Archive for Juli, 2011
Sonntag, Juli 31st, 2011
Wenn Sie interessiert sind an einer Ausbildung in Naturheilkunde, dann lohnt es sich genau zu klären, was Sie lernen möchten.
Naturheilkunde ist nämlich ein Begriff, der sehr ungenau und ziemlich willkürlich benutzt wird.
Versteht man den Begriff Naturheilkunde auch von seiner Geschichte her, bezeichnet er ein Spektrum verschiedener Methoden, welche die körpereigenen Fähigkeiten zur Selbstheilung (Spontanheilung) aktivieren sollen und die sich vorzugsweise in der Natur vorkommender Mittel oder Reize bedienen. Dazu zählen (nach einer Definition von Alfred Brauchle 1952) die Sonne, das Licht, die Luft, die Bewegung, die Ruhe, die Nahrung, das Wasser, die Kälte, die Erde, die Atmung, die Gedanken, die Gefühle und Willensvorgänge. In einem weiter gefassten Verständnis gehören auch “natürliche” Arzneimittel, vor allem Heilpflanzen und deren Zubereitungen zur Naturheilkunde.
Zur “klassischen” Naturheilkunde werden im Allgemeinen die folgenden Naturheilverfahren gezählt:
– Hydrotherapie und Balneotherapie (Wasseranwendungen)
– Bewegungstherapie
– Diätetik (Unterstützung der Behandlungen durch eine gesunde Ernährung und eine dem
dem Krankheitsbild angepasste Diät)
– Ordnungstherapie (ausgewogene Lebensführung im regelmäßigen Rhythmus und im Einklang mit
der Natur)
– Phytotherapie (Einsatz von Heilpflanzen)
Diese fünf Naturheilverfahren sind auch bekannt geworden als die fünf Säulen des Sebastian Kneipp.
Grundsätzlich sind diese Methoden kompatibel mit dem wissenschaftlichen Weltbild.
Oft werden auch folgende Methoden der Alternativmedizin zur Naturheilkunde gezählt, die aber auf eigenen Lehrgebäuden basieren und darum nicht so leicht mit medizinischem Denken und Handeln zu verbinden sind:
Homöopathie
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Ayurvedische Medizin
Anthroposophische Medizin
(Quelle: Wikipedia, Artikel „Naturheilkunde“, gekürzt und überarbeitet)
Siehe auch:
Naturheilkunde – was ist das?
Es gibt im Bereich der Naturheilkunde-Ausbildungen keine Qualitätsstandards und keine verbindlichen Lehrpläne.
Wenn Sie sich Fragen stellen zur Qualität einer Naturheilkunde-Ausbildung – und das ist sehr wichtig, wenn Sie einer Ausbildung in diesem Bereich machen wollen - dann hilft Ihnen vielleicht folgende Checkliste weiter:
Naturheilkunde-Ausbildung: Was sie wissen sollten
Ausserdem:
Naturheilkunde-Ausbildung: Mehr kritisches Denken – weniger blinden Dogmatismus
Falls Sie aus diese weiten und vielfältigen Feld der Naturheilkunde eine Ausbildung oder Weiterbildung im Teilbereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde ins Auge fassen, finden Sie dazu meine aktuellen Angebote oben unter dem Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
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Sonntag, Juli 31st, 2011
„Die Presse“ berichtete von einer Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer in Saalfelden. Im Zentrum des Artikels stehen Ausführungen von Univ.-Prof. Dr. Theo Dingermann (Institut für Pharmazeutische Biologie, Goethe-Universität Frankfurt) zur Wirksamkeit von Heilpflanzen:
„Positive Wirkungen von Phytopharmaka sind unter anderem bei Durchblutungsstörungen, Venenleiden und Herzschwäche nachgewiesen. Zu den durchblutungsfördernden Heilpflanzen zählen der echte Steinklee und der echte Waldmeister, die in unseren heimischen Wäldern wachsen.
Das beim Trocknen freigesetzte Cumarin sowie Flavonoide und Saponine verbessern die Blut- und Lymphströmung. Cumarin wird auch für die Behandlung von Venenleiden eingesetzt. Ginkgo verbessert ebenso die Fließeigenschaften des Blutes und fördert vor allem die Gehirndurchblutung.
Als venenstärkend gelten vor allem Präparate aus roten Weinblättern, es wird eine gefäßstärkende Wirkung beschrieben. Die Rosskastanie und der stechende Mäusedorn lösen ähnliche venenstimulierende Reaktionen aus, sie werden auch bei angeschwollenen Beinen verschrieben.
Zu den herzstärkenden Arzneipflanzen zählt an erster Stelle der Weißdorn. Präparate aus Weißdornblättern und -blüten werden zur Behandlung leichter Formen von Herzinsuffizienz oder bei altersbedingtem Nachlassen der Herzleistung verwendet. ‚Allerdings muss man gerade bei Herzschwäche besonders vorsichtig mit einer Selbstmedikation umgehen. Eine positive Wirkung auf die Herztätigkeit ist zwar nachgewiesen, aber gerade in diesen Fällen muss ärztlicher Rat eingeholt werden’, betonte Dingermann.“
Quelle:
http://diepresse.com/home/gesundheit/666480/Viele-Irrtuemer-rund-um-Heilkraeuter?from=suche.intern.portal
Kommentar & Ergänzung:
Prof. Theo Dingermann ist ein fundierter Kenner der Phytopharmaka und der Phytotherapie. Die Universität Frankfurt besitzt zudem einen ausgezeichneten Arzneipflanzengarten.
Zum Thema “Cumarine” wäre noch zu ergänzen: Steinklee und Waldmeister enthalten einfache Cumarine, die den venösen Rückfluss fördern und dadurch venöse Ödeme vermindern. Dimere Cumarine werden in Medikamenten wie Phenprocoumon (A, CH:Marcoumar; D: Marcumar) als Blutgerinnungshemmer zur Thrombose-Prophylaxe eingesetzt (Vitamin-K-Antagonist).
Diese beiden Wirkungen sind strikt auseinanderzuhalten.
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Sonntag, Juli 31st, 2011
In der Phytotherapie-Fachliteratur findet man immer wieder einen Hinweis auf „ESCOP-Monografien“. Worum handelt es sich da.?
In Monografien wird der Stand des Wissens zu jeweils einer bestimmten Heilpflanze zusammengefasst: Wirkung, Anwendungsbereiche, Dosierungen etc.
Das erste grosse Projekt zur Erarbeitung von Pflanzenmonografien führte die sogenannte „Kommission E“ zwischen 1978 und 1994 durch.
Diese Monografien der Kommission E sind inzwischen etwas in die Jahre gekommen. Das Wissen in der Phytotherapie ändert sich rasant. Neue Heilpflanzen, neue Wirkungen und neue Anwendungsbereiche kommen auf, andere treten in den Hintergrund.
Daher gibt es inzwischen andere Instanzen, die sich weiterhin um die Erstellung von Monografien kümmern.
Seit 1992 gibt es die ESCOP-Monogafien (European Scientific Cooperative an Phytotherapy),
Die Abkürzung ESCOP bedeutet »European Scientific Cooperative on Phytotherapy«, am besten
übersetzt mit »Europäische Vereinigung der Wissenschaftlichen Fachgesellschaften auf dem Gebiet der Phytotherapie«.
Die ESCOP wurde am 18.Juni 1989 in Köln von sechs nationalen Gesellschaften aus folgenden Ländern gegründet: Belgien, Schweiz, Deutschland, Frankreich, Niederlande und Grossbritannien. Seitdem sind weitere Länder dazu gekommen wie Italien, Irland und Griechenland.
Die ESCOP ist also die Dachorganisation nationaler Gesellschaften für Phytotherapie in Europa.
Ihr Ziel besteht darin, den wissenschaftlichen Status der Phytotherapie zu fördern und die Harmonisierung des Zulassungsstatus von Phytotherapeutica auf europäischem Level zu harmonisieren.
Seit 1997 hat die ESCOP 108 Heilpflanzenmonografien erarbeitet. Mehr als 60 Monografien wurden inzwischen aktualisiert. Die ESCOP-Monographien ähneln in ihrer Struktur einer Fachinformation und geben einen Überblick zum Stand des Wissens zum Zeitpunkt des Erscheinens.
Die ESCOP-Gremien stehen der Phytotherapie positiv gegenüber, was dazu beitragen mag, dass die Monografien da und dort etwas unkritisch ausgefallen sind. Trotzdem sind diese Monografien für die Phytotherapie aber ein wichtiger Beitrag zur Qualitätssicherung auf hohem wissenschaftlichem Niveau.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde - Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Sonntag, Juli 31st, 2011
In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (3 / 2011) publizierte Priv.-Doz. Dr. Petra Staubach von der Hautklinik und Poliklinik Universitätsmedizin Mainz einen Artikel zum Thema „Möglichkeiten der Phytotherapie bei Hauterkrankungen“.
Hier daraus der Abschnitt zum Thema „Chronisch-venöse Insuffizienz“ (Venenschwäche).
„Die CVI ist eine weitverbreitete Erkrankung. Sie kann bei unzureichender früher therapeutischer Intervention zu Ödemen und Ulcera und damit zu einer langwierigen Erkrankung führen. Hier sind gerade im Anfangsstadium der Erkrankung Phytotherapeutika unbedingt empfehlenswert, da sie in der Lage sind, die Kapillarpermeabilität zu vermindern. Weiterhin können sie den venösen Gefäßtonus und den Lymphabfluss erhöhen. Therapeutika mit Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) sowie Weinrebe (Vitis vinifera) stehen sowohl oral als auch lokal zur Verfügung. Auch Mäusedornextrakt und Buchweizen wirken antiinflammatorisch und ödemreduzierend.“
Quelle:
http://www.phytotherapie.co.at/PT%203-11_web.pdf
Kommentar & Ergänzung:
Rosskastanie, Weinrebe (Rotes Weinlaub), Buchweizenkraut (nicht Buchweizensamen!) und Mäusedorn sind die vier wichtigsten Heilpflanzen der Phytotherapie bei Venenbeschwerden. Sie vermindern venöse Ödeme. Gut dokumentiert ist allerdings nur die innerliche (orale) Anwendung. Ob Heilpflanzen-Extrakte auch lokal angewendet als Venensalbe oder Venengel zur Wirkung kommen, ist ungenügend geklärt. Buchweizenkraut eignet sich auch als Kräutertee, während Rosskastanien, Rotes Weinlauf und Mäusedorn in der Regel als Heilpflanzen-Extrakt eingenommen werden.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Samstag, Juli 30th, 2011
Die „Superfrüchte“ Acai, Maqui und Goji bekommen ernsthafte Konkurrenz: Uns überrollt gerade eine Aronia-Beeren-Welle.
Was ist Aronia?
„Aronia (Apfelbeeren) sind die Früchte des zu den Rosengewächsen (Rosaceae) gehörenden Aronia-Strauches. Am häufigsten werden die beiden Arten Aronia arbutifolia und Aronia melanocarpa angebaut. Sie werden Kahle Apfelbeere oder Schwarze Eberesche genannt. Sie stammen ursprünglich aus dem Osten Nordamerikas. Aronia wird in Deutschland hauptsächlich in Sachsen angebaut.“
(Quelle: esowatch.com)
Und welche Wirkungen soll Aronia haben?
„Aroniafrüchte haben einen hohen Flavonoid-, Folsäure-, Vitamin-K- und Vitamin-C-Anteil, was dazu führte, dass auch Vermarkter von Nahrungsergänzungsmitteln darauf aufmerksam wurden. So wird Aronia mit den vielfältigsten gesundheitlichen Versprechungen als Frisch- oder Trockenobst, Saft und Extrakt angepriesen. Die Versprechungen sind ebenso vielfältig, wie bei anderen Superfrüchten und umfassen die Einsatzgebiete Magenentzündungen, Darmerkrankungen, Leber- und Gallenerkrankungen, Hauterkrankungen, Allergien, Diabetes mellitus, Scharlach, Masern, Blutgerinnsel / Thromben , Harnröhreninfektion, Schilddrüsenerkrankung und chemotherapeutisch behandelten Patienten. Außerdem soll Aronia angeblich vorbeugend gegen alle Beschwerden und Krankheiten sein. Nebenbei unterstützt es angeblich effektiv den Schutz des Gewebes vor Sauerstoffradikalen und verbessert die Regeneration der Zellen.
Für die Wirkung von Aronia soll ein hoher Anteil Antioxidantien, wie z.B. Anthocyane verantwortlich sein. Allerdings ist die gesundheitsfördernde Wirkung von Aronia wissenschaftlich unbelegt.“
Quelle: http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Aronia#ixzz1TbO9E1t1
Kommentar & Ergänzung:
Es spricht viel dafür, dass Aronia-Beeren ein gesunder Bestandteil unserer Ernährung sein können. Das gilt genauso für Goji-Beeren, Maqui-Beeren und Acai-Beeren.
Festzuhalten bleibt allerdings:
- Die Heilungsversprechungen, die mit Aronia, Acai, Maqui und Goji verknüpft werden, sind völlig überrissen und entbehren jeder seriösen Grundlage.
- Goji-Beeren, Acai-Beeren, Maqui-Beeren und Aronia-Beeren werden von allem als Antioxidantien propagiert. Es gibt allerdings immer mehr Hinweise, dass es nicht einfach die guten Antioxidantien und die bösen freien Radikale gibt. Dieses Schwarz-Weiss-Denken ist wohl zu einfach. Es mehren sich jedenfalls die Hinweise, dass eine allzu hohe Zufuhr von Antioxidantien auch Risiken mit sich bringen könnte, und dass die angeblich so eindeutig schlechten freien Radikale in bestimmten Situationen auch wichtige Funktionen erfüllen.
- Einheimische oder jedenfalls bekannte Obstsorten wie Erdbeeren, Schwarze Johannisbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Äpfel und Orangen können leider nicht in die Liga der Superfrüchte aufsteigen, da ihnen eine wesentliche Eigenschaft fehlt: Sie sind nicht exotisch.
- Anthocyane, die wesentlich für die positiven Wirkungen von Aronia verantwortlich sein sollen, sind durchaus interessante Inhaltstoffe. Allerdings reicht es nicht zu sagen, dass Aronia einen hohen Gehalt an Anthocyanen aufweist. Man müsste auch dazufügen, dass viele Anthocyane nur sehr eingeschränkt in den Körper aufgenommen werden können.
Fazit: Es ist ein Marketing-Phänomen und wohl vor allem auch ein psychologisches Phänomen, dass immer wieder einzelne Nahrungsmittel derart mit Gesundheitserwartungen und Heilungshoffnungen aufgeblasen werden. Offenbar trifft das Superbeeren-Marketing auf verbreitete Bedürfnisse in der Bevölkerung. Die reale Basis solcher „Wellen“ ist jedenfalls ausgesprochen schmal.
Mein Tipp: Esst doch einfach „gewöhnliche“ Beeren und Früchte – die sind auch gesund und billiger. Ausserdem wachsen viele davon in der näheren Umgebung und müssen nicht von irgendeinem anderen Ende der Erde eingeflogen werden.
Weitere Beiträge zu den „Anthocyanen“:
Acai, Goji und Maqui – die neuen “Wunderbeeren”
Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?
Acai-Beere als Schlankheitsmittel und “Power-Frucht”?
Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen
Polyphenole für Herz-Kreislauf: Schwache Datenlage
Anthocyane als Entzündungshemmer
Inhaltsstoff aus Heidelbeere wirkt wie Cholesterinsenker
Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen
Zu potenziellen Risiken der Antioxidantien:
Antioxidantien fördern möglicherweise Diabetes
Schwächen Antioxidantien die Muskelfunktion?
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Samstag, Juli 30th, 2011
Auf dieses Thema kamen wir kürzlich an einem Kräuterkurs zu sprechen. Weil die Frage wohl auch bei weiteren Kreisen auf Interesse stossen könnte, hier ein paar Infos dazu:
Hamameliswasser ist ein Wasserdampfdestillat der frisch geschnittenen oder teilweise getrockneten Zweige beziehungsweise Blätter von Hamamelis virginiana (Hamamelis, Zaubernuss, Zauberstrauch). Weil es durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird, enthält das Hamameliswasser nur die flüchtigen Inhaltsstoffe der Hamamelispflanze. Sie bestehen hauptsächlich aus Alkanen neben aliphatischen Alkoholen, Aldehyden, Ketonen und Estern. Auch sind flüchtige Terpene enthalten. Flüchtige Phenylpropanoide kommen nur in der Hamamelisrinde vor.
Gerbstoffe als wichtigste Wirkstoffe in Hamamelisblättern und Hamamelisrinde sind nicht flüchtig und kommen daher im Hamameliswasser nicht vor.
Hamameliswasser kann zur Wundbehandlung und in der Kosmetik eingesetzt werden.
Für Hamameliswasser existieren verschiedene Herstellungsvorschriften:
„Nach der Vorschrift des Arzneibuchs der Vereinigten Staaten (United States Pharmacopoeia – USP) werden 1 kg frisch geschnittene und getrocknete junge Zweige ca. 24 h mit etwa 2 L Wasser mazeriert; anschließend wird der Ansatz destilliert und 1700 mL Destillat aufgefangen; dieses wird mit 300 mL Alkohol versetzt und sorgfältig gemischt; 1 Teil Hamameliswasser entspricht 2 Teilen Hamameliszweigen (DEV 1:2, Alkoholgehalt ca. 15%).
Die Kommission E beschreibt unter dem Namen Hamameliswasser ein Wasserdampfdestillat eines Ansatzes von im Frühjahr und im Frühsommer gesammelten frischen Blättern und Zweigen (DEV 1:1,12 bis 2,08; Alkoholgehalt 6% m/m).
Im EgB zum DAB 6 ist ein Hamameliswasser (Aqua Hamamelidis corticis) enthalten, hergestellt aus 1000 Teilen grob gepulverter getrockneter Hamamelisrinde, das mit 2000 Teilen Wasser und 150 Teilen Alkohol 24 Std. stehen gelassen wird. Danach werden 1000 Teile abdestilliert, was im Ergebnis einem DEV von 1:1 entspricht.“
(Quelle: http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/hamamelis.php)
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Samstag, Juli 30th, 2011
Nüsse und nussähnliche Früchte gelten zwar als gesund, doch nicht gerade als Schlankheitsmittel. Pistazien allerdings besitzen nicht nur ein hochwertiges Nährstoffprofil. Sie können sich offenbar auch günstig auf das Essverhalten auswirken. Dies legen jedenfalls einige aktuelle Studien nahe.
So haben US-Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Los Angeles über zwölf Wochen 52 übergewichtige Erwachsene mit unterschiedlichen Reduktionsdiät-Konzepten untersucht. In der randomisierten Studie bekam ein Teil der Probanden als täglichen Snack 75 Pistazien (240 kcal, ca. 45 g), ein anderer Teil Salzbrezel (220 kcal, ca. 60 g).
Die Auswertung zeigte, dass die Pistazien-Gruppe ihre BMI-Ziele besser erreichte und tiefere Triglyzerid-Werte aufwies als die Brezel-Gruppe (J Am College Nutrition, 2011, Vol. 29, 3, 198).
Eine jüngst im British Journal of Nutrition veröffentlichte Untersuchung hat gezeigt, dass immerhin ein Teil der in Pistazien enthaltenen Energie – immerhin fünf Prozent – offenbar unverdaut wieder ausgeschieden wird (British J Nutrition, 2011, 28, 1).
Studienleiter Dr. David Baer vom Beltsville Human Nutrition Research Center (USA) folgerte aus den Daten seiner Untersuchung, dass Pistazien im Zuge einer Gewichtsreduktion nicht vorschnell vom Diätplan gestrichen werden sollten.
Und noch einen besonderen Vorteil für die Hüften soll es geben: Pistazien werden langsamer und bewusster verzehrt als schon geschälte Nüsse, weil sie erst aus der harten Hülle herausgeholt werden müssen. Das haben zumindest kürzlich Verhaltens- und Ernährungsforscher der Eastern Illinois Universität (USA) herausgefunden.
Die Probanden der Pistazien-Gruppe nahmen insgesamt 41 Prozent weniger Kalorien auf als die Personen der Vergleichsgruppe, die geschälte Nüsse bekam.
Die Pistazien-Gruppe fühlte sich aber genauso gesättigt und zufrieden. Die Autoren entdeckten zudem, dass es offenbar der Anblick der leeren Schalen ist, der bewirkt, dass weniger gegessen wird.
Denn andere Probanden nahmen wiederum 22 Prozent weniger Energie auf, wenn die Schale liegen geblieben ist, im Vergleich zu jenen, bei denen die Schalenreste gleich entfernt wurden.
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/allgemeinmedizin/article/664566/schlank-pistazien.html?sh=1&h=1385878286
http://www.jacn.org/content/29/3/198.abstract
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21733319
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666311001553
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666311004855
Kommentar & Ergänzung:
Und was sind eigentlich genauer Pistazien?
„ Die Pistazie ist die Steinfrucht des zweihäusigen Pistazienbaumes (Pistacia vera, „Echte Pistazie“), zur Unterscheidung von den anderen Arten der Pistazien daher Echte Pistazie genannt, aus der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Die Pistazie ist keine Nussfrucht im botanischen Sinne.
Die Pistazie ist ein Laubbaum, wird bis zu 12 m hoch und bis zu 300 Jahre alt. Die Wurzeln der Bäume können sich bis in eine Tiefe von 15 m erstrecken. Die Kerne sind oval und besitzen eine dünne, harte Schale; der Pistaziensamen hat eine bräunliche Haut und ein hellgrünes Inneres (die Keimblätter). Die Ernte der Samen erfolgt in einem zweijährigen Turnus, was neben den Schwankungen der Witterung zu unterschiedlichen Erträgen führt. Von den Mastix-Pistazienbäumen wird im Juni das Harz gewonnen und als Würzmittel, Klebstoff oder Räuchermittel verwendet.“
(Quelle: Wikipedia)
Zu den Wirkungen der Pistazien auf die Gesundheit schreibt Wikipedia:
„ Anfang Dezember 2009 wurde bekannt, dass eine Ernährung mit täglich ein bis zwei Handvoll Pistazien dazu beitragen kann, das Risiko von Lungenkrebs zu reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung (American Association for Cancer Research, AACR).
Forscher der Universität von Toronto haben herausgefunden, dass beim gleichzeitigen Verzehr von einer Handvoll Pistazien und kohlenhydrathaltiger Lebensmittel wie etwa Weißbrot die Pistazien den Anstieg des Blutzuckerspiegels gemindert haben. Auch wurden so Hunger stimulierende Hormone reduziert. So bleibt der Appetit kontrollierbar.
Pistazien sind reich an Ballaststoffen. Pistazien in der Schale haben einen zusätzlichen Vorteil für die Gewichtskontrolle, da sie die Verzehrzeit verlangsamen, weil sie erst geöffnet werden müssen. Studien haben gezeigt, dass das Sättigungsgefühl ungefähr 20 Minuten nach dem Verzehr eines Snacks eintritt. Durch den langsameren Verzehr der Pistazie wird die Zeit bis zum Sättigungsgefühl überbrückt.
Die meisten in Pistazien enthaltenen Fette sind sogenannte gute Fettsäuren. Sie tragen dazu bei, das Risiko einer Herzerkrankung zu mindern. Forscher der Pennsylvania State University in den USA haben herausgefunden, dass der Verzehr von ein bis zwei Handvoll Pistazien pro Tag zu einer Reduktion des schlechten LDL-Cholesterinspiegels um neun bis 12 Prozent führen kann.“
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Freitag, Juli 29th, 2011
Zahlreiche Babytees enthalten nicht nur Zucker, sondern auch Mineralöl. Das ist das Resultat eines Tests, den die Zeitschrift Ökotest (Ausgabe August 2011) publiziert hat.
„Für Eltern ist nicht immer sofort ersichtlich, ob ein Babytee Zucker enthält“, kritisierten die Tester. Mancher Stoff muss laut Ökotest nicht als Zucker deklariert werden, obwohl es sich chemisch betrachtet um etwas ganz Ähnliches handelt. Das betrifft etwa Maltodextrin, ein Stoff, der aus Stärke gewonnen wird.
„Diese Zuckerart kann bei Kindern, ebenso wie Haushaltszucker, Karies verursachen“, schreibt Ökotest.
Ökotest kritisiert zudem, dass in Babytees überhaupt Zuckerarten stecken. „Vom Gewicht machen die enthaltenen Kohlenhydrate so viel aus wie bis zu 16 Würfelzucker pro Liter“, hält der Bericht fest.
Doch der hohe Zuckeranteil ist nicht der einzige Kritikpunkt. Bei fast allen Beuteltees fand das untersuchende Labor Mineralöl. Die Tester vermuten, dass diese Rückstände höchstwahrscheinlich von den Druckfarben der Verpackung stammen, die auf Lebensmittel übergehen können. Mineralöl wird laut Ökotest vom menschlichen Organismus kaum ausgeschieden, sondern reichert sich an.
Fachleute schätzen, dass jeder Mensch ein paar Gramm Mineralöl in sich herumträgt. „Wie gefährlich das ist, kann derzeit niemand genau beurteilen“, stellt der Bericht fest. Gemäss dem Bundesinstitut für Risikobewertung können jedoch bestimmte Mineralölbestandteile in der Leber, in den Herzklappen oder in den Lymphknoten Schäden verursachen.
Quelle:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46797/Schlechte_Noten_fuer_Babytees.htm
Kommentar & Ergänzung:
Solche Resultate geben zu denken. Babytees leben schliesslich vom Image des gesunden Kräutertees und enthalten auch oft Heilpflanzen wie Fenchel, Kümmel, Kamille.
Der hohe Zuckergehalt vieler Babytees ist seit Jahrzehnten ein Kritikpunkt. Neben der hohen Kalorienzufuhr und dem Risiko vermehrter Kariesbildung kommt hier noch als Negativpunkt hinzu, dass Säuglinge und Kleinkinder schon früh an stark gesüsste Getränke gewöhnt werden.
Das Problem mit dem hohen Zuckergehalt kenne ich schon aus meiner früheren Berufswelt als Drogist. Überrascht haben mich jedoch die Mineralöl-Rückstände.
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Freitag, Juli 29th, 2011
In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (3 / 2011) veröffentlichte Professor Reinhard Saller (Institut für Naturheilkunde, Universität Zürich) einen Beitrag zum Thema „Phytotherapie in der Schmerzbehandlung“.
Ein Abschnitt darin handelte von Leinsamenauflagen / Leinsamenkompressen:
„Anwendungsgebiete: Chronische Stirn- oder Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis),
Rückenschmerzen (Muskelverspannungen), Lumbago / Ischialgie, Muskel- u. Gelenkschmerzen, lokale Entzündungen.
Anwendungsdauer: ≥ 30 min (so als angenehm empfunden, 30-60 min Nachruhe, 1mal täglich)
Material: ca. 30-50 g geschrotete Leinsamen (entspr. 3 Esslöffel für ca. 10 x 10 cm Auflagefläche)
300-500 ml Wasser;
Durchführung: Leinsamen (geschrotet) u. Wasser in einem Topf langsam bei niedriger Temperatur ausquellen lassen (zäher Brei), heissen Brei auf die Mullkompressen geben zu Päckchen falten, mit Zwischentuch umwickeln.
Die Kompresse auf die betroffene Stelle vorsichtig auflegen (Verbrennungsgefahr!), mit Aussentuch abdecken u. fixieren, Baumwollwatte oder Wolle als zusätzlichen Wärmespeicher auflegen.“
Quelle:
http://www.phytotherapie.co.at/PT%203-11_web.pdf
Kommentar & Ergänzung:
Lein (Linum usitatissimum) ist eine sehr alte Kulturpflanze. Und Leinsamen sind gut bekannt als mildes, unschädliches Naturheilmittel gegen Verstopfung.
Die äusserliche Anwendung von Leinsamen als Kataplasma (Breiumschlag) ist dagegen weniger üblich. Leinsamen-Brei ist aber ein ausgezeichneter Wärmespeicher. Daher eignet er sich gut zur Thermotherapie (nicht bei entzündeten Gelenken).
Zur innerlichen Anwendung von Leinsamen siehe auch:
Leinsamen bei Reflux-Erkrankung
Leinsamenschleim gegen Sodbrennen
Leinsamen reduziert Cholesterinspiegel bei Männern
Verlangsamt Leinsamen das Wachstum von Prostatakrebs?
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Freitag, Juli 29th, 2011
Sativex® ist seit einigen Jahren schon in verschiedenen Ländern wie zum Beispiel Kanada und Grossbritannien im Handel. Seit dem 1. Juli 2011 ist Sativex® nun auch in Deutschland offiziell erhältlich. Für die Schweiz ist allerdings bis jetzt noch kein Markteinführungstermin in Sicht.
Der Sativex-Spray ist zugelassen als Zusatztherapie bei MS-Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik, die nicht angemessen auf eine andere antispastische Arzneimittelbehandlung angesprochen haben.
Ein Sprühstoss beinhaltet 2.7mg Tetrahydrocannabinol (THC) und 2.5mg Cannabidiol (CBD). Die beiden Wirkstoffe greifen in das Endocannabinoidsystem ein, welches an der Regulierung der neuronalen und neuromuskulären Signalübertragung mitwirkt. Bei MS-Patienten ist dieses System stark beeinträchtig, da es in Folge der Neurodegeneration zu einer Verminderung der körpereigenen Cannabinoide kommt. Die psychoaktive Wirkung von THC wird durch das antipsychotisch wirksame CBD weitestgehend unterbunden.
Sativex® ist nur zur Anwendung in der Mundhöhle vorgesehen. Die Multiple-Sklerose-Patienten sollten darüber informiert werden, dass es bis zu zwei Wochen brauchen kann, bis die optimale Dosierung gefunden ist. Während dieser Zeit kommt es als Nebenwirkung am häufigsten zu Schwindelgefühlen. Diese Schwindelgefühle sind jedoch üblicherweise schwach und lassen nach einigen Tagen nach. Psychiatrische Symptome wie Angst, Illusionen, Stimmungsschwankungen und paranoiden Vorstellungen wurden nur gelegentlich beobachtet.
Literatur: Deutsche Apotheker Zeitung, 22/2011/p32
Quelle:
http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=4367&NMID=4367&LANGID=2
Kommentar & Ergänzung:
Cannabis ist eine interessante Heilpflanze bei Spastik auf dem Hintergrund einer Multiplen Sklerose. Wenn es tatsächlich gelingt, die Dosierung gut einzustellen und die psychoaktiven Wirkungen einzuschränken, kann das für Patientinnen und Patienten ein wichtiger Fortschritt sein. Ganz abgesehen davon, dass damit endlich ein legaler Zugang zu diesen antispastischen Wirkungen möglich wird.
Es ist zu hoffen, dass diese Behandlungsoption bald auch Multiple-Sklerose-Kranken in der Schweiz zur Verfügung steht. Bisher gibt es in der Schweiz legalerweise meines Wissens nur Dronabinol. Siehe dazu:
Cannabis als Heilmittel zulassen
Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie begrüsst erleichterte Zulassung für Cannabis-Medikamente
Falls Sie an einer chronischen Krankheit leiden, könnte folgendes Tagesseminar für Sie interessant sein:
Chronische Krankheit besser verstehen und damit umgehen
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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