Archive for September, 2011
Freitag, September 30th, 2011
Reines ätherisches Öl lässt sich nicht mit Wasser mischen. Daher macht beispielsweise die Herstellung eines Bades mit ätherischen Ölen den Einsatz eines geeigneten Emulgators (z.B. Disper, Labrafil, Labrasol) in einer vierfach grösseren Menge nötig.
Ein aromatisches Bad enthält maximal 10 Tropfen ätherisches Öl auf 100 Liter Wasser. Ohne Zusatz eines Emulgators schwimmt das ätherische Öl auf dem 40°C warmen Wasser und könnte bei direktem Hautkontakt Reizungen auslösen – vor allem wenn es sich um hautätzende ätherische Öle wie beispielsweise Zimtöl handelt.
Oral können ätherische Öle gemischt mit Honig eingenommen werden: Zu diesem Zweck werden 2-3 Tropfen ätherisches Öl auf einen Kaffeelöffel Honig gegeben. Ahornsirup oder ein Stück Rohrzucker sind ebenso geeignet. Ätherische Öle lassen sich auch mit pflanzlichen Urtinkturen verdünnen, deren Eigenschaften die Wirkung der ätherischen Öle ergänzen.
Für den äusserlichen Einsatz der ätherischen Öle sind pflanzliche Öle als Hilfsstoffe ideal. Die Auswahl des passenden Öls richtet sich nach der gewünschten therapeutischen Wirkung: eher visköses Öl wie Avocadoöl oder Olivenöl eignet sich zur Behandlung einer in der verhornten Schicht der Epidermis lokalisierten Mykose (Pilzerkrankung). Weizenkeimöl oder Jojobaöl dienen zur Wirkung auf Stufe der Epidermis, beispielsweise um eine Psoriasis (Schuppenflechte) oder ein Ekzem zu behandeln; um Beschwerden in der Dermis zu lindern, einen Juckreiz oder einen Ausschlag beispiesweise, wird Haselnussöl oder Mandelöl gewählt. Soll schliesslich die Unterhaut, die Synovia oder die Muskulatur erreicht werden, fällt die Wahl auf Sesamöl oder Haselnussöl.
Beachtet werden sollte unbedingt, dass Phenol- oder Aldehyd-haltige ätherische Öle oftmals aggressiv auf die Haut wirken und daher immer mindestens 5-fach verdünnt werden sollten.
Crèmes können ätherische Öle in Konzentrationen von 1-30% aufnehmen. Bei der Herstellung von Gelen (Carbopol oder Methylcellulose) sollte eine Konzentration von 10-12% nicht überschritten werden.
Je nach Grösse können Zäpfchen und Ovula, hergestellt auf der Basis von speziell konzipierten Wachsen, folgende Mengen ätherischer Öle enthalten:
1-2 Tropfen für ein Zäpfchen von 1 g für Säuglinge
2-3 Tropfen für ein Zäpfchen von 2 g für Kinder
3-4 Tropfen für ein Zäpfchen von 2 g für Erwachsene
6-10 Tropfen für ein Ovule von 4 g
Wichtig ist zudem, dass ätherische Öle keinesfalls unverdünnt in die Nase, das Ohr oder auf ano-genitale Schleimhäute appliziert werden sollten: eine Verdünnung von 5% in Haselnussöl oder Sesamöl gerstattet die Anwendung auf den sensiblen Schleimhäuten.
Lit.:
L’aromathérapie, D. Baudoux, Editions Amyris, 2e édition 2008, p31
Quelle:
http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=4416&NMID=1400&LANGID=2
Kommentar & Ergänzung:
Ätherische Öle werden sowohl in der Phytotherapie also auch in der Aromatherapie eingesetzt. Die richtige Dosierung und die passende Anwendungsform sind dabei zentral.
Interessant an diesen Informationen sind meines Erachtens vor allem die differenzierten Vorschläge zu Wahl der fetten Öle, je nach zu behandelnder Krankheit.
Für Bäder mit ätherischen Ölen eignen sich als Emulgator auch Kaffeerahm (Kaffeesahne) und Vollmilch.
Für die Herstellung von Zäpfchen (Suppositorien) und Ovula sind Apotheken oder Pharmabetriebe zuständig.
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Ahornsirup, Aldehyd, Aromatherapie, ätherische Öle, Ausbildungen, Ausschlag, Avocadoöl, Carbopol, Crème, Dermis, Disper, Dosierung, Ekzem, Emulgator, Epidermis, Erwachsene, Exkursionen, Gel, Haselnussöl, Hautkontakt, Heilkräuter, Heilpflanzen, Hilfsstoffe, Honig, Jojobaöl, Juckreiz, Kaffeerahm, Kaffeesahne, Kinder, Kräuterwanderungen, Kurse, Labrafil, Labrasol, Mandelöl, Methylcellulose, Muskulatur, Mykose, Nase, Naturheilkunde, Ohr, Olivenöl, Ovula, Pflanzenheilkunde, Phenol, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Pilzerkrankung, Psoriasis, Reizungen, Rohrzucker, Säuglinge, Schleimhäute, Schuppenflechte, Schweiz, Sesamöl, Suppositorien, Synovia, Unterhaut, Urtinkturen, Verdünnung, Vollmilch, Weiterbildung, Weizenkeimöl, Winterthur, Wirkung, Zäpfchen, Zimtöl, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Freitag, September 30th, 2011
Das Magazin „Focus“ veröffentlichte eine Serie von Beiträgen über Hausmittel gegen Beschwerden der Verdauungsorgane.
Hier ein Zitat zur Wirkung der Pfefferminze:
„Tee aus Pfefferminzblättern ist eine der beliebtesten Sorten der Deutschen. Wichtigster Wirkstoff ist das Menthol. Es wirkt krampflösend und ist deshalb sehr nützlich bei Magenkrämpfen.
Für einen Aufguss einige frische Pfefferminzblätter waschen und klein zupfen. Mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann den Tee möglichst warm und in kleinen Schlucken trinken.
Achtung: Wer zu Sodbrennen und Übersäuerung neigt, sollte auf Pfefferminztee lieber verzichten. Denn er wirkt auch stark entkrampfend auf den Pförtner, sodass Magensäure in die Speiseröhre gelangen könnte.“
Quelle:
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/tid-21554/hausmittel-magenkraempfe-entspannung-fuer-den-magen_aid_605248.html
Kommentar & Ergänzung:
Die Beiträge dieser Serie in “Focus” sind erfreulich fundiert, was bei Medienberichten zu Themen aus den Bereichen Naturheilkunde / Komplementärmedizin gar nicht selbstverständlich ist.
Pfefferminztee fördert auch den Gallenfluss und lindert Übelkeit.
Menthol ist der wichtigste Inhaltsstoff im ätherischen Pfefferminzöl.
Zum Pfefferminzöl siehe auch:
Phytotherapie – Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen
Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Ausbildungen, Exkursionen, Gallenfluss, gegen, Hausmittel, Heilkräuter, Heilpflanzen, Komplementärmedizin, Kräuterwanderungen, Kurse, Magenkrämpfe, Magensäure, Menthol, Naturheilkunde, Pfefferminzblätter, Pfefferminze, Pfefferminzöl, Pfefferminztee, Pflanzenheilkunde, Pförtner, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Reizdarm, Schweiz, Sodbrennen, Spannungskopfschmerzen, Speiseröhre, Tee, Übelkeit, Übersäuerung, Verdauungsorgane, Weiterbildung, Winterthur, Wirkstoff, Wirkung, Zitat, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Freitag, September 30th, 2011
Ein verbreiteter Irrtum über die Anwendung von Heilpflanzen kommt in Kräuterkursen immer wieder einmal zur Sprache. Die Ansicht nämlich, dass Heilpflanzen nur nach länger dauernder Anwendung wirksam sind.
Das stimmt so allgemein nicht. Es gibt Heilpflanzen, die ihre Wirkung rasch entfalten und solche, die dazu mehrere Wochen oder gar Monate brauchen.
Auf diesen Punkt wies vor kurzem auch die Apothekerin Anke Grabow hin – in einem Interview mit einer Apotheken-Kundenzeitschrift:
„Stimmt es, dass pflanzliche Medikamente länger eingenommen werden müssen, ehe sie wirken?
Nein, das lässt sich so pauschal nicht sagen. Phytopharmaka, die akute Beschwerden lindern sollen, müssen rasch wirken. Aber es gibt Mittel, etwa zur Stärkung der Immunabwehr, die als längere Kuranwendung gedacht sind. Auch Präparate gegen Frauenleiden zeigen oft erst nach einigen Zyklen Effekte.“
Quelle:
http://www.apotheken-umschau.de/Erkaeltung/Pflanzenheilkunde-Gute-Beratung-in-der-Apotheke-wichtig-118551.html
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Anke Grabow, Ausbildungen, Exkursionen, Frauenleiden, Heilkräuter, Heilpflanzen, Heilpflanzen-Anwendung, Immunabwehr, Kräuterkurse, Kräuterwanderungen, Kurse, Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde, Phytopharmaka, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Schweiz, Stärkung der Immunabwehr, Weiterbildung, Winterthur, Wirkung, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Freitag, September 30th, 2011
Ein erhöhter Kaffeekonsum könnte ältere Frauen vor Depressionen schützen, schreiben Forscher um Michel Lucas von der Harvard School of Public Health in Boston. In einer prospektiven Studie untersuchten die Wissenschaftler von 1980 bis 2004 über 50 000 US-amerikanische Frauen mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren, die zu Beginn nicht unter einer Depression litten.
Frauen, die täglich mindestens drei Tassen Kaffee konsumierten, hatten ein um 15 Prozent tieferes relatives Risiko an einer Depression zu erkranken als diejenigen, die nur maximal ein koffeinhaltiges Getränk pro Woche tranken (weniger als 100 Milligramm Coffein täglich). Bei vier oder mehr Tassen Kaffee am Tag, also mindestens 550 Milligramm Coffein täglich, verminderte sich das relative Risiko um 20 Prozent. Der Konsum von entkoffeiniertem Kaffee hatte auf das Erkrankungsrisiko keinen Einfluss. Das schreiben die Forscher im Fachjournal «Archives of Internal Medicine».
Coffein ist weltweit das am häufigsten angewandte zentralnervöse Stimulans. Etwa 80 % des Konsums erfolgt in Form von Kaffee. Die Autoren der Studie sehen in ihren Resultaten keinen eindeutigen Beweis dafür, dass Coffein tatsächlich das Depressionsrisiko reduziert. Es lassen sich aus ihrer Sicht jedoch protektive Eigenschaften vermuten. Weitere Untersuchungen müssten zeigen, ob der regelmäßige Konsum von coffeinhaltigem Kaffee einer Depression vorbeugen kann.
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=39504&Nachricht_Title=Nachrichten_Kaffee+sch%FCtzt+im+Alter+vor+Depressionen&type=0
http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/171/17/1571
Kommentar & Ergänzung:
Epidemiologische Studien wie die vorliegende können einen Zusammenhang nahe legen, ihn aber nie zweifelsfrei belegen. Es kann jedenfalls nicht mit letzter Gewissheit ausgeschlossen werden, dass Kaffeetrinkerinnen einen anderen Faktor gemeinsam haben, der für den Schutzeffekt gegen Depressionen verantwortlich ist.
Es handelt sich bei dieser Untersuchung um die Nurses Health Study.
Je mehr Kaffee die Krankenschwestern konsumiert hatten, desto seltener wurde bei ihnen später eine Depression diagnostiziert.
Diese Dosis-Wirkungsbeziehung sowie die Feststellung, dass der Zusammenhang nur für koffeinhaltigen Kaffee gefunden wurde, sprechen dafür, dass koffeinhaltiger Kaffee tatsächlich das Depressionsrisiko beeinflusst. Entkoffeinisierte Getränke zeigten wie erwähnt keinerlei Schutzwirkung.
Die Effekte von Koffein waren allerdings nicht besonders stark, wie die Resultate der Multivariat-Analyse zeigen. Sie berücksichtigt andere potentielle Einflüsse, zum Beispiel, dass Kaffeetrinkerinnen häufiger rauchen und Alkohol trinken und seltener in kirchliche und andere Gemeinschaften eingebunden sind, die die Psyche stützen können.
Eine Therapieempfehlung lässt sich aus dieser Studie natürlich ablesen. Sie könnte jedoch das positive Image fördern, welches Kaffee bei Epidemiologen derzeit genießt. Anders als bei anderen „Drogen“ hat der maßvolle Kaffee-Konsum keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit: Wer Kaffee trinkt erkrankt und stirbt nicht häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs.
Der Einfluss auf Entzündungsmarker, die bei der Pathogenese der Atherosklerose eine Rolle spielen, ist sogar positiv. Ebenso haben jüngere Studien ein reduziertes Typ-2-Diabetesrisiko aufgezeigt. Stets handelte es sich aber um prospektive Beobachtungsstudien oder Fall-Kontroll-Studien, deren Aussagekraft nicht überbewertet werden sollte.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: 1980, 2004, Alkohol, Atherosklerose, Ausbildungen, Beobachtungsstudien, coffein, Depression, Depressionen, Depressionsrisiko, Drogen, Entzündungsmarker, Exkursionen, Gesundheit, Getränk, Heilkräuter, Heilpflanzen, Herz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Kaffee, Kaffeekonsum, Koffein, Kräuterwanderungen, Krebs, Kurse, Multivariat-Analyse, Naturheilkunde, Pathogenese, Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Psyche, Schweiz, Stimulans, Studie, Typ-2-Diabetesrisiko, Weiterbildung, Winterthur, Zürich
Posted in Gesundheitliches, Phytotherapie | No Comments »
Freitag, September 30th, 2011
TABULA, die Zeitschrift der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE), berichtet in einem informativen Beitrag über Verwendungsmöglichkeiten der Quitten-Früchte. Interessant aus sich der Pflanzenheilkunde ist vor allem der Abschnitt über Quittensamen / Quittenschleim:
„Die Quittenkerne werden nicht gegessen. Doch auch sie gelten als Heilmittel. Lässt man sie mit wenig frischem Wasser einkochen, entsteht der sogenannte Quittenschleim. Er war früher in Apotheken erhältlich und geriet danach leider in Vergessenheit. Jahrhundertelang wurde er äusserlich gegen Sonnenbrand, spröde, rissige Haut und entzündete Augen angewendet, innerlich bei Magen-Schleimhautentzündungen, Halsweh, Husten oder Bronchitis. Als einfache Methode wird empfohlen, bei Halsschmerzen Quittenkerne zu lutschen.“
(Quelle: TABULA NR. 3 / 2011)
Kommentar & Ergänzung:
Zwar wurde die traditionelle Anwendung von Quittenschleim meines Wissens nie genauer untersucht, doch ist die reizlindernde, entzündungshemmende und kühlende Wirkung solcher Schleimzubereitungen meines Erachtens plausibel. Pflanzenschleime bilden eine Schutzschicht und binden Feuchtigkeit.
Zur Namensgebung und zum Vorkommen der Quitte schreibt Wikipedia:
„Die Quitte [ˈkvɪtə] (Cydonia oblonga), die einzige Pflanzenart innerhalb der Gattung Cydonia, gehört zu den Kernobstgewächsen (Pyrinae) in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae)…..
Die Quitte verdankt ihren Namen botanisch-wissenschaftlich wie auch in unserem Sprachgebrauch der griechischen Stadt Kydonia, heute Chania, im Nordwesten der Insel Kreta.
Die Quitte ist außerdem Namensgeber für die Marmelade (von portugiesisch marmelo für Quitte, aus dem griechischen melimelon „Honigapfel“)………
Die ursprüngliche Heimat liegt im östlichen Kaukasus und im Transkaukasus. Populationen in der Türkei, Syrien, Turkmenistan und Afghanistan könnten durch die schon lange zurückliegende Verbreitung durch Menschen entstanden sein. Erste Nachweise über kultivierte Quitten aus dem Kaukasus reichen 4000 Jahre zurück, in Griechenland findet man sie ab 600 v. Chr., bei den Römern ab 200 v. Chr. In Mitteleuropa wird sie erst seit dem 9. Jahrhundert angebaut, als wärmeliebende Pflanze dort bevorzugt in Weinbaugebieten.
Heute werden die Sorten vor allem in Asien und Europa angepflanzt. In West- und Mitteleuropa spielt sie eher eine untergeordnete Rolle. Der erwerbsmäßige Anbau ist in Deutschland selten. In Baden-Württemberg und im Rheinland werden gute Fruchtqualitäten erzielt.“
(Quelle: Wikipedia)
Zu den Inhaltsstoffen der Quitte:
„Die Samen enthalten Schleimstoffe, giftige cyanogene Glycoside und Öl. Die Quittenfrucht selber enthält viel Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor, Tannine, Gerbsäure, organische Säuren, viel Pektin und Schleimstoffe.“
(Quelle: Wikipedia)
Zur Verwendung als Lebensmittel:
„ Die in Deutschland oder Österreich wachsenden Quittensorten sind für den Rohverzehr nicht geeignet, da sie hart und durch die Gerbstoffe bitter sind. Andernorts gibt es aber auch Sorten, die roh gegessen werden können, zum Beispiel die in der Türkei angebaute Shirin-Quitte.
Bei der Zubereitung mitteleuropäischer Sorten muss in jedem Fall vor dem Verarbeiten der Früchte der Flaum oder Pelz der Quitten mit Hilfe eines (groben) Tuches gründlich abgerieben werden, da er reichlich Bitterstoffe enthält. Dann kann die Frucht geschält oder ungeschält verwendet werden. Erprobt ist auch das Abbürsten des Flaums mit einer Messingbürste. Da dabei die Schale aber kleine Kratzer bekommt, sollte diese erheblich schnellere Methode nur angewandt werden, wenn man die Früchte sofort weiterverarbeitet.
Die Ernte erfolgt am besten im nicht zu reifen Zustand, da sonst das in den Früchten enthaltene Pektin zunehmend abgebaut ist; am sinnvollsten ist als Erntezeitpunkt die Phase, in der die Farbe der Früchte von grün nach gelb umschlägt. Grasgrüne Früchte bleiben trotz eventueller Nachreife geschmacklich unbefriedigend. Bei später Ernte tritt rasch eine Bräunung des Fruchtfleisches auf. Knapp reif geerntete Früchte lassen sich getrennt von anderem Obst bis zu zwei Monate lagern.
Aus der Quitte kann man Marmelade, Kompott, Mus, Saft und daraus Gelee (Quittenkäs), Likör oder Schnaps herstellen. Von regionaler Bedeutung ist sie als Zugabe in der Apfelweinherstellung. Gebacken eignet sie sich als Dessert oder Beilage zu Fleisch. Quittenbrot ist eine Süßigkeit, hergestellt aus mit Zucker vermischtem eingedicktem Quittenmus, das etwa 1 cm dick auf einem Backblech verstrichen im Backofen gedörrt und anschließend in 2 bis 3 cm große Rauten geschnitten und in Zucker gewendet wird. Quittenbrot ist im Handel fast nicht erhältlich, in spanisch und portugiesisch-sprachigen Ländern ist Dulce de membrillo eine verbreitete traditionelle Weihnachts- oder Wintersüßigkeit.“
(Quelle: Wikipedia)
Die Wikipedia-Angaben zur Verwendung der Quitte als Heilpflanze sind nicht sehr überzeugend, abgesehen von diesem Abschnitt:
„Lässt man ca. 1 Esslöffel Quittenkerne für 10-12 Stunden in 100 ml kaltem Wasser ziehen, entsteht der sogenannte Quittenschleim, der äußerlich aufgetragen bei Entzündungen, Wunden, rissiger Haut und Sonnenbrand helfen soll, sowie innerlich bei Magen-Schleimhautentzündung (Gastritis), Darmentzündung, Rachenentzündung, Fieber, Husten, Reizhusten und Bronchitis.“
(Quelle: Wikipedia)
Hier sind die äusserlichen Anwendungen nachvollziehbar, die innerlichen im Magen-Darmtrakt auch (Gastritis, Darmentzündung). Hier ist ein reizlindernder, schleimhautschützender Effekt plausibel.
Auch die Anwendung bei Reizhusten mag Sinn machen. Schleimhaltige Heilpflanzen wie Malvenblüte, Eibischwurzel oder Spitzwegerichblatt lindern Hustenreiz durch Einhüllung der Schleimhäute in der hinteren Rachenregion.
Wie eine Wirkung des Quittenschleims bei Bronchitis oder Fieber zustande kommen soll, ist mir aber nicht nachvollziehbar.
Zur Quitte in Mythologie und Kunst ein Zitat aus Wikipedia:
“Seit jeher gelten die Quitten als Symbol für Liebe, Glück, Fruchtbarkeit, Klugheit, Schönheit, Beständigkeit und Unvergänglichkeit.”
……was kann man sich schon mehr wünschen!?
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Afghanistan, als Lebensmittel, Apfelwein, Apfelweinherstellung, Asien, Augen, Ausbildungen, Backofen, Baden-Württemberg, Bitterstoffe, Bronchitis, Chania, cyanogene Glycoside, Cydonia, Cydonia oblonga, Darmentzündung, Dessert, Deutschland, Dulce de menbrillo, Eibisch, Eibischwurzel, Eisen, entzündete Augen, Entzündungen, Erntezeitpunkt, Europa, Exkursionen, Fieber, Fleisch, Fluor, Fruchtfleisch, Gastritis, Gelee, Gerbsäure, Gerbstoffe, Glycoside, Griechenland, Halsschmerzen, Halsweh, Haut, Heilkräuter, Heilpflanzen, Husten, Hustenreiz, Inhaltsstoffe, Kalium, Kaukasus, Kernobstgewächse, Kompott, Kräuterwanderungen, Kreta, Kupfer, Kurse, Kydonia, lebensmittel, Likör, Magen, Magen-Darmtrakt, Magen-Schleimhautentzündung, Magen-Schleimhautentzündungen, Malve, Malvenblüte, Mangan, Marmelade, marmelo, Mitteleuropa, Mus, Nachreife, Natrium, Naturheilkunde, Obst, Öl, organische Säuren, Österreich, Pektin, Pflanzenart, Pflanzenheilkunde, Pflanzenschleime, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Pyrinae, Quitte, Quitten, Quitten-Früchte, Quittenbrot, Quittenfrucht, Quittenkäs, Quittenkerne, Quittenmus, Quittensamen, Quittenschleim, Quittensorten, Rachen, Rachenentzündung, Reizhusten, Rheinland, Rissige Haut, Rosaceae, Rosengewächse, Saft, Schleimhautentzündung, Schleimstoffe, Schleimzubereitungen, Schnaps, Schutzschicht, Schweiz, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, SGE, Shirin-Quitte, Sonnenbrand, Spitzwegerich, Spitzwegerichblatt, Sprachgebrauch, Süssigkeit, Syrien, Tabula, Tannine, Tanskaukasus, Türkei, Turkmenistan, Vitamin C, Weiterbildung, Wikipedia, Winterthur, Wirkung, Wunden, Zink, Zucker, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Donnerstag, September 29th, 2011
Es gibt eine ganze Anzahl von Bäumen, die in der Pflanzenheilkunde verwendet werden – zum Beispiel als Eichenrinde, Birkenblätter, Weidenrinde, Lindenblüte.
Gelegentlich werde ich bei der Besprechung solcher Heilpflanzen darauf angesprochen, dass zum Beispiel die Weide im „Keltischen Baumkreis“ vorkomme und dort mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen verbunden werde.
Deshalb hier ein paar Anmerkungen zum „Keltischen Baumkreis“.
Das sogenannte „Keltische Baumhoroskop“ umfasst:
Apfelbaum, Tanne, Ulme, Zypresse, Pappel, Zürgelbaum, Kiefer, Weide, Linde, Eiche, Ölbaum, Haselstrauch, Eberesche, Ahorn, Nussbaum, Kastanie, Esche, Hainbuche, Feigenbaum, Birke, Buche.
Festgehalten werden muss dazu aber: Das Keltische Baumhoroskop (Keltischer Baumkreis) ist eine freie Erfindung des 20. Jahrhunderts und hat mit den Kelten rein gar nichts zu tun.
Zur Entstehung des „Keltischen Baumkreises“:
„ Das sogenannte keltische Baumhoroskop geht auf das Buch The White Goddess (1946) (Die weiße Göttin, 1948) des britischen Schriftstellers und Dichters Robert Graves zurück, in dem der Autor durch eine meist willkürliche Zuordnung von Ogham-Zeichen zu einzelnen Bäumen einen keltischen Baumkalender entwickelte. Dabei kommen bei der Bezeichnung der einzelnen Schriftzeichen zwar auch einige Baumnamen vor, aber ein Großteil der Bezeichnungen ist deutlich anderen Ursprungs. Ein keltisches Baumhoroskop lässt sich weder durch antike noch durch mittelalterliche Quellen über keltische Religion und Bräuche belegen. Vor allem aber fällt auf, dass in den altirischen und altwalisischen Quellen zur Astrologie niemals Bäume vorkommen.
Die heute besonders im deutschsprachigen Raum weit verbreitete Form geht ihrerseits auf eine Artikelserie der französischen Journalistin Paule Delsol zurück, die 1971 im Auftrag des Mode- und Lifestyle-Magazins Marie Claire eine Reihe von Horoskopsystemen erfand, die ‘alten’ Kulturen nachempfunden waren. Unter anderem entwickelte Delsol ein mittlerweile auch auf Deutsch erhältliches ‘arabisches’ Horoskop (Horoscopes Arabes), ein ebenso frei erfundenes ‘tibetisches’ Horoskop (Horoscopes Tibetains) und ein offenbar Robert Graves nachempfundenes ‘keltisches’ Baumhoroskop (Horoscopes Gauloise).
1984 erschien dieses Baumhoroskop unter dem Titel “Bäume Lügen nicht. Das keltische Horoskop” (herausgegeben von Annemarie Mütsch-Engel im Verlag Bert Schlender, Göttingen) zum ersten Mal im deutschen Sprachraum und fand schnell lebhafte Aufnahme. Die erste Ausgabe des Buches berief sich vorerst auf eine ‘uralte’, tatsächlich jedoch frei erfundene Texttradition. In später erschienenen Lizenzausgaben anderer Verlage wurde gar von einer alten Handschrift in einem polnischen Kloster berichtet, von deren Abschrift im vorliegenden Buch eine Übersetzung vorliege.“
(Quelle: Wikipedia)
Gerichtliche Auseinandersetzungen um das „Keltische Baumhoroskop“:
„ In einem sich durch drei Instanzen bis zum deutschen Bundesgerichtshof hinziehenden Streit um Fragen des Urheberrechts und das Recht zur Weitergabe der Verwertungslizenzen (Urteil vom 27. Juni 1991, 1. Zivilsenat, Aktenzeichen I ZR 7/90) musste die eigentliche Geschichte des ‘keltischen’ Horoskops offengelegt werden. Hierbei stellte sich heraus, dass die deutschsprachige Form aus einer Übersetzung des französischen Artikels für einen polnischen Gartenkalender entstanden war. Indiz hierfür war unter anderem auch ein Übertragungsfehler, der den in Polen unbekannten, im Frankreich aber weit verbreiteten Zürgelbaum (lateinischer Name Celtis australis aus der Familie der Hanfgewächse) zur Zeder machte, die den Kelten unbekannt war und erst im 17. Jahrhundert in England angepflanzt wurde. Aufgrund dieses Übertragungsfehlers ist die Zeder heute Bestandteil der meisten keltischen Baumhoroskope im deutschsprachigen Raum.“
(Quelle: Wikipedia)
Zur Bedeutung des „Keltischen Baumkreises“ heute:
„ Obwohl das ‚keltische Baumhoroskop’ eine freie Erfindung des 20. Jahrhunderts ist und mit den alten Kelten nichts zu tun hat, hat es eine weite Verbreitung gefunden und wird von einigen Teilen der Neuheiden als ein Bestandteil ihrer Lebensauffassung angesehen. Ähnlich eines modernen Mythos hat sich der verbreitete Irrtum vom angeblich keltischen Horoskop mittlerweile so fest im Alltagswissen des deutschen Sprachraumes etabliert, dass selbst die ehemalige österreichische Justizministerin Miklautsch in einer Rede auf den keltischen Baumkreis mit seinen Baumbotschaften einging und das Bundesministerium für Justiz in einer Aussendung darauf hinwies, dass drei ehemalige österreichische Justizminister im Zeichen der Linde geboren worden seien. Diese, so die Aussendung, würden sich daher ‚durch besonderen Gerechtigkeitssinn und eine ausgeprägte Harmoniefähigkeit’ auszeichnen und verstünden es, ‚sich in die Lage ihrer Mitmenschen zu versetzen, um eine akzeptable Lösung für jede Situation zu entdecken.’“
(Quelle: Wikipedia)
Kommentar & Ergänzung:
Das „Keltische Baumhoroskop“ bzw. der „Keltische Baumkreis“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie freie Erfindungen als altes, ursprüngliches Wissen verkauft werden. Offenbar wird hier einfach das Bedürfnis nach Tradition & Ursprünglichkeit, nach einer (angeblich) heilen Urzeit ausgenützt.
Solche „freien Erfindungen“ gibt es auch im Bereich Komplementärmedizin / Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde.
Es fehlt in diesen Bereichen nicht nur an Qualitätskontrolle, es fehlt auch weitgehend an einer kritischen Auseinandersetzung mit Heilungsvorstellungen und Heilungsversprechungen.
In vielen Bereichen vorherrschend ist eine blinde Gläubigkeit, die alles Wunderbare dankbar und nicht selten sogar fast süchtig entgegen nimmt.
Das halte ich für ausgesprochen bedenklich, vor allem aus gesellschaftspolitischer Sicht.
Wo kommen wir hin, wenn die Fähigkeit und der Wille, sich ein sorgfältiges Urteil zu bilden, mehr und mehr abhanden kommt,
wenn politische oder heilkundliche Ideen und Versprechungen völlig ungeprüft übernommen werden, wenn sie nur wunderbar genug daher kommen?
Was Komplementärmedizin / Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde angeht:
In meiner Phytotherapie-Ausbildung oder in meinem Heilpflanzen-Seminar lernen Sie nicht nur die Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten der Heilpflanzen kennen. Sie können darüber hinaus lernen, welche Fragen Sie stellen können, um Aussagen und Versprechungen zu überprüfen. Das ist ein wichtiger Punkt, wenn man sich eine eigenständige, fundierte Meinung bilden will.
Siehe oben in der Menü-Liste unter „Kurse“.
Qualitätskriterien für den Bereich Komplementärmedizin / Naturheilkunde sind Thema im Tagesseminar
„Komplementärmedizin – Kriterien zur Orientierung im überquellenden Angebot“
Ausserdem:
Komplementärmedizin – woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?
Mehr Kontroverse in Komplementärmedizin – Naturheilkunde – Pflanzenheilkunde
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: 1946, 1948, 1971, 1984, Ahorn, alte Kulturen, Annemarie Mütsch--Engel, Apfelbaum, arabisches Horoskop, Astrologie, Ausbildungen, Baumbotschaften, Bäume, Bäume lügen nicht, Baumhoroskop, Baumnamen, Bert Schlender, Birke, Birkenblätter, Bräuche, Buche, Celtis australis, Die weisse Göttin, Eberesche, Eiche, Eichenrinde, England, Erfindung, Esche, Exkursionen, Feigenbaum, Frankreich, Gartenkalender, Göttin, Göttingen, Hainbuche, Hanfgewächse, Haselstrauch, Heilkräuter, Heilpflanzen, Horoskop, Horoskopsysteme, Justiz, Kastanie, Kelten, keltische Religion, keltischer Baumkreis, Keltisches Baumhoroskop, Kiefer, Kloster, Komplementärmedizin, Kräuterwanderungen, Kurse, Lifestyle, Linde, Lindenblüte, Marie Claire, Mythos, Naturheilkunde, Neuheiden, Nussbaum, Ogham, Ogham-Zeichen, Ölbaum, Pappel, Paule Delsol, Persönlichkeitsmerkmale, Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Polen, Religion, Robert Graves, Schriftzeichen, Schweiz, Tanne, The White Goodess, tibetisches Horoskop, Tradition, Ulme, Urzeit, Verlag, Weide, Weidenrinde, Weiterbildung, Wikipedia, Winterthur, Zeder, Zürgelbaum, Zürich, Zypresse
Posted in Gesellschaftliches, Naturheilkunde-Debatte | No Comments »
Mittwoch, September 28th, 2011
Bestandteile aus Ingwer können Prostatakarzinomzellen töten. Im Tierversuch wuchsen die Tumoren unter einer Diät mit Ingwer-Extrakt halb so schnell wie sonst. Um vergleichbare Wirkstoffkonzentrationen bei Menschen zu erzielen, wäre nur ein halbes Gramm des Ingwer-Extraktes täglich nötig.
Substanzen aus Ingwer hatten in früheren Zellkulturexperimenten das Wachstum von Brustkrebszellen und Darmkrebszellen gehemmt, auch wirkten Phenolverbindungen aus Ingwer gegen Entzündungen und förderten die Apoptose (programmierter Zelltod).
Eine Gruppe von US-Forschern um Professor Ritu Aneja aus Atlanta hat nun in Versuchen mit Prostatakrebszellen Hinweise gefunden, dass Phenole wie Gingerole oder Paradole synergistisch wirken und auch bereits in relativ tiefen Konzentrationen das Wachstum von Krebszellen hemmen.
In Tierversuchen wirkte verfütterter Ingwer-Extrakt zudem tatsächlich therapeutisch auf Prostatatumoren.
In den Versuchen injizierte das Team von Aneja immunsupprimierten Mäusen humane Prostatakarzinomzellen unter die Haut. Die Hälfte der Mäuse bekam anschließend eine Diät, die mit 100 mg/kg Körpergewicht Ingwer-Extrakt angereichert war (British Journal of Nutrition 2011; online 18. August).
Nach acht Wochen ermittelten die Forscher die Größe und den Zustand der Tumoren, die aus den menschlichen Krebszellen gewachsen waren.
Das Resultat: Im Schnitt war das Tumorgewicht bei den Mäusen mit Ingwer-Extrakt um 53 Prozent tiefer als bei Mäusen mit normaler Ernährung. Die Tumoren der Mäuse mit Ingwer-Diät wiesen zudem große nekrotische Bereiche auf.
Insgesamt vertrugen die Mäuse den Ingwer-Extrakt gut. Die Wissenschaftler beobachteten keine Organveränderungen, die auf toxische Wirkungen schließen ließen. Darüber hinaus beeinträchtigte die Ingwer-Diät die Proliferation von normalen, schnell wachsenden Zellen nicht.
Damit ein Mensch von 70 kg Körpergewicht ähnliche Serumkonzentrationen der wichtigsten Ingwer-Inhaltsstoffe erreicht, müsste er etwa ein halbes Gramm des Extraktes pro Tag einnehmen, was einer Menge von 100 Gramm frischem Ingwer entspricht.
Dennoch lassen sich die Resultate noch lange nicht auf Menschen übertragen. Tumoren bei Menschen sind meist weitaus größer als bei Mäusen und deshalb schwerer erreichbar für Therapeutika. Außerdem waren die Bedingungen, unter welchen die Tumoren bei den Testmäusen wuchsen, sehr artifiziell (= nicht natürlich, künstlich).
Quellen:
http://journals.cambridge.org/action/displayAbstract?fromPage=online&aid=8357066&fulltextType=RA&fileId=S0007114511003308
http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/670884/ingwer-toetet-prostatakrebszellen.html
Kommentar & Ergänzung:
Der Bericht weißt auf die wichtige Einschränkung hin, dass Ergebnisse aus Tierversuchen sich nicht so einfach auf die Situation beim Menschen übertragen lassen.
Die nötige Menge an Ingwer-Extrakt, um beim Menschen eine vergleichbare Konzentration an Wirkstoffen zu erreichen, ist mit einem halben Gramm pro Tag allerdings nicht unrealistisch hoch. Täglich über längere Zeit 100g frischen Ingwer zu essen, dürfte dagegen ziemlich schwierig sein…..
Prostatakrebs ist ein neueres Thema in der Ingwer-Forschung. Daher sind die Ergebnisse noch längst nicht so weit, dass Empfehlungen für Prostatakrebs-Patienten gemacht werden könnten.
Beachtenswert ist, dass durch Ingwer nur die Krebszellen gehemmt wurden, nicht aber gesunde schnellwachsende Zellen.
Die unerwünschten Nebenwirkungen einer Chemotherapie gehen vor allem darauf zurück, dass neben Krebszellen auch gesunde schnellwachsende Zellen durch sie geschädigt werden. Deshalb ist es ein wichtiges Ziel der Krebsforschung, ein Medikament zu finden, welches Krebszellen bekämpft und gesunde Zellen schont. Dies zu mindestens scheint beim Ingwer der Fall zu sein.
Ingwer ist eine sehr interessante Heilpflanze.
Siehe auch:
Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen
Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen
Ingwer lindert Muskelkater
Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen
Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Apoptose, Atlanta, Ausbildungen, Brustkrebszellen, Chemotherapie, Darmkrebszellen, Diät, Entzündungen, Erbrechen, Ernährung, Exkursionen, gegen, Gingerole, Haut, Heilkräuter, Heilpflanzen, Ingwer, Ingwer-Extrakt, Inhalationen, Körpergewicht, Kräuterwanderungen, Krebsforschung, Krebszellen, Kurse, Mäuse, Muskelkater, Naturheilkunde, Paradole, Pflanzenheilkunde, Phenol, Phenole, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Programmierter Zelltod, Proliferation, Prostatakarzinomzellen, Prostatakrebs, Prostatakrebszellen, Prostatatumor, Ritu Aneja, Schnupfen, Schwangerschaftserbrechen, Schweiz, Serumkonzentration, Testmäuse, Tierversuch, Tumore, Übelkeit, Weiterbildung, Winterthur, Wirkstoffe, Wirkung, Wirkungen, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Dienstag, September 27th, 2011
Rotwein wirkt günstig auf Herz und Gefäße. Und wofür genauer? Forscher haben nun die Wirkung von Rotwein auf Bluthochdruck untersucht. Ihre Resultate sind deutlich und ernüchternd.
Regelmäßiger moderater Konsum von Rotwein stehe bekanntlich im guten Ruf, das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse zu senken, schreibt die Ärzte-Zeitung.
Die gefäßprotektive Wirkung des Rebensafts wird hauptsächlich auf die in Rotwein enthaltenen Polyphenole zurückgeführt. Polyphenole wie Tannine oder Flavonoide sind aromatische Verbindungen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gezählt werden.
Tierexperimentell Untersuchungen haben gezeigt, dass Polyphenole die Funktion des Gefäßendothels verbessern und den Blutdruck reduzieren können.
Ob sich diese Effekte auch beim Menschen zeigen, hat eine niederländische Wissenschaftlergruppe um Dr. Ilse Botden aus Rotterdam jetzt in einer placebokontrollierten Crossover-Studie bei 61 Probanden mit hochnormalen Blutdruckwerten oder leichter Hypertonie (mittlerer Blutdruckwert: 145,0/85,8 mmHg) untersucht.
Die Resultate hat Botden beim Hypertonie-Kongress 2011 der American Heart Association (AHA) in Orlando präsentiert.
Aufgeteilt auf drei Gruppen bekamen die Testpersonen im Wechsel jeweils vier Wochen lang in einem Getränk entweder Placebo oder Rotwein-Polyphenole als alkoholfreien Trockenextrakt in einer Dosierung von 280 mg oder 560 mg pro Tag.
Die Extraktion des Alkohols begründete Botden damit, dass Alkohol selbst eine blutdrucksteigernde Wirkung haben kann.
Am Schluss jeder Behandlungsperiode wurde der Blutdruck in üblicher Art in der Praxis sowie per ambulanter 24-Stunden-Aufzeichnung gemessen. Auch Parameter der zentralen Hämodynamik wie Augmentationsindex und Pulswellen-Reflexion wurden aufgezeichnet.
Abgesehen von einer leichten und nicht signifikanten Reduktion des 24-Stunden-Blutdrucks unter Einnahme der höher dosierten Polyphenole zeigten diese Rotwein-Inhaltsstoffe keine relevante Wirkung auf den peripheren Blutdruck.
Zudem zeigten die Messungen von Parametern der zentralen Hämodynamik für keine der beiden Polyphenol-Dosierungen Effekte auf den zentralen Blutdruck.
Eine Blutdrucksenkung durch Polyphenole kann nach diesen Resultaten als Mechanismus für eine kardioprotektive Wirkung des Rotweins wohl ausgeschlossen werden.
Allerdings halten Botden und ihre Kollegen es für durchaus möglich, dass etwa antioxidative Eigenschaften der Polyphenole Wirkungen im Sinne einer Kardioprotektion entfalten können.
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/bluthochdruck/article/671667/rotwein-blutdruck-senken.html?sh=8&h=-2102624591
Kommentar & Ergänzung:
Rotwein und vor allem der Inhaltsstoff Resveratrol sind immer wieder Gegenstand von Forschungen. Wikipedia fasst die gesundheitlichen Wirkungen von Rotwein so zusammen:
„Weit verbreitet ist die Auffassung, dass ein moderater Genuss von Rotwein förderlich für die Gesundheit sei. Dies liegt unter anderem an der als Französisches Paradox bezeichneten Beobachtung, dass Franzosen, denen ein höherer Weinkonsum unterstellt wird, eine höhere Lebenserwartung haben als Bewohner anderer Länder. Übermäßiger Alkoholkonsum schädigt den Körper auf vielfältige Weise. Ab einer gewissen Blutalkoholkonzentration tritt eine Alkoholvergiftung ein. Der Schweregrad reicht von leichten Rauschzuständen (0,5 bis 1,0 Promille) bis zum alkoholischen Koma.
Insbesondere einigen Arten von Krebs soll durch Rotwein vorgebeugt werden können. Dieser Effekt wird hauptsächlich dem pflanzlichen Antioxidans Resveratrol zugeschrieben, welches einen Mechanismus einleitet, an dessen Ende entsprechende Krebszellen zerstört werden. Beachtet werden sollte allerdings, dass Alkoholgenuss die Erkrankungswahrscheinlichkeit zu verschiedenen anderen Krankheiten, wie z. B. Kehlkopfkrebs, stark vergrößert. Der möglicherweise gesundheitsfördernde Aspekt moderater Alkoholmengen sollte somit kritisch bewertet werden.
Nach neueren Forschungen haben die hohen Polyphenolgehalte bei einigen wenigen Rotweinen einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System. So liefert die Sorte Tannat bei traditioneller Verarbeitung, das heißt bei längerer Gärung mit Schalen und Kernen (drei bis vier Wochen), von allen Rebsorten die höchsten Werte an Polyphenolen, die sich als vorbeugend bei Herz- und Kreislauferkrankungen erwiesen haben. Wegen des hohen natürlichen Gehalts verbunden mit der restlosen Extraktion in den beiden kleinen Anbaugebieten in Frankreich und Sardinien enthält dieser Wein gut viermal soviel Polyphenole wie alle anderen getesteten Rotweine. Als hauptwirksamer Bestandteil wurde Procyanidin identifiziert.“
(Quelle: Wikipedia)
Und zu Resveratrol:
„Resveratrol ist ein Phytoalexin mit antioxidativen Eigenschaften, das zu den Polyphenolen zählt. 1963 wurde die Verbindung erstmals aus dem Japanischen Staudenknöterich (Polygonum cuspidatum) isoliert und identifiziert. 1976 gelang der Nachweis in Weinbeeren………
In-vitro-Studien haben Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit gegen Krebszellen erbracht. Versuche am lebenden Organismus stehen jedoch noch aus. Andere Studien haben positive Effekte der Substanz bei Krankheiten wie Arteriosklerose, Herzkrankheiten, Alzheimer-Krankheit, Arthritis und manchen Autoimmunkrankheiten zeigen können.
- Resveratrol fördert, genauso wie eine kalorienarme Ernährung (Kalorienrestriktion), die Expression der Sirtuin-Gene wie Sir2. Dadurch wurde bei verschiedenen Versuchstieren eine lebensverlängernde Wirkung beobachtet.
- In einer Tierversuchsstudie bekamen Mäuse eine besonders fettreiche Diät. Die gleichzeitige Gabe von Resveratrol verringerte dabei deutlich die Gewichtszunahme. Unter besonders hohen Resveratrol-Dosen konnte eine Verdoppelung der Ausdauerleistung beobachtet werden.
- Resveratrol hilft bei der Abtötung von Krebszellen, indem es hemmend auf ein Protein einwirkt, welches für das Überleben von Krebszellen entscheidend ist. Dieses als NF-κB (Nukleärer Faktor kappa B) bezeichnete Schlüsselprotein findet sich in den Kernen aller Zellen. Dort ist es verantwortlich für die Aktivierung von Genen, die für das Überleben der Zellen verantwortlich sind. Resveratrol wirkt so auf NF-κB ein, dass dieses seine überlebensfördernde Wirkung nicht mehr entfalten kann. Dies wiederum leitet bei den betroffenen Krebszellen die Apoptose, d. h. Selbstzerstörung ein. Forscher hoffen, dass der Einsatz von NF-κB-Inhibitoren wie Resveratrol die Wirksamkeit bereits etablierter Therapieansätze gegen Krebs deutlich steigern kann. Allerdings könnte die Wasserunlöslichkeit von Resveratrol noch ein Problem darstellen: Möglicherweise kann es vom Körper nicht in ausreichender Menge resorbiert werden und so seine Wirkung gegen Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht ausreichend entfalten.
- Die Aktivierung von NF-κB spielt auch im Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose eine Rolle. NF-κB-Inhibitoren könnten deshalb auch hier in Zukunft eine therapeutische Option darstellen.
- Resveratrol hat eine neuroprotektive Wirkung beim Glaukom. Ein erhöhter Augeninnendruck erhöht den oxidativen Stress an der Netzhaut und Trabekelmaschenwerk. Dieser führt zu erhöhten Entzündungsmarkern wie Interleukin-1α, Interleukin-6, Interleukin-8 und zur schnelleren Zellalterung durch oxidative Spezies wie Lipofuscin in den Zellen des Trabekelmaschenwerkes und des Sehnerves. Resveratrol verringert die Expression dieser Stoffe und wirkt daher antioxidativ und antiapoptotisch im Trabekelmaschenwerk und in den Neuronen des Sehnerves.“
(Quelle: Wkipedia)
Diese Zusammenstellung von Resveratrol-Wirkungen macht den Eindruck einer Wundersubstanz. Relativierend muss aber gesagt werden, dass es sich bei vielen Forschungsergebnissen um Laborversuche handelt, deren Übertragbarkeit auf den Menschen fraglich ist. Und einige Angaben sind zudem sehr fragwürdig. So zum Beispiel die Förderung der Expression der Sirtuin-Gene („Methusalem-Gen“), die angeblich lebensverlängernd wirken soll. Neuere Forschungen haben grosse Zweifel geweckt an der Wirksamkeit der Sirtuin-Therapie und damit auch an der entsprechenden Wirkung von Resveratrol
(siehe dazu: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/47438/Methusalem-Gen_Zweifel_an_Lebensverlaengerung_durch_Sirtuin.htm)
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: AHA, Alkohol, Alkoholgenuss, Alkoholkonsum, Alkoholvergiftung, Alzheimer, Alzheimer-Krankheit, American Heart Association, Antioxidans, antioxidativ, Apoptose, Arteriosklerose, Arthritis, Augeninnendruck, Augmentationsindex, Ausbildungen, Ausdauerleistung, Autoimmunkrankheiten, Blutalkoholkonzentration, Blutdruck, Blutdrucksenkung, Blutdruckwert, Blutdruckwerte, Bluthochdruck, Crossover-Studie, Diät, Dosierung, Entzündungsmarker, erhöhter Augeninnendruck, Exkursionen, fettreiche Diät, Flavonoide, Forschungen, Französisches Paraxox, Gärung, Gefässe, Gefässendothel, Gewichtszunahme, Glaukom, Hämodynamik, Heilkräuter, Heilpflanzen, Herz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzkrankheiten, Hypertonie, Interleukin-1α, Interleukin-6, Interleukin-8, Japanischer Staudenknöterich, Kardioprotektion, Kehlkopfkrebs, Koma, Kräuterwanderungen, Krebs, Krebszellen, Kreislauferkrankungen, Kurse, Lipofuscin, Mäuse, Methusalem-Gen, Multiple Sklerose, Naturheilkunde, Netzhaut, NF-κB, Orlando, oxidativer Stress, Parameter, Pflanzenheilkunde, Phytoalexin, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Placebo, Polygonum cuspidatum, Polyphenole, Procyanidin, Promille, Protein, Pulswellen-Reflexion, Rauschzustände, Rebensaft, Resveratrol, Risiko, Rotterdam, Rotwein, Rotwein-Polyphenole, Schlüsselprotein, Schweiz, Sehnerv, Sekundäre Pflanzenstoffe, Selbstzerstörung, Sir2, Sirtuin, Sirtuin-Gene, Tannat, Tannine, Tierversuchsstudie, Trabekelmaschenwerk, Trockenextrakt, Weinbeeren, Weiterbildung, Wikipedia, Winterthur, Wirksamkeit, Wirkung, Zellalterung, Zürich
Posted in Gesundheitliches | No Comments »
Dienstag, September 27th, 2011
Mit dieser Schlagzeile betitelt das Yahoo-Newsportal einen Bericht über Forschungen an der Wageningen Universität.
Obst und Gemüse zu konsumieren, ist bekanntermaßen gesund. Dabei spielt auch die Farbe der Früchte eine Rolle, denn an ihr sind gesunde Inhaltsstoffe wie etwa Carotinoide und Flavonoide zu erkennen. Einen Schutzeffekt gegen Schlaganfälle durch Quercetin, einem gelblichen Pflanzenfarbstoff, wollen jetzt niederländische Wissenschaftler entdeckt haben. Dieser Inhaltsstoff ist enthalten in weißlichen Früchten wie Äpfel, Birnen, Bananen, Zucchinis oder Blumenkohl.
Die Forscher von der Wageningen Universität befragten 20 069 Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren nach ihren Ernährungsgewohnheiten und verfolgten anschließend ihre Gesundheit über zehn Jahre. Keiner der Teilnehmer wies beim Start der Studie eine Herz-Kreislauferkrankung auf. Die von den Befragten konsumierten Gemüse- und Obstsorten wurden nach Farben unterteilt, also in grün, orange und gelb, rot und violett sowie weiß. Zu den grünen Sorten zählten beispielsweise Salate und viele Kohlarten, Zitrusfrüchte zählen zu orange-gelben Kategorie, Beeren und rotes Gemüse zur rot-violetten. Die weiße Gruppe besteht hauptsächlich aus Äpfel und Birnen. Im Verlaufe des zehnjährigen Untersuchungszeitraumes erlitten 233 Menschen der Studiengruppe einen Schlaganfall. Bei der Analyse der Ernährungsgewohnheiten zeigte sich laut des Forscherberichts im Fachmagazin “Stroke”, dass die Teilnehmer, die nahezu täglich weißes Obst und Gemüse konsumiert hatten, ein um neun Prozent tieferes Schlaganfallrisiko aufwiesen als jene, die weniger davon gegessen hatten. Wer viele weiße Früchte aß, besaß sogar ein um 55 Prozent reduziertes Hirninfarktrisiko.
Den andersfarbigen Obst- und Gemüsesorten konnten die Wissenschaftler keinen solchen Schutzeffekt zuschreiben. Dennoch sollten auch diese konsumiert werden, weil ihre Inhaltsstoffe gegen andere Erkrankungen schützen können.
Quellen:
http://de.nachrichten.yahoo.com/weißes-obst-und-gemüse-schützt-vor-schlaganfällen-123635269.html
http://stroke.ahajournals.org/content/early/2011/09/15/STROKEAHA.110.611152
Kommentar & Ergänzung:
Was genau ist Quercetin?
„Quercetin (von lateinisch quercus, Eiche) ist ein gelber Naturfarbstoff der in vielen Pflanzen, wie der Färbereiche oder im Apfel vorkommt. Ebenso ist es im Wein enthalten. Da Quercetin hauptsächlich in der Traubenschale vorkommt, sind die Gehalte in Rotweinen höher als im Weißwein. Daneben trägt auch eine Holzfasslagerung zum Quercetingehalt bei, da die Substanz während der Lagerung langsam vom Holz in den Wein übergeht.
Das Polyphenol Quercetin ist ein Flavonoid und zählt zur Untergruppe der Flavonole; es ist ein Pentahydroxyflavon. Es ist weit verbreitet im Pflanzenreich und somit auch in der Nahrung. Große Mengen an Quercetin können in Zwiebeln, Äpfeln, Brokkoli oder grünen Bohnen gefunden werden, die je nach Art der Zubereitung teilweise zerstört werden. Auch durch das Schälen von Obst und Gemüse sinkt der Flavonoid-Anteil drastisch, denn speziell in den farbigen Schalen (Flavonoide sind Pflanzenfarbstoffe) ist der Flavonoidgehalt hoch. Quercetin werden weitreichende, physiologisch positive Effekte zugesprochen. Hervorzuheben ist dabei die antikarzinogene Wirkung, welche hauptsächlich auf das antioxidative Potential zurückzuführen ist. Quercetin wirkt wie die Vitamine A, C und E als Radikalfänger, der genaue Ablauf der Oxidations-Inhibierung in vivo wird allerdings noch diskutiert.“
(Quelle: Wikipedia)
Möglicherweise ist der Titel „Weisses Obst und Gemüse schützt vor Schlaganfällen“ etwas irreführend, weil die entscheidenden Flavonoide vor allem in den bunten Schalen zu finden sind.
Die Wissenschaftler weisen in ihrer Publikation abschliessend darauf hin, dass es noch zu früh sei, gefährdeten Patienten Empfehlungen abzugeben. Weitere Forschungsarbeiten seien nötig, um den Vorteil von Äpfeln und Birnen gegenüber anderem Obst zu bestätigen.
Wo kommt Quercetin vor?
„Einen hohen Gehalt an Quercetin findet man in
Kapern (1800 mg/kg)
Liebstöckel (1700 mg/kg)
Tee (Camellia Sinensis)
Zwiebeln – besonders in den äußersten Ringen
(284–486 mg/kg)
Heidelbeeren (kultiviert 74 mg/kg, wild 146–158 mg/kg)
Grünkohl (60–110 mg/kg)
Roten Trauben
Äpfeln (21–440 mg/kg)
Schnittlauch (245 mg/kg)
Zitrusfrüchten
Brokkoli (30 mg/kg) und anderem grünen Blattgemüse
grünen Bohnen (39 mg/kg)
Kirschen (32 mg/kg)
Himbeeren
schwarzen Johannisbeeren (69 mg/kg)
Brombeeren (45 mg/kg)
Preiselbeeren (kultiviert 83–156 mg/kg, wild 121 mg/kg)
der Süßen Eberesche (85 mg/kg)
Sanddorn (62 mg/kg) und Krähenbeeren (kultiviert 53 mg/kg, wild 56 mg/kg).
Eine 2007 durchgeführte Studie ergab, dass Tomaten aus biologischem Anbau 79 % mehr Quercetin enthielten als bei konventionellem Anbau.“
(Quelle: Wikipedia)
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Apfel, Ausbildungen, Bananen, Beeren, biologischer Anbau, Birnen, Blattgemüse, Blumenkohl, Brokkoli, Camellia sinensis, Carotinoide, Eberesche, Eiche, Exkursionen, Färbereiche, Flavonoide, Flavonoidgehalt, Flavonole, Früchte, Gemüse, Geundheit, grüne Bohnen, Grünkohl, Heidelbeeren, Heilkräuter, Heilpflanzen, Herz-Kreislauferkrankungen, Himbeeren, Hirninfarktrisiko, Holzfasslagerung, Inhaltsstoff, Inhaltsstoffe, Johannisbeeren, Kapern, Kirschen, Kohlarten, konventioneller Anbau, Krähenbeeren, Kräuterwanderungen, Kurse, Liebstöckel, Naturfarbstoff, Naturheilkunde, Obst, Obstsorten, Pentahydroxyflavon, Pflanzenfarbstoff, Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Polyphenol, Preiselbeeren, Quercetin, Quercetingehalt, Radikalfänger, Rote Trauben, rotes Gemüse, Rotwein, Sanddorn, Schlaganfall, Schlaganfälle, Schlaganfallrisiko, Schnittlauch, Schutzeffekt, schwarze Johannisbeeren, Schweiz, Studie, Süsse Eberesche, Tee, Tomaten, Trauben, Traubenschale, Universität, Wein, Weisswein, Weiterbildung, Wikipedia, Winterthur, Yahoo, Zitrusfrüchte, Zubereitung, Zucchinis, Zürich, Zwiebeln
Posted in Gesundheitliches, Phytotherapie | No Comments »
Sonntag, September 25th, 2011
In einer doppelblinden Studie bekamen Patienten mit Demenz und Verhaltensstörungen einen Ginkgo-Extrakt. Die Wirkung wurde mit validen psychometrischen Tests erfasst.
Die Therapie mit einem Ginkgo-biloba-Extrakt (1mal pro Tag) bessert signifikant die kognitiven Symptome und Verhaltensauffälligkeiten bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Demenz im Vergleich mit unbehandelten Patienten. Die Medikation ist gut verträglich und hat keine schweren Nebenwirkungen, wie eine Arbeitsgruppe der Uni Düsseldorf nachgewiesen hat.
In der Multicenterstudie bekamen 410 Patienten mit Demenz (SKT 9 bis 23 Punkte) und neuropsychiatrischen Auffälligkeiten über 24 Wochen einen Ginkgo-Extrakt (EGb 761®, 240 mg) oder Placebo. Die Studie wurde publiziert in „Der Neurologe & Psychiater“ (2011; 6: 16).
Die Wissenschaftler erfassten den Gesamtwert im Syndrom-Kurztest (SKT, kognitives Defizit) und die Gesamtpunktzahl im Neuropsychiatrischen Inventar (NPI, Verhaltensstörungen) sowie weitere Parameter wie die Aktivitäten des täglichen Lebens und den NPI-Stress-Bewertungsbogen.
Patienten, die mit dem Ginkgo-Extrakt behandelt wurden, verbesserten sich nach 24wöchiger Therapie um 1,4 Punkte im SKT- und um 3,2 Punkte im NPI-Gesamtwert. Die Placebogruppe verschlechterte sich im Gegensatz dazu um 0,3 Punkte im SKT und veränderte sich nicht im NPI-Gesamtwert.
Die Differenzen zwischen den Patientengruppen waren jeweils signifikant. Die Kognition (SKT) verbesserte sich klinisch relevant, also um mindestens 3 Punkte, öfters in der Ginkgo-biloba-Gruppe (32 Prozent) als in der Placebogruppe (15 Prozent).
Ebenso besserten sich die Verhaltensauffälligkeiten (NPI) häufiger klinisch relevant, also um mindestens 4 Punkte, in der Ginkgo-biloba-Gruppe (45 Prozent) als in der Placebogruppe (24 Prozent). Die Ginkgo-biloba-Gruppe schnitt auch für alle sekundären Beobachtungsziele gegenüber Placebo besser ab.
Unerwünschte Ereignisse wurden in beiden Behandlungsgruppen gleich häufig festgestellt. Kopfschmerzen, Schwindel, Atemwegsinfekte und erhöhter Blutdruck waren die am häufigsten erfassten Nebenwirkungen. Sie traten in beiden Gruppen etwa gleich häufig auf.
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/default.aspx?sid=670820&ticket=ST-717-ZtvMahZFGvI9b9T5XJe6fAcQrOxOiMeIdCw-20
Kommentar & Ergänzung:
Beachtenswert an diesem Bericht scheint mir vor allem, dass die gefundenen Verbesserungen nach einem Zeitraum von 24 Wochen festgestellt wurden. Das spricht für eine langfristig angelegte Therapie.
Allerdings ist nicht auszuschliessen, dass auch schon nach beispielsweise 12 Wochen eine gewisse Wirkung zu finden gewesen wäre, wenn die Auswertung zu diesem früheren Zeitraum stattgefunden hätte.
Beim geprüften Präparat handelt es sich um einen hoch konzentrierten Extrakt. Die Ergebnisse lassen sich nicht auf Ginkgotinktur oder Ginkgotee übertragen.
Zum Ginkgotee siehe auch:
Ginkgo-Tee nicht ohne Risiko
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Atemwegsinfekte, Ausbildungen, Blutdruck, Demenz, Düsseldorf, EGb 761®, erhöhter Blutdruck, Exkursionen, Ginkgo, Ginkgo-biloba-Extrakt, Ginkgo-Extrakt, Ginkgo-Tee, Ginkgotee, Ginkgotinktur, Heilkräuter, Heilpflanzen, Kopfschmerzen, Kräuterwanderungen, Kurse, Medikation, Multicenterstudie, Naturheilkunde, Nebenwirkungen, NPI, Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Placebo, psychometrische Tests, Risiko, Schweiz, Schwindel, SKT, Studie, Symptome, Tests, Therapie, Verhaltensauffälligkeiten, Verhaltensstörungen, Weiterbildung, Winterthur, Wirkung, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »