Ätherische Öle: Hilfsstoffe und Dosierung

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Reines ätherisches Öl lässt sich nicht mit Wasser mischen. Daher macht beispielsweise die Herstellung eines Bades mit ätherischen Ölen den Einsatz eines geeigneten Emulgators (z.B. Disper, Labrafil, Labrasol) in einer vierfach grösseren Menge nötig.

Ein aromatisches Bad enthält maximal 10 Tropfen ätherisches Öl auf 100 Liter Wasser. Ohne Zusatz eines Emulgators schwimmt das ätherische Öl auf dem 40°C warmen Wasser und könnte bei direktem Hautkontakt Reizungen auslösen – vor allem wenn es sich um hautätzende ätherische Öle wie beispielsweise Zimtöl handelt.

Oral können ätherische Öle gemischt mit Honig eingenommen werden: Zu diesem Zweck werden 2-3 Tropfen ätherisches Öl auf einen Kaffeelöffel Honig gegeben. Ahornsirup oder ein Stück Rohrzucker sind ebenso geeignet. Ätherische Öle lassen sich auch mit pflanzlichen Urtinkturen verdünnen, deren Eigenschaften die Wirkung der ätherischen Öle ergänzen.

Für den äusserlichen Einsatz der ätherischen Öle sind pflanzliche Öle als Hilfsstoffe ideal. Die Auswahl des passenden Öls richtet sich nach der gewünschten therapeutischen Wirkung: eher visköses Öl wie Avocadoöl oder Olivenöl eignet sich zur Behandlung einer in der verhornten Schicht der Epidermis lokalisierten Mykose (Pilzerkrankung). Weizenkeimöl oder Jojobaöl dienen zur Wirkung auf Stufe der Epidermis, beispielsweise um eine Psoriasis (Schuppenflechte) oder ein Ekzem zu behandeln; um Beschwerden in der Dermis zu lindern, einen Juckreiz oder einen Ausschlag beispiesweise, wird Haselnussöl oder Mandelöl gewählt. Soll schliesslich die Unterhaut, die Synovia oder die Muskulatur erreicht werden, fällt die Wahl auf Sesamöl oder Haselnussöl.

Beachtet werden sollte unbedingt, dass Phenol- oder Aldehyd-haltige ätherische Öle oftmals aggressiv auf die Haut wirken und daher immer mindestens 5-fach verdünnt werden sollten.

Crèmes können ätherische Öle in Konzentrationen von 1-30% aufnehmen. Bei der Herstellung von Gelen (Carbopol oder Methylcellulose) sollte eine Konzentration von 10-12% nicht überschritten werden.

Je nach Grösse können Zäpfchen und Ovula, hergestellt auf der Basis von speziell konzipierten Wachsen, folgende Mengen ätherischer Öle enthalten:

1-2 Tropfen für ein Zäpfchen von 1 g für Säuglinge

2-3 Tropfen für ein Zäpfchen von 2 g für Kinder

3-4 Tropfen für ein Zäpfchen von 2 g für Erwachsene

6-10 Tropfen für ein Ovule von 4 g

Wichtig ist zudem, dass ätherische Öle keinesfalls unverdünnt in die Nase, das Ohr oder auf ano-genitale Schleimhäute appliziert werden sollten: eine Verdünnung von 5% in Haselnussöl oder Sesamöl gerstattet die Anwendung auf den sensiblen Schleimhäuten.

Lit.:

L’aromathérapie, D. Baudoux, Editions Amyris, 2e édition 2008, p31

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=4416&NMID=1400&LANGID=2

Kommentar & Ergänzung:

Ätherische Öle werden sowohl in der Phytotherapie also auch in der Aromatherapie eingesetzt. Die richtige Dosierung und die passende Anwendungsform sind dabei zentral.

Interessant an diesen Informationen sind meines Erachtens vor allem die differenzierten  Vorschläge zu Wahl der fetten Öle, je nach zu behandelnder Krankheit.

Für Bäder mit ätherischen Ölen eignen sich als Emulgator auch Kaffeerahm (Kaffeesahne) und Vollmilch.

Für die Herstellung von Zäpfchen (Suppositorien) und Ovula sind Apotheken oder Pharmabetriebe zuständig.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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