Hagebutte bei Rheuma

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In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (3 / 2011) erschien vor kurzem ein Artikel von Prof. Reinhard Saller (Institut für Naturheilkunde, Universität Zürich) zum Thema „Phytotherapie in der Schmerzbehandlung“. Ein Abschnitt dieses Beitrages handelt vom Einsatz der Hagebutte bei rheumatischen Beschwerden:

„Zubereitungen aus Rosenfrüchten werden in den letzten Jahren zunehmend als antientzündliche und analgetische Behandlung bei verschiedenen rheumatischen Beschwerden empfohlen. Die Dosierungsempfehlungen liegen zumeist bei 2 bis 5 g Droge (z. B. als Teeaufguss 10 – 15 min ziehen lassen). Zwar liegen mittlerweile eine Reihe vergleichender Studien sowie Beobachtungsstudien vor, die von den Autoren als Belege für eine relevante klinische Wirksamkeit diskutiert werden, es scheint aber, dass die analgetische Wirksamkeit bei vielen Patienten doch sehr begrenzt ist.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/PT%203-11_web.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Dass die Hagebutte plötzlich als Naturheilmittel bei Arthrose auftaucht, ist ja grundsätzlich schon interessant. Ich teile aber die zurückhaltende Einschätzung von Prof. Saller. Beim Hagebuttenpulver ist das Marketing mit grossen Tempo durchgestartet, während die Klärung der offenen Fragen ziemlich hinter her hinkt.

Es wurden einige Studien zur Wirksamkeit der Hagebutte bei Arthrose durchgeführt, die Ergebnisse werden aber auch von Phytotherapie-Fachleuten in Frage gestellt.

Siehe dazu:

Phytotherapie: Hagebutte bei Rheuma, Arthrose & Co.

Der Hersteller des Hagebuttenpulvers Litozin stellt als wichtigen Wirkstoff Galaktolipid in den Vordergrund und schreibt, dass dieses lipophil (fetttliebend) sein. Sollte diese Angabe stimmen, wäre Hagebuttentee eine schlechte Zubereitungsform.

P.S.: Im Text tauscht bei den Dosierungsempfehlungen der Ausdruck „Droge“ auf. Damit keine Missverständnisse aufkommen: „Droge“ meint in der Phytotherapie „getrocknete Heilpflanze“, nicht wie heute gebräuchlicher „Rauschmittel, Betäubungsmittel“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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