Silibin (Legalon®) jetzt zur Hepatitis-C-Therapie

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Es sei seit langem bekannt, dass Silibinin, der Hauptbestandteil des Wirkstoffgemischs der Mariendistel (Silybum marianum), ausgeprägte antioxidative, immunmodulierende und antifibrotische Eigenschaften hat.

Bei Patienten mit chronischer Infektion durch das Hepatitis-C-Virus ist Legalon® SIL (Silibinin-Hydrogensuccinat) nun als Begleitmedikation in Österreich zugelassen.

Die Zulassung gilt für Patienten, welche nicht oder ungenügend auf die virale Standardtherapie ansprechen, teilt das Unternehmen Rottapharm / Madaus mit.

Legalon® SIL ist schon seit Jahren in Österreich, Deutschland und weiteren Ländern zur Therapie bei akuter Lebervergiftung, zum Beispiel durch Knollenblätterpilze, zugelassen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/hepatitis/article/648840/legalon-jetzt-hcv-therapie.html?sh=12&h=-1119678689

Kommentar & Ergänzung:

Die Österreichische Apothekerzeitung (Oe Apo 7/2011) schreibt über Mariendistel als unterstützendes Mittel bei der Behandlung von Lebererkrankungen:

„Lebererkrankungen können mit Ausnahme bestimmter viraler Hepatitiden nicht kausal, sondern nur symptomatisch behandelt werden, darüber sollte auch die große Zahl auf dem Markt befindlicher Leberpräparate nicht hinwegtäuschen. Prominentester Vertreter in dieser Sparte sind Silymarin-Präparate, deren Wirkstoff aus Mariendisteln gewonnen wird. Sie werden sowohl bei toxischen Leberschäden als auch als Adjuvans bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen angewendet. Silymarin scheint die RNA-Polymerase in den Leberzellen zu stimulieren und damit die Eiweißproduktion zu steigern. Der Wirkmechanismus ist jedoch nicht vollständig geklärt. Ferner wird angenommen, dass Silibinin, der Hauptbestandteil des Silymarin, die Zellmembran der Leberzellen stabilisiert, sodass Gifte diese schlechter durchdringen können. In einer klinischen Doppelblind-Studie konnte die Überlebensrate von Patienten mit alkoholbedingter Leberzirrhose durch die Gabe von Silymarin deutlich erhöht werden.“

(Quelle: http://www3.apoverlag.at/dynasite.cfm?dsmid=103020&j=8&a=1138)

Wichtig: Mariendistel eignet sich nicht zur Anwendung in Form von Mariendisteltee, da das Wirkstoffgemisch Silymarin schlecht wasserlöslich ist. Auch Mariendisteltinktur ist ungeeignet, jedenfalls bei ernsthaften Lebererkrankungen, weil mit solchen Pflanzentinkturen die nötige Dosis Silymarin bzw. Silibinin nicht erreicht werden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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