Heilpflanzen-Präparate bei Rheuma

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Im „Phyto-Forum“ der Ärztezeitung wurde kürzlich folgende Frage gestellt:

„Gibt es pflanzliche Präparate, die bei entzündlichem Rheuma zusätzlich zur Basistherapie eingesetzt werden können, um Schmerz und Entzündung positiv zu beeinflussen?“

Die Antwort darauf von Dr. Rainer C. Görne:

„Bei der sogenannten primär chronischen Polyarthritis (PCP) ist zumeist eine lebenslange Behandlung mit unterschiedlichen chemisch-synthetischen Arzneimitteln erforderlich. Pflanzliche Präparate können hier nur supportiv und nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingesetzt werden, um unerwünschte Interaktionen oder Nebenwirkungen zu vermeiden.

Für die anderen „rheumatischen“ Beschwerden sind Präparate (zum Teil auch als Einreibungen oder Badezusätze), die aus folgenden Pflanzen oder Pflanzenteilen hergestellt werden, geeignet: Arnikablüten, Beinwellkraut/-wurzel, Brennnesselkraut, Cayennepfeffer, Eukalyptusöl, Fichtennadelöl, Kiefernnadelöl, Weihrauch, Mistelkraut, Rosmarinöl, Teufelskrallenwurzel und Weidenrinde.“

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/656850/phyto-forum-blaubeeren-bluthochdruck.html

Kommentar & Ergänzung:

Die aufgeführten Heilpflanzen sind im Bereich der rheumatischen Erkrankungen einsetzbar. Die Aufzählung ist allerdings chaotisch, unübersichtlich und wenig informativ.

Nur schon der Begriff „Rheuma“ ist viel zu pauschal. Man müsst genauer angeben, ob es bei einer Heilpflanzen-Anwendung um eine Arthrose, eine Polyarthritis, oder eine andere der vielen Krankheiten gehen soll, die unter dem Etikett „Rheuma“ zusammengefasst werden.

Unterschiedliche Krankheiten (und Krankheitsstadien) benötigen unterschiedliche Heilpflanzen.

Ein ziemliches Durcheinander bietet die Auszählung bezüglich innerlicher oder äusserlicher Anwendung.

Die ätherischen Öle Eukalyptusöl, Kiefernnadelöl, Fichtennadelöl werden gegen „Rheuma“ nur äusserlich angewendet (nicht pur!). Ebenso Cayennepfeffer (Wirkstoff Capsaicin), Arnika und Beinwell. Ohne genauere Angaben zu Anwendungsformen und Dosierungen sind diese Hinweise aber nicht wirklich nützlich.

Mistelkraut wird im Bereich „Rheuma“ nur als Präparat und via Injektion angewendet (in der Schweiz meines Wissens nicht sehr üblich).

Weihrauch, Teufelskralle und Weidenrinde sind nur bei innerlicher Anwendung sinnvoll.

In Apotheken und Drogerien werden aus Teufelskralle und Weihrauch auch Salben verkauft, deren Wirksamkeit allerdings nicht einmal ansatzweise geklärt ist. Diese Salben und Gele aus Teufelskralle oder Weihrauch profitieren aber vom Ruf, den diese Heilpflanzen bei innerlicher Anwendung haben. Konsumentinnen und Konsumenten werden hier meines Erachtens getäuscht.

Weidenrinde wirkt relativ rasch schmerzlindernd (innert Stunden). Bei Teufelskrallenwurzeln geht es 2 – 3 Wochen, bis eine Wirkung erwartet werden kann.

Solche Differenzierungen sind wichtig für eine erfolgreiche Anwendung von Heilpflanzen.

Fazit: Eine solche Aufzählung wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet.

Falls Sie an präzisem Wissen über Heilpflanzen interessiert sind und nicht nur an einer schönen „Aufzählung“, dann empfehle ich Ihnen den Lehrgang „Heilpflanzen-Seminar“ oder die „Phytotherapie-Ausbildung“

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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1 Antwort
  1. Gelenkgesund
    Gelenkgesund says:

    „Bei der sogenannten primär chronischen Polyarthritis (PCP) ist zumeist eine lebenslange Behandlung mit unterschiedlichen chemisch-synthetischen Arzneimitteln erforderlich.“ – Es ist, nachdem es Beispiele von Totalremissionen bei der rheumatoiden Arthritis gibt und Beispiel der Selbstheilung (ohne Medikation!) bekannt sind, immer wieder erstaunlich, wie hartnäckig sich dieses Mißverständnis der angeblichen Unheilbarkeit der chronischen Polyarthritis ist!

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