Heilpflanzen bei Mundschleimhautentzündung

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Im Phyto-Forum der „Ärztezeitung“ wurde kürzlich folgende Frage gestellt:

„Welche pflanzlichen Mittel eignen sich gegen Entzündungen in Mund und Rachen?“

Professor Karin Kraft (Lehrstuhl für Naturheilkunde, Universität Rostock) antwortete darauf:

„Eibischwurzel, Isländisch Moos und Malvenblätter oder -blüten eignen sich bei gereizten, schmerzhaften Mundschleimhäuten. Sie führen zur Reizlinderung über eine Schutzfilmbildung auf den Mundschleimhäuten und sind auch zur Behandlung von Reizhusten und Schluckbeschwerden bei Pharyngitis geeignet.

Außerdem kann man mehrmals täglich mit einer Abkochung aus Heidelbeerfrüchten, Tormentillwurzelstock oder mit Rathaniawurzeltinktur spülen oder mit dem verdünnten ätherischen Öl von Salbeiblättern gurgeln. Kleine Schleimhautläsionen können mehrmals täglich mit unverdünnter Salbei- oder Tormentilltinktur eingepinselt werden. Kamillenblüten und Thymiankraut wirken antibakteriell, virostatisch und antimykotisch und sind bei entzündeter, superinfizierter Mundschleimhaut gut geeignet.“

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/article/658848/phyto-forum-protonenpumpenhemmer-abgelehnt-dann-hilft-leinsamenschleim.html?sh=28&h=-1436656583

Kommentar & Ergänzung:

Die schleimhaltigen Heilpflanzen Eibischwurzel, Isländisch Moos, Malvenblätter und Malvenblüten eignen sich aufgrund ihrer ausgezeichneten Verträglichkeit auch für die Langzeitanwendung.

Bei Eibischwurzel ist es wichtig zu beachten, dass sie nur im Kaltauszug zubereitet werden soll.

Heidelbeerfrüchte, Tormentillwurzelstock und Rathaniawurzeltinktur enthalten als Wirkstoffe Gerbstoff. Sie wirken intensiver auf die Schleimhäute und eignen sich eher für kurzfristige Anwendungen.

Das ätherische Öl aus Salbeiblättern, Salbeiöl also, ist eher unüblich als Gurgelmittel bei Mundschleimhautentzündung. Es kann nur stark verdünnt eingesetzt werden, löst sich aber nur schwer im Wasser.  Das kann zu Dosierungsproblemen und Verträglichkeitsproblemen führen.

Ich würde Salbei bei Mundschleimhautentzündungen (und bei Halsschmerzen) eher in Form von Salbeitee zum Gurgeln einsetzen. So kommt auch der Gerbstoff aus dem Salbei zur Wirkung.

Salbeitinktur und vor allem Tormentilltinktur sind für lokale Schleimhautläsionen wie Aphten gut bewährt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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