Heilpflanzen-Präparat aus Baldrian und Hopfen löst Einschlaf-Probleme

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Bei Einschlafstörungen kann ein Baldrian-Hopfen-Extrakt die Einschlafzeit verkürzen und nervös bedingte Schlafstörungen beheben.

Eine Studie hat gezeigt, dass innerhalb einer vierwöchigen Behandlung mit einem Spezialextrakt aus Baldrianwurzel und Hopfenzapfen die Einschlafzeit im Median um bis zu 45 Minuten verkürzt werden kann. An der randomisierten kontrollierten Doppelblindstudie nehmen Erwachsene mit einer durchschnittlichen Einschlafzeit von über 30 Minuten teil. Sie wurden mit dem pflanzlichen Kombinationspräparat aus methanolischen Auszügen von Baldrianwurzel und Hopfenzapfen, mit Baldrian-Mono-Extrakt oder mit Placebo behandelt. Sobald die Einschlafdauer 30 Minuten übersteigt, spricht man von einer Einschlafstörung.

Innerhalb eines Monats reduzierte sich die Einschlafzeit mit Baldrian-Monotherapie um 22 Minuten (von 46 auf 24 Minuten, Median) und mit der Baldrian-Hopfen-Kombination um 45 Minuten (von 57 auf 12 Minuten). Verglichen mit Placebo (Verlängerung der Einschlafzeit von 64 auf 70 Minuten) war die Einschlafzeit mit der Kombi-Therapie signifikant vermindert.

Das Kombipräparat aus Baldrian und Hopfen ist sehr gut verträglich, Nebenwirkungen, Hangover oder Abhängigkeit seien nicht bekannt. Da das Mittel schonend in die Schlafregulation eingreife, stelle sich die Wirkung nach und nach ein, schreibt der Hersteller. Erste spürbare Verbesserungen treten schon in den ersten Tagen der Anwendung ein; die volle Wirksamkeit entfalte sich nach ein bis zwei Wochen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/default.aspx?sid=662423&ticket=ST-1048-IVFSxZg4PaGjcADk4UwUBnkd35faiAOf0ay-20

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17486686

Kommentar & Ergänzung:

Die Studie ist nicht neu. Sie wurde 2007 publiziert. Dass immer wieder die gleichen Studien zu Werbezwecken verbreitet werden, ist nicht gerade selten.  Dabei entsteht allerdings gerne fälschlicherweise der Eindruck, dass es sich um eine neue Erkenntnis handelt.

Die Wirkung von Baldrianextrakt ist inzwischen recht gut mit Studien belebt. Zum Hopfenextrakt für sich allein genommen gibt es viel weniger Untersuchungen.

So müssen Hersteller von Baldrian-Hopfen-Präparaten plausibel machen können, dass der Zusatz von Hopfenextrakt zum Baldrianextrakt die Wirksamkeit günstig beeinflusst. Das scheint mit dieser Studie gelungen.

Interessant ist der Hinweis, dass die volle Wirksamkeit sich erst nach ein bis zwei Wochen zeigte. Das stimmt überein mit mehreren anderen Studien mit Baldrian-Präparaten. Die oft zur Anwendung kommende einmalige Gabe, wenn man gerade mal nicht einschlafen kann,  nutzt deshalb das Potential solcher Präparate nicht aus.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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