Archive for August, 2011

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Mittwoch, August 24th, 2011

Ätherisches Öl aus Koriander hat das Potenzial, Nahrungsvergiftungen und Medikamenten-resistente Infektionen zu bekämpfen. Denn es macht gefährliche Bakterien unschädlich, schreiben portugiesische Wissenschaftler im “Journal of Medical Microbiology”.

“Korianderöl könnte künftig Lebensmittel vor Verderb durch Bakterien schützen und in Lösungen, Mundspülungen oder Pillen Infektionen mit multi-resistenten Bakterieninfektionen entgegenwirken”, erläutert Studienleiterin Fernanda Domingues von der Universität Beira.

Koriander ist mit seinem intensiven Aroma fester Bestandteil der Küche Südeuropas. Doch auch das ätherische Öl, das aus den Samen der Gewürzpflanze gewonnen wird, zählt zu den weltweit am häufigsten verwendeten ätherischen Ölen. Die Vorteile und Heilwirkungen von Koriander  bzw. Korianderöl ist in der Volksmedizin schon lange bekannt, darunter die Schmerz- und Krampflinderung, die Hilfe bei Übelkeit, die Unterstützung der Verdauung sowie die Behandlung von Pilzerkrankungen.

Die Wissenschaftler testeten die Wirkung einer Lösung mit 1,6 Prozent Korianderöl auf zwölf verschiedene Bakterien, darunter Stränge von Escherichia coli, Bacillus cereus, Salmonellen sowie vom Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA). Alle getesteten Stränge wurden im Wachstum gehemmt und großteils auch abgetötet. “Korianderöl zerstört die Membran um die Bakterienzelle und verhindert dadurch deren Atmung, was in letzter Folge das Bakterium tötet”, erklärt Domingues.

Dass Korianderöl oder Naturprodukte ähnlicher Wirkung bald im Spital Einzug halten, glauben allerdings Spezialisten für Infektiologie nicht. “Es könnte nach erfolgreichen klinischen Tests durchaus als Beiwerk zu Antibiotika angewendet werden, wird diese jedoch nie ersetzen. Die Verantwortung, die man hier übernehmen müsste, ist zu groß”, sagt dazu Stefan Breyer von der Infektionsambulanz der Medizinischen Universität Wien.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=35063

http://jmm.sgmjournals.org/content/early/2011/08/23/jmm.0.034157-0

Kommentar & Ergänzung:

Natürlich kann Korianderöl nicht als genereller Ersatz für Antibiotika eingesetzt werden.

Antibiotika könne auch systemisch wirken, Korianderöl dagegen hauptsächlich lokal.

Korianderöl zeigt aber in vielen Tests tatsächlich eine gute Wirkung gegen Bakterien und auch gegen Hautpilze.

Ein Vorteil von Korianderöl ist zudem sein sehr geringes Risiko für Photosensibilisierung und Allergisierung.

Siehe auch:

Phytotherapie: Zur Wirkung von Koriander / Korianderöl

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Nahrungsmittelallergie: unnütze IgG-Tests

Mittwoch, August 24th, 2011

Nicht wenige Menschen glauben bei sich eine Allergie auf Milch, Nüsse oder andere Nahrungsmittel zu verspüren. Wer es genau wissen will, landet rasch bei sinnlosen, aber teuren IgG-Tests.

Wer bei sich eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit vermutet, sollte sich jedoch nicht auf dieses Verfahren verlassen.

Die damit im Blut nachgewiesenen IgG- und IgG4-Antikörper seien eine normale Reaktion auf bestimmte Lebensmittelbestandteile und darum ein häufiges Testergebnis – auch bei gesunden Menschen, erklärt Jörg Kleine-Tebbe von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie. Die IgG-Bestimmung besitze daher keinen diagnostischen Wert.

Gesunde würden dennoch aufgrund solcher „dubiosen IgG-Tests“ völlig unnötig auf gewisse Nahrungsmittel verzichten. Zwar vermuten etwa 20 Prozent der Bevölkerung Kleine-Tebbe zufolge bei sich eine Unverträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel – aber nur bei 2 Prozent werde eine Allergie auch nachgewiesen. Ein IgG-Test zum Nachweis einer Nahrungsmittelallergie sei deshalb Geldverschwendung, sagt der Experte.

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article13560653/Allergologen-warnen-vor-unnuetzem-IgG-Test.html

Kommentar & Ergänzung:

Ebenso unnütz und ohne relevante Aussage bezüglich Nahrungsmittelallergien sind Kinesiologie-Tests („Muskeltest“).

Jede sorgfältige Überprüfung hat bisher ergeben, dass dieses Verfahren auf der ganzen Linie versagt. Dass Kinesiologie in der Komplementärmedizin immer noch sehr häufig zur Allergie-Diagnostik angepriesen wird, ist meines Erachtens eine Konsumententäuschung. Die falschen Ergebnisse führen nur zu Verwirrung und zu unnötigen Einschränkungen beim Konsum von Lebensmitteln.

Siehe dazu auch:

Kinesiologie: Muskeltest als Diagnosemethode in Frage gestellt

Nahrungsmittelallergien: Viele Tests nutzlos aber lukrativ

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Ambrosia-Allergie & Ambrosia-Bekämpfung

Dienstag, August 23rd, 2011

Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia, Aufrechtes Traubenkraut) ist eine eingeschleppte Pflanze, die für Allergikerinnen und Allergiker zum Problem werden kann. Daher sollte sie spätestens jetzt, wenn ihr Pollenflug beginnt, bekämpft werden.

Was hat es denn auch sich mit der Ambrosia-Allergie?

Ambrosia enthält hochallergene Pollen. Mehr als 10 Ambrosiapollen pro Kubikmeter Luft gelten als starke Belastung und können bei Allergikern zu schweren Heuschnupfensymptomen oder gar zu Asthma führen. Allergische Reaktionen treten bei den Betroffenen nur während der Blütezeit der Ambrosia auf, die von Mitte Juli bis Anfang Oktober dauern kann. Ambrosiapollen verlängern damit die Allergiesaison um mehrere Wochen. Es bestehen Kreuzreaktionen zwischen Ambrosia und anderen Korbblütlern wie beispielsweise Beifusspollen. Auch mit Gräserpollen, Melone und Banane könnten Kreuzreaktionen auftreten.

In Europa haben die Allergien auf Ambrosiapollen in Regionen mit hohen Pollenwerten in den letzten 15 Jahren deutlich zugenommen. In Ungarn sollen 60 – 90 % der Allergiker auf Ambrosia sensibilisiert sein, in Lyon 14 %. Und in der Nähe von Mailand leiden 13 – 18 % der Menschen unter einer Ambrosiaallergie. In Wien wurde festgestellt, dass die Zunahme der Allergien parallel mit der Zunahme der Pollenmenge verläuft. Die Sensibilisierungsrate in der Schweiz ist, aufgrund der geringeren Pollenmengen, noch vergleichsweise gering: Eine Untersuchung von 787 Allergikern in Basel zeigte 2006 eine Ambrosia-Sensibilisierungsrate von 8 %. Wenn die Pollenmengen in der Schweiz steigen, ist davon auszugehen, dass die Sensibilisierungsrate zunehmen und ein immer grösserer Anteil der sensibilisierten Personen unter Heuschnupfensymptomen leiden wird.

Eine stärkere Ausbreitung von Ambrosia würde deshalb hohe Kosten im Gesundheitswesen nach sich ziehen und Allergikerinnen und Allergiker stark belasten.

(Quelle: http://www.ambrosia.ch/gesundheit-und-ambroisapollen/ambrosia-allergie/)

Umfassendere Informationen zu Ambrosia und zur Ambrosia-Bekämpfung auf:

www.ambrosia.ch

Kommentar & Ergänzung:

Ambrosiapollen sind sehr aggressiv. Speziell Kinder zeigen starke Reaktionen bis hin zum Asthma. Fünf bis zehn Ambrosiapollen pro Kubikmeter Luft reichen schon, um eine schwere Allergie auszulösen. Bei Birkenpollen oder Gräserpollen soll dies erst bei zehnfacher Konzentration erfolgen.

Die Ausbreitung dieses Neophyten zu begrenzen ist daher sehr sinnvoll und eine wichtige Präventionsmassnahme zum Gesundheitsschutz.

Dieser Eingriff in die Natur ist auch deshalb gut vertretbar, weil für die rasante Ausbreitung der Ambrosia hauptsächlich der Mensch verantwortlich ist.

Ambrosia gehört zu den Neophyten. Was ist darunter zu verstehen?

Neophyten sind Pflanzenarten, die (in)direkt durch Menschen in Gebiete eingeführt werden, in denen sie natürlicherweise nicht vorkommen. Beispiele sind neben Ambrosia vor allem:

Drüsiges Springkraut

Riesen-Bärenklau

Goldruten

Greiskraut

Staudenknöterich

Essigbaum

Sommerflieder

Robinie

Götterbaum

Kirschlorbeer

Riesenaronstab

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Naturzentrum Thurauen eröffnet

Dienstag, August 23rd, 2011

Am 20. August 2011 eröffnete Bundesrätin Doris Leuthard zusammen mit dem Zürcher Regierungsrat Markus Kägi in Flaach (ZH) das Naturzentrum Thurauen. Zugleich wurde der Abschluss der ersten Etappe des Thurauenprojekts gefeiert. Doris Leuthard würdigte das Auen-Projekt als «Musterbeispiel für Konsenspolitik».

Alle Beteiligten hätten sich zusammengerauft und nach einer Lösung gesucht, «die für Mensch und Natur stimmt», erklärte Bundesrätin Doris Leuthard an der Feier und hielt fest, das Projekt «Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung» vereine beispielhaft die Anforderungen an den Hochwasserschutz mit den Bedürfnissen der Natur und der Nutzung der Thurauen als Erholungsgebiet.

Durch die Renaturierung der Thur kann der Fluss seinen Lauf auf den untersten Kilometern bis zur Einmündung in den Rhein mehr oder weniger selber bestimmen. Ökologische Aufwertungen haben zudem dafür gesorgt, dass seltene Tierarten in das grösste Auengebiet des Mittellandes zurückgekehrt sind. Zum Beispiel wurden Ausbuchtungen und Kiesbänke geschaffen.

Mit dem Abschluss der ersten Etappe seien die wichtigsten Massnahmen realisiert worden, sagte Regierungsrat Markus Kägi. Die Natur kann jetzt das Werk fortsetzen. Das heisst jedoch nicht, dass sich Mensch und Natur in den Thurauen hemmungslos austoben können. Ranger sorgen zum Beispiel dafür, dass Besucher die Verhaltensregeln in den Schutzgebieten einhalten.

Mit der Renaturierung der Thurmündung wurde 2008 gestartet. Die Gesamtkosten des Renaturierungsprojekts belaufen sich auf 53,6 Millionen Franken. Mit der Realisierung der zweiten Etappe bis im Jahr 2020 sollen unter anderem weitere Landwirtschaftsflächen vor Hochwasser geschützt und ein Badestrand gebaut werden.

Quelle:

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/08/20/Schweiz/Doris-Leuthard-feiert-Renaturierung-der-Thur

Kommentar & Ergänzung:

Die Thurauen zwischen Eggrank und Thurmündung seien das grösste Auengebiet des Schweizer Mittellandes, schreibt das Naturzentrum Thurauen. Doch nicht die Grösse allein mache dieses Gebiet einzigartig, sondern vor allem die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt – und die Revitalisierung.

In den Thurauen leben über 50 Vogelarten und über 50 Schmetterlingsarten.  Laubfrosch und Springfrosch finden hier wichtige Laichgebiete und mehrere Biberfamilien ein Zuhause. Bei den Pflanzen stechen hauptsächlich die imposanten Silberweiden, die verschiedenen Orchideen oder der gefranste Enzian ins Auge. Dieser Artenreichtum ist einer Vielzahl von unterschiedlichsten Lebensräumen auf engstem Raum zu verdanken, was charakteristisch ist für Flussauenlandschaften.

Das Naturzentrum Thurauen schreibt:

„Durch die Revitalisierung wurde die Dynamik der Thur im Mündungsbereich wieder hergestellt. Das heisst, dass der Fluss mit seiner eigenen Kraft die Landschaft gestalten kann und den Auenwald wieder regelmässig überschwemmt. Zusätzlich wurden neue Tümpel angelegt und Altarme ausgebaggert. Ein Teil des Waldes wurde als Waldreservat ausgeschieden und wird nun sich selbst überlassen. Im Lichten Wald hingegen wird die offene Struktur sorgfältig gepflegt. Dank diesen Massnahmen werden die seltenen Arten gezielt gefördert, so dass sie stabile Populationen aufbauen können. Es kehren aber auch Arten in die Thurauen zurück, die bereits verschwunden waren, zum Beispiel der Flussregenpfeifer.“

Auch der Mensch profitiere von der Revitalisierung. Ellikon am Rhein und das Flaacherfeld seien nun besser vor Hochwassern geschützt und den Besucher erwarte ein kleines Stück Wildnis mitten im Weinland. Attraktive Einrichtungen wie der Aussichtsturm oder das Naturzentrum bieten zudem ganz neue Möglichkeiten, die Thurauen zu entdecken.

Quelle: http://www.thurauenzentrum.ch/content-n181-sD.html

Weitere Infos: www.thurauenzentrum.ch

Auenlandschaften sind sehr bedroht. Sie wurden durch Kanalisierung der Flüsse stark zurückgedrängt. Es ist sehr erfreulich, dass nun die wichtige Funktion von Auen im Hochwasserschutz zunehmend erkannt wird. Das eröffnet Möglichkeiten, Hochwasserschutz und Auenschutz unter einen Hut zu bringen.

Auenlandschaften sind nämlich nicht nur eine Augenweide, sie beherbergen zudem eine grosse Vielfalt an Tierarten und Pflanzenarten.

Falls Sie Wildtiere und Wildpflanzen kennen lernen möchten, schauen Sie sich doch einmal die nächsten Termine meiner Naturseminare an.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Homöopathie-Konzern Boiron: Einschüchterungsversuch gegen Kritiker

Dienstag, August 23rd, 2011

Boiron – einer der weltweit grössten Globuli-Hersteller – droht einem italienischen Amateur-Blogger mit einer Klage, weil dieser die Wirksamkeit des Mittels Oscillococcinum in Frage gestellt hat. Oscillococcinum wird gegen Grippe empfohlen und aus Entenleber hergestellt. Vegetarierinnen und Vegetarier müssen sich aber keine Sorgen machen. Da es sich um Oscillococcinum C200 handelt, ist dank Verdünnung (1 : einer 1 mit 400 Nullen) garantiert von der Entenleber nichts mehr in dem Präparat vorhanden.

Schön wäre ja, wenn Boiron mit starken Argumenten kontern würde. Der Firma Boiron fehlen aber offensichtlich gute Argumente, denn Oscillococcinum C200 hat in verschiedenen Studien nicht überzeugend abgeschnitten.

Siehe:

Oscillococcinum gegen Schweinegrippe – Blinde Propaganda im “Saldo”

Dass ein Globuli-Hersteller mit Inserateboykott auf einen auch nur ansatzweise kritischen Bericht reagiert und als Sühne einen Lobartikel bekommt, soll schon vorgekommen sein (wie ich aus gut unterrichteter Quelle gehört habe).

Da Blogger mit Inserate-Entzug nicht erpressbar sind, bleibt nur noch die Klagedrohung, wenn Argumente fehlen.

Der Schuss des Boiron-Konzerns geht aber wohl ins eigene Bein. Inzwischen berichten nämlich viele Bloggs über den Einschüchterungsversuch und in den USA wurde eine Klage gegen Boiron angekündigt, weil die Firma mit Oscillococcinum ein unwirksames Präparat verkaufe.

http://www.topclassactions.com/lawsuit-settlements/lawsuit-news/1309–boiron-oscillococcinum-class-action-lawsuit

Es handelt sich hier um ein Beispiel für den „Streisand-Effekt“ – wenn nämlich durch den Versuch, eine Information zu unterdrücken, diese erst recht bekannt wird.

Es braucht meines Erachtens im Bereich Komplementärmedizin mehr kritische Auseinandersetzung, nicht weniger. Einschüchterungsversuche von Multinationalen Konzernen wie Boiron sind da einfach nur destruktiv.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin: Mehr Argumente – weniger fraglose Gläubigkeit

Mehr Kontroverse in Komplementärmedizin, Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde

Komplementärmedizin – Naturheilkunde – Pflanzenheilkunde: Nachfragen statt blind glauben

Naturheilkunde –  selber denken statt blind glauben

Die deutsche Übersetzung des italienischen Blog-Originalartikels hier:

http://dieausrufer.wordpress.com/2011/08/20/homoopathie-mythos-und-legende-1/

Weitere Quellen:

http://www.bmj.com/content/343/bmj.d5197.extract

http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/it-internet/blogger-fuehrt-homoeopathie-konzern-vor/4511866.html

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15. Europäische Nacht der Fledermäuse vom 26. – 28. August 2011

Dienstag, August 23rd, 2011

Anlässlich des Jahres der Fledermaus präsentiert die Stiftung Fledermausschutz am letzten Augustwochenende an der 15. Ausgabe der Europäischen Nacht der Fledermaus über 30 Veranstaltungen in der ganzen Schweiz. Insgesamt finden 33 Exkursionen, Ausstellungen und Standaktionen mit vielen flatterhaften Aktivitäten statt, hauptsächlich am Samstag.

Das sind gute Gelegenheiten, einige der 30 in der Schweiz lebenden Fledermausarten kennen zu lernen. Die Exkursionen eignen sich auch für Familien. Kinder reagieren oft sehr fasziniert auf Fledermäuse.

Fledermäuse können mehr als 30 Jahre alt werden. Sie vermehren sich aber nur langsam, da sie meist nur jeweils ein Junges aufs mal haben.

Einen Überblick der Veranstaltungen in der Schweiz finden Sie hier:

http://www.fledermausschutz.ch/NEWS/ebn_ind.htm

Anlässe zur Europäischen Nacht der Fledermäuse in anderen Ländern sind zu finden auf der Website von Eurobat:

http://www.eurobats.org/news_events/european_bat_night.htm

Fledermäuse sind durch vielfältige Einflüsse bedroht. Deshalb ist es wichtig, das Wissen über diese interessanten Tiere in der Bevölkerung zu vermehren.

Wer sich nicht schon intensiver mit Fledermäusen befasst hat, wird jedenfalls wohl ziemlich erstaunt sein darüber, dass es in der Schweiz dreissig verschiedene Fledermausarten gibt, mit ganz unterschiedlichen  Lebensweisen.

Hier eine Liste der Fledermausarten der Schweiz:

Grosse Hufeisennase                                          Rhinolophus ferrumequinum (Schreber, 1774)

Kleine Hufeisennase                                           Rhinolophus hipposideros (Bechstein, 1800)

Mittelmeer Hufeisennase                                  Rhinolophus euryale (Blasius, 1853)

Bartfledermaus                                                     Myotis mystacinus (Kuhl, 1817)

Brandtfledermaus                                                Myotis brandtii (Eversmann, 1845)

Wimperfledermaus                                             Myotis emarginatus (E. Geoffroy, 1806)

Fransenfledermaus                                             Myotis nattereri (Kuhl, 1817)

Bechsteinfledermaus                                          Myotis bechsteinii (Kuhl, 1817)

Grosses Mausohr                                                Myotis myotis (Borkhausen, 1797)

Kleines Mausohr                                                 Myotis blythii (Tomes, 1857)

Wasserfledermaus                                              Myotis daubentonii (Kuhl, 1817)

Langfussfledermaus                                          Myotis capaccinii (Bonaparte, 1837)

Nymphenfledermaus                                         Myotis alcathoe (Helversen & Heller 2001)

Zwergfledermaus                                               Pipistrellus pipistrellus (Schreber, 1774)

Rauhautfledermaus                                           Pipistrellus nathusii (Keyserling & Blasius, 1839)

Weissrandfledermaus                                       Pipistrellus kuhlii (Kuhl, 1817)

Mückenfledermaus                                            Pipistrellus pygmaeus (Leach, 1825)

Kleiner Abendsegler                                          Nyctalus leisleri (Kuhl, 1817)

Grosser Abendsegler                                         Nyctalus noctula (Schreber, 1774)

Riesenabendsegler                                            Nyctalus lasiopterus (Schreber, 1780)

Nordfledermaus                                                 Eptesicus nilssonii (Keyserling & Blasius, 1839)

Breitflügelfledermaus                                       Eptesicus serotinus (Schreber, 1774)

Alpenfledermaus                                               Hypsugo savii (Bonaparte, 1837)

Zweifarbenfledermaus                                     Vespertilio murinus (Linnaeus, 1758)

Mopsfledermaus                                                Barbastella barbastellus (Schreber, 1774)

Braunes Langohr                                              Plecotus auritus (Linnaeus, 1758)

Graues Langohr                                                Plecotus austriacus (J. Fischer, 1829)

Alpenlangohr                                                    Plecotus macrobullaris (Kuzyakin, 1965)

Langflügelfledermaus                                     Miniopterus schreibersii (Kuhl, 1817)

Bulldoggfledermaus                                         Tadarida teniotis (Rafinesque, 1814)

Bilder und Informationen zu den einzelnen Fledermausarten auf der Website der Stiftung Fledermausschutz:

www.fledermausschutz.ch

Wenn Sie allgemein mehr über die Natur erfahren möchten, dann werfen Sie doch einen Blick auf meine bevorstehenden Natur-Seminare:

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Parkinson: Koffein als Neuroprotektivum?

Montag, August 22nd, 2011

Eine Pilotstudie mit 16 Parkinsonpatienten wirft die Frage auf, ob Koffein bei Morbus Parkinson neuroprotektive Wirkungen hat.

Im Rahmen der Studie bekam eine Gruppe Placebo, die Vergleichsgruppe zuerst 100 mg Koffein/bid, anschliessend 200 mg/bid über je drei Wochen. Die letztgenannte Koffein-Dosis entspricht dem durchschnittlichen Kaffeekonsum in der US-Bevölkerung. Nach sechs Wochen waren die UPDRS-III-Scores in der Koffein-Gruppe signifikant tiefer als unter Placebo (p = 0,013). Die Tagesmüdigkeit der Parkinson-Patienten besserte sich tendenziell. Es wurde angeregt, in weiteren Studien mögliche neuroprotektive und symptomatische Effekte solcher Koffeingaben zu differenzieren.

Quelle:

InFo Neurologie & Psychiatrie 2011 /6

Altman R et al. A Pilot Randomized Placebo-Controlled Trial of Caffeine for Excessive Daytime Somnolence in Parkinson’s Disease, Abstract PD3.002

http://www.springermedizin.de/koffein-als-neuroprotektivum/456180.html

Kommentar & Ergänzung:

- „Neuroprotektion ist der Versuch, Nervenzellen und Nervenfasern durch pharmakologische oder molekularbiologische Methoden vor dem Absterben zu bewahren. Ziel der Neuroprotektion ist es, einen Krankheitsverlauf zu verzögern und damit die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.“ (Quelle: Wikipedia)

- Bid = zweimal am Tag.

- UPDRS = Unified Parkinson’s Disease Rating Scale

Die UPDRS ist als Instrument der Verlaufsbeurteilung bei Parkinson-Patienten gedacht.

Diese Verlaufsbeurteilung ist unterteilt in die Bereiche. Kognitive Funktionen, Verhalten und Stimmung, Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL), motorische Untersuchung,  Die Einordnung geschieht nach Befragung ( Interview).

- Was ist eine Pilotstudie?

„ Eine Pilotstudie (engl. pilot study, auch Lotstudie) ist eine Studie, die die Tauglichkeit einer These, die Marktreife eines Produktes oder die Zustimmung der Öffentlichkeit zu einem bestimmten Thema durch die Anwendung und Erprobung im Kleinen, anhand der Meinung, Wertung und dem Geschmack einer kleinen überschaubaren Gruppe repräsentativ oder ad hoc (= judgement sample) ausgewählter Personen belegen soll.“ (Quelle: Wikipedia)

Pilotstudien geben also erste Orientierung in einer Frage. Sie belegen nicht die Wirksamkeit einer Therapie. Die Frage, ob Kaffee eine günstige Wirkung bei Parkinson hat, ist also noch offen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Facebook & Datenschutz: Heikler “Gefällt mir”-Button

Montag, August 22nd, 2011

Datensicherheit und Privatsphäre im Internet sind Themen von zunehmender Brisanz und verlangen sorgfältigen Umgang.

Der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert wirft Facebook Verstöße gegen Datenschutzgesetze vor und verlangt von den Anbieter von Websites, dass sie den “Gefällt-mir”-Button des Facebook-Netzwerks entfernen.

Über diese Schaltfläche würden rechtswidrige Nutzerprofile erstellt, kritisierte das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD). Facebook erklärte dagegen, es halte sich vollständig an die Datenschutzbestimmungen in Europa.

Wer den “Gefällt-mir”-Button anklickt oder eine Facebook-Fanseite aufruft, gibt nach Darstellung des Datenschützers Thilo Weichert automatisch seine Verkehrsdaten in die USA weiter – auch dann, wenn er oder sie nicht Mitglied bei Facebook ist. “Jeder Klick auf einer Seite, wie lange ich darauf bin, für was ich mich interessiere, kann Facebook nachvollziehen”, erklärte Weichert.

Den Nutzern bleibe dieser Vorgang verborgen. Das ULD vermutet, dass Facebook die gesammelten Daten für Werbezwecke verwende. Und  die Website-Betreiber wiederum sollen von Facebook eine Analyse zur Nutzung ihres Angebots erhalten.

Das ULD sieht bei den Website-Betreibern eine rechtliche Verantwortung und setzte den Anbietern in Schleswig-Holstein eine Frist bis Ende September, um die Datenweitergabe zu unterbinden. Das Datenschutzzentrum drohte behördlichen wie privaten Anbietern mit Bußgeldverfahren, wobei die maximale Bußgeldhöhe bei 50.000 Euro liege.

Facebook erklärte in einer Mitteilung zu der Kritik, dass Facebook bei der Verwendung des “Gefällt-mir”-Buttons zwar technische Daten wie die IP-Adresse sehen könne – unabhängig davon, ob ein Nutzer bei Facebook eingeloggt sei oder nicht.

Facebook lösche diese technischen Daten aber innerhalb von 90 Tagen, was den üblichen Branchenstandards entspreche. Die Nutzer hätten “die volle Kontrolle über ihre Daten”, erklärte Facebook und verwies auf die publizierten Informationen zur Verwendung von “sozialen Plugins”.

Bei Datenschützern sorgt Facebook immer wieder für Kritik, zuletzt wegen einer Funktion zur Gesichtserkennung.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/unternehmen/article/666500/datenschuetzer-stoert-gefaellt-mir-button.html?sh=21&h=-491632428

Kommentar & Ergänzung:

Wir hinterlassen alle ständig Spuren im Internet . Ein geschärftes Bewusstsein bezüglich der damit verbundenen Risiken scheint mir sehr angebracht. Datenschutz im Internet ist ein zunehmend wichtiges Thema.

Auch wenn Facebook tatsächlich die erhobenen Daten nach 90 Tagen löschen sollte, stellt sich die Frage, weshalb sie überhaupt gesammelt werden. Bestimmt nicht nur aus völlig unkommerzieller Sammelfreude.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Karma-Yoga: Abschaffung jeder Ethik?

Donnerstag, August 18th, 2011

Ich höre immer wieder aus mehr oder weniger Esoterik-nahen Kreisen der Komplementärmedizin die Ansicht, dass wir „nicht werten“ sollen.

Dieses „Gebot“ halte ich für sehr problematisch, was ist mit einem Beispiel erläutern möchte.

Auf einer Karma-Yoga-Website finde ich folgenden Beitrag einer Lehrerin für Karma-Yoga unter der Überschrift:

„Tun und nicht werten“

Danach folgt:

《 Gestern Morgen habe ich von einer Freundin eine E-Mail bekommen, in der unter anderem der folgende Satz stand:

“Gleich frühstücke ich und dann muss/will/darf ich (such dir eines aus!) mit meinen Schwiegereltern, die bei uns zu Besuch sind, einen Ausflug machen.“

In meiner Antwort-Mail habe ich dazu geschrieben:
“Sag doch einfach: ‘… und dann mache ich mit meinen Schwiegereltern einen Ausflug. Ohne zu werten.”

Einfach tun, was gerade zu tun ist. Eines der Grundprinzipien des Karma Yoga.
Ohne Widerwillen, ohne Aufschub, ohne Murren, ohne Unlust.
Mit Gleichmut eben.

Wenn wir aufhören, unsere Aufgaben und Pflichten – die ja einen grossen Teil unseres Alltags beanspruchen! – in angenehm und unangenehm, erwünscht und unerwünscht aufzuteilen, und alles mit der gleichen liebevollen Hinwendung tun, wird unser Leben um einiges leichter! 》

Quelle:

http://www.karma-yoga.eu/?p=311

Kommentar & Ergänzung:

Einfach tun, was gerade zu tun ist. Ohne Aufschub, ohne Murren. Nicht werten.

Massenmörder und Folterknechte rechtfertigten und rechtfertigen weltweit ihre Taten damit, dass sie einfach ihre Aufgabe erfüllen,  ihre Pflicht tun, ohne Aufschub, ohne Murren.

Beispielhaft dafür ist die berüchtigte Rede von Reichsführer-SS Heinrich Himmler an 4. Oktober 1943 an einer SS-Gruppenführer-Tagung in Posen (Polen).

Hier ein paar Auszüge:

„Genau so wenig, wie wir am 30. Juni gezögert haben, die befohlene Pflicht zu tun und Kameraden, die sich verfehlt hatten, an die Wand zu stellen und zu erschiessen.“

Ohne zu zögern, ohne Aufschub, ohne Murren seine Pflicht tun……

„Von Euch werden die meisten wissen, was es heisst, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Und dies durchgehalten zu haben, und dabei — abgesehen von menschlichen Ausnahmeschwächen — anständig geblieben zu sein, hat uns hart gemacht und ist ein niemals genanntes und niemals zu nennendes Ruhmesblatt.“

…und dabei anständig geblieben sein…

„Insgesamt aber können wir sagen: Wir haben diese schwerste Aufgabe in Liebe zu unserem Volk getan. Und wir haben keinen Schaden in unserem Innern, in unserer Seele, in unserem Charakter daran genommen.“

..und auch schwerste Aufgaben mit Liebe erfüllen.

Das sind zentrale Punkte in der Ideologie des Heinrich Himmlers. Er redet sehr oft von Aufgaben und Pflichten, die zu erfüllen sind.

Quelle der Zitate aus der Posen-Rede:

http://www.holocaust-history.org/himmler-poznan/speech-text.shtml

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, was denn der Massenmörder Heinrich Himmler mit dem Karma-Yoga zu tun habe, und ob dieser Vergleich nicht etwas gar abstrus sei.

Nun, Heinrich Himmler war ein Anhänger der indisch-buddhistischen Karma-Lehre. Sie war für ihn ein tiefes Glaubensdogma, auf das er immer wieder zu sprechen kam, und das er mehrmals für die Sinndeutung der eigenen Existenz in Anspruch nahm.

Die Bhagavadgita, die zentrale Schrift des Karma-Yoga, soll Himmler so geschätzt haben, dass er sie ständig bei sich trug.

Heinrich Himmler verglich Hitler mit dem in diesem Lehrgedicht auftretenden Gott Krishna.

Die Bhagavadgita liest sich fast wie ein Katechismus für die SS. Viele NS-Ideologen nahmen daher auf diese indische Kriegerschrift immer wieder Bezug.

Die Philosophie der Bhagavadgita wurde nach dem Kriege von rechtsextremer Seite als Legitimation von Auschwitz herangezogen.

(weitere Infos dazu: http://www.trimondi.de/H-B-K/inhalt.hi.htm)

Albert Schweitzer kommt in seinem 1935 geschriebenen Werk „Die Weltanschauung der Indischen Denker“ zu einer sehr kritischen Einschätzung der ethischen Wertvorstellungen wie sie in der Bhagavadgita zu finden sind.

„Er schreibt: Weil sich in ihr so wunderbare Sätze von der innerlichen Losgelöstheit von der Welt, von der hasslosen und gütigen Gesinnung und von der liebenden Hingebung an Gott finden, pflegt man das Nicht-Ethische, das sie enthält, zu übersehen. Sie ist nicht nur das meist gelesene, sondern auch das meist idealisierte Buch der Weltliteratur.“

(Quelle: Wikipedia)

Aber kommen wir zurück in die Gegenwart:

1. Das alte oder neue Esoterik-Gebot „Nicht Werten!“ stellt Werten als negativ dar und wertet damit selber. Ein eklatanter Selbstwiderspruch.

2. „Nicht werten“ kann ein angemessene Grundhaltung sein zum Beispiel in einem therapeutischen Setting oder während einer Meditationsübung. Wer aber „Nicht werten“ im Alltag propagiert, schafft jede Ethik ab.

Kein Mensch wir ohne Wertung einen Finger rühren, wenn in der S-Bahn jemand angegriffen oder angepöbelt wird. Nicht einmal einen Anruf bei der Polizei wird es geben, wenn nicht zuvor dieser Angriff als inakzeptabel gewertet wird.

3. Wie bitte sollen sich Menschen, die nicht werten, als Konsumenten verhalten. Der Kauf von Bio-Produkten beispielsweise basiert auf einer Wertung.

4. Wie bitte sollen sich Menschen, die nicht werten, als Staatsbürgerinnen und Staatsbürger verhalten. Jede Abstimmung, jede Wahl setzt eine Wertung voraus. Wer eine Grundhaltung des Nicht-Werten propagiert, stellt das Funktionieren demokratische Staatsformen in Frage.

Fazit: Meiner Ansicht nach ist die „Nicht-Werten-Propaganda“ ein kompletter Holzweg.

Wir sollten nicht weniger, sondern eher mehr werten.

Aber wir sollten zugleich auch so gut wie möglich lernen, sorgfältiger zu werten, genauer, differenzierter – weniger vorschnell und pauschal.

Dazu braucht es unter anderem ein Wissen darum, dass wir für unsere Wertungen keine absolute Gültigkeit beanspruchen können und dass sie perspektivisch sind. Das heisst auch, dass wir einerseits für unsere Wertungen mit Argumenten einstehen sollten, aber genauso bereit sein müssen, sie falls nötig zu revidieren.

P. S.:

- Sorgfältige Wertungen sind auch im Bereich Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin nötig.

Kriterien dazu bietet das Tagesseminar:

Komplementärmedizin – Kriterien zur Orientierung im überquellenden Angebot

- Auf den ersten Blick irritiert das starke Interesse eines Heinrich Himmlers an den Lehren der Bhagavadgita. Das überrascht aber nur, weil weitgehend unbekannt ist, dass führende Exponenten des „Dritten Reiches“ stark von esoterischen Vorstellungen geprägt waren und zudem eng verbunden waren mit Naturheilkunde, Homöopathie, Anthroposophie, Schüssler Salzen  und Heilpflanzenkunde, die in jener Zeit politisch gefördert wurden.

Ich halte es für wichtig darüber nachzudenken, weshalb diese unsägliche Verbindung zwischen Naturheilkunde und Nationalsozialismus zustande kam und vor allem, weshalb ihre Weltbilder an vielen Punkten so kompatibel waren.

Die Fakten dazu im Tagesseminar

Naturheilkunde und Nationalsozialismus – eine fast unbekannte, unheilsame Verbindung – und was wir heute daraus lernen können

- Generell scheint es mir wichtig, dass wir vor allem bei traditionellen Heilmethoden verstehen, auf welchen Weltbildern sie gewachsen sind. Info dazu im Seminar:

Die Heilkräfte der Pflanzen im Wandel der Zeit - Beiträge zur Ideengeschichte der Pflanzenheilkunde

Vorgestellt werden die Welt- und Menschenbilder der magisch-mythischen Medizin, der antiken Viersäftelehre (Humoralpathologie), der mittelalterlichen Klostermedizin (Hildegard von Bingen), der Signaturenlehre der Renaissance (Paracelsus), der Bachblüten-Therapie und der Phytotherapie.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Bei Aphthen – Tormentill, Rathania, Myrrhe, Salbei, Rhabarberwurzel….

Mittwoch, August 17th, 2011

Die Pharmazeutische Zeitung publizierte einen fundierten Beitrag zum Thema Aphthen.

Darin werden auch Heilpflanzen-Anwendungen erwähnt:

„Tormentillwurzelstock, Rathania, Myrrhe, Salbei…..Rhabarberwurzel (etwa Repha-OS®, Pyralvex®, Salviathymol®) haben sich durch ihren adstringierenden und entzündungshemmenden Effekt bewährt. Zudem ist Propolis-Urtinktur ein möglicher Beratungstipp. Bevor das jeweilige Präparat aufgetragen wird, empfiehlt es sich, die betroffene Region mit einem Wattestäbchen oder Papiertuch trocken zu tupfen. Dann erst das Gel oder die Tinktur mit einem frischen Wattestäbchen entnehmen und dünn auf die Wunde aufstreichen.“

Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=39008&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Alle im Artikel der Pharmazeutischen Zeitung erwähnten Heilpflanzen sind für die Behandlung von Aphthen geeignet. Die erwähnten Heilpflanzen-Präparate stammen aus Deutschland und sind – ausser Pyralvex – in der Schweiz nicht im Handel.

Man kann aber auch gut Tormentilltinktur, Rathaniatinktur, Myrrhentinktur oder Salbeitinktur auftragen, wobei Pflanzentinkturen aus getrockneten Heilpflanzen meist einen höheren Wirkstoffgehalt haben als Frischpflanzentinkturen.

Wegen des hohen Alkoholgehalts können unverdünnte Pflanzentinkturen auf der Mundschleimhaut brennen (allenfalls 1 : 2 mit Wasser verdünnen).

Propolis ist Bienenkittharz.

Propolis wirkt antimikrobiell. Der Grundstoff für die Herstellung von Propolis wird von Honigbienen als harzige Substanz an Knospen und teilweise an Wunden verschiedener Bäume (hauptsächlich Birken, Buchen, Erlen, Fichten, Pappeln, Rosskastanien und Ulmen) gesammelt (etwa 55 % Naturharz und Pollenbalsam).

Und was genau sind Aphthen?

„Eine Aphthe…..ist eine schmerzhafte, von einem entzündlichen Randsaum umgebene Schädigung der Schleimhaut des Zahnfleischs, der Mundhöhle, der Tonsillen oder der Zunge und in Einzelfällen auch anderer Schleimhäute, z. B. im Genitalbereich. Es handelt sich dabei um ein Ulcus mit weißlichem Fibrinbelag.“

(Quelle: Wikipedia)

Und was sind die Ursachen von Aphthen?

„ Ursachen (Ätiologie) und Entstehungsmechanismus (Pathogenese) der rezidivierenden Aphthose sind weitgehend unklar. Eine multifaktorielle Entstehung mit genetischer Komponente wird angenommen.

Mögliche assoziierte Faktoren sind Verletzungen der Mundschleimhaut, Zusammenhänge mit verschiedenen Nahrungsmitteln, Nahrungsdefiziten (Vitamin B12-, Eisen- oder Folsäuremangel) sowie Veränderungen des Hormonhaushaltes. In schweren Fällen können Systemerkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie, Morbus Behçet oder HIV-Infektionen zu Grunde liegen.

Es wird keine Verbindung zu Menstruationszyklus, Schwangerschaft oder Menopause gesehen. Eine Assoziation mit Stress wird diskutiert, ist aber nicht nachgewiesen.

Chemische Irritation durch Inhaltsstoffe wie beispielsweise Natriumlaurylsulfat (SLS), das häufig in Zahnpasta enthalten ist, wird als möglicher Auslöser diskutiert.

Raucher sind seltener betroffen als Nichtraucher. Rauchverzicht kann das Auftreten von Aphthen negativ beeinflussen. Als Ursache wird die Hyperkeratose der Schleimhaut bei Rauchern vermutet.“

(Quelle: Wikipedia)

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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