt auf die Symptome der Arthrose bei Patienten mit leichteren Schmerzen. Gelenkschwellungen wurden gemindert. Behandlungseffekte wurden in einer Untergruppe der Patienten mit mittelschweren bis schweren Schmerzen festgestellt, jedoch war die Aussagekraft aufgrund der kleinen Patientenzahl in dieser Untergruppe nicht stichhaltig. Das Ergebnis jüngerer Metastudien war, dass Chondroitinsulfat in Kombination mit Glucosamin die schmerzhafte Symptomatik einer Knie- oder Hüftarthrose gegenüber Placebo nicht besserte und keinen Einfluss auf den Gelenkspalt hatte.“

(Quelle: Wikipedia)

- Zur Sicherheit von Glucosamin:

„ In den üblichen oralen Dosierungen bis 1250 mg pro Tag ist Glucosamin gut verträglich. In klinischen Studien wurden in diesem Dosisbereich keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt. Wegen fehlender Daten ist die gesundheitliche Bewertung der Zufuhr von Glucosamin bei schwangeren Frauen oder stillenden Frauen und bei Kindern oder Jugendlichen nicht möglich. Bei diesen Personengruppen besteht daher Anlass zur Vorsicht (BfR, 2007). Bei Personen, die Cumarin-Antikoagulantien als Blutgerinnungshemmer einnehmen, besteht durch die verstärkende Wirkung von Glucosamin auf das Medikament die Möglichkeit von auftretenden Blutungen (BfR, 2010). Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sich mit dem Risiko von Glucosamin als Lebensmittelinhaltsstoff im Zusammenhang mit der Verwendung von Cumarin erneut beschäftigt und vor kurzem die Einschätzung des BfR bestätigt.“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Probiotika bei Durchfall – ein kurzer Überblick

Dienstag, Februar 28th, 2012

Probiotika (pro bios, für das Leben) sind lebende und im weiteren Sinne auch abgetötete Mikroorganismen, die, wenn sie in genügender Menge aufgenommen werden, dem Wirtsorganismus einen gesundheitlichen Nutzen bringen.

Probiotika können zur Vorbeugung und Behandlung von Durchfallerkrankungen eingesetzt werden. Sie normalisieren dabei die Darmflora, indem sie sich im Darm ansiedeln oder den Aufbau einer gesunden Darmflora begünstigen. Probiotika können schon bei Säuglingen eingesetzt werden.

Als Arzneimittel gegen Durchfallerkrankungen werden verwendet:

- Enterokokken SF 68 (Bioflorin®, Bioflorina®)

Lebende Enterokokken des Stammes SF 68 werden als Probiotika zur Prävention und Therapie von Durchfallerkrankungen eingesetzt. Enterokokken normalisieren die Darmflora, indem sie sich im terminalen Dünndarm und im Dickdarm ansiedeln und dort die Darmflora normalisieren, indem sie unter anderem das Wachstum pathogener Mikroorganismen hemmen. Sie können schon bei Säuglingen eingesetzt werden.

Gleichzeitig eingenommene Antibiotika können die Enterokokken abtöten und damit die Wirkung beeinträchtigen. Antibiotika sollten daher in einem zeitlichen Abstand von 1-2 Stunden eingenommen werden.

- Saccharomyces boulardii (Perenterol®)

Saccharomyces boulardii ist ein Hefepilz, der als Arzneimittel zur Prävention und Therapie von Durchfallerkrankungen verschiedener Ursachen zugelassen ist. Saccharomyces boulardii ist mit der Backhefe eng verwandt und hat antitoxische, entzündungshemmende, antimikrobielle und immunmodulierende Eigenschaften.

Der Pilz ist lebensfähig, siedelt sich jedoch nicht dauerhaft im Darm an, sondern wird innert weniger Tage wieder ausgeschieden.

Unerwünschte Wirkungen kommen selten vor. Saccharomyces boulardii kann im Gegensatz zu anderen Probiotika mit Antibiotika kombiniert werden, da die Antibiotika den Hefepilz nicht schädigen.

Antimykotika können dagegen die Hefepilze abtöten und so die Wirksamkeit des Arzneimittels reduzieren.

Der Name des Pilzes verweist auf seinen Entdecker, den französischen Mikrobiologen Henri Boulard. Er entdeckte ihn im Jahr 1920 in Indochina während einer Choleraepidemie.

- Lactobacillus (Lactoferment®)

Die Milchsäurebakterien haften sehr gut an Zellen der menschlichen Darmschleimhaut. Sie bilden eine Art Biofilm aus und hemmen dadurch den Befall von Darmzellen mit Durchfall auslösenden Mikroorganismen.

Zudem wurde eine direkte antibakterielle Wirkung auf verschiedene Durchfallerreger nachgewiesen. Lactobacillus vermindert die Durchfall verursachenden Bakterien und bewirkt eine unspezifische Immunstimulation der Schleimhäute mit vermehrter Bildung von Antikörpern. Die säurebildende Abwehrflora wird gefördert: Experimente zeigen eine Stimulation des Wachstums der säurebildenden Darmflora. Dies stärkt die körpereigene Darmbarriere.

Quelle: Pharmawiki

Kommentar & Ergänzung:

Probiotika wie Enterokokken (Bioflorin®), Saccharomyces boulardii (Perenterol®) und Lactobacillus (Lactoferment®) sind eine gute Option zur Vorbeugung und Behandlung von Durchfallerkrankungen, etwa als Folge einer Behandlung mit Antibiotika oder gegen Reisediarrhoe.

Sie können auch eingesetzt werden bei Colitis ulcerosa in der Remissionsphase.

Ich selber nehme Perenterol auf jede Chinareise prophylaktisch mit und hatte noch nie Probleme mit infektiösen Durchfallerkrankungen. Allerdings kann ich nicht beurteilen, ob ich auch ohne Perenterol gesundprobiotische Joghurtgeblieben wäre. Und gegen Durchfall aufgrund von scharfen Speisen nützen Probiotika natürlich nicht.

Probiotika in Lebensmitteln

Neben der Anwendung als Arzneimittel werden Probiotika zunehmend auch in Nahrungsmitteln eingesetzt und als gesundheitsfördernd beworben („Verdauung gut, alles gut“). Am bekanntesten sind probiotische Joghurts. Die gesundheitlichen Versprechungen sind dabei oft fragwürdig. Der Ernährungswissenschaftler Martijn Katan (Amsterdam) kam beispielsweise in einer Studie zu dem Schluss, dass sich weder die Häufigkeit noch Art des Stuhles bei Menschen ändert, die den Joghurt Activia assen (Quelle: Wikipedia).

Auch die Versprechungen bezüglich verbesserter Immunabwehr gegen Erkältungen (Actimel) sind unbelegt.

„Umstritten sind vor allem Werbeaussagen, die einen wissenschaftlich belegten gesundheitsfördernden Effekt suggerieren. So wurde von Foodwatch 2009 der Goldene Windbeutel an Actimel verliehen. In einem vierwöchigen Abstimmungsverfahren wählten die deutschen Verbraucher das Produkt im Frühjahr 2009 zur ‚dreistesten Werbelüge des Jahres’. Anne Markwardt von Foodwatch sagte: ‚Actimel schützt nicht vor Erkältungen – es stärkt das Immunsystem nur ähnlich gut wie ein herkömmlicher Naturjoghurt, ist aber viermal so teuer und doppelt so zuckrig.’ Danone behauptet dagegen, dass die Vorwürfe nicht zutreffend seien: Actimel aktiviere nachweislich Abwehrkräfte, ‚das sei in mehr als 30 wissenschaftlichen Studien belegt.’ In Großbritannien wurden Werbespots für das Produkt verboten, da positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern unbewiesen seien.

Danone zog 2010 bei der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) seine Anträge zurück, mit denen die angeblich gesundheitsfördernden Eigenschaften von Actimel sowie Activia bestätigt werden sollten. Ebenso verzichtete der Konzern in Frankreich und Großbritannien, die angeblich verdauungsfördernde und immunstärkende Wirkung dieser Produkte in Werbespots anzupreisen.“

(Quelle: Wikipedia)

Von Werbeaussagen wie „Die Wirksamkeit ist in 30 wissenschaftlichen Studien belegt“, sollte man sich nicht unnötigerweise allzu stark beeindrucken lassen. Es kommt vor allem auf die Qualität der Studien an, erst in zweiter Linie auf die Quantität.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Fernsehtipp: Milliardengeschäfte mit Hokuspokus

Montag, Februar 27th, 2012

Am Dienstag, 28. Februar 2012, 21:45 Uhr in der ARD kommt FAKT mit Jo Hüssner, dem Autor des Buchs “Ein Weg hinters Licht“.

„Produkthaftung und Verbraucherschutz werden in Deutschland eigentlich groß geschrieben – umso erstaunlicher ist es, dass es ausgerechnet für einen Markt, auf dem in Deutschland bis zu 30 Milliarden Euro umgesetzt werden, offensichtlich keinen politischen Willen gibt, irgendwie regulierend einzugreifen.“

Quelle: http://www.mdr.de/fakt/faktvorschau108.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Hokuspokus-Abzockerei ist natürlich auch in der Schweiz ein Ärgernis und mehr Konsumentenschutz wäre sehr zu begrüssen.

Einer, der mit seiner Show verzweifelten Menschen am raffiniertesten das Geld aus der Tasche zieht, ist der „Hellseher“ Mike Shiva:

„Wegen seiner Geschäftspraxis wird Mike Shiva unter anderem von der Stiftung für Konsumentenschutz, dem Konsumentenmagazin K-Tipp und der Fernsehsendung Kassensturz vorgeworfen, Geld mit verzweifelten Personen zu machen. Vom Zürcher Sektenexperten Hugo Stamm wird er der «Abzockerei» bezichtigt, er gebe «Binsenwahrheiten und psychologisches Pseudowissen ab, die auf jeden zutreffen können», es gehe ihm vor allem um Geld und Erfolg.

Bereits 2005 äusserte sich Fernsehmoderator und TV-Satiriker Frank Baumann in einem Artikel in der Zeitschrift Tele satirisch über Mike Shiva und warf ihm «Abzockerei» vor.“

(Quelle: Wikipedia)

Neben Mike Shiva müsste diese Kritik allerdings auch dem Fernsehsender gelten, der solche Eso-Abzocke verbreitet und damit unsaubere Geschäfte macht.

Siehe auch:

Esoterikfreie Pflanzenheilkunde – warum?

Eine ausführliche Diskussion um Konsumentenschutz & Eso-Abzocke sowie zum Buch „Ein Weg hinters Licht“ von Jo Hüssner  findet sich hier.

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Kräutertees für jede Gelegenheit: Fenchel

Samstag, Februar 25th, 2012

Die „Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von bekannten Heilpflanzen und ihren Wirkungen. Hier der Abschnitt zum Fenchel:

Fenchel

Was bei Säuglingen und Kleinkindern bereits gegen Bauchschmerzen eingesetzt wird, kann bei Erwachsenen nicht verkehrt sein: Fencheltee wirkt beruhigend auf die Verdauung, kann aber auch bei Kopfschmerzen und Migräne Abhilfe schaffen. Dazu ein Tuch mit Fencheltee tränken und einige Zeit auf der Stirn einwirken lassen.“

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/magazin/wellness/multimedia.do?action=showEntry_detail&project=38495&_vl_backlink=/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story

Kommentar & Ergänzung:

Fencheltee bewährt sich bei leichten Bauchkrämpfen, Blähungen, Völlegefühl. Die Anwendungsempfehlung vi Kopfschmerzen und Migräne kann ich nicht nachvollziehen. Zur Linderung von Spannungskopfschmerzen würde ich Pfefferminzöl empfehlen. Seine Wirkung konnte in klinischen Studien belegt werden.

Fencheltee wirkt auch schleimlösend bei produktivem Husten. Er ist auch regelmässig Bestandteil von Milchbildungstees (“Stilltee”), wobei seine Wirksamkeit in diesem Bereich nicht geklärt ist.

Siehe auch:

Heilpflanzen: Fencheltee gegen Husten

Phytotherapie: Fencheltee weiterhin empfehlenswert

Zur Anwendung von Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen siehe:

Phytotherapie: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen

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Blick ins Pflanzenlexikon: Hibiskus

Samstag, Februar 25th, 2012

Hibiskus (Hibiscus) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) mit etwa 200 bis 300 Arten. Sie ist vor allem in den wärmeren Gebieten der Welt verbreitet.

Einige Hibiskus-Arten werden als Zierpflanzen für Parks, Gärten und Zimmer verwendet.

Der wohl bekannteste Vertreter der Gattung Hibiskus ist Hibiscus sabdariffa (Karkade).

Wikipedia schreibt dazu:

„Hibiscus sabdariffa wird, wie auch andere Malven, häufig Hagebuttentee und anderen Früchtetees zugesetzt. Ein beliebtes Getränk ist Hibiskusblütentee nicht nur in Ägypten und im Sudan als Karkadeh, sondern auch in Mexiko (Agua de Jamaica). Der tiefrote Tee wird heiß oder kalt getrunken. In der vegetarischen Küche Südasiens (z. B. in Sri Lanka) findet die Hibiscusblüte auch Verwendung in Currygerichten.

Auch pharmazeutisch werden die Blüten von Hibiscus eingesetzt. Verwendet werden die zur Fruchtzeit geernteten, getrockneten Kelche und Außenkelche von Hibiscus sabdariffa. Die darin enthaltenen Säuren wie z.B. Zitronensäure, Äpfelsäure, Weinsäure und Hibiscussäure (Allohydoxyzitronensäurelacton) ergeben den säuerlichen Geschmack. Die enthaltenen Anthocyane wie z.B. Delphindin und Cyanidin färben den Teeaufguß dunkelrot. In erster Linie werden sie daher als Korrigens für Geschmack und Aussehen eingesetzt. Indikationen wie Erkältungen, Kreislaufbeschwerden, mildes Laxans sowie Appetitanregung sind nicht belegt, aber in der Volksmedizin weit verbreitet. Auch in der afrikanischen Volksmedizin wird Hibiscus als Tee eingesetzt.“

Hibiscus sabdariffa liefert auch Fasern, die wie Jute verarbeitet werden können. Nach der Fasergewinnung anfallende Rückstände werden zur Produktion von Papier genutzt. Die Hibiscus sabdariffa wird heute in vielen Entwicklungsländern angebaut, weil damit eine Unabhängigkeit von Juteimporten erreicht werden kann.

Weitere bekannte Hibiskus-Arten sind beispielsweise:

- Kenaf (Hibiscus cannabinus), eine tropische bis subtropische Pflanze aus der Familie der Malvengewächse, die zur Gewinnung der gleichnamigen Fasern (Kenaffaser) und Öl (Kenafsaat) angebaut wird.

- Hibiscus fragilis, eine sehr seltene Strauchart der Gattung Hibiskus, die ausschließlich auf der Insel Mauritius beheimatet ist, wo sie durch menschlichen Einfluss weit zurückgedrängt wurde. Im Jahr 2000 existierten dort nur mehr 36 Pflanzen an zwei Standorten. Ein 1960 in der Zeitschrift Modern Photography publiziertes Foto von Hibiscus fragilis der Naturfotografin Patricia Caulfield diente Andy Warhol 1964 als Basis für einen seiner bekannten Siebdrucke, das Motiv nahm er 1974 für ein großes Gemälde (“Flowers”) wieder auf

- Der Chinesische Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis), auch Chinesische Rose, Zimmer-Hibiskus oder einfach Hibiskus (aber dies ist eigentlich der Name für die Gattung Hibiscus). Über den Ursprung der Wildform ist nichts bekannt, denn es wurden von den Europäern in zahlreichen Gebieten Asiens bis zu den Pazifischen Inseln nur Zuchtformen gesammelt; man vermutet, dass die Heimat von Hibiscus rosa-sinensis das östliche Indien oder China ist. Es gibt viele Sorten, die als Zierpflanze in Parks und Gärten und Zimmern kultivert werden.

In China gilt der Hibiskus als Symbol für Ruhm, Reichtum, Pracht und für die sexuelle Anziehungskraft eines jungen Mädchens. Erwähnt sei die in zahlreichen Varianten bekannte Erzählung „Der Hibiskusschirm“.

Hibiskus ist seit dem Jahr 1960 die Nationalblume von Malaysia. Ihre fünf Kronblätter sollen die fünf Grundsätze der Nation symbolisieren.

- Der Straucheibisch (Hibiscus syriacus), auch Scharonrose, Syrischer Eibisch, Garteneibisch oder Festblume genannt, stammt aus Asien, dem Orient und aus Japan. In Mitteleuropa wird der Straucheibisch in zahlreichen Formen als Zierstrauch in Gärten kultiviert, muss aber in Norddeutschland und klimatisch ungünstigen Lagen Mitteleuropas einen Winterschutz erhalten. Er ist die Nationalblume Südkoreas. Sein koreanischer Name ist Mugunghwa = „die unvergängliche Blume“.

Kommentar & Ergänzung:

Karkadenblüten geben dem Hagebutten-Portionenbeuteltee die leuchtend rote Farbe.

Für die Phytotherapie ist bei Hibiscus sabdariffa (Karkade) vor allem der hohe Gehalt an Anthocyanen (rote Farbstoffe) interessant. Sie entfalten antioxidative Wirkung.

Zum Karkadentee siehe auch:

Hibiskus / Karkade gegen erhöhtes Cholesterin

Karkadetee senkt systemischen Blutdruck

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Janosch zum Thema Lebenskunst

Freitag, Februar 24th, 2012

„Das Leben ist so: Du wirst hineingeworfen wie in kaltes Wasser, ungefragt, ob du willst oder nicht. Du kommst lebend nicht mehr heraus. Du kannst :

a) unglücklich sein und ersaufen;

b) dich lustlos und frierend so lange über Wasser halten, bis es vorbei ist;

c) einen Sinn suchen und einfordern und dich grämen, weil er sich nicht zeigt.

Oder du kannst:

d) dich darin voller Freude tummeln wie ein Fisch und sagen: ‚Ich wollte sowieso ins Wasser, kaltes Wasser ist meine Leidenschaft. Was für ein verdammt schönes Vergnügen, Leute!’

Und das wäre die Kunst, um die es hier geht.“

(aus: Janosch, Das Wörterbuch der Lebenskunst, S. 7)

Stimmt diese Beschreibung?

Ist Variante d) eine gute Empfehlung oder eine Aufforderung zur Selbsttäuschung?

Gibt es noch weitere Varianten?

P.S.:

Janosch (* 11. März 1931 in Hindenburg O.S., Oberschlesien als Horst Eckert) ist ein deutscher Illustrator, Kinderbuchautor und Schriftsteller. Er lebt heute auf Teneriffa (Spanien).

(Quelle: Wikipedia)

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Bittermelone / Bittergurke (Momordica charantia) gegen Diabetes?

Freitag, Februar 24th, 2012

Die Bittermelone (= Bittergurke, Momordica charantia) stammt aus China und Indien und zählt zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae). Hauptsächlich in Indien wird sie als Gemüse genutzt, oft in gebratener Form, da so der bittere Geschmack vermindert werden kann. Neben der Nutzung als Lebensmittel wird die Bittermelone in der Volksmedizin seit langem bei verschiedenen Indikationen verwendet: sie soll gegen Verstopfung, Magenbeschwerden, Leberbeschwerden und virale Infekte wirken. Ein Presssaft aus den Blättern wird äusserlich gegen Insektenstiche, Sonnenbrand und kleinere Wunden eingesetzt. Im Amazonasgebiet wird ein Tee aus den Blättern der Bittermelone gegen Diabetes zur Anwendung.

Neuerdings werden auch in Europa Bittermelonen-Präparate als Alternative und Ergänzung zur herkömmlichen antidiabetischen Behandlung propagiert. Wissenschaftliche Untersuchungen schreiben die blutzuckersenkende Wirkung dem Phytosterolin Charantin zu, einem Gemisch aus zwei Glycosiden. In vier kleineren, nicht-randomisierten und nicht-doppelblinden Studien zeigte die Bittermelone eine moderate hypoglykämische Wirkung, sie senkte also den Blutzuckerspiegel. In vitro – also im Reaganzglas – wurden auch antivirale und antineoplastische Wirkungen nachgewiesen.

Als unerwünschte Wirkungen werden beschrieben: hypoglykämisches Koma, Konvulsionen und Kopfschmerzen. Die chronische Anwendung eines Fruchtextraktes war bei diabetischen Ratten tödlich, bei Mäusen führte ein Extrakt zu Fertilitätsstörungen.

Literatur:

_Schrott; Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin; Springer Verlag 2012; p401

_Hanssen et al.; Biogene Nahrungsergänzungsmittel; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2008; p47

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=2008&NMID=2008&LANGID=2

Kommentar & Ergänzung:

Die Bittermelone / Bittergurke kommt immer wieder ins Gespräch als Heilpflanze gegen Diabetes und es wäre sehr wünschenswert, wenn sich hier eine wirksame Option für die Phytotherapie bei Diabetes ergeben würde. Davon ist die Bittermelone aber noch weit entfernt.

Wenn eine Patientenstudie klein, nicht-randomisiert und nicht doppelblind ist, dann ist sie kaum etwas wert. Auch wenn es vier Studien auf diesem tiefen Qualitätsniveau gibt: daraus lassen sich keine verlässlichen Aussagen über die Wirksamkeit gewinnen.

Und in-vitro Untersuchungen sagen noch sehr wenig aus über eine Wirkung beim Menschen.

Siehe auch:

Bittermelone / Bittergurke gegen Diabetes?

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Phytopharmaka: Gelomyrtol / GeloDurant und Sibrovita – Unterschied?

Freitag, Februar 24th, 2012

An einem Kurs wurde ich vor ein paar Tagen gefragt, welcher Unterschied zwischen Gelomyrtol und Sibrovita bestehe.

Das ist ganz einfach – es gesteht kein Unterschied.

GeloMyrtol® ist in Form magensaftresistenter Weichkapseln im Handel – es wurde in der Schweiz im Oktober 2011 neu registriert, in Deutschland ist es schon seit Jahren auf dem Markt. GeloMyrtol® entspricht GeloDurant®, das früher unter dem Namen Sibrovita® vertrieben wurde.

Gelomyrtol / GeloDurant ( = früher Sibrovita) enthält Myrtol, ein Destillat aus einer Mischung von Eukalyptusöl, Süssorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen die Monoterpene Limonen, Cineol und α-Pinen.

Die Kapseln werden angewendet bei akuter und chronischer Bronchitis und akuter und chronischer Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) bei Erwachsenen und Kindern ab 4 Jahren.

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Kaffee: Kein erhöhtes Risiko für chronische Erkrankungen

Donnerstag, Februar 23rd, 2012

Resultate der EPIC-Deutschland-Studie, an der mehr als 42.600 erwachsene Frauen und Männer aus Potsdam und Heidelberg teilnehmen, weisen darauf hin, dass Kaffeetrinken nicht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen steigert, sondern sogar mit einem reduzierten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist. Personen, die täglich mehr als vier Tassen (über 600 ml) koffeinhaltigen Kaffee tranken, hatten verglichen mit Personen, die durchschnittlich weniger als eine Tasse konsumierten, ein um 23 Prozent tieferes Typ-2-Diabetes-Risiko. Ein ähnlicher Zusammenhang deutete sich in der Studie auch für den Konsum von entkoffeiniertem Kaffee an.

Die Forscher um Heiner Boeing und Anna Flögel, beide Ernährungs-Epidemiologen am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), publizierten nun ihre Studiendaten in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition. Neben Mitarbeitern des DIfE arbeiteten auch Rudolf Kaaks und Birgit Teucher vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und Tobias Pischon vom Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch an der Studie mit.

Kaffee ist weltweit eines der beliebtesten alkoholfreien Getränke und besteht aus einer Mixtur verschiedener Inhaltsstoffe. Zu diesen zählen Koffein, Chlorogensäure sowie weitere Polyphenole, Nikotinsäure und Mineralstoffe – also Substanzen, die den menschlichen Stoffwechsel durchaus beeinflussen und zum Teil mit positiven und teilweise mit negativen Gesundheitseffekten in Verbindung stehen. Die gesundheitlichen Wirkungen des Kaffeekonsums stehen deshalb immer wieder im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen, wobei in den meisten Studien häufig nur die Beziehung zwischen Kaffeegenuss und einer Erkrankungsart untersucht wurde. Das deutsche Wisssenschaftlerteam analysierte nun die Langzeiteffekte des Kaffeekonsums nicht nur bezüglich einer Erkrankung, sondern hinsichtlich mehrerer chronischer Erkrankungen gleichzeitig. Prospektive (= verausschauende) Langzeit-Bevölkerungsstudien wie die EPIC-Deutschland-Studie sind hierzu speziell gut geeignet.

Neben den Ernährungs- und Lebensstildaten erfassten und analysierten die Forscher auch die medizinischen Daten der Studienteilnehmer/innen. Während der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von knapp neun Jahren erkrankten erstmals 1.432 Studienteilnehmer/innen an Typ-2-Diabetes, 394 erlitten einen Herzinfarkt, 310 erlitten einen Schlaganfall und 1.801 Teilnehmer erkrankten an Krebs. Verglichen die Wissenschaftler die Daten von Personen, die sehr viel Kaffee konsumierten, mit den Daten von Personen mit einem sehr geringen Konsum, so konnten sie keine Risikosteigerung für die in den westlichen Industrienationen häufig auftretenden chronischen Erkrankungen feststellen. Bei Personen, die viel Kaffee tranken, beobachteten sie sogar ein reduziertes Typ-2-Diabetes-Risiko.

„Unsere Studienergebnisse decken sich mit den Resultaten aktueller prospektiver Studien aus den USA“, erklärt Erstautorin Anna Flögel. Wer Kaffee also gut vertrage und ihn gerne trinkt, sollte dies somit auch weiterhin tun, sagt die Epidemiologin. Andersherum sollten sich Menschen jedoch aufgrund der Resultate nicht genötigt sehen, mit dem Kaffeetrinken zu beginnen. „Es ist wichtiger, darauf zu achten, ausreichend Vollkornprodukte, wenig Fleisch sowie viel Obst und Gemüse zu essen, nicht zu rauchen und sich ausreichend zu bewegen“, stellt Studienleiter Heiner Boeing fest. Für die Flüssigkeitszufuhr bieten sich neben dem Kaffee auch andere Getränke mit einem geringen Energiegehalt an, beispielsweise Tee und Wasser.

Quelle:

Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

Anna Floegel et al.; 2012, 95:1-8; doi:10.3945/ajcn.111.023648; Link zur Publikation: http://www.ajcn.org/content/early/2012/02/14/ajcn.111.023648.abstract

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=36718

Kommentar & Ergänzung:

Kaffee hat in den letzten Jahren eine deutliche Imageaufbesserung erfahren, was seine Auswirkungen auf die Gesundheit angeht. Dass dürfte auch daran liegen, dass die Kaffeeindustrie Geld für die Forschung zu Verfügung stellt. Es gibt aber neben positiven Wirkungen auf die Gesundheit auch einige kritische Punkte.

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