Mönchspfeffer bei Prämenstruellem Syndrom (PMS)

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Depressionen, Reizbarkeit, Brustspannen, Ödeme, Kopfschmerzen – zahlreiche Frauen kennen solche Symptome in den Tagen vor der Menstruation. 22 bis 26 Prozent der menstruierenden Frauen leiden an Beschwerden des Prämenstruellen Syndroms (PMS). Über 150 Symptome würden mit PMS in Verbindung gebracht, erklärt der Gynäkologe Professor Bernd Kleine-Gunk bei einer Veranstaltung, die vom Hersteller eines Mönchspfeffer-Extrakts unterstützt wurde.

Drei bis acht Prozent der Frauen sollen unter einer besonders schweren Form leiden, der prämenstruellen dysphorischen Störung (Premenstrual Dysphoric Disorder, PMDD). Hier stehen psychische Symptome wie ausgeprägte depressive Verstimmung oder Reizbarkeit im Zentrum.

Die Beschwerden seien so stark, dass sie Arbeit und Schule, soziale Aktivitäten oder persönliche Beziehungen beeinträchtigen. Nicht nur Frauen litten also unter PMS / PMDD, sondern auch ihre Männer, Familie oder Arbeitsumfeld, sagte der Leitende Arzt Gynäkologie an der Euromed Clinic in Fürth.

PMS habe zwar offensichtlich mit den Hormonen zu tun, es seien jedoch keine hormonellen Veränderungen messbar. Man gehe inzwischen davon aus, dass PMS und PMDD neuroendokrine Störungen sind, die durch die normalen zyklischen Steroidschwankungen ausgelöst werden, erläutert Kleine-Gunk.

Zur Behandlung gibt es drei Ansätze: die Beeinflussung des hormonellen Zyklus‘ durch orale Kontrazeptiva, die Beeinflussung des Neurotransmitter-Stoffwechsels durch Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und die Phytotherapie mit Mönchspfeffer ( = Keuschlamm, Vitex agnus-castus)

Der Mönchspfeffer-Extrakt ist eines der bestuntersuchten Phytopharmaka in der Gynäkologie. Das Heilpflanzen-Präparat ist gut verträglich und nebenwirkungsarm. Außerdem würden Phytotherapeutika auch von Frauen, die sich gegen Antidepressiva oder Hormone sträuben, akzeptiert – so die Erfahrung des Experten. Selbst bei PMDD könne sich ein Behandlungsversuch mit Mönchspfeffer-Extrakt lohnen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/default.aspx?sid=662152&sh=14&h=-1654632450&ticket=ST-5578-bjLY1OuBoNcvjYm60NoPfvvOGeSVZIOcnvc-20

Kommentar & Ergänzung:

Keine belastbaren Belege gibt es für eine Wirkung von Mönchspfeffertee oder Mönchspfeffertinktur. Die Wirkung ist nur dokumentiert mit Mönchspfeffer-Extrakt.

Woher kommt der Mönchspfeffer? Der ursprüngliche Verbreitungsraum erstreckt sich vom Mittelmeerraum über Südwestasien bis zur Krim.

Der Mönchspfeffer wird heute in der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie vor allem beim prämenstruellen Syndrom, bei Zyklusstörungen und unerfülltem Kinderwunsch eingesetzt.

Bei unerfülltem Kinderwunsch macht Mönchspfeffer allerdings nur Sinn, wenn eine Hyperprolactinämie bzw. eine Gelbkörperschwäche (Corpus-luteum-Insuffizienz) zugrunde liegt.  Dieser Anwendungsbereich ist allerdings weniger gut untersucht und belegt wie der Bereich PMS.

Siehe dazu:

Mönchspfeffer bei unerfülltem Kinderwunsch

Mönchspfeffer bei Kinderwunsch

Bei bestimmten Ausgangslagen macht eine Mönchspfeffertherapie auch Sinn im Frühklimakterium (frühe Wechseljahre).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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